Ljudmila Ulitzkaja

 4 Sterne bei 150 Bewertungen
Autor von Die Lügen der Frauen, Ergebenst, euer Schurik und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ljudmila Ulitzkaja

Ljudmila Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Russlands. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa. Bei Hanser erschienen Die Lügen der Frauen (Erzählungen, 2003), das Kinderbuch Ein glücklicher Zufall (2005), Ergebenst, euer Schurik (Roman, 2005), Maschas Glück (Erzählungen, 2007), Daniel Stein (Roman, 2009), Das grüne Zelt (Roman, 2012), Die Kehrseite des Himmels (2015), Jakobsleiter (Roman, 2017) und Eine Seuche in der Stadt (Szenario, 2021). 2008 erhielt Ljudmila Ulitzkaja den Alexandr-Men-Preis für die interkulturelle Vermittlung zwischen Russland und Deutschland, 2014 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur sowie 2020 den Siegfried Lenz Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ljudmila Ulitzkaja

Cover des Buches Ergebenst, euer Schurik (ISBN: 9783423136266)

Ergebenst, euer Schurik

 (22)
Erschienen am 01.01.2008
Cover des Buches Das grüne Zelt (ISBN: 9783446239876)

Das grüne Zelt

 (17)
Erschienen am 27.08.2012
Cover des Buches Olgas Haus (ISBN: 9783442737161)

Olgas Haus

 (12)
Erschienen am 03.12.2007
Cover des Buches Medea und Ihre Kinder (ISBN: 9783353010773)

Medea und Ihre Kinder

 (12)
Erschienen am 01.02.1997
Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)

Eine Seuche in der Stadt

 (9)
Erschienen am 25.01.2021
Cover des Buches Daniel Stein (ISBN: 9783423139489)

Daniel Stein

 (7)
Erschienen am 01.01.2011
Cover des Buches Ein fröhliches Begräbnis (ISBN: 9783353011336)

Ein fröhliches Begräbnis

 (6)
Erschienen am 28.07.1998
Cover des Buches Sonetschka (ISBN: 9783442736683)

Sonetschka

 (6)
Erschienen am 03.09.2007

Neue Rezensionen zu Ljudmila Ulitzkaja

Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)TochterAlices avatar

Rezension zu "Eine Seuche in der Stadt" von Ljudmila Ulitzkaja

Eine Pandemie im Totalitarismus
TochterAlicevor 21 Tagen

Auch vor 78 Jahren, den Zweiten Weltkrieg bereits vor Augen, wurde versucht, Impfstoffe gegen Pandemien zu entwickeln. In diesem Falle gegen die Pest. Hier treffen wir auf den Wissenschaftler Rudolf Iwanowitsch Mayer, der in der sowjetischen Provinz mit der Entwicklung eines Impfstoffes betraut ist, den er nun in Moskau vorstellen soll.

Allerdings stellt sich nach seiner Ankunft heraus, dass er selbst bereits mit dem Virus infiziert wurde. Nun folgt etwas, dass uns Pandemierfahrenen im Verlauf des vergangenen Jahres zur Routine geworden ist: es wird versucht, alle Menschen aufzutreiben, die mit Mayer zuletzt in Kontakt waren, was 1939 denkbar schwieriger war als heute.

Doch niemand ist mit dem Grundgesetz oder Ähnlichem dagegen getreten. Wie denn auch - das Land befand sich mitten in seiner totalitaristischsten Phase überhaupt, nämlich im Stalinismus. Was einige Vorgänge, wenn man es rein sachlich sehen will, auf jeden Fall vereinfacht hat.

Auf jeden Fall bleibt dem/der Rezipient*in die Erkenntnis, dass Seuchen eine Gemeinsamkeit haben: sie verbreiten sich schneller, als man "Totalitarismus" oder aber auch "Europäische Union" sagen kann!

Kommentieren0
2
Teilen
Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)Leser_im_Lockdowns avatar

Rezension zu "Eine Seuche in der Stadt" von Ljudmila Ulitzkaja

Eine unglaubliche Geschichte, ...
Leser_im_Lockdownvor einem Monat

... die offenbar einen wahren Hintergrund hat: Im Russland der 30er Jahre droht die Lungenpest auszubrechen. Um die Infektionsketten schneller zu unterbrechen, als es die Gesundheitsämter könnten, wird Stalins Inlandsgeheimdienst damit beauftragt. Mit den Mitteln und der Erfahrung aus dem "Großen Terror" vollbringt der NKWD das Unmögliche. Fasziniert und angeekelt fiebert der Leser mit den Kranken, den Gesunden und ihren Häschern mit. Das Happy End macht ratlos.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)Himmelfarbs avatar

Rezension zu "Eine Seuche in der Stadt" von Ljudmila Ulitzkaja

Interessante Parabel
Himmelfarbvor 3 Monaten

Ljudmila Ulitzkaja hat mit „Eine Seuche in der Stadt“ vielleicht das Buch der Stunde geschrieben, zumindest oberflächlich betrachtet.

Eigentlich hat Ulitzkaja diesen Text, den sie  letztes Jahr im Zuge der Corona -Pandemie überarbeitet hat, schon 1978 als Entwurf zu einem Drehbuch vorgelegt, welches nie realisiert wurde. Das Thema „Seuche“ bietet sich, seit eine reale Seuche die Welt im Klammergriff hält, natürlich als aktuell an, aber Ulitzkaja verfolgt mit ihrem Text etwas ganz anderes. Diese unsichtbare Gefahr und deren Bekämpfung ist eine Parabel auf einen totalitären Staat, dessen Mittel und dessen Effektivität, und das ist das Großartige an Ulitzkajas Idee.
Die Verhinderung einer Pest- Epidemie in der Sowjetunion im Jahre 1939, die auf einer realen Begebenheit basiert, durch die stalinistisch geprägten Behörden und die Geheimpolizei, effizient im Aufspüren und Ausschalten von Personen, ist die Rahmenhandlung. Das paranoide Reagieren der Betroffenen auf die Maßnahmen des Staates, die allesamt im Glauben sind, von Stalins Folterknechten abgeholt zu werden und nicht begreifen, dass sie zu ihrem Besten isoliert werden, ist umwerfend dargestellt. Ein einziges Mal reagiert das Terror- Regime adäquat, aber keiner kann es sehen. Das ist zutiefst schwarzer Humor. So reagiert eine der Personen mit großer Erleichterung, dass es sich „ nur um die Pest“ handelt.

Leider handelt es sich bei Ulitzkajas Entwurf wirklich nur um einen solchen und ich hätte mir etwas Längeres, intensiver Ausgearbeitetes gewünscht. Bei der Knappheit der Seiten und dem zahlreichen Personal, kommt man oft ins Schleudern, droht Protagonisten zu verwechseln, ist dankbar für das Personenregister am Schluss des Buches. Was hätte das für einen prachtvollen Roman abgegeben!
So aber bleibt mir der fragmentarische Entwurf zu kurz. Ein Drehbuch wäre großartig und ein Film danach, der dann zwei dringende Probleme unserer Zeit beleuchtet: die Bekämpfung einer Pandemie und totalitäre Staaten!

Kommentare: 2
8
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks