Lotte Hammer

 3,4 Sterne bei 110 Bewertungen
Autorin von Schweinehunde, Totenmoor und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lotte Hammer (© Robin Skjoldborg)

Lebenslauf von Lotte Hammer

Lotte Hammer ist ausgebildete OP-Krankenschwester und war, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte, als Krankenschwester in Griechenland und Deutschland, in Grönland und auf einer Bohrinsel tätig. Heute lebt sie, wie ihr Bruder und Co-Autor ihres ersten Buches »Schweinehunde« welches auf Deutsch im Juni 2011 beim Droemer Knaur erscheint, in Frederiksvaerk, Dänemark.

Alle Bücher von Lotte Hammer

Cover des Buches Schweinehunde (ISBN: 9783426507780)

Schweinehunde

 (78)
Erschienen am 02.07.2012
Cover des Buches Das weiße Grab (ISBN: 9783426507797)

Das weiße Grab

 (10)
Erschienen am 01.10.2014
Cover des Buches Totenmoor (ISBN: 9783426515907)

Totenmoor

 (10)
Erschienen am 03.07.2017
Cover des Buches Einsame Herzen (ISBN: 9783426515891)

Einsame Herzen

 (7)
Erschienen am 01.12.2015
Cover des Buches Todeshafen (ISBN: 9783426523643)

Todeshafen

 (2)
Erschienen am 02.03.2020
Cover des Buches Das weiße Grab (ISBN: 9783868047714)

Das weiße Grab

 (3)
Erschienen am 01.04.2013

Neue Rezensionen zu Lotte Hammer

Cover des Buches Todeshafen (ISBN: 9783426523643)PoldisHoerspielseites avatar

Rezension zu "Todeshafen" von Lotte Hammer

Todeshafen (Lotte und Soren Hammer)
PoldisHoerspielseitevor einem Jahr

Todeshafen (Lotte und Soren Hammer)  

Die Kollision eines Ausflugsbootes und eine Fähre beendet jäh den idyllischen Sommertag in Kopenhagen. Konrad Simonsen, der mit den Ermittlungen beauftragt wurde, ist sich allerdings schnell sicher, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um einen Anschlag handelt, da die Obduktion einiger Leichen ergeben hat, dass diese keineswegs ertrunken sind, sondern zuvor erstochen wurden. Unter ihnen auch seine junge Kollegin Paulina Berg…

Es ist bereits der fünfte Fall, den das Geschwisterpaar Lotte und Soren Hammer seinem Ermittler Konrad Simonsen auf den Leib geschrieben hat. Die Hauptfiguren sind also schon bekannt, ihnen wird erneut der Raum gegeben, um sich weiterzuentwickeln. Dabei gefällt mir gut, dass dabei nicht immer nur Konrad selbst im Fokus steht, sondern auch sein Team mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Doch dies ist nur ein Nebeneffekt in dem Fall, der zwar Spaß macht (insbesondere natürlich wenn man die vorigen Teile bereits kennt), der aber auch ohne Vorkenntnisse gut funktioniert. Denn der Fall, der konstruiert wurde, ist äußerst geschickt aufgebaut und verbindet fiktive Elemente mit realen Ereignissen. Denn über den scheinbaren Bootsunfall wird schnell auf den jugoslawischen Bürgerkrieg umgeschwenkt, der in vielen schrecklichen Facetten und mit reichlichem geschichtlichen Hintergrundwissen eingebaut ist. Das Verbrechen, welches darin eingebettet wurde, ist vielschichtig und komplex, der Weg dorthin ist es auch. Da benötigt man schon eine große Aufmerksamkeitsspanne, um all die feinen Details aufzunehmen und sinnvoll miteinander zu verknüpfen – aber es lohnt sich, denn es steckt eine heftige Wahrheit und viel Spannung darin.

Der Schreibstil des Autorenduos ist atmosphärisch und anspruchsvoll, aber manchmal auch genau deswegen etwas umständlich. In manchen Szenen macht er einen eher trockenen Eindruck, zumal das Tempo nicht immer sonderlich hoch ist und sich an Nebensächlichkeiten lange aufgehalten wird. Doch dann gibt es eben auch Passagen, die einfach so dahinfliegen und sehr spannend und packend geraten sind. Ich mag es, wie abwechslungsreich die Szenerie zwischen Dänemark und dem ehemaligen Jugoslawien wechselt, ebenso wie auch die unterschiedlichen Zeitebenen für Dynamik sorgen.

„Todeshafen“ ist nicht immer einfach zu lesen und recht komplex aufgebaut, beschreibt aber auch eine sehr spannende Szenerie und verbindet dabei geschickt Vergangenheit und Gegenwart, ebenso Fiktion und historische Ereignisse. Das ist packend und mitreißend, auch wenn die Spannungskurve an einigen Stellen eben doch abflacht.   

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Cover des Buches Das weiße Grab (ISBN: 9783426507797)PoldisHoerspielseites avatar

Rezension zu "Das weiße Grab" von Lotte Hammer

Das weiße Grab (Lotte und Soren Hammer)
PoldisHoerspielseitevor einem Jahr

Konrad Simonsen ist erschüttert über seinen neuen Fall. Und zwar nicht, weil die Leiche der jungen Frau nach Jahren im grönländischen Eis aufgrund der Erwärmung der Erde nur sehr verzögert aufgefunden werden konnte. Sondern weil die Art, wie sie gefesselt und halb entkleidet aufgefunden wird, an einen bereits gelösten Fall erinnert. Doch der vermeintliche Täter saß zum Todeszeitpunkt im Gefängnis und kann unmöglich auch diesen Mord begangen haben…

Nach „Schweinehunde“ und seinem deutlichen Plädoyer gegen Selbstjustiz und für die Rechtstaatlichkeit greift auch der zweite Roman um Konrad Simonsen dieses Thema auf – allerdings in einer ganz anderen Form. „Das weiße Grab“ von Lotte und Soren Hammer beschäftigt sich inhaltlich mit der Unschuldsvermutung und den Problemen, die diese für die Ermittler mit sich bringt. Denn nach dem oben erwähnten Start ist die Identität des Täters schon sehr früh bekannt, es gilt aber, genügend Beweise zu finden, um ihn zu überführen und aus dem Verkehr zu ziehen. Die Autoren lassen keinen Zweifel an seiner Schuld, legen keine falschen Fährten oder versuchen, den Leser zu verwirren. Und dennoch ist ein äußerst lesenswerter Thriller entstanden, der eine ganz eigene Art von Spannung erzeugt und damit ausgetretene Pfade verlässt. Viele gelungene Details und interessante Gedankenspiele reihen sich aneinander und ergeben eine gelungene Ästhetik, die mich schnell gefangen genommen hat.

Dazu gehört auch, dass der Schreibstil des Autorenduos sehr flüssig ist und kurze, aber prägnante Beschreibungen von Personen oder Umgebung bereithält. So entsteht wie nebenbei eine dichte Stimmung und ein gelungener Eindruck von Grönland. Auch der Anteil um die privaten Umstände von Simonsen gefällt mir sehr gut – eher dezent eingebaut und gelungen mit der Handlung verbunden, zudem angenehmerweise ohne psychische, sondern mit rein organischen Problemen. Allerdings irritieren die teilweise etwas unstimmigen Details, beispielsweise wie oft die Ermittler auf nicht ganz legalem Wege ermitteln und dennoch so sehr von der Rechtstaatlichkeit überzeugt sind – der Spannung oder dem Lesefluss hat das bei mir aber nicht geschadet.

Auch „Das weiße Grab“ ist ein starker Thriller mit sehr eigenständigen Elementen. Besonders die lange Gewissheit über die Identität des Täters und den anschließenden Ermittlungen ist sehr gelungen, auch die Geschichte Grönlands ist sehr gelungen eingebunden und bereichert die Handlung mit interessanten Fakten. Eine Prise aus dem Privatleben des Ermittlers und viel Lokalkolorit runden den Thriller gekonnt ab. Lesenswert!   

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Cover des Buches Schweinehunde (ISBN: 9783426507780)PoldisHoerspielseites avatar

Rezension zu "Schweinehunde" von Lotte Hammer

Schweinehunde (Lotte und Soren Hammer)
PoldisHoerspielseitevor einem Jahr

Das Bild, das sich zwei Schulkindern in einem Vorort bietet, als sie die Turnhalle ihrer Schule betreten, ist mehr als verstörend: Sorgsam an der Decke baumelnd finden sie grausam verstümmelte Leichen. Konrad Simonsen übernimmt die Ermittlungen und hat bald eine heiße Spur: Bei den Opfern scheint es sich um Täter in Missbrauchsfällen handeln. Während sich in Dänemark schnell eine Welle der Sympathie für die Täter aufbaut, muss Simonsen neben den Ermittlungen auch die aufgeheizte Stimmung beruhigen, um weitere Lynchmorde zu verhindern…

Ich lese gern den klassischen Thriller, aktuell insbesondere diejenigen aus Skandinavien mit ihrer eigenen Ästhetik. Ich mag es aber noch mehr, wenn nicht nur ein spannender Mordfall präsentiert wird, sondern dieser auch gesellschaftliche oder politische Relevanz hat. „Schweinehunde“ von dem dänischen Autoren-Geschwisterduo Lotte und Soren Hammer gehört in diese Kategorie, bindet er doch gleich mehrere brisante Themen ein und führt diese in treffenden Gedankengängen aus. Einerseits wird Pädophilie in die Handlung eingebaut, wobei hier glücklicherweise mit schrecklichen Details gespart wird, sondern ein eher nüchterner Blick darauf geworfen wird, was dennoch eine sehr beklemmende Atmosphäre schafft. Hier wird nicht aufgeheizt und dennoch in aller Deutlichkeit Stellung bezogen. Ähnliches gilt für das Thema der Selbstjustiz, die Funktion des Rechtsstaates – und das ganz ohne trockene Abhandlungen über Politik, sondern sehr lebendig und organisch in die Handlung eingebunden. Das hat Aussagekraft und erschließt sich sehr gut, weil das Thema so lebendig und eingängig aufbereitet wurde.

Der Plot leidet darunter nicht und ist spannend und abwechslungsreich geraten. Die anfängliche Beschreibung über die Zurichtung der Leichen ist schon heftig und setzt ein frühes Ausrufezeichen, doch glücklicherweise ist dies der einzige wirkliche Anflug solch grausiger Details. Später konzentriert sich der Handlung eher auf einen spannenden Verlauf, bei dem durch die Stimmung in Medien und Bevölkerung eine weitere Ebene hinzugefügt wird. Schön ist auch, dass das Ermittlerteam um Konrad Simonsen zwar ein eigenes Profil und eine eigenständige Ausstrahlung haben, das Privatleben aber nicht allzu sehr in den Mittelpunkt gerückt ist und der Fall an sich im Zentrum steht. Ein durchweg spannender und packender Verlauf mit einem furiosen Finale – sehr gelungen!

„Schweinehunde“ ist ein starker Einstieg in die Romanreihe um Konrad Simonsen, bietet gesellschaftliche und politische Themen ebenso wie eine eigenständige Stimmung. Das ist geschickt zusammengefügt und in eine spannende Handlung verpackt, die nie den Druck verliert. An die Erzählweise mit den sehr langen Dialogen musste ich mich zwar etwas gewöhnen und ein paar Passagen erneut lesen, fand diesen dann aber sehr gelungen und lebendig.   

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Gespräche aus der Community

Hallo, am Wochenende hat mich eine Leserin auf die Idee gebracht, dass wir hier ja Wanderbücher starten könnten. Ich lese oft viele tolle Bücher noch vor offiziellem Erscheinungstermin und gerade Hardcover sind ja sehr teuer. Vielleicht können wir uns das ein bisschen aufteilen und Wanderbücher starten und dann kann man sich vielleicht ein bisschen Geld sparen. Zum Buch: In Dänemark werden in einer Turnhalle fünf Männer gefunden: aufgehängt und aufgeschlitzt hängen sie von der Decke. Schon recht bald stellt sich heraus, dass all diese Männer Pädophile gewesen sein sollen und dies ein Fall von Selbstjustiz ist. Kommissar Konrad Simonsen ermittelt mit seinem Team so schnell er kann, doch schon bald wird ihm die Arbeit vom eigenen Volk erschwert - die halten die Morde nämlich für gerechtfertigt und halten nichts von der Aufklärung.... Ich bin am Wochenende damit fertig geworden und fand es sehr spannend, ein richtig schöner Thriller aus dem Norden und ist auch für alle Fans von Stieg Larsson und Jussi Adler Olsen was! Wie das Wanderbuch funktioniert: Ihr tragt Euch einfach der Reihe nach ein und in der Reihenfolge wird es dann auch verschickt! Ich schicke es am Montag hier los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. So, wer hat Lust dabei zu sein? wird am 30.05. von Karla losgeschickt: 1) 2) 3)
161 Beiträge
Moni-Ques avatar
Letzter Beitrag von  Moni-Quevor 10 Jahren
wo kann ich nun das Buch hinschicken?
Zum Thema
In dem Buch "Schweinehunde" (zu dem ich gerade auch eine Streamd-Diskussion eröffnet habe) wird unter anderem das Thema Selbstjustiz thematisiert. Könnt ihr mir vielleicht noch andere Thriller empfehlen wo dieses Thema auch eine große Rolle spielt? Vielen Dank vorab
2 Beiträge
Karrs avatar
Letzter Beitrag von  Karrvor 11 Jahren
Der Klassiker zum Thema Selbstjustiz ist sicher "Ein Mann sieht rot" (Death Wish) von Brian Garfield aus dem jahr 1972, dann 1974 mit Charles Bronson unter diesem Titel verfilmt (mit ieiner Reihe von Fortsetzungen). Death Wish schildert, wie sich ein New Yorker Architekt an den jugendlichen Tätern räöcht, die seine Frau und seine Tochter überfallen und vergewaltigt haben.
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