Yomitai!

von Lisette Gebhardt 
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Eine schön aufbereitete Ladung Wissen über die japanische Literatur!

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Inhaltsangabe zu "Yomitai!"

Der vorliegende Band, dessen japanisches Motto Yomitai! („Ich möchte es lesen!“) den Wunsch nach Lektüre zum Ausdruck bringt, trägt dem Konzept eines Literaturverführers Rechnung: Er will Interesse an der zeitgenössischen japanischen Literatur wecken. Erfasst wurden Autoren und Arbeiten der letzten beiden Dekaden, d.h. ab den 1990er Jahren bis Anfang 2011 – ein Zeitraum, der von einschneidenden Ereignissen geprägt war. Das Erdbeben in Westjapan und der Anschlag auf die U-Bahn in Tôkyô fanden 1995 statt, am 11. März 2011 folgte ein weiteres, epochales Unglück, die Dreifachkatastrophe von Fukushima. Gesichtet wird also literarisches Schreiben zwischen zwei zentralen Phasen der japanischen Zeitgeschichte, Schreiben, das den Wandel der nationalen Befindlichkeit registriert, den Wechsel vom Stimmungshoch der wirtschaftlich erfolgreichen „Bubble-Ära“ in den 1980ern zur Hoffnungslosigkeit der „Verlorenen Dekade“. „Neue Literatur aus Japan“ bietet umfangreiche Informationen zur japanischen Literaturszene der letzten Jahre. Der Band präsentiert die literarische Vielfalt der noch jungen Literatur der Heisei-Ära (seit 1989), angefangen mit dem Spätwerk eines Klassikers der Gegenwart wie Ōe Kenzaburō über die „beiden Murakamis“, Murakami Haruki und Murakami Ryū, bis hin zu den „Girlie-Autorinnen“ um das Jahr 2000. Ein Glossarteil hilft zusätzlich bei der Einordnung der Texte; er erläutert anhand von Stichworten aus Kulturszene und Gesellschaftsdiskurs aktuelle Trends – zum Beispiel die Begriffe iyashi (Heilung), Cool Japan, Prekariat, Banana-Girls und Vegetariermänner. Anliegen des Literaturführers ist es, die Autoren in ihrem kulturellen Umfeld zu präsentieren. Entwicklungen des japanischen Buchmarkts und seine Marketingstrategien finden ebenfalls Erwähnung. Auch manche Interna werden preisgegeben, etwa wenn zu erfahren ist, dass japanische Kritiker schon längst das Ende der „Epoche Murakami Haruki“ ausgerufen haben oder dass die Selbstinszenierung der jungen Akutagawa-Preisträgerin Kanehara Hitomi, inklusive ihrer Hungerkunst, Teil eines ausgeklügelten Werbekonzepts war. Durch diese und andere Detailbeobachtungen, die der Kenntnis der japanischen Quellen zu verdanken sind, rückt Japan mit seiner Literatur ein Stück näher.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783868930573
Sprache:Japanisch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:423 Seiten
Verlag:EB-Verlag
Erscheinungsdatum:25.01.2012

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    AnLins avatar
    AnLinvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine schön aufbereitete Ladung Wissen über die japanische Literatur!
    Literatur über (japanische) Literatur


    Als ich dieses rosa Cover mit der Aufschrift "Yomitai!", sprich "Ich will es lesen!" zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich erst, es handelt sich dabei um eine Anthologie mit vielen japanischen Kurzgeschichten. Tatsächlich besteht das Buch aus Kapiteln zu verschiedenen japanischen Autoren. Allerdings ist es ein Sachbuch.

    "Yomitai!" informiert euch über die japanischen Literaturszene der letzten zwanzig Jahre. Was ist J-Literatur, was ist "iyashi", was ist "Cool Japan", welcher Schriftsteller ist wann warum womit angesagt, wer hat wann debütiert? Das wird hier auf über 400 Seiten zum ersten Mal so richtig gezeigt.

    Dabei ist das Buch schon übersichtlich gestaltet. Die Kapitel trennen die Genres voneinander und haben dann Unterkapitel zu den einzelnen Künstlern. Zu jedem Autor gibt es eine einheitlich bleibende Tabelle mit seinen wichtigsten Daten. Auch findet ihr die Homepages der Autoren schön geordnet, oder eine Tabelle mit allen Akutagawa-Preisträgern, einheitliche Absätze zu den Mitwirkenden des Buches, ein Register, einen Leitfaden... alles hübsch und harmonisch, und sehr informativ.

    In diesem Buch wird alles erklärt, was man über die junge Literatur in Japan wissen muss und will. Damit einher geht natürlich so einiges an Wissen über das Leben in Japan an sich. So ist das Buch kein trockenes Fachbuch über ein Spezialgebiet, sondern eignet sich auch für Interessenten, die nicht Japanologie studieren. Ich finde es richtig beruhigend, dieses Buch in meinem Regal zu wissen, denn ich bin mir sicher, ich werde da ab und an drin nachschlagen, für eine Hausarbeit, für ein YouTube-Video, für Buchkäufe oder was auch immer.

    Übrigens ist dieses Buch ein Band von einer ganzen Reihe über Japan beim EB-VERLAG Berlin. Die anderen Bücher behandeln eher enger geschnürte Themen wie Videospiele, Fukushima und Handyromane - vielleicht ja auch interessant für euch.

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