Lola Lafon

 3,5 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf

Lola Lafon wuchs in Sofia, Bukarest und Paris auf. Nach einer kurzen Phase als Tänzerin, konzentrierte sie sich aufs Schreiben und Singen. Heute arbeitet sie als Journaistin, Schriftstellerin und Musikerin in Paris. „Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte“ ist ihr Debütroman in Deutschland. In Frankreich wurde er von der Kritik und den Lesern gleichermaßen begeistert aufgenommen.

Alle Bücher von Lola Lafon

Cover des Buches Komplizinnen (ISBN: 9783446271050)

Komplizinnen

(3)
Erschienen am 26.07.2021
Cover des Buches Immer wenn ich dieses Lied höre (ISBN: 9783351042134)

Immer wenn ich dieses Lied höre

(2)
Erschienen am 13.01.2025
Cover des Buches Chavirer (ISBN: 9782330139346)

Chavirer

(0)
Erschienen am 19.08.2020

Neue Rezensionen zu Lola Lafon

Cover des Buches Immer wenn ich dieses Lied höre (ISBN: 9783351042134)
Elle74s avatar

Rezension zu "Immer wenn ich dieses Lied höre" von Lola Lafon

Elle74
Ein wunderbares Buch, welches zum Nachdenken anregt

Die Idee der Autorin, eine Nacht im Versteck bzw. Hinterhaus von Anne Frank und ihrer Familie, der Familie van Pels und von Fritz Pfeffer zu verbringen, finde ich großartig und bemerkenswert. Ferner arbeitet die Autorin die eigene Lebensgeschichte anhand dessen auf, was auch sehr interessant zu lesen ist.

Mehr zum Buch auf meinem youtube-Kanal "Esses literarischer Salon".

Cover des Buches Immer wenn ich dieses Lied höre (ISBN: 9783351042134)
lielo99s avatar

Rezension zu "Immer wenn ich dieses Lied höre" von Lola Lafon

lielo99
Wir können uns das Leid nicht ausmalen, niemals

Nur 7 Sekunden dauerte der Ausschnitt. In einem Stummfilm, der die kleine Anne Frank zeigte. Es sollten die einzigen bewegten Bilder ihres kurzen Lebens bleiben. Ein Foto daraus ist auf dem Cover zu sehen. In ihrem Buch #ImmerwennichdiesesLiedhöre schreibt die Autorin Lola Lafon, was sie mit Anne verbindet. Es ist nicht nur diese eine Nacht, die sie im Versteck der Franks verbringt.


Nach einem holländischen Verlag erklärte sich auch ein deutscher bereit, das Tagebuch Annes zu veröffentlichen. Allerdings nur, wenn einige Passagen gestrichen würden. So zum Beispiel jene, in denen die junge Frau sich abfällig über die „Nazis“ äußerste. Weil sie so sehr antisemitisch waren und selbst Nachbarn und enge Freunde denunzierten. Die Verleger meinten dazu: „Solche Seiten könnten die Leser „vor den Kopf stoßen“.“ Unfassbar, dass es nach der Schoah zu solchen Äußerungen kam.


1941 war ihr letzte Jahr in Freiheit. Leider gab es immer wieder Menschen, die das Leben Annes leugneten. Simon Wiesenthal sorgte dafür, dass im Jahr 1963 jener Mann gefunden wurde, der die Familie festnahm und zur Deportation führte. Er konnte sich sogar an Anne erinnern. Musste für seine Taten allerdings nicht gerade stehen. Er habe schließlich nur einen Auftrag durchgeführt, so urteilte das Gericht.


Das Buch ist in der Ich-Form aus der Sicht der Autorin geschrieben. Sie berichtet über das Tagebuch von Anne, ihr Leben in der kleinen Wohnung sowie über ihre Ängste und Wünsche. Aber auch über die Nähe zu ihr, da sie selbst ebenfalls als Jüdin geboren wurde. Auch sie hat Familienmitglieder durch Mord im „Dritten Reich“ verloren. Ich habe das Tagebuch noch nicht gelesen, werde es aber so schnell wie möglich nachholen. Das Schicksal dieser jungen Frau hat mich sehr berührt. #NetGalleyDE

Cover des Buches Komplizinnen (ISBN: 9783446271050)
KateRapps avatar

Rezension zu "Komplizinnen" von Lola Lafon

KateRapp
Die Hilflosigkeit der kleinen Tänzerinnen

Cléo wohnt im Hochhaus einer französischen Banlieue in den Achtziger Jahren und träumt davon, Tänzerin zu werden. Sie wird von der eleganten Cathy „entdeckt“ und Männern zugeführt, die ihr schmeicheln und sie missbrauchen, ohne dass Cléo weiß, wie sie sich wehren kann.  Die Geschichte ihres tänzerischen Erfolgs blendet ihre Freundinnen, das viele Geld beeindruckt ihre Eltern.

„Ihr wildes Verlangen, sie an die Tore einer Zukunft zu tragen, die ihnen selbst versagt geblieben ist, dieses Verlangen, glasklare, schwerelose, elfengleiche Töchter zu besitzen, deren Körper gesäubert sind vom eigenen Makel.“

Auf Cathys Bitte wird sie ihre „Assistentin“ und führt ihr andere Mädchen zu, und damit diesen Männern, mit nur marginal schlechten Gewissen, denn, immerhin, sie ist erst dreizehn!

„Cléo (…) war eine Geflüchtete, unfähig, den Ernst dessen, was sie getan hatte, zu ermessen, weil ihr nicht bewusst war, was sie selbst erlitten hatte.“

Betty, eine schwarze Mitschülerin wird mit erst zwölf Jahren „entdeckt“ und ihr Schicksal ist es, das Cléo noch Jahre später umtreibt, als sie Tänzerin eines Fernseh-Varietés ist, bei Lara einzieht, sich in sie verliebt. Doch Lara möchte das Opfer in ihr sehen und als sie in ihr eine Täterin entdeckt, trennen sie sich.

Aus wechselnden Perspektiven erfahren wir Näheres über diesen systematischen Missbrauch und den weiteren Lebensweg von Cléo, und auch, dass es in den Achtzigern ein offenes Geheimnis war, nur eine harmlose Sache, denn keins der Mädchen hatte sich doch je beklagt. Erst als 2019 eine Fernsehdokumentation die Sache aufgreift, bietet sich den Frauen die Chance auf Versöhnung mit sich und den anderen.

Denn nur der gleichzeitige psychische Missbrauch verhinderte den Protest, die Anteilnahme und die Gewissensbisse und machte aus den Opfern kindliche Täterinnen. Dass sie an dieser Schuld mehr leiden, als an den Übergriffen, macht die Autorin mit beeindruckender Sprache deutlich.

„Jetzt schien alles darauf hinzudeuten, dass Cléo für immer und ewig dreizehn bleiben würde, sie stieß sich an jedem toten Winkel dieser Ewigkeit.“

Eine erschreckende, ambivalente und sehr menschliche Geschichte über Scham und Schuld und gerade deshalb ein empfehlenswertes Buch.  


Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke, Hanser Berlin 2021

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

21 Bibliotheken

4 Merkzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks