Loretta Napoleoni Der Flächenbrand der Empörung

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Inhaltsangabe zu „Der Flächenbrand der Empörung“ von Loretta Napoleoni

Eine glasklare Analyse der bevorstehenden politischen Umwälzungen infolge der Finanzkrise Ein Virus geht um und ist dabei, die ganze Welt zu infizieren. 2001 trat es zum ersten mal auf, als sich neue südamerikanische Regierungen dem Regime der Globalisierung widersetzten. 2011 flammte der Funke der Freiheit in Nordafrika neu auf. Er sprang übers Mittelmeer nach Spanien, wo »Indignados« wochenlang die öffentlichen Plätze besetzten. Er sprang ins finanziell ausgeblutete Griechenland, nach Portugal und Frankreich. In die USA, wo junge Menschen genug hatten von einer Politik nach dem Gusto der Reichen. Nach Israel, Russland und jüngst nach Rumänien. »Nieder mit der Ungleichheit!«, lautet der Schlachtruf der Protestierenden, »Empört euch!« und »Occupy Wall Street!«. In einer Zeit, in der die Demokratie nur noch der illegitimen Elite der Globalisierung und nicht den Menschen zu dienen scheint, für die sie geschaffen wurde, geht ein Aufschrei von Land zu Land: die Empörung einer Zivilgesellschaft, die über Jahrzehnte im Namen eines ideologischen Neoliberalismus gedemütigt wurde. »Die Zeit ist gekommen, um zurückzufordern, was uns gehört!« In diesem machtvollen Aufruf gipfelt Loretta Napoleonis aufrüttelndes Buch, das wie kaum ein anderes die globale Dynamik des gegenwärtigen historischen Umbruchs sichtbar macht.

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  • Rezension zu "Der Flächenbrand der Empörung" von Loretta Napoleoni

    Der Flächenbrand der Empörung
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. September 2012 um 12:02

    Die Gefahren der Krise für die Demokratie Breit und immer breiter werden jene Bücher, die sich seit Monaten und Jahren nun schon mit der Finanzkrise, der Eurokrise und den Folgen für Europa beschäftigen. Bücher, die allesamt den Nachteil haben, dass allein schon aufgrund von Lektorat und Produktion ihr Erscheinen zwangsläufig ein wenig hinterherhinkt hinter den sich rasch vollziehenden Entwicklungen. Loretta Napoleoni verweist in ihrem Vorwort selbst auf diese Problematik. Den Versuch zu unternehmen, mit der „Lawine von Ereignissen“ Schritt zu halten, ihr Buch immer wieder zumindest hier und da anzupassen vor Drucklegung. Und doch steht nun im Raum, dass sie ihre wesentlichen Gedanken eben 2011 formuliert hat, jetzt, im Herbst 2012 eben nicht mehr ganz auf der aktuellen Höhe des Sachstandes. Dennoch finden sich durchaus Erkenntnisse im Buch, die über tagesaktuelle Ereignisse doch hinaus weisen. Die absolute Aktualität einmal beiseite geschoben (der ja kein Autor eines Buches zum Thema genügen könnte) und auch den eher reißerischen Titel nicht allzu ernst nehmend (dieser erinnert eher an die ägyptische Revolution oder die Vorgänge in Syrien), ist es das eigentliche Anliegen der politischen Journalistin Napoleoni, auf die weiterreichenden und durchaus die Zukunft bedrohenden Verwerfungen im Zuge der Finanzkrise im Blick auf das „politische Gebäude Europa“, im Blick auf die Demokratie an sich aufmerksam zu machen. Und dieses Anliegen kann im Buch in der Analyse als durchaus gelungen betrachtet werden. Das weltweit Bürger am 15. 10. 2011 beim ersten weltweiten Protesttag skandieren „Wir wollen die Demokratie zurück“ ist ebenso ein Zeichen für die Gefährdungen auch der politischen Stabilität der modernen Gesellschaft, wie das feststellbare Auseinanderdriften von Arm und Reich, die Schamlosigkeit der Selbstbereicherung, die Wut der „Weniger-als-tausend-Euro“ Generation und die zunehmende Zahl derer, die sich zumindest so fühlen, in weiten Teilen aber faktisch tatsächlich „Ausgeschlossene“ sind. Auch wenn Napoleoni das Rad nicht neu erfindet und viele der Befunde und Argumente durchaus bereits in der Diskussion stehen, bekannt sind, es hilft durchaus, all die „Brandherde“ noch einmal konzentriert im Buch vorzufinden. Das den 210 Seiten der kritischen Betrachtung, die oft in der Gefahr steht, zu emotional formuliert daherzukommen, und die in Teilen durchaus auch ins Polemische abrutscht, nur knapp 9 Seiten an konstruktiver Anregung entgegen steht, das ist allerdings doch arg wenig. Das zudem im Kern lapidar formuliert wird, dass „die einzig tragbare Lösung wäre der Austausch eines Großteils derer, die uns heute (politisch) vertreten“ ohne auch nur im Ansatz zu erläutern, wer denn dann „vertreten“ würde und was dies genau austragen könnte, ist ein doch schwerwiegendes Manko der Argumentation. Und dass am Ende gelten soll: „Die Antwort weiß nur der Wind“ ist für eine konstruktive Weiterführung der Diskussion auch nicht wirklich hilfreich. Emotion und Empörung, Ärger und Wut schwingen deutlich erkennbar in den Formulierungen der italienischen Journalistin mit und lassen den Stil immer wieder ins emotional-polemische abgleiten. In der Analyse allerdings kann man Napoleoni durchaus folgen und die tatsächliche Gefahr für die politische Stabilität der gewachsenen Demokratien nicht ableugnen. Hier bietet das Buch einen breiten Themenüberblick, dem dann aber nicht wirklich ausformulierte Lösungsstrategien gegenüberstehen.

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