Intent!

von Ljubko Deresch 
3,3 Sterne bei4 Bewertungen
Intent!
Bestellen bei:

Zu diesem Buch gibt es noch keine Kurzmeinung. Hilf anderen Lesern, in dem du das Buch bewertest und eine Kurzmeinung oder Rezension veröffentlichst.

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Intent!"

Petro Pjatotschkin geht noch zur Schule, als er sein phänomenales Gedächtnis entdeckt. Ein Blick ins Buch genügt, um den Unterrichtsstoff abzuspeichern. Seine skurrile Begabung macht ihn zum Außenseiter und Grübler, der sich in wissenschaftliche Werke über Zeit und Bewußtsein vertieft. Er experimentiert mit sich selbst und stellt fest, daß er sich auch an Ereignisse erinnert, die er nicht erlebt haben kann. Im "Café Kosmos", dem russischen Buchladen in Lemberg, lernt Petro eine junge Künstlerin aus Montreal kennen, die sich der abstrakten Malerei verschrieben hat. Ihre Bilder mit Titeln wie "Misted Mirror" oder "Intent!" erscheinen ihm als Symbole seiner "Gedächtniskunst", er meint darin ihre Fähigkeit zu erkennen, wie er Parallelwelten zu sehen. Eine leidenschaftliche Liebe beginnt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518125366
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:316 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:19.05.2008

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne0
  • 3 Sterne2
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Intent!" von Ljubko Deresch

    „Man fragt sich, was sich ein Mensch noch wünschen kann, der etwas derart Geniales wie ein phänomenales Gedächtnis besitzt. Zugegeben, ich hatte diesbezüglich noch keine Idee. Dafür habe ich den dunklen Verdacht, ein Phantast mit solchen Gedächtnis würde Wunder vollbringen, dass von überall nur noch »oh« und »ah« zu hören wäre. Ich dagegen hatte nichts als Unfug im Kopf.“
    -
    Der ukrainische Autor Ljubko Deresch ist eigentlich nur deshalb auf meinem Radar aufgetaucht, weil man über ihn zu berichten weiß, seine Feder hätte psychedelische Romane zu verantworten, in welchen den finsteren Außerirdischen aus den Geschichten meines Lieblingsautors H.P. Lovecrafts und der Musik der Doors eine bedeutende Rolle obliegt. Irgendwie also Pech, dass ich mir gerade den einen Roman von ihm aussuche, der mit jenen Elementen mal eben gar nichts am Hut hat. Halb so wild, kristallisiert es sich 317 Seiten später heraus. Denn die ukrainische Literatur im Allgemeinen, und die von Deresch im Speziellen, erschien mir nach Lektüre von „Intent! oder Die Spiegel des Todes“ als faszinierender Ort, den ich wohl noch häufiger bereisen werde. Flapsig bis keck geschrieben, entwirft der Roman ein durchgeknalltes Panoptikum, wie ein von Philosophie dampfender, slawischer Eintopf – wild, frenetisch, abgefahren. Aber auch nicht ohne Schwächen.
    -
    Unser Held, der junge Petro Pjatotschkin, entdeckt eines Tages, dass er sich völlig unproblematisch alles memorisiert, was er einmal gelesen hat. Das erleichtert ihm die Schule freilich ungemein, stempelt ihn aber auch zum Außenseiter. Nach der Schule schickt man ihn in das kleine Dorf Chobotne, wo er seine kranke Oma pflegt, ein exzentrisches Mütterchen, das ihm seine Aufgabe nicht gerade leicht macht. Doch von mysteriösen Anfällen heimgesucht, beginnt Petro langsam zu dämmern, dass sein Gedächtnis nicht nur absolut ist, sondern nun auch von den Erinnerungen anderer Menschen heimgesucht wird. Damit aber noch lange nicht genug, auch das Ausdenken eines anderen Lebens gehört mit zum Paket des vollendeten Gedächtnisses.
    -
    Mit einer Wagenladung Charme an Bord startet Dereschs Lokomotive, bricht zwischen knalligen Feuerwerkskörpern und psychedelischen Wolkenformationen hervor, versteht sich aber auch meisterlich darin, den Passagieren eine seekranke Farbe ins Gesicht zu pinseln. Kohärenz und Spannung gehören - zumindest hier - nicht zu seinen Stärken, auch wirken seine Ausführungen mal genial, mal blödsinnig. Was aber auch nicht weiter verwundert, so etwas kommt eben heraus, wenn man Schopenhauer mit New Age paart. Schokoladeneis und Räucher Lachs sind ja beide für sich genommen lecker, kombiniert man sie jedoch….
    -
    Irgendwie fällt es mir schwer, mit Deresch hart ins Gericht zu gehen. Oftmals ist es gerade dieses unfertig-anmuten, jenes aus-dem-Bauch-heraus-schreiben, was Sympathie entfesselt. Und natürlich ist es irgendwie auch als Kompliment zu verstehen, wenn man sich während des Lesens über die Finger leckt, weil einen das Gefühl beschleicht, die Seiten des Buches wären in LSD getränkt.

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    E
    exilkiwivor 4 Jahren
    KillerNr2s avatar
    KillerNr2vor 5 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks