Lizzie Doron Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?

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Inhaltsangabe zu „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?“ von Lizzie Doron

Ein Manifest des 'trotz alledem' Helena, die ihrer kleinen Tochter Elisabeth eine kurze Geschichte von einer Welt erzählt, die einmal war und nie wieder sein wird. Helena, die im Frühling 1960 zusammen mit Elisabeth einem Hinweis auf mögliche Verwandte nachgeht, vergeblich und zum allerletzten Mal. Helena, die auf Anraten der Lehrerin einen Hahn, eine Katze und einen Untermieter aufnimmt, damit das Mädchen nicht ohne die Wärme von Tieren und den Schutz eines Mannes heranwächst. Mit Witz und Trauer erinnert sich Lizzie Doron an ihre Mutter, die mit widerständiger Energie, Einfallsreichtum und Überlebenswillen eine Existenz für sich und ihre Tochter in Israel aufbaut.

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  • Es ist ein Buch voller Witz und Trauer

    Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    01. February 2017 um 08:25

    Helena kommt von „dort", jenem für die Überlebenden unaussprechlichen Ort mit dem deutschen Namen Buchenwald. Sie hat das Vernichtungslager überlebt und ist unter großen Anstrengungen nach Israel gekommen. Hier ähnelt ihre Geschichte der von Aharon Appelfeld („Geschichte eines Lebens" - 2005). In Israel bekommt sie 1953 eine Tochter und gibt ihr den Namen Elisabeth. Und diese Elisabeth wird genau 45 Jahre später - Helena ist schon 8 Jahre tot - ihre Geschichte aufschreiben und sie veröffentlichen. Lizzie Doron erzählt von ihrer Mutter in kleinen, zwischen 6 und 10 Seiten umfassenden Geschichten, die mit zu der dichtesten Literatur gehören, die ich je gelesen habe. In diesen Prosaminiaturen berichtet sie in einer wunderbaren, von Mirjam Pressler sehr sensibel ins Deutsche übersetzten Sprache von den Erfahrungen ihrer Mutter. Immer wieder will Helena, die von ihrer Umwelt auf den ersten Blick für verrückt gehalten wird, erzählen von dem, was sie im Lager erlebt hat. Und sie drückt es auf seltsam-eigenartig tiefgehende und die Seelen ihrer Mitmenschen ergreifende Art und Weise aus. Während die Literatur der Überlebenden der Shoah in den letzten Jahren wieder eine Renaissance erlebt (vgl. die Bücher von Appelfeld), sind Bücher, die von der zweiten Generation geschrieben wurden, den Söhnen und Töchtern der Überlebenden, eher selten. „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen" zählt sicher zu den besten von allen. Inzwischen zählt es zu dem für israelische Schulen empfohlenen Lektürekanon. Hat man dieses Buch einmal in die Hand genommen, legt man es nicht mehr weg bis zur letzten Seite. Es ist ein Buch voller Witz und Trauer, das in wenigen Worten etwas begreiflich machen kann vom Überleben „trotz allem".

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  • Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?

    Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?
    FabAusten

    FabAusten

    Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen? wird Helena von denjenigen gefragt, die nicht von „dort“ stammen. Nicht nur darin drückt sich ein gewisses Unverständnis gegenüber Helena aus. Denn diese hat ihre eigenen Methoden, um mit der schmerzvollen Vergangenheit und der neuen Heimat umzugehen. Als Einzige ihrer Familie hat sie den Holocaust überlebt und ist nach dem Krieg nach Israel gekommen wo sie nun, in den sechziger Jahren, allein mit ihrer Tochter Elisabeth lebt. Auch diese versucht, aus dem eigenwilligen Verhalten ihrer Mutter schlau zu werden. Da nie über die Erlebnisse in Polen gesprochen wird und Helena keine Erklärungen zu ihrem Verhalten abgibt, bleibt immer eine Distanz zwischen Mutter und Tochter. Manchmal wird Elisabeth offensichtlich von Helena angelogen, aber wenn sie nachfragt, erhält sie nur oberflächliche oder in ihren Augen unsinnige Antworten. Deshalb nimmt sie vieles hin, ohne es weiter zu hinterfragen. Und oft ist ihr die Mutter einfach peinlich. Nach Helenas Tod erinnert Elisabeth sich in kurzen Anekdoten an ihr Zusammenleben. Und sie erzählt, wie die Geschichten Jahre später eine weitere Dimension, eine Art Auflösung erfahren. Menschen erzählen ihr etwas über ihre Mutter und werfen so ein Licht auf deren Leben und Handeln. Und nicht nur Elisabeth sondern auch der Leser versteht, dass Helenas exzentrisch wirkendes Verhalten ihr ganz eigener Weg war, das Leben zu meistern. Dass sie vielleicht eine schwierige Mutter, aber eine einzigartige und extrem starke Frau war. Lizzie Dorons autobiographischer Roman ist eher eine Sammlung von Schlaglichtern auf das Zusammenleben mit ihrer Mutter. Gemeinsam mit Elisabeth beobachtet der Leser wie sich die Vergangenheit tagtäglich in Helenas Verhalten niederschlägt. Die Zusammenhänge sind nur zu erahnen, aber dennoch offensichtlich. Jede Anekdote ist einem Puzzlestück gleich und ergänzt das Bild, dass Elisabeth von ihrer Mutter hat. Aber kein Puzzleteil vervollständigt es. Es ist wirklich erstaunlich und spannend, wie Helena später noch ergänzende Informationen erhält oder erfährt, wie andere Menschen ihre Mutter wahrnahmen. Dadurch kann sie die Distanz zu ihr, wenn auch nicht überwinden, so doch ein wenig verkürzen. Lizzie Doron hat eine klare und dennoch poetische Sprache gefunden, die Helenas Persönlichkeit und das Verhältnis von Mutter und Tochter eindrucksvoll widerspiegelt. Es ist beeindruckend, wie wenige Worte und Seiten die Autorin benötigt, um dermaßen viel auszudrücken. Hinter der einfachen Darstellung der Ereignisse existiert immer eine zweite, tiefere Ebene. Es gibt viele Beschreibungen, die trotz ihrer Vagheit zutiefst gefühlvolle und berührende Einsichten vermitteln. Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen? beleuchtet nicht nur die Auswirkungen des Holocausts auf die zweite Generation sondern erschafft auch ein bemerkenswertes Denkmal für Lizzie Dorons Mutter. Der geringe Umfang stellt letztlich deshalb doch noch ein Manko dar, da Helenas Leben sicher noch viel mehr Stoff bereitgehalten hätte. Aber glücklicherweise hat Lizzie Doron noch weitere autobiographische Werke geschaffen.

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  • LovelyBooks Adventskalender Türchen 18: "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    LovelyBooks wünscht allen Lesern am heutigen Adventssonntag eine ruhige und besinnliche Zeit. In unserem Adventskalender wartet in Türchen Nr. 18 ein von Kritikern bereits sehr hoch gelobtes Buch auf Euch - "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler aus dem BELTZ Verlag: ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die 14-jährige Hanna Salomon hasst den Spitznamen »Püppchen«, er macht sie so klein, wie sie sich selbst oft fühlt. Als sie im Sommer 1939 Deutschland zusammen mit anderen Mädchen verlässt, heißt es: »Ihr seid die Glücklichen, die Auserwählten!« Das Ziel ist Palästina, mit Zwischenstation Dänemark. Dort, auf dem Land, bei der alten Bente, gibt es zwar keine Palmen und das Meer ist nicht so blau wie in Andersens Märchen, aber man ist sicher vor den Nazis. Was ein Irrtum ist. Zusammen mit den Mädchen Mira, Bella, Rosa, Rachel und Sarah wird Hanna nach Theresienstadt deportiert. Eine Notgemeinschaft. „Aufgeben gilt nicht“, hat Mira immer gesagt, „das Leben geht weiter.“ Hanna hat mehr Glück als andere und überlebt das Lager. Erst neun Jahre später, 1948, gelingt es ihr, nach Palästina auszuwandern, wo sie endlich ein Zuhause findet..... Pressestimmen: »Hannas Geschichte ist gnadenlos traurig und unendlich hoffnungsvoll zugleich.« Lesefrüchte im WDR 5 »Mirjam Pressler entwickelt in dieser Geschichte eine erzählerische Intensität, die der Gefühlswelt der jugendlichen Hanna entspricht. Ein gelungener Balanceakt zwischen literarischer Distanziertheit und unvermittelter Sentimentalität.« Süddeutsche Zeitung »Pressler berichtet ohne Schnörkel vom Schicksal einer ungewöhnlichen Frau. Sie mutet den jungen Lesern die Wahrheit zu.« Die Welt Leseprobe und weitere Informationen: http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/beltz-gelberg/titel/ein-buch-fuer-hanna.html ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Fünf Exemplare dieses dramatischen und dennoch poetischen Jugendbuchs verlosen wir zusammen mit dem BELTZ Verlag. Bitte postet uns dazu bis zum 31.12.2011, welche Bücher Ihr zu diesem Thema bereits kennt bzw. als besonders gut umgesetzt empfandet (wie z.B. "Das Tagebuch der Anne Frank") und warum es weiterhin so wichtig ist dieser Zeit zu gedenken und dies auch an Jugendliche zu vermitteln.

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