Lou Timisono

 3.6 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Centum Night.

Alle Bücher von Lou Timisono

Centum Night

Centum Night

 (18)
Erschienen am 22.05.2014

Neue Rezensionen zu Lou Timisono

Neu

Rezension zu "Centum Night" von Lou Timisono

Leider nicht mein Fall.
AnnRoseStylevor 2 Jahren

Inhalt:

Macht ist alles, was zählt.
 Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss.
Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt.
Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht.
Die tabulose Abrechnung mit einer von unstillbarem Machthunger, ausufernder Gewalt und emotionaler Verkümmerung geprägten Gesellschaft - eine Orwellsche Vision für das 21. Jahrhundert.

Meine Meinung:

Das Cover zu "Centum Night" ist nicht gerade das Beste und hätte ich nicht gewusst, dass es ein Verlagsbuch ist, hätte ich gesagt, dass es ein Indie Buch ist, weil man bei dem Cover an manchen Stellen sehr gut erkennen kann, das es bearbeitet wurde. Von den Farben her ist das Cover ganz angenehm gehalten und es passt auch zum Buch, auch wenn sich die Flammen erst ganz zum Schluss erklären.
Der Einstieg in das Buch war grauenhaft. Ich musste alleine auf der ersten Seite des Buches 9 Mal in das Glossar am Ende des Buches gucken. Und das hat sich durch das gesamte Buch gezogen. Ich habe das Glossar nicht auswendig gelernt, was ich hätte machen müssen, um das gesamte Buch problemlos zu verstehen. Das hat mich sehr genervt, da ich einfach nur lesen wollte und nicht zwischendrin noch fast 20 Seiten Begriffe lernen wollte. Die Autorin hat in einem Interview zwar erklärt, warum sie das getan hat, allerdings habe ich das Interview erst nach dem Lesen des Buches gelesen, und war somit trotzdem genervt.
Diese unklaren Begriffe haben im Verlauf des Buches den Lesefluss sehr gestört und waren einer der Gründe, warum das Buch auch stockend war und warum ich nicht gut in das Buch hinein gekommen bin und das Buch auch nicht in einen Rutsch lesen konnte.
Dabei hat allerdings auch genervt, dass es ganze Sätze auf Französisch gab, die nirgends übersetzt wurde und die ich somit von Franzosen oder im Internet übersetzten musste.
Bei den Charakteren hat mich genervt, dass es so viele Figuren und so viele Perspektiven gibt. 2 Perspektiven sind gut, 3 sind auch noch in Ordnung, alles dadrüber nervt mich allerdings.
Dadurch, dass so viele Figuren in dem Buch existiert haben, konnte ich mit den Figuren nicht mitfühlen. Ich konnte selbst nach über der Hälfte des Buches mit keinen Charakter mitfühlen und war auch nicht entsetzt oder geschockt, wenn irgendetwas Schlimmes passiert ist.
Ich konnte keine emotionale Bindung aufbauen und ich habe auch während des Lesens keine Gefühle für das Buch oder deren Charaktere gehabt.
Ich konnte mir auch leider durch die sehr vielen Charaktere, Namen und deren Beschreibungen nicht merken wer wer ist und auf welcher Seite er steht. Es waren wirklich zu viele, zu komplexe Figuren.
Die Handlung war auch nicht wirklich besser. Durch die vielen Charaktere gab es auch viele verschiedene Handlungsstränge, sodass ich irgendwann "gezwungen" war, mir aufzuschreiben wer was macht und wer alles involviert ist, weil ich sonst den Überblick verloren hätte. Ich lese Bücher nicht, um mir dabei Notizen machen zu müssen, sondern um abzuschalten und um meine Finger mal etwas auszuruhen von vielen Schreiben.
Diese vielen und komplexen Handlungsstränge haben das Buch schwer zu verstehen gemacht und ich wollte das Buch gerne abbrechen.
Viele Handlungsabläufe waren für mich zu wenig beschrieben und auch nicht nachvollziehbar.
Beschreibungen von allem gab es in dem Buch für mich fast immer zu wenig, oder es wurden Dinge die ich schon nach 2 Sätzen verstanden habe noch eine halbe Seite lang erklärt.
Die Idee von einer solchen Welt, wie sie in dem Buch zu finden ist finde ich zwar nicht schlecht, aber sie wurde mir zu wenig erklärt. Ich habe selbst nach Abschluss des Buches nicht verstanden, warum die Welt von "Centum Night" so ist, wie sie ist.
Der Schreibstil der Autorin hat mir auch nicht wirklich gefallen. Ein paar Elemente, die mir nicht gefallen haben, habe ich schon erwähnt, wie zum Beispiel die vielen Fremdwörter und zum Teil fehlenden Beschreibungen.
Eine Sache, die es mir auch schwer gemacht hat, das Buch zu lesen, war der stockende, Kaugummi-Ähnliche Schreibstil der Autorin. Kennt ihr das Gefühl ganz viele Seiten gelesen zu haben und dann nur zwei Seiten weiter zu sein? Das Gefühl hatte ich leider das ganze Buch über.
Das alles hat dazu geführt, dass ich mich eher durch das Buch gequält habe, als das ich das Lesen genossen habe.

Mein Fazit:

Trotz einer guten Idee war das Buch leider gar nicht mein Fall. Ich gebe dem Buch trotzdem noch 2 Rosen, weil ich viel Potenzial für die weitere Reihe sehe.   

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Centum Night" von Lou Timisono

Realistische Zukunftsvision
mary77vor 3 Jahren

Eine Elite, die sich vor der verarmten Bevölkerung schützt, indem sie einen ganzen Landesteil zwischen sich und die Armut bringt, könnte eines Tages Wirklichkeit werden. Der Gedanke, dass dieser Landesteil nicht nur durch technische Maßnahmen, sondern auch durch ideologisch zurechtgestutzte, also konditionierte Menschen, zum Schutzschild wird, ist ebenfalls denkbar. Besonders schrecklich finde ich die Vorstellung, dass die Eliten über eine Art Selektionsverfahren manchen Kindern aus der Armutszone ein Leben in Frieden, Gesundheit und Überfluss in Youbeau-Naxton (dort lebt die Elite) bietet, um so die Armen von einer Revolution abzuhalten. Das habe ich so noch nicht gelesen, und auch den Ansatz, die Sprache der Zukunft in den Text einfließen zu lassen, fand ich spannend. Das Buch ist sicher nichts für Romantiker und Fantasyliebhaber, aber wer mal einen Abstecher in eine mögliche Welt von morgen machen will, kann das mit "Centum Night" tun.

Kommentieren0
0
Teilen
A

Rezension zu "Centum Night" von Lou Timisono

Ausblick oder Vision?
AHansenvor 3 Jahren

Der Klappentext verspricht eine orwellsche Vision, also eine Utopie, besser Dystopie, über eine unter staatlicher Totalüberwachung stehende Gesellschaft. Orwells Roman stand noch unter dem Eindruck der heute weitgehend überwundenen stalinistischen Diktaturen. Vor der Geschichte irrte Orwell glücklicherweise; zu seiner Art der totalen Überwachung brachten es die Stalinisten nicht mehr. Folgerichtig erwartet Timisono den letzten Angriff auf die Freiheit nicht durch den Putsch wie auch immer gearteter Ideologen. Den letzten Rest von Freiheit werden vielmehr diejenigen beseitigen, die heute schon herrschen und im letzten Schritt - weil die Zeit reif ist? - nur noch ihre Masken fallen lassen. In "Centum Night" errichten sie ihr immer schon ersehntes Paradies, ausgestattet mit allem, was Wissenschaft und Technik aus heutiger Sicht erwarten lassen und was diese Art von Mensch als Paradies empfindet: unbeschränkter Luxus, körperliche Gesundheit, makellose Jugendlichkeit, und zwar für ewig. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Getto, sich selbst überlassen, und das bedeutet, was es immer bedeutet: Verelendung, Kriminalität, Ausweglosigkeit.


Soweit so gut. Aber wurden nicht alle Unterdrückungssysteme irgendwann von den Unterdrückten weggefegt? Dieses Mal nicht, glaubt die neue Elite, und sie hat gute Gründe dafür. Ihr System ist nicht auf einer Ideologie errichtet, sondern auf der genauen Kenntnis des Menschen.


Das Refugium der Elite ist durch eine Pufferzone hermetisch von der Elendszone abgeriegelt. In dieser Pufferzone leben Menschen, die absolut unfähig sind, die Herrschenden zu bedrohen. Durch soziale Konditionierung in Verbindung mit perfider Technologie lassen sich diese Menschen freiwillig sexuell dauerbefriedigen und verlieren somit die für eine Gegenwehr erforderliche Aggressivität. Wer den Geschlechtstrieb kontrolliert, kontrolliert die Menschen.


Auf der anderen Seite sichert sich die Elite das Stillhalten der Unterdrückten jenseits der Pufferzone durch eine weitere, nicht weniger perfide Methode: Woran halten sich Menschen fest, die für sich keine Zukunft mehr sehen? Am Satz "Meine Kinder sollen es einmal besser haben als ich". Was der Elite dazu eingefallen ist, verbirgt sich hinter dem Titel des Romans und soll an dieser Stelle nicht verraten werden.


Timisono versteht ihr Handwerk. Man spürt die Verunsicherung am eigenen Körper, die einsetzt, wenn gewohnte soziale Verhältnisse gewaltsam durch eine kalte Welt fremder Begriffe ersetzt werden.


Eine große Zahl von lebensechten, psychologisch überzeugenden Akteuren treibt die Handlung in kurzen, knackigen Kapiteln voran und beleuchtet die Umstände aus unterschiedlichsten Perspektiven. Das sich dabei entfaltende Menschenbild wirkt verstörend, realistisch ist es allemal. Durch die Gegenüberstellung von sexueller Brutalität bis hin zu geradezu nihilistischer Triebabfuhr bei den einen und einfühlsamer Zärtlichkeit bei einigen wenigen anderen verdeutlicht Timisono die Ursachen der mit kalter Intelligenz ausgelebten Machtgier der Elite.


Fazit: Orwell sah noch in der mittlerweile anachronistischen stalinistischen Ideologie die Hauptgefahr für die freie Entwicklung der Menschheit. Timisono geht pragmatischer an das Thema heran und identifiziert die archaischen Urtriebe des Menschen (Mannes?) - Machtgier und Triebhaftigkeit - als "Wegbereiter der Apokalypse".

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 19 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks