Ey, was ein schönes Buch. Ganz still und massig zugleich. Distanziert und ganz nah. Ich hab das Lesen sehr genossen.
Doch worum gehts?
Ausgangspunkt ist sozusagen die Erzählerin des Romans – eine Frau Mitte vierzig – die sich zunehmend fremd fühlt In ihrer Umgebung, in ihrer Familie und vor allem in sich selbst. Sie zieht sich auf den Dachboden ihres Hauses zurück und schaut von dort auf alles, was sie gebaut ha und ihre Welt nennt: das Dorfleben, die Kinder, die Beziehungen, all die getroffenen Entscheidungen. Dieser Rückzug ist dann auch der erzählerische Ausgangspunkt, und meines Erachtens ist der wirklich sehr klug gewählt, weil er die Distanz schafft, aus der der Roman schlussendlich seine ganze Energie zieht. Der Ton ist irgendwie melancholisch aber auch sarkastisch und hinterfragend. Randl schreibt nicht über das Dorf von außen, sondern es ist der Moment wo man so drin ist und dann aufwacht und hinterfragt. Ich denke, mit der Haltung können sich viele identifizieren, weil wir doch sicherlich alle schon mal irgendwo drin waren und mit einem Mal dachten: Isses das jetzt?
Was das Buch für mich persönlich sowohl interessant, aber auch ein klein wenig herausfordernd gemacht hat, ist dass Randl auf echt nicht vielen Seiten sowohl Familiengeschichte, Kindheitserinnerungen, Halluzinationen, Hexenverfolgung als auch die Analyse patriarchalischer Dorfstrukturen (und das alles neben der eigentlichen Handlung um eine Erzählerin, die an ihrem Lebensmodell zweifelt) verhandelt. Das heißt also, dass das echt alles sehr dicht ist. Was aber auch irgendwie wieder total cool ist, weil es einfach beim Kern bleibt und nie so hart abschweift. Für einige könnte das ggf. ein bisschen überladen wirken.
Wer einen Roman mit klarem Handlungsbogen braucht, wird sich gelegentlich fragen, wo der eigentlich verläuft ;)
Irgendwie ist das Buch unterm Strich für mich ein emotionales (im positivsten Sinn) Buch über die Mysterien des Landlebens und die schmerzhaften Kollisionen die mit radikalen Lebensentwürfe einhergehen, wenn sie nun mal auf die unplanbare Realität treffen.
Es ist das Bild einer Erzählerin, die aufbricht und sich aufmacht. Das ist cool und mutig und ehrlich.
Insofern ist es ein Buch über die Bilanz eines Lebensabschnitts und den Aufbruch. Für Menschen die gerne dichte Geschichten lesen, die nicht um den heißen Brei rumreden und das wahre Leben zwischen den Seiten sehen wollen, ist es genau die richtige Wahl!
















