Und es schmilzt

von Lize Spit 
3,6 Sterne bei10 Bewertungen
Und es schmilzt
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Positiv (6):
vormis avatar

Krasses Buch, vielleicht hätte ich mir vorher mal ein paar Rezis durchlesen sollen......

Kritisch (3):
MissRichardParkers avatar

Schweren Herzens abgebrochen...

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Inhaltsangabe zu "Und es schmilzt"

Ein Hörbuch, das alles gibt und alles verlangt.

Ein Eisblock, eine totgeschwiegene Geschichte, eine Schlinge im Schuppen. Mit großer Zärtlichkeit und erzählerischer Brillanz nimmt Lize Spit den Leser in ihrem Roman 'Und es schmilzt' mit auf eine verstörende Reise durch die grausame Unschuld der Jugend. Eine erschütternde Geschichte über Freundschaft, Familie und Verrat.

Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt Eva in ihr Heimatdorf, das belgische Bovenmeer. Jahrelang ist sie nicht dort gewesen. Und sie hat nie zurückgeblickt - bis eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde Pim und Laurens alles zurückholt:

Die Schlinge, die der Vater ihr im Schuppen zeigt, die betrunkene Mutter, die Eva vor aller Augen mit der Schubkarre vom Gemeindefest abholen muss. Und den Sommer, in dem Pim und Laurens den bittersten Verrat an Eva begehen; den Sommer, den Eva seit dreizehn Jahren zu vergessen versucht.

Die junge Bestsellerautorin Lize Spit wagt sich mit ihrem ersten Roman 'Und es schmilzt' an die Grenzen des Sagbaren.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783838786773
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Lübbe Audio
Erscheinungsdatum:25.08.2017
Das aktuelle Buch ist am 24.10.2018 bei FISCHER Taschenbuch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    MissRichardParkers avatar
    MissRichardParkervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schweren Herzens abgebrochen...
    Leider nein!

    Ich habe der Geschichte einige Stunden lang zugehört. Die Sprecherin fand ich gut, bis dahin wo ich zugehört habe passend. Der Schreibstil ist aussergewöhnlich und sehr schön. Anfangs... Dann fand ich es aber mit der Zeit einfach zu viel des Guten. Irgendwann dachte ich "jaja blabla".
    Darüber hätte ich aber ohne Probleme noch hinweg sehen können.

    Was ich aber recht schnell mal kapiert habe war, dass die Kids einfach grausam sind. Schon bevor wirklich etwas passierte, hatte ich eine dumpfe Vorahnung und das Buch sofort abgebrochen. Ich habe erst danach all die Rezensionen gegoogelt und viele Spoiler gelesen und war dann einfach nur heilfroh dass ich mir das nicht angetan habe.


    :::::::ACHTUNG SPOILER:::::::

    Das hier hab ich gefunden:

    "Neben Spielchen, sich voreinander auszuziehen und sich gegenseitig die Geschlechtsteile zu zeigen oder dem "Wahrheit oder Pflicht"-Spiel, bei dem mitunter Tiere in Mitleidenschaft gezogen werden..."

    Sexueller Übergriff ist sicher schon so keine einfache Kost. Aber bei mir hört es dann ganz klar damit auf wenn auch noch Tiere leiden müssen.

    :::::::SPOILER ENDE:::::::


    Wer mit Gewalt der übelsten Sorte kein Problem hat wird wahrscheinlich gar kein Problem in dem Buch sehen.
    Aber für mich ein no go! Ja, die Welt ist fies und es gibt grausame Dinge. Die muss ich mir dann nicht auch noch unbedingt so reinziehen.

    Ganz sicher keine Story für jeden. Lest vorher die Rezis durch bevor ihr euch das Hörbuch kauft...

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    Wortklaubers avatar
    Wortklaubervor 5 Monaten
    Und es schmilzt

    Das flämische Bovenmeer ist kein Ort, an den es einen groß zurückzieht, wenn man ihm einmal entronnen ist. In Bovenmeer hießen der Bäcker, der Metzger, der Krämerladen mangels Konkurrenz schlicht „Der Bäcker“, „Die Schlachterei“, „Das Lädchen“, solange, bis irgendwann ein Bordell  eröffnete, dem man den lyrischen Namen „Das Glück“ angedeihen ließ. Ab da änderten sich auch die Namen der alteingesessenen Geschäfte – was aber auch nichts daran änderte, dass Bovenmeer das Kaff blieb, das es immer war. Folgerichtig erhält Eva, die inzwischen in Brüssel lebt, nicht nur eine Einladung zum Gedenken an  einen lange zurückliegenden Todesfall, sondern gleichzeitig zur Einweihung einer vollautomatischen Melkmaschine. Eva beschließt, der Einladung zu folgen, packt einen Eisblock in den Kofferraum ihres Wagens und fährt zurück in den Ort ihrer Kindheit.

    Eva ist ein mittleres Kind, mit älterem Bruder und jüngerer Schwester. Die drei wachsen in den 1990-er- und Nullerjahren auf. Die Geschwister erleben, wie der Vater den ersten PC nach Hause bringt, die Hysterie um den vermeintlichen Millenium Bug. Eine behütete Kindheit in einer Art belgischem Bullerbü ist das offensichtlich nicht: Wenn die Mutter dreimal am Tag in den Stall geht, dann nicht, um nach den Hühnern zu sehen, sondern um ihren Alkoholpegel stabil zu halten. Der Vater indes erklärt Eva, wie man einen Henkersknoten knüpft, damit der die erzielte Wirkung auch entfaltet – und gibt ihr im selben Atemzug den Rat, ihre Frisur zu ändern. Ungeheuerlichkeiten und Banalitäten liegen eng beieinander im Leben der drei Kinder. Evas Schwester Tessje entwickelt nicht von ungefähr zahlreiche Zwangsneurosen, die die älteren Geschwister schließlich zwingen, ärztlichen Rat einzuholen; die Eltern haben dafür kein Auge.

    Die Eltern leben immer noch in Bovenmeer, als Eva zurückkehrt. Genauso wie die beiden inzwischen erwachsenen Jungen, mit denen Eva einst eine enge Freundschaft verband: Pim und Laurens. Der eine Bauern-, der andere Metzgerssohn. Als die drei in die Pubertät kommen, ändert sich alles. Man erfindet ein Spiel: eine Art Strip-Poker, nur nicht mit Karten, sondern mit einem Rätsel verknüpft. Allein Eva kennt die Lösung. Eva wird gleichzeitig als Köder von den Jungen ausgenutzt, um die Mädchen anzulocken, und sie macht sich mitschuldig. Die Jungen werden immer übergriffiger. Bald ist man bei sexuellen Nötigungen angelangt. Eva ist nicht wohl dabei, gleichzeitig weiß sie nicht, wie sie sich dem entziehen soll, ohne ihre Freundschaft mit den Jungen aufs Spiel zu setzen.  

    Letztendlich fallen alle Hemmungen. Das „Spiel“ kulminiert in einem Akt roher und brutaler Gewalt. Dieser Wendepunkt lässt Eva Jahre später den Eisblock in den Kofferraum packen und in den Ort ihrer schlimmsten Demütigung zurückkehren.

    Wie diese Zeit- und Handlungsebenen ineinander verwoben werden, gehört zu den klaren Stärken des Buches. In den Handlungsablauf der Reise Evas zurück nach Bovenmeer, das Fest, das sie vom Rande aus beobachtet, flicht die Autorin die Ereignisse der Vergangenheit gekonnt ein. Dabei hält sie manches erst einmal zurück, macht Andeutungen, erzählt einen Teil, enthüllt die ganze Geschichte aber erst am Schluss.

    Der Roman war in Belgien ein Bestseller, die Autorin – zumal mit einem Debüt! – von jetzt auf gleich in aller Munde. „Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt“, ist auf der deutschen Ausgabe zu lesen. Das könnte pures Werbegeklingel sein. Eine Verlockung, die gleichzeitig Warnung sein soll – vorgeblich. Der farbige Buchschnitt, die erhabenen Buchstaben auf dem Cover, Lesebändchen – wertige Aufmachung, ein bisschen zu verspielt, könnte man meinen. Denn Lize Spit hält nichts von Andeutungen. Sie schont ihre Leser nicht. In dieser Hinsicht erinnert mich das Buch an „Ein wenig Leben“, das seinen Lesern auch einiges abverlangt. Man kann sich fragen, ob das sein muss. Ob nicht weniger mehr ist. Ob man sich das antun will. Alles zurecht! Es ist harter Stoff, zweifellos, man muss kein zartes Gemüt haben, um das zu finden. Eine weitere Stärke des Buches ist aber gerade, dass die Ich-Erzählerin Eva diese Geschichte, mit allen grausamen Details, so lakonisch erzählt, ohne Pathos. Das ist manchmal wie ein Schlag ins Gesicht – und anderswo einfach nur beneidenswert gute Prosa. Lize Spit kann erzählen. Man verzeiht ihr, dass das Rätsel so schwierig nicht ist, man nimmt ihr die Story ab, bis hin zu den Übertreibungen. Sind die Jungen nicht doch arg monströs gezeichnet? Eva zu nobel, zu selbstlos, auch in der Sorge um ihre Schwester? Aber es ist eine Geschichte, und als solche hat ein Autor/eine Autorin jedes Recht, sie auch so zu erzählen. In diesem Fall: so schonungslos. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.

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    walli007s avatar
    walli007vor 6 Monaten
    Eiskalt

    Lange Jahre war Eva nicht in ihrem Heimatort, doch eine Einladung zweier alter Freunde bringt sie dazu, sich auf den Weg zu machen, bringt die Erinnerung zurück. Der Sommer 2002 als Eva dreizehn war, ein Sommer der Freundschaft, ein Sommer der Schwester, der Sommer, in dem Jan starb. Es war der Sommer, in dem vieles anders war als es den Anschein hatte. Mit ihren Freunden Laurens und Pim ist Eva gerne unterwegs. Sie flieht ihr Elternhaus, ihre liebenswerte Schwester mit ihren vielen Ticks, ihre Eltern, die in Hassliebe vereint sind, ihren Bruder, der bald alt genug ist, um zu gehen. 


    Was bringt eine junge Frau dazu, sich einen großen Eisblock in den Kofferraum zu laden und sich damit auf den Weg in ihr Heimatdorf zu machen? Liest man dies in der Beschreibung zu diesem Roman, kann man neugierig werden und sich mit Eva auf die Fahrt begeben. Je länger man jedoch auf dem Weg ist, desto mehr lässt die Neugier nach. Begreifen setzt ein, über das, was vor so langer Zeit geschah und das, was geschehen wird. Und je mehr man versteht, desto weniger möchte man weiterlesen oder hören. Der Roman ist teilweise wirklich schwer zu ertragen. Vermutet man zunächst eine Sommergeschichte, ein Miterleben des Erwachsenwerdens junger Menschen, eines Aufbruchs in eine neue Welt, so muss man bald feststellen, dass Evas Geschichte nichts für schwache Nerven ist. Zwar erzählt sie durch Anna Thalbachs Stimme mit Leichtigkeit, doch erzählt sie nicht von einem schönen Sommer der Wärme, der Freunde. Nein, die Erzählung ist eher hart und schonungslos. Die Grausamkeit dummer Kinder zerstört die feinen Gefühle. Kaum zu ertragen sind die Erlebnisse dieses Sommers, schwer zu verstehen, welchen Gedanken Eva auf dem Weg zu der Feier nachhängt. 


    Bei diesem Debütroman handelt es sich nicht um leichte Kost. Nicht alles wird erklärt, die Story ist ziemlich hart, mit seinen Gedanken wird der Leser allein zurück gelassen. 


    2,5 Sterne

    Kommentare: 1
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    vormis avatar
    vormivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Krasses Buch, vielleicht hätte ich mir vorher mal ein paar Rezis durchlesen sollen......
    Und es schmilzt

    Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt.
    Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. 
    Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum.

    Die junge Bestsellerautorin Lize Spit wagt sich mit ihrem ersten Roman »Und es schmilzt« an die Grenzen des Sagbaren.

    Preis des niederländischen Buchhandels für den besten Roman des Jahres

    Das radikalste Update zu »Der Fänger im Roggen«!


    Pressestimmen:
    »Dieser Roman ist eine Granate, die erst nur einen dunklen Schatten wirft und dann mit kaltblütiger Präzision einschlägt.« De Standaard

    »Geschrieben mit der Treffsicherheit eines Messerwerfers. Ein Todesstoß.« Bregje Hofstede

    »Diese Geschichte packt Sie an der Kehle.« De Standaard

    »Übertrifft alle Erwartungen!« De Morgen

    »Aufregend, manchmal lustig, am Ende beängstigend und ergreifend.« Het Nieuwsblad

    »›Und es schmilzt‹ besetzt eine besondere Stelle in Ihrem Kopf – irgendwo zwischen Behaglichkeit, Unruhe, Vertrautheit und Entsetzen.« Saskia de Coster

    »Dieses Buch knistert vor Spannung. Vertraut, überraschend, einfallsreich, erbarmungslos.« De Standaard

    Stimmen aus dem Buchhandel
    »Wow! Was für ein Buch. Ich habe es zugeschlagen und hätte es am liebsten gleich noch einmal von vorn begonnen. Das ist großartig erzählt, hat einen unglaublichen Sog. … Tesje werde ich sicher nie mehr vergessen. «
    Juliane Barth, Dussmann, Berlin

    »Lize Spits Erzählkraft ist beispiellos und treibt dem Leser mitunter Schweißperlen auf die Stirn. ›Und es schmilzt‹ ist ganz großes beklemmendes Kopfkino!
    Thomas Bleitner, Buchhandlung Lüders, Hamburg.

    »Das Buch hat mich überrascht, beeindruckt, abgeschreckt, fasziniert, begeistert! ... Mutig und kompromisslos! Eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann … es haut einen einfach um!
    Brigitte Drees, Buchhandlung Köhl, Erftstadt

    »Ein Meisterwerk mit einer ganz eigenen Stimme und Stimmung, das man gelesen haben muss.«
    Alex Schütz, Pieper Bücher, Saarlouis

    »Man wird über dieses Buch reden, reden müssen, weil man sich nach der Lektüre austauschen will.«
    Frank Menden, Stories! Die Buchhandlung, Hamburg

    Inhaltsangabe und Pressestimmen auf amazon


    Ich könnte gar nicht sagen, ob ich das Buch grossartig fand oder eher zu derb. Möchte ich meiner besten Freundin raten, es auch mal zu lesen bzw hören? Ich glaube nicht, bin mir aber auch sicher, es wäre nicht ihr Geschmack.

    Der Anfang war eher unspektakulär, aber man konnte noch gar nicht erahnen, in welche Richtung sich alles entwickeln sollte.. Trotzdem war es gut erzählt und man hat sich nicht gelangweilt. Es war immer genau so erzählt, dass man neugierig genug zurückblieb, die Hintergründe zu erfahren und natürlich auch, wie es weitergeht.

    Es wird in 2 verschiedenen Zeiten erzählt. Der Sommer 2002 und heute. Mir war einiges zu derb, aber genau damit wollte sich das Buch ja von der Masse abheben. Natürlich wirkt es dadurch auch plastischer.

    Gelesen wird das Buch von Anna Thalbach, eigentlich nicht gerade meine Lieblingsstimme, denn sie hat immer so einen leichten Unterton, der mir nicht angenehm ist. Trotzdem hat mir das hier zum ersten Mal sehr gut gefallen.

    Mit ein Grund, warum ich dann doch 4 Sterne gegeben habe, auch wenn ich das Buch nicht bedenkenlos weiterempfehlen würde. Insgesamt ist es sehr stimmig und die derben Szenen sind nicht sehr ausufernd. Ein ungewöhnliches Buch, das nicht Jedem gefallen wird...



    Kommentare: 1
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    mareike91s avatar
    mareike91vor einem Jahr
    Schonungslos

    Inhalt:
    Nach 13 Jahren kehrt Eva zurück in ihr Heimatdorf. Mit dem sie vorallem Trauer und Schmerz verbindet. 

    Meine Meinung:
    Nach vielen positiven Meinungen bin ich mit hohen Ansprüchen an dieses Buch heran gegangen - dienen es aber leider nur zum Teil gerecht wurde. 
    Der Schreibstil der Autorin ist wortgewand, voller Metaphern und anderer rhetorischer Stilmittel, an manchen Stellen wäre wohl aber etwas weniger mehr gewesen. 
    Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Anna Thalbach. Obwohl ich ihrer rauer, sehr speziellen Stimme sehr gerne zuhöre, ist sie in meinen Augen nicht die ideale Besetzung für dieses Buch. 

    Die Kapitel spielen wechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit. Der Leser begleitet Eva bei ihrer Rückkehr in ihr Heimatdorf und erfährt gleichzeitig die Gründe dafür, warum sie diesem  vor Jahren den Rücken zukehrte. Was dabei alles ans Licht kommt, ist sicherlichnichts fürsschwachen Nervenn.

    Fazit:
    Eine Geschichte, die unter die Haut geht und zutiefst schockiert - aber an einigen Stellen einfach zu sehr gewollt ist. 

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor einem Jahr
    Kurzmeinung: „Too much information“, ohne Inhalt. Der Eisblock schmilzt und übrig bleibt eine schwammige, dreckige Brühe.
    „Too much information“, ohne Inhalt. Es schmilzt zu einer schwammigen, dreckigen Brühe.

    Klappentext (Lovelybooks):


    Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt. Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum. 


    Meine Meinung:


    Es gibt meiner Meinung nach zwei Ziele, die Lize Spit mit ihrem Roman erreichen wollte. 


    Zum einen möchte sie die Literaturwelt davon überzeugen, wie sehr sie doch den kunstvollen Umgang mit Sprache beherrscht. Anders lässt sich diese immense Überdosierung von oft fehlplatzierten Metaphern und Vergleichen nicht erklären. 


    War ich anfangs noch recht angetan von ihrem Schreibstil, so veränderte sich dieses Gefühl in eines, das ich erlebe, wenn meine Schüler das „Fingerschnippen“ beginnen und „Ich-Laute“ aus ihnen raussprudeln, beim übereifrigen Melden. 


    Zum anderen, schafft sie es natürlich, den Leser durch völlig abstruser und unglaubwürdiger Darstellung von jugendlichen Gewalt- und Sexspielen zu schocken und mich sogar an den Rande des Würgereiz zu führen. 


    Ihr misslingt es jedoch, dabei auch eine „wirkliche Geschichte“ zu erzählen, die einen Spannungsbogen enthält und dabei Fragen aufwirft, die am Ende auch beantwortet werden. Über weite Strecken ist es sogar einfach nur langweilig.


    Es existiert nicht ein Moment, an dem ich mich mit der Protagonistin verbunden gefühlt habe. Die Autorin hält es dem Leser völlig vor, zu erfahren, wie es ihrer Protagonistin bei all dem Leid ergangen ist und ihr Handeln ist letztendlich für mich nicht nachvollziehbar.


    Ich habe zum Hörbuch gegriffen, da es mir wichtig erschien, diese Geschichte von einer weiblichen Sprecherin transportiert zu bekommen. Anna Thalbachs Sprechweise hat mir gut gefallen, ihre Stimme selbst ist jedoch eine Fehlbesetzung. 


    Fazit:


    „Too much information“, ohne Inhalt. Der Eisblock schmilzt und übrig bleibt eine schwammige, dreckige Brühe. 


    Kommentare: 3
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    92liberos avatar
    92liberovor einem Jahr
    Ehrlicher & direkter Schreibstil

    Ich habe mir das Hörbuch zu "Und es schmilzt" angehört - die Inhalt die dort thematisiert werden haben mich total erwischt.

    Ganz am Anfang habe ich schon das mit Strick schlimm gefunden - sie schreibt/erzählt einfach so heraus, kalt und oft düster. Außerdem (unverschämt) ehrlich.

    Vieles hab ich so nicht erwartet.  Aber kurz zum Inhalt: Protagonistin ist Eva - sie erhält eine Einladung in das Dorf. Nicht irgendein Dorf, sondern das Dorf wo sie als Kind und Jugendliche aufgewachsen ist. Dieser Ort steht für nichts gutes. Man erfährt vieles über Eva, einiges über ihre Familie und die Dorfbewohner und was sie alles erleben musste.

    Die Stimme fand ich angenehm und unterhaltsam. Ein solches Hörbuch habe ich noch nicht gehört - auch wenn dieses viele negative und deprimierende Inhalte hat, bleibt es mir in Erinnerung. Genau deswegen!  Das Cover hingegen ist hell gestaltet - da hätte ich nicht sowas erwartet. Finde das Cover trotzdem gelungen - die Buchstaben sind aus Eisblöcken und darin Blumen eingefroren - Titel und Titelgestaltung passen daher sehr gut zueinander. Die Eisblöcke passen außerdem zur Geschichte.

    Kein Buch was man zwischendurch lesen oder hören kann.


           

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    Bellamis avatar
    Bellamivor 2 Monaten
    misanthropys avatar
    misanthropyvor 6 Monaten
    Felidae65s avatar
    Felidae65vor 10 Monaten

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