Lodewijk Oord Das letzte Nashorn

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Inhaltsangabe zu „Das letzte Nashorn“ von Lodewijk Oord

Ein witzig-hintergründiger Roman über uns und die Letzten ihrer Art

Der Amsterdamer Privatzoo Artis kämpft ums Überleben. Der neue jung-dynamische Direktor Edo Morell will daher aus dem beschaulichen Tierpark ein attraktives „Afrika an der Amstel“ machen, Schwerpunkt bedrohte Nashörner. Dabei soll ihm die südafrikanische Spezialistin Sariah helfen. Die engagierte Tierschützerin weiß, dass diese Tiere sich nur in geschützter Umgebung fortpflanzen. Edo ist zwar auch an Fortpflanzung interessiert – doch er versucht, daraus einen spektakulären Event zu machen. Aus Berlin lässt er den Nashornbullen Albrecht einschweben, den letzten seiner Art. Aber das ganze Unternehmen erweist sich doch als viel komplizierter als gedacht. Nicht nur Albrecht scheint überfordert zu sein.

„Das letzte Nashorn“, leichtfüßiger Roman mit Tiefgang, kommt zur rechten Zeit. Denn die Frage, wie wir mit Tieren umgehen wollen und sollen, treibt uns alle um.

Wie weit gehe ich für meine Interessen? Eine spannende und ethische Fragestellung. Richtig gute Lektüre!

— sunlight

Eine wunderbare Geschichte, die nachdenklich stimmt.Das Buch „Das letzte Nashorn“ könnte leider bald Wirklichkeit werden – das gibt einen bi

— Sikal

Ein wichtiges Thema, welches zum Nachdenken anregt.

— aufgehuebschtes

Eine leise Geschichte über ein großes Thema.

— miss_mesmerized

Anfangs interessant, doch dann nur noch anstrengend zu lesen. Konnte dem Buch leider nicht abgewinnen.

— Lesefantasie

Ein wenig skurril und mit schrägem Humor regt Lodewijk van Oord zum Nachdenken an. Und genau diese Mischung ist perfekt.

— Nina2401

Ein wenig melancholisch, ein wenig anspruchsvoll, ein wenig skurril- volle Leseempfehlung.

— Buchraettin

Witzig und subtil, dabei spannend wie ein Krimi!

— sommerlese

Ein heiter-tragischer Roman, der zum Nachdenken anregt. Ich habe ihn in einem Rutsch gelesen, und die Geschichte hat mich wirklich berührt.

— Anchesenamun

Albrecht, der letzte seiner Art hat mich tief betroffen gemacht. Absolutes Juwel unter den Romanen. Lesenswert!

— MelE

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Vom Aussterben bedroht…

    Das letzte Nashorn

    Sikal

    01. November 2016 um 20:37

    Das Buch „Das letzte Nashorn“ könnte leider bald Wirklichkeit werden – das gibt einen bitteren Nachgeschmack, nachdem man das Buch zugeklappt hat. Ich mag ja eigentlich nicht gerne in einen Zoo gehen, weil ich finde, dass Tiere nicht eingesperrt gehören. Andererseits – wenn man das Buch liest – denkt man darüber nach, ob es nicht doch besser wäre, die letzten einer Art einzusperren, um sie vor Wilderern zu schützen. Doch wie man liest, nützt auch das nicht unbedingt alles … Edo Morell, der neue Direktor des Amsterdamer Zoos hat eine Vision, um den Fortbestand des Zoos zu retten. Er will den Zoo in einzelne Bereiche aufteilen, anfangs eine Afrikawelt, bei der ihm die Halb-Afrikanerin Sariah Malan zur Hand gehen soll. Sariah hat Erfahrung mit Nashörnern in der freien Wildbahn, und ihr liegen diese Tiere am Herzen. Aus persönlichen Gründen will sie weg aus Afrika, so kommt das Angebot aus Amsterdam gerade recht. Dass Edo nicht unbedingt die Tiere in den Vordergrund seines Denkens stellt, versteht sich von selbst. Er ist Manager und hat dafür zu sorgen, dass nun mal Geld rein kommt, dafür ist ihm auch jedes Mittel recht. Und sei es, die Tiere in einem Schauspiel vor grölender Zuschauermassen darzustellen … Die Geschichte wird je Kapitel von unterschiedlichen Perspektiven erzählt, hier weiß man leider nicht immer gleich aus welcher Sicht wir hier gerade lesen. Während sich Edo und Sariah oftmals bekriegen und ihre Interessenskonflikte lautstark ausdiskutieren, ergänzt noch Frank um die „väterliche“ Sicht der Dinge. Es scheint, dass er den weitaus größeren Überblick hat, doch zuletzt stellt sich alles anders dar. Der Autor schreibt flüssig und leicht zu lesen, humorvoll und wieder tiefsinnig. Schnell verfliegt Seite um Seite, immer mit dem Wissen, dass zwischen den Zeilen noch so vieles andere steckt. Doch der eigentliche Star des Romans ist Albrecht – das letzte Nashorn. Bewacht, wissenschaftlich ergründet und flugtauglich. Eine wunderbare Geschichte, die leider etwas traurig stimmt.

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  • Ein Roman mit Bildungsauftrag

    Das letzte Nashorn

    aufgehuebschtes

    26. September 2016 um 08:47

    Der Roman von Lodewijk van Oord erschien im Knaus Verlag und kostet UVP 19,99 Euro. "Das letzte Nashorn" liegt mir im festen Einband vor. Dieses Werk, welches am 21. März 2016 erschien, umfasst 253 Seiten und beschäftigt sich mit drei beziehungsweise vier verschiedenen Sichtweisen auf ein und dieselbe Situation des Amsterdamer Zoos.Als Protagonisten des Werkes sind Edo Morell, Sariah Malan und Frank Rida zu nennen.Inhalt:"Vier Jahre zuvor" entwickelt Edo Morell, der Zoodirektor, einen Masterplan, wie er den Amsterdamer Zoo retten kann. Die Besucherzahlen und Einnahmen aus Merchandise sinken. Das Ziel, einen Themenpark zu entwickeln um Besucher einmal durch Afrika, in die Akrtis oder nach Indien zu schicken, stößt beim Vorstand auf viel Zuspruch. Die Finanzierung wird geklärt und Umbau, sowie Planung von neuen Tierarten beginnt.Sariah Malan wird von Edo als neue Afrika-Managerin eingestellt. Die gebürtige Halb-Niederländerin arbeitet gemeinsam mit ihrem kranken Vater in Afrika; in einem Nationalpark. Sie kämpft gegen Wilderei, doch verliert dabei alles was sie hat. Ihr Mann, sowie ihr ungeborenes Kind kommen bei einer Schießerei ums Leben. Es gibt für sie nichts mehr was sie in Afrika hält. Auch ihr Vater schafft es nicht, sie von Amsterdam abzuhalten. Gemeinsam machen sich die beiden an die Arbeit, den Zoo so zu gestalten, dass auch Nashörner in ihrem Afrika leben können. Sariah, die Nashorn-Expertin, weiß, wie es um die Dickhäuter bestellt ist. Sorgen ihre zwei Damen, Ursula und Angela nicht bald für Nachwuchs, wird diese Rasse aussterben. Albrecht, ein Nashorn aus dem echten Afrika soll dabei behilflich sein."Zwei Jahre zuvor" wird Albrecht endlich eingeflogen. An den Beinen angebunden an einem Helikopter landet er schlafend in seinem neuen zu Hause. Die Afrikalandschaft wurde fertig gebaut und wartet nun sehnsüchtig auf Nachwuchs. Während sich die Nashörner langsam näher kommen sollen, passiert dies auch bei Edo und Sariah. Doch Frank Rida, ein Vorstand und enger Vertrauter von Edo, rät ihm davon ab. Sariah sei unverzichtbar für den Zoo und dies dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Die Zerwürfnisse zwischen den beiden haben zum Glück keine Auswirkung auf die Paarungsbereitschaft von Ursula. Albrecht ziert sich.Als Sariahs Vater stirbt und sie zurück nach Afrika fliegt, wird auch Urusla, die Hoffnung des Amsterdamer Zoos, von Wilderern ermordet. Ihr Horn wurde als Trophäe mitgenommen.Unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen paaren sich Albrecht und Angela eines nachts. Die Freude ist groß, dem Zoo wird es gut gehen.Doch dann kommt alles anders. Angela verliert ihr Kind, ein Herpesvirus verbreitet sich rasend schnell und alle noch lebenden Nashörner sterben. Außer Albrecht.Edo sieht seinen Zoo zu Grunde gehen. Einnahmen fallen wieder weg, die vielen Umbauten schluckten eine Menge Geld. Das Albrecht sterben und so eine ganze Art aussterben wird ist unumgehbar. Edo möchte nun eine riesen Show aus seinem Sterben machen.In riesen Stadien möchte er Albrecht den Menschen präsentieren. Ein Tier präsentieren, was es bald nicht mehr geben wird. In ganz Europa sind Veranstaltungen geplant.Doch schon während der ersten Show kommt alles anders als geplant. Sariah, die fristlos kündigte, als sie von Edos Plan erfuhr, sorgt dafür, dass Albrecht nicht vorgeführt wird. Sie unterbindet das erste große Spektakel und sorgt dafür, dass Albrecht ganz in Ruhe, in ihrer Nähe einschläft.Edo sah kein einziges Nashorn mehr.Die "Liebesgeschichte" zwischen Edo und Sariah kommt ebenso wenig zu kurz, wie auch die aufkommenden Gefühle von Frank Rida ihr gegenüber.Aufbau:Der vorliegende Roman ist in fünf Kapitel, mit jeweils durchschnittlich vier Unterkapiteln gegliedert. Die Überkapitel sind mit einer Überschrift und einer Zeitangabe, wie zum Beispiel "vor vier Jahren", versehen. Dem Leser bleibt offen, wo denn das "jetzt" stattfindet. Der Autor lies sich damit aber offen, dass jeder Leser das "jetzt" im tatsächlichen Jahr ansiedeln kann.Die Länge der Kapitel ist recht gleich, mit wenigen Ausnahmen von sehr langen Kapiteln.Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:Die Sprache hat für meine Verständnisse keine besondere Art und Weise. Auffällig ist, dass einige Passagen mit viel Witz und Raffinesse geschrieben sind. Ein kleines Schmunzeln huscht so ab und an auf die Lippen.Dennoch ist auch feststellbar, dass geschichtlich super gut recherchiert (bspw. S. 85ff) und ebenso Kritik am "Zoo" geäußert wurde. Heißt, es ist nicht nur ein Roman, eine Geschichte zum abschalten, sondern auch offensichtliche oder teils versteckte Kritik an Orten wie Zoos.Ein Perspektivenwechsel der nach jedem Kapitel stattfindet, führte anfangs ein wenig zu Verwirrungen, da immer in der ich-Perspektive geschrieben wird. Aus Nebensätzen oder zwischen den Zeilen war zu lesen, wessen Sichtweise niedergeschrieben wurde. Nachdem das Prinzip verstanden war, hatte ich keine Probleme mehr nachzuvollziehen, welcher Protagonist eben spricht.Teilweise wurde das aktuelle Geschehen von mehreren Personen erzählt. Zwar in mehreren Kapiteln, aber die Dinge die passierten zeigten, dass noch einmal der selbe Moment beschrieben wurde.Im Gegensatz zu anderen Romanen wurde hier auf ein offenes Ende verzichtet. Die Geschichte um das Nashorn Albrecht wird komplett zuende erzählt. Der Leser kann noch immer fantasieren und spekulieren, wie es mit Edo, dem Zoo oder auch Sariah weitergeht, doch sind diese Spekulationen weit über das inhaltliche Thema hinaus gehend.Design:Das Hardcoverbuch ist ohne Umschlag komplett in (creme-)weiß gehalten, mit einem kleinen Titel-Aufdruck matt dunkelrot auf dem Buchrücken.Der Umschlag hingegen ist sehr schön designed. Nur drei Farbtöne verwendend, sieht das Cover sehr ansprechend aus. Der Titel des Romanes wird durch das abgebildete Nashorn super widergespiegelt. Weshalb das Nashorn verkehrt herum zu sehen und postalisch abgestempelt ist, wird dem Leser ebenfalls in dem Roman verdeutlicht. Eine kleine dargestellte Windmühle stellt sofort den Bezug zu den Niederlanden her.Der Inhaltstext auf der Buchrückseite gibt einen groben Überblick über die Geschichte. Ich persönlich stellte mir die Geschichte dann jedoch lustiger vor, als sie eigentlich ist. Schwer Kost, leicht verpackt. So würde ich es beschreiben.Die Klappentexte verraten einmal mehr über den Autor und geben ebenso einen detaillierteren Einblick in den Inhalt.Buchempfehlung?Ja. Fans von Romanen, wie auch Fans von gut recherchierten, teils sozialkritischen Werken kommen bei diesem Werk auf ihre Kosten. Durch die recht niedrige Seitenanzahl wird auch keine der beiden Seiten zu sehr auf die Probe gestellt, etwas lesen zu müssen, was weniger interessiert.Das Leben von Zootieren - in Gefangenschaft - seh ich nach diesem Roman tatsächlich aus einer etwas anderen Perspektive. Philosophische Teile im Werk regen zum Nachdenken an. Einerseits über das Tier und andererseits über Menschen, welche über Tiere entscheiden.Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blogwww.aufgehuebschtes.blogspot.de

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  • Wunderbare Aufarbeitung eines schwierigen Themas

    Das letzte Nashorn

    whoiskafka

    22. September 2016 um 13:10

    Einige Worte zum Inhalt Der Amsterdamer Zoo steht finanziell auf der Kippe. Was also tun? Edo Morell, der Zoodirektor, entwirft einen ehrgeizigen Masterplan, um seinen Zoo bekannter zu machen. Sein erstes spektakuläres Projekt: das Themengebiet Afrika an der Amstel. Um seine Vorstellungen umzusetzen, engagiert er die afrikanisch-niederländische Nashornexpertin Sariah, mit deren Hilfe er die Nashorndamen Angela und Ursula sowie den Bullen Albrecht zu den Stars des Zoos machen möchte. Meine Meinung Lodewijk van Oords Roman Das letzte Nashorn habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Zu gebannt war ich, um das Buch aus der Hand zu legen, zu nachdenklich, begeistert, traurig und fasziniert. Erwartet habe ich eine witzige, im Grunde jedoch wenig aussagekräftige Geschichte. Was ich bekam, war eine ehrliche, tiefgründige und erstaunlich schonungslose Auseinandersetzung mit dem Aussterben bedrohter Tierarten, die durch clevere Dialoge und eine gewisse Komik untermalt wurde. Das Leben eines domestizierten Tieres haben wir fast völlig in der Hand, was ein ziemlich guter Ersatz für die nicht vorhandene Kontrolle ist, die wir über unser eigenes Leben haben. – S. 210 Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht dreier Personen, die ich hier näher beschreiben möchte, da sie die Grundfeste des Romans darstellen, die es erlaubt, die Handlung aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten: Zum einen wäre da Edo Morell, der leicht größenwahnsinnige Zoodirektor, der mit geschickten Marketingkampagnen versucht, seinen Zoo ins Rampenlicht zu rücken und dessen Ehrgeiz und Rationalität mich sowohl fasziniert als auch erschrocken haben. Der alternde Philosoph Frank Rida, der für Edo wie ein Vater ist, trauert noch immer seiner wissenschaftlichen Karriere nach und leitet nun an Edos Seite den Zoo. Die Frau im Bunde, Sariah Malan, zieht zu Beginn des Romans von Afrika in die Niederlande, um in Edos Zoo als Expertin für afrikanische Tierarten zu arbeiten, und ihre tiefe Liebe zu Tieren und im Speziellen zu Nashörnern gibt der Geschichte eine besondere Atmosphäre. Während Edo den rationalen, auf Erfolg ausgerichteten Teil des Romans verkörpert, ist Sariah die emotionale, mitfühlende Tierliebhaberin, die Tiere nicht als Attraktion oder Kapital, sondern als individuelle Lebewesen betrachtet. Irgendwo dazwischen befindet sich Frank, der den Roman zwischendrin immer wieder mit wissenschaftlichen Informationen unterfüttert und dessen Gedankengänge mich am meisten gepackt haben. Den Arten ist es egal, dass sie aussterben. Das letzte Exemplar hat nicht die geringste Ahnung, dass es seiner Art das Licht ausknipst. – S. 212 Manchmal ist es nicht leicht, zu unterscheiden, welche Kapitel aus welcher Sicht geschrieben sind, was es für mich jedoch umso spannender macht: Wem folge ich in diesem Kapitel? Kann ich anhand des Geschriebenen erkennen, welcher Charakter gerade zu Wort kommt? Ich kann mir vorstellen, dass so mancher Leser diese Struktur als zu verwirrend empfindet, ich persönlich bin allerdings positiv überrascht davon, wie interessant die Perspektivenwechsel gestaltet wurden – wozu eben auch gehört, dass manchmal erst einmal eine Unsicherheit darüber besteht, aus welcher Sicht geschrieben wird. Die Geschichte kommt ins Rollen, als Edo den Schwarzen Nashornbullen Albrecht kauft (kurzer Einwurf: das Schwarze Nashorn, auch Spitzmaulnashorn genannt, gilt seit 2013 als in der freien Wildnis ausgestorben), der die Attraktion des Themengebiets Afrika sein soll. Er ist einer der Letzten seiner Art und dementsprechend wertvoll. Was nun zum perfekten Glück fehlt? Richtig: eine Nashorndame, mit der Albrecht sich paaren kann, um die Welt mit kleinen Babynashörnern zu besiedeln und die Rasse zu erhalten. Doch Edo muss bald erkennen, dass das Ganze nicht so reibungslos abläuft, wie er sich das vorgestellt hat. Das Afrikanische Nashorn gehört nach Afrika […]. Auch Tiere haben einen Ort, an den sie gehören. Für unsere Nashörner ist das Afrika. Wenn sie Afrika verlassen, hören sie auf, Nashörner zu sein. Was sie dann noch sind, weiß ich nicht. – S. 135 Lodewijk van Oord verbindet meisterhaft moralische Vorstellungen und Kommerz, Menschsein und Tiersein, und hat mich mit seinem Roman zum Nachdenken gebracht und ja, auch irgendwie traurig gemacht. Die Geschichte ist eine Kritik an unserem Umgang mit unseren tierischen Zeitgenossen und betrachtet auch die Seite derer, die Moral zugunsten von Geldgier und Erfolg verwerfen. Dabei tadelt oder urteilt van Oord jedoch nicht, was ich besonders beeindruckend fand. Er fordert den Leser damit zugleich auf, darüber nachzudenken, die einzelnen Standpunkte zu evaluieren und sich eine Meinung zu bilden. Denn nachvollziehbar sind die Gedanken und Handlungen aller drei Charaktere. Das i-Tüpfelchen bildet das wohlige Setting inmitten eines Zoos, umgeben von Tieren und ihren Ausdünstungen, von Eiscremepatschehändchen und Staunen. Ich gehe sehr gerne in den Zoo (was sich auch nach diesem Roman nicht ändern wird), denn zwischen Tieren fühle ich mich wohl – und genau so habe ich mich auch während des Lesens gefühlt. Die Tiere und ihr Verhalten wurden so eingehend und authentisch beschrieben, dass ich mich direkt in einen Zoo versetzt gefühlt habe. So entsteht Aberglaube […]. Eine zufällige Beobachtung, eine gehörige Portion Fantasie, abgelöscht mit einem Schuss Unwissenheit. – S. 191 Der Schreibstil des Autors unterstreicht den Charme der Geschichte. Manchmal absurd, manchmal etwas überspitzt, aber immer zur Situation passend. Er lässt sich angenehm und flüssig lesen, was der Grund dafür ist, dass ich den Roman innerhalb so kurzer Zeit durchgelesen habe. Fazit Mit diesem erschreckenden und zugleich etwas überspitzten, witzigen Roman hat der Autor es geschafft, ein schwieriges Thema neu aufzuarbeiten, aufmerksam zu machen und zum Nachdenken zu bringen. Eines meiner bisherigen Jahreshighlights!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Lodewijk van Oord - Das letzte Nashorn

    Das letzte Nashorn

    miss_mesmerized

    19. July 2016 um 20:51

    Ein genialer Plan: aus dem Amsterdamer Zoo soll mehr werden als nur eine Ansammlung von Tieren, die man anschauen kann. Der Direktor, Edo, hat Großes vor und Sariah soll ihm dabei helfen. Die niederländisch-afrikanische Expertin für Wildtiere erhält einen Vertrag und gemeinsam machen sie sich daran, den unbekannten Kontinenten für die holländische Hauptstadt auferstehen zu lassen. Als Hauptattraktion werden drei Nashörner gekauft, die einen realen Einblick geben sollen. Aber genauso wie in der Realität muss auch der Zoo mit Wilderern, fiesen Viruserkrankungen und manchmal auch dem natürlichen Tod kämpfen. Ein ungewöhnlicher Roman mit einem außergewöhnlichem Thema. Ich kann mich nicht an ein Buch mit einem Zoo im Zentrum der Handlung erinnern; ein Zoo, der nicht Kulisse für menschliche Schicksale bleibt - die es hier auch gibt - sondern als solches den Lauf des Geschehens bestimmt. Die Nashörner insbesondere bilden den roten Faden der Geschichte und so wie ihre Art bedroht ist, wird dies auch hier aufgegriffen. Ernste und vor allem ernstzunehmende Fragen werden aufgerissen, nicht nur bezüglich des Artenschutzes, sondern auch bezüglich der Tierhaltung in Europa und speziell in Zoos. Der Autor verweigert eine Position, legt unterschiedliche Argumentationen nahe und lässt den Leser mit diesen Fragen alleine. Ein mündiger, reflektierter Mensch kann so auch nach Ende der Geschichte hinaus in der Thematik verweilen. Van Oort gelingt ein bemerkenswertes Kunststück: er nähert sich der Natur ohne diese für seine Zwecke auszuschlachten, er kann eine Geschichte ganz aus der Nähe erzählen und wird doch nicht Voyeur, er findet einen leichten Ton für ein wenig heiteres Sujet.

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  • Das letzte Nashorn

    Das letzte Nashorn

    Mara85

    05. July 2016 um 17:10

    Worum gehts:Wir lernen den neuen Zoodirektor Edo Morell kennen, dieser möchte den Zoo "Artis" für seine Besucher wieder etwas interessanter machen.Deswegen möchte er ein kleines Stück Afrika nach Amsterdam bringen und kauft deswegen Nashörner. Zur Attraktion soll es werden da das Nashornmännchen "Albrecht" die zwei Weibchen Ursula und Angela schwängern soll.Zudem stellt er eine Expertin in diesem Thema ein, Sariah ist Nashornexpertin. Sariah hat in Afrika selbst Dickhäuter erforscht und kennt sich bestens damit aus. Ihr Vater, selbst Afrikaner ist allerdings von ihrem neuen Job der "Afrika Managerin" nicht begeistert.Meine Meinung:Edo ist für mich, wie soll ich sagen, ein absoluter Zahlenmensch, es geht im weder um die Tiere noch um die Besucher des Zoo´s sondern rein um die Zahlen. Man merkt dieses auch sehr schnell in diesem Buch wie herrschsüchtig dieser Mann ist. Für mich eine absolut unliebenswerte Person.Sariah dagegen geht es anfangs noch wirklich um die Tiere, da diese in Afrika gerade wegen ihren Hörnern "abgeschlachtet" werden. Leider nimmt sie je weiter wir in das Buch kommen mehr und mehr die Denkweise von Edo an.Für mich selbst ist das Thema Zoo ein sehr schwieriges Thema, auf der einen Seite zeigt es uns Tiere die wir in der freien Natur niemals zu Gesicht bekommen würden, auf der anderes Seite: Dürfen wir Tiere einsperren nur um unsere freude daran zu haben?Was mich etwas gestört hat, es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, dies aber nicht angekündigt. Man hätte dieses vielleicht an den Kapitelanfang jeweils anbringen könne.Ansonsten muss ich sagen gefiel mir das Buch wirklich gut, es war sehr schnell zu lesen.Wir hatten viele lustige Szenen, allerdings auch eine traurige.Es regt auf alle Fälle zum Nachdenken an wie man mit Tieren, die wohlgemerkt nicht in unsere Umgebung gehören, umgehen sollte.

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  • Leider konnte ich dem Buch nichts abgewinnen

    Das letzte Nashorn

    Lesefantasie

    07. June 2016 um 12:27

    Handlung: Es geht um den Zoo in Amsterdam, der ums Überleben kämpft. Der neue Zoodirektor Edo Morrell, hat eine Idee nach der nächsten wie man den Zoo retten kann. Unter anderem soll in dem Zoo ein Gebiet in Afrika umgebaut werden. Dort sollen Afrikanische Elefanten, Nashörner und was sonst noch zu afrikanischen Tieren gehört einziehen. Unteranderem eine Nashornrasse die vom Aussterben bedroht ist. Dabei soll ihn dann noch Sara helfen, eine engagierte Tierschützerin.  Denn das Nashorn soll sich paaren und somit die Rasse retten. Dazu werden die Nashorndamen Ursula und Angela her geholt, doch das ganz unterfangen ist schwieriger als gedacht. Meinung: An sich fand ich das ganze Buch interessant als ich das erste Mal den Klappentext gelesen habe.Als ich dann anfing dieses Buch zu lesen, war ich irgendwann nur noch genervt. Es ist ein interessantes Thema die Rasse zu retten und auch den Zoo. Doch das ganze fand ich sehr übertrieben. Ich fand es interessant das es aus drei Perspektiven erzählt wurde, doch was mich sehr genervt hat, war das es nicht angekündigt wurde aus welcher. Daher wusste ich nicht immer gleich welche Sicht das nun ist und musste mich dann immer wieder neu rein finden, so dass ich auch ab und an dadurch raus kam beim Lesen. Auch dieses ganze hinge häufe von dem Nashorn fand ich jetzt nicht sehr interessant, ja ich weiß es ist die Natur aber man muss das doch nicht auf fast jeder Seite das schreiben. Auch diesen Edo fand ich zum Schluss nur noch übergeschnappt. Anfangs fand ich seine Visionen und Ideen recht gut aber zum Schluss ist der völlig abgedreht gewesen. Fazit: Zwar ein interessantes Buch aber leider konnte es mich nicht fesseln und hat mich dann nur noch genervt, was ich sehr schade finde.

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  • Das Letzte seiner Art

    Das letzte Nashorn

    Nina2401

    17. May 2016 um 20:00

    Ein leicht größenwahnsinniger Zoodirektor, eine melancholische Nashornexpertin aus Südafrika und ein alternder Philosoph sind neben den Nashörnern die Hauptfiguren in diesem humorvoll erzählten Roman. Lodewijk van Oord lässt alle drei abwechselnd zu Wort kommen. Nach den ersten Kapiteln war ich zunächst verwirrt, denn der Perspektivenwechsel wurde in keinster Weise gekennzeichnet. Aber nach einer Weile habe ich alle drei kennen gelernt und mich daran gewöhnt, dass ich mit jedem Kapitel in einen anderen Kopf wechsele. Zoodirektor Edo lerne ich als ersten kennen und absolviere mit ihm sein morgendliches Ritual durch seinen Zoo. Sein Enthusiasmus und wie er seine „Berufung“ Zoodirektor ausfüllt, hat mir da schon sehr gut gefallen. Er hat für jedes Problem eine Lösung parat und auch über seine Schwächen lässt mich der Autor nicht im Unklaren. Ich mochte Edo bis zum Schluss, obwohl sein Image am Ende doch einige Kratzer hatte und Lodewijk van Oord einiges sehr überzogen dargestellt hat. Aber das macht auch irgendwie den Reiz dieser Geschichte aus. Sie ist in der nahen Zukunft angesiedelt, konkrete Zeitangeben gibt es nicht, nur ein vorher und ein nachher. Sariah Malan ist für mich die tragische Figur in dieser Geschichte. Ihr Schicksal ist eng mit dem der bedrohten Tiere verknüpft, die Liaison mit Edo ist etwas halbherzig und sie ist für mich das Fähnchen im Wind, das erst die eine und dann doch die andere Richtung einschlägt. Der dritte im Bunde, Frank Rida, ist mir der angenehmste. Er ist ruhig und ausgleichend, unterstützt Edo wie einen Sohn und ist der ruhende Pol beim Projekt und auch im Buch. Allerdings schlug die Ruhe für mich aber schnell in Langeweile um, als ich seine ellenlangen philosophischen Ausführungen über Nashörner lesen sollte und das dann einfach überblättert habe. Lodewijk van Oord erzählt auf eine leichte lockere Art und geizt auch nicht mit humorvollen Einlagen und schrägen Sätzen. Und so ganz nebenbei hält er uns auf sehr sanfte Art den Spiegel vor. Und genau das gefällt mir sehr gut. Kein erhobener Zeigefinger und am Ende kann jeder selbst entscheiden, wie er mit dieser Geschichte umgeht. Mich hat sie zum Nachdenken angeregt, aber ganz ehrlich, ich liebe es, in den Zoo zu gehen und werde es auch weiterhin mit Freude tun. Fazit: Ein wenig skurril und mit schrägem Humor regt Lodewijk van Oord zum Nachdenken an. Und genau diese Mischung ist perfekt.

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  • Vom Aussterben bedrohte Tierarten....

    Das letzte Nashorn

    Igela

    08. May 2016 um 14:32

    Edo Morell ist Zoodirektor in einem Zoo in Amsterdam.Er hat sich zum Ziel gesetzt,den Zoo so rentabel wie möglich zu machen und beginnt mit dem Umbau des Zoos. So plant er zum Beispiel den Teil "Afrika" und möchte den so realitätsnah wie möglich gestalten. Unter anderem ist auch der Kauf von Nashörnern, eine Tierart die vom Aussterben bedroht ist, geplant. Um die Abteilung "Afrika" so gut wie möglich zu betreuen, engagiert er Sariah Mallan, die afrikanische Wurzeln hat und ihr Leben in Afrika mit dem Engagement im Zoo von Amsterdam tauscht. Die Geschichte ist in wechselnden Perspektiven aus der Sicht von Zoodirektor Edo Modell, von Sarah Mallan und Verwalter Frank Rida erzählt. Da die Kapitel nicht deklariert sind, habe ich es ,vor allem zu Beginn als Herausforderung gesehen , zu wissen aus wessen Sicht den nun berichtet wird. Die Tiere, allen voran Nashörner und ihre Erhaltung steht im Mittelpunkt der Geschichte. Ich habe so viel Neues gerade über diese Spezies erfahren und dies keinesfalls auf eine trockene, lehrbuchmässige Art sondern so geschickt in die Story verwoben, dass diese Informationen sehr lehrreich und interessant waren.Hier merkt man die sehr guten Recherchen des Autors bis zum letzten Wort. Eindrücklich: "Ein Mensch mit einem Eulenauge könnte die Morgenzeitung aus 5 km Entfernung lesen!" Auch die Führung, Organisation und Finanzierung eines Zoos wird hier eindrücklich geschildert. Sehr nachdenklich hat mich die Balance zwischen Kommerz und artgerechter Haltung gemacht. Hier wurden die Rollen der Protagonisten klar verteilt: Edo als Geschäftsmann muss sehen , dass der Zoo rentabel und interessant für die Besucher ist.Sariah hängt mit Leib und Seele an "ihren" Tieren und setzt sich für ein würdevolles Leben und die Arterhaltung ein. Mich hat diese Geschichte völlig in den Bann gezogen und hat mich ein wenig hinter die Kulisse " Zoo "blicken lassen.Zudem lässt er mich nachdenklich gegenüber der Thematik "vom Aussterben bedrohte Tierarten" zurück.

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  • Ein wenig melancholisch, ein wenig anspruchsvoll, ein wenig skurril- volle Leseempfehlung.

    Das letzte Nashorn

    Buchraettin

    Ein wenig melancholisch, ein wenig anspruchsvoll, ein wenig skurril- volle Leseempfehlung. Ein Zoo ist inzwischen eine Art Abenteuerland, eine Reise in die Länder und Naturräume, die die Tiere bewohnen in der freien Wildbahn. Zumindest ist das meiner Meinung auch ein Ziel eines gut gestalteten Zoos. Eine Art Illusion schaffen für die Besucher und vielleicht auch für die Tiere. Doch wie gestaltet man einen Zoo derart um? Einen Zoo mitten in einer Stadt, wie hier in Amsterdam in dem diese Geschichte spielt. Im Mittelpunkt stehen der Zoodirektor, eine Mitarbeiterin aus Südafrika und ein schwebendes Nashorn. Klingt interessant, überraschend? Ich fand es sehr gut zu lesen. Das Buch unterteilt sich in verschiedene Abschnitte. Es beginnt mit dem „ Masterplan“, der Umsetzung und Planung des Zoos und entwickelt sich dann weiter bis in die Zukunft mit einem überraschenden Ende. Es war ein wenig ungewöhnlich, aber eine durchaus spannende Erzählweise. Gut gefallen haben mir die Äußerungen zum Zoo Leben und auch dem Zoo- Erleben. Auch die Unterbringung der Tiere, die Ansprüche der Besucher, die Wildtiere, Wilderer, das Aussterben von Arten. Das Buch bietet dem Leser eine Vielfalt an Diskussionsmöglichkeiten und viel Wissen und Anregungen zum Nachdenken. Die Erzählperspektive wechselt zwischen dem Zoodirektor und der Forscherin. Sie alle bringen ihre Vergangenheit mit ein in die Geschichte und verleihen den Figuren damit ein Leben und lassen sie lebendig und realistisch wirken. Die Sprache empfand ich als sehr angenehm zu lesen. Ich denke schon, dass das Buch einen leichten melancholisch- traurigen Unterton hatte, der immer wieder durchkam. Sei es die Vergangenheit der Frau, das Aussterben der Arten, die Bedrohung durch Wilderer. Ein wenig melancholisch, ein wenig anspruchsvoll, ein wenig skurril- volle Leseempfehlung.

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    • 2
  • Das Geschäft mit aussterbenden Tieren: Idealismus oder Kommerz?

    Das letzte Nashorn

    sommerlese

    Der Roman "*Das letzte Nashorn*" von Autor "*Lodewijk van Oord*" erscheint im "*Knaus Verlag*". Der Amsterdamer Privatzoo "Artis" arbeitet nicht effektiv. Er verzeichnet sinkende Besucherzahlen und steigende Kosten. Da muss ein rettendes Konzept her und der energische Direktor Edo Morell entwirft für die Rettung des Zoos neue Ideen und Marketingstrategien. Sein Plan sieht die Eröffnung eines Zooareals mit Namen Afrika vor, der nur von afrikanischen Tieren bevölkert werden soll. "Afrika an der Amstel" heißt sein neues Konzept. Dazu soll auch die Teilnahme am Tierarterhaltungsprogramm mit vom Aussterben bedrohten Nashörnern dienen. Er engagiert eine Nashornspezialistin aus Südafrika, Sariah Morrel, die sich leidenschaftlich für den Erhalt der seltenen Tiere einsetzt. Dieses Buch hat mich recht schnell gepackt, denn ich interessiere mich schon länger für Erhaltungszuchtprogramme und weiß um die vom Aussterben bedrohten Nashörner. Die Handlung führt nach einer Einführung der Hauptcharaktere dann auch tiefer in die Materie ein und zeigt sowohl den Idealismus als auch die Profitgier, die hinter diesen Zuchtprogrammen stecken. Die Rettung der Tiere wird zum Spielball der menschlichen Spezies. Doch nun zur Geschichte. Aus Sicht der drei Hauptfiguren Edo Morell, Sariah Malan und Frank Rida, erfahren wir ihre verschiedenen Sichtweisen, eigenen Lebensberichte und aktuelle Informationen über das Nashornprogramm im Zoo. Edo ist der dynamische Direktor des Amsterdamer Tierparks, der seinen Zoo mit einem Marketing-Masterplan wieder überlebensfähig und zu einem größeren Ruf verhelfen will. Die geplante Afrikalandschaft ist ein neuer Denkansatz, der die Besucherströme wieder ansteigen lassen soll. Auch die Rettung bedrohter Arten, in diesem Fall der Schwarzen Nashörner sind für sein Konzept eingeplant und sollen für Publikumsinteresse sorgen. Frank Rida, leitender Zoovorstand, Doktor der Kunstgeschichte und Freund von Edo Morell, unterstützt die Rettung des Zoos mit Öffentlichkeitsarbeit und übernimmt die Verhandlungen mit Behörden etc. Sariah Malan ist Halb-Niederländerin und hat sich dem Schutz von Dickhäutern verschrieben. Eine persönliche Tragödie hat ihr Leben in Südafrika überschattet und so nimmt sie die Aufgabe eines Zuchtprogramms in Amsterdam an. Edo kauft den schwarzen Nashornbullen Albrecht und man erlebt als Leser hautnah mit, nach welch ausgeklügeltem System dieser in den Zoo eingeflogen wird. Dieses Tier ist eine Rarität, eines der letzten seiner Art und sehr, sehr teuer. Das macht die Übersiedlung so spezifisch und für mich ungeheuer spannend. Man muss sich einmal vorstellen, wie 1515 von Albrecht Dürer das erste Bild eines Nashorns in Europa entstand und dieses Tier damals erstmals in das Bewusstsein der Menschen geriet. Für die Menschen damals ein Unikum sondergleichen. Und gerade mal 500 Jahre später ist dieses Tier bereits ausgestorben. ***Tierinteressierte finden nach dem Fazit eine Information zu den Nashörnern. Edo und Sariah lernen sich näher kennen, ihre enge Zusammenarbeit lässt sie sich auch persönlich näher kommen. Sie sorgen sich um Albrecht, schliesslich soll er sich im Zoo sehr wohl fühlen, um dann mit Angela und Ursula den Fortbestand seiner Art zu sichern. Das ist aber nicht so einfach und es wird im Buch in einer leichten, heiteren Art und Weise dargestellt. Aber auch Überfälle und Krankheiten werfen ihre Schatten auf die kleine Nashorngruppe. Mein Held des Buches ist von Beginn seines Einzugs im Zoo der Bulle Albrecht. Der Autor vermag die Überlebensfrage der Tierarten geschickt mit menschlichem Idealismus und Kommerzdenken zu erklären. Wie leicht dieser Roman jedoch auch von seiner Erzählweise her wirkt, umso schwerer wiegen die tiefgründigen Hintergedanken der Menschen. Es wird deutlich, wie wir Menschen immer weiter die vermeintlich lenkende Führungsposition einnehmen, während um uns herum die Tierarten aussterben. Der tragische Verlust der Artenvielfalt könnte auch unser eigener Untergang sein. So möchte ich mal die Intention des Autors auslegen. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir mit Tieren generell umgehen und ob einzelne Tiere in Zoos noch eine Art darstellen. Denn in freier Wildbahn sieht man einige Tiere nicht mehr. So zum Beispiel: den Dodo, Elefantenvögel, Falklandfüchse, Lavamäuse, Höhlenbären, Guamrallen, Wandertauben, Tarpane, Tasmanische Tiger und andere Arten. Der Charakter Edo hat mir gezeigt, wie Menschen flammende Reden über die Erhaltung von Tieren halten können, aber doch andere Dinge im Sinn führen können. Dieser Roman verbindet die Rettung von Tieren mit einem verworrenen Geflecht aus Liebe, Hoffnung und Vertrauen. So entsteht praktisch eine Nebenhandlung auf Menschenebene, die ebenso spannend wie tiefgründig zu lesen ist. Die Geschichte findet ein relativ offenes Ende, man kann sich seine eigenen Gedanken zum Thema machen. Ein Spitzenbuch mit Witz, Spannung und Tiefgründigkeit über den Zooalltag, das menschliche Miteinander und die Erhaltung der vielfältigen Arten auf der Erde, die menschliche Spezies inbegriffen! ***INFO: Das Spitzmaulnashorn auch Schwarzes Nashorn genannt, gilt seit 2013 in freier Wildbahn als ausgestorben. Im Januar diesen Jahres ist im Chester Zoo ein Schwarzes Baby-Nashorn zur Welt gekommen.

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    danielamariaursula

    12. April 2016 um 15:58
  • das letzte Nashorn

    Das letzte Nashorn

    Eva-Maria_Obermann

    11. April 2016 um 11:22

    Edo Morell will einen Zoo retten. Der junge Direktor, der aus der Filmbranche kommt, plant eine Umstrukturierung des Amsterdamer Zoos Artis. Er will mehr Erlebnis, mehr Fremde, mehr Attraktion in die alten Gehege bringen und fängt mit „Afrika“ an, einem neuen Themenabschnitt. Neue Tiere will er dazu anschaffen, vor allem auch drei vom Aussterben bedrohte Nashörner. Damit unter denen die Paarung klappt holt er Sariah an Bord, afrikanische Nashorn-Spezialistin und mit Leib und Seele am Fortbestand dieser Spezies interessiert. Doch so leicht machen es ihm weder Sariah, noch die Nashörner. Der Roman wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum einen ist da Edo, zielorientiert, der eine große Nummer abliefern will, Attraktion und Ruhm. In ihm selbst sieht es dagegen ziemlich kaputt aus. Innerlich kaputt ist auch Sariah, die Mann und ungeborenes Kind bei einem Angriff durch Wilderer verloren hat. Sie lebt für die Nashörner und erzählt aus ihrer Perspektive die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch, die Rasse zu erhalten und dem Gefühl, den Tieren unrecht zu tun, solange sie eingesperrt sind. Dritter Ich-Erzähler ist Frank, Gremienmitglied, in die Tage gekommen, philosophierend über Dürer und das Nashorn. Dabei wird Geschichte mit Fiktion verwoben. Die reale Geschichte des Nashorns in der Kunst und in Europa, sein Mythos, die Schaulustigkeit der Menschen und die Haltung der Tiere werden mit dem fiktiven Ausblick auf das Ende der Rasse zusammengeführt. Nashörner sind gefährdet – womöglich so sehr, dass dieser Roman durchaus auch Realität werden könnte – noch ist er es aber nicht. Doch allein das Aufzeigen der Möglichkeit, beunruhigt. Denn es ist kein natürliches Artensterben, es ist ein brutales Abschlachten, das in diesem Roman die Nashörner vernichtet. Der Mensch. Der Gefahr der Wilderer in der „freien“ Natur wird die Gefangenschaft im Zoo gegenübergestellt. Sicherer? Nicht, wenn es nach diesem Buch geht. Wilderer machen vor Zoomauern nicht halt, der Umgang mit den lebenden Geschöpfen gerade durch seine hier aufgezeigte Alltäglichkeit erschütternd, bewegend. Darf Tier noch Tier sein? Edo, der nicht aufhören kann im Rahmen eines Filmspektakels zu denken, der inszeniert, um jeden Preis, kann im Grunde zu keiner Sekunde Retter der Rasse werden. Er verbraucht, spielt ein Spiel mit den Medien. Und Sariah, die jedes tote Nashorn mehr zerbricht, bleibt darin eine Spielfigur. Das letzte Nashorn ist ein unglaublich witziger Roman, spielt selbst mit Sichtweisen, Abgründen und Situation. Zugleich ist er ein erschütternd nachdenklicher Roman, weil er unseren gesamten Umgang mit Tieren in Frage stellt, vom Wilderer bis zum Tierschützer. Dies eingebettet in den historischen Kontext des europäischen Nashorninteresses, lässt den Menschen als im Grunde nicht lernfähig erscheinen. Die Besucher der Zoos und Veranstaltungen sind mit keiner Faser besser, als jene, die das Nashorn als Jahrmarktsattraktion bestaunten oder jene, die es töten, um die angeblich aphrodisierende Wirkung seines Horns verkaufen zu können. Tiere sind Profit, Dinge, keine Lebewesen. Ein dunkles Fazit. Das letzte Nashorn ist ein kluges Buch, gut geschrieben, nicht per se anklagend, hetzerisch, fanatisch dem Tierschutz zugeschrieben. Sehr subtil setzt es Zeichen, zeigt Vergleiche und Verbindungen auf hinter der Geschichte um das letzte Nashorn, das hier leider auch nur Mittel zum Zweck ist. Sehr lesenswert.

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  • Rezension: "Das letzte Nashorn" (Lodewijk van Oord)

    Das letzte Nashorn

    Anchesenamun

    07. April 2016 um 12:01

    Zum Inhalt: Der Amsterdamer Zoo "Artis" hat eine lange Tradition, kann aber schon länger nicht mehr mit den Ansprüchen der Kundschaft mithalten. Der moderne Zoodirektor Edo Morell hat ein sehr kostspieliges, aber erfolgsversprechendes Konzept entwickelt, das dem Tierpark neue Besucherströme bescheren soll. Mitten in der Altstadt sollen die Menschen nach Afrika oder in die Antarktis reisen können.Für die Konzeption der Afrikawelt wird Sariah Malan aus Südafrika eingestellt. Die Halb-Niederländerin hat sich dem Schutz von Dickhäutern verschrieben. Eine furchtbare Tragödie treibt sie fort aus ihrer geliebten Heimat.Gemeinsam mit Edo kümmert sie sich nun um Neuzugang Albrecht, eines der letzten lebenden Nashörner. Er soll die beiden Nashorndamen Angela und Ursula begatten und für den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Spezies sorgen. Doch so einfach, wie Edo sich das vorgestellt hatte, ist es nunmal nicht... Meine Meinung: Der Roman um Albrecht & Co. spielt in einem Zeitraum von insgesamt vier Jahren. Da es keine konkreten Datumsangaben gibt, bleibt es offen, ob wir uns hier in der Gegenwart oder (nahen) Zukunft befinden. Es gibt ja durchaus noch Nashörner auf der Welt, aber wenn man mal nachforscht, so findet man schnell heraus, dass viele Nashornarten bereits ausgestorben sind und der Fortbestand dieses wunderschönen Tieres in Gefahr ist. Schuld daran sind vor allem Wilderer, die die Tiere wegen ihres wertvollen Hornes töten.Die Geschichte wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt: Neben dem ehrgeizigen Zoodirektor Edo Morell kommen auch die Tierschützerin Sariah Malan und der betagte Vorsitzende des Zoovorstandes, Frank Rida, zu Wort. Die drei Protagonisten wechseln sich pro Kapitel der Reihe nach ab. Trotzdem hat es bei mir manchmal schon ein bis zwei Seiten gedauert, bis mir anhand des Kontextes klar war, wer nun erzählt. Hier hätte ich mir vielleicht einen kleinen Verweis auf den aktuellen Erzähler gewünscht (z. B. in der Überschrift). Aber das nur am Rande.Die verschiedenen Perspektiven machen die Geschichte noch spannender, als sie ohnehin ist. An und für sich waren mir alle drei Figuren recht sympathisch, aber Edo hat bei mir ambivalente Gefühle ausgelöst. Auf der einen Seite ist ihm sehr an dem Fortbestand der Nashörner gelegen und auch an dem Wohlergehen der anderen Zootiere. Doch mit der Zeit lernt man, dass es ihm hier vor allem um eine gelungene Präsentation nach außen geht. Denn nur, wenn die Besucher den Eindruck haben, den Tieren geht es gut, werden sie auch wiederkommen. Auch wenn Edo durchaus eine gewisse Verbundenheit zu "seinen" Tieren spürt, so ist ein gelungenes Marketing und die Unterhaltung der Besucher für ihn immer vorrangig, er betrachtet die Tiere als Mittel zum Zweck.Sariah hingegen liebt Tiere über alles, und eigentlich findet sie es grausam, sie in Käfige zu sperren und auszustellen. Auf Edos Projekt lässt sie sich nur ein, da sie einsieht, dass das Nashorn in der Wildnis keine Überlebenschance mehr hat. Vielleicht gelingt es ja tatsächlich, diese Spezies zumindest in Gefangenschaft vor dem Aussterben zu bewahren. Umso tragischer, dass die Wilderer nun mittlerweile sogar schon ihre Wege in Zoos gefunden haben...Zwischen Edo und Sariah entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, die jedoch unter ihren häufigen Meinungsverschiedenheiten leidet. Die Storyline zwischen den beiden wird aber eher in den Hintergrund gerückt, hier steht wirklich Nashon Albrecht im Mittelpunkt.Frank ist ein gutmütiger, gebildeter Herr, der für Edo väterliche Gefühle hegt und ihn deswegen uneingeschränkt in seinem Vorhaben unterstützt. Als Kunsthistoriker beschäftigt er sich viel mit der Vergangenheit und bietet dem Leser historische Fakten, vor allem aus der Kunstwelt, über das Nashorn. Dies war teilweise interessant, zuweilen aber auch etwas langweilig. Da Frank sich auch mit Sariah gut versteht, steht er oft zwischen den Stühlen.Der Schreibstil ist lebendig, mit vielen Dialogen. Die Geschichte ist eine Mischung aus heiter und tragisch und hat mit dem Thema "Bedrohte Tierarten" einen sehr ernsten Hintergrund. Dadurch, dass die Nashörner Namen haben, werden sie - zumindest empfand ich es als Leserin so - vermenschlicht, und das macht das Ganze nur noch tragischer, als es sowieso schon ist. Ich habe öfter Seufzer des Bedauerns und der Enttäuschung von mir gegeben, das Schicksal von Albrecht und seinen Artgenossen ließ mich nicht kalt. Ich verrate nicht, ob die Nashörner am Ende aussterben, aber sagen wir so: Das Ende ist sehr realistisch.Dank Edo lernt man viel über Marketing und Eventmanagement. Seine Ideen sind einerseits tatsächlich erstaunlich kreativ und wirkungsvoll, andererseits überschreiten sie irgendwann auch eine Grenze. Gerade auf den letzten Seiten wurde ich als Leserin mitten hineingezogen in die Gewissenskonflikte der Protagonisten. Wir müssen Tiere anständig behandeln, ihr Überleben sichern - aber dürfen wir aus ihnen Menschen machen? Stört es Tiere überhaupt, wenn ihre Art ausstirbt? Trauern sie um ihre Artgenossen, oder ist es ihnen nur wichtig, dass sie ihre Triebe befriedigen können? Ist das Aussterben von Tierarten nicht seit jeher gängig und gehört einfach zum natürlichen Prozess? Sollten wir aussterbende Tierarten in Ruhe ihre letzte Zeit auf Erden verbringen lassen, oder sollten wir sie herumreichen wie einen Superstar und den Menschen noch einmal die Gelegenheit geben, die letzten lebenden Exemplare aus der Nähe betrachten zu können?Das Buch regt zum Nachdenken an. Darüber, wie wir Menschen mit Tieren umgehen. Darüber, wie man Zoos betrachten soll. Manche Leute gehen gerne hin, da sie sie als einzige Möglichkeit sehen, bestimmte Tiere aus nächster Nähe bewundern zu können. Manche Leute wiederum meiden Zoos, da sie es nicht ertragen können, wie die Tiere dort eingesperrt sind. Ich bin hin- und hergerissen, und auch in diesem Buch werden verschiedene Sichtweisen dargestellt, die alle für sich eine Daseinsberechtigung haben.Ich habe "Das letzte Nashorn" in einem Rutsch gelesen, und Albrechts Schicksal hat mich berührt, auch wenn es - vorerst - nur fiktiv war. Ich lege das Buch vor allem - aber nicht nur! - denen ans Herz, die sich für Tiere und bedrohte Arten interessieren.

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  • Albrecht, der letzte seiner Art

    Das letzte Nashorn

    MelE

    Nachdem ich soeben "Das letzte Nashorn" ergoogelte, bekam ich einige Seiten angezeigt, die aufzeigen, dass das Aussterben der Nashörner keine Fiktion ist und daher bekam der Roman noch einen ganz anderen intensiveren Blickwinkel. Ich schäme mich gerade fremd, dass ein Nashorn Tag und Nacht bewacht werden muss, um es vor Wilderern zu schützen. Das Horn eines Nashorns ist Gold wert und auch der Grund, warum es vom Aussterben bedroht ist oder eben manche Arten nicht mehr vorhanden sind. Eigentlich ist es zu Weinen und hat einen wirklich bitteren Nachgeschmack.In "Das letzte Nashorn" wird die Story aus drei Perspektiven erzählt: Edo Morell, Sariah Malan und Frank Rida. Alle drei setzen sich unterschiedlich ein, um das letzte männliche Nashorn Albrecht zu beschützen oder zur Fortpflanzung zu bewegen, denn dazu wird er extra aus Berlin eingeflogen. Während Edo nur darauf erpicht ist,  möglichst viel Profit aus Albrecht zu schlagen, ist Sariah diejenige, die sich wirklich aus vollem Herzen engagiert. Sie stammt ursprünglich aus Afrika und hat sich schon dort auf den Erhalt von Nashörnern eingesetzt. Nach und nach präsentiert sie uns ihre Vergangenheit und es wird klar, warum sie mitunter einen krankhaften Einsatz zeigt. Frank ist eher derjenige, der sich aus allem heraushält und wirkt ein klein wenig unscheinbar.Als Albrecht im Zoo eintrifft, verändert sich die Story und wir bekommen Naturkundeunterricht, Deluxe, was ich wirklich spannend fand. Wann beschäftigt man sich auch mit dem Sexualleben eines Nashorns? Diesen Zweck soll Albrecht nämlich erfüllen - sich fortpflanzen. Das Balzverhalten der Nashörner war wirklich interessant.Für mich war das Lesen des Romans auf der einen Seite sehr amüsant, aber auf der anderen Seite hat es mich auch sehr traurig gemacht. Mir ist erneut bewusst geworden, wie schändlich wir mit Tieren umgehen und wie wenig wir sie wertschätzen. Je mehr Profit, umso wertvoller ein Tier?Ich gestehe, dass es das Cover war, was mich auf "Das letzte Nashorn" aufmerksam gemacht hat und traurigerweise weiß ich nun auch, warum das Nashorn auf dem Kopf steht.Albrechts Geschichte ist, was den Roman so wertvoll macht. Er ist der wahre Protagonist, denn er hat mich zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Es ist ein erhobener Zeigefinger zu erkennen, da muss man nicht tief graben und das ist, was "Das letzte Nashorn" ausmacht, die Wahrheit, die zwischen den Zeilen steckt und in den Zeilen, die ganz knallhart ausgesprochen werden.Ein echter Buchschatz mit wertvollem Inhalt. Leseempfehlung!

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    • 2

    Girl56

    06. April 2016 um 08:46
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