Loïc Dauvillier

 4.1 Sterne bei 8 Bewertungen

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Loïc DauvillierDas Attentat
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Das Attentat
Das Attentat
 (5)
Erschienen am 25.02.2014
Loïc DauvillierDas versteckte Kind
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Das versteckte Kind
Das versteckte Kind
 (3)
Erschienen am 17.03.2014

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NiliBine70s avatar

Rezension zu "Das versteckte Kind" von Loïc Dauvillier

Bilder sagen mehr als Worte
NiliBine70vor 2 Jahren

Das versteckte Kind“ fand seinen Weg als ein weiteres Wanderbuch durch die Nachbarschaft im Campus Libris – Literatur en Blog zu mir und ich war auch hier heilfroh, dass meine Nachbarn mich damit nicht allein ließen und die, die es schong gelesen hatten, konnten mich gut verstehen und haben mir die Schulter geliehen, die ich brauchte, wenn das Mit-Leiden zu groß war und etwas vorab raus musste.

Man könnte die Geschichte der kleinen Dounia, die im Jetzt in der Geschichte selbst eine Großmutter ist, natürlich auch komplett in eine durchweg geschriebene Geschichte, ein Buch packen. Mit Sicherheit würde man auch Menschen damit erreichen, die Herzen der Leser, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Aber die Macht, die Kraft der Bildsprache, die wirkt doch viel viel mehr. Diese Erfahrung habe ich mit dieser Graphic Novel gemacht. Ansonsten ist das überhaupt nicht meine „Baustelle“, aber ich bin immer offen dafür, mich auch mal fernab meiner gewohnten Pfade mitnehmen zu lassen. Da berühre ich dann auch gerne Themen, die nichts mit Leichtigkeit und Spaß zu tun haben. Nein, hier ist etwas real gewesen, für manche Menschen immer noch real und auf eine gewisse Weise passieren solche Dinge immer noch. Menschen müssen sich verstecken, aus den unterschiedlichsten Gründen. Müssen einen Teil ihres Selbst verleugnen. Ihren Namen ablegen, ihre Religion, ihre Heimat.

Wie gesagt, das geschriebene Wort gibt es in dem Bereich bestimmt auch schon öfter, wahrscheinlich auch ganz großartig geschrieben. Aber das visuelle dieses Buches trifft noch mal für meine Begriffe mehr mitten ins Herz!

Man sieht dieses Mädchen wie in einem Film, man sieht Tränen, man sieht Angst und Unverständnis in ihren Augen. Und man erlebt ihre ganzen Gefühle hautnah mit. Ganz schnell war ich mittendrin in den Grauen dieser Zeit, habe tatsächlich feuchte Augen gehabt und gedacht, mein Herz wird mir so schwer, ich ertrage es streckenweise nicht!

Das ist jetzt nur ein kleiner Einblick in meine Gefühlswelt, während ich das vermeintliche Kinderbuch, dieses Bilderbuch auf mich habe wirken lassen. Daran könnt Ihr sehen, es ist kein Spaß, keine leichte Kost, es will mit Bedacht erwählt werden.

Ist es dennoch etwas für jüngere Leser? Auf alle Fälle! Die Machart ist nicht kompliziert, braucht keine hochtrabenden Wortschöpfungen, Schachtelsätze. Da ist es wiederum der sehr aussagekräftige Zeichenstil, der Kindern ebenso wie uns Erwachsenen die Geschichte des kleinen Mädchens, das seine Eltern verliert, dass sich dem Titel entsprechend verstecken muss, dessen Welt komplett auf den Kopf gestellt wird, näher bringen kann und sollte.

Wenn man bedenkt, wie schwer sich manch Erwachsener tut, den Kindern vermeintliche Tabuthemen nahezubringen, dann empfinde ich diese Art als ausgesprochen gut! Und ich wünschte, so etwas hätte es früher auch schon gegeben.

Mir selbst wurde die Geschichte rund um das Dritte Reich, rund um den 2. Weltkrieg, die Greueltaten gegen Juden etc. von meinem Opa, meiner Tante, meinem Vater erzählt, die z.B. das Verschwinden von Nachbarn hautnah erlebt haben, genau wie so vieles andere. In meiner Fotokiste befinden sich Bilder aus der Zeit von Menschen, die deportiert wurden, die von anderen denunziert wurden und die Geschichten dazu hat mir mein Opa auch erzählt...

Sonst kommt von mir schon mal gern, dass das Lesen des Buches ein echter Genuss war etc. pp. Aber das kann ich hier natürlich nicht sagen. Es war ein Erlebnis, ein Erlesen einer Lebensgeschichte, die schmerzt, die man nicht weglügen kann, auch nicht mit kindgerechten Zeichnungen. Nein, es ist hart, wie nun mal das Leben für manchen Menschen, für viele Kinder schon war und immer sein wird. Es hilft vielleicht dem ein oder anderen Leser, ob nun jung oder alt, seine Menschlichkeit wieder zu erwecken, hervorzulocken, über so manchen Gedankengang über Menschen die fliehen MÜSSEN, die ihre Eltern nie wieder sehen, deren ganze Welt zusammengebrochen ist, deren Selbstwert zerstört wurde, neu zu überdenken.

Wenn dies der Fall ist, dann gebt Eure Erfahrung bitte an Kinder weiter, helft ihnen, dieses traurige Kapitel anders zu sehen, mit heutigem in Verbindung zu bringen und auch da anders zu denken.

Es wäre interessant zu hören, ob einer von Euch, die Ihr das hier lest oder auch die anderen Meinungen, zu dieser Graphic Novel greift und was Ihr so darüber denkt. Falls Ihr selbst eine Rezension darüber geschrieben habt, verlinkt sie gern in den Kommentaren!

Fazit:

„Das versteckte Kind“ ist in erster Linie tatsächlich eine Graphic Novel, die für Kinder gemacht ist, um ein schweres Thema, das in Deutschland immer noch für Kinder tabuisiert wird in seiner Härte. Jedoch bin ich nicht allein mit der Meinung, dass es auf die Art und Weise auf eine kindgerechte Art und Weise geschieht, die nichts verherrlicht, die den Punkt genau trifft und die auch von Erwachsenen gut hergenommen werden kann, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen!

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

©Sabine Kettschau/Niliversum

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erdbeerliebe.s avatar

Rezension zu "Das Attentat" von Loïc Dauvillier

Sensible Attentäter
erdbeerliebe.vor 3 Jahren

Der palästinensische Chirurg Amin Jaafari  aus Tel Aviv ist eigentlich unpolitisch. Allerdings wird er eines Tages sehr abrupt mit der Realität eines Krieges konfrontiert, der zwar genau vor seinen Augen stattfindet: In einem Attentat sprengt sich seine Frau in die Luft.
Die Frage,  warum seine Frau, die er doch bisher zu kennen schien, dies getan haben soll führt ihn letztendlich zu Menschen die in einer ganz anderen Welt leben und ihm Antworten auf Fragen stellen die er sich selbst nie gefragt hat und sein bisheriges Selbstverständnis komplett in Frage stellen.
Der Reiz dieses Graphic Novels liegt meiner Meinung nach im beiläufigen Erzählstil, in dem  Erfahrungswelten aufeinander prallen, die absolut kein Verständnis füreinander haben und sich bisher noch nie begegnet sind. Die Komplexität des Nahostkonfliktes wird in eindrucksvollen und einfachen Bildern sowie Worten dargestellt, in der bürgerlicher Lebensweisen und Kriegsrealitäten nebeneinander existieren.
Eine spannend erzählte Geschichte mit sensiblem Thema ohne viel Dramatik und Hollywoodness erzählt. Schön!

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