Vom anderen Ende der Welt

von Liv Winterberg 
4,1 Sterne bei170 Bewertungen
Vom anderen Ende der Welt
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (129):
L

Perfekt geeignet, wenn man gerade selbst am mit Palmen bestückten Sandstrand liegt.

Kritisch (8):
Pumpkin01s avatar

Ich hatte mir ein bisschen mehr von dem Buch erwartet.

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Inhaltsangabe zu "Vom anderen Ende der Welt"

Inspiriert vom Leben der französischen Botanikerin Jeanne Baret

Die neunzehnjährige Mary hat nur eine große Leidenschaft: die Botanik. Am liebsten ist sie mit Schmetterlingsnetz und Insektenglas unterwegs und träumt davon, auf Expeditionsreise in ferne Länder zu gehen. Unmöglich für eine junge Frau im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Deshalb verwandelt sie sich in den Zeichner Marc Middleton, wird prompt in den Stab des Botanikers Sir Carl Belham aufgenommen und sticht auf der Sailing Queen zu einer Expedition um die halbe Welt in See. Ein unvergleichliches Abenteuer beginnt, bei dem Mary ihren Mann steht und doch als Frau fühlt, als sie sich unsterblich in Carl verliebt ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423214513
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.06.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Betsys avatar
    Betsyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine junge Frau die für ihre Liebe zur Wissenschaft einiges riskiert. Mitreißend, aber leider mit einigen Schwachstellen im Erzählstil.
    Eine junge Frau und ihre Liebe zur Wissenschaft

    Plymouth 1785: Die Sailing Queen bricht auf eine Expeditionsreise in den Pazifik unter dem berühmten Botaniker Sir Carl Belham auf. Nur zu gerne wäre auch die junge Mary Linley mit von der Partie, die von ihrem Vater, einem angesehenen Arzt und Botaniker, von klein auf gelernt hat und nur zu gerne die Welt bereisen und entdecken will, doch für eine Frau ein Ding der Unmöglichkeit. Als ihr Vater von einer seiner letzten Reisen nicht zurückkommt, übernimmt ihre Tante das Ruder und will sie so bald wie möglich verheiraten. Mary denkt daher gar nicht lange nach und fasst die Entscheidung sich als Mann für die Expedition zu bewerben und wird zu Marc, nicht ahnend was da alles auf sie zukommen wird, angefangen von den Männern an Bord der Sailing Queen, den Strapazen, dem Verbergen ihrer wahren Natur und auch der sich entwickelnden Gefühle für Carl und wie dieser auf die Wahrheit reagieren wird.

    Der Leser steigt gleich in die Geschichte ein und bekommt einen Einblick in das Leben von Mary und wie sich durch den Tod ihres Vaters alles verändert. Ihre Tante, die wenig Verständnis dafür hat, dass ihre Nicht wenig damenhaftes Verhalten zeigt und sich so für die Wissenschaft begeistert, will sie daher so schnell wie möglich verheiraten. Mary die kürzlich erst den Vater verlor, nun mitansehen muss, wie die Arbeit ihres Vaters (und zugleich auch ihre) von der Tante verkauft wird und dann auch noch ihre eigenen Wünsche und Träume aufgeben soll um ein Ehefrau zu werden, ergreift daher die ihre scheinbar einzige Chance die sie hat und wird zum Mann um an Bord der Sailing Queen mitfahren zu können.

    Ihre Figur zeigt sehr gut den Zwiespalt, den sie fühlt. Einerseits will sie ihrem vorgezeichneten Leben entfliehen und ihrer Leidenschaft nachgehen, was allerdings als Frau quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist zu dieser Zeit, dann aber ist es nicht so leicht alles hinter sich zurückzulassen und es kommen ihr Bedenken, doch letztendlich bleibt ihre keine Wahl und sie stellt sich tapfer den vor ihr stehenden Herausforderungen. Das tatsächliche Leben auf einem Schiff ist dann auch bei weitem nicht so romantisch wie in ihren Vorstellungen und wie sie es aus Erzählungen von ihrem Vater kennt. Nein, vielmehr sieht sie sich einer ungehobelten Horde Männer gegenüber, die derbe Sprüche klopfen, schnell mal die Fäuste sprechen lassen und es mit der Hygiene alles andere als genau nehmen. Man bekommt generell einen sehr guten Einblick was das Leben auf einem Schiff alles mit sich bringt. Angefangen von den beengten Verhältnissen, den Unterschieden zwischen den Offizieren und Gentlemen der Reise, sowie der einfachen Mannschaft bis hin zu den harten Strafen, der Homosexualität, den Verlusten auf See, Krankheiten, der harten Arbeit usw. und damit alles andere als ein Zuckerschlecken, dass wird auch Mary alias Marc schnell klar und sie versucht sich so gut es geht anzupassen und kämpft sich tapfer durch alle Anstrengungen hindurch. Dabei ist sie voller Bewunderung für Belham und die beiden werden ein gutes Team, besonders da sie sich als sehr fähig erweist. Darüber liegt aber die ständige Angst sich durch irgendetwas zu verraten und damit auch Belhams Arbeit sowie seinen Ruf der Lächerlichkeit preiszugeben, sollte bekannt werden, dass er eine Frau mit auf seine Expedition genommen hat ohne es zu wissen.

    Was mich doch etwas überrascht hat war, dass das Leben am Schiff Großteils mehr im Vordergrund stand als die Forschungen, von denen ich mir fast mehr erwartet hätte zu lesen, doch zeitweise ins Hintertreffen gelangte, aufgrund der viele Ereignisse die auf der Sailing Queen passieren, wobei dann aber diese Momente wo es dann wirklich um das Erforschen neuer Arten, den Kontakt mit Einheimischen und auch den medizinischen Kenntnissen ging, sehr stimmungsvoll beschrieben wurde. Stellenweise kann einen die Handlung dann auch sehr überraschen, besonders was die Entwicklungen der Figuren angeht und auch die Schicksalsschläge die hier unbarmherzig zuschlagen. Genauso gut geschildert sind die Phasen an Bord wo langsam die Aggressionen in der Mannschaft ansteigen und man diese versucht mit Arbeit unter Kontrolle zu halten, da sie seit Ewigkeiten nicht mehr an Land waren und das Essen immer unzumutbarer wird. Dann aber erlebt man auch wieder die Freude auf den Ausruf „Land in Sicht“ mit und damit die Aussicht endlich wieder eine Frau zu haben, was hier natürlich bei einem Schiff voller Männer ein sehr großes Thema ist.

    Erzählt wird die Geschichte von mehreren Personen, die hier verschiedenste Einblicke geben: zum einen natürlich von Mary, Sir Carl Belham, 2 Schiffsjungen an Bord, die zugleich Brüder sind, einem Ureinwohner auf Tahiti und dem Kaufmann Landon Reed, der Mary sehr zugetan ist und sie auf Wunsch ihrer Tante sucht. Durch die Angaben von Ort und Datum, weiß man als Leser auch bei jedem neuen Kapitel wo und wann man sich befindet und wieviel Zeit vergangen ist. Leider gibt es teilweise dann auch größere Zeitsprünge von einem Monat, was sich aber leider auch nicht vermeiden lässt wo die Reise doch so lange dauert, dennoch wird dann stellenweise gerade an einer spannenden Stellt unterbrochen und jemand anderer übernimmt wieder die Erzählung zu einem anderen Zeitpunkt, was dann schon etwas ärgerlich ist, weil man denkt man hat etwas Wichtiges verpasst. Es wird zwar alles dann im Nachhinein aufgeklärt, aber man hätte es eben oftmals lieber direkt gelesen hätte.

    Erwähnenswert ist noch das Personenregister sowie eine grobe Karte vom Weg der Sailing Queen sowie ein informativer Anhang auf wen die Figuren basieren, sowie ein Glossar, welches besonders für manche Seefahrerausdrücke sehr hilfreich ist.

    Fazit: Eine beeindruckende Geschichte über eine junge Frau, die einiges riskiert um ihrer Leidenschaft für die Wissenschaft nachgehen zu können und den Heiratsplänen ihrer Tante entkommen will. Die Figuren sind sehr gut geschildert und auch wenn die Liebesgeschichte hier recht kurz kommt bzw. eher unterschwellig verläuft, ist es dennoch sehr schön wie Mary und Carl sich doch Gedanken um den anderen machen und in vielerlei Hinsicht auf einer Wellenlänge sind, besonders was ihre Leidenschaft für die Natur anbelangt. Die Geschichte entwickelt sich dann teilweise anders als erwartet und kann durchaus überraschen, dazu wird das Leben auf See sehr realistisch und bildlich beschrieben. Großes Manko waren die abrupten Szenen- und Zeitenwechsel, die einen mitunter wirklich frustrieren konnten, da diese oft an so prägnanten Stellen der Geschichte passierten. Der Schluss war dann auch irgendwie zu abrupt. Ich hätte mir gewünscht, dass es zumindest etwas schöner ausklingt, so war es dann im Vergleich zur so atmosphärischen Geschichte fast schon ein wenig lieblos für mich gestaltet. Eine tolle Geschichte, aber mit einigen erzähltechnischen Mängeln für mich.

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    lievke14s avatar
    lievke14vor 2 Jahren
    Mal ein ganz anderer historischer Roman

    1785: Die neunzehnjährige Mary hat nur eine große Leidenschaft: die Botanik. Am liebsten ist sie mit Schmetterlingsnetz und Insektenglas unterwegs und träumt davon, auf Expeditionsreise in ferne Länder zu gehen. Unmöglich für eine junge Frau im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Deshalb verwandelt sie sich in den Zeichner Marc Middleton, wird prompt in den Stab des Botanikers Sir Carl Belham aufgenommen und sticht auf der Sailing Queen zu einer Expedition um die halbe Welt in See. Ein unvergleichliches Abenteuer beginnt….

    Die Geschichte um Mary Linley, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ihrem Forschungsdrang zu folgen und die Natur und ihre Zusammenhänge zu studieren, basiert auf dem realen Leben der französischen Forscherin Jeanne Baret.

    Die junge Mary Linley ist als Frau ihrer Zeit weit voraus. Als Tochter eines angesehenen Botanikers lernt sie früh die Welt der Fauna und Flora kennen. Ihr Vater unterrichtet sie in vielen naturwissenschaftlichen Arbeitsgebieten….sie lernt das Kategorisieren und das Anfertigen von botanischen Zeichnungen. Auch in die Grundlagen der Medizin wird sie eingewiesen….eine Unverschämtheit für die damaligen Verhältnisse.

    Als der Vater bei einer Expedition ums Leben kommt, soll Mary verheiratet werden. Diese entflieht diesem Plan, indem sie sich als Mann verkleidet an Bord eines Forschungsschiffes begibt. Damit beginnt das Abenteuer ihres Lebens....

    An Bord herrschen jedoch raue Sitten….das muss Mary alias Marc Middelton bald feststellen.  Immer wieder wird sie mit Widrigkeiten aller Art konfrontiert.

    Der Großteil des Buches spielt auch auf dem Schiff und zeigt in aller Deutlichkeit das harte Leben und die Entbehrungen der Mannschaft auf einer Monate andauernden Schiffsreise. Die Autorin versteht es sehr gut, die schwierigen Verhältnisse an Bord, die Enge des Schiffes, die harte Arbeit, den Gestank, die anschwellende Gereiztheit der Besatzung etc. zu beschreiben.

    Die Geschichte wird zum einen aus der Sicht von Mary und der eines kleinen Schiffsjungen erzählt. Der kleine Seth, einer der Söhne des Bootsmannes berichtet über die Vorgänge an Bord auf seine ganz eigene kindliche und naive Art, der das Verhalten der Erwachsenen teilweise überhaupt nicht verstehen und nachvollziehen kann. Mit seinen zehn Jahren noch ein Kind, muss er allerdings sehr schnell seine Kindheit abstreifen….denn Rücksicht nimmt hier keiner auf ihn.

    Mary ist durch ihre Förderung seit frühesten Kindertagen eine intelligente junge Frau, die sich auf ihrem selbst gewählten Weg behaupten muss. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die auf mich einen sehr sympathischen Eindruck gemacht und reichlich beeindruckt hat.

    Der Schreibstil ist recht flüssig und trotz der vielen Fachbegriffe (in Schifffahrt und Botanik) gut verständlich, half das im Anhang beigefügte Glossar bei der Verständlichung doch ungemein.

    Die Natur- und Landschaftsbeschreibungen sind unglaublich intensiv und lebendig, was das Lesen sehr vereinfacht hat.

    „Vom anderen Ende der Welt“ ist ein sehr bildhaftes Zeitzeugnis über die Wissenschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert, die Rollenverteilung von Mann und Frau und das Leben an Bord eines Schiffes zu jener Zeit….interessant – anschaulich – und spannend.

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    anushkas avatar
    anushkavor 2 Jahren
    Packender Roman über eine wissenschaftlich ambitionierte Frau im 18. Jahrhundert

    England, 1785: Mary Linley ist allein bei ihrem Vater aufgewachsen, der sie als Arzt und Wissenschaftler in die Arbeiten der Medizin und der Botanik einführt. Mary liebt dieses unkonventionelle Leben und es fällt ihr schwer, in die Rolle der Frau des 18. Jahrhunderts zu schlüpfen als sie unter die Obhut ihrer Tante kommt, nachdem das Schiff, das ihren Vater an Bord hatte, vor Kap Hoorn gesunken ist. Als ihre Tante die Sammlung ihres Vaters auflöst, wird Mary bewusst, dass sie ihren Traum von der Wissenschaft als Ehefrau niemals wird ausleben können. Kurzerhand heuert sie als Mann verkleidet auf der Sailing Queen an, die kurz darauf zu einer Forschungsreise in die Südsee aufbricht ...

    "Vom anderen Ende der Welt" ist kein verklärtes, romantisierendes Buch, das eine unglaubhafte starke Frau darstellt, die sich in einer Männerwelt behauptet. Stattdessen zeichnet es den harten Alltag auf einem Schiff zur damaligen Zeit nach, der Mary zunächst erschreckt und einschüchtert. Zu den ungewohnten Eindrücken und dem rauen Umgang unter den Männern gesellt sich immer die Angst vor der Entdeckung hinzu. Doch Mary kann sich mit ihren zeichnerischen und medizinischen Fähigkeiten auch schnell einen guten Ruf aufbauen und so ist sie bei Verletzungen, Epidemien und Vergiftungen hautnah dabei. Aber auch herbe Verluste stehen ihr bevor, denn Liv Winterberg hat mit diesem historischen Roman, der an eine wahre Persönlichkeit angelehnt ist, keine Schnulze vorgelegt, sondern bietet in einem ansprechenden Schreibstil eine spannende und packende Abenteuergeschichte, die den Werdegang der Wissenschaft genauso darstellt, wie die einengende Rolle der Frau in einem zunehmend aufgeklärten Zeitalter. Neben interessanten Begegnungen, liebevoll gezeichneten und dreidimensionalen Figuren bietet der Roman auch überzeugende zwischenmenschliche Beziehungen und vor allem eine Protagonistin, die sich einem ins Herz schleicht. Für mich ein absolut gelungener und empfehlenswerter historischer Roman.

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    liberty52s avatar
    liberty52vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Abenteuerroman, sehr spannend, unterhaltsam, geht unter die Haut
    Spannender Abenteuerroman mit realem Hintergrund

    Ausgangs des 18. Jahrhunderts wuchs Mary als Halbwaise bei ihrem Vater, einem anerkannten Arzt und Wissenschaftler auf, der sie an seiner Arbeit beteiligte. Nach dem Tod des Vaters soll sie verheiratet werden. Da sie aber mit dem damaligen Frauenbild nichts anfangen kann, sondern sich als Wissenschaftlerin sieht, bleibt ihr nur die Flucht. Mit falscher Identität in Männerkleidung gelingt es ihr, auf einem Forschungsschiff unterzukommen. Gut recherchiert und auf wahren Begebenheiten beruhend begleitet der Leser eine abenteuerliche Seefahrt von Plymouth nach Madeira, Südafrika, entlang der südamerikanischen Küste, rund um Kap Horn bis in den Pazifik nach Haiti. Äußerst spannend erlebt er das Leben an Bord und die Expeditionen ins Landesinnere. Sowohl Personen als auch Landschaften und Naturgewalten werden mitreißend und lebendig geschildert. Das Buch zog mich in seinen Bann, ich fieberte mit, litt und war emotional bewegt. Einmal begonnen konnte ich die Lektüre kaum noch aus der Hand legen. Ich war eingetaucht in das Leben der Besatzung der Sailing Queen. Leseempfehlung für Freunde des historischen Abenteuerromans.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein toller historischer Roman, der einen in seinen Bann zieht und in eine andere Welt versetzt.
    Eine andere Zeit - eine andere Welt

    Normalerweise lese ich nicht so gerne historische Romane, doch durch das ansprechende Cover widmete ich mich dann schließlich doch diesem Roman und wurde positiv überrascht. Schon der Anfang hat mir sehr gut gefallen, vor allem der Schreibstil der Autorin, der einen in die Welt des 18. Jahrhunderts versetzt ohne zu übertrieben zu wirken.

    Dieser Stil macht das ganze Buch wirklich zu etwas Besonderem. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, sondern musste ständig weiterlesen. Und das nicht, weil es super „spannend“ ist, sondern einfach weil es toll geschrieben ist und einen in eine andere Welt entführt. Der Titel "Vom anderen Ende der Welt" ist also in mehr als einer Hinsicht passend. Man fühlt sich wie mitten im Geschehen und erfährt die Gefühle und Gedanken der Charaktere. Nicht nur die der Hauptperson Mary, sondern auch viele weitere Charaktere erzählen in der Ich-Perspektive, wie es ihnen ergeht. Dieser Perspektiv-wechsel hat mir sehr gut gefallen, da das Buch dadurch abwechslungsreich wurde. Jedoch entstanden so auch viele Leerstellen, die man sich selbst zusammenreimen musste. Teilweise fehlte mir hier die Perspektive von Mary.

    Beim Ende bin ich etwas unschlüssig, ob ich es nun wirklich gut finde. Einerseits finde ich, dass es mal was anderes ist und nicht die typische Liebesgeschichte am Ende im Mittelpunkt steht, andererseits war es mir auch etwas zu offen gelassen. Die Idee ist auf jeden Fall gut, aber ich will unbedingt wissen, wie es mit Mary weitergeht. Ein zweiter Teil wäre also nicht schlecht =)


    Beeindruckt war ich auch, als ich ganz hinten im Buch erfahren habe, dass die Geschichte auf einer wahren Tatsache beruht, denn das war mir neu. Ich finde es wirklich toll wie Liv Winterberg daraus diese schöne Geschichte gemacht hat und gleichzeitig sehr authentisch geblieben ist. Es hat sicherlich eine Menge Recherchen benötigt, allein schon für die wissenschaftlichen Passagen über die Pflanzen. Doch genau das trug noch dazu bei das Buch von anderen abzuheben und zu etwas besonderem zu machen, obwohl die Geschichte von der Frau, die sich als Mann verkleidet nicht neu ist. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, auch an diejenigen, die sonst nicht so gerne historische Romane lesen, so wie ich

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein toller historischer Roman, der einen in seinen Bann zieht und in eine andere Welt versetzt.
    Eine andere Zeit - eine andere Welt

    Normalerweise lese ich nicht so gerne historische Romane, doch durch das ansprechende Cover widmete ich mich dann schließlich doch diesem Roman und wurde positiv überrascht. Schon der Anfang hat mir sehr gut gefallen, vor allem der Schreibstil der Autorin, der einen in die Welt des 18. Jahrhunderts versetzt ohne zu übertrieben zu wirken.

    Dieser Stil macht das ganze Buch wirklich zu etwas Besonderem. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, sondern musste ständig weiterlesen. Und das nicht, weil es "super spannend“ ist, sondern einfach weil es toll geschrieben ist und einen in eine andere Welt entführt. Der Titel "Vom anderen Ende der Welt" ist also in mehr als einer Hinsicht passend. Man fühlt sich wie mitten im Geschehen und erfährt so einiges über die Gefühle und Gedanken der Charaktere. Nicht nur die der Hauptperson Mary, sondern auch viele weitere Charaktere erzählen in der Ich-Perspektive, wie es ihnen ergeht. Dieser Perspektivwechsel hat mir sehr gut gefallen, da das Buch dadurch abwechslungsreich wurde. Jedoch entstanden so auch viele Leerstellen, die man sich selbst zusammenreimen musste. Teilweise fehlte mir hier die Perspektive von Mary.

    Beim Ende bin ich etwas unschlüssig, ob ich es nun wirklich gut finde. Einerseits finde ich, dass es mal was anderes ist und nicht die typische Liebesgeschichte am Ende im Mittelpunkt steht, andererseits war es mir auch etwas zu offen gelassen. Die Idee ist auf jeden Fall gut, aber ich will unbedingt wissen, wie es mit Mary weitergeht. Ein zweiter Teil wäre also nicht schlecht =)

    Beeindruckt war ich auch, als ich ganz hinten im Buch erfahren habe, dass die Geschichte auf einer wahren Tatsache beruht, denn das war mir neu. Ich finde es wirklich toll wie Liv Winterberg daraus diese schöne Geschichte gemacht hat und gleichzeitig sehr authentisch geblieben ist. Es hat sicherlich eine Menge Recherchen benötigt, allein schon für die wissenschaftlichen Passagen über die Pflanzen. Doch genau das trug noch dazu bei das Buch von anderen abzuheben und zu etwas besonderem zu machen, obwohl die Geschichte von der Frau, die sich als Mann verkleidet nicht neu ist. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, auch an diejenigen, die sonst nicht so gerne historische Romane lesen, so wie ich.

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    RobinBookvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich hatte sich bei mir eine gewisse Übersättigung Bücher mit "Mädchen in Hosen" betreffend ein...
    Vom anderen Ende der Welt

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich hatte sich bei mir eine gewisse Übersättigung Bücher mit "Mädchen in Hosen" betreffend eingestellt, aber dieses Buch ist ... anders. Es hat mir große Freude bereitet, die Protagonistin auf ihrer Fahrt zu begleiten und auch ein Tränchen wurde im Augenwinkel gesichtet.

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    Ikopikos avatar
    Ikopikovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Liv Winterberg konnte mich mit ihrem ersten Roman nicht überzeugen.
    Vom anderen Ende der Welt

    Mary Linley ist ohne Mutter aufgewachsen. Ihr Vater erzieht sie wie einen Sohn und lässt sie teilhaben an seinen Forschungen rund um die Botanik. Sogar auf Expeditionsreisen darf sie ihn als seine Gehilfin begleiten; für damalige Zeiten ungeheuerlich.

    Als ihr Vater von einer Expedition nicht zurückkehrt und Marys Tante sie verheiraten will, reift in ihr ein abenteuerlicher Plan. Da ihr als Frau Forschungsreisen untersagt sind, verkleidet sie sich als Mann und heuert auf dem Schiff des berühmten Botanikers Carl Belham an.

    Mich hat der Roman von Liv Winterberg enttäuscht. Das Buch ist wunderschön aufgemacht, die Story, die auf einer wahren Geschichte beruht, grundsätzlich sehr interessant, jedoch hat der Schreibstil mich nicht gefesselt. Die eigentlich abenteuerliche Geschichte las sich langweilig. Vieles war voraussehbar, Spannung kam nicht auf.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Gut recherchiert und interessant zu lesen

    Obwohl ich selbst ja nie sonderlich naturwissenschaftlich begabt war, lese ich erstaunlicherweise besonders gerne Bücher, in denen Naturwissenschaftler*innen eine große Rolle spielten. Dieser Faktor - zusammen mit dem schönen Cover - war es dann auch, der mich dazu brachte, mit Mary Linley auf die Reise zu gehen.
    Schon früh hat Mary gelernt, sich mit Biologie zu beschäftigen - ihr Vater, ein berühmter Wissenschaftler, hat sich nicht viel darum gekümmert, dass das damals nicht unbedingt als die richtige Beschäftigung für ein junges Mädchen war. Als ihre Tante Mary nach dem Tod ihres Vaters verheiraten will, sieht sie keinen anderen Weg, ihren Plan zu verfolgen, als sich als Mann verkleidet auf einem Forschungsschiff anheuern zu lassen.
    Die gut recherchierten Beschreibungen der Situation auf dem Schiff, die Gefahren von Krankheit und Sturm, haben mir besonders gefallen. Man bekommt ein lebendiges Bild ohne Beschönigungen geliefert.
    Schön fand ich auch, dass die Liebesgeschichte nicht alles überschattete - am besten gefallen mir nämlich selten die romantischen Szenen ... In diesem Buch mochte ich besonders, wenn von Marys Liebe zur Biologie geschrieben wurde, wenn sich ihre Faszination für die Natur zeigte.
    Ich kann das Buch also durchaus weiter empfehlen - ich persönlich schätze es für realistischer ein als so manch andere historische Fiktion, dabei aber nicht dröge oder belehrend.

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    Sabine17s avatar
    Sabine17vor 4 Jahren
    Mutige Botanikerin

    Mary Linley verliert bei ihrer Geburt die Mutter und wird von ihrem Vater, einem Wissenschaftler und Arzt, sehr unkonventionell erzogen. Als dieser bei Kap Hoorn mit einem Schiff untergeht, möchte ihre Tante sie verheiraten. Doch Mary träumt davon, dass Erbe ihres Vaters fortzusetzen und ferne Länder zu erkunden. Schnell wird ihr jedoch klar gemacht, dass Frauen dabei nicht geduldet werden. Kurz bevor sie sich bei ihrer Tante zwischen zwei Heiratskandidaten entscheiden muss, verkleidet sie sich als Mann und schafft es als Zeichnerin für den berühmten Botaniker Sir Carl Belham an Bord der Sailing Queen.

     

    Das Leben an Bord ist hart, entbehrungsreich und fordert viele Opfer. Doch Mary kommt ihrem Ziel fremde Länder zu erforschen immer näher.

     

    Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, erwartete ich ein typisches Buch „Frau verkleidet sich als Mann, wird entdeckt und findet ihre große Liebe“. Doch ich wurde angenehmen überrascht. Das Leben auf See wird sehr realistisch und schonungslos geschildert. Nichts von verklärter Seefahrerromantik. Sehr plastisch wird auch das medizinische Vorgehen zu damaliger Zeit (1785) geschildert. Ich will nicht verschweigen, dass es auch eine kleine Liebesepisode gibt, aber nur kurz und sehr im Hintergrund. Auch die Beschreibungen der Exkursionen in den exotischen Ländern sind realistisch dargestellt.

     

    Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ließ sich flüssig lesen und hat mich so gefesselt, dass ich es in jeder freien Minute wieder aufgeschlagen habe.

    Bei der Bewertung habe ich zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, weil mir die Geschichte in Tahiti ein bisschen zu kurz weggekommen ist. Da das Buch jedoch von einer wahren Begebenheit inspiriert wurde (die französische Botanikerin Jeanne Baret nimmt 1768 als Jean Baré an einer Expedition in den Südpazifik teil) und mir die überzeugenden Schilderungen des Lebens auf See sehr gefallen haben, vergebe ich knappe 5 Sterne.

     

    Fazit: ein Lesegenuss für alle Liebhaber gut recherchierter historischer Romane!

    Kommentare: 11
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DieBuchkolumnistins avatar
    Wir tauchen ein in einen historischen Roman, der perfekt für die sommerlichen Temperaturen geeignet ist! Kommt mit mir mit nach England, spätes 18. Jahrhundert: Von ihrem Vater, einem Arzt und Wissenschaftler, zur Botanikerin ausgebildet, träumt die junge Mary Linley davon, die Welt zu bereisen. Doch als sie nach dem Tod des Vaters verheiratet werden soll, sieht sie nur eine Möglichkeit, ihrer Berufung zu folgen. Sie gibt sich als Mann aus, um an Bord der Sailing Queen im Stab des Botanikers Sir Carl Belham auf Expeditionsfahrt zu gehen. Die Lebensbedingungen auf See erschüttern sie, denn Entbehrungen, Krankheiten und Tod prägen den Alltag. Dennoch glaubt sie, ihr Ziel erreicht zu haben: Sie erkundet fremde, faszinierende Länder. Erst durch die Liebe zu Sir Carl Belham erkennt sie, dass sie sich für ihre Ideale selbst verleugnet ... Wir suchen für diesen ebenso leichten wie aber auch dramatischen Roman "Vom anderen Ende der Welt" um die junge Mary Linley 25 Testleser, die gemeinsam mit uns das Buch lesen, diskutieren und rezensieren wollen. Ausserdem wird die Autorin Liv Winterberg selbst an der Leserunde teilnehmen und sich Euren Fragen stellen! Inspiriert wurde dieser Roman im Übrigen vom Leben der Botanikerin Jeanne Baret, basiert also teilweise auf wahren Begebenheiten. Habt Ihr Lust dabei zu sein? Dann meldet Euch einfach per Kommentar bis zum 05. Juni 2011 und folgt diesem Thema - schon seid Ihr im Lostopf! Ich freue mich über Eure Bewerbungen!!! :-) Leseprobe: http://www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/24847.pdf Lesereise von Liv Winterberg: http://www.dtv.de/autoren/liv_winterberg_13858.html?show=veranstaltungen#tabs
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