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Liv_Winterberg

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Alle, die Fernweh verspüren, im Reisefieber sind oder für die letzten Spätsommerabende „vielseitige“ Lektüre suchen, sind herzlich eingeladen, mir in die Vergangenheit und hinein in die beeindruckende Bergwelt der Pyrenäen im Süden Frankreichs zu folgen. Für diese von dtv organisierte „gemeinsame Zeitreise“ ins 14. Jahrhundert stehen 15 Exemplare des historischen Romans „Der Klang der Lüge“ für die Verlosung zur Verfügung.

Neugierig geworden?

Zum Inhalt: "Der Klang der Lüge"

Sériol, 1308. Als die junge Alissende abgezehrt und verwahrlost das idyllische Pyrenäendorf erreicht, wird sie freundlich aufgenommen und erhält eine Anstellung als Magd. Dass ihre neuen Herren Katharer sind, wie viele andere Bewohner des Dorfes, bemerkt sie erst im Lauf der Zeit. Doch Glaubensfragen sind Alissende ohnehin gleichgültig, ein voller Bauch ist ihr wichtiger. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie den Schäfer Simon kennenlernt und sich in ihn verliebt. Von seinem Sitz in Pamiers aus blickt Bischof Durand voll christlicher Sorge und Missfallen auf Sériol. Spione haben ihm zugetragen, dass dort eine »ketzerische« Ordination stattgefunden habe. Fest entschlossen, das Dorf von denen, die vom wahren Glauben abgefallen sind, zu säubern, lässt er alle Verdächtigen festnehmen. Zurück bleiben die Kinder und Alissende, die sich nun nicht mehr heraushalten kann und will …

Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich 19. August, gut eine Woche später starten wir dann „nach Südfrankreich“.

Die Leserunde steht selbstverständlich nicht nur den 15 Gewinnerinnen und Gewinnern der Verlosung offen, sondern auch allen anderen, die Lust haben, sich zu „Der Klang der Lüge“ auszutauschen.

Wer nun seinen SUB beäugt und vorab noch mehr wissen möchte, findet bei dtv ein Special zum Buch samt Interview  oder kann noch einiges zu meiner bisherigen Arbeit erfahren!

Viel Glück für die Verlosung, herzliche Grüße und bis hoffentlich bald,
Liv

Autor: Liv Winterberg
Buch: Der Klang der Lüge

zyrima

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Die Inhaltsangabe von "Der Klang der Lüge" gefällt mir sehr gut, ich mag historische Romane und würde sehr gerne mitlesen.

abetterway

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Ich hüpfe in den Lostopf und würde gerne mitlesen.

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mecedora

vor 3 Jahren

Eure Rezensionen

Und abschließend endlich auch meine Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Liv-Winterberg/Der-Klang-der-Lüge-1103328524-w/rezension/1121094912/

Vielen Dank für die Gelegenheit, dieses Buch kennenlernen zu dürfen. Auch wenn es mich nicht ganz überzeugen konnte, werde ich mir den nächsten Roman von dir, Liv, nicht entgehen lassen. Das Thema liegt mir vielleicht besser, bei früheren Büchern von dir ging es mir auch so.

Favole-Luna

vor 3 Jahren

Teil 4: Seite 288 - Ende
@mecedora

So ging es mir in vielen Punkten auch...zu wenig tiefgang und auseinandersetzung mit der Handlung an einigen Stellen.

Marla0

vor 3 Jahren

Teil 1: Anfang - Seite 101
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Obwohl alle schon lange fertig sind, schreibe ich noch rein, da ich aus familiären Gründen nicht mehr in der Lage war, die Leserunde zeitnah mitzumachen. Sorry dafür!
Insgesamt hat mir das Buch super gefallen, ich habe es zweimal gelesen( vor zwei Monaten und letzte Woche wieder), inzwischen mehrfach in der Bücherei empfohlen und direkt auch noch für die Bücherei gekauft.
Die Waldatmosphere, die am Anfang des Buches beschrieben wird, ist mir schon sehr unheimlich, gar fast fantastisch( Ich erwarte jeden Augenblich den Troll,der aus dem Wald herauskommt). Es ist eine vergangene Zeit und es dauerte für mich ein paar Minuten, bis ich mich in dieser Zeit zurecht gefunden hatte. Ich vermute, dass ich die Handlungen und die Entscheidungen von den Protagonisten wahrscheinlich immer wieder überdenken muss, mit dem Wissen und dem Denken des Mittelalters, soweit es mir möglich ist. Das Buch ist deswegen so spannend, weil es uns in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt, wo Gesetze anders lauteten, wenn es mal welche gab und wo Menschen oft es mit dem Leben, mit Gesundheit und Arbeit schwer hatten. Geschwiegen mit der Religion.

Aus der heutigen Sicht würde ich mich fragen, welche Frau ihr Kind im Wald zurücklassen kann. Aber im Mittelalter? Da hat es sicherlich andere Prioritäten gegeben. Ich bin jedenfalls froh, dass Alissende von Sybilla aufgenommen worden ist, auch wenn es leider nur für eine kurze Zeit war.
Alissende wurde schon von vielen gutmütigen Menschen begleitet: sie wurde gerettet, sie bekam eine Anstellung in einer wohlhabenden Familie und wurde in Sériol von den guten Menschen aufgenommen. Und die Liebe!!! Simon hat sich in Alissende unsterblich verliebt und alles deutet auf ein großes Glück für sie hin. Wenn es nicht die Religion gäbe! Wenn es nicht die ständigen Verfolgungen und Gefangenschaften im Namen der Religion gäbe.
Das Verschwinden von Roussel sowie der Besuch des Bischofs-selbst- in Sériol kündigen eine unsichere und gefährliche Zeit an, voller Leid und Geheimnistuerei. Ich muss fürchten, dass Allisende und Simon getrennt werden könnten und dass Allissende womöglich viele Dorfbewohner vermissen wird. Natürlich habe ich als Französin in der Schule viel über Katharen und Religionskriege gehört, nun es ist eine Weile her und ich entdecke dies spannende aber auch schmerzvolle Epoche wieder.
Zuletzt möchte ich den Grund erwähnen, warum dieser historische Roman mir so sehr am Herzen gewachsen ist: die Sprache: Geheimnissvoll, für uns veraltet aber doch so schön, so bildreich, so poetisch manchmal. Eine blühende Sprache, was fast vergessen lässt, wie unschön die beschriebenen Ereignissen doch sind.

Marla0

vor 3 Jahren

Teil 2: Seite 102 - 202
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Dieser zweite Leseabschnitt ist hochspannend: Ade, das schöne ruhige Dorfleben, Ade der Zusammenhalt in der Gemeinschaft, Ade die Zukunftpläne! Der Bischof ist sozusagen über Sériol hergefallen, möchte wahrscheinlich einen Exempel statutieren und ihm sind alle Mittel Recht. Misstrauen im Dorf steht nun an der Tagesordnung, jeder muss sich nun vor seinem Nachbar oder Bekannten hütten, keiner ist mehr in Sicherheit. Dazu kommt dass der Bischof raffinierte Methoden wie Verhöre aber auch Bespitzelung einsetzt. Es geht nicht mehr oder nicht nur um Religion, sondern lediglich um Macht und zweitrangig um Geld. Aus unserer jetzigen Zeit ist die Geschichte spannend, aber was für ein Leben voller Zukunftsängsten und Zweifeln!

Ich müsste regelrecht mitleiden, als das Haus von Bruna in Brand gesetzt oder Simon als Spion angeheuert wurde. Die Szene mit dem Säugling, das zurück bleiben sollte, möge bei Allissende böse Erinnerungen hervorgerufen haben! Jeder im Dorf könnte Gründe gehabt haben, beim Bischof als Spitzel zu stehen aber dass ausgerechnet SImon vom Bischof ausgesucht wird , lässt mich ratlos. Was erhofft sich der Bischof?
Und der Pfarrer Legrand: Ganz schön widerlich! Er versucht sich an Allissende ranzumachen und da es ihm nicht gelingt, die Magd für sich zu erobern, nutzt er die Gunst der Zeit und schwätzt Simon an. Einfach berechnend und widerlich!

Ich finde es wunderbar, dass man als Leser so viel über das Dorfleben erfährt und es stört mich überhaupt nicht, dass nur eine Handvoll Protagonisten agieren. Sie sind für mich so einfach wie Dorfleute zu der damaligen Zeit es hätten sein können aber auch sehr greifbar und real beschrieben. Sie handeln und denken, sie arbeiten und träumen von einer besseren Welt, und sie sind gewissermassen schon charackteristisch von dem Hochmittelalter. Wenn ich so ein historisches Buch lese, möchte ich nicht nur eine Aufzählung von Ereignissen präsentiert bekommen, sondern auch, und vor allem auch, einen Einblick in den Menschen vor der damaligen Zeit haben: Wie sie gelebt haben, was sie gemacht haben, womit sie sich beschäftigt haben, was sie getragen und gegessen haben, und und und.
Kleiner Zwinker von einer Französin: Im Roman werden die Schnecken gesammelt und "vollwertig gefüttert", damit sie einen besseren Geschmack entfalten. Heutzutage ist es andersrum: Die Weinbergschnecken werden gesammelt, mit groben Salz bestreut damit sie verdursten, verhungern und sich "entleeren". So sind sie reiner. Die französischen Kochkünste haben sich voll im Laufe der Jahrhunderten verändert;-)
Also eher aus der soziologischen Sicht. Ich erfreue mich an eine andere Denkweise und eine andere Lebensweise. In "Der Klang der Liebe" wurde ich fündig und meine Erwartungen an dem Buch absolut erfüllt. Ich kann mich problemenlos in den Protagonisten reinversetzen und mitfühlen. Ich freue mich auf die nächsten Leseabschnitten;-)

Marla0

vor 3 Jahren

Teil 3: Seite 203 - 287
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Marjuvin schreibt:
Aber ich teile es... ich stimme dir zu 100% zu. Ich finde sogar, dass es vollkommen gleichgültig ist, in welcher Glaubensrichtung man erzogen wurde, solange die Glaubensgrundlage aussagt, dass man ein aufrichtiger, hilfsbereiter und gütiger Mensch sein soll.

ganz meiner Meinung!

Marla0

vor 3 Jahren

Teil 3: Seite 203 - 287
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Auf diese Ereignisse habe ich gewartet, es hat sich langsam angebannt aber es war dann unvermeidlich geworden: die Dorfbewohner werden von der Inquisition mitgenommen und verhört. Kurze Zeit später, auch gegebenfalls erhängt oder verbrannt. Was für ein schrecklicher Tod! Es lässt einem nicht kalt, auch beim Lesen nicht, auch wenn man schon öfter über vergangene Hinrichtungen gelesen hat. Was mir auffällt ist die Stellung eines Kindes damals und in der heutigen Zeit in unserer Gesellschaft. Früher war ein Kind ein "Kleiner Erwachsene", hatte keine besondere Recht und müsste sich seiner Familie unterordnen. Heutzutage ist in unserer Gesellschaft ein Kind ein kleiner Prinz, sogar ein Vorführobjekt manchmal, und ist schutzbedürftigt. In anderen Kulturen müssen heutzutage Kinder kriegen und mordern. Ich wundere mich, dass in dem Buch die Kinder frei und am Leben gelassen werden: Glauben fängt nicht mit dem Erwachsensein an, es wird oft in der Familie mitgegeben und gelebt. Somit müssten sich die Kinder auch durch ihre Religion oder Glaubensrichtung straftbar machen- wohl gemerkt, aus der Sicht der Kirche! Die beschriebene Zeitepoche ist wirklich ungemein spannend!

Na ja, nicht desto trotz bin ich froh, dass wenigstens die Kinder sich noch in ihrer Höhle verstecken konnten und von Alissende mitversorgt werden. Ob die Knochenwürfel im Einsatz kommen werden? Es ist für mich nicht sonderlich, dass derer Familien sie nicht aufnehmen wollen: sie bangen selbst um ihr Leben. Es ist
fraglich, ob die Kinder in der Tat den Ausmaß der Ereignissen verstehen. Für Kinder ist das Leben ein Spiel- zumindest heutzutage. Kinder erproben den Alltag in Rollenspielen: wer hat nicht als Kind eine Bude gebaut, Lebensmittel dort angeschleppt, ausrangierte alte Möbel dort eingerichtet, für den Fall der Fälle. Vielleicht fällt es Kindern manchmal schwer, zwischen Realität und Fiktion, zwischen Leben und Spiel, zu unterscheiden. In dem Fall könnte es doch sein, dass sie noch nicht den Ernst der Lage erkennen.

Jemand schrieb oben, dass Alissende noch keine vollwertige Figur wäre. Ich denke eher, dass sie absolut kein Selbstwertgefühl besitzt( Tja, moderne Erfindung unserer Zeit), da sie als Säugling ausgesetzt wurde, und dann ihre Ziehmutter sehr früh verlor. Als junges Mädchen wurde sie zwar in einer Familie untergebracht, die für sie gut sorgte, aber letztendlich kannte sie nicht das Gefühl oder die Notwendigkeit, Entscheidungen treffen zu müssen oder es wert zu sein, geliebt zu werden. Mit Simon ändert sich zwar etwas aber dadie Liebe so frisch ist, konnte Alissende, meiner Meinung nach, noch nicht genug Kraft und Wertigkeitgefühl aus der Geschichte für sich gewinnen.

Marla0

vor 3 Jahren

Teil 4: Seite 288 - Ende
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Ich finde die Geschichte schön rund: Einige Dorfbewohner könnten doch noch zurückkehren, leider muss Paul seinen Vater und seine Oma( die mir sehr ans Herz gewachsen war, weil so mütterlich und lebenserfahrend) zum Grab bringen. Der Kreis mit den Steinen symbolisiert für mich das ewige Leben( so wie der Adventskranz in der kath. Religion) und die Steine unverwüstbare, unveränderbare und ewige Naturmateriale. Sehr gelungen als Symbol.
Ich habe mich ins Fäustchen gelacht, als der Pfarrer Legrand enttarnt wurde. Madame Ava hat ihre glorreiche Stunde: Rache ist süß. Das Frauenbild wird in der Roman geschmeichelt.
Die schmächtige kleine schmale Alissende vom Anfang hat mit dem Mädchen am Ende des Romans nur noch wenig gemeinsames: Alissende hat sich entwickelt, sie hat an Selbstsicherheit gewonnen, sie müsste lernen, Verantwortung für sich selbst und für andere zu tragen. Zum Schluss steht sie groß und gestärkt im Licht.
Sie will "einen Mann, der ihr ein Kind macht". Dieser scheinbar gewöhnlicher und bodenständiger Satz finde ich sehr schön: Alissende mag sich behaupten, sie "will", sie ist nun nach diesen zahlreichen Ereignissen und Schicksalschlägen stärker und sicherer geworden. Sie fühlt sich bereit, als Mutter durch die Welt zu gehen, einem Kind das Leben zu geben und für sich selbst und ein Kind zu sorgen. Sie braucht keine Aufpasser mehr, sie steht ihre Frau. Und so schließt sich der Kreis in diesem Roman.

Der Klang der Lüge hat mich sehr berührt und sehr beschäftigt, weil Menschen ganz nah an ihre Grenze gebracht werden und im tiefsten Inneren verletzt werden. Sie werden in ihrem Glauben erschüttelt und für sehr intime Gedanken und Lebensweise strafbar gemacht, in einer Zeit, wo man dafür mit seinem Leben zahlen musste. Viele Figuren wurden an ihre Grenze gedrängt und müssten ihren Glauben überprüfen, zum Teil auch gegen ihre intimen Überzeugungen handeln.
Die Sprache hat mich verführt, so dass die Seiten hingeflogen sind: es war ein wunderbares Gefühl sich von dieser sehr bilderreichen Sprache tragen zu lassen.

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