Lorenz Filius

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Eines Poeten Sonnenuntergang

Eines Poeten Sonnenuntergang

 (1)
Erschienen am 16.06.2010
Flurgedanken

Flurgedanken

 (1)
Erschienen am 19.05.2010
Lyrische Schattenmomente

Lyrische Schattenmomente

 (1)
Erschienen am 09.02.2013
Ein Zauderheld am Bungeeseil

Ein Zauderheld am Bungeeseil

 (1)
Erschienen am 27.07.2011
Zeitgerafft

Zeitgerafft

 (1)
Erschienen am 15.12.2011
Von Eigenheit durchtrieben

Von Eigenheit durchtrieben

 (1)
Erschienen am 03.06.2015
Erdstallpirouetten

Erdstallpirouetten

 (1)
Erschienen am 19.06.2012

Neue Rezensionen zu Lorenz Filius

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Rezension zu "Von Eigenheit durchtrieben" von Lorenz Filius

Weitaus mehr als Krämerei
Peter_Pitschvor 2 Jahren


„Untiefen trivialer Gedanken und Anekdoten um Zeit, Bewusstsein und das Leben.“


Es sind Studien der Selbstaufgabe, das Bedürfnis, sich auch der Sprache im Sinne von Wortketten floskelhafter Wiederholungen zu entziehen. Nicht immerfort durch die Maschen altbewährter gedanklicher respektive sprachlicher Strukturen die Außenwelt zu betrachten. Dahingegen zu erfassen, wie sich die Innenwelt darin verschanzt hat. Auf den Grunde gehend, die Suche eines Menschen nach festem Halt, nach einem Begreifen und nach Begriffen, ohne seine Individualität an einbetonierten Standpunkten festzuzurren. Ein zugleich sinnvolles wie sinnloses Unterfangen für jenen Dichter, dem längst alle Wurzeln und Stricke abhanden gekommen sind beim Durchreisen und Durchmessen einer Welt, die ihm eine VIELDEUTIGKEIT wohl aufzeigt, doch darin die Freiheit der Existenz allenfalls im Selbstverlust gestattet. 


„Da stehe ich, entwurzelt schon seit langer Zeit, vor einem Grund und Boden, der mir nichts mehr sagen will. Mein Blick allein, noch kaum gefasst, ersucht die alten Wege und die Winkel durch ein Haus, das die Vergangenheit längst mit sich nahm.“ 

Sinnvoll, irgendwie, weil der Versuch ohnehin zur schieren Notwendigkeit geworden ist. Sinnlos wiederum, weil das vermeintliche Ziel für alle Zeiten unerreichbar bleibt. In diesem Widerspruch will der heimatlose Dichter sich zurechtfinden – zu Recht etwas finden wollen. Was bliebe ihm anderes übrig? Im Bewusstsein, dass Worte nur als Ausgangspunkt freier (?) Assoziationen den Bedürfnissen des „Umherirrenden“ Genüge tun, gerät die angestrebte Schwerelosigkeit (des Denkens) als transzendente Kraft zum Paradox. Das Mittel der Verständigung, die Sprache, gibt ihm nämlich vor, was er Wort für Wort am liebsten zu vermeiden gedenkt. Selbstironisch vermerkt Lorenz Filius deshalb schon im Zusatz des Rückentextes seines Werkes: 
„Durch solche Umstandskrämereien müssen die Gedanken und Geschichten dieses Buches.“

So ist es. In dieser angestrebt schwerelosen Ungebundenheit sich selbst als reflektierendes Wesen am Urgrund des Seins beziehungsweise in den Untiefen geistigen Bestehens festmachen zu wollen, eben diese Möglichkeit weist Filius mit jedem neuen An-Satz wieder von sich. Gerade darin ist seine Einmaligkeit zu FINDEN.
Da stehe ich und denke, denn ich kann nicht anders. Und anders will ich denken, weil ich es kann. 
Von Eigenheit durchtrieben.

Peter Pitsch

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Rezension zu "Geisterbilder des Gemüts: Prosaische Abstraktionen und Geschichtchen" von Lorenz Filius

Von Wahrheit ohne Anspruch
Peter_Pitschvor 5 Jahren

"Ist da wer, der sich in meiner Eigenheit versteckt?"
Den Inhalt eines Buches umfassend zu beschreiben, einer Sammlung kurzer Texte, die nicht erschaffen sind im Kokettieren mit dieser oder jener Stilart (weithin Beachtung anzupeilen), indes aber um die Unmöglichkeit des außerpersönlichen Empfindens gedanklich darzustellen, erweist sich als ein Paradox. Gleich der Distanz zwischen jeder einzelnen Textidee und ihrer Unabhängigkeit anstrebenden Ausrichtung im metaphysischem Raum. "Was braucht es mehr, um dies zu finden, als ein wenig Zeitverlust?"
In diesen Zeilen meiner Rezension findet weniger die Verwirrung ihren Wiederklang, welche die Geisterbilder des Gemüts von der Eingängigkeit entbindet (denn wenn auch nicht geläufig, so ergeben die Abstraktionen bei aller Abweichung von üblichen Gedankenschleifen Berührungspunkte für selbige Intuition), sondern die Surrealität des Erlebens alltäglicher Gleichförmigkeit ohne Abschweifung ins bodenlose Sein. Beinahe ein Frevel des Autors am eigenen komplexen Werk, seine Prosa-Miniaturen als "Geschichtchen" zu (unter)titulieren. Jeder Gedanke, der sich dahingegen löst aus der Bereitschaft im Hort der Beschaulichkeit zu verharren, trägt einen begreifbaren (!) Teil des Mysteriums bei; in der Dreidimensionalität ist der Mensch seinen Beschränkungen erlegen, was außerhalb vorhanden sein mag, wollen die "Geisterbilder" immer wieder an sich selbst entschlüsseln - wahrlich ein genialer Wurf der Vergeblichkeit!
"Einzig Blicke aus der jugendlichen Blüte fragen wortlos nach der Zukunft und versichern mir die Antwort - die ich ehrlich nicht als Trost erkenne - als Erlösung aus dem Kerker meines Seins."
Kein Guru/Geburtshelfer ist vonnöten für diejenigen, die Lorenz Filius' Texte auf sich wirken lassen und solche Metamorphosen einbeziehen, weil das Weiterdenken dort anberaumt wird, wo sonst die leeren Phrasen mit der Unbedenklichkeit vergehen. Ruhen wir noch im Verdrängen unserer letzten Schmach, oder sind wir hellauf wach beim Nachrufen einer altbekannten Tat. Eigentlich ist es die Begegnung mit sich selbst, die Filius dem Leser anzuvertrauen weiß. "Kennen wir uns denn so sehr?"
Ich denke: Nein.

Peter Pitsch

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Rezension zu "Lyrische Schattenmomente" von Lorenz Filius

Offline-Momente
Peter_Pitschvor 6 Jahren

Es lag geraume Zeit zurück, seit ich zuletzt der Dichterstimme eines Lorenz Filius mit unverzichtbarer Aufmerksamkeit begegnet war. Denn der Ton, der seinen Versen innewohnt, hält den im großen Ereignisangebot umherflatternden Gemütern nicht stand, und klingt dennoch umso deutlicher für jene, die anstatt des elektronischen Tumults seine philosophischen Schwingungen erfassen möchten.
Ein lyrisches Schattenspiel wie dieses – des Poeten Einverständnis mit der Welt im Geäst dichter Erkenntnisse – findet sein Bestehen einzig vor dem Hintergrund des Lichts, die gegenseitige Abhängigkeit bezeugend und zugleich von der Sättigung des Scheins und dessen Einbildungen sich lösend. Da „greifen Spinnenlichter in die Nacht, dem Wunder scheinbar auf der Spur", doch stoßen lediglich auf die Maskenhaftigkeit des Menschen, um letztlich wieder zu vergehen. So vermag der Dichter bereits zum Geleit, in seinem kurzen Vorwort, festzuhalten, dass „schließlich all die Dinge, die wir ahnen oder leben, tief im Schatten unseres Selbst liegen – in einer Zuflucht, der wir Licht erlauben oder nicht."
Oft beschattet, oft schattiert, im Schatten selbst gelegen, Lorenz Filius entzündet die innere Sicht immer wieder ohne sich an Offensichtlichkeiten zu verfangen; er illuminiert eine Verschwiegenheit unter den Oberflächen, um neue Kontraste zu werfen und sie damit überraschend sichtbar und erfahrbarer zu gestalten. Ich selbst bin still geworden, ruhig und fokussiert, derweil ich die Gedichte in ihrer melodiös gereimten Weise vernahm und die Außenwelt sich über meinen Kern stülpte, der sich dann doch als Umkreis gedanklicher Expansion erwies. Die Kreativität und der unermüdliche Schaffensdrang des Dichters schlagen in einer fantastischen Fülle an Gedichten (wortwörtlich) zu Buche, Gedichte, deren schiere Vielzahl kaum Platz für umfangreiche Begleitbilder bietet: Dann und wann hat Lorenz Filius seinen poetischen Miniaturen jeweils eine kleine Fotografie als optisches Pläsier hinzugefügt; einige Bilder dieser Art – „Sommerflaute" etwa, oder „Regenbogenabend" – hätten durchaus ein wenig mehr Raum innerhalb des Werkes einnehmen dürfen. Allzu lange aber hält sich der Betrachter keineswegs auf, ehe er sich erneut den lyrischen Schattierungen anvertraut. Die an verborgenen Orten bestehen, die tatsächlich immer schon vorhanden waren, aber im Gegenlicht der Silhouetten eine zugrundeliegende Bedeutung erfahren. Solche Schattenmomente, berichtet der Poet, werden „nicht vom wahrheitsdominanten Leuchten überstrahlt".

Peter Pitsch

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