Lizzie Doron Who the Fuck Is Kafka

(27)

Lovelybooks Bewertung

  • 28 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 3 Leser
  • 9 Rezensionen
(12)
(11)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Who the Fuck Is Kafka“ von Lizzie Doron

Hass ist ein Gefühl, aber Frieden ist eine EntscheidungZuerst: Ein Hotel in Rom. Eine israelischpalästinensische Konferenz: Aber ist der Mann, der mit Lizzie auf dem Podium sitzt, nicht vielleicht doch ein arabischer Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürtel? Nein, Nadim pflegt nur seine Reiseunterlagen mit schwarzem Klebeband am Hosenbund zu befestigen, und dafür gibt es Gründe ...
Dann: High Heels in Ost-Jerusalem? Ein Palästinenser im vornehmen Tel Aviver Apartmentgebäude? Von Anfang an ist es eine wechselvolle Freundschaft, die sich zwischen der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron und dem arabisch-palästinensischen Journalisten Nadim entwickelt, begleitet von Vorurteilen und Unverständnis. Es gibt Grenzen der Verständigung. Lizzie hat den Holocaust im Gepäck, Nadim die Nakba – die große Katastrophe –, wie die Palästinenser die Folgen des 48er-Krieges nennen. Sie begreifen, dass sie dieselbe Irrenanstalt bewohnen, nur in verschiedenen geschlossenen Abteilungen. Nadims Frau ist aus Gaza, hat aber keinen Ort, an dem sie bleiben kann ...

Selten ein Buch gelesen, das die Zerrissenheit der israelischen Gesellschaft so ehrlich und gut zur Sprache bringt.

— weltenfinderin

Das beste Buch, das ich seither über den Konflikt in Palästina und Israel gelesen habe. Differenziert und durchdacht,bedient keine Klischees

— Schmiesen

Gut aber mehr auch nicht

— sternchennagel

Bis zur Hälfte großartig, aber dann verlor die Geschichte ihren Zusammenhalt

— Das_Leseleben

Schweres leicht verpackt, wunderschön geschrieben. Bestimmt nicht mein letztes Doron-Buch!

— Knigaljub

Stöbern in Romane

Der Sandmaler

Ein Buch mit wichtigen Botschaften.

Buecherwurm1973

Kleine Stadt der großen Träume

Wieder ein wunderschöner Roman. Ich kann ihn sehr empfehlen.

SLovesBooks

Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen

Gelungene Fortsetzung, die auch wieder viel Spaß macht.

Kaddi

Alles wird unsichtbar

Ein wahnsinnig tolles Buch. Anders wie die anderen. Anders im positiven Sinne. Es macht süchtig 😍 Ich konnte es kaum weglegen!!

Kat_Von_I

Der Junge auf dem Berg

Erschreckend nah an der Realität. Aber das Ende ist irgendwie zu positiv, um wahr zu sein.

Eori

Die Perlenschwester

Ein großartiger Vergangenheitsstrang, aber die Handlung in der Gegenwart war so schwach, dass ich leider nur mehr 3 1/2 Sterne vergeben kann

tinstamp

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Bis zur Hälfte gut aber dann

    Who the Fuck Is Kafka

    Das_Leseleben

    28. July 2016 um 17:37

    „How the Fuck is Kafka“ ist eine Zufallsentdeckung und mit dem Schwerpunkt Nahostkonflikt wollte ich es gerne unbedingt lesen. Insbesondere da Lizzie Doron weiß wovon sie schreibt, da sie eine, in Tel Aviv, lebende Schriftstellerin ist. Der Roman hat 257 Seiten und ist in einer Klappbroschur Anfang 2015 im dtv Verlag erschienen. inhalt: Sie ist eine israelische Schriftstellerin, die ein Buch schreiben will über den palistinänsischen Fotografen, Filmemacher und Friedenskämpfer Nadim. Er möchte ein Film über die israelische Autorin drehen. Meine Meinung: Ich bin gespaltener Meinung, wenn ich an diesen Roman zurück denke. Die erste Hälfte habe ich geliebt und verschlungen. Es  gibt soviel Textstellen die ich mir unbedingt herausschreiben muss. Ich habe mit den Protagonistin mitgefiebert und gelitten. Trotz der für mich etwas kruden cronologischen Schreibweise. die Geschichte springt manchmal etwas seltsam in der Zeit hin und her und es springt zwischen Erinnerungen und Gegenwartshandlung. In der ersten Hälfte hatte ich gar keine Schwierigkeiten mich in den leicht verworrenen Schreibstil zurecht zu finden. Aber was mich besonders an dem ersten Teil fesselte, sind die einfühlsame Herangehensweise, mit der sich Lizzie Doron dem tiefverwurzeltem Thema Vorurteile gegenüber dem jeweils Anderen nähert. Sie schildert sehr glaubwürdig mit welchen Einschränkungen Palästinenser und Juden leben, es zeigt wie wichtig ein gerechter Frieden für Israel.  Im laufe der Geschichte wird das Hauptaugenmerk auf Nadim gelegt. Aber besonders im ersten Viertel erfährt der Leser, wie weit die Angst vor Angriffen das Leben bestimmt. Umgekehrt erfahren wir was es bedeutet der Willkürlichkeit der israelischen Juden, besonders der Armee, ausgesetzt zu sein. Dies ist der Grund warum Nadim seine Papiere am Körper trägt. Welche weiteren Einschränkungen es noch gibt müsst ihr selber lesen. Mit dem zweiten Teil kam der große Einbruch. Die Geschichte verlor für mich jeden Zusammenhang. Die Protagonisten wurden für mich immer unsympathischer und ihre Gedanken und Handlungen konnte ich nur noch bedingt nachvollziehen. Der immer verwirrend werdender Schreibstil tat sein übriges. Im letzten Viertel hatte ich komplett den Faden verloren. Beinahe wirkt es auf mich so als ob die Autorin selber den Überblick verloren hatte und um ihre Grundidee von dem Filmemacher der den Film drehen möchte retten zu können macht sie erneut ein anderes Thema auf. Diesem Thema gibt sie aber nicht genug Raum sich zu entwickeln. Grade für das zuletzt angesprochene Thema hätte sich, meiner Meinung nach, gut für ein anderes Buch geeignet. Lizzie Doron Werke handeln alle in Israel und beschäftigen sich laut der Klappentexte, alle mit der Generation die den Staat Israel gegründet haben und deren weitere Geschichte. Dies ist der Grund warum ich der israelischen Autoren bei entsprechender Gelegenheit noch eine Chance geben. „How the Fuck is Kafka“ bietet stellenweise einen guten Einblick in das gegenwärtige Leben Israels. Jedoch empfehle ich mit nicht ganz so hohen Erwartungen an den Roman zu gehen, dann wird die Geschichte eine erfreuliches Lesevergnügen werden. Links zum Buch: dtv: „How the Fuck is Kafka“ genialokal: „How the Fuck is Kafka“

    Mehr
  • Eine schwierige Freundschaft

    Who the Fuck Is Kafka

    Federfee

    22. July 2016 um 11:11

    Es ist die gut zu lesende, autobiographische Geschichte einer schwierigen Freundschaft zwischen einer Israelin aus Tel Aviv und einem Palästinenser, der in Ost-Jerusalem lebt. Man sieht, dass guter Wille allein nicht ausreicht, um die Schwierigkeiten im Alltag zu überwinden, die Einschränkungen, die Angst. Schnörkellos geschrieben, aber dennoch vielschichtig und komplex.Nur, was den Titel anbetrifft, rätsele ich, was er bedeuten soll.

    Mehr
  • Ausdrucksstarker, tiefgehender Roman über die Altlasten der eigenen Vergangenheit

    Who the Fuck Is Kafka

    SitataTirulala

    06. June 2016 um 06:52

    Da waren ein Mann und eine Frau, die im selben Land geboren worden waren, für den einen hieß es Palästina, für die andere Israel, die Hauptstadt des einen war auch die Hauptstadt der anderen - nur nannte er sie El Kuds, und sie Jerusalem. Er sprach nicht Hebräisch und sie nicht Arabisch. Bestimmt dachte auch Nadim in diesem Augenblick, wie weit zwei Menschen im selben Land voneinander entfernt sein konnten, auch wenn nur fünfzig Autominuten sie trennten. Lizzie, eine israelische Schriftstellerin, fährt zu einer israelisch-plästinensischen Friedenskonferenz nach Rom. Seit Jahren schon setzt sie sich für ein Ende der blutigen und gewaltsamen Auseinandersetzungen ein, damit ihre Kinder in einer anderen, friedlicheren Welt aufwachsen können als sie selbst. In Rom lernt sie Nadim kennen, einen palästinensischen Journalisten. Sie, die sie hier auf einer Friedenskonferenz tagen, könnten doch mit gutem Beispiel voran gehen und eine Freundschaft bar jeder Vorurteile aufbauen, oder nicht? Doch ganz so einfach wie einem die Vernunft es glauben machen will ist es längst nicht. Immer wieder ertappt sich Lizzie dabei, wie sie Nadim unter denselben Generalverdacht stellt, wie es ihr Volk mit fast allen Arabern tut. Trägt er nicht etwa doch einen Sprengstoffgürtel unter seinem Hemd? Und auch Nadim fällt es schwer, Lizzie nicht das vorzuwerfen, was andere seinem eigenen Volk angetan haben, die täglichen Schikanen, die beamtliche Willkür, die Schüsse, bevor Fragen gestellt werden. Beide sind gewillt sich einander zu öffnen, können aber doch nicht aus ihrer Haut. Mühsam lernen beide, wie schwierig es ist, sich von seiner eigenen Vergangenheit und der der eigenen Eltern loszusagen und über seinen Schatten zu springen. Dieses Buch hat mich auf meinem Trip nach Südengland begleitet. Und es ist keineswegs die leichte Urlaubslektüre, die man sich vielleicht sonst einpackt. Aber aus (traurigerweise eigentlich fast immer) aktuellem Anlass hat mich die Thematik, dieser tief sitzende Konflikt und der Aspekt der Völkerverständigung, der Versuch sich anzunähern, so sehr angesprochen, dass ich diesem Buch meine freie Zeit nur zu gerne gewidmet habe. Zunächst einmal herrschte ein bisschen Irritation. Die Protagonistin erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, also aus der Ich-Perspektive, und wenn ich mich recht erinnere erfährt man nicht einmal ihren Namen. Erst später, im Laufe des Buches, ist mir aufgegangen, dass es sich bei dieser Hauptfigur um die Autorin selbst handelt, eine israelische Schriftstellerin, die um den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern bemüht ist. Also eine autobiographische Erzählung? Zum Teil auf jeden Fall. Nadim jedoch, das erwähnt die Autorin zu Beginn des Buches, ist eine fiktive Figur, in der Einflüsse so vieler ihrer arabischen Freunde zusammenspielen. Es ist also halb wahr, halb fiktiv, wenn man so will. In jedem Fall eine interessante Variante und Möglichkeit, die eigene Geschichte aufzuarbeiten. Die Freundschaft, die sich zwischen Lizzie und Nadim entspinnt und auf deren Grundlage sie seine Geschichte aufschreiben und er einen Film über sie drehen will, ist so wechselhaft wie das momentane Aprilwetter. An guten Tagen ist Nadim ein wirklich liebenswerter Kerl, an schlechten beißt und tritt und hackt er verbal nach allem, was Lizzie sagt oder tut. Doron versteht sehr gut, die tiefsitzende Angst in Lizzie und den über Jahre, Jahrzehnte hinweg angestauten Frust in Nadim zum Ausdruck zu bringen. Manchmal hat man das Gefühl Nadim gibt sich wirklich Mühe, dann wieder scheint es ihm nur darauf anzukommen Lizzie für das zu bestrafen, was seine Familie erdulden muss, sie dafür zu instrumentalisieren der Welt seine eigene Geschichte in einem besseren Licht zu erzählen. Auch die Rolle des Westens ist aufgegriffen worden, dass es ihnen immer deutlich leichter fällt eine Seite als die Gute und eine als die Böse zu betrachten. Denn das Leben ist schließlich einfacher in schwarz und weiß. Es war für mich dagegen absolut unmöglich zu sagen: Sie hat Recht, ihre Geschichte ist die Schlimmere. Oder er hat Recht, was er und seine Familie durchmachen müssen, ist unfassbar. Unfassbar, das ist eigentlich überhaupt das richtige Wort für das, was in Jerusalem und Tel Aviv passiert. In jedem Fall aber hat Lizzie Doron mich für diese Thematik sensibilisieren können. Ein sehr ausdrucksstarker, tiefgehender Roman über die Altlasten der eigenen Vergangenheit, Vorurteile, Unverständnis, den Versuch der Verständigung, des Aufeinanderzugehens und seine harten, aber sehr realen Grenzen.----------Rezension: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2016/04/br-lizzie-doron-who-fuck-is-kafka.html

    Mehr
  • Das Buch und seine Autorin sind voller Widersprüche

    Who the Fuck Is Kafka

    WinfriedStanzick

    17. February 2016 um 11:00

    Die 1953 als Tochter einer Holocaustüberlebenden in Tel Aviv geborene israelische Schriftstellerin Lizzie Doron ist in Deutschland durch ihre ausnahmslos autobiographisch geprägten Bücher bekannt geworden, in denen sie das Lebensgefühl und die Probleme der sogenannten „zweiten Generation“ thematisierte. Nicht nur in ihrem letzten Buch „Das Schweigen meiner Mutter“ versuchte sie sehr eindrucksvoll das Schweigen zu brechen. Es gibt niemand sonst, der in der Lage ist, die widerstrebenden Gefühle der Nachkommen der Überlebenden tiefer und schmerzhafter auszuloten. Man spürt den jeweils sehr sensiblen und gelungenen Übersetzungen Mirjam Presslers ab, welche unsagbare Anstrengung das Schreiben dieser Bücher für Lizzie Doron bedeutet. Mirjam Pressler hat auch das neue Buch von Lizzie Doron übersetzt und zusätzlich die schwierige Lektorenaufgabe übernommen, denn das Buch sollte zuerst im Ausland erscheinen. Das musste Lizzie Doron dem palästinensischen Israeli Nadim versprechen. Zwar schreibt sie zu Beginn des Buches: „Nadim ist ein fiktiver Held Er steht für viele einer palästinensischen Freunde, die ihre Geschichten mit mir teilen und auf diese Weise halfen, eine Figur wie ihn zu erschaffen, ein Buch wie dieses zu schreiben.“ Doch man hat das Gefühl, dass er sehr real ist. Auf einer Friedenskonferenz in Rom lernt die Schriftstellerin Anfang 2009 jenen Nadim kennen, während unter dem Namen „Operation gegossenes Blei“ in Israel und Gaza Krieg herrscht. Die beiden freunden sich an, und besonders durch die unsägliche Geduld von Lizzie Doron bleibt diese ungewöhnliche Freundschaft über viele Jahre bestehen und besteht viele Krisen. Er plant schon bald, einen Film über sie zu drehen, von dem sich später herausstellen wird, dass es ihm nur um die Darstellung seines eigenen Schicksals und das seines Volkes geht. Sie möchte in einem Buch sein Leben erzählen, noch besser verstehen, was das Leben eines Palästinensers mit israelischem Pass ausmacht. Natürlich hofft sie dabei auch immer, Nadim ihre eigene Geschichte zu erzählen, doch sie stößt dabei immer auf Widerstände und Desinteresse. So ist sie zum Beispiel erschüttert, dass Nadim nicht weiß, wer Dr. Mengele war und muss lernen, dass Nadim schon bei der Erwähnung der Wortes „Holocaust“ dicht macht. Dennoch gibt sie nicht auf. Ihr Beispiel, so hofft nicht nur sie, sondern auch die Aktivistin Maria, die die Konferenz in Rom organisiert hat und ihre Projekte begeistert unterstützt (wobei für sie Täter und Opfer klar definiert sind in diesem schon ewig anmutenden Konflikt), könnte ein Beispiel dafür sein, wie Frieden möglich wäre. Lizzie Doron ist zutiefst davon überzeugt, dass die beiden verfeindeten Völker, wollen sie eine Chance haben zu überleben, das Unverständnis füreinander überwinden müssen. Gleichzeitig ist sie sich mit David Grossmann und vielen anderen einig, dass ohne die israelische Armee das Land schon längst nicht mehr existieren würde, und die Juden, wie es Nasser zuerst formulierte, von den Arabern ins Meer getrieben worden wären. Das Buch und seine Autorin sind voller Widersprüche. Da ist zu einem die Hoffnung, und zum anderen die tief sitzenden Vorurteile und Ängste. Und man spürt eine in den letzten Jahren stärker gewordene Ratlosigkeit, von der Sandra Kegel gestern in der FAZ aus Jerusalem berichtete, wo sie viele der bekannten Schriftsteller auf einer Buchmesse traf, die sich seit Jahrzehnten für eine Versöhnung und für den Friedensprozess einsetzen. Einer von ihnen, Amos Oz, lässt in seinem gerade erschienenen neuen Roman „Judas“ einen alten weisen Juden sagen: „Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man einen Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existentiellen Probleme des Staates Israel: einen Feind zum Liebenden zu machen, einen Fanatiker zu einem Gemäßigten, einen Rachsüchtigen zu einem Freund.“ Auch Lizzie Doron macht in ihrem Buch immer wieder deutlich, dass die militärische Macht und ihr Einsatz notwendig sind, um den schnellen Tod Israels und seiner jüdischen Bevölkerung zu verhindern. Es ist eine verzweifelte Zwickmühle, die da mit großer literarischer Kunst beschrieben wird. Die zunehmende Radikalisierung und Fundamentalisierung der jüdischen Ultraorthodoxen wird nicht verschwiegen und stellt in der Zukunft sicher eine ähnlich schwere Bedrohung für den inneren Zusammenhalt Israels dar, wie der Hass der unterdrückten Palästinenser und der Hamas. Beim Lesen dieses Buches spürt der Leser geradezu körperlich die Qual, die Intellektuelle wie Doron, Oz oder Grossmann nicht erst seit gestern aushalten. Ich kann es allen Menschen sehr empfehlen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, weigern, die Hoffnung für dieses Land und seine Menschen aufzugeben, und denen die einseitige Parteinahme für die Palästinenser von vielen Medien, den Linken und auch der SPD gegen den Strich geht.

    Mehr
  • Geschichte einer unmöglichen Freundschaft

    Who the Fuck Is Kafka

    Cantrix

    25. January 2016 um 23:41

    Lizzie Doron erzählt in ihrem Roman von der Freundschaft zwischen Nadim, einem palästinensischen Journalisten, und ihr selbst, einer israelischen Schriftstellerin, deren Beziehung vom Nahostkonflikt geprägt ist. Beide lernen sich auf einer Friedenskonferenz in Italien kennen, wo sie schnell Freundschaft schließen. Oder eher so eine Art Freundschaft, denn Menschen wie sie können eigentlich keine Freunde sein. Für Lizzie ist Nadim ein Terrorist. Sie möchte nicht, dass er es ist, aber ihre Ängste übersteigen immer wieder ihren Verstand und es fällt ihr schwer, ihm zu vertrauen. Lizzie dagegen ist in Nadims Augen die Besatzerin. Sie ist diejenige, die für sein Schicksal verantwortlich ist. Wegen der er nicht länger als 180 Tage das Land verlassen darf, ohne als staatenlos zu gelten. Wegen der er unzähligen Schikanen ausgesetzt ist. Wegen der sein Leben und das Leben seiner Familie in ständiger Gefahr ist. Während der wenigen Tage in Italien beschließen beide, dass Nadim ein Film über sie beide dreht und Lizzie in einem Buch seine Geschichte erzählt. Die Umsetzung beider Projekte gestaltet sich schwierig und nicht nur, weil insbesondere Nadim das Geld fehlt und er nicht einmal eine Kamera hat. Obwohl Lizzie glaubt, aufgeschlossen zu sein, schafft sie es nicht, Nadim zum Sprechen zu bringen, der sich immer wieder mißverstanden fühlt. Nicht wenige Gespräche enden in einer Sackgasse. Nadim führt sie zu Stationen seines Lebens und zeigt ihr, wie sich sein Alltag gestaltet und wie sehr er sich von Lizzies unterscheidet. Obwohl beide in einem Land leben, leben sie in verschiedenen Welten. Für Nadim ist es schwierig, davon zu berichten und wankelt zwischen tiefen Depressionen und beinahe cholerischen Ausbrüchen. Auch Lizzie erzählt viel. Obwohl sie auf der "richtigen" Seite steht, musste auch sie viel wegstecken. Als Soldatin erlebte sie selbst die Kämpfe an der Front, wo sie viele ihrer Freunde verlor. Dennoch scheint sie nicht verstehen zu wollen, was der Unterschied zwischen ihrem und seinem Leben ist - zu viele Vorurteile haben sie längst eingenommen. Lizzie muss beginnen, Nadim zuzuhören, um die unausgesprochenen Worte zu hören. Viele Szenen gingen mir zu Herzen. Ich mache mir vom heimischen Sofa aus kaum Vorstellungen davon, was ein Leben in Israel für Bewohner beider Seiten bedeutet. Trotz der intensiven Bilder, geht das Buch dabei behutsam vor, indem man in die Rollen zweier Charaktere schlüpfen darf. Beide Seiten werden vorgestellt: Ihre Ängste, ihre Träume, ihre Realitäten. Und obwohl vieles von dem, was beide planen, zum Scheitern verurteilt ist, spürt man ständig die Hoffnung, die ihren Alltag begleitet und es bleibt einem nichts anderes übrig, als ihnen Kraft zu wünschen.

    Mehr
  • Who the Fuck is Kafka - Das Schicksal zweier Völker

    Who the Fuck Is Kafka

    Chica 75

    23. August 2015 um 12:58

    Dieses Buch nahm mich mit in die Welt der israelischen Schriftstellerin Lizzie und ihr Leben in Tel-Aviv. Sie begegnet dem palästinensischem Journalisten Nadim aus Ost-Jerusalem auf einer Friedenskonferenz in Rom. Er will einen Film über sie drehen, sie erzählt sein Leben. In Rom beginnt die Feind-Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Menschen. Sie sind voller Vorurteile dem anderen gegenüber.  Beide lernen das Leben des anderen kennen. In einem Roman wurde noch nie so brisant und eindringlich über den Konflikt im Nahen-Osten geschrieben. Missverständnisse, seelische Grausamkeiten. Verluste, die beide erlebt haben - durch Anschläge und Kriege. Dieser Roman führte mir hautnah einen unlösbar erscheinenden Konflikt vor Augen - aber manchmal gibt es auch Hoffnung. Vielleicht ist irgendwann Frieden möglich, wenn wir nicht mehr wegschauen. Dieses Buch hat mich zutiefst bewegt und mir gezeigt, dass beide Seiten Schuld tragen. Aber auch wir in Europa sind nicht unschuldig an dieser Situation. Unbedingt lesen, es öffnet das Herz und die Augen und manchmal möchte man verzweifelt aufschreien. "Lizzie Doron erkundet das Schicksal zweier Völker, die das Unverständnis füreinander überwinden müssen, wollen sie eine Chance haben, zu überleben" "Es gibt Wahrheiten, die tödlich sein könnten, würden sie nicht als Fiktion ausgesprochen werden. Dieser Roman ist brisant, eindringlich, aberwitzig, bestürzend."

    Mehr
  • Der Versuch einer Verständigung

    Who the Fuck Is Kafka

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. July 2015 um 08:51

    Dieses Buch hat mich beeindruckt. Im Gegensatz zu dem Buch „das Schweigen meiner Mutter“, das ich gegen Ende nur noch quergelesen habe. In dieser Erzählung einer schwierigen Beziehung, ist trotz aller Sympathie und dem Versuch das Leben von Nadim erträglicher zu machen, sein Scheitern vorprogrammiert. Eingezwängt zwischen Straßensperren und Schikanen der israelischen Behörden, fasst er zwar immer wieder Mut und versucht seinen Traum, einen Film über Lizzi Doron zu drehen, zu leben. Am Ende erscheint ihr Buch über ihn im Ausland und in Gaza und Israel wird weiter geschossen.

    Mehr
  • eine Freundschaft in Israel

    Who the Fuck Is Kafka

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. June 2015 um 11:59

    Dieses Buch hat mich beeindruckt. Im Gegensatz zu dem Buch „das Schweigen meiner Mutter“, das ich gegen Ende nur noch quergelesen habe, . In dieser Erzählung einer schwierigen Beziehung, ist trotz aller Sympathie und dem Versuch das Leben von Nadim erträglicher zu machen, sein Scheitern vorprogrammiert. Eingezwängt zwischen Straßensperren und Schikanen der israelischen Behörden, fasst er zwar immer wieder Mut und versucht seinen Traum, einen Film über Lizzi Doron zu drehen, zu leben. Am Ende erscheint ihr Buch über ihn im Ausland und in Gaza und Israel wird weiter geschossen. 

    Mehr
  • „Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann"

    Who the Fuck Is Kafka

    WinfriedStanzick

    02. March 2015 um 13:32

    Die 1953 als Tochter einer Holocaustüberlebenden in Tel Aviv geborene israelische Schriftstellerin Lizzie Doron ist in Deutschland durch ihre ausnahmslos autobiographisch geprägten Bücher bekannt geworden, in denen sie das Lebensgefühl und die Probleme der sogenannten „zweiten Generation“ thematisierte. Nicht nur in ihrem letzten Buch „Das Schweigen meiner Mutter“  versuchte sie sehr eindrucksvoll das Schweigen zu brechen. Es gibt niemand sonst, der in der Lage ist, die widerstrebenden Gefühle der Nachkommen der Überlebenden tiefer und schmerzhafter auszuloten. Man spürt den jeweils sehr sensiblen und gelungenen Übersetzungen Mirjam Presslers ab, welche unsagbare Anstrengung das Schreiben dieser Bücher für Lizzie Doron bedeutet. Mirjam Pressler hat auch das neue Buch von Lizzie Doron übersetzt und zusätzlich die schwierige Lektorenaufgabe übernommen, denn das Buch sollte zuerst im Ausland erscheinen. Das musste Lizzie Doron dem palästinensischen Israeli Nadim versprechen. Zwar schreibt sie zu Beginn des Buches: „Nadim ist ein fiktiver Held Er steht für viele einer palästinensischen Freunde, die ihre Geschichten mit mir teilen und auf diese Weise halfen, eine Figur wie ihn zu erschaffen, ein Buch wie dieses zu schreiben.“ Doch man hat das Gefühl, dass er sehr real ist. Auf einer Friedenskonferenz in Rom lernt die Schriftstellerin Anfang 2009 jenen Nadim kennen, während unter dem Namen „Operation gegossenes Blei“  in Israel und Gaza Krieg herrscht.  Die beiden freunden sich an, und besonders durch die unsägliche Geduld von Lizzie Doron bleibt diese ungewöhnliche Freundschaft über viele Jahre bestehen und besteht viele Krisen. Er plant schon bald, einen Film über sie zu drehen, von dem sich später herausstellen wird, dass es ihm nur um die Darstellung seines eigenen Schicksals und das seines Volkes geht. Sie möchte in einem Buch sein Leben erzählen, noch besser verstehen, was das Leben eines Palästinensers mit israelischem Pass ausmacht. Natürlich hofft sie dabei auch immer, Nadim ihre eigene Geschichte zu erzählen, doch sie stößt dabei immer auf Widerstände und Desinteresse. So ist sie zum Beispiel erschüttert, dass Nadim nicht weiß, wer Dr. Mengele war und muss lernen, dass Nadim schon bei der Erwähnung der Wortes „Holocaust“ dicht macht. Dennoch gibt sie nicht auf. Ihr Beispiel, so hofft nicht nur sie, sondern auch die Aktivistin Maria, die die Konferenz in Rom organisiert hat und ihre Projekte begeistert unterstützt (wobei für sie Täter und Opfer klar definiert sind in diesem schon ewig anmutenden Konflikt), könnte ein Beispiel dafür sein, wie Frieden möglich wäre. Lizzie Doron ist zutiefst davon überzeugt, dass die beiden verfeindeten Völker, wollen sie eine Chance haben zu überleben, das Unverständnis füreinander überwinden müssen. Gleichzeitig ist sie sich mit David Grossmann und vielen anderen einig, dass ohne die israelische Armee das Land schon längst nicht mehr existieren würde, und die Juden, wie es Nasser zuerst formulierte, von den Arabern ins Meer getrieben worden wären. Das Buch und seine Autorin sind voller Widersprüche. Da ist zu einem die Hoffnung, und zum anderen die tief sitzenden Vorurteile und Ängste. Und man spürt eine in den letzten Jahren stärker gewordene Ratlosigkeit, von der Sandra Kegel gestern in der FAZ aus Jerusalem berichtete, wo sie viele der bekannten Schriftsteller auf einer Buchmesse  traf, die sich seit Jahrzehnten für eine Versöhnung und für den Friedensprozess einsetzen. Einer von ihnen, Amos Oz, lässt in seinem gerade erschienenen neuen Roman „Judas“ einen alten weisen Juden sagen: „Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man einen Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existentiellen Probleme des Staates Israel: einen Feind zum Liebenden zu machen, einen Fanatiker zu einem Gemäßigten, einen Rachsüchtigen zu einem Freund.“  Auch Lizzie Doron macht in ihrem Buch immer wieder deutlich, dass die militärische Macht und ihr Einsatz notwendig sind, um den schnellen Tod Israels und seiner jüdischen Bevölkerung zu verhindern. Es ist eine verzweifelte Zwickmühle, die da mit großer literarischer Kunst beschrieben wird. Die zunehmende Radikalisierung und Fundamentalisierung der jüdischen Ultraorthodoxen wird nicht verschwiegen und stellt in der Zukunft sicher eine ähnlich schwere Bedrohung für den inneren Zusammenhalt Israels dar, wie der Hass der unterdrückten Palästinenser und der Hamas. Beim Lesen dieses Buches spürt der Leser geradezu körperlich die Qual, die Intellektuelle wie Doron, Oz oder Grossmann nicht erst seit gestern aushalten. Ich kann es allen Menschen sehr empfehlen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, weigern, die Hoffnung für dieses Land und seine Menschen aufzugeben, und denen die einseitige Parteinahme für die Palästinenser von vielen Medien, den Linken und auch der SPD gegen den Strich geht.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks