Lori Rader-Day

 3.5 Sterne bei 4 Bewertungen

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Im Dunkel der Angst

Im Dunkel der Angst

 (4)
Erschienen am 17.09.2018

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Rezension zu "Im Dunkel der Angst" von Lori Rader-Day

Der Tag, an dem ich starb
MikkaGvor einem Monat

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, unser Krimi-Lesekreis sah das anders – da stand ich tatsächlich auf verlorenem Posten, die anderen fanden es richtig schlecht. Selten bin ich so vehement überstimmt worden mit meiner Meinung! Daher möchte ich meine Rezension beginnen mit:

Kritikpunkte des Krimilesekreises

"Die Graphologie hat wesentlich weniger Einfluss auf den Fall, als der Klappentext suggeriert  – zumindest wird es nicht befriedigend erklärt."

Dem muss ich sogar zustimmen, ich hätte auch gerne noch viel mehr über diese Kunst erfahren.

"Die Hauptfigur ist unsympathisch und sehr obsessiv in ihrem Verhalten."

Auch da muss ich zustimmen, nur hat es mich nicht gestört – ich habe ein Faible für schwierige, sperrige Protagonisten. Außerdem hat Anna meines Erachtens plausible Gründe für ihr Verhalten.

Trifft sie gute Entscheidungen? Nein. Hätte es andere Optionen gegeben? Ja.

Aber sie ist in einem gewalttätigen Elternhaus aufgewachsen, hat dann von einem gewalttätigen Mann ein Kind bekommen und ist seither auf der Flucht. Sie hatte nie wirklich die Möglichkeit, eine normale emotionale Reife zu erlangen. Hier, in dieser Geschichte, sieht man, wie sie damit beginnt, die Vergangenheit abzustreifen.

Am Schluss passiert etwas, was den anderen als unglaublicher, unrealistischer Zufall erschien.

Darüber kann man sich streiten! Für mich war das eine logische Entwicklung und ein guter Abschluss der Geschichte, denn in gewisser Weise schließt sich auf mehr als eine Weise der Kreis.

"Die Liebesgeschichte war unnötig."

Hier muss ich schon wieder zustimmen. Leider bremst sie die Protagonistin meines Erachtens in ihrer Entwicklung. Am Schluss wird eine für die Überwindung ihres Traumas sehr wichtige Entscheidung von ihm getroffen, was dem Sinn des Ganzen ein wenig zuwider läuft.

Ich mochte das Buch trotzdem. Warum?

Die Geschichte wird sehr stimmungsvoll erzählt. Eine Atmosphäre der bedrückenden Angst und Paranoia baut sich allein schon durch die Hintergrundgeschichte der Protagonistin auf, die sich Stück für Stück enthüllt.

Ein sehr grundlegendes Thema des Buches ist der Zyklus der Gewalt, den Anna unbedingt durchbrechen will. Aber Gewalt wird oft an die nächste Generation weitergegeben, und so rutscht auch ihr einmal die Hand aus – ein einmaliger, verzeihlicher Fehler oder ein Zeichen, dass sie die Gewaltbereitschaft ihres Vaters geerbt hat? Sie schämt sich jedenfalls in Grund und Boden.

Dieser Aspekt der Geschichte war für mich präsenter und interessanter als der eigentliche Fall, für den Anna als Graphologin zu Rate gezogen wird: das Verschwinden des kleinen Jungen.

Der Fall wird zum Hintergrundrauschen, zu Kulisse für das persönliche Drama der Protagonistin.

Insofern zögere ich, das Buch überhaupt als Krimi zu bezeichnen, und ich denke, ob einem das Buch gefällt oder nicht, hängt sicher auch davon ab, was man von ihm erwartet. Ich fand es spannend, ich konnte gar nicht damit aufhören, aber es ist eine andere Art von Spannung, als ich für gewöhnlich von einem Krimi erwarten würde.

Für mich baute sich die psychologische Spannung vor allem durch Annas Entwicklung auf. Sie geht ihren Weg mit zahlreichen Irrungen und Wirrungen.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich angelegt.

Manche, wie Anna oder ihren Sohn Joshua (ein Pupertier, wie es im Buche steht) , fand ich sehr präsent, komplex und glaubhaft beschrieben. Die Beziehung der beiden ist in vielen Aspekten ungesund, denn Anna schleppt Joshua seit vielen Jahren quer durch die Staaten, entwurzelt ihn wieder und wieder und wieder auf ihrer Flucht vor der Vergangenheit. Da bleibt erbitterter Konflikt nicht aus.

Andere Charaktere sind eher Randerscheinungen, Teil der Kulisse. Aber auch das war für mich vollkommen in Ordnung, denn im Fokus steht für mich allein Anna.

Ich habe das deutsche Buch gekauft und dann festgestellt, dass ich das englische Hörbuch bereits besaß.
Und das kann ich nur empfehlen: Hillary Huber spricht die Geschichte großartig. Dabei gelingt es ihr, den verschiedenen Charakteren sehr prägnante Stimmen zu geben.

FAZIT

Ist “Im Dunkel der Angst” ein schlechter Krimi oder ein gutes Drama? Unser Krimilesekreis hat sich für die erste Möglichkeit entschieden, ich mich für die zweite. Mir gefielen vor allem die Atmosphäre und die psychologisch dichte Spannung, die nur wenig mit dem Kriminalfall zu tun hat.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2018/12/06/rezension-lori-rader-day-im-dunkel-der-angst-the-day-i-died/

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Rezension zu "Im Dunkel der Angst" von Lori Rader-Day

" Man kann einem blauen Himmel nicht trauen .. "
Zombodyvor 2 Monaten

Magisch vom Cover angezogen, dass so ruhig, aber auch zeitgleich so unheilvoll wirkt, musste ich „Im Dunkel der Angst“ definitiv haben. Und kaum beginnt man mit den ersten Seiten, landet man direkt inmitten von Anna Winger‘s geheimnisvollen Leben, die eine undurchdringbare Aura umgeben zu scheint, zumindest vorerst. Seite für Seite, Stück für Stück kommt man ihr, aber vor allem ihrem Geheimnis immer näher. Natürlich bekommt man durch das erste Kapitel und auch schon den Klappentext einen Einblick in das was einen erwartet, aber es ist doch anders als ich es mir gedacht hatte und insgesamt bietet es inhaltlich mehr als das.

So war für mich das Highlight der Geschichte definitiv die Arbeit der Protagonistin als Graphologin, die in den Schriften Anderer so vieles herauslesen kann und das dieser Punkt eben auch eine durchgehende Rolle innerhalb des Buches spielt.
Aus meiner Sicht ist es der Autorin ebenso geglückt, die Spannung rund um den Aufhänger der Geschichte bis fast zum Schluss aufrecht zu erhalten, auch wenn Anna und ihr pubertärer Sohn nicht gerade die sympathischsten Charaktere sind, sind sie doch auf ihre Art geradewegs realistisch aufgebaut, so dass man sich vorstellen kann ihnen jederzeit auf der Straße zu begegnen.

Das was mir an diesem wirklich gelungenen Psychothriller nicht zugesagt, war dann allerdings der Schluss. Es war mir im Verhältnis zum Rest einfach zu plump und wirkte auf mich nicht mehr stimmig.

Alles in allem ist es für mich ein solides Buch, dass ich Fans von Psychothrillern empfehle. 4 von 5 Wassertropfen

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Rezension zu "Im Dunkel der Angst" von Lori Rader-Day

Eine gute Idee mit Luft nach oben
Prinzessin_Literaturiavor 3 Monaten

Im Dunkel der Angst

Lori Rader-Day

 

Zunächst vielen Dank an das Bloggerportal, dass ich den Roman rezensieren darf. „Im Dunkel der Angst“ war für mich ein ungewöhnliches Buch – nicht ganz Krimi, nicht ganz Thriller und ehrlicherweise auch nicht ganz leicht zu lesen. Für mich hatte es seine Höhen und Tiefen.

 

Genre: Roman / Thriller

Seitenzahl: 448

 

Inhalt:

Ein heftiger Schlag. Rotes Blut im Wasser des Sees. Danach nur noch Schwarz. Anna Winger starb nicht an jenem Tag, aber seither lebt sie in Angst. Rastlos zieht sie mit ihrem Sohn von Stadt zu Stadt, scheut den Kontakt zu anderen Menschen. Als Graphologin muss sie ihr Gegenüber nicht sehen, um in ihm lesen zu können, es reicht ein Blick auf dessen Handschrift. Dann verschwindet ein zweijähriger Junge und seine Babysitterin wird ermordet. Die einzige Spur: eine handschriftliche Notiz. Anna wird hinzugezogen, und alles, was sie für immer hinter sich lassen wollte – die Dunkelheit, die Gewalt, der Tod –, drängt unaufhaltsam an die Oberfläche …

 

Charaktere und Meinung:

Der Grund, warum mich „Im Dunkel der Angst“ interessiert hat, war der ungewöhnliche Beruf von Anna Winger, der Protagonistin. Diese betätigt sich als Graphologin und analysiert somit Schriften. Das finde ich sehr faszinierend und war auch positiv überrascht, dass im Buch viel über Schriftanalyse gesprochen / geschrieben wird. Aufgrund ihrer Fähigkeiten wird Anna beauftragt, dem schroffen Polizeisheriff bei der Suche nach einem kleinen Jungen und seiner Mutter zu helfen.

Obwohl ich Anna (schon allein, weil sie meine Namensvetterin ist XD ) sympathisch fand, blieb sie lange Zeit undurchsichtig. Zwar ist von der ersten Seite an klar, dass sie ihren rüpelhaften Teenagersohn über alles liebt und auf der Flucht ist – aber vor wem oder warum, das bleibt zunächst ungeklärt. Einerseits hielt mich dieser Umstand am Lesen, andererseits führte er auch zu einigen Längen im Buch. Zwischenzeitlich konnte ich es weglegen und ein anderes lesen.

Trotzdem habe ich mich danach wieder Anna gewidmet, weil mich die Frage nach dem Warum einfach nicht losgelassen hat. Der gesamten Geschichte haftet eine leichte Schroffheit an. Dadurch wirkt sie trotz der Ich-Perspektive sachlich. Die Auflösung des Geschehens kam meiner Meinung nach recht spät, sodass bestimmt nicht jeder Lust und Laune an, sich durch die zähen Stellen zu quälen.

 

Empfehlung:

Hm, das Buch und der Schreibstil sind keinesfalls schlecht. Speziell die Erklärungen der Schriftanalyse waren für mich spannend. Die eigentliche Geschichte konnte meine Aufmerksamkeit jedoch nicht so fesseln, wie ich es mir gewünscht habe. Darum bleibt es bei:

 

Dreieinhalb von Fünf Literaturia-Sternchen

 

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