Friesische Herrlichkeit

von Lothar Englert 
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Friesische Herrlichkeit
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sehr akribisch recherchierte & äußerst detailliert erzählte Geschichte Ostfrieslands Mitte des 15. Jh.

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783864122064
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Leda-Verlag
Erscheinungsdatum:01.09.2017

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    Jana68s avatar
    Jana68vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: sehr akribisch recherchierte & äußerst detailliert erzählte Geschichte Ostfrieslands Mitte des 15. Jh.
    Sehr gelungenes Finale der Ostfriesland-Saga

    Der Roman „Friesische Herrlichkeit“ ist der 3. Band von Lothar Englert’s Ostfriesland-Saga, die zwischen der Mitte des 14. und 15. Jahrhunderts angesiedelt ist. Der Autor lebt und arbeitet selbst in Ostfriesland und obwohl dort nicht geboren, ist ihm dieser Landstrich doch so sehr ans Herz gewachsen, dass man es bei jeder Szene seiner Ostfriesen-Romane spüren kann. Hinter der gesamten Reihe steckt ein immenser Recherche-Aufwand, verbunden mit sehr viel Leidenschaft und Herzblut. Der Autor legt hohen Wert auf Genauigkeit, gerade im 3. Band hatte ich manchmal den Eindruck, als wolle er wirklich alles erzählen und nichts weglassen. Der 3. Band befasst sich mit den Erben der Friesischen Freiheit und setzt nach der Schlacht bei den „Wilden Äckern“ anno 1427 an. Sowohl Magnus tom Dieck als auch Enno Cirksena treten recht früh von der Bühne, ihre Söhne Enno tom Dieck und Ulrich Cirksena nehmen ihre Plätze ein. Das selbe Ziel vor Augen, nehmen die beiden das Schicksal Ostfrieslands selbst in die Hand und gründen dazu eine Zweckgemeinschaft, welche auch tatsächlich bis zum Ende hält. Sie werden keine Freunde, aber sie wissen, was sie wollen. So sehr sich beide einerseits in Charakter, Strategie und Ziel von ihren Vätern unterscheiden, so ähnlich sind sie ihnen dann aber doch. Der Apfel fällt eben mit weit vom Stamm. Der Cirksene und der tom Dieck führen das Land in eine „fürstlich geführte Herrlichkeit“. Dabei müssen sie sich der Macht der großen Hansestädte Hamburg und Bremen ebenso erwehren - vorübergehend sogar ergeben - wie gegen Oldenburg und Münster. Der Weg zur Herrlichkeit ist holprig und lang, aber auf das Beste kalkuliert und sehr geschickt umgesetzt. Die Ereignisse reihen sich dicht aneinander, sind im einzelnen auch spannend, erzählen von Unruhen und Kämpfen, von Zweifeln und Befindlichkeiten. Den äußeren Rahmen bildet das beständige Hinarbeiten auf die Erhebung des Ulrich Cirksena zum Reichsgrafen Ostfrieslands im Jahre 1464. Jeweils ein passender Auszug aus Machiavellis „Der Fürst“ ist jedem Kapitel vorangestellt. Bei Machiavelli geht es um die Erlangung, Festigung und Ausweitung von Macht. Im höchsten Maße geschickt ausgewählt, erscheinen die Passagen aus Machiavellis Thesen wie ein Leitfaden für Ulrich und Enno. Im Roman treten sehr viele Personen auf, die meisten sind historisch belegt. Die fiktiven Personen sind im Personenregister mit einem Stern markiert, das ist sonst üblicherweise genau umgekehrt. Ein jeder hat bei den Entwicklungen in und um Ostfriesland eine Rolle gespielt und jeder bekommt seine Szenen im Roman, was natürlich zu häufigem Szenenwechsel führt. Man muss sich wirklich Zeit nehmen für das Buch, sonst läuft man Gefahr, den Überblick zu verlieren. Diese Vielfalt führt allerdings auch dazu, dass man sich nur schwer in die Hauptakteure hineinversetzen kann. Somit bleibt man doch weitestgehend der Betrachter von außen. Einzig das Schicksal von Wulfard und Reentje sowie der lange Jaap, Handmann des tom Dieck, erlauben etwas mehr Nähe und haben auch prompt mein Herz erobert. Dennoch, all jene, die an hervorragend recherchierten und detailgetreuen Geschichtsromanen ernsthaft interessiert sind, halten mit der „Friesischen Herrlichkeit“ ebenso, wie mit den beiden Vorgängern „Friesische Freiheit“ und „Friesische Macht“ nicht nur die richtige sondern auch eine hochinteressante Lektüre in der Hand. Exzellent gemacht, Lothar Englert, bravo!

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