Signor Rinaldi kratzt die Kurve

von Lorenzo Licalzi 
4,5 Sterne bei22 Bewertungen
Signor Rinaldi kratzt die Kurve
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Wedmas avatar

Ein sehr lesens-/hörenswerter Roman. Humorig-sarkastisch und sehr weise.

I

herzergreifende Geschichte über eine Reise durch Italien und auch eine Reise der Menschen aufeinander zu

Alle 22 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Signor Rinaldi kratzt die Kurve"

Pietro Rinaldi ist achtzig Jahre alt und hat genug vom Leben. Er ist an der Endstation angelangt, findet er, während er Penne all’arrabbiata isst und darüber nachsinnt, wie viel mehr Trost doch in Büchern liegt als in den Menschen. Es ist ja schon schwer genug, sich selbst zu ertragen, aber die anderen erst!
Und dann platzt Diego, sein fünfzehnjähriger Enkel, in seine Welt. Mit jugendlichem Überschwang und dem Willen, sich auch von den widrigsten Umständen nicht niederringen zu lassen, bietet er der chronischen Übellaunigkeit seines Großvaters Paroli. Das ungleiche Paar setzt sich in Pietros altes Citroën DS Pallas Cabriolet und fährt von Genua nach Rom. Die Fahrt entwickelt sich zu einem Abenteuer »on the road« voller Umwege und Abschweifungen, Begegnungen mit alten Lieben und neuen Bekanntschaften…

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783869742878
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:steinbach sprechende bücher
Erscheinungsdatum:27.10.2017
Das aktuelle Buch ist am 22.09.2017 bei Eisele Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne12
  • 4 Sterne10
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Wedmas avatar
    Wedmavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr lesens-/hörenswerter Roman. Humorig-sarkastisch und sehr weise.
    Ein sehr lesens-/hörenswerter Roman. Humorig-sarkastisch und sehr weise.

    Signor Rinaldi habe ich sehr gern gehört. So eine schöne, eigenartige, authentische Geschichte kommt nicht alle Tage. Unbedingt lesen bzw. hören!


    Es fängt etwas düster an: Signor Rinaldi ist ein chronisch übellauniger 80-jähriger Schriftsteller, der das Schreiben längst aufgegeben hat. Sein letzter Roman hieß etwa „Leckt mich alle am Arsch“, was seine Lebenseinstellung wunderbar zur Geltung bringt. Er ist am Anfang des Romans der Meinung, das Leben macht keinen Sinn mehr und will sich umbringen. Er fängt gar schon damit an. Paar Schlaftabletten hat er schon intus. Aber, so das Schicksal es will, da kommt ihn seine Tochter besuchen. Sie will, dass er paar Tage auf seinen 15-jährigen Enkel aufpasst, solange sie und ihr Mann weg sind. Sie müssen zur Beerdigung nach Paris. Nach langem hin und her willigt Signor Rinaldi ein. Was dann daraus wird, muss man lieber selbst lesen/hören.


    Klappentext beschreibt es sehr treffend: „Das ungleiche Paar setzt sich in Pietros altes Citroën DS Pallas Cabriolet und fährt von Genua nach Rom. Die Fahrt entwickelt sich zu einem Abenteuer "on the road" voller Umwege und Abschweifungen, Begegnungen mit alten Lieben und neuen Bekanntschaften. Denn gerade dann, wenn du glaubst, alles gesehen zu haben, gelingt es dem Leben, dich noch einmal richtig zu überraschen.“


    Ich glaube, Signor Rinaldi überrascht das Leben, nicht umgekehrt. Es wird nach und nach sehr schön, berührend und lebensbejahend. Sagt so viel über die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind. Diese Geschichte zeigt u.a., dass man auch im Alter eine Lebensaufgabe haben kann, und eigentlich, auch unabhängig vom Alter, ist es eine gute Idee, sich lohnende Ziele zu setzen, und zu versuchen, im Leben anderer eine positive Rolle zu spielen und noch vieles mehr.


    Den alten Signor Rinaldi habe ich ins Herz geschlossen. Das ging gar nicht anders. Trotz seiner Kauzigkeit, ein alter Grantler würde man zu ihm auch sagen können, hat er sein Herz auf dem richtigen Fleck und macht im Endeffekt richtige Dinge.


    Der Sprecher Erich Wittenberg hat wunderbar gelesen. Sowohl den alten Man als auch seinen Enkel, im Teenageralter und später als junger Mann, konnte ich deutlich heraushören.  Auch Frauenrollen gelangen ihm mühelos.


    Fazit: Ein sehr lesens-/hörenswerter Roman. Humorig-sarkastisch und sehr weise.

    Hörbuch 8 Stunden 14 Minuten, ungekürzt.

    Kommentieren0
    27
    Teilen
    I
    Inainavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: herzergreifende Geschichte über eine Reise durch Italien und auch eine Reise der Menschen aufeinander zu
    herzergreifende Geschichte über eine Italienreise und auch eine Reise der Menschen aufeinander zu

    Signor Rinaldi kratzt die Kurve von Lorenzo Licalzi ist die Geschichte eines verschrobenen alten Kerls, der durch seinen Enkel wieder ins Leben zurückfindet.

    Der Beginn des Buches konnte mich überhaupt nicht fesseln. Der schrullige, motzige Protagonist hat mich genervt, und die Erzählung hat durchaus ihre Längen. Im Nachhinein bin ich jedoch froh, dass ich trotz des lahmen Starts drangeblieben bin, denn die Geschichte wird im Verlauf immer lebendiger, immer besser und bewegender. 

    Ich habe Signor Rinaldi kratzt die Kurve als Hörspiel gehört. Die Vertonung ist sehr gut gelungen und hat mich schließlich dazu bewogen, (noch) vier Sterne zu vergeben.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    AnjaKoenigs avatar
    AnjaKoenigvor 8 Monaten
    interessant

    eine sehr interessante geschichte, die aus der sicht eines 80 jährigen sein Lebensende mit überraschender wendung erzählt. eine wichtige rolle spielt dabei sein enkel. es gibt Rückblicke auf das leben und die Erfahrungen, aber auch Gedanken zum jetzt. in den Gesprächen der beiden, aber auch drum herum wird einiges verdeutlicht. einzig ein paar längen und Ausschweifungen die absolut nicht nötig und dazu gehörig waren haben mich in der geschichte gestört. dennoch ein sehr lesenswertes und schönes buch.

    Kommentieren0
    30
    Teilen
    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 9 Monaten
    Das Alter schützt vor Leben nicht...


    Der Schriftsteller Pietro Rinaldi ist mit seinen 80 Jahren aus seiner Sicht am Ende seines Lebens angelangt. Seine Umgebung inspiriert ihn nicht mehr und es häufen sich die Menschen, die ihm "gehörig auf den Sack gehen", so dass er beschließt mit dem Erreichen seines 80. Lebensjahres, genau diesem Leben eine Ende zu setzen. Aber es kommt alles anders als gedacht. Sein Schicksal gewährt ihm einen Aufschub, der ihm sein Leben Revue passieren und einiges mit anderen Augen sehen lässt...


    Dem Autor Lorenzo Licalsi gelingt mit "Signor Rinaldi kratzt die Kurve" eine gelungene Mischung aus einem humorvollen und sehr emotionalen Roman. Er setzt sich mit dem Sinn des Lebens und den Umgang mit Schicksalsschlägen auseinander. Die beiden Haupt-Protagonisten Pietro Rinaldi und sein Enkel Diego sind sehr treffend und interessant charakterisiert. Die Schreibweise von Lorenzo Licasi ist sehr locker und lebendig und gibt dem durchaus traurigen Thema immer eine angenehme und nicht zu schwere Atmosphäre. Stellen-weise verstärken die wohl dosierten humorvollen Passagen, die mich nicht haben schallend lachen sondern zufrieden schmunzeln lassen, genau diesen Eindruck. Die Konstellation des Roadtrip und das Zusammenspiel der beiden völlig unterschiedlichen Charaktere geben der Geschichte ihren besonderen Flair und lässt sie sehr lebendig wirken. Sehr gut gefallen hat mir auch der authentische Lokalkolrit mit der Beschreibung von Italiens Land und Leute. Die Umsetzung des Hörbuchs empfand ich mit der gefühlvollen Stimme von Erich Wittenberg als passend und sehr gelungen.




    Insgesamt war "Signor Rinaldi kratzt die Kurve" für mich ein sehr unterhaltsamer Trip nach Südeuropa, der mit seiner Emotionalität und seinen Humor überzeugte und mich noch eine Zeit lang nach-denklich zurückgelassen hat. Ich empfehle das Hörbuch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

    Kommentieren0
    46
    Teilen
    L
    Lealein1906vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Mann der mit dem Leben schon abgeschlossen hat begiebt sich auf eine abenteuerliche Reise mit seinem Enkel . Absolut lesenswert!
    Unterwegs mit Signor Rinaldi

    In "Signor Rinaldi kratzt die Kurve" geht es um Pietro Rinaldi. Der einst erfolgreiche Schriftsteller hat gerade beschlossen Selbstmord zu begehen, einfach weil er findet genug erlebt zu haben (nicht aus irgendwelchen deprimierenden Gründen). Doch kurz bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann, kommt alles anders und er muss nicht nur mit dem Tod seiner Tochter einen herben Schlag einstecken, sondern sich auch um seinen Enkelsohn Diego kümmern. Da er aber an seinen Selbstmordplänen festhält, will er ihn einfach nur zu seinem Onkel nach Rom bringen. Doch eine Reise kann alles verändern...
    Das Buch besticht vor allem durch den interessanten Charakter von Pietro. Auch wenn ich mich mit seiner zynischen, eher pessimistischen Lebensweise nun wirklich nicht identifizieren kann, macht es wahnsinnig Spaß seine Gedanken zu verfolgen, weil sie einfach so anders und ehrlich sind, als man sie sonst zu lesen bekommt. Diego ist da eher ein Gegenpol, ruhig und gelassen.
    Mit den beiden durch Italien zu fahren ist ein tolles Erlebnis, auch weil Land und Leute so toll beschrieben werden, dass man immer mit dabei zu sein scheint. Der Schreibstil ist herrlich flüssig. Die Redeanteile sind bei dieser Geschichte oft länger, was aber sehr gut zu den typisch italienischen Redeschwällen passt, die so rübergebracht werden.
    Dieses Buch ist herrlich, um einfach mal abzuschalten und unterhalten zu werden, auch wenn zwischendurch durchaus ernste Gedanken formuliert werden. Auch als Urlaubslektüre würde sich dieses Buch gut machen.
    Für diesen Lesespaß gebe ich gerne fünf Sterne und eine herzliche Weiterempfehlung.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    milkysilvermoons avatar
    milkysilvermoonvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gleichsam unterhaltsamer wie sehr berührender Roman, der mich in mehrfacher Hinsicht positiv überrascht hat
    Eine tragikomische Fahrt mit der „Glücksmaschine“

    Pietro Rinaldi ist verbittert und plant seinen Selbstmord. Mit 80 Jahren hat er genug vom Leben. In seiner Wohnung in Genua hat der ehemalige Schriftsteller schon genügend Schlaftabletten für den Suizid gehortet. Der Witwer steht kurz davor, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, da kommt alles anders. Denn plötzlich soll sich der chronisch übellaunige Alte um seinen 15-jährigen Enkel Diego kümmern, den er bis dato nicht besonders gut kennt. Auf die beiden wartet ein Roadtrip nach Rom in einem alten Cabrio, das von Rinaldi die „Göttin“ oder die „Glücksmaschine“ genannt wird.

    In dem Roman „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ schildert Lorenzo Licalzi die tragikomische Reise eines Großvaters und seines Enkels.

    Meine Meinung:
    Der Roman umfasst 22 Kapitel und eine Art Epilog. Erzählt wird die herzerwärmende Geschichte vorwiegend aus der Sicht des grantigen Ex-Schriftstellers. Der Erzählstil ist locker und flüssig und beinhaltet an einigen Stellen Situationskomik und gelungene sprachliche Bilder.

    Mit Pietro Rinaldi steht ein zynischer, ziemlich eigenwilliger Charakter im Vordergrund, dem viele seiner Mitmenschen „auf den Sack gehen“, kein typischer Romanheld also. Doch schnell wird klar, dass sich unter seiner harten Schale ein weicher Kern befindet, den sein Enkel immer wieder zutage fördern kann. Pietros schwarzer Humor und seine bitterbösen Kommentare konnten mir so manches Schmunzeln entlocken. Im Gegensatz dazu steht sein durchweg sympathischer, liebenswerter Enkel. Beide zusammen bilden ein interessantes Gespann.

    Gut gefallen haben mir auch die unterschiedlichen Stimmungen, die der Roman transportiert. Mal macht er nachdenklich, mal ist er humorvoll, mal traurig. Eine tolle Mischung. Skurrile Situationen wechseln sich mit melancholischen Passagen ab. Immer wieder hat es die gefühlvolle Geschichte dabei geschafft, mich zu bewegen. Für Kurzweil sorgen außerdem einige überraschende Wendungen. Dennoch bleibt die Handlung durchgehend stimmig und wirkt nicht übertrieben.

    Ich habe den Roman in Form eines Hörbuchs als ungekürzte Lesung genossen, bei der Sprecher Erich Wittenberg seine Aufgabe sehr gut gemeistert hat.

    Auch das minimalistische, ansprechende Cover und der treffende Titel sind ganz nach meinem Geschmack.

    Mein Fazit:
    „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ von Lorenzo Licalzi ist ein gleichsam unterhaltsamer wie sehr berührender Roman, der mich in mehrfacher Hinsicht positiv überrascht hat. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    S_Elenas avatar
    S_Elenavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Sarkastisch und lustig zugleich - ein Schriftsteller, der merkt, dass er doch noch nicht ausgelernt hat
    Eine Reise durch Italien mit vielen lustigen Momenten

    Ich habe an einer Leserunde zu diesem Buch teilgenommen und mich eigentlich auf ein Hörbuch gefreut. Wohl versehentlich bekam ich doch die Printausgabe und so las ich es.
    Teilweise fand ich die Geschichte von Pietro, dem 80jährigen Schriftsteller, dem alle "auf den Sack" gehen und der sich das Leben nehmen will, etwas langatmig. Da war einiges, was etwas zu ausführlich angegangen wurde und dann anfing zu langweilen ...
    Am schönsten empfand ich den Aufenthalt von Pietro und Diego, seinem Enkel, in Porto Venere beim Fischen mit dem alten Cesare - seinem guten Freund, den er ewig nicht gesehen hatte. Diese Momente auf See, die alle drei vereinte, war sehr schön geschrieben und gibt dem Buch sicherlich das Besondere.
    Man darf sich hier auf ein Buch einstellen, dass vom Verlust handelt - vom Verlust des Lebensmuts, der Lebensfreude, Verlust der Frau und des Kindes. Dem Glaube an das Gute. Aber auch ist es ein Buch das zeigt, dass die einfachen Dinge im Leben wie gutes Essen, alte Freunde und ein Ausflug mit "der Göttin" alles verändern können. 


    Ich habe zwischen einer Bewertung von 3 und 4 Sternen geschwankt - aber es sind knappe 4 geworden, da mich viele Momente haben schmunzeln lassen und an teils an meine eigenen Erinnerungen meiner Kindheit in Italien erinnert haben.


    Das Ende fand ich etwas eigenartig und ich hätte es mir anders gewünscht - aber das muss jeder selbst beurteilen. 
    Ich wäre gespannt auf die Hörbuch-Variante - mal sehen, ob ich irgendwann die Gelegenheit dazu bekomme, diese zu hören.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    N
    Naja89vor 9 Monaten
    Ein Roadtrip, der Leben verändert

    "Signor Rinaldi kratzt die Kurve" ist einfach ein wundervolles Buch. Die direkte und sarkastische Art von Pietro Rinaldi ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Doch gerade dadurch wird der Roman so unterhaltsam. Pietro nimmt kein Blatt vor den Mund und greift auch gern zu kleinen Lügen, um z.B. von den Lesern seiner Bücher in Ruhe gelassen zu werden.
    Der Tod, sowohl in Form von Gedanken an Selbstmord als auch die Trauer um Verstorbene, spielt in diesem Roman eine entscheidende Rolle. Somit gibt es neben den lustigen auch nachdenkliche und berührende Momente.
    Besonders gut gefallen hat mir, wie sich die Beziehung zwischen Pietro und seinem Enkel Diego während des Roadtrips entwickelt.
    Der Roman birgt auch durchaus überraschende Momente und regt den Leser zum Nachdenken über die eigene Familie an. 
    Ich habe die Fahrt von Genua nach Rom mit allen dazu gehörigen Abschweifungen sehr genossen und kann das Buch nur empfehlen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    camilla1303s avatar
    camilla1303vor 9 Monaten
    Italien-Feeling und eine Opa-Enkelsohn-Beziehung

    Der 80-jährige Pietro Rinaldi möchte nicht mehr leben. Doch gerade als er den Entschluss gefasst hat, seinem Leben ein Ende zu setzen, taucht sein 15-jähriger Enkel Diego auf und eine spannende und verrückte Italien-Rundreise im Cabrio beginnt.

    Ich durfte „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ von Lorenzo Licalzi in der Hörbuch-Variante gelesen von Erich Wittenberg aus dem steinbach sprechende bücher Verlag genießen.  

    Signor Rinaldi überzeugt durch schwarzen Humor und einem sarkastischen Weltbild. Der Autor hat selbst ein Seniorenheim gegründet, bevor er das Schreiben zum Beruf machte und seine langjährige Erfahrung mit älteren Menschen hört man aus jeder Zeile. Den griesgrämigen Herrn Rinaldi konnte ich mir bildlich vorstellen und auch der Sprecher passt hier einmalig zur Geschichte und hat die Geschichte noch lebendiger gestaltet und mir richtiges Italien-Feeling vermittelt.

    Ein ganz, ganz großartiges Buch, das auch als Hörbuch überzeugt.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Schöne, trotz Schicksalsschlägen lebensbejahende Geschichte, die durch Vorhersehbarkeit an Spannung verliert. Wahnsinnig guter Sprecher!
    Schicksalsschläge, Selbstmordgedanken, und eine Reise mit der Göttin

    Pietro Rinaldi will eigentlich nur eines: seinem Leben ein Ende setzen. Seinen eigentlich letzten Tag verbringt er mit Kaffee trinken, Fernseh schauen, lesen. Doch dann taucht plötzlich seine Tochter auf und unterbricht ihn in seinem Vorhaben, denn ihre Schwiegermutter ist Pietro zuvorgekommen mit dem Sterben. Sie und ihr Mann müssen zur Beerdigung nach Paris fahren, und Pietro wird mit der Aufgabe betraut, sich um seinen Enkel Diego zu kümmern. Der bietet seinem grantigen Opa (auf keinen Fall darf er so genannt werden!) ordentlich Paroli und überredet ihn zu einem Roadtrip durch halb Italien - zusammen mit der Flohkutsche Sid auf der Rückbank.

    "Signor Rinaldi kratzt die Kurve" legt los mit bitterbösem schwarzem Humor: Pietro setzt uns auseinander, wie man sich am besten (nicht) umbringt. Er ist achtzig Jahre alt und möchte dieses Leben nach seinem Willen beenden - irgendwie ja verständlich. Und das macht ihn auf Anhieb sympathisch. Wir erfahren auch, dass Pietro Schriftsteller ist (war?), denn aus dem Schlussskapitel "Alle Leute, die mir auf den Sack gehen" aus seinem letzten Buch "Leckt mich doch alle am Arsch" erhalten wir einige Kostproben. Man kann also schon erahnen, was für einen Protagonisten wir da haben: alt, kauzig, zynisch. 

    Doch nach einigen Kapiteln und einem weiteren, unvorhergesehenen Schicksalsschalg, der auch mich als Hörerin völlig überrumpelt hat, ist Pietro wie ausgewechselt. Sanft, traurig, emotional. Dieser Wechsel vollzog sich innerhalb weniger Minuten, und damit war ich nicht sehr glücklich. Ich hatte das Gefühl, plötzlich einen anderen Protagonisten vor mir zu haben. Im Laufe des Buches verbinden sich die beiden Seiten zwar, aber der Übergang war mir doch zu kantig. 

    Pietros Enkel Diego, den er kaum kennt und auf den er aufpassen muss, überredet ihn dann zu einem Roadtrip mit Pietros Oldtimer, der Göttin. Hund Sid darf dabei natürlich nicht fehlen, auch wenn er Pietro "tierisch auf den Sack geht". Auf ihrer Reise treffen die beiden alte und neue Freunde, sogar Leser von Pietros Romanen, wodurch wir mehr über seine Profession erfahren. Diego war mir der liebste Charakter, denn er ist ein absolut außergewöhnlicher Teenager: aufgeschlossen, nahbar, liebevoll, und das trotz des schlimmen Schicksalsschlags. Er hilft Pietro wieder auf die Beine, ohne es zu wissen.

    Doch auch die anderen Charaktere machen das Buch lesens-/hörenswert. Diegos Onkel entpuppt sich entgegen aller Befürchtungen als wunderbarer Mensch, Pietros alte Freunde Cesare und Theresa sind Gold wert, und auch Pietro selbst wurde mir im Laufe der Reise noch sympathischer. Eine rundum gelungene Charakterkonzeption, würde ich behaupten.

    Leider hatte das Buch auch einige Längen, gerade zum Ende hin. Ich bin dann des Öfteren abgeschweift, hatte aber auch keine Lust, zurückzuspulen und es nochmal zu hören. Einige Kürzungen hätten der Geschichte sicherlich gut getan. Und ich hatte zwar einige schöne Hörstunden mit dem Buch, überrascht hat es mich aber nicht, denn das Ende bzw. der Verlauf der Geschichte (nach besagtem Schicksalschlag) ist mehr als vorhersehbar. Es ist also kein Buch, das für die Spannung oder den Überraschungseffekt gelesen/gehört werden sollte, sondern vielmehr für das Gefühl und die Charaktere.

    Zuguterletzt muss ich noch eine Lobeshymne auf meinen neuen Lieblingssprecher Erich Wittenberg singen: Er liest lebendig, zwischentonig und variiert so gekonnt, dass immer sofort erkennbar ist, wer gerade spricht. Durch ihn wurde ich noch viel intensiver in die Geschichte gezogen, und es war sicherlich nicht mein letztes Hörbuch von ihm.

    "Signor Rinaldi kratzt die Kurve" war für mich ein schönes Wohlfühlhörbuch, das lebensbejahend und berührend ist. Der Verlauf und das Ende entbehren einiges an Spannung, doch der Sprecher hielt mich bei der Stange und konnte mich absolut begeistern. 3,5/4 Sterne für dieses Hörbuch und ein Dankeschön an den Verlag!

    Kommentieren0
    13
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Steinbach_SprechendeBuechers avatar
    „Humorvoll und bewegend!“
    LA GAZZETTA DI PARMA

    Ein herzliches Hallo an alle Leseratten und Hörbuchfans da draußen!
    Aus der Feder des italienischen Autors Lorenzo Licalzi ist ein weiteres Werk entsprungen. Nach seinem Erfolg mit „Io no“ und vielen weiteren Romanen ist im September 2017 sein neues Buch „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ erschienen. Der für den Premio Bancarella nominierte Autor veröffentlicht damit zum ersten Mal in deutscher Sprache. Zu diesem besonderen Anlass möchten wir mit euch zu einer neue Hör-und Leserunde einladen, um euch ein wirklich gelungenes Werk nicht weiter vorzuenthalten.
    Um in den Genuss dieses Werkes zu kommen, könnt ihr euch einfach bewerben. Insgesamt verlosen wir gemeinsam mit dem Eisele-Verlag 15x das Hörbuch und 15x die Printausgabe von „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“.

    Beschreibt bitte dafür eure Erwartungen an das Buch bzw. das Hörbuch und lasst uns wissen, was euch persönlich mit Italien verbindet. Vielleicht seid ihr ja beispielsweise bereits dort gewesen oder seid ein Fan der italienischen Küche. Diese Erfahrungen könnt ihr gerne mit uns teilen. Bis zum 13. November habt ihr Zeit euch zu bewerben. Wir freuen uns auf euch!

    Es heißt nicht umsonst: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dennoch bitten wir euch um eine Entscheidung. Daher vergesst bitte nicht bei einer Bewerbung anzugeben, ob ihr entweder die Hörbuch- oder die Buchvariante gewinnen möchtet.
    Nach den bisherigen und wirklich großartigen Erfahrungen freuen wir uns sehr auf eine neue Hör- und Leserunde mit euch und wünschen viel Vergnügen.

    Zum Inhalt: Pietro Rinaldi ist achtzig Jahre alt und hat genug vom Leben. Er ist an der Endstation angelangt, findet er, während er Penne all’arrabbiata isst und darüber nachsinnt, wie viel mehr Trost doch in Büchern liegt als in den Menschen. Es ist ja schon schwer genug, sich selbst zu ertragen, aber die anderen erst! Und dann platzt Diego, sein fünfzehnjähriger Enkel, in seine Welt. Mit jugendlichem Überschwang und dem Willen, sich auch von den widrigsten Umständen nicht niederringen zu lassen, bietet er der chronischen Übellaunigkeit seines Großvaters Paroli. Das ungleiche Paar setzt sich in Pietros altes Citroën DS Pallas Cabriolet und fährt von Genua nach Rom. Die Fahrt entwickelt sich zu einem Abenteuer »on the road« voller Umwege und Abschweifungen, Begegnungen mit alten Lieben und neuen Bekanntschaften…

    Zum Autor:
    Lorenzo Licalzi, geboren 1956 in Genua, leitete ein von ihm selbst gegründetes Seniorenheim, bevor er das Schreiben zum Beruf machte. Lorenzo Licalzi lebt in Pieve Ligure.







    Leseprobe | Hörprobe
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks