Sommerliebe auf Langeoog hat mir gut gefallen. Es ist ein kurzweiliger Sommerroman, der mich von Anfang bis Ende gut unterhalten hat und trotz seiner Kürze einige frische Ideen mitbringt. Gerade das fand ich schön, weil sich viele Sommerromane doch oft sehr ähneln.
Wir begleiten Fenja, die nachdem sie von ihrem Verlobten am Altar stehen gelassen wurde, zu ihrer Oma nach Langeoog fährt, um erst einmal Abstand zu gewinnen und wieder zu sich selbst zu finden. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive, wodurch ich mich Fenja und ihren Gefühlen nah gefühlt habe.
Besonders gut gefallen hat mir, dass der Roman einen etwas anderen Weg einschlägt als viele klassische Sommerromane. Die Figuren bringen frische Hintergründe mit, wodurch sich die Geschichte angenehm von anderen abhebt. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil Themen wie Körperbild und Gewicht angesprochen werden. Ich hatte befürchtet, dass Fenja sich dauerhaft selbst schlechtredet. Zum Glück entwickelt sich dieser Handlungsstrang aber in eine sehr positive Richtung, sodass ich ihre Entwicklung am Ende richtig schön fand.
Auch der männliche Protagonist war für mich eine absolute Green Flag. Er gibt Fenja genau die Sicherheit, die ihr durch ihre bisherigen Erfahrungen gefehlt hat, und die beiden harmonieren einfach wunderbar miteinander. Die Annäherung der beiden kam für mich zwar zunächst etwas plötzlich und ich war erst kurz überrascht, wie schnell sich das entwickelt. Das Knistern zwischen ihnen hat sich danach aber sehr natürlich angefühlt, sodass ich die beiden als Paar schnell ins Herz geschlossen habe. Wer viel Drama oder große Konflikte sucht, wird hier vielleicht nicht ganz fündig. Wer dagegen einen liebevollen, herzerwärmenden Wohlfühlroman zum Abschalten lesen möchte, ist hier genau richtig. Auch die Nebenfiguren haben bei mir direkt Neugier auf die weiteren Bände geweckt. Ich freue mich schon darauf, ihre Geschichten ebenfalls kennenzulernen.
Das Setting hat ebenfalls viel zur Atmosphäre beigetragen. Statt des typischen Hotels oder Cafés, das man in vielen Nord- und Ostseeromanen findet, spielt ein Buchladen eine größere Rolle, das fand ich richtig gemütlich. Gleichzeitig greift die Geschichte auch ernstere Themen wie Fenjas Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem Ex auf. Diese hätten für meinen Geschmack zwar noch etwas mehr Raum bekommen dürfen, verleihen der Geschichte aber trotzdem etwas Tiefe.
Ein kleiner Kritikpunkt ist ein Mini-Konflikt kurz vor Schluss. Der wirkte auf mich etwas unnötig und hat nicht so richtig zur Situation gepasst. Er war zwar schnell wieder gelöst, aber man hätte ihn meiner Meinung nach auch einfach weglassen können. Außerdem ging mir das eigentliche Ende etwas zu schnell. Zwei oder drei zusätzliche Kapitel hätten der Geschichte gutgetan, um den Abschluss noch etwas runder und emotionaler wirken zu lassen.
Fazit
Trotz kleiner Kritikpunkte hat mich Sommerliebe auf Langeoog mit seiner emotionalen Geschichte, den frischen Ideen und den sympathischen Figuren überzeugt. Ein perfekter Wohlfühlroman zum Abschalten, der für mich knappe 4 Sterne verdient und definitiv Lust auf die weiteren Bände macht.