Liz Nugent Die Sünden meiner Väter

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Inhaltsangabe zu „Die Sünden meiner Väter“ von Liz Nugent

Oliver Ryan führt das scheinbar perfekte Leben. Seine Kinderbücher begeistern Fans auf der ganzen Welt, seine zahlreichen Bekannten schätzen ihn als faszinierenden Gesprächspartner, zusammen mit seiner treu ergebenen Ehefrau führt er ein geruhsames Leben in einem teuren Dubliner Vorort. Doch eines Abends kehrt er nach Hause zurück und prügelt seine Frau ins Koma. Denn Oliver hat viele Geheimnisse – und keinerlei Skrupel, wenn es darauf ankommt, sie alle zu verteidigen. Koste es, was es wolle ...

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  • Rezension "Die Sünden meiner Väter" von Liz Nugent

    Die Sünden meiner Väter
    secretworldofbooks

    secretworldofbooks

    10. May 2017 um 10:17

    Deckblatt:Oliver Ryan führt das scheinbar perfekte Leben. Seine Kinderbücher begeistern Fans auf der ganzen Welt, seine zahlreichen Bekannten schätzen ihn als faszinierenden Gesprächspartner, zusammen mit seiner treu ergebenen Ehefrau führt er ein geruhsames Leben in einem teuren Dubliner Vorort. Doch eines Abends kehrt er nach Hause zurück und prügelt seine Frau ins Koma. Denn Oliver hat viele Geheimnisse – und keinerlei Skrupel, wenn es darauf ankommt, sie alle zu verteidigen. Koste es, was es wolle ...Inhalt:Ich muß gestehen das ich so einen Roman von dieser Art so noch nie gelesen habe. Somit fand ich mich mit der Situation, dass jede mitwirkende Person seine Sicht der Dinge in der Ich-Form erzählt, schwer zurecht.Liz Nugent schaffte es aber, dies so spannend umzusetzen, das ich einfach weiter lesen musste. Die Neugier war halt doch sehr groß. Die Handlung fand ich persönlich schockierend. Und wenn ich so über das Buch nachdenke, beunruhigt es mich sehr. Es lässt mich nicht mehr los, aber auf traurige Weise.

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  • Das Kartenhaus des Oliver Ryan

    Die Sünden meiner Väter
    antjemue

    antjemue

    27. February 2014 um 13:32

    Als ich dieses äußerlich so unscheinbare Buch bei Amazon Vine entdeckte, war ich mir anfangs nicht sicher, ob ich es denn wirklich lesen möchte. Irgendwie reizte mich zwar die Kurzbeschreibung, so richtig in mein Beuteschema passte es aber nicht. Letztendlich siegten dann doch meine Neugier und meine Büchersucht. Nun habe ich diesen Roman ausgelesen und bin stark beeindruckt. Die irische Autorin Liz Nugent gibt mit „Die Sünden meiner Väter“ ihr Romandebüt. Im Netz konnte ich wenig über sie finden. Auf der Umschlagseite des Buches konnte ich lesen, dass die in Dublin geborene und aufgewachsene Autorin in diversen Theaterproduktionen mitarbeitete und als Autorin für verschiedene irische Radio- und Fernsehsender tätig war. Heute hat sie eine leitende Position im Drehbuch-Team von Irlands erfolgreichster Daily Soap „Fair City“ inne. Die Sünden meiner Väter Oliver Ryan war ein international erfolgreicher Kinderbuchautor. Er führte bislang ein gutsituiertes Leben und ist seit vielen Jahren mit der eher unscheinbaren Kinderbuchillustratorin Alice verheiratet. Diese liegt nun im Koma. Sie wurde von ihrem Mann Oliver auf brutalste Art- und Weise zusammengeschlagen und wird wahrscheinlich nie wieder aufwachen. Im Vorfeld gab es nie Hinweise auf häusliche Gewalt. Wie konnte es zu diesem Ausbruch kommen? Ein Leben voller Schuld und Lügen Die Autorin lässt verschiedene Protagonisten – den Täter Oliver selbst und diverse Wegbegleiter aus ca. 4 Jahrzehnten - in der ersten Person eine Geschichte erzählen, die anhand vieler Rückblicke ständig voran schreitet, überraschend-schockierende Erkenntnisse bereit hält und sich nach und nach zu einem Gesamtbild über den bisher für die Außenwelt so unbescholtenen Täter formt. Dabei spielt sie gekonnt mit den verschiedenen Sichtweisen und Wahrnehmungen ihrer Protagonisten. Das gelingt ihr so wertfrei, dass ich immer das Gefühl hatte, als Leserin meine eigenen Schlüsse ziehen zu können und nichts auf diktiert zu bekommen. Dass meine eigenen Schlüsse dann mit den „ungesagten“ Gedankengängen der Autorin doch irgendwie übereinstimmten, zeigten oft die folgenden Ereignisse. Obwohl ich immer wieder der Meinung bin, dass ein Mensch, auch wenn er eine schwere Kindheit durchlebt hat, nicht automatisch zum Täter werden muss, konnte ich in diesem Roman den Lebensweg und die Handlungsweisen des Täters doch irgendwie nachvollziehen. Er war mir dabei keinesfalls sympathisch, aber das war auch nicht nötig. Viel wichtiger für mich waren hier die Glaubwürdigkeit und Stimmigkeit der Geschichte, die bei mir noch immer nachhallt. Damit hat sie mich beeindruckt und gefesselt. Von dieser Autorin möchte ich gern mehr.

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  • Entlarvung

    Die Sünden meiner Väter
    HeikeM

    HeikeM

    20. February 2014 um 19:28

    Scheinbar ist Oliver Ryan ein völlig normaler Mensch, ein international erfolgreicher Kinderbuchautor, glücklich verheiratet und von allen geachtet. Wie konnte es nur dazu kommen, dass er seine Frau ins Koma geprügelt hat? Recht schnell wird deutlich, diese Außenwirkung ist nur eine aus Lügen errichtete Fassade. Nach und nach kommt man dem wirklichen Oliver auf die Spur. Aus seiner eigenen Sicht und der von anderen, seinen Lebensweg kreuzenden Personen wird sein Werdegang betrachtet. Zunächst sind es Ungereimtheiten, die auffallen, dann bemerkt man Lügen und letztlich fällt das ganze Lügengebilde in sich zusammen und der wahre Oliver wird entlarvt. Zunächst hatte ich ein paar Probleme, in das Buch hineinzukommen, es wirkte durch die verschiedenen Zeitebenen und Blickwinkel ein wenig zerrissen. Aber als ich mich damit angefreundet hatte, entwickelte es einen wahren Sog. Die Puzzleteile fügten sich zusammen und die Frage nach dem Warum klärte sich in dem Maße, wie deutlich wurde, wie viele Leben Oliver zerstört hat. Liz Nugent hat in ihrem Debütroman ein beeindruckendes Psychogramm ihres Protagonisten erstellt. Dafür hat sie seine Psyche förmlich seziert, Ursachen für sein Verhalten von seiner Kindheit an geschildert und den Leser auf der Empathieebene eingefangen. Durch verschiedenen Sichtweisen der Ereignisse kommt es zu unvermeidlichen Wiederholungen, die sich stellenweise in Längen im Geschehen auswachsen. „Die Sünden meiner Väter“ ist ein spannender Roman, den ich nach leichten Anlaufschwierigkeiten förmlich verschlungen habe und der mich auch eine ganze Weile nach der Lektüre noch beschäftigt hat.

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  • Gelungenes Debüt

    Die Sünden meiner Väter
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    16. February 2014 um 01:22

    „Wie konnte sie es wagen, mich so gegen sich aufzubringen? (…) Letztlich hat Alice nur das Schlechteste in mir zum Vorschein gebracht. Von einer Ehefrau hätte ich das Gegenteil erwartet. Trotz allem habe ich sie sehr gemocht, auf meine Weise.“ Das klingt nach den typischen Ausreden eines Schlägers, der sich als Opfer seiner Frau sieht, die ihn provoziert und zu Reaktionen treibt, die er eigentlich gar nicht will. Der angesehene Kinderbuchautor Oliver hat gerade seine Frau ins Koma geprügelt. Eine miese Kindheit, immer wieder die Ausrede für brutales Verhalten, hat er auch vorzuweisen. Ein normaler Fall von häuslicher Gewalt also? Nein, so einfach ist dieser Fall nicht. Ein Teil des Buches wird aus der Sicht von Oliver erzählt, der ein fürchterliches Frauenbild hat und auch sonst ein hassenswerter Zeitgenosse ist. Allerdings ahnt man am Anfang noch nicht, welch fürchterlichen Abgründe noch in diesem Charakter stecken. Neben Oliver kommen auch andere Personen aus dem Umfeld des unglücklichen Ehepaares zu Wort, und so wird nach und nach eine vielschichtige und erschreckende Geschichte entblättert. Ein Teil davon wird von Barney erzählt, der mit Alice eine Beziehung hatte, bevor sie Oliver kennenlernte. Er hätte sie gern geheiratet und sich auch um ihren geistig zurückgebliebenen Bruder Eugene gekümmert. Leider hat er nicht genügend um sie gekämpft. Michael, der Bruder von Laura, mit der Oliver vor Alice zusammen war, hat schon früh gemerkt, dass Olivers Herkunft sein wunder Punkt ist. Auch er bekommt eine von Olivers unangenehmen Seiten zu spüren. Véronique, auf deren Weingut Oliver, Michael und Laura einen Sommer lang gearbeitet haben, erzählt von den schrecklichen Ereignissen im Jahr 1973. Stanley, der Oliver aus dem Internat kannte, trägt ebenso zur Geschichte bei wie Lauras Bruder Eugene, Olivers Geliebte Moya und Olivers Halbbruder Philip. Dieser Debütroman hat mich von der ersten Seite an völlig begeistert. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven wird man direkt in das Geschehen gezogen und taucht immer tiefer in die spannende Geschichte ein. Der Schreibstil passt sich den jeweiligen Personen an, ist dabei jedoch immer flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind lebendig und authentisch, und die Geschichte, so ungewöhnlich sie auch daherkommt, ist glaubwürdig. Spannend, voller Überraschungen und erschreckend sorgt dieses Buch für eine durchlesene Nacht und wirkt lange nach.

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  • Psychogramm eines Menschen

    Die Sünden meiner Väter
    Karin1970

    Karin1970

    14. February 2014 um 19:22

    „Die Sünden meiner Väter“ ist ein Roman von Liz Nugent und wurde übersetzt von Alexandra Kranefeld. Das Buch ist am 11. Oktober 2013 im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Oliver ist ein Mann, dem die Frauen zu Füßen liegen. Dennoch entscheidet er sich für Alice. Aber im Laufe der Geschichte erfahren wir viel mehr über diesen Mann und wie es dazu kommen konnte, dass er seine Frau Alice so lange schlug bis sie ins Koma fiel. Das Buch ist so aufgebaut, das es kapitelweise von Zeugen erzählt wird. Wer gerade etwas über Alice oder Oliver zu sagen hat, steht in der Kapitelüberschrift. Anfangs ist das sehr verwirrend, weil man die einzelnen Personen nicht kennt und erst im Laufe der Geschichte die Zusammenhänge erkennt. So war mir lange Zeit nicht klar, was die Autorin mir jetzt sagen will. Liz Nugent versteht es, wenn auch etwas umständlich, ein Psychogramm eines Menschen aufzuzeigen. Wie konnte es dazu kommen das Oliver Ryan so dermaßen die Beherrschung verliert? Im Verlauf der Zeugenaussagen wird einiges klar und vor allem, dass man sich nicht vor sich selbst verstecken kann. Auch wenn ich anfangs Schwierigkeiten mit der Zuordnung der verschiedenen Protagonisten hatte, liest sich das Buch schnell und flüssig. Der Schreibstil ist sehr klar und unglaublich bildhaft, die Passagen sind kurz gehalten und prägen sich leicht ein. Fazit Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich das Buch zu einem kleinen Highlight.

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  • Inhaltlich gut, stilistisch nicht mein Fall

    Die Sünden meiner Väter
    anushka

    anushka

    11. February 2014 um 21:34

    Oliver Ryan ist erfolgreicher Kinderbuchautor. Doch dann schlägt dieses Musterbeispiel eines erfolgreichen Mannes plötzlich und unerwartet seine Frau ins Koma. Rückblickend werden Olivers persönliche Entwicklung und auch die Entwicklung der Ereignisse aufgerollt (daher auch der englische Titel "Unravelling Oliver"). Dies geschieht durch diverse Charaktere, die mit Oliver über die Jahre mal mehr, mal weniger in Kontakt gekommen waren. Sie alle haben ihre Erfahrungen mit ihm gemacht und am Ende dieses Buch hat sich das Bild, das Oliver abgibt, völlig gewandelt. Dieses Buch ist ein interessantes Psychogramm, das von einer Person handelt, die ihre schlechte Kindheit für alles verantwortlich macht und gleichzeitig seine eigenen Handlungen bagatellisiert. Aber eigentlich hat er für alle auf seinem Weg nur Unheil bedeutet. Die Geschichte beginnt bereits mit dem Ausgang und doch gibt es noch genügend, das man erfahren möchte. Und mit seinen 240 Seiten zeigt das Buch keinerlei Längen. Leider konnte mich der Stil nicht so ganz überzeugen. Der Duktus ist sehr biographisch, sodass man zunächst glaubt, bereits die Vernehmungsprotokolle vor sich zu haben. Doch so ist es nicht. Durch den sehr analytischen und oft distanzierten Stil bin ich mit keiner der Figuren wirklich warm geworden. Eher wirkte es an manchen Stellen, als würden sie ihre Biographien lieblos herunter"rattern". Möglicherweise merkt man hier Nugent's sonstige Tätigkeit als Drehbuchautorin, bei der die Emotionen durch die Schauspieler vermittelt werden. In diesem Buch, wo die Figuren selbst es hätten herüberbringen müssen, sind für mich jedenfalls keine Emotionen nachfühlbar gewesen. Und das gerade bei einem solchen Thema und einer solch sonst recht spannenden Handlung. Schade, denn der Inhalt ist faszinierend. Nur stimmt für mich das Gesamtpaket leider nicht.

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  • Absolut faszinierend!

    Die Sünden meiner Väter
    Nina2401

    Nina2401

    04. February 2014 um 21:39

    „Ich hatte eine stärkere Reaktion erwartet, als ich das erste Mal zuschlug“. So beginnt die Geschichte von Oliver. Ich musste heftig schlucken und war mir gar nicht sicher, ob ich das lesen wollte. So ein unsympathischer Kerl. Das erste Kapitel, in dem er erzählt, hat in mir fast Übelkeit erzeugt. Aber … das hat sich mit jedem Satz geändert. Liz Nugent lässt alle zu Wort kommen. Alle außer Alice natürlich. In loser Reihenfolge erzählen Olivers Weggefährten und Menschen, die mit Alice befreundet waren, Begebenheiten, die irgendwie alle etwas mit Oliver zu tun haben. Ich fand es faszinierend, wie immer mehr von Olivers Vergangenheit aufgedeckt wurde. Jeder erzählt zwar seine eigenen Geschichten, aber es gibt immer Berührungspunkte mit Oliver. So lerne ich ihn Stück für Stück kennen und komme ihm sogar ziemlich nah, was ich mir anfangs absolut nicht vorstellen konnte. Man sollte schon sehr aufmerksam lesen. Denn Liz Nugent verschwendet keine Worte. Sie hat einen sehr dichten Schreibstil, da ist wirklich kein Wort zu viel. Es sind „nur“ 236 Seiten und ich erfahre so viel! Beim Erzählstil dachte ich sofort an Harry & Sally. Jeder erzählt in der Ich-form und jeder erzählt mir, spricht mich an beim Erzählen. Dadurch werde ich zu einem Teil dieser Geschichte, ja ich werde fast eins mit ihr. Ich mag diese Art nicht immer, oft ist es mir zu persönlich oder zu banal. In diesem Buch liebe ich es. Je tiefer ich eindringe, um so faszinierter bin ich. So viele Perspektiven, die mich anfangs etwas ratlos machten, fügen sich am Ende zu einem perfekten Ganzen. Und jedes noch so kleine Puzzleteilchen hat einen wichtigen Platz und am Ende entsteht ein überraschendes und absolut „rundes“ Bild. Auch das Bild von Oliver verändert sich, je mehr ich über ihn erfahre. Er ist am Ende zwar immer noch kein Sympathieträger. Aber ich verachte ihn nicht mehr so sehr wie am Anfang und „wie das Leben so spielt“ passt hier perfekt! Ein gelungenes Debüt, das mich sehr fasziniert hat!

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  • 'Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Das stimmt nicht. Man gewöhnt sich nur daran, mehr nicht.'

    Die Sünden meiner Väter
    sabatayn76

    sabatayn76

    24. January 2014 um 23:20

    Inhalt: Der berühmte Kinderbuchautor Oliver Ryan prügelt seine Ehefrau Alice ins Koma. Nie zuvor ist er ihr gegenüber brutal geworden. Wie kam es zu diesem Vorfall? Verschiedene Personen, die Oliver seit Jahren kennen, erzählen ihre und seine Lebensgeschichte und enträtseln dabei die Person Oliver. Mein Eindruck: Der Roman mit dem etwas unglücklichen und unpassenden Titel 'Die Sünden meiner Väter' hat mich sehr überrascht. Ich habe eine eher oberflächliche Lektüre erwartet und habe ein extrem spannendes und komplexes Buch bekommen. Schon im ersten Kapitel beginnt man, Oliver abgrundtief zu hassen und abzulehnen, doch bald muss man als Leser seinen Eindruck revidieren, denn bereits auf den nächsten Seiten habe ich Oliver bemitleidet und sein Verhalten besser verstanden, obgleich ich seine Feindseligkeit, seine Ignoranz und seine Gewalttätigkeit selbstverständlich nicht rechtfertige oder gut heiße. Liz Nugent ist hier eine sehr stimmige und sehr lebensnahe Charakterisierung geglückt: niemand ist nur schlecht, niemand wird einfach so zum Täter. Mir haben diese Einblicke in Olivers Psyche sehr gut gefallen, zumal sich der Roman flüssig liest und er durch die verschiedenen Perspektiven sehr abwechslungsreich ist. Sehr schön fand ich auch, dass die verschiedenen Protagonisten tatsächlich einen sehr individuellen Erzählstil haben, so dass man wirklich das Gefühl hat, ganz unterschiedliche Charaktere kämen zu Wort und würden den Leser an ihrer Sicht der Dinge teilhaben lassen. Mein Resümee: Ein Roman, der mich ehrlich überrascht hat und den ich ganz großartig konstruiert und sehr gut erzählt fand.

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  • Ein unglaublich gutes Debüt

    Die Sünden meiner Väter
    lord-byron

    lord-byron

    30. December 2013 um 19:34

    Der international gefeierte Kinderbuchautor Oliver Ryan ist überall beliebt. Er führt eine glückliche Ehe mit Alice, die alle seine Bücher illustriert hat. Doch um seine Vergangenheit macht er ein großes Geheimnis. Er hat auch keine richtigen Freunde und lässt niemanden zu nah an sich heran. Nicht einmal Alice weiß etwas über seine Kindheit. Doch eines Tages, er hatte gerade mit Alice zu Abend gegessen, flippt er vollkommen aus und prügelt seine Frau ins Koma. Was hat diesen sonst so beherrschten Mann dermaßen die Kontrolle verlieren lassen? Liegt das Geheimnis in seiner Vergangenheit? "Die Sünden meiner Väter" ist der Debütroman der Irin Liz Nugent. In ihrer Heimat ist auch dieser Roman angesiedelt. Ich ging ohne große Erwartungen an das Buch heran und war praktisch von der ersten Seite an gefesselt. Das Buch beginnt praktisch mit dem Ende und dann wird in vielen Rückblicken von Freunden und Bekannten das Leben von Oliver und der Menschen die ihn umgeben erzählt. Immer wieder andere Personen melden sich zu Wort. Es liest sich, als würden sie jemandem die Geschichte erzählen. Dazwischen kommen immer wieder Passagen aus dem hier und jetzt. Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und bildhaft. Gerade bei den Passagen aus Frankreich hatte ich immer wieder wunderschöne Bilder im Kopf. Die Charaktere sind wundervoll und facettenreich gezeichnet und man fühlt und leidet mit ihnen, ist glücklich oder traurig und kann sich in die Personen gut hinein versetzen. Außer in Oliver. Er war mir ziemlich schnell unsympathisch. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu sehr interessierte mich das Leben der Protagonisten. Das Buch war keine Sekunde lang langweilig oder langatmig. Eine absolut Runde Sache. Ich vergebe für dieses tolle Buch 5 von 5 Punkten und eine absolute Leseempfehlung an alle. Lest dieses Buch. Ihr werdet es nicht bereuen. © Beate Senft                                 

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