Lothar Frenz Aha!

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Inhaltsangabe zu „Aha!“ von Lothar Frenz

Weshalb lecken Wissenschaftler an giftigen Fröschen? Warum können wir Menschen nicht älter als hundertzwanzig werden? Was tun eigentlich Seuchenjäger, die nach unbekannten Erregern fahnden? Und was verraten uns Quietscheentchen über unser Klima? Jeden Sonntag nimmt das ARD-Magazin 'W wie Wissen' die Zuschauer mit auf Entdeckungsreise und präsentiert Erstaunliches aus der faszinierenden Welt der Wissenschaft. Das Begleitbuch zur beliebten Fernsehsendung entführt uns in die Tiefen der Ozeane, die geheimnisvolle Welt des menschlichen Körpers oder die entlegensten Winkel der Regenwälder. So ist Wissenschaft alles andere als eine trockene Angelegenheit, ein ebenso unterhaltsames wie lehrreiches Lesevergnügen für die ganze Familie. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen

Kompendium kurioser wissenschaftlicher Fakten mit Tiefgang und fundierter Gesellschaftskritik

— bibliophilist1985

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  • Rezension zu "Aha!" von Lothar Frenz

    Aha!

    bibliophilist1985

    08. December 2014 um 21:44

    Ein bunter Reigen sammelt sich zwischen den Buchdeckeln, von Mensch, Klima, Energie, Meer, Regenwald und Tieren erfährt man zum Teil gänzlich unbekannte Fakten, wobei eine Prise Kritik und Anregung zum Nachdenken das Gesamtbild anreichert. So wird das Handwerk von Seuchenjägern und die Unterscheidung von Pandemie, Epidemie und Pandemie erklärt und ein faszinierendes Beispiel für potentielle Unsterblichkeit anhand eines Süßwasserpolypen mit erstaunlichen Selbstheilungskräften aufgezeigt. Gerade im Bereich natürlicher Überlebenskünstler wird sich das Plagiieren durch den Menschen in ferner Zukunft bestimmt noch bezahlt machen. Seien es Mikroorganismen, die sich selbst schneller reparieren, als Säure, Gammastrahlung oder Hitze ihnen schaden zufügen kann, Frösche samt im Blut mitgelieferten Frostschutzmittel zur theoretisch ewigen Lagerung oder eben die Polypen. Der Treibhauseffekt wird unter dem Gesichtspunkt der Klimageschichte und anhand der Beispiele betroffener Tiere dargestellt. Hinter dem Begriff der beschriebenen Geosequestrierung verbirgt sich ein Verfahren zur Kohlendioxidlagerung in unterirdischen Hohlräumen wie Salzstöcken oder erschöpften Erdöllagerstätten. Als eine weitere Möglichkeit wird die Idee einer Lagerung in der Tiefsee ins Auge gefasst, wobei die Konsequenzen beider Verfahren aufgrund der Neuheit der Technik gänzlich im Dunklen liegen. Methanhydrat, das dem Buch titelgebende brennende Eis, ist ein Stoff mit Zukunft. Noch ist die Förderung des an seinem natürlichen Aggregatzustand gehinderten Gases unrentabel, was man allerdings auch lange von der Ölsandförderung behauptete. Sollte sich wirklich kein Energiekonzern für den Abbau erwärmen können, dürfte eine Erhöhung der Durchschnitttemperaturen zur Freisetzung immenser, nicht seriös zu berechnender Mengen führen. Die natürliche Ergänzung zu den unterirdischen, vom Menschen gemachten Co2 Lagerstätten, Fracking, Ölsandgewinnung und den üblichen, bekannten Verdächtigen. Verstörend sind sowohl die Kapitel über die Ausbeutung der Meere, Abholzung des Regenwaldes und die Bedrohung der Artenvielfalt durch Bioinvasoren. So ist im Fall der Ozeane sowohl der Industrielle Fischfang als auch die illegale Verklappung von so ziemlich jedem erdenklichen toxischen, nuklearen oder mutagenen Stoff ein immenses Problem. Ein Unsichtbares noch dazu und wenn man sich die an Land gelegenen illegalen Deponien und provisorischen Lagerstätten betrachtet, kann man sich ein ungefähres Bild des Zustands etlicher Quadratkilometer Ozeanboden machen. Ganz abgesehen von der Kontamination, die von diesen Bereichen in pestilenzialischen Schwaden weit über das Meer hinaus in sämtliche Ökosphären des Planeten wandert und der legalen Praxis von Industrie und Staaten, genau die gleichen Verschmutzungen zu verursachen wie die gesetzeswidrigen Handlungen. Noch dazu geht alles wesentlich einfacher und unauffälliger vonstatten als an Land und an die Ladekapazitäten eines Schiffes reicht nichts heran. Zum nur kurz angeschnittenen Thema der Einschleppung fremder Arten würde ich bei Interesse die Lektüre von „Die Ameise als Tramp: Von biologischen Invasoren“ nahe legen. Die gesamte Bandbreite dieses, aufgrund mangelnder Finanzierung der Forschungsinstitutionen im recht dunklen Graubereich liegenden, Biologiebereichs wird wie so vieles die Zukunft zeigen. Obwohl vom Standpunkt des arbeitslosen Biologen betrachtet es sowohl in Ozeanen, von Bioinvasion schwer betroffenen Gebieten als auch im Regenwald für Jahrtausende genug zu tun gibt. Und zwar mit der Bestimmung von nur mehr als Museumsstücken existierenden, weil ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten, die noch gar nicht benannt, erfasst und zugeordnet wurden. Dann wird zumindest der Sozialstaat nicht durch erwerbslose Biologen belastet, was ja scheinbar angesichts der vorherrschenden Medienmeinungen eines der ganz großen, gravierenden Probleme unserer Zeit darstellt. Ganz abgesehen davon, dass es schlicht keine anderen Aufgabenbereiche mehr für praktische Naturwissenschaftler geben wird, als die genaue, bürokratische Erfassung einer einst unermesslich artenreichen Welt. Wie Archäologen werden sie eine genaue Chronik des größten und umfangreichsten Artensterbens aller Zeiten verfassen.  

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