Das Haus der Seidenblüten

von Liz Trenow 
3,3 Sterne bei10 Bewertungen
Das Haus der Seidenblüten
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Unterhaltsame Geschichte aus dem 18. Jahrhundert - die junge Anna hält das Tor zur Zukunft selbst in der Hand

Kritisch (2):
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Leider etwas zu langweilig ...

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Inhaltsangabe zu "Das Haus der Seidenblüten"

Eine talentierte junge Frau, ein einzigartiger Seidenstoff und eine geheime Liebe in dramatischen Zeiten
England 1760. Das Leben der jungen Anna Butterfield ändert sich grundlegend, als sie vom idyllischen Suffolk zur Familie ihres Onkels nach London zieht. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dem französischen Seidenweber Henri und wird hineingezogen in die faszinierende Welt des Seidenhandels. Henri arbeitet an seinem Meisterstück, während Anna sich danach sehnt, Künstlerin zu werden, anstatt einen reichen Anwalt zu heiraten wie von ihrer Familie gewünscht. Henri erkennt, dass Annas Blütenzeichnungen ihnen beiden die Chance auf Unabhängigkeit schenken könnten. Doch sein Leben als Einwanderer wird täglich gefährlicher, bis die dramatischen Zeiten ihn und Anna für immer auseinanderzureißen drohen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734104855
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Blanvalet
Erscheinungsdatum:19.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Kamimas avatar
    Kamimavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Unterhaltsame Geschichte aus dem 18. Jahrhundert - die junge Anna hält das Tor zur Zukunft selbst in der Hand
    Die junge Anna hält das Tor zu ihrer Zukunft selbst in der Hand...

    „Bei der Wahl seiner Freunde kann man gar nicht vorsichtig genug sein. Niemand sollte in seiner Zuneigung zu einem anderen so weit gehen, dass er ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist...“ (Zitat S 176, Kapitel 10).


    Die Autorin, welche selbst in der Nähe einer Seidenspinnerei aufgewachsen ist, lässt uns Kapitel für Kapitel sowohl in das „Handbuch für Lehrjungen und Gesellen oder Wie man zu Ansehen und Reichtum gelangt“ blicken – das vorgenannte Zitat stammt daraus – als auch in das Handbuch für junge Damen „Über die Umgangsformen der feinen Damen“ und nimmt uns so – einleitend in jedes Kapitel – nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich in die Welt rund um das 18. Jahrhundert mit.


    Anna Butterfield, eine Pastorentochter, zieht nach dem Tod ihrer Mutter vom ländlichen Suffolk in die Großstadt London zu ihrem Onkel, der mit Frau, Tochter & Sohn zu den aufstrebenden Tuchhändlern und Hoflieferanten gehört. Während der Onkel sich – mal legal, mal eher auf krummen Wegen – um die Ausweitung seines Geschäftes kümmert und hierbei seinen Sohn an seiner Seite hat, leben Tante und Cousine das gesellschaftliche Leben genussvoll aus. Eine bislang fremde Welt für Anna, die ihr anfänglich auch das Gefühl von Gefangenheit gibt.


    Aber sie lernt gleich zu Anfang ihrer Londonzeit den jungen Seidenweber Henri kennen, der begabte Geselle des Monsieur Lavalle, der ihn nicht nur in jeder Hinsicht beruflich fördert, sondern in ihm auch gerne seinen Nachfolger und Schwiegersohn sähe.


    Neben diesen beiden Protagonisten Anna und Henri, deren Annäherung sich wie einer roter Faden durch den Roman zieht, begleiten die beiden auch Nebenschauplätze wie den Aufstand der Webergesellen, in den vor allem Henris Freund Guy verstrickt ist, als auch die elitäre Gesellschaft rund um Sohn William und seinen Freund Charles, den man gerne als zukünftigen Ehemann Annas sehen würde. Auch Anna bekommt einen Gegenpol an ihre Seite: die Schneiderin Miss Charlotte, welche sich im Laufe der Geschichte zu einer guten Freundin entwickelt.


    Der Roman ist zwar geschichtlich verschachtelt, lässt sich aber aufgrund einer wunderbar bildlichen und leicht verständlichen Sprache sehr gut lesen. Er erinnerte mich manchmal an die Fernsehserie „Eton Place“ und lässt in mir immer wieder Bilder entstehen, in die ich gerne „versinke“. Dennoch habe ich das Gefühl der Beobachterin und fühle mich beim Lesen außen vor, nicht mitten drin – ob das so gewollt ist?


    Jedenfalls steigert sich die Geschichte langsam in ihrer Dramatik und lässt aus einer jungen Frau eine selbständige und mutige Künstlerin werden, die immer mehr für ihren eigenen Weg kämpft. Gerade im letzten Teil wird daraus eine spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen; es macht wirklich Freude, die rund 450 Seiten zu lesen. Auch bietet die Autorin zum Ende einen schönen, abschließenden Epilog, eine Erklärung, wie es zu diesem Roman kam und eine Zeittafel der Ereignisse an, die das Buch abrunden.


    Wer historische Romane mag und etwas mehr als Liebe & Romantik erwartet, dem mag ich diesen Roman ans Herz legen. Lasst euch einstimmen mit einem wunderschön gestalteten Cover und einer jungen Frau, die das Tor zur eigenen Zukunft in der Hand hält... viel Freude beim Lesen wünsche ich!

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    Kathaaxds avatar
    Kathaaxdvor 3 Monaten
    Schwache Story

    Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Hierbei hat mich der Klappentext schon sehr angesprochen. Dabei spielt die Geschichte in London, Mitte des 18. Jahrhunderts. Man lernt die Junge Anna kennen, die vom Land kommt und in die Stadt ziehen muss, um dort in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Aber sie interessiert sich viel mehr für den Seidenweber Henri, der so gar nicht die Vorstellung ihrer Familie entspricht. Die Einwanderer haben es nicht leicht in England und dadurch das Henri in franzose ist, gerät er in Gefahr. 

    Man wird langsam in das 18. Jahrhundert hinein geführt und man erfährt etwas über London und die damalige Politik. Dabei hätte ich mir allerdings etwas mehr gewünscht und nicht nur eine kurze Erklärung. Der Mittelpunkt der Geschichte war eher Annas Leben und die Zwänge, um sie in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Ich hätte mir auch gewünscht, das man etwas von Henris Beruf lesen wird, doch dem war nicht so. Dadurch war die Geschichte auch etwas sehr langatmig, was sich auch erst am Ende besserte. Es ist hier auch eine reine Liebesgeschichte. 

    Anna wurde mir so nach und nach symphatisch. Sie war zurückhaltend und schüchtern und weiß trotzdem was sie will. Nach und nach blüht sie auf und setzt sich durch. Manchmal konnte ich ihre Entscheidung nicht so nachvollziehen und die Liebe zwischen Henri bringt sie dadurch auch in Gefahr.

    Henri wir mir da gleich eher symphatisch. Zwar hätte ich noch gerne mehr über seinen Beruf erfahren, dennoch fand ich ihn als Charakter interessant. Man erfährt auch ein wenig über seine Hintergründe und natürlich die starke Liebe zu Anna. 

    Der Schreibstil der Autorin war leicht und angenehm zu lesen, trotzdem etwas zu langatmig. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive gelesen und die Autorin hat es trotz allem geschafft, die Charakter so lebendig zu beschreiben. Die Beschreibung von London war zwar auch schön bildlich aber hier auch wieder zu kurz. Man bekommt dadurch nur einen sehr kurzen Eindruck von London aus dem 18. Jahrhundert, was ich wirklich schade fand. Ich hatte mir die Geschichte ganz anders vorgestellt und hatte mich auch schon auf eine leichte und spannende Geschichte gefreut, dem so aber nicht war.

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    -sabine-s avatar
    -sabine-vor 3 Monaten
    Das Haus der Seidenblüten

    Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen, nachdem mir das Debut der Autorin so gut gefallen hatte - dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen..
    Die Geschichte spielt in London, Mitte des 18. Jahrhunderts. Die junge Anna kommt vom Land in die Stadt, um dort in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Doch sie interessiert sich viel mehr für den französischen Seidenweber Henri – aber der entspricht nicht den Vorstellungen der Familie. Doch die Einwanderer haben es nicht leicht in England und bald gerät Henri in Gefahr.
    Irgendwie hatte ich gedacht, es wäre nicht eine reine Liebesgeschichte, sondern das Seidenweben und auch die politischen Geschehnisse ständen mehr im Vordergrund. Zwar wurde davon auch berichtet, dennoch war es vor allem Annas Leben in London mit seinen gesellschaftlichen Zwängen, das den Mittelpunkt der Geschichte bildete. Und so waren die ersten 2 Drittel der Geschichte auch sehr langatmig, ich habe alles als reines Geplänkel empfunden, weil einfach nicht viel passierte. Zwar habe ich so noch einmal nette Einblicke in das gesellschaftliche Leben Londons im 18. Jahrhundert erhalten, aber gefesselt war ich davon leider nicht. Erst im letzten Drittel kommt richtig Bewegung in die Geschichte, es wird spannend und damit auch packender – und trotzdem war es auch hier die Liebesgeschichte, die eigentlich der Dreh- und Angelpunkt war. Interessant war dann aber doch die Art und Weise, mit der die Protagonistin Anna ihre Interessen durchsetzt – eigentlich wirkte sie vorher eher zurückhaltend und schüchtern, sehr lieb, aber mit dem Herz am rechten Fleck. Dass sie dann so ganz andere Geschütze auffährt, hätte ich nicht erwartet.
    Die Figuren sind gut gezeichnet und gerade Anna und ihr Henri sind beide sympathische Charaktere. Sie hatten jetzt nicht unbedingt große Ecken und Kanten, waren lieb und umgänglich, was sie auch ein wenig langweilig dastehen ließ. Das hat sich erst im letzten Drittel etwas gewandelt, als Bewegung in die Geschichte kommt und die das schon lange vorhersehbare Ende dann auch tatsächlich eintritt.
    Der Plot war leider für mich nicht fesselnd, und dass ich drangeblieben bin an der Geschichte lag vor allem auch an dem Schreibstil, der wirklich schön und eingehend ist, angenehm zu lesen, ohne große Schnörkel, dabei aber doch warm und gewinnend.
    Leider hat mich das Buch insgesamt nicht überzeugen können, es war nett, aber letztlich nur eine einfach Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund. Ich kann daher leider nur knappe 3 von 5 Sternen vergeben.

    Mein Fazit
    Leider hat mich dieses Buch enttäuscht – ich dachte, einen komplexen Roman über das Seidenweben und die französische Einwanderer im 18. Jahrhundert in England zu erhalten, letztlich war es aber nur eine einfache Liebesgeschichte. Zwar gab es liebenswerte Charaktere und einen angenehmen Schreibstil, gerade die ersten zwei Drittel fand ich aber sehr langatmig. So kann ich leider nur knappe 3 von 5 Sternen vergeben.

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    jenny_wens avatar
    jenny_wenvor 4 Monaten
    Der Klappentext versprach mehr Aufregung

    Anna Butterfield ist bei ihrem Vater in Suffolk aufgewachsen. Als die Mutter verstarb, führte Anna den Haushalt und kümmerte sich um ihren Vater und ihre Schwester.
    Doch der Vater war der Ansicht, dass die Tochter angemessen verheiratet werden sollte und schickt sie zu ihrem Onkel nach London.
    Ihr Leben dort ändert sich von Grund auf. War sie es gewohnt, daheim überall hinzugehen, ist es ihr in London untersagt. 

    Ich hätte mir gewünscht, wenn etwas mehr Pep in der Geschichte gewesen wäre. So war es für mich, als würde ich eine nette Geschichte lesen, mehr aber auch nicht.
    Es tut mir zwar wahnsinnig leid, denn es steckt sehr viel Herzblut in einer solchen Geschichte drin, aber ich konnte so überhaupt keinen Bezug zu Anna aufbauen. Sie wirkte auf mich oberflächlich, eigentlich fast genauso, wie ihre Tante und ihre Cousine direkt rüber kamen. 
    Genauso irritierte mich der Titel "Das Haus der Seidenblüten". Wenn man das Buch liest, weiß man, wieso das so heißt, aber im Original heißt es "The Silk Weaver" also "Der Seidenweber" und das hätte viel besser gepasst. 
    Ich hätte mir mehr von Anna gewünscht, das sie sich noch mehr mit dem Weben auseinander setzt, etc. Aber ich möchte gar nicht zu viel dazu schreiben.


    Mein Fazit:

    Leider nahm mich das Buch so gar nicht gefangen, die Personen waren für mich alle samt so ziemlich oberflächlich gehalten, was ich sehr schade fand. Mehr als 2 Sterne kann ich nicht geben, dafür fehlte mir einfach viel zu viel.

    Ich danke dem Bloggerportal, sowie dem Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Dieses hatte überhaupt keinen Einfluss auf meine Bewertung.

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    Lesefeuers avatar
    Lesefeuervor 4 Monaten
    [Rezension] „Das Haus der Seidenblüten“ von Liz Trenow

    „Das Haus der Seidenblüten“ ist ein Roman von Liz Trenow und erschien 2018 im Blanvalet Verlag.

    England 1760. Das Leben der jungen Anna Butterfield ändert sich grundlegend, als sie vom idyllischen Suffolk zur Familie ihres Onkels nach London zieht. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dem französischen Seidenweber Henri und wird hineingezogen in die faszinierende Welt des Seidenhandels. Henri arbeitet an seinem Meisterstück, während Anna sich danach sehnt, Künstlerin zu werden, anstatt einen reichen Anwalt zu heiraten wie von ihrer Familie gewünscht. Henri erkennt, dass Annas Blütenzeichnungen ihnen beiden die Chance auf Unabhängigkeit schenken könnten. Doch sein Leben als Einwanderer wird täglich gefährlicher, bis die dramatischen Zeiten ihn und Anna für immer auseinanderzureißen drohen.

    Meine Meinung:
    Ich habe ja vor einiger Zeit meine Leidenschaft für historischer Romane entdeckt und wollte dieses Buch somit sehr gerne lesen. Auch das Cover gefällt mir wirklich gut. Man muss sagen, dass wirklich viel Geschichtliches im Buch zu finden ist, aber gut integriert. Ich gehe davon aus, dass es gut recherchiert ist, für mich klang das alles wirklich flüssig. Man merkt auch, dass die Autorin selbst aus einer Seidenweberfamilie kommt. Die Länge der Kapitel sind völlig ok und man liest immer abwechselnd aus der Sicht von Anna und Henri. Annas Kapitel beginnen mit Auszügen aus „Über die Umgangsformen der feinen Dame“ und Henris Kapitel beginnen stets mit Auszügen aus „Handbuch für Lehrjungen und Gesellen oder wie man zu Ansehen und Reichtum gelangt“. Stil und Geschichte haben mir im Grunde gut gefallen, die Liebesgeschichte ist ein wesentlicher Teil und baut sich langsam auf, aber irgendwie wird es auch nie richtig prickelnd oder richtig dolle spannend. Ich musste mich zwar nicht langweilen aber langwierig war es dennoch teilweise. Alles in Allem ein netter historischer Roman.

    Liz Trenow wuchs in der Nähe einer Seidenspinnerei auf, die auch heute noch in Betrieb ist und sie zu ihrem ersten Roman »Das Kastanienhaus« inspirierte. Obwohl ihre Vorfahren seit über dreihundert Jahren im Seidengeschäft tätig sind, entschied Liz Trenow sich für einen anderen Beruf. Sie arbeitete viele Jahre als Journalistin für nationale und internationale Zeitungen sowie für den Hörfunk und das Fernsehen, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete.

    Fazit: 3 Sterne.

    Ich möchte mich ganz recht herzlich bei der Randomhouse Verlagsgruppe bedanken, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. 

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    SigiLovesBookss avatar
    SigiLovesBooksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Historischer Ausflug in die Welt der Seidenweberei im London des Jahres 1760 - lesenswert, aber nicht so stark wie die zwei Vorgänger 3,5*
    Der Seidenweber

    Der 3. historische Roman von Liz Trenow "Das Haus der Seidenblüten" (Originaltitel "The Silk Weaver") erschien 2018 als im blanvalet-Verlag.


    England, 1760:
    "Das Leben der jungen Anna Butterfield ändert sich grundlegend, als sie vom idyllischen Suffolk zur Familie ihres Onkels nach London zieht. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dem französischen Seidenweber Henri und wird hineingezogen in die faszinierende Welt des Seidenhandels. Henri arbeitet an seinem Meisterstück, während Anna sich danach sehnt, Künstlerin zu werden, anstatt einen reichen Anwalt zu heiraten wie von ihrer Familie gewünscht. Henri erkennt, dass Annas Blütenzeichnungen ihnen beiden die Chance auf Unabhängigkeit schenken könnten. Doch sein Leben als Einwanderer wird täglich gefährlicher, bis die dramatischen Zeiten ihn und Anna für immer auseinanderzureißen drohen." (Quelle: Buchrückentext)

    Meine Meinung:

    In der Zeit der Aufklärung begegnen sich die 18jährige Pfarrerstochter Anna Butterfield und Henri Vendome, der seine 7jährige Lehre bei dem hochgeachteten Meisterweber Monsieur Lavalle fast beendet hat und das künstlerische Zeichentalent von Anna entdeckt: Die beiden verlieben sich ineinander, obgleich sie aus verschiedenen Standesschichten kommen und eine gemeinsame Zukunft perspektivlos scheint. Anna lebt im Hause ihres Onkels, einem Tuchhändler, und ihrer Tante Sarah, deren größter Wunsch der gesellschaftliche Aufstieg ist. Die Nichte erlebt London, aus Suffolk kommend, wo sie inmitten der prächtigen Natur im Pfarrhaus aufwuchs, als eine Metropole mit solch pulsierendem Leben, das sie zuvor nicht kannte. Jedoch fühlt sie sich eingesperrt und einsam, da der Standesdünkel ihrer Tante, die sich eine gute Partie für sie wünscht, jede Eigeninitiative, das Haus zu verlassen, zum Scheitern verurteilt. Doch Anna findet einen Weg und verlässt mit Korb, Papier und Zeichenstiften das Haus des Onkels...

    Der Roman ist flüssig und leicht zu lesen. Liz Trenow gelingt es, eine Atmosphäre des Londons aus dem Jahre 1760 zu schaffen, die mir sehr gut gefallen hat, da sie alles gewohnt bildhaft und detailreich schildert. Jedem Kapitel geht ein Auszug eines Buches über die "Umgangsformen der feinen Dame" (Anna) bzw. ein Auszug des "Handbuch für Lehrjungen und Gesellen oder Wie man zu Reichtum und Ansehen kommt" (Henri) voraus; diese sind zwar mitunter amüsant zu lesen, hätten jedoch m.E. auch weggelassen werden können. Schön und sehr passend fand ich die französischen Dialog-"Einsprengsel", da die zugewanderten Hugenotten natürlich ihre Muttersprache sprachen - und es gab sehr viele französische Seidenweber anno 1760 in London!

    Es geht um die Themen Einwanderung, Henri ist als verfolgter Hugenotte mit seiner Mutter aus Frankreich geflohen und diese sehr bedrohte Minderheit der Calvinisten fand in England anfangs eine Willkommenskultur vor, die jedoch abnahm, je mehr weitere Wellen von Einwanderern damals ins Land kamen. Diese politischen bzw. religiösen Bezüge und die Not der Hugenotten hat Liz Trenow sehr gut anhand der Familie Vendome beschrieben. Hauptsächlich geht es jedoch - neben der Liebesgeschichte zwischen Anna und Henri, die sehr anrührend und romantisch erscheint - um das Handwerk der Weber, um ihre Arbeitswelt und die schlechte Entlohnung, die sie erfuhren und die zu Aufständen führte, die teils gewaltsam waren. Die Informationen über die Seidenweberei fand ich äußerst interessant, da es hier um die Übertragung der Skizzen Annas auf die textile Webfläche auf Henris Webstuhl ging: Ein Botaniker und ein bekannter Maler, der vor allem für seine naturnahen Werke geachtet war, und deren Bekanntschaft Anna im Roman machen kann, fließen ebenfalls in den Roman ein und geben ihm damit eine kreativ-künstlerische Note. Manches fand ich sehr informativ, manches inspirierend, jedoch konnte mich dieser Roman nicht ganz so mitreißen wie seine beiden Vorgänger. Die Figurenzeichnung sowohl der beiden Hauptprotagonisten Anna und Henri als auch der Schneiderin Charlotte, Meister Lavalle, dem Cousin William u.a. ist jedoch sehr gelungen und die jeweiligen Charaktere sind feingezeichnet. Besonders der eigenwillige Charakter von Anna, die sich über die vorherrschenden Standesdünkel hinwegsetzte, war mir sehr sympathisch.

    Die Anmerkungen der Autorin zur Romanidee, eine Zeittafel und literarische Quellen des gutrecherchierten Romans runden den Roman ab.

    Fazit:

    Wer sich in die Zeit der Aufklärung ins London des 18. Jahrhunderts, in eine Tuchhändler- und in die Seidenwebergilde begeben möchte, einen sehr informativen und unterhaltsamen Roman lesen möchte, in dem es natürlich um Liebe, aber vorrangig um Kunst, Naturmotive, Mode, edle Stoffe, das Handwerk des Webers geht, ist hier gut beraten, zuzugreifen. Ich fühlte mich gut unterhalten, habe selbst einen Bezug zum Weben und kann den neuen Roman von Liz Trenow weiterempfehlen. 4* und 85° auf der Histo-Couch erhält er von mir.

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    Bjjordisons avatar
    Bjjordisonvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Reizend....
    Reizend....

    “Das Haus der Seidenblüten” ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann euch sagen, dass es mir eigentlich recht gut gefallen hat.

    Man landet als Leser im Jahr 1760 und wir dürfen Anna kennenlernen, die zu ihren Verwandten nach London reist, da sie sich verpflichtet füllt einen reichen Gemahl zu finden. Allerdings kommt es nicht so ganz, wie erwartet.

    Persönlich fand ich die Geschichte um Anna sehr interessant, denn es wirklich spannend zu erfahren, ob es mit Anna und Henri klappen würde. Die Autorin hat nämlich so einige Wendungen in der Handlung eingebaut, sodass ich jetzt nicht so ganz wusste, ob die beiden zusammenkommen werden oder nicht. Zusätzlich zu dieser Liebesgeschichte präsentiert uns die Autorin noch einiges aus dem Bereich der Weber, was ich auch recht unterhaltsam fand, denn ich wollte unbedingt erfahren, ob die Proteste funktionieren oder eben nicht. Was ich noch kurz bemerken möchte ist, dass es eigentlich keinen großen Höhepunkt in dem Buch gab, was jetzt aber nicht grob gestört hat.

    Das Setting hat mir gut gefallen, denn gerade die Beschreibungen um die Weber und die Tuchhändler fand ich wirklich sehr genau und detailliert beschrieben, sodass alles sehr realistisch auf mich gewirkt hat. Hier merkt man, finde ich, dass alles sehr gut recherchiert wurde. Natürlich wurden auch die Erwartungen an dieses Zeitalter erfüllt, von wegen, dass man nicht mit jemandem aus einer anderen Gesellschaftsklasse reden sollte und ähnliches.

    Das Highlight der Geschichte ist sicher Anna. Sie war mir sowas von sympathisch und sie wirkte so nett, aber zugleich hatte ich auch das Gefühl, dass sie eine starke Persönlichkeit ist. Auch hat es mir gefallen, wie selbstlos sie ist und sie bereit war, sich für ihre Familie zu “opfern”. Wirklich eine tolle Person.

    Die Schreibweise der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ich fand diese war sehr leicht und flüssig und das Buch hat sich so sehr gut lesen lassen. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive der beiden Hauptcharaktere erzählt, was recht spannend ist, denn man bekommt so sehr viele Eindrücke über das Leben in den jeweiligen Gesellschaften. Ich würde die Schreibweise auch als anschaulich beschreiben, denn alles war sehr genau und gut vorstellbar dargestellt. Einfach reizend.

    Übrigens gibt es bei jedem neuen Kapitel Ausschnitte aus dem Buch der Erziehung für gute Töchter. Da waren hier auch recht unterhaltsame Ausschnitte dabei.

    Das Cover ist sehr ansprechend und ich finde es toll. Ein echter Hingucker. Sehr passend zur Handlung.

     

    Zur Autorin:

    Liz Trenow wuchs in der Nähe einer Seidenspinnerei auf, die auch heute noch in Betrieb ist und sie zu ihrem ersten Roman »Das Kastanienhaus« inspirierte. Obwohl ihre Vorfahren seit über dreihundert Jahren im Seidengeschäft tätig sind, entschied Liz Trenow sich für einen anderen Beruf. Sie arbeitete viele Jahre als Journalistin für nationale und internationale Zeitungen sowie für den Hörfunk und das Fernsehen, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete

    Hier gibt es noch mehr Infos zur Autorin: Liz Trenow , Twitter

     

    Fazit:

    5 von 5 Sterne. Toller historischer Roman. Kann ich euch definitiv weiterempfehlen.

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    Jisbonvor 5 Monaten
    Angenehme Lektüre, die aber spannender hätte sein können

    In "Das Haus der Seidenblüten" geht es um Anna Butterfield, die vom Land in die Stadt zieht und plötzlich mit dem gesellschaftlichen Druck und den Erwartungen ihrer gesellschaftlich gut gestellten Familie klar kommen muss, was ihr aus verschiedenen Gründen schwer fällt. Sie hat Heimweh, will eigentlich nicht nur aus Pflichtgefühl heiraten und liebt es, die Natur zu zeichnen, was sie in der Stadt nicht kann. Dazu kommt, dass sie Gefühle für den französischen Seidenweber Henri entwickelt hat und ihre Verbindung ganz und gar unstandesgemäß wäre...

    Die Liebesgeschichte spielt eine ziemlich große Rolle, weshalb es mir gefallen hat, dass man nicht nur erfahren hat, was in Anna vor geht, sondern auch Einblicke in Henris Gedanken- und Gefühlswelt bekommen hat. Er hat teilweise eine ganz andere Sicht der Dinge als sie und ist als wenig privilegierter Ausländer, noch dazu ein verhasster Franzose, in einer Position, in der er viel über die Missstände und Probleme des Geschäftes mitbekommt. Die Schwierigkeiten, denen er in seinem Leben begegnet ist, waren eindringlich dargestellt. Da sein bester Freund in die Bold Defiance verwickelt ist, bekommt man viel von den Aufständen und den Bemühungen um angepasste Löhne mit. Besonders interessant ist hierbei natürlich, dass Annas wohlhabender Onkel als Händler auf der anderen Seite des Konflikts steht und man so ein recht umfassendes Bild der Lage bekommt.

    Der Fokus liegt auf Anna, die hin und her gerissen ist zwischen Pflichtgefühl und dem Wunsch, zu zeichnen und einen Mann zu finden, den sie wirklich lieben kann. Die Einblicke in das Leben einer feinen jungen Dame waren auf jeden Fall interessant und es war faszinierend, mehr über die Mode des 18. Jahrhunderts und die Seidenweberei zu erfahren. Zudem waren die Figuren sympathisch und sie haben sich gut in die damalige Zeit eingefügt. Dem Buch fehlte meiner Meinung nach aber die Spannung; es gibt ein paar Momente, die für die Charaktere tragisch sind und bei denen man um sie bangen sollte, doch die Geschichte konnte mich nicht richtig mitreißen und emotional berühren, was ich schade fand. So war es zwar eine angenehme Lektüre, die mich gut unterhalten, aber nicht gefesselt hat. Ich war auch der Ansicht, dass sich alles etwas zu bequem fügte, obwohl ich das Ende an sich mochte und schön fand. Deshalb gibt es von mir 3,5/5 Sternen.

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    MissNorges avatar
    MissNorgevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Leider etwas zu langweilig ...
    Etwas zu langweilig

    Kurz zur Geschichte
    (lt. Verlagsseite)
    England 1760. Das Leben der jungen Anna Butterfield ändert sich grundlegend, als sie vom idyllischen Suffolk zur Familie ihres Onkels nach London zieht. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dem französischen Seidenweber Henri und wird hineingezogen in die faszinierende Welt des Seidenhandels. Henri arbeitet an seinem Meisterstück, während Anna sich danach sehnt, Künstlerin zu werden, anstatt einen reichen Anwalt zu heiraten wie von ihrer Familie gewünscht. Henri erkennt, dass Annas Blütenzeichnungen ihnen beiden die Chance auf Unabhängigkeit schenken könnten. Doch sein Leben als Einwanderer wird täglich gefährlicher, bis die dramatischen Zeiten ihn und Anna für immer auseinanderzureißen drohen.

    Meine Meinung
    Die beiden Vorgänger-Romane "Die vergessenen Worte" und "Das Kastanienhaus" haben mir super gut gefallen, doch leider ist "Das Haus der Seidenblüten" einer der schwächeren Romane der Autorin. In den anderen Büchern hatte ich das Gefühl, das die Hauptpersonen, junge, starke Frauen, mir ein bisschen näher gekommen sind als in dem neuesten Werk. Zwar sind alle Protagonisten gut ausgearbeitet, aber ich fand keinen richtigen Draht zu Anna Butterfield, die aus einem kleinen Dorf in Suffolk in das große und laute London zur Tante geschickt wird, um das Leben und vor allem einen reichen Mann kennenzulernen. Mehr Dramatik, Romantik und Elan hätte dieser Geschichte gut getan, denn ich hatte ab und an das Gefühl kurz davor zu sein, mich zu langweilen.

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    SteffiKas avatar
    SteffiKavor 6 Monaten

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