Lola Randl

 3.6 Sterne bei 14 Bewertungen
Autorin von Der Große Garten.

Lebenslauf von Lola Randl

Von Bildern und Texten: Die Münchner Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin Lola Randl wird 1980 geboren. Während ihres Studiums an der Kunsthochschule für Medien in Köln, das sie 2006 abschließt, schreibt sie bereits erste Texte und produziert mehrere teils preisgekrönte Kurzfilme.

Heute ist Lola Randl vor allem als Regisseurin und Filmemacherin bekannt. Großen Erfolg hat sie beispielsweise mit ihrem Film »Von Bienen und Blumen« von 2018. Doch auch als Schriftstellerin macht Randl von sich reden. Für ihren Roman »Der große Garten« aus dem Jahr 2019 wird sie für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Lola Randl lebt heute mit ihrer Familie in der brandenburgischen Uckermark.

Alle Bücher von Lola Randl

Cover des Buches Der Große Garten (ISBN:9783957577092)

Der Große Garten

 (14)
Erschienen am 20.03.2019

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Rezension zu "Der Große Garten" von Lola Randl

Kein schöner Land
Giselle74vor einem Monat

Finde den Regenwurm in Dir oder Meine Probleme und ich ziehen aufs Land.
Ich muss gestehen, dieses Buch ist so überhaupt gar nicht mein Fall, wie es gar nichter kaum geht. Frau zieht von Stadt aufs Land, um beim Pastinaken ernten zu sich selbst zu finden. Im Schlepptau hat sie den Mann, den Liebhaber, zwei Kinder, eines namenlos und ein Gustav, die Mutter. In der Stadt zurück bleiben der Analytiker und die Therapeutin. Erzählt wird in einem an Mariana Leky erinnernden Stil, nur ohne Charme und ohne Okapi, dafür gestellt naiv und damit spätestens ab Seite 3 eintönig.
Mann und Liebhaber verstehen sich bestens, der Analytiker und sein gutes Stück sind sich auch einig, die Therapeutin therapiert weitestgehend allein, weshalb sie irgendwann keine Lust mehr hat und die Zeit lieber sinnvoller nutzen möchte, die Mutter gärtnert und mosert, manchmal auch andersherum, das eine Kind ist nicht erwähnenswert und dem anderen ist unsere aufs Land geflüchtete Städterin nicht gewachsen, weil sie das Kind in sich nicht suchen muss, sondern es scheinbar einfach geblieben ist.

" Gustav ist mein Kind. Ich habe zwei Kinder. Der Gustav ist das zweite Kind. Früher hieß der Gustav nur das Baby. Die Menschen haben mich immer ein bisschen böse angeschaut, wenn ich mein Kind das Baby genannt habe. Dabei war er doch das Baby. Unsere Katze heißt ja auch eigentlich Alaska Oslo. (…) Jetzt ist das Baby schon vier und heißt Gustav und die Katze heißt Katze."
Und so mäandert der Text durch den Jahresverlauf, bisweilen blitzen dabei dann doch Pointen auf, die aber bald wieder in der Flut der Wörter versinken.
Die Kapitel sind kurz, so daß ich dazwischen immer mal wieder die Möglichkeit hatte, mich um Mann und Kind, Hund und Garten zu kümmern und Marmelade einzukochen und die Tatsache zu genießen, daß die Gute in die Uckermark gezogen ist und nicht etwa in unserem 900-Seelen-Dorf irgendwo ihr Unwesen treibt.
Weil aber offensichtlich recht viele Menschen den Humor der Autorin teilen, ist das Buch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Und deshalb ist es wahrscheinlich besser als ich es finde. In diesem Falle kann ich gut damit leben.

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Rezension zu "Der Große Garten" von Lola Randl

Liebhaberhaus
walli007vor 2 Monaten

Manchmal wird die Fülle des Lebens zu viel und man zieht aufs Land, weil es dort wohl ruhiger zugeht. Die Empfehlung, einen Garten anzulegen, nimmt man gerne an. Natürlich stellt man fest, dass das nicht so einfach ist. Besonders nicht, wenn die Mutter alles besser weiß und einen mit guten Ratschlägen überhäuft. Leider hat sie auch noch meistens recht, sie kennt sich eben aus mit dem Gärtnern. Und wenn da noch ein Liebhaber ist in seinem Liebhaberhaus und der Mann und die Kinder und Irmi und Hermann. Die Ruhe auf dem Land ist auch nicht so das. Vielleicht kann es die Therapeutin richten oder der Analytiker.


Man könnte sich diesen Roman auch gut als App vorstellen. Kurze Kapitel die gut mit Zeichnungen, Fotos oder kleinen Filmen ausgeschmückt werden. Es ist schon klug, sich mit dem Anlegen eines Gartens zu beschäftigen. In der schnelllebigen Zeit heute gibt ein Garten eine tolle Gelegenheit zur Entschleunigung. Man weiß, wie schön es ist, die Blumen zu betrachten, die man selbst eingepflanzt oder ausgesät hat. An einem sonnigen Tag lässt sich die Blütenpracht genießen und die Pflege nimmt man gerne in Kauf. Die Erzählerin des Gartens hat schon eine spezielle Persönlichkeit. Ihre umherflatternden Ideen lassen sich zum Glück gut in dem entstehenden Garten kanalisieren.


Beim Erzählen über den Garten entfaltet sich eine kluge, ein wenig chaotische Geschichte, die die Augen umschmeichelt. Man bemerkt die Eigenheiten der Erzählerin, doch sie entwickelt eine so erfrischende Art, dass sie immer sympathisch bleibt. Sicher wird man einiges am Dorfleben wieder erkennen, wenn man selbst auf dem Land aufgewachsen ist und manchmal etwas genervt, meist aber schmunzelnd denken, ja, so kann es sein. Zugleich erfährt man, dass man einfach drauf los gärtnern kann oder auch planvoll vorgehen kann. Dieser Roman flattert leicht dahin und ist dabei doch gehaltvoll und lebensnah. Ein Jahr im Garten mit seinen Höhen und Tiefen und einer anheimelnden Wärme.

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Rezension zu "Der Große Garten" von Lola Randl

Ungewöhnlich- orginell - aber auch skurill
Buchraettinvor 2 Monaten

Die Ich- Erzählerin ist 37 und fasst den Entschluss ein Gartenbuch zu schreiben. Herausgekommen ist eine Mischung aus Gartensachbuch, Beobachtungen eines Dorfes, Gedanken zu ihrem Leben und ihren Beziehungen zu Männern unterschiedlichen Alters.
Dieses Buch wirkt auf mich wie ein naturbelassener Garten. Hier sprießen Ideen, aus denen sich neue Ideen entwickeln und die sich immer weiter verzweigen wie bei einem Baum oder vielleicht das Mycel eines Pilzes.
Es war ein ungewöhnliches Buch. Kleine Abschnitte mit jeweils einem Titel, die manchmal durch einen Gedanken in den nächsten kleinen Abschnitt hinüberführen. Immer wieder findet man hier die Gartenthemen. Maulwürfe, Unkräuter, Pflanzen, - jedes Thema bekommt seinen Abschnitt und ich fand es eine witzige Idee, dass man hinten mit einem Register nach Stichpunkten suchen kann.
Einige Themen im Buch erinnern ein wenig an einen Sachbuchtext. Dann geht es wieder um die Erzählerin. Das zeigt auch ein wenig wie der Stil ist. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben.
So ein Buch in diesem Stil habe ich noch nicht gelesen. Diese kleinen Einheiten, diese an ein Sachbuch erinnernden Texte, die ungewöhnlichen Bezeichnungen der Figuren wie „Der Liebhaber“, „Der Mann“, etc., die Überlegungen, ihr Verhalten, es ist eine Mischung, die mir im Laufe des Buches doch zu viel wurde.
Die Figuren werden mit einer Art Titel, oder Bezeichnung angesprochen, wie z.B. der beruflichen Position, die sie einnehmen. Sie erzählt als Ich-Erzählerin. Es hatte für mich schon auch Züge, die mich an einen Roman von Kafka erinnerten. Es wirkt manchmal etwas wirr.
Es lässt einen auch manchmal schmunzeln und hat einen gewissen Charme, ist mir aber auf Dauer doch etwas zu viel und manchmal auch zu wirr.

Das hat durchaus seinen Reiz zum Lesen, konnte mich aber ganz überzeugen mit diesem Stil.
Ich denke, dass ist so ein Buch, das man liebt oder eben nicht- ich schwanke auch bei der Sternebewertung- ich fand  es witzig und orginell, aber dann auch zu viel und zu skurill.. 3-4 Sterne

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