Lorraine Adams Crash

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Inhaltsangabe zu „Crash“ von Lorraine Adams

Als ehemalige Investigativ-Journalistin der »Washington Post« kennt Lorraine Adams sich aus mit den politischen Machenschaften der amerikanischen Regierung. In ihrem Roman ›Crash‹ streift die Pulitzer-Preisträgerin die strengen Fesseln der journalistischen Arbeit ab und enthüllt dem Leser ihren schonungslosen Blick auf ein Washington zwischen politischem Kalkül und korrupter Medienmaschinerie. Um den Absturz eines Kampfjets zu vertuschen, muss der Geheimdienstler Holmes einige Fäden ziehen. Doch eine Reporterin findet mehr als geahnt ...

Stellenweise spannend. Mir blieb jedoch zu viel ungesagt...

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  • Rezension zu "Crash" von Lorraine Adams

    Crash

    michael_lehmann-pape

    02. November 2011 um 16:33

    Investigativer Journalismus gegen Geheimdienst Es ist ein durchaus bekanntes Motiv, welches Lorraine Adams ihrem neuen Roman zugrunde legt. Geheime Informationen, die an die Presse gehen, der aufklärende Journalismus, der darauf folgen soll und auf der anderen Seite eine amerikanische Geheimdienstabteilung, die genau diese Aufklärung um (fast?) jeden Preis zu verhindern gedenkt mit zudem erschwerenden Turbulenzen in der Redaktion selbst. Sei es Watergate, seien es die vielfachen Thriller und Filme zu einem solchen Sujet, immer wieder ergibt genau diese Konstellation einen hervorragenden Stoff für Romane. Und beileibe sind es nicht die schlechtesten Geschichten und Bücher, die zu dieser Konstellation erzählt wurden. Wenn dann noch die Autorin aus eigener Anschauung genau weiß, wovon sie spricht, Pulitzer Preisträgerin ist und sich einem der neuralgischsten Themen der letzten Jahre zuwendet, nämlich der Frage des Umgangs mit der Wahrheit in militärischen Belangen, dann ist eine gute Geschichte fast vorprogrammiert. Und genauso tritt es ein. Im Kern zumindest und in weiten Teilen, allerdings auch mit Schwächen. Sprachlich zumindest ist der Stil von Lorrain Adams gewöhnungsbedürftig, assoziativ, bildhaft. Eie Sprache, mit der es dennoch (oder gerade deswegen?) gelingt, die einen Roman innewohnender Bilder und Emotionen hervorzubringen und nicht eine Form verkappter Reportage oder quasi Dokumentation. Seien es vor allem die minutiöse Beschreibung der engen (auch privaten) Verzahnung von Macht und Medien, von Retuschierung der Fakten bis hin zur einfachen Leugnung der Wahrheit, bei der die im Buch agierenden Medien ebenso aktiv (oder aus Unfähigkeit einfach) daran sich beteiligen wie die Abteilung des Geheimdienstes mit ihrer klaren Linie der Desinformation. Wie überhaupt der „Alltag“ in der Redaktion mitsamt allen Intrigen, Allüren und Eitelkeiten einen breiten Raum im Buch einnimmt, ein Raum, der durchaus informativ zu lesen ist, allerdings dem „roten Faden“ des Thrillers nicht unbedingt immer zuträglich zur Seite steht. Schon die erste Überschrift im Buch zeigt an, wo es lang geht. „Wir sind Schatten“ ist das erste Kapitel übertitelt und im Lauf der temporeichen und durchaus harten Handlung könnte sich dieser Eindruck durchaus verdichten, dass der „normale“ Bürger, letztlich aber fast alle Beteiligten auf allen Seiten des Geschehens nur „Schatten“ sind, kaum in der Wahrnehmung der Mächtigen vorhanden. Und zudem legt Adams dies alles überaus spannend vor. Schon zu Beginn verflogt der Leser atemlos das Ergehen der Pilotin Mary, die über Washington den Schleudersitz ihrer Viper betätigen muss und zusieht, wie die Maschine abstürzt. Computerausfall. Warum? Was wird aus ihr? Wie nebensächlich schildert Adams das ausgerenkte und verdrehte Bein, die „vergesslichen Hände“ der Pilotin. Ein Ereignis, welches die Journalistin Vera auf den Plan ruft, die zunächst dem Absturz nachgeht und bald beginnt, die Hintergründe aufzudecken. Eine Recherche, die sich nur mühsam anlässt und die nicht nur durch den Geheimdienstler Holmes, sondern auch durch die durcheinander laufenden Verhältnisse im Inneren ihrer Zeitung, der Washington Post, erschwert wird. Während der Geheimdienst alle Spuren des Unfalls beseitig und die Pilotin Mary mitsamt ihrem „Wingmen“ umgehend ans Ende der Welt (Afghanistan) versetzt, bleibt Vera hartnäckig am Geschehen. Aus ihrer Sicht, aber auch mit Einschüben aus Perspektive der Pilotin Mary, entfaltet Lorrain Adams im Folgenden die Hintergründe des Geschehens um ein geheimes, militärisches Projekt. Desinformation, Vertuschung, journalistische Eitelkeiten, Tageschaos in der Redaktion, das Gerieren der eigentlichen (und vermeintlich) Mächtigen im Gefüge der Hauptstadt Amerikas, der unsägliche Umgang mit der Wahrheit, nicht nur, was den „konkreten Fall“ angeht, sondern auch, wie im Buch ausführlich beschrieben, die gesamte Informationspolitik zu Afghanistan sind an der Tagesordnung und werden von Adams durchaus kühl und ungeschminkt dargestellt. In der Sprache allerdings finden sich hier und da zu verknappte, assoziative, wie in Stichworten daherkommende Passagen, die ,manches Mal den Leser verwirrt zunächst zurücklassen und zusammen mit den Orts- und Themenwechseln es nicht leicht machen, dem roten Faden der Geschichte zu folgen. Alles in allem aber ein fundierter und in Teilen gradliniger Thriller, bei dem die „Innenansicht“ des Tagesgeschäftes der Medien hervorragend mit in Szene gesetzt wird und die ständige Manipulation der Fakten hin zu einer „genehmen und passenden“ Wahrheit eher die Regel denn die Ausnahme zu sein scheint. Mit einigen sprachlichen Hürden versehen, welche die Lektüre teilweise unnötig anstrengend gestalten.

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