Lloyd Jones Die Frau im blauen Mantel

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Inhaltsangabe zu „Die Frau im blauen Mantel“ von Lloyd Jones

Dies ist die Geschichte einer Frau. Und des Lastwagenfahrers, der sie für eine Hure hielt. Der Leute, die sie übers Meer schmuggelten. Und die des alten Mannes, den sie beraubte. Der Frau, deren Namen sie stahl. Es ist die Geschichte einer Mutter auf der Suche nach ihrem Kind.

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  • Die Frau im blauen Mantel von Lloyd Jones.

    Die Frau im blauen Mantel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 04:55

    Die Frau im blauen Mantel schlägt sich von Nordafrika bis nach Berlin durch, auf der Suche nach ihrem Sohn, der ihr vom Vater aus der Wiege geraubt wurde. Unwissend, dass sie einst Adoptionspapiere unterschrieb, kämpft sie nun um ihr Kind und erkauft sich Zeit von dessen Vater. Wobei sie sich mal recht, mal schlecht über Wasser hält und dabei so mancher Leben streift. Die Frau im blauen Mantel ist ein Myterium. Woher kommt sie? Wohin geht sie? Nach Norden, beteuert der Lkw Fahrer, immer weiter nach Norden. Über die Grenze, in den Zug und dann nach Berlin, sagen die Jagdgefährten, von denen einer in Tränen ausbricht. Doch so ganz erfahren wir es nicht, was diese Frau verbirgt hinter ihrem Schweigen, das Unwissen vortäuscht, wo Lügen vermieden werden wollen. Genau dies macht für mich den Reiz dieses Romans aus, die verzweifelte Neugierde, mit welcher der Leser Seite um Seite liest, die Kapitel mit den Augen in sich einsaugt und dann doch immer hinter der Spur der Frau im blauen Mantel her hinkt, ähnlich des italienischen Inspektors. So ganz verborgen bleibt dem Leser die mysteriöse Mantelträgerin dann natürlich doch nicht. Es wäre auch enttäuschend, wenn es so endete. Doch man tappt sich durch gute 200 Seiten Dunkelheit, bevor sich durch die Perspektive der Frau welcher man folgte diese erhellt und plötzlich alles einen Sinn macht, wenn es auch nicht zum Glück der Handelnden beiträgt. Dafür wird der Leser gefesselt an dieses Buch, seine Handlung und die Suchende, welche ihr eigenes Glück aufs Spiel setzt um das Kind wiederzusehen, welches man ihr genommen hat. So ist auch sie auf der Suche nach jemandem, der ihr schicksalsbedingt fern bleibt, während der Leser auf der Suche ist nach ihr. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Schicksalsroman, der Stilmittel des ersten mit den harten Wahrheiten des letzteren zu verknüpfen weiß. Reißt er doch gekonnt an den Strängen des Herzens, um kurz darauf die Schweißperlen auf der Stirn zum glänzen zu bringen. Die Frau im blauen Mantel scheint mir ein Symbol, ein Platzhalter für so viele andere Frauen, so viele andere Geschichten, die nicht minder tragisch oft unerzählt bleiben. Denn auch wenn sie das Wort ergreift, bleibt sie mir fremd, bleibt immer ein Phantom in gekonnt geschneiderter Oberbekleidung, wird nie konkret, nie ganz greifbar. Bleibt bis zum Ende nur die Frau, die Mutter, die verzweifelt Liebende, die sich für einen Augenblick des Glücks in jedem anderen Moment opfern würde. Ein beeindruckender Roman, der in seiner Schlichtheit zu berühren vermag, wenn auch nicht immer angenehm.

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