Lloyd Jones Mister Pip

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Inhaltsangabe zu „Mister Pip“ von Lloyd Jones

'Herzzerreißend, poetisch und voller Überraschungen.' ISABEL ALLENDE

Bougainville – ein paradiesisches Idyll im Südpazifik. Bis die Soldaten landen. Während Hubschrauber die tropische Stille durchbrechen, entführt der exzen-trische Mr. Watts seine Schüler in eine fremde, vielleicht bessere Welt: die Welt des Charles Dickens. Für die kleine Matilda wird der Waisenjunge Pip so real wie die eigene Mutter, und die größte Freundschaft ihres Lebens beginnt. Doch lange bleibt die ideale Gegenwelt nicht unberührt … Ein modernes Märchen von der Macht der Phantasie.

Selten sind das Schöne und das Schreckliche, das Menschen einander antun können, so umstandslos, so atmosphärisch und weise erzählt worden.
'Eine bildgewaltige Fabel – klar, pointiert und von einer kraftvollen Ruhe.'
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Kein Wohlfühlbuch

— schokoloko29

Eine schöne aber auch grausame Geschichte über die Kraft der Phantasie, die die Literatur wecken kann.

— Xirxe

Hach... Wunder-wunder-schön.

— MiseEnAbyme

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  • Grausame Geschichte aus einer kindlichen Perspektive

    Mister Pip

    schokoloko29

    19. May 2015 um 14:20

    Inhalt des Buches: Matilda wohnt auf einer Insel im Pazifik und lebt ein einfaches und überschauliches Leben mit ihrer Mutter. Dies ändert sich als Rebellen ihre Insel besetzen und Geisel nehmen. Damit die Kinder auf der Insel weiterhin einen schulischen Alltag haben, unterrichtet der einzige Weise, Mr. Scott/oder Pop Eye, auf der Insel die Kinder und bringt ihnen "Große Erwartungen" von Charles Dickens näher. Diese Geschichte und die Hauptperson "Pip" nimmt Matilda sehr in den Bann. Sie ist für sie ein richtiger Freund geworden. Die Ereignisse auf ihrer Insel überschlagen sich. Die Rebellen wollen ein Opfer/Sündenbock, um ihre Wut zu kanalisieren. Mr. Scott ist bereit sich zu opfern, damit die Kinder geschützt bleiben.... Eigene Meinung: Dieses Buch ist kein Wohlfühlbuch. Unaussprechlich grausame Handlungen werden in sehr einfacher, fast kindlicher Sprache beschrieben. Für mich war es nicht immer einfach dieses Buch zu lesen. Auch das Ende wo Matilda die Ehefrau von Mr. Scott wiederfindet hat mich nicht so richtig mit diesem Buch ausgesöhnt. Fazit: Keine leichte Kost und für mich kein versöhnliches Ende.

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  • Die Kraft der Phantasie

    Mister Pip

    Xirxe

    16. July 2014 um 15:28

    Bougainville, eine kleine Insel im pazifischen Ozean, deren Name ich bisher eher mit der ebenfalls nach ihrem Namensgeber benannten Pflanze Bougainvillea in Verbindung brachte, ist der Schauplatz dieses Romans, der sich vor dem realen Hintergrund des dortigen, von der Weltöffentlichkeit fast unbemerkten Bürgerkrieges abspielt. Tausende von Menschen starben damals, darunter viele Zivilisten, unter anderem auch infolge der Blockade, die das Eiland von sämlichen Lieferungen incl. Lebensmittel und Medikamente abriegelte. Auch Mathilda, ein 'dünnes vierzehnjähriges Ding', spürt die Auswirkungen. Von ihrem Vater, der in Australien arbeitet, bekommen sie und ihre Mutter keine Nachrichten mehr und alle Ausländer verlassen nach und nach die Insel, so auch ihre Lehrerin. Lediglich der etwas schrullige Mr. Watts mit seiner einheimischen Frau Grace bleiben und nach einiger Zeit bietet er sich als Lehrer für die verbliebenen Kinder an. Sein 'Hauptprojekt' ist das tägliche Vorlesen eines Kapitels aus 'Große Erwartungen' von Charles Dickens, dem 'größten Roman des größten englischen Schriftstellers aus dem 19. Jahrhundert'. Nicht nur Mathilda ist begeistert, doch für sie wird der Waisenjunge Pip, die Hauptfigur, zu einem richtigen Freund und sie lernt zum ersten Mal in ihrem Leben eine neue Welt kennen - sehr zum Missfallen ihrer gottesfürchtigen Mutter. Doch es bleibt nicht bei den verhältnismäßig kleinen Unstimmigkeiten: Der Bürgerkrieg rückt in ihrem Dorf ein in Form einer Gruppe von Soldaten... Jones beschreibt im Namen der 14jährigen Mathilda in bedachtsamer und aufmerksamer Form, was Literatur im Menschen bewirken kann: Wie die Phantasie sich Bahn bricht, fiktive Gestalten immer realere Formen annehmen im Guten wie im Schlechten und dass das Zurückziehen in seine eigene Gedankenwelt dennoch Kraft, Hoffnung und Trost geben kann - gerade in schlimmen Zeiten. Ein schönes Buch, das zum Lesen animiert - und besonders zum Lesen der 'Großen Erwartungen' ;-)

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  • SuB-Abbau-Challenge 2014 - ran an die ungelesenen Bücher!

    Daniliesing

    Achtung: Man kann jederzeit noch einsteigen! Er ist Freude und Leid zugleich, er wächst und wächst und wird dabei immer schöner, aber auch erdrückender. Die Rede ist vom SuB ( Stapel ungelesener Bücher), der sich bei immer mehr Lesern in ungeahnte Höhen ausweitet. Bei vielen ist es mittlerweile sogar so weit, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle ungelesenen Bücher auf einen Stapel zu stapeln. Es sei denn man nimmt die Gefahr in Kauf, vom eigenen Bücherstapel erschlagen zu werden. Deshalb muss ganz dringend eine Lösung her, damit all unsere wunderbaren ungelesenen Bücher nicht länger ein trauriges Dasein in den Regalen fristen müssen: Die große LovelyBooks SuB-Abbau-Challenge 2014 Ihr möchtet etwas dagegen tun und auch mal wieder Bücher lesen, die vielleicht schon länger ungelesen im Regal stehen? Ihr braucht eine Entscheidungshilfe dabei, was ihr 2014 lesen sollt? Dann haben wir jetzt die perfekte Lösung für euch. Macht mit bei dieser Challenge, lest im kommenden Jahr 12 Bücher von eurem SuB, die jemand anderes für euch aussucht, und entdeckt so "alte" Buchschätze ganz neu! Die Regeln Meldet euch bis zum 21. Dezember 2013 für diese Challenge an! Schreibt für eure Anmeldung hier einen Kommentar mit einem Link zu einem Regal eurer ungelesenen Bücher bzw. eures SuBs hier bei LovelyBooks! Verratet außerdem, wie viele Bücher vom SuB ihr in einem Jahr schaffen möchtet (mindestens 12, gern aber auch mehr, wenn ihr euch das zutraut)! Euer SuB sollte mindestens 25 Bücher umfassen, damit auch etwas Auswahl vorhanden ist. Am 22. Dezember bekommt ihr je einen Teilnehmer von mir zugelost, für den ihr 12 (oder mehr) Bücher vom SuB aussucht, die derjenige 2014 lesen soll. Bitte postet bis spätestens 31.12. hier im Thema die Bücher, die ihr für euren SuB-Abbau-Partner ausgewählt habt. Wenn es jemand verpasst, werde ich spontan selbst die Bücher auswählen, damit jeder weiß, was er 2014 lesen kann. Ab 01.01.2014 geht es dann richtig los - die Bücher, die für euch ausgesucht wurden, können ab diesem Zeitpunkt gelesen werden. Wenn ihr ein Buch beendet habt, sagt hier Bescheid und schreibt gern auch eine Rezension oder eine Kurzmeinung auf der Buchseite zum Buch. Wir sind sicher alle neugierig, wie es euch gefallen hat :) Ihr habt die Anmeldephase verpasst? Kein Problem, schreibt einfach trotzdem hier, wenn ihr noch später einsteigen möchtet und sobald wir mehrere Nachzügler haben, verlose ich wieder neue Partner, die für euch Bücher auswählen. Unter allen Teilnehmern, die ihr Ziel von 12 (oder mehr) Büchern erreichen, verlosen wir eine schöne Überraschung, die jedoch nicht aus Büchern bestehen wird. Wir wollen den SuB ja nicht wieder in die Höhe treiben ;-) Ihr habt Fragen zum Ablauf, den Regeln etc. - dann fragt am besten direkt hier in einem Beitrag und ich antworte schnellstmöglich. 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    • 2011
  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Binea_Literatwo

    30. April 2012 um 20:10

    Matilda zieht es förmlich mit einem Ruck aus ihrer Depression, aus ihrer tagelangen Schlafphase. Sie befindet sich in London und beginnt zu schreiben. „Alle nannten ihn Pop Eye.“ Diese fünf Worte lösen in Matilda eine Welle des Schreibens aus. Matilda denkt zurück, an ihre Kindheit in Bougainville – dem eigentlich paradiesischen Idyll im Südpazifik. Ihr Leben verlief ruhig und unspektakulär. Sie ging zur Schule, half ihrer Mutter und verbrachte stundenlang Zeit mit ihren Freunden. Ihr Vater ist seit einigen Jahren fort, zum Arbeiten in Townsville. Er muss Geld verdienen und sobald er eine neue Heimat aufgebaut hat, wollten Matilda und ihre Mutter nachreisen. Doch daraus wurde nichts, denn die Rothaut-Soldaten von Port Moresby fielen über die Insel her und blockierten sie. “Wenn alles was wir tun, sinnvoll wäre, sähe die Welt anders aus.” Es gab kein Hereinkommen oder Herauskommen mehr, die letzten Boote legten so schnell es ging von der Insel ab, darunter in einem davon auch ihr bisheriger Lehrer. Die Zeit der Ruhe und Stille legte sich über die Insel, die Schule geschlossen, keine Perspektiven – die Leben der Inselbewohner müssen sich neu ordnen. Mr. und Mrs. Pop Eye erregen täglich die Aufmerksamkeit der Kinder. Eigentlich heißen die beiden Grace und Tom Christian Watts, aber da sie so ein ungleiches und merkwürdiges Paar sind, haben die Kinder sie umgetauft. Keiner möchte etwas mit den zurückgezogen Lebenden zu tun haben, vor allem die Erwachsenen nicht. Als Mr. Watts den Schullehrer ersetzt und die Kinder in seinen Unterricht kommen, ist dieser noch mehr ein Dorn in den Augen der Erwachsenen. Vor allem Matildas Mutter ist empört, doch sie muss hinnehmen, dass ihre Tochter die Schule besucht. Kein anderer Mensch der auf der Insel lebt, hätte die Fähigkeit zu unterrichten und schließlich müssen die Kinder etwas lernen. Mr. Watts gestaltet den Unterricht so, wie er es für richtig hält und nutzt seine ihm gegebenen Mittel dazu. “Große Erwartungen” von Charles Dickens stellt er den Kindern vor und möchte es mit ihnen zusammen lesen. Zudem lädt er nach und nach die Eltern der Kinder in den Unterricht ein, denn diese sollen teilhaben, mitwirken beim Öffnen neuer Welten, fernab des bisherigen Daseins. Matilda lässt sich immer mehr in den Roman fallen, ihre großen Erwartungen werden erfüllt und Pip schleicht sich immer mehr in ihr Herz. Pip wird zu ihrem besten Freund und Begleiter und er eröffnet ihrer Fantasie und ihren Gedanken eine ganz eigene kleine Welt. Sie fühlt sich wohl und hätte Pip gern immer um sich. Bei ihm findet sie Zuflucht, was ihr und auch den anderen Kindern den Verstand rettet. Auf der Insel scheint etwas Frieden einzukehren und das Gleichgewicht unter den Bewohnern und das Leben im Allgemeinen bekommen eine neue Basis. Doch der Frieden währt nicht lange, denn die dünne Schale die sich um die Insel gelegt hat, um sie zu schützen, wird aufgebrochen und auch unter den Bewohnern wird das Feuer des Unglaubens und Misstrauens angeschürt. Wir Literatwos haben uns auf eine Insel begeben und sofort wohl und zuhause gefühlt. Lloyd Jones schreibt poetisch, malt mit seinen Worten Inselbilder und bringt tiefe Gefühlswelten ins Leserherz. Ein Buch im Buch hat der Autor uns geschenkt, eine ungewohnte Romanart, die aber genau mit dieser Eigenschaft besticht. Die Atmosphäre der Insel und deren Bewohner sind so lebendig, dass man das Gefühl hat, sich jeden Abend auf der Insel schlafen zu legen und jeden Morgen auf der Insel zu erwachen, selbst wenn man gerade nicht im Buch liest. Lloyd weiß wie er den Leser mit Poesie und einem Mädchen namens Matilda fesselt, ergriffen macht und zum Nachdenken bringt. Doch nicht nur Matilda, sondern auch die Rolle des Mr. Watts ist purer Tiefgang. Tränen können am Ende einfach nicht unterdrückt werden, denn das Leserherz ist gefühlig angespannt und hätte die letzte Seite nie erreichen wollen. Es war einfach zu schön… “Mister Pip” hat sich zum Herzensbuch entwickelt, Literatwo an die Hand genommen, entführt und eine Welt entblättert, in der sich auch Charles Dickens wohlgefühlt hätte. Ja – das glauben wir und es wäre schön zu wissen, was Dickens dazu sagen würde, Pip in einem weiteren Roman über den Weg zu laufen. Kompletter Bericht & bebilderte Rezension: http://literatwo.wordpress.com/2012/04/30/mister-pip-weckt-grose-erwartungen/ “Wer von einem Buch gefesselt ist, vergisst einfach zu atmen. Da mag das Haus in Flammen stehen, ein versunkener Leser wird erst aufblicken, wenn die Tapete Feuer fängt.”

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  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Archibald Pynchon-Light

    08. October 2011 um 09:10

    Die Insel Bougainville im Südpazifik versinkt eines Tages im Chaos. Die Regierungstruppen terrorisieren die Bevölkerung auf der Suche nach Rebellen. Erzählt werden die Ereignisse aus der Sicht der jungen Mathilda. Seit alle Lehrer von der Insel geflohen sind, verfügt sie über mehr Freizeit, als sie sinnvoll zu füllen vermag. Bis eines Tages der letzte Weiße auf der Insel die vakante Stellung übernimmt. Mr. Watts hat nicht auf alles eine Antwort, aber auf einem Gebiet ist er unschlagbar: Charles Dickens. Er liest den Schülern dessen Roman Große Erwartungen vor. Jeden Tag ein Kapitel, neunundfünfzig Tage lang. Mathildas strenggläubige Mutter sieht mit wachsendem Unbehagen, wie sich ihre Tochter immer mehr Mr. Watts und dem Buch von Charles Dickens zu und gleichzeitig von ihr und der Bibel abwendet. Sie plant, Watts Einfluss zu brechen und stürzt damit das ganze Dorf ins Verderben. Zudem erfahren die Soldaten von dem rätselhaften Mister Pip und halten ihn durch eine Reihe von Missverständnissen für einen Rebellen, ohne zu ahnen, dass er die Hauptfigur von Große Erwartungen ist. Sie verlangen seine Auslieferung und drohen, das Dorf dem Erdboden gleichzumachen. Doch das Buch und damit der einzige Beweis für den fiktionalen Charakter Mister Pip, ist plötzlich verschwunden. Man muss Große Erwartungen nicht kennen, um der Handlung zu folgen, aber man bekommt große Lust darauf. So wie die ganze Schulklasse den Abenteuern von Pip, Estella und Magwitch lauscht, so gespannt verfolgt der Leser dieses Buches die Ereignisse um Mathilda und Mr. Watts. Jones schafft es, die Faszination von Büchern zu vermitteln. Anstelle von Dickens´ Roman kann jeder Leser sein eigenes Lieblingsbuch einsetzen und wird auf das angenehmste daran erinnert, warum wir Bücher lieben. Es zeigt die Macht der Phantasie und die Magie des Lesens. Als im Buch das einzige Exemplar von Große Erwartungen ein Opfer der Flammen wird, beginnt die Klasse ein einzigartiges Experiment. Sie fangen an, die Geschichte aus der Erinnerung neu zu erschaffen. Wie Puzzleteile tragen sie alles zusammen, ergänzen sich gegenseitig und Mr. Watts schreibt alles gewissenhaft nieder. Mister Pip ist spannend, unterhaltsam und wirklich wunderschön. Allerdings kein Kinderbuch. Eine bittere Lehre, die man aus der Lektüre ziehen muss: Literatur kann uns ans bessere Orte entführen, Trost und Freude spenden und über ein freudloses Dasein hinweghelfen, aber sie kann nicht vor der Brutalität der realen Welt beschützen.

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  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. July 2011 um 16:33

    Auf einer Insel im Südpazifik herrscht ein Bürgerkrieg, die Blockade verhindert, dass die Menschen fliehen können. Mr. Watts oder Pop Eye, wie er von den Dorfbewohnern genannt wird, ist der einzige Weiße, der auf der Insel geblieben ist. Nachdem auch der Lehrer fort ist, übernimmt Mr. Watts diesen Posten. Er liest den Kindern aus Große Erwartungen von Charles Dickens vor und und schafft es dadurch dem Krieg für kurze Zeit die Macht zu nehmen. Mister Pip ist eines dieser Bücher, die ich nach dem Lesen mit geschlossenen Augen noch eine Weile in der Hand halte und meine Gedanken abschweifen lasse, ehe ich es in mein Regal stelle und dabei lächeln muss. Mister Pip ist eine ergreifende Geschichte über die Magie und die Kraft der Phantasie, die uns in Welten eintauchen lässt, die wir ohne sie nie zu sehen bekommen würden. Die uns an die Hand nimmt und uns für eine Weile aus der Realität entführt. Mister Pip lehrt uns aber auch, dass Freud und Leid, Enttäuschung und Vergebung, Liebe und Hass sehr dicht beieinander liegen. Mister Pip wird aus der Sicht von Matilda erzählt. Jahre nachdem sie die Insel verlassen und ein neues Leben begonnen hat, schreibt sie ihre Erlebnisse nieder. Ehrlich ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erzählt Matilda vom Krieg, von der Schande und von den Momenten in denen ihr neuer Freund Pip sie mit ins alte England nimmt. Sie berichtet, wie sie zwischen den Fronten steht. Auf der einen Seite ihre Mutter, die sie groß gezogen hat, die an Gott und an den Teufel glaubt, auf der anderen Seite Mr. Watts, dessen Glaube sich auf die fiktiven Figuren in Büchern beschränkt, der ihr, Matilda, damit durch die schweren Zeiten hilft. Der Schreibstil ist zugleich bildlich und nüchtern, er ist schockierend und unverblühmt. Als Leser ist man mitten im Geschehen, sobald man das Buch aufklappt, ist man auf der Insel, ist ebenso betroffen von der Blockade, kann nicht fliehen, man hat angst, wenn die Charaktere angst haben, man freut sich, wenn sie sich freuen, man leidet, wenn sie leiden. Fazit In schweren Zeiten brauchen die Menschen etwas an dem sie sich festhalten können, etwas das sie entführt, weit weg, weg von dem was um sie herum passiert. Und genau darum geht es in dem Buch Mister Pip. Um die Kraft und die Magie der eigenen Phantasie, die Realität eine Weile zu verlassen und sich nur seinen Vorstellungen hinzugeben.

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  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Principessa de la Luna

    11. March 2011 um 16:59

    'Mister Pip' ein Roman, verfasst von Lloyd Jones, erzählt die Geschichte des jungen, schwarzen Mädchens Matilda, welches den Bürgerkrieg auf der Insel Bougainville miterlebt. Die Erzählerin ist Matilda selbst, die das Voranschreiten des Bürgerkrieges auf ihrer Heimatinsel dokumentiert, jedoch erst Jahre nach dem sie die Insel verlassen hat. Das paradisische Idyll im Südpazifik wird von ihr nicht ganz so idyllisch beschrieben, denn der Bürgerkrieg holt die Inselbewohner ein, die Weißen verschwinden Einer nach dem Anderen von der Insel und eine Blockade wird errichtet. Strom fehlt, ebenso wie die gewohnte Versorgung,weswegen die Inselbewohner wie ihre Vorfahren selbst etwas zu ihrer Versorgung beisteuern müssen. Der letzte, verbliebene Weiße; Mr. Watts; nimmt den Kindern ihre Langeweile in dem er die Schule wieder öffnet und sie in das Land der Bücher entführt. Um genau zu sein in Charles' Dickens' 'Große Erwartungen'. Für die kleine Matilda wird Pip aus dem Roman von Dickens zum Freund und irgendwie auch zur ersten Liebe ihres Lebens. Doch der Bürgerkrieg holt das Dorf ein und Pip wird zu ihrem Verhängnis. Dieser Roman hat mich bestürzt und verletzt und hingerissen und....ich könnte noch so viele Worte finden, die meinen Gemütszustand beschreiben. Vor allem aber, hat mich dieser Roman wachsen lassen. Ich bin mit Matilda gewachsen, habe mit ihr Pip angehimmelt und habe in manchen Momenten die Augen zugemacht um gewisse Dinge nicht zu sehen. Der Konflikt zwischen Matildas Mutter und Mr. Watts war so geschickt dargestellt. Die Zerissenheit Matildas war fühlbar, greifbar....Auf der einen Seite der atheistische Mr. Watts und auf der anderen Seite ihre höchst religiöse Mutter, die den Kindern versucht zu vermitteln wie wichtig Gottesfürchtigkeit ist. Irgendwo dazwischen Matilda, die weiß, dass beide in sich für sich selbst Recht haben, aber selbst nicht weiß wo sie eher hin tendiert. Diese Feinfühligkeit ist faszinierend und traurig zugleich. Wundervoll ist die Wortwahl. Wie genau und präzise diese Frau nach Jahren alles so beschreibt wie es war. Es fühlt sich nicht an, als wollte jemand etwas beschönigen, es wird genauso gesagt wie es war. Es werden Fakten wieder gegeben kein Märchen. So hart diese Fakten sind, umso realistischer ist es doch. Heute wird alles schön ausgedrückt nur um es nicht so grausam wirken zu lassen, obwohl es das ist. Entlassungsproduktivität oder sozialverträgliches Frühableben sind nur Beispiele dafür, wie grausam etwas sein kann, obwohl es nicht schlimm klingt. Matilda schildert grausame Dinge grausam, so wie es eben ist und das ist so erschreckend und so bewundernswert zugleich. Der bewegendste Aspekt für mich ist aber die Suche nach dem echten Mr. Watts. Matilda bemerkt im Laufe des Romans, dass dieser nicht immer das zeigt, was ihn ausmacht. Sie merkt, dass er ihnen 'Große Erwartungen' nicht so vorgelesen hat, wie es wirklich geschrieben ist. Sie merkt, dass er an den 'sieben' Erzählabenden nicht seine Geschichte erzählt, sondern einen Flickenteppich bastelt. Sie erkennt, dass er ein Schauspieler ist. Irgendwie ist diese Erkenntnis bestürzend, denn man weiß nicht so Recht, was von allem, was Mr. Watts den Kindern gesagt hat, wahr ist, doch irgendwie ist es als ob man sich auf die Suche nach jemandem begibt, den man gesehen hat und nun kennen lernen will. Matilda sucht nach ihm und als sie Dickens kennen lernt, scheint sie Watts als den wahren Dickens zu sehen und das ist das Berührendste. Sie stellt anstelle von Dickens, anstelle von Pip Mr. Watts auf ihren kleinen Altar und man hat das Gefühl, dass die Suche nach Mr. Watts von Beginn des Buches eingeleitet wird und man zum Ende erst bemerkt, dass man ihn schon von Beginn an kennt.

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  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Mandel

    12. March 2010 um 20:59

    Auf Bougainville, einer tropischen Insel im Südpazifik in der Nähe von Neuseeland, herrscht Bürgerkrieg. Die Bewohner fürchten um ihr Hab und Gut. Sie verlieren nicht nur liebe Menschen, sondern alles was sie haben. Die einzige Hoffnung für das kleine Mädchen Matilda ist Mister Pip - eine Romanfigur von Charles Dickens. Während dieser schweren Zeit wird er ihr bester Freund. Gemeinsam mit ihrem Lehrer erschaffen sich Matilda und ihre Schulkameraden eine bessere Welt ohne Krieg, Trauer und Verlust. Auch außerhalb des Unterrichts wird Pip Matildas stetiger Begleiter. Ein Begleiter, der ihr nicht genommen werden kann. "Mister Pip" ist ein Buch, dass eine herzzerreißende Geschichte erzählt, die für uns kaum vorstellbar ist. Sie erzählt Leid und Schmerz, aber auch von den Freuden, die man während schwerer Zeiten erleben kann. Als erwachsene Frau erzählt Matilda aus ihrem Leben als Kind auf einer Insel, welche vom Bürgerkrieg regelrecht zerstört wird. Ein tropisches Paradies verwandelt sich in ein Schreckensszenario ohne Ruhe und Sicherheit. Gemeinsam mit ihrer Mutter durchlebt sie die wohl schlimmsten Monate ihres Lebens. Hoffnung schöpft die kleine Matilda einzig aus einem Buch. „Große Erwartungen“ von Charles Dickens zeigt ihr und ihren Freunden eine Welt auf, in die sie flüchten können. In Gedanken reist Matilda jeden Tag zusammen mit Pip in das England der Kolonialzeit. Doch obwohl ihr Freund ihr so viel Kummer nimmt, bringt er ihr umso mehr Ärger. Dennoch ist er bis zuletzt für sie ein Rückzugspunkt, der ihr hilft stets neuen Mut zu fassen. Dieses Buch von Lloyd James erzählt nicht nur eine bloße Geschichte, sondern bringt sehr viel mit sich. Es zeigt auf, wie Bücher und vor allen Dingen Geschichten den Menschen ihre Sorgen nehmen, wie sie sich in eine bessere Welt denken und somit dem Alltag entfliehen können. Es ist eine Erzählung von der Liebe zu Geschichten. Sowohl kraftvoll, atemberaubend, als auch mit viel Ruhe, vermittelt der Roman dem Leser ein Bild, welches lebendig, bunt, aber auch erschreckend ist. Obwohl Bougainville im Ausnahmezustand ist, wird nicht nur die Brutalität des Krieges pointiert, sondern vielmehr das Leben mit dem Krieg. Es zeigt auf welche Ängste Menschen durchleben, aber vor allen Dingen, wie sie lernen damit zu Recht zu kommen, auch wenn sie sich in ihre eigene Fantasy oder in ihre Religion flüchten. Lloys Jones hat mit „Mister Pip“ einen sehr atmosphärischen Roman erschaffen, der sehr lebensecht herüber kommt. Dies mag vor allen Dingen daran liegen, dass der 1955 nahe Wellington geborene Schriftsteller, bei dem Bürgerkrieg in den 1990er Jahren als Journalist vor Ort war. Fazit: Sehr beeindruckend, vielseitig und hintergründig. Auch nach der Lektüre, wird man noch oft an Matilda und ihren Mister Pip zurückblicken.

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  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Salzfang

    16. January 2010 um 14:10

    Bougainville , ein paradiesisches Idyll im Südpazifik. Bis die Soldaten landen. Während Hubschrauber die tropische Stille durchbrechen Dschungel , entführt der exzentrische Mr. Watts seine Schüler in eine fremde, vielleicht bessere Welt: die Welt des Charles Dickens. Für die kleine Matilda wird der Waisenjunge Pip so real wie die eigene Mutter, und die größte Freundschaft ihres Lebens fängt an. Das Buch gehört durch

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  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    Gospelsinger

    04. September 2009 um 23:02

    Die Kraft der Literatur in schweren Zeiten.

  • Rezension zu "Mister Pip" von Lloyd Jones

    Mister Pip

    lesemaus

    24. June 2008 um 18:41

    Sehr schönes Buch, Verhältnis zwischen unterschiedliche Kulturen ist berauschend.

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