Ljudmila Ulitzkaja Olgas Haus

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Inhaltsangabe zu „Olgas Haus“ von Ljudmila Ulitzkaja

Frauen, die von Liebe reden. „Ich empfehle Ihnen sehr alle Bücher von Ljudmila Ulitzkaja Sie ist schön, sie hat Erfolg, eine Familie, einen Liebhaber und manchmal sogar zwei – Olga könnte zufrieden sein. Aber in ihr sitzt ein Stachel, ein unstillbares Verlangen, das sie in immer absurdere Abenteuer treibt und ihr schließlich zum Verhängnis wird … In zwölf Geschichten über verliebte Frauen, ältere Damen, arme Verwandte und schrullige Außenseiter beweist Ljudmila Ulitzkaja einmal mehr ihr erzählerisches Talent.

Leises Glück? Feine Ironie? Vermutlich beides. Ulitzkajas Erzählweise erscheint in sich selbst unvereinbar und doch unheimlich schlüssig.

— derlorenz

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  • Das Glück der Demütigen

    Olgas Haus

    derlorenz

    02. November 2014 um 22:31

    Dem Mutigen verheißen Sprichwörter das Glück der Welt. Das gilt wohl überall, Rußland eingeschlossen. Nur in dem Rußland, das Ljudmila Ulitzkaja beschreibt, da finden eher die Demütigen ihr Glück. „Die Glücklichen“ heißt eine der Erzählungen aus „Olgas Haus“. Auf wenigen Seiten wird das Schicksal zweier alter Leutchen skizziert, die sehr spät ein Kind bekamen. Zu dritt erlebten sie die glücklichsten acht Jahre, dann reißt sie ein tödlicher Verkehrsunfall auseinander. Jetzt kommen die beiden Alten jeden Sonntag auf den Friedhof, wo es ein Familienfestmahl gibt. Soll das ein leises Glück sein? Oder feine Ironie? Vermutlich beides. Ulitzkajas Erzählweise erscheint in sich selbst unvereinbar und doch sehr schlüssig. Sie kommt nicht ohne Ironie aus, da steht sie in der Tradition jüdischer Alltagskultur, die sie immer wieder als Hintergrund benutzt. Doch sie verspottet auch niemanden. Ihre Ironie schwebt nicht über den Dingen, sondern stellt jene Distanz her, die dem Leser eine genaue und unvoreingenommene Sicht ermöglicht. Denn der Blick konzentriert sich oft auf schmerzliche Wunden, die man sich eigentlich lieber nicht aus der Nähe ansieht. Slawa zum Beispiel; er hat alles, wovon Sowjetbürger normalerweise nur träumen können. Sein Adoptivvater, ein homosexueller Humbert Humbert, hat ein Netz aus vielerlei Sicherheiten und Vorzügen um seine männliche Lolita gesponnen. Und den Keim der in Sowjetrußland verbotenen Liebe gepflanzt. Wegen dieser Liebe, die den Männern gilt, beginnt Slawa ein völlig neues Leben. Wie das aussieht, darüber verliert Ulitzkaja dann nur wenige Andeutungen, die eine Beerdigung auf Staatskosten beinhalten. Nichts erfahren wir darüber, ob Slawa sein musisch-gemütlich-bürgerliches (und recht ausführlich beschriebenes) Leben vermißte. Die Erzählerin verschweigt, was sich bis zum schlimmen Ende ereignete. Der flüchtige Leser mag das seltsam finden. Ihm könnte es so vorkommen, als wären die präsentierten Auschnitte willkürlich gewählt. Ganze Lebensgeschichten fliegen vorbei, kaum ein paar Seiten lang, und plötzlich stockt die Zeitreise. Ein Abschnitt beginnt sich zu strecken, entfaltet eine mögliche Deutung oder ein ungewöhnliches Detail, und wird plötzlich abrupt beendet. Andere Erzählungen widmen sich nur einem einzigen Geschehnis, tauchen kurz in die Tiefe eines - vorwiegend weiblichen - Charakters. Manchmal läuft die Geschichten ganz allmählich auf Grund, verklingt wie der letzte Ton der Zeitzeichens, dann wieder hat Ulitzkaja sogar eine finale Pointe zu bieten. Nur eins haben die meisten Erzählungen gemeinsam: ausgewogen wirken sie erst im Nachklang. Wer sie hintereinander wegliest, sieht vielleicht nur menschliches Leid und Tragik, eingerahmt von einem trüben russischen Alltags, in dem soetwas wie „Perestroika“ kaum Bedeutung hatte. Ljudmila Ulitzkajas Aufmerksamkeit gilt denen, die von Fortuna nicht verwöhnt werden. Wer jedoch genau hinsieht, nimmt auch stilles Glück wahr, wie es sich nur aus der Demut heraus entwickeln kann. Demut ist ein unmodernes Wort, eng verknüpft mit ebenso unmodernen Begriffen wie Glauben oder Schicksal. Es kommt dort aus der Mode, wo das Leben keinen Sinn mehr in sich selbst hat, wo externe Kriterien (Erfolg? Aufmerksamkeit? Geld?) die Menschen bewegen. Deshalb sind Ulitzkajas Geschichten für uns schwer zu verstehen, ja sogar deprimierend. All diese Verlierer, die ihre ärmlichen Marotten pflegen! Nein, es wird uns nicht leicht gemacht, die „Helden“ sympathisch zu finden. Aber komisch: sie interessieren uns trotzdem. Warum? Das ist das Geheimnis einer faszinierenden und stilistisch brillianten Schriftstellerin.

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  • Rezension zu "Olgas Haus" von Ljudmila Ulitzkaja

    Olgas Haus

    Anja_Lev

    09. March 2009 um 10:15

    Eigentlich behandeln die Geschichten, die Ljudmila Ulitzkaja erzählt traurige Themen. Vom Alter, von Tod und Trennungen berichtet sie aber so leicht und mit einem kleinen Schmunzeln, dass die einzelnen Erzählungen eher froh stimmen. Mir hat die Geschichte von "Taschen-Nele" am besten gefallen, deren Pointe ich zwar nicht verraten möchte, an deren Ende ich aber doch schmunzeln musste, obwohl die Protagonistin stirbt. Einziger Abstrich und daher nur 4 Sterne ist meiner MEinung nach die Geschichte der dicken Sinaida, die in Bezug auf die Erläuterung von Glauben und Religion etwas zu lang geraten ist..

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