Beschädigte Schönheit

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Inhaltsangabe zu "Beschädigte Schönheit"

Vulkan, hinkender Gott der Schmiedekunst, war der Mann von Venus, der Schönsten. Während die griechische Antike Behinderungen der Hässlichkeit zurechnete und oft als Zeichen moralischer Fragwürdigkeit deutete, die römische Dichtung sie vornehmlich als Gegenstand der Satire sah, setzt in der frühbarocken Lyrik ein paradoxes Vergnügen am behinderten Körper ein: Vulkan und Venus traten in ein neues Verhältnis.
Im 19. Jahrhundert, bei Zola, Anthony Trollope und Benito Pérez Galdós, treten behinderte Protagonistinnen als Attraktionsfiguren ins Zentrum der Romane. Im 20. Jahrhundert findet dieses Interesse die Aufmerksamkeit der Psychoanalyse und wird als 'Fetischismus' gedeutet.
Über Heimito von Doderer, James Joyce und Arno Schmidt weist Lorenz Jäger auch in die Kunst- und Filmgeschichte, zu Christian Ludwig Attersees 'Prothesen-Alphabet' und Luis Buñuels 'Tristana'. Schlusspunkt seiner Überlegungen bilden die Londoner Paralympics des Jahres 2012.
Nicht nur erreichte die Ästhetisierung des Handicaps dort einen bisher unvorstellbaren Gipfel: Entscheidend wurde die Ablösung des Blicks von außen durch die selbstbewusste Inszenierung, die von behinderten Models wie Aimee Mullins vorbereitet worden war und die unsere ästhetischen Vorstellungen maßgeblich verändern wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783866742321
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:120 Seiten
Verlag:zu Klampen Verlag - zu Klampen & Johannes GbR
Erscheinungsdatum:01.12.2014

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    Pressestimmen

    'Eine Liebeserklärung an die Unvollkommenheit. (.) Ein kenntnisreicher Essay.'
    Shirin Sojitrawalla in: WDR 3 Mosaik, 29. Dezember 2014

    'Jägers Essays sind gleichsam informativ wie unterhaltsam und obendrein eine Liebserklärung an die Unvollkommenheit. (.) Alles in allem sehr lesenswert.'
    Stadtmagazin Schädelspalter, Hannover, April 2015

    'Ein Essay, der Anlass für mancherlei Anregungen gibt. Und der als Plädoyer für die Vielfalt des Lebens gelesen werden kann.'
    Franz Schwarzbauer in: Kulturmagazin stadt land see, Juni/Juli 2015

    »Kluger und komprimierter Essay.«
    Christian Mürmer in: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, 85. Jahrgang, 1/2016

    'Lorenz Jäger geht es in seinem gut und vergnüglich geschriebenen Essay nicht um das Egalitätsprinzip oder das Recht auf Inklusion, sondern um eine ästhetische Faszination am Handicap. (.) Strenge Kritiker dürften diesem gnadenlosen Ästhetizismus vermutlich eine konservative bis reaktionäre Sichtweise attestieren. Doch Lorenz Jäger hält die Selbstästhetisierung von Behinderten ihrerseits für einen Befreiungsakt, da das angeschaute Objekt von der Antike bis zur Neuzeit kein „eigenes Mitspracherecht“ besessen habe.'Norbert Seitz in: 'Andruck – das Magazin für politische Literatur', Deutschlandfunk, 20. April 2015

    'Ein prägnanter und gelehrter Essay. (.) Jägers Fazit ist exzellent.'
    Christian Mürner in: Literaturen No. 114, Frühjahr 2015

    'Der lesenswerte Essay von Lorenz Jäger ist ein kenntnisreicher (.) Streifzug durch die Literatur- und Kunstgeschichte, die der FAZ-Redakteur nun vorlegt.'
    Oliver Pfohlmann in: Neue Zürcher Zeitung, 5. Februar 2015

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