Lothar Englert

 4.6 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Friesische Freiheit, Friesische Macht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Lothar Englert

Friesische Macht

Friesische Macht

 (3)
Erschienen am 25.09.2015
Friesische Freiheit

Friesische Freiheit

 (3)
Erschienen am 01.03.2018
Friesisch Blau

Friesisch Blau

 (2)
Erschienen am 01.10.2013
Friesische Herrlichkeit

Friesische Herrlichkeit

 (1)
Erschienen am 01.09.2017
Die holländische Brille

Die holländische Brille

 (1)
Erschienen am 02.10.2012
Friesische Freiheit: Historischer Roman

Friesische Freiheit: Historischer Roman

 (0)
Erschienen am 02.10.2015

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Rezension zu "Friesische Herrlichkeit" von Lothar Englert

Sehr gelungenes Finale der Ostfriesland-Saga
Jana68vor 9 Monaten

Der Roman „Friesische Herrlichkeit“ ist der 3. Band von Lothar Englert’s Ostfriesland-Saga, die zwischen der Mitte des 14. und 15. Jahrhunderts angesiedelt ist. Der Autor lebt und arbeitet selbst in Ostfriesland und obwohl dort nicht geboren, ist ihm dieser Landstrich doch so sehr ans Herz gewachsen, dass man es bei jeder Szene seiner Ostfriesen-Romane spüren kann. Hinter der gesamten Reihe steckt ein immenser Recherche-Aufwand, verbunden mit sehr viel Leidenschaft und Herzblut. Der Autor legt hohen Wert auf Genauigkeit, gerade im 3. Band hatte ich manchmal den Eindruck, als wolle er wirklich alles erzählen und nichts weglassen. Der 3. Band befasst sich mit den Erben der Friesischen Freiheit und setzt nach der Schlacht bei den „Wilden Äckern“ anno 1427 an. Sowohl Magnus tom Dieck als auch Enno Cirksena treten recht früh von der Bühne, ihre Söhne Enno tom Dieck und Ulrich Cirksena nehmen ihre Plätze ein. Das selbe Ziel vor Augen, nehmen die beiden das Schicksal Ostfrieslands selbst in die Hand und gründen dazu eine Zweckgemeinschaft, welche auch tatsächlich bis zum Ende hält. Sie werden keine Freunde, aber sie wissen, was sie wollen. So sehr sich beide einerseits in Charakter, Strategie und Ziel von ihren Vätern unterscheiden, so ähnlich sind sie ihnen dann aber doch. Der Apfel fällt eben mit weit vom Stamm. Der Cirksene und der tom Dieck führen das Land in eine „fürstlich geführte Herrlichkeit“. Dabei müssen sie sich der Macht der großen Hansestädte Hamburg und Bremen ebenso erwehren - vorübergehend sogar ergeben - wie gegen Oldenburg und Münster. Der Weg zur Herrlichkeit ist holprig und lang, aber auf das Beste kalkuliert und sehr geschickt umgesetzt. Die Ereignisse reihen sich dicht aneinander, sind im einzelnen auch spannend, erzählen von Unruhen und Kämpfen, von Zweifeln und Befindlichkeiten. Den äußeren Rahmen bildet das beständige Hinarbeiten auf die Erhebung des Ulrich Cirksena zum Reichsgrafen Ostfrieslands im Jahre 1464. Jeweils ein passender Auszug aus Machiavellis „Der Fürst“ ist jedem Kapitel vorangestellt. Bei Machiavelli geht es um die Erlangung, Festigung und Ausweitung von Macht. Im höchsten Maße geschickt ausgewählt, erscheinen die Passagen aus Machiavellis Thesen wie ein Leitfaden für Ulrich und Enno. Im Roman treten sehr viele Personen auf, die meisten sind historisch belegt. Die fiktiven Personen sind im Personenregister mit einem Stern markiert, das ist sonst üblicherweise genau umgekehrt. Ein jeder hat bei den Entwicklungen in und um Ostfriesland eine Rolle gespielt und jeder bekommt seine Szenen im Roman, was natürlich zu häufigem Szenenwechsel führt. Man muss sich wirklich Zeit nehmen für das Buch, sonst läuft man Gefahr, den Überblick zu verlieren. Diese Vielfalt führt allerdings auch dazu, dass man sich nur schwer in die Hauptakteure hineinversetzen kann. Somit bleibt man doch weitestgehend der Betrachter von außen. Einzig das Schicksal von Wulfard und Reentje sowie der lange Jaap, Handmann des tom Dieck, erlauben etwas mehr Nähe und haben auch prompt mein Herz erobert. Dennoch, all jene, die an hervorragend recherchierten und detailgetreuen Geschichtsromanen ernsthaft interessiert sind, halten mit der „Friesischen Herrlichkeit“ ebenso, wie mit den beiden Vorgängern „Friesische Freiheit“ und „Friesische Macht“ nicht nur die richtige sondern auch eine hochinteressante Lektüre in der Hand. Exzellent gemacht, Lothar Englert, bravo!

Kommentare: 1
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Rezension zu "Friesische Macht" von Lothar Englert

Friesisch überzeugend und und bestens recherchiert.
Jana68vor 3 Jahren

Nach seiner "Friesische Freiheit" nimmt uns Lothar Englert in seinem neuen Buch "Friesische Macht" erneut mit in das Ostfriesland des Spätmittelalter. Um es gleich vorwegzunehmen - dieses Buch ist sehr unterhaltsam und absolut lesenswert. Die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung der Friesen steht nach wie vor im Mittelpunkt und es gelingt dem Autor, uns durch authentische Sprache und mittels fiktiver Figuren und Geschichten, die perfekt eingebettet sind in den Fortgang tatsächlicher Ereignisse, die historische Entwicklung dieses Landstriches zu Beginn des 15. Jahrhunderts nahezubringen. Die Freiheit als solche wird dabei durchaus sehr unterschiedlich interpretiert, denn während der eine oder andere Friesische "Häuptling" versucht, die Macht über das Land an sich zu reißen, sind andere Häuser eher liberal eingestellt. In einem aber sind sich alle einig: Friesland gehört den Friesen! Keine fremde Macht hat hier etwas zu suchen und dient allenfalls als Schutzherr oder zur moralischen Untermauerung lokaler Herrschaftsansprüche. Der Roman umfasst einen Zeitraum von gut 30 Jahren. Die Menschen in diesem dünn besiedelten und recht isolierten Landstrich sehen sich immer wieder mit Sturmfluten konfrontiert, die ihre Existenz bedrohen. Wenn wir uns die Bilder von Sturmfluten in der heutigen Zeit vor Augen führen, können wir das Ausmaß solcher Katastrophen zur damaligen Zeit nur erahnen: Erschöpfte Menschen, die ihre Lebensgrundlage verlieren, durch Meersalz auf Jahre hin unfruchtbar gewordenes Land, weggespülte Häuser und das Wissen, dass diese Sturmflut nicht die letzte gewesen ist. Natürlich gibt es Kräfte im Land, die versuchen, die Not der Menschen für ihre Zwecke zu nutzen und neue Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen. Da wäre zum Beispiel das Haus tom Brok, das zu jener Zeit am intensivsten und sehr rücksichtslos versuchte, seinen Einflussbereich zu vergrößern. In dem Maße, wie die tom Broks immer aggressiver und machtgieriger vorgehen, schaffen sie sich Feinde nicht nur im Land sondern auch darüber hinaus. Bündnisse, die eingegangen werden, sind stets nur von kurzer Dauer, weil ein jeder immer nur das Bündnis eingeht, das für ihn selbst augenscheinlich von größtem Nutzen ist. Vor allem das Haus tom Diek unter Führung von Magnus tom Diek ist der "Gegner" der tom Broks und steht für moderate Machtausübung, die auf kluger und erfolgreicher Kaufmannspolitik sowie dem Bestreben nach Ruhe, Ordnung und Frieden im Land fußt. Das Haus tom Diek steht in der Tradition der ursprüngliche "Friesische Freiheit". Mit kriegerischen Auseinandersetzungen will vor allem Magnus nichts zu tun haben und versucht über all die Jahre beharrlich, sich da raus zu halten und sein Land durch wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand zu besichern. Doch die Situation in Ostfriesland spitzt sich zu. Nur durch eine Allianz im militärischen Sinne kann das Haus tom Brok aufgehalten werden. Magnus muss sich endlich entscheiden und Farbe bekennen. Am Ende der finalen Schlacht geht das Haus tom Brok unter und Ostfriesland organisiert sich neu, das Haus Cirksena wird sich zum neuen Anführer des Bundes der Freiheit etablieren...doch das wäre dann schon der Stoff für eine eventuell Fortsetzung...(?) Der lange Weg dort hin ist im Roman bezeichnender Weise gegliedert in Aussaat, Keimung, Blüte, Reife und Ernte. Dies bezieht sich nicht nur auf die ostfriesische Geschichte sondern auch auf die Entwicklung der Protagonisten. Sowohl die tragenden Figuren als auch die Nebenfigur sind sehr schön gezeichnet und gut charakterisiert. Magnus tom Diek und vor allem Keno tom Brok sind fokussiert aber durchaus ambivalent und gerade Keno beweist die Fähigkeit zu politischem Sachverstand und der notwendigen Geduld. Die amüsanten Dialoge zwischen dem Mönch und unseren beiden Langen sind eine Bereicherung für die Handlung und haben mir stets ein Schmunzeln entlockt. Von mir gibt es für dieses bestens und aufwendig recherchierte, mit viel Herzblut geschriebene Buch, das mich in den Bann gezogen hat, 95 HC-Punkte und 5 Sterne verbunden mit einer unbedingten Leseempfehlung und einem Dankeschön an den Autor.

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wampys avatar

Rezension zu "Friesische Macht" von Lothar Englert

Geschichte wird lebendig
wampyvor 3 Jahren

Buchmeinung zu Lothar Englert – Friesische Macht


„Friesische Macht“ erschien 2015 als Originalausgabe im Leda Verlag. Es ist die Fortsetzung des Romans „Friesische Freiheit“.


Klappentext:

Ostfriesland im frühen 15. Jahrhundert. Das System der frei gewählten Richter ist gestürzt, an seine Stelle sind machtbesessene Häuptlinge getreten, und nun vollzieht sich eben das, wovor die Harlinger immer gewarnt haben: Diese Männer bekämpfen sich bis aufs Blut, nahezu jeder schlägt sich mit jedem, denn am Ende wollen sie alle nur eines,- in Ostfriesland herrschen. Also führen sie ihre Kriege, die tom Brook und die Ukena, die Allena und die Wiemken. Doch damit nicht genug, sie holen auch noch Freibeuter ins Land, gewähren ihnen Schutz und Unterschlupf, in den sie sich nach ihren Raubzügen zurückziehen. Und es ist wie stets; die internen Streitereien lockt auswärtige Herren an wie das Aas die Geier. Das Land scheint durch den Bürgerkrieg geschwächt, es liegt ungeschützt wie auf dem Präsentierteller, gleich einer reifen Frucht, die nur noch darauf wartet, dass man nach ihr greift. Natürlich nehmen sie Witterung auf, der Oldenburger Graf, die Bremer und sogar die Hamburger, denn die Gelegenheit war wohl lange nicht so günstig, sich dieses Ostfriesland endlich unter den Nagel zu reißen. Zudem: Gründe für militärische Interventionen gibt es massenhaft, sie werden geliefert durch dieses Raubgesindel auf See, die Störtebekers und Michels, die den Hansestädten das Leben schwermachen und durch die Ostfriesen beschützt werden, selbst Kirchen darf das Gesocks nutzen, sie werden ihnen von den Häuptlingen als Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Die Harlinger Familie des Magnus tom Diek führt derweil das gediegene Leben ehrbarer Kaufleute und Pferdezüchter. Großvater Magnus hat noch vergeblich gegen den Niedergang der alten Rechtsordnung gekämpft, dessen Sohn Enno gar nahezu allen Besitz an die Hylmerisna verloren. Nur mühsam und mit Hilfe treuer Freunde wie den Holländer Adriaan und den Mönch William ist es gelungen, diese schweren Verluste schließlich nicht nur wettzumachen, sondern in beträchtlichen Reichtum zu wandeln. So leben die tom Diek auf eigener Scholle, mit der Politik haben sie nichts zu schaffen, sie wollen nur in Ruhe ihre Geschäfte machen. Aber man lässt ihnen keine Ruhe. Die tom Brook geben die Versuche nicht auf, den Harlinger und seine Sippe auf ihre Seite zu ziehen, sie locken mit Geld und Einfluss, und sie drohen mit Repressalien bis hin zur offenen Gewalt. Magnus tom Diek, der Enkel des großen Harlingers, widersteht lange und mit Erfolg. Seine Reputation als geachteter Handelsherr und ein Geflecht aus weitreichenden Verbindungen schützen ihn. Es wäre sogar möglich, das alles auszusitzen und die Dinge abzuwarten, wären da nicht zwei Stachel in seinem Fleisch, die ihn nach langen Jahren des Friedens mit der Vergangenheit wieder zu quälen beginnen. Der eine Stachel, das sind die Morde von Ochtersum, die vier Menschen das Leben kosten, verursacht durch die Gier und den Ehrgeiz der Brokmannen. Der zweite ist der Tod seines Vaters Enno tom Diek, der als gezwungener Vasall Ocko tom Brooks in der Auricher Burg auf immer noch ungeklärte Weise gewaltsam ums Leben kam. Und mit diesen schwärenden Wunden erwacht auch wieder der Hass. Magnus tom Diek will die Sippe der tom Brook endlich untergehen sehen. Bei der Schlacht auf den wilden Äckern vollzieht sich das Schicksal des Hauses Hylmerisna auf blutige Weise…


Meine Meinung:

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Historie und einer erzählten Geschichte. Ein gelungener Kniff des Autors sind die Gespräche zwischen dem Mönch und dem Westfriesen. In ihnen werden die Auswirkungen des jeweiligen Fakts besprochen und erläutert. So erhält man einen vorzüglichen Einblick in die jeweilige Situation. Von Kapitel zu Kapitel werden Zeitsprünge von einigen Tagen bis zu einigen Jahren vollzogen. Die Erzählung ist von humorvollen Einschüben geprägt und, wenn nötig, werden auch kriegerische Episoden erzählt. Insgesamt erhält man einen faszinierenden Überblick über mehr als 30 Jahre friesischer Geschichte. Man spürt den Freiheitswillen der Friesen an jeder Stelle des Buches, auch wenn die einzelne Protagonisten doch recht unterschiedliche Vorstellungen von seiner Umsetzung haben. Ein Glossar, ein Personenverzeichnis und eine Übersicht über historische und über erfundene Elemente rundet diesen absolut lesenswerten Roman ab.

Fazit:

Ein rundherum gelungener historischer Roman über 30 Jahre friesischer Geschichte. Die Mischung zwischen Fiktion und Historie stimmt einfach. So gibt es fünf Sterne (90 / 100) und eine klare Leseempfehlung von mir.

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