Lorena Hertel Schlaflos in Dubai

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Inhaltsangabe zu „Schlaflos in Dubai“ von Lorena Hertel

Fürchte dich nicht Wenn du in einem dunklen Zimmer bist, überall Blut siehst, die Wände wackeln, fürchte dich nicht! Wenn ein Erdbeben die Welt erschüttert, ein Unwetter herannaht, die Sonne verschwindet, fürchte dich nicht! Wenn alles aussichtslos scheint, kein Licht mehr zu sehen ist, du dich allein und verletzbar fühlst, fürchte dich nicht! Denn du bist am sichersten Ort dieser Welt: In meinem Herzen!

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  • Rezension zu "Schlaflos in Dubai" von Lorena Hertel

    Schlaflos in Dubai
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. October 2010 um 08:57

    Der Titel verspricht etwas. Und dieses Versprechen wird gehalten. Lorena Hertel erzählt von schlaflosen Nächten und beschert uns ebensolche ... 2006 mit den Elten nach Dubai ausgewandert, erlebte sie einen Umbruch, der ihr Leben in andere Bahnen lenkte. Einstellungen und Sichtweisen änderten sich radikal. Weil viele Nationen und Religionen problemlos zusammenleben können, ergaben sich plötzlich nie gekannte Fragenberge. Warum geht es in Dubai, in großen Teilen der Welt aber nicht? Diese und andere Fragen motivierten die Autorin zum Schreiben und zur Hoffnung, vielleicht den einen oder anderen Leser wach zu rütteln, um ihn aus den Einbahnstraßen des Alltags zu locken. Die neue Umgebung nutzte sie zu einem umfassenden Neuanfang und einer radikalen Neugestaltung ihres Lebens. Wie wir alle wissen, ist das leichter gesagt als getan, denn die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln und befindet sich nicht selten gar auf der Überholspur! Viele Tränen müssen geweint werden, um alte Wunden zu schließen. Und was nicht geheilt werden kann, muss als Teil des Lebens akzeptiert werden. Steine, die man nicht wegräumen kann, müssen eben liegen bleiben ... Schlaflos in Dubai definiert den Neubeginn der Autorin. Eine wichtige Wegmarke und Bindeglied zwischen dunklen Tagen der Vergangenheit und den sonnigen der Zukunft ... Ohne zu beschönigen rechnet Lorena Hertel ab. Klagt ohne vornehme Zurückhaltung diejenigen an, die ihren Kindern das Vertrauen in diese Welt zerstören. Diejenigen, die nie da sind, wenn man sie einmal brauchen würde und schließlich die trägen und feigen Massen, die immer nur wegschauen. "Ein Schicksal unter tausenden": "Kinderaugen, die nie wieder leuchten werden, Herzen für immer gebrochen, jeglichem Gefühl beraubt! Gewalt auf ewig ins Hirn eingemeißelt Narben, die die Seele zieren werden, bis ans Ende ihrer Tage! ... Gebrochen, benutzt, allein, das Lachen verschwand für immer ... " Mit fast ohnmächtiger Wut prangert sie Intrigen, Gewalt und Hass an, schreit nach Menschenrechten und hadert mit der "Ironie des Schicksals": "Früher ging es mir gut, da ließ mich alles kalt, heute habe ich Angst alles zu verlieren ... " Die Bandbreite ihrer Themen sprengt den Rahmen des Gewöhnlichen und verlangt dem Leser einiges ab, der sich keinesfalls auf leichte Kost und eine gemütlich lyrische Leserunde einstellen sollte. Egal, ob es sich um sterbende Gefühle ("Was mach ich hier"), ignorante Gleichgültigkeit ("Die andere Seite") oder um Wahrheiten handelt, die mit ins Grab genommen werden ("Amoklauf"). Großen Raum nimmt auch der ganz normale, tägliche Wahnsinn ein. Alltagstragödien wie Scheidung ("Hässliches Ende") und kaputte Ehen ("Erfülltes Leben", "Gemeinsam einsam") werden thematisiert. Sie erzählt von Liebe, die keine ist ("Kranke Liebe"), von Wegen, die sich trennen werden ("Das Ende") und immer wieder von vernachlässigten Kindern ("Ein Schicksal unter tausenden") und denjenigen, denen man die Unschuld, die Kindheit und die Seele geraubt hat ("Eine normale Nacht"). Lorena Hertel verrät auf den ersten Blick nicht viel von sich selbst. Aber wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird Schlaglichter erkennen, die eine traumatisierte Kindheit erahnen lassen. Träumerisch verweilt sie auf Wegen, die nur in unserer Vorstellung existieren ("Die andere Seite") und erzählt in bildhafter Sprache Momentaufnahmen vom Leben und der Vereinsamung von Herzen, die im schallenden Gelächter der gleichgültigen Masse untergehen. Sie lässt uns an ihrer grenzenlosen "Sehnsucht" teilhaben, die in der Ferne zu verschwinden scheint, aber Hoffnung zurücklässt. Sie stellt sich selbst in Frage ("Genug?", "Gut durchdacht") und verzweifelt an alldem, was Menschen sich antun ("Einsamer Körper"). Doch es gibt auch ein Licht am Horizont. Und hier hebt Lorena Hertel sanft ab, verliert sich in ihren eigenen Worten, findet die "Sterne der Hoffnung", wohlige Geborgenheit, fliegende Träume ... oder geniesst einfach nur die "Einmaligkeit des Augenblicks". Sie würde das Heute gerne ändern und flieht in die "Gedankenwelt der Träume", völlig frei und losgelöst von allem: "Einmal die Schönheit der Welt entdecken nimm meine Hand, und wir fliegen von hier fort!" Ganz anders in "Fleisch und Blut". Das Gedicht ist eine bitterböse Anklage, die ohne wenn und aber, direkt, schonungslos und ungebremst ins Glashaus der Familie trifft, die früher einmal eine andere war ... "... Ein Band, das nie entstand, zu beschäftigt, sich zu streiten ..., alles zerstört! Das Band aus Fleisch und Blut ... Erhängt euch damit!" Andererseits kommt der Humor auch nicht zu kurz. "Sie kriegt dich doch" entwickelt sich wie ein Alptraum. Ein schweißtreibendes Horrorszenario, unendliches Grausen und rasende Flucht ... mit überraschendem Ende. So auch in "Das Unvermeidliche", wo wir zunächst einen Selbstmord erwarten ... ! In "Unfähige Hausfrau" erfahren wir sogar etwas über die schrägen Kochkünste der Autorin ... Selbst vor experimentellen, völlig freien Formen hat sie keine Angst. Wen die Situation nicht überfordert, liest diese in "Unwissenheit" nach ... um sich danach -leicht verwirrt- auf dem "Abstellgleis" wieder zu finden. Und wenn sie einmal "Keine Idee" hat, entstehen dennoch sehr kreative Gedanken - auch wenn sie selbst diese dann als "Aufzählung ohne jegliches Gefühl" definiert. Lorena Hertel schwankt ständig zwischen Wut und Verzweiflung. Fährt Achterbahn von der Hölle zum Himmel und wieder zurück. Steht zitternd am Rande des Abgrunds und gibt doch niemals auf. Ein klagendes Herz voller Zuversicht. Ein Hauch von hoffnungslosem Optimismus ... ! Melancholie und Ambivalenz gehen auf eine weite Reise. Und wir alle fahren mit. Am Ende des Regenbogens werden wir einst das Paradies finden ... ... doch wehe, wir haben das "Zauberwort" vergessen. © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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