Ljudmila Ulitzkaja

 4 Sterne bei 176 Bewertungen
Autor*in von Die Lügen der Frauen, Eine Seuche in der Stadt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ljudmila Ulitzkaja

Ljudmila Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Russlands. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa. Bei Hanser erschienen Die Lügen der Frauen (Erzählungen, 2003), das Kinderbuch Ein glücklicher Zufall (2005), Ergebenst, euer Schurik (Roman, 2005), Maschas Glück (Erzählungen, 2007), Daniel Stein (Roman, 2009), Das grüne Zelt (Roman, 2012), Die Kehrseite des Himmels (2015), Jakobsleiter (Roman, 2017), Eine Seuche in der Stadt (Szenario, 2021), Alissa kauft ihren Tod (Erzählungen, 2022) und zuletzt Die Erinnerung nicht vergessen (2023). 2008 erhielt Ljudmila Ulitzkaja den Alexandr-Men-Preis für die interkulturelle Vermittlung zwischen Russland und Deutschland, 2014 den österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur sowie 2020 den Siegfried Lenz Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Erinnerung nicht vergessen (ISBN: 9783446276307)

Die Erinnerung nicht vergessen

Neu erschienen am 23.01.2023 als Gebundenes Buch bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Ljudmila Ulitzkaja

Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)

Eine Seuche in der Stadt

 (24)
Erschienen am 25.01.2021
Cover des Buches Ergebenst, euer Schurik (ISBN: 9783446257450)

Ergebenst, euer Schurik

 (22)
Erschienen am 05.06.2017
Cover des Buches Das grüne Zelt (ISBN: 9783423143387)

Das grüne Zelt

 (18)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Medea und Ihre Kinder (ISBN: 9783353010773)

Medea und Ihre Kinder

 (13)
Erschienen am 01.02.1997
Cover des Buches Olgas Haus (ISBN: 9783442737161)

Olgas Haus

 (12)
Erschienen am 03.12.2007
Cover des Buches Daniel Stein (ISBN: 9783423139489)

Daniel Stein

 (7)
Erschienen am 01.01.2011
Cover des Buches Ein fröhliches Begräbnis (ISBN: 9783353011336)

Ein fröhliches Begräbnis

 (6)
Erschienen am 28.07.1998
Cover des Buches Jakobsleiter (ISBN: 9783423147538)

Jakobsleiter

 (5)
Erschienen am 13.03.2020

Neue Rezensionen zu Ljudmila Ulitzkaja

Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)
marilovesbooks2020s avatar

Rezension zu "Eine Seuche in der Stadt" von Ljudmila Ulitzkaja

Als der Geheimdienst mal was Gutes tat
marilovesbooks2020vor 22 Tagen

1939. Rudolf Iwanowitsch Mayer ist Pestforscher am Pest-Institut und forscht nach einem Impfstoff gegen die Pest. Kurz vor Abschluss seiner Versuchsreihe wird er nach Moskau beordert, um den aktuellen Stand zu präsentieren. Auf dem Weg dorthin beginnt eine Odyssee, denn Mayer bekommt Fieber, ist infiziert. Schließlich landet er im Krankenhaus, wo ein Arzt die folgenschwere Entdeckung macht. Sofortige Quarantäne im Krankenhaus. Alle Kontakte von Mayer seit seinem Aufbruch, werden durch das NKWD, dem Geheimdienst der UdSSR, aufgespürt und einkaserniert. Der große Mann, wie Stalin im Buch genannt wird, sieht darin Sabotage. Alle „Eingesammelten“ wissen nicht, warum sie abgeholt werden, glauben aber, dass es ihr Ende sein wird. Öffentliche Diskussionen werden von vornherein abgewürgt. Informationen an die Bevölkerung gibt es nicht, man spricht von „Influenza“. Man hat zu tun, was das Regime verlangt, nämlich in den „Schwarzen Raben“ einsteigen und mitkommen.

 

„Serjosha? Ich dachte, du kommst auch nicht wieder. Serjosha? Was war das, Serjosha?' Sie sieht ihn an, und zum ersten Mal ist ihr Blick aufmerksam und konzentriert. „Dina, es war die Pest. NUR die Pest!“

 

Im Nachwort erfahren wir, dass es diese Situation in Moskau damals wirklich gab. Denn der Pathologie, der die Toten damals obduzieren musste, ist der Vater einer Freundin der Autorin. Geschrieben bereits Ende der 70er. Doch verfilmen wollte man es nicht. Passend zur COVID19-Pandemie fand das Schriftstück endlich seinen Weg in ein Buch.

 

Auf knappen 100 Seiten wirft die Autorin mit Spannung, knappen Dialogen, schwarzem Humor und kurzen, beängstigenden Szenarien das Scheinwerferlicht auf die Situation und das Stalin-Regime; den Umgang mit Menschen, die nächtliches Klopfen und Abholen, manchmal nichtwiederkehren, kannten. Sie meint, dass dies vermutlich das einzige Mal in der Geschichte war, dass das Regime wirklich dem Wohle des Volkes diente und eine Ausbreitung verhinderte.

 

„Diese Machtapparate sind mal mehr, mal weniger brutal haben aber stets die gleiche Basis: die Unterdrückung der Freiheit des Einzelnen zugunsten eines angeblichen Gemeinwohls […,].“

 

#leseempfehlung – es war zwar kurz, aber sehr spannend. Aus dem Russischen übersetzt von Ganna-Maria Braungardt.

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Cover des Buches Das grüne Zelt (ISBN: 9783446239876)
mabo63s avatar

Rezension zu "Das grüne Zelt" von Ljudmila Ulitzkaja

Stalinzeit - Zeit der Verfolgung von andersdenkenden
mabo63vor 3 Monaten

März 1953, Stalin stirbt und die Hoffnung nach Tauwetter, einer sorgloseren Zeit weicht bald erneut der bitteren Realität. Anders denkende werden verfolgt und geraten in die Mühlen staatlicher Gewalt. In dieser Zeit spielt die Erzählung von L. Ulitzskaja. Die Hauptprotagonisten sind die Freunde Ilja, Sanja, Micha - alle drei haben mit Kunst und Literatur zu tun und ebenfalls erzählt wird die Geschichte der drei Freundinnen Olga, Galja und Tamara. Die Erzählung erstreckt sich fast über 50 Jahre und beschreibt eindrücklich das Leben nach Stalin, ein Leben wiederum in Unfreiheit, wehe dem der verbotene Schriften bei sich trägt oder nur schon verdächtige Musik sein eigen nennt. In einem Klima der Bespitzelung werden dem Bürger schnell einmal die Grenzen aufgezeigt.


Ljudmila Ulitzkaja engagiert sich in der Opposition gegen Präsident Putin und hat zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, darunter den Östereichischen Staatspreis für europäische Literatur (2014) und den Siegfried Lenz Preis (2020)


Leseempfehlung!

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Cover des Buches Eine Seuche in der Stadt (ISBN: 9783446269668)
GAIAs avatar

Rezension zu "Eine Seuche in der Stadt" von Ljudmila Ulitzkaja

Ein doppelbödiges Szenario
GAIAvor 4 Monaten

In „Eine Seuche in der Stadt“ entwirft Ljudmila Ulitzkaja auf nur 105 Seiten (ohne Nachwort) ein reales wie auch doppelbödig-humorvolles Szenario um einen Lungenpestausbruch in Russland im Jahre 1939.

Der Infektiologe Rudolf Iwanowitsch Mayer reist nach Moskau, um dort die Fortschritte seiner Forschung an einer Impfung gegen die Lungenpest vor dem großen Gesundheitskomitee vorzustellen. Was er beim Antritt seiner Reise nicht weiß, was den Lesenden aber recht schnell klar wird: er hat sich bereits mit der Erkrankung angesteckt und verteilt sie nun im Zug, bei der Sitzung mit den hohen Tieren und im Hotel. Nach Diagnose des Erkrankung wird der große Geheimdienstapparat der Sowjetunion aktiviert, um mit ihren Mitteln die Seuche einzudämmen.

Was Ulitzkaja hier deutlich macht, ist, dass wohl das einzige und letzte Mal in der Geschichte von Stalins Schreckensherrschaft dessen Terrorapparat positiv für die Belange der Einwohner genutzt wurde. Ganz grandios stellt die Autorin dar, was es damals bedeutet hat, wenn mitten in der Nacht es an der Tür klopfte. Hier werden „nur“ potentiell Infizierte eingesammelt. Meist waren es zu dieser Zeit aber Menschen, die nur ein falsches Wort gesagt haben oder vermeintlich ein falsches Wort gesagt haben, und in Lager oder den Tod geschickt wurden. Was dieses Anklopfen mit einzelnen nur ganz kurz vorgestellten Personen macht, welche Handlungen es auslöst, ist authentisch wie auch mitunter etwas kabarettistisch dargestellt. Allein schon wie Stalin u.a. im Text und auch im Personenregister genannt wird, ist zum Schreien: „Ein Mächtiger Mann mit georgischem Akzent“. Und ja, es gibt selbst für diese kurze Geschichte, die die Bezeichnung „Szenario“ trägt, ein Personenregister. Typisch für große russische Romane. Denn hier gibt es gefühlt den gleichen Umfang an Personal, wie es aus den dicken, russischen Schinken bekannt ist. Auch das meines Erachtens ein mit Augenzwinkern gewählter Schachzug der Autorin.

Der Text unterdessen ist nicht brandaktuell entstanden, auch wenn erschienen in 2020 unter dem Eindruck von Covid-19 taufrisch wirkt, sondern schon im Jahre 1978 geschrieben. Wie aus dem erhellenden Nachwort der Autorin hervorgeht, erfuhr sie über die Tochter des als fiktive Figur auch im Text vorkommenden, realen Pathologen, dass damals ein Lungenpestausbruch in Moskau aufgrund der Geheimdienstmethoden des Staates eingedämmt werden konnte. Publik wurde dieser und ähnliche andere Ausbrüche nie gemacht.

So spannt die Autorin mit ihrem Szenario aber auch mit dem tollen Nachwort den Bogen vom Jahre 1939 ins Pandemie-Jahr 2020. Eine wirklich empfehlenswerte Lektüre, nicht nur in pandemischen Zeiten, sondern auch Zeiten, in denen Der Mächtigste Mann Russlands mit Leningrader Akzent“ wieder ein Despot ist und ähnliche Machtinstrumente anwendet wie damals Stalin. 4,5 Sterne.

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https://www.lovelybooks.de/autor/LovelyBooks/LovelyBooks-Spezial-1287744138-w/leserunde/7422478752/7422483083/


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(d.h. mit 20 Büchern bekommt ihr 2 Lose, mit 25 Büchern 3 Lose usw.) 

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Für die Verlosung des Buchpaketes werden nur Rezensionen zu den hier angehängten Büchern berücksichtigt.

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959 Beiträge
monerls avatar
Letzter Beitrag von  monerlvor 12 Tagen

Uff, welche Erleichterung, dass auch dein Paket angekommen ist. Kurz mal hatten wir etwas Sorge, dass es verlorengegangen ist. Dass auch du kein Buch schon hast ist wirklich genial! Viel Spaß mit deinem Gewinn! Lesezeit konnten wir leider nicht mit dazu einpacken. :)

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