Lita Grey Chaplin Ich war Charlie Chaplins Frau

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Inhaltsangabe zu „Ich war Charlie Chaplins Frau“ von Lita Grey Chaplin

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  • Rezension zu "Ich war Charlie Chaplins Frau" von Lita Grey Chaplin

    Ich war Charlie Chaplins Frau
    rkuehne

    rkuehne

    16. April 2012 um 13:01

    Erneut ein Buch auf das ich ohne Lovelybooks nicht aufmerksam geworden wäre, noch hätte ich es gelesen. Meine Vorrezensentin hat mich da nachhaltig beeindruckt und nun hat es eine ganze Weile gedauert bis ich die intimen Geständnisse der Lita Grey in den Händen hielt. Und was sag ich dazu? Es ist eine Biographie, gewissermaßen eine Paar/Ehe-Biographie verfasst von einer Frau, die natürlich keine Schriftstellerin ist. Das merkt man, nicht etwa an stümperhaftem Schreibstil, dennoch merkt man beim Lesen, dass das gewisse Etwas fehlt. Es liest sich so dahin, manchmal muss man sich etwas quälen, und der Erkenntnisgewinn ist auch nur bedingt groß. Sicher wird klar, dass Chaplin nicht nur der lustige, schelmische Vagabund aus seinen Filmen war, sondern auch ein Privatmensch mit jeder Menge Macken, Schwächen und Hochmut, dennoch frage ich mich, ob es gut ist, dass so öffentlich zu machen. Heutzutage würden wohl sofort die Juristen auf der Matte stehen und die Ausgabe wieder einstampfen lassen, denn so intim die Beichten auch sind, so unsicher bin ich mir über den wahrhaftigen Wahrheitsgehalt. Lita Grey gibt mit dem Abstand von mehr als 30 Jahren Dialoge, Gespräche, Zitate aus ihrer Beziehung und ihrer Ehe wieder – ich erinnere mich an solche Dinge schon nach wenigen Jahren nicht mehr im Detail. Was ist also Dichtung? Was ist Wahrheit? Diese Frage bleibt und stellt die Biographie für mich in ein fragwürdiges Licht.

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  • Rezension zu "Ich war Charlie Chaplins Frau" von Lita Grey Chaplin

    Ich war Charlie Chaplins Frau
    Shopgirl

    Shopgirl

    28. April 2010 um 11:37

    Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal von einem Buch so fasziniert war. Ich musste es einfach lesen. Es war spannend bis zum Schluss, und ich konnte die Abende und Pausen nicht abwarten, die ich mir nahm, um mehr über Charlie Chaplins Privatleben zu erfahren. Sicherlich gewährt es sehr intime Einblicke und man kann sich streiten, ob es moralisch zulässig ist, die sexuellen Vorlieben eines anderen Menschen in der Öffentlichkeit breit zu treten. Das Buch hier aber als reinen Racheakt zu bezeichnen bzw. abzutun, halte ich für schlicht falsch. Lita Grey warf man Berechnung vor. Sie wurde von Einigen, nachdem sie sich nach zwei Jahren und zwei Kindern von Chaplin scheiden ließ, öffentlich als herzlos und geldgierig angeprangert. Dabei darf man nicht vergessen, dass sie fast noch ein Kind war, als sie Chaplin heiratete. Er musste sie heiraten, nachdem er sie als 15jährige geschwängert hatte. Nur so konnte er einer Gefängnisstrafe entgehen, nachdem sie seinen Drängen, das Kind abzutreiben, nicht nachkommen wollte. Keine gute Basis für eine glückliche Ehe. Und das war sie auch nie. Sie hatte keine Chance, eine glückliche zu werden. Gezielte Verführung einer Lolita? Eher unwahrscheinlich. Man darf nicht vergessen, da sich alles in den 20igern abspielte und Grey wohl wie die meisten Mädchen ihres Alters sexuell nicht aufgeklärt war und folglich nicht in der besten Lage, ihm ein Kind anzudrehen. Er - Mitte 30 und geistig überlegen - hätte außerdem verhüten können, verzichtete aber bewußt auf Kondome, weil er sie für "unästhetisch" hielt. Inwiefern man Lity Greys Aussagen über das Eheleben Glauben schenken kann, ist ein weiterer Punkt, über den man sich streiten kann. Zweifelsfrei wird aber etwas dran gewesen sein, denn sonst wäre sie bein spektakulären Scheidungsprozess nicht so großzügig abgefunden worden. Nur mit Behauptungen und ohne Beweise gewinnt man keinen Prozess. In Amerika gab es Ende der 20iger in einen bürgerlichen Rechtsstreit noch Anklageschriften – ich weiß nicht, ob es heute noch so ist. Im Falle Chaplins gab eine 42seitige Anklageschrift, in der Litas Anwälte Chaplin diverse Perversionen vorwarfen. Man erschreckt auf den ersten Blick und fragt sich, was den Mann so Abartiges antörnte. Man darf aber beruhigt sein, dass außer seiner durchaus anprangerungswürdigen Vorliebe für minderjährige Frauen - seine Begründung: er mochte ihre Unschuld, ihre Unverdorbenheit, ihre Begeisterung fürs Leben, alles Neue etc. - er ein Mann war, der (oh wunder!) Oralverkehr mochte und auch Phantasien hatte, Sex mit zwei Frauen zu vollziehen. Die Brisanz liegt nun darin, dass Ersteres damals massiv unter Strafe stand. Oralverkehr, sogar wenn man ihn mit der eigenen Frau bei sich zu Hause ausübte, war strengstens verboten. § 288 a des Strafgesetzbuches von Kalifornien ordnete an: „ Wer sich an einem Geschlechtsakt beteiligt, indem er das Geschlechtsorgan eines anderen mit dem Mund berührt, wird mit Gefängnis nicht über fünfzehn Jahre bestraft.“ Kein Wiz! Für Oralverkehr konnte man bis zu 15 Jahre ins Gefängnis wandern. Die Bereitschaft zur gütlichen Einigung war dann natürlich - auch nach Androhung, die Namen seiner Geliebten zu veröffentlichen (ja, er ging fremd) - sehr hoch. Heute würde man über sowas nur schmunzeln. Das Buch ist gut geschrieben. Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mal auf Litas mal auf Charlies Seite schwenkte und ihr Verhalten in ihrer Ehe beurteilte. Keiner von beiden war, wenn man Greys Aussagen Glauben schenkt, ein Heiliger. Er hat Fehler gemacht, genauso wie sie. Wenn man sich für Chaplin als Privatmensch interessiert, sollte man dieses Buch lesen. Es wird einen nicht enttäuschen. Letztendlich hat das Buch meine These, dass ein weltweit anerkannter, beliebter Künstler, nicht auch privat zwangsweise genauso perfekt/ ideal wie sein öffentliches Bild gewesen sein muss, bestätigt. Chaplin war einfach Mensch. Er hatte seine unsicheren Tage, seinen Stolz, manchmal zuviel Wut, die er an unschuldigen Dritten abließ, Zeiten des Größenwahns und verrückter Ideen und dann wiederum viel Bescheidenheit und Bodenständigkeit. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben.

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