Ljubko Deresch Intent!

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Inhaltsangabe zu „Intent!“ von Ljubko Deresch

Petro Pjatotschkin geht noch zur Schule, als er sein phänomenales Gedächtnis entdeckt. Ein Blick ins Buch genügt, um den Unterrichtsstoff abzuspeichern. Seine skurrile Begabung macht ihn zum Außenseiter und Grübler, der sich in wissenschaftliche Werke über Zeit und Bewußtsein vertieft. Er experimentiert mit sich selbst und stellt fest, daß er sich auch an Ereignisse erinnert, die er nicht erlebt haben kann. Im "Café Kosmos", dem russischen Buchladen in Lemberg, lernt Petro eine junge Künstlerin aus Montreal kennen, die sich der abstrakten Malerei verschrieben hat. Ihre Bilder mit Titeln wie "Misted Mirror" oder "Intent!" erscheinen ihm als Symbole seiner "Gedächtniskunst", er meint darin ihre Fähigkeit zu erkennen, wie er Parallelwelten zu sehen. Eine leidenschaftliche Liebe beginnt …

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  • Rezension zu "Intent!" von Ljubko Deresch

    Intent!
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. November 2009 um 20:01

    „Man fragt sich, was sich ein Mensch noch wünschen kann, der etwas derart Geniales wie ein phänomenales Gedächtnis besitzt. Zugegeben, ich hatte diesbezüglich noch keine Idee. Dafür habe ich den dunklen Verdacht, ein Phantast mit solchen Gedächtnis würde Wunder vollbringen, dass von überall nur noch »oh« und »ah« zu hören wäre. Ich dagegen hatte nichts als Unfug im Kopf.“ - Der ukrainische Autor Ljubko Deresch ist eigentlich nur deshalb auf meinem Radar aufgetaucht, weil man über ihn zu berichten weiß, seine Feder hätte psychedelische Romane zu verantworten, in welchen den finsteren Außerirdischen aus den Geschichten meines Lieblingsautors H.P. Lovecrafts und der Musik der Doors eine bedeutende Rolle obliegt. Irgendwie also Pech, dass ich mir gerade den einen Roman von ihm aussuche, der mit jenen Elementen mal eben gar nichts am Hut hat. Halb so wild, kristallisiert es sich 317 Seiten später heraus. Denn die ukrainische Literatur im Allgemeinen, und die von Deresch im Speziellen, erschien mir nach Lektüre von „Intent! oder Die Spiegel des Todes“ als faszinierender Ort, den ich wohl noch häufiger bereisen werde. Flapsig bis keck geschrieben, entwirft der Roman ein durchgeknalltes Panoptikum, wie ein von Philosophie dampfender, slawischer Eintopf – wild, frenetisch, abgefahren. Aber auch nicht ohne Schwächen. - Unser Held, der junge Petro Pjatotschkin, entdeckt eines Tages, dass er sich völlig unproblematisch alles memorisiert, was er einmal gelesen hat. Das erleichtert ihm die Schule freilich ungemein, stempelt ihn aber auch zum Außenseiter. Nach der Schule schickt man ihn in das kleine Dorf Chobotne, wo er seine kranke Oma pflegt, ein exzentrisches Mütterchen, das ihm seine Aufgabe nicht gerade leicht macht. Doch von mysteriösen Anfällen heimgesucht, beginnt Petro langsam zu dämmern, dass sein Gedächtnis nicht nur absolut ist, sondern nun auch von den Erinnerungen anderer Menschen heimgesucht wird. Damit aber noch lange nicht genug, auch das Ausdenken eines anderen Lebens gehört mit zum Paket des vollendeten Gedächtnisses. - Mit einer Wagenladung Charme an Bord startet Dereschs Lokomotive, bricht zwischen knalligen Feuerwerkskörpern und psychedelischen Wolkenformationen hervor, versteht sich aber auch meisterlich darin, den Passagieren eine seekranke Farbe ins Gesicht zu pinseln. Kohärenz und Spannung gehören - zumindest hier - nicht zu seinen Stärken, auch wirken seine Ausführungen mal genial, mal blödsinnig. Was aber auch nicht weiter verwundert, so etwas kommt eben heraus, wenn man Schopenhauer mit New Age paart. Schokoladeneis und Räucher Lachs sind ja beide für sich genommen lecker, kombiniert man sie jedoch…. - Irgendwie fällt es mir schwer, mit Deresch hart ins Gericht zu gehen. Oftmals ist es gerade dieses unfertig-anmuten, jenes aus-dem-Bauch-heraus-schreiben, was Sympathie entfesselt. Und natürlich ist es irgendwie auch als Kompliment zu verstehen, wenn man sich während des Lesens über die Finger leckt, weil einen das Gefühl beschleicht, die Seiten des Buches wären in LSD getränkt.

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