Liz Coley

 4,4 Sterne bei 165 Bewertungen
Autorin von Scherbenmädchen, Pretty Girl Thirteen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Liz Coley

Liz Coley veröffentlicht Bücher für Jugendliche und für alle, die jung geblieben sind. Ihr deutsches Debüt „Scherbenmädchen“ wurde in neun Länder verkauft und von unzähligen Leserinnen gefunden. Besonders in Frankreich wurde das Buch, mit über 200.000 verkaufen Exemplaren, ein Bestseller.

Alle Bücher von Liz Coley

Cover des Buches Scherbenmädchen (ISBN: 9783404175185)

Scherbenmädchen

 (164)
Erschienen am 24.04.2017
Cover des Buches Pretty Girl Thirteen (ISBN: 9780007468515)

Pretty Girl Thirteen

 (1)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Pretty Girl-13 (ISBN: 9780062127372)

Pretty Girl-13

 (0)
Erschienen am 19.03.2013

Neue Rezensionen zu Liz Coley

Cover des Buches Scherbenmädchen (ISBN: 9783404175185)Buchperlenblogs avatar

Rezension zu "Scherbenmädchen" von Liz Coley

Vom Abspalten der Persönlichkeit
Buchperlenblogvor 6 Monaten

Inhalt

Das letzte, woran sich Angie erinnern kann, ist, dass sie mit ihrer Pfadfindergruppe zum Zelten gefahren ist. Und das sie Himbeeren im Morgengrauen pflückte. Danach herrscht tiefe Dunkelheit. Doch nun steht sie in ihrer Straße, einen Beutel mit ihr unbekannten Sachen in der Hand. Und ihre Eltern behaupten, dass sie drei Jahre lang weg war. Aber was ist mit ihr passiert?

Vom Abspalten der eigenen Persönlichkeit

Zu Beginn noch einmal eine ausdrückliche Triggerwarnung. Dieses Buch befasst sich mit dem jahrelangen Missbrauch eines jungen Mädchens, in dessen Folge sich Persönlichkeitsanteile gebildet haben, die die Last der Erinnerungen auf sich genommen haben. 

Scherbenmädchen ist nicht mein erstes Buch über die dissoziative Identitätsstörung, jedoch mein erster fiktiver Roman darüber. Dank Vater Unser in der Hölle von Ulla Fröhlich und dem noch immer in meinem Kopf sehr präsenten Aufschrei von Truddi Chase, habe ich bereits einige Einblicke in diese durch schwerste Traumata hervorgerufene Abspaltung des eigenen Geistes erfahren. Das Schicksal von Angela Grace Chapman ist erfunden, das von vielen anderen Kindern jedoch nicht. 

Bei einem Ausflug mit ihrer Pfadfindergruppe in den Wald kehrt Angie drei Jahre lang nicht nach Hause zurück. Als sie es tut, weiß sie nicht, dass bereits so viel Zeit vergangen ist. Für sie ist es erst der nächste Tag, auch wenn ihr Körper eine andere Sprache spricht. Langsam kehren ihre Erinnerungen zurück, größtenteils mit Hilfe von Dr. Grant, der schnell hinzugezogenen Psychotherapeutin. Drei Jahre lang wurde sie von einem Mann in einer Hütte im Wald festgehalten, erniedrigt, gefesselt, missbraucht. Dank meiner vorangegangenen Lektüren wurde ich zunächst stutzig, DIS entwickelt sich in der Regel nicht mehr im Teenageralter, außerdem schien die Stimme, die Angie im Wald zum Verstecken aufforderte, bereits längst vorhanden zu sein. Noch mehr Erinnerungen, die es langsam aufzudecken gilt.

Besonders interessant fand ich den Aspekt des Buches, dass Angie erst sechzehn Jahre alt ist, als sie entdeckt, dass sie nicht allein ihren Körper bewohnt. Das Teenageralter bringt eine Reihe weiterer Probleme mit sich, Schulalltag inklusive, dem es sich nach so einer Tortur zu stellen gilt. Was erzählt man den Mitschülern, kann man ehemaligen Freunden noch vertrauen? Liz Coley, die zu Recherchezwecken ein ausführliches Interview mit einer Überlebenden führte, beschreibt hier auf sehr eindringliche Art und Weise, wie es Angie ergangen sein muss, sich plötzlich mit all diesen erschreckenden Einzeheiten zurecht zu finden, in einer Welt, die nicht mehr die ihre zu sein scheint. Dabei erhält man Einblicke in die Geschehnisse der verlorenen drei Jahre, aber niemals zu detailliert. Angie und ihre Persönlichkeitsanteile wuchsen mir enorm ans Herz, jede für sich, und mehr als einmal verschwamm die Sicht auf die Seiten.

Fazit

Ein etwas sanfterer Einstieg in das Thema der dissoziativen Identitätsstörung dank fehlender Detailgenauigkeit in Bezug auf die erlebten Verbrechen. Außerdem schneidet die Autorin bei der Therapie eine interessante Verfahrenstechnik an, die es so zwar noch nicht gibt, aber vielleicht in naher Zukunft eine weitere Lösung für Überlebende bieten könnte. 

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Cover des Buches Scherbenmädchen (ISBN: 9783404175185)nathis_nerdwelts avatar

Rezension zu "Scherbenmädchen" von Liz Coley

Spannender und tiefgründiger Thriller
nathis_nerdweltvor 8 Monaten

Vor drei Jahren verschwand Angie im Alter von 13 Jahren spurlos aus ihrem Zeltlager. Plötzlich taucht sie vor ihrem Elternhaus wieder auf, ohne jegliche Erinnerung wo sie war und was geschehen ist. Gemeinsam mit einer Therapeutin versuchen sie die Erinnerungen zurück zu holen.

Das Buch hat sich wirklich schnell und flüssig lesen lassen und war von Anfang bis Ende durchweg spannend. Die Geschichte ist schockierend und tiefgründig und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte was mit Angie geschehen ist.

Die Charaktere sind sehr authentisch und das handeln der einzelenen war realistisch und nachvollziehbar, besonders die Gedanken und Gefühle von Angie sind hier wirklich gut rüber gekommen. Schwerpunkt der Geschichte liegt bei der Krankheit einer Dissoziativen Störungen, die sehr gut umgesetzt wurde. Auch wenn schon früh klar wurde was geschehen ist, gibt es einige Plottwist die ich nicht habe kommen sehen. Das Ende ging mir persönlich etwas zu schnell und war im Gesamtbild gesehen zu actionreich.

Fazit: Scherbenmädchen ist ein spannender und schockierender Thriller, mit einer tiefgründigen Geschichte, die mich wirklich berührt hat. Ich kann dieses Buch jedem Empfehlen.

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Cover des Buches Scherbenmädchen (ISBN: 9783404175185)Toxicass avatar

Rezension zu "Scherbenmädchen" von Liz Coley

Fesselnd!
Toxicasvor 3 Jahren

Das Cover zeigt sich sehr ausdrucksstark in Grau und Schwarz und mit einem Mädchen darauf. Irgendwie wirkt es geheimnisvoll, was eine gute Beschreibung für den Inhalt des Buches ist. Den Klappentext fand ich sehr interessant und war gespannt, was hinter Angies Amnesie stecken würde.

Zu Beginn kommt Angie nach Hause, weiß aber selbst nicht mehr, dass sie drei Jahre lang weg war. Ohne jede Spur verschwand sie damals aus ihrem Zeltlager. Plötzlich steht sie wieder in ihrem Elternhaus und es wird klar, dass sie sich an nichts erinnern kann.

"Angie, wo … wo bist du gewesen?" "Das weißt du doch". Wieder zog sich ihr Magen schmerzhaft zusammen. "Zelten?" Die Art, wie ihre Eltern sie anstarrten, machte ihr das Atmen schwer. "Zelten", sagte sie noch einmal entschlossen. Dad kam die Treppe herunter. "Zelten", wiederholte er. "Zelten?". Seine Stimme wurde schrill. "Drei Jahre lang?" S. 16

Es ist schwer, etwas über den Inhalt des Buches und die eigentliche Thematik zu sagen, ohne zu spoilern. Das Tempo der Erzählungen ist schnell, der Spannungsbogen hoch, wobei ich einräumen muss, dass es sich nicht um einen Thriller handelt, sondern eher um einen psychologischen Spannungsroman. Zwar klärt sich die Frage, was mit Angie passiert ist, relativ schnell auf, dadurch steigt die Spannung aber nur noch weiter. Ich habe das Buch an einem Tag gelesen, weil ich so neugierig auf die Auflösung war. Wie ist es möglich, drei Jahre seines Lebens komplett zu vergessen? Was ist mit Angie passiert? Wo war sie? Wie geht sie in der Realität mit der neuen Situation um, in der sie plötzlich drei Jahre älter ist, als sie sich fühlt?

Angies Gedanken und Empfindungen werden treffend und tiefgründig beschrieben, so dass ich schnell mit ihr mitgefühlt habe und sie mir sympathisch wurde. Die anderen Charaktere, Angies Eltern und ihre Therapeutin, mit deren Hilfe sie mit der Vergangenheit aufräumen möchte, sind auch gut gezeichnet, jedoch lange nicht so tiefgehend. Es war mir aber niemand unsympathisch, im Gegenteil, die Charaktere ergänzen sich und passen gut zusammen. So waren zum Beispiel die Wut und Hilflosigkeit von Angies Vater, der seiner tot geglaubten Tochter skeptisch gegenübersteht, für mich deutlich spürbar und nachvollziehbar. Auch das Thema Liebe hat im Buch seinen Raum, denn Angie entdeckt ihre ersten Gefühle und setzt sich damit auseinander.

Persönliches Fazit: Insgesamt hat mich „Scherbenmädchen“ von Liz Coley sehr berührt, gefesselt und mein Wissen über eine Thematik vergrößert, die ich hier noch nicht verraten möchte, damit jeder Leser die Spannung selbst erleben kann. Eine klare Leseempfehlung für Leser psychologischer Spannungsromane ohne viel Blut und Gewalt.

© Rezension, 2019, Eva, Recensio Online

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