Lou Timisono Centum Night

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Inhaltsangabe zu „Centum Night“ von Lou Timisono

Europa versinkt im Chaos. Die Privilegierten schließen sich in immer größerer Zahl der Coastal Alliance an, um ihre Vorherrschaft zu retten. Die Alliance verhilft der Elite zu einem paradiesischen Leben im Luxusrefugium Youbeau-Naxton, während die verarmte Bevölkerung umgeben von Müllbergen in den Ruinen der vom Verbrechen beherrschten Crime Zone Bonnieville hausen muss. +++ Zwischen diesen Territorien befindet sich die Hochsicherheitszone Solocity. Die Solos werden in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten. Sexuelles Verlangen und die Sehnsucht nach menschlicher Nähe werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Freundschaft und Liebe sind verboten. +++ Für die Mächtigen in ihren AquaPalaces und Artlands der heilen Welt Youbeau-Naxtons gilt das nicht. Sie holen sich ihren Kick im Kellerlabyrinth von Jubal Luz und Sandy Barbosa, zwei Big Shots in Bonnieville. Die Younax ahnen nicht, dass die beiden Männer sie nur als Köder benutzen. Luz und Barbosa haben eine andere Beute im Visier. +++ Agent Eddie Bellefleur lebt in Solocity und ermittelt im Dienst des Younax Committee. Obwohl er als loyal gilt, steht er zu seinen Freunden: Dr. Reinhard in Bonnieville und Officer Blue Wilmot von der Secor Troop. Als Blue sich in die atemberaubende Simi verliebt, verrät Eddie ihn nicht und riskiert damit die Höchststrafe - die Ausweisung nach Bonnieville. +++ Seit einiger Zeit brodelt es in der Crime Zone. Das Committee will den drohenden Aufstand durch ein Gesetz im Keim ersticken. Der Centum Act soll den Bewohnern von Bonnieville Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen. Aber die zum Äußersten entschlossene Group 99 heizt die Stimmung unter den Verzweifelten weiter an. In diesem Spiel gibt es nur eine Regel: Macht ist alles, was zählt. +++ Da geschieht das Undenkbare. Im gewaltfreien Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Eddie erhält bei seinen Nachforschungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht. Kann er einen neuen Civil War verhindern? +++ Lou Timisono entwirft mit ihrem Roman "Centum Night" ein schockierendes Zukunftsszenario. Das Buch ist eine tabulose Abrechnung mit einer von unstillbarem Machthunger, ausufernder Gewalt und emotionaler Verkümmerung geprägten Gesellschaft - eine orwellsche Vision für das 21. Jahrhundert.

Konditionierte Menschen als Schutzschild - gruselig

— mary77
mary77

Spannend, erschütternd, anders - und beängstigend.

— AHansen
AHansen

Ich hatte mir leider mehr erhofft, da der Klappentext wirklich Interessantes verspricht, aber die Umsetzung hat mir leider nicht so gefallen

— SofiaMa
SofiaMa

Es ist anspruchsvoll und hochinteressant weil es sehr gut nachvollziehbar ist. Ein guter Mix aus Dystopie und Thriller!

— Juju
Juju

interessanter Weltenentwurf, aber Umsetzung war nichts für mich. Habe schwer ins Buch gefunden und auch die Figuren blieben mir fremd...

— steffis-und-heikes-Lesezauber
steffis-und-heikes-Lesezauber

guter Plott, aber nicht ganz einfach den Faden zu behalten

— Binchen84
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  • Leider nicht mein Fall.

    Centum Night
    AnnRoseStyle

    AnnRoseStyle

    07. June 2017 um 11:15

    Inhalt: Macht ist alles, was zählt. Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss.Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt.Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht.Die tabulose Abrechnung mit einer von unstillbarem Machthunger, ausufernder Gewalt und emotionaler Verkümmerung geprägten Gesellschaft - eine Orwellsche Vision für das 21. Jahrhundert. Meine Meinung: Das Cover zu "Centum Night" ist nicht gerade das Beste und hätte ich nicht gewusst, dass es ein Verlagsbuch ist, hätte ich gesagt, dass es ein Indie Buch ist, weil man bei dem Cover an manchen Stellen sehr gut erkennen kann, das es bearbeitet wurde. Von den Farben her ist das Cover ganz angenehm gehalten und es passt auch zum Buch, auch wenn sich die Flammen erst ganz zum Schluss erklären.Der Einstieg in das Buch war grauenhaft. Ich musste alleine auf der ersten Seite des Buches 9 Mal in das Glossar am Ende des Buches gucken. Und das hat sich durch das gesamte Buch gezogen. Ich habe das Glossar nicht auswendig gelernt, was ich hätte machen müssen, um das gesamte Buch problemlos zu verstehen. Das hat mich sehr genervt, da ich einfach nur lesen wollte und nicht zwischendrin noch fast 20 Seiten Begriffe lernen wollte. Die Autorin hat in einem Interview zwar erklärt, warum sie das getan hat, allerdings habe ich das Interview erst nach dem Lesen des Buches gelesen, und war somit trotzdem genervt.Diese unklaren Begriffe haben im Verlauf des Buches den Lesefluss sehr gestört und waren einer der Gründe, warum das Buch auch stockend war und warum ich nicht gut in das Buch hinein gekommen bin und das Buch auch nicht in einen Rutsch lesen konnte.Dabei hat allerdings auch genervt, dass es ganze Sätze auf Französisch gab, die nirgends übersetzt wurde und die ich somit von Franzosen oder im Internet übersetzten musste.Bei den Charakteren hat mich genervt, dass es so viele Figuren und so viele Perspektiven gibt. 2 Perspektiven sind gut, 3 sind auch noch in Ordnung, alles dadrüber nervt mich allerdings.Dadurch, dass so viele Figuren in dem Buch existiert haben, konnte ich mit den Figuren nicht mitfühlen. Ich konnte selbst nach über der Hälfte des Buches mit keinen Charakter mitfühlen und war auch nicht entsetzt oder geschockt, wenn irgendetwas Schlimmes passiert ist.Ich konnte keine emotionale Bindung aufbauen und ich habe auch während des Lesens keine Gefühle für das Buch oder deren Charaktere gehabt.Ich konnte mir auch leider durch die sehr vielen Charaktere, Namen und deren Beschreibungen nicht merken wer wer ist und auf welcher Seite er steht. Es waren wirklich zu viele, zu komplexe Figuren.Die Handlung war auch nicht wirklich besser. Durch die vielen Charaktere gab es auch viele verschiedene Handlungsstränge, sodass ich irgendwann "gezwungen" war, mir aufzuschreiben wer was macht und wer alles involviert ist, weil ich sonst den Überblick verloren hätte. Ich lese Bücher nicht, um mir dabei Notizen machen zu müssen, sondern um abzuschalten und um meine Finger mal etwas auszuruhen von vielen Schreiben.Diese vielen und komplexen Handlungsstränge haben das Buch schwer zu verstehen gemacht und ich wollte das Buch gerne abbrechen.Viele Handlungsabläufe waren für mich zu wenig beschrieben und auch nicht nachvollziehbar.Beschreibungen von allem gab es in dem Buch für mich fast immer zu wenig, oder es wurden Dinge die ich schon nach 2 Sätzen verstanden habe noch eine halbe Seite lang erklärt.Die Idee von einer solchen Welt, wie sie in dem Buch zu finden ist finde ich zwar nicht schlecht, aber sie wurde mir zu wenig erklärt. Ich habe selbst nach Abschluss des Buches nicht verstanden, warum die Welt von "Centum Night" so ist, wie sie ist.Der Schreibstil der Autorin hat mir auch nicht wirklich gefallen. Ein paar Elemente, die mir nicht gefallen haben, habe ich schon erwähnt, wie zum Beispiel die vielen Fremdwörter und zum Teil fehlenden Beschreibungen.Eine Sache, die es mir auch schwer gemacht hat, das Buch zu lesen, war der stockende, Kaugummi-Ähnliche Schreibstil der Autorin. Kennt ihr das Gefühl ganz viele Seiten gelesen zu haben und dann nur zwei Seiten weiter zu sein? Das Gefühl hatte ich leider das ganze Buch über.Das alles hat dazu geführt, dass ich mich eher durch das Buch gequält habe, als das ich das Lesen genossen habe. Mein Fazit: Trotz einer guten Idee war das Buch leider gar nicht mein Fall. Ich gebe dem Buch trotzdem noch 2 Rosen, weil ich viel Potenzial für die weitere Reihe sehe.   

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  • Realistische Zukunftsvision

    Centum Night
    mary77

    mary77

    12. May 2016 um 17:13

    Eine Elite, die sich vor der verarmten Bevölkerung schützt, indem sie einen ganzen Landesteil zwischen sich und die Armut bringt, könnte eines Tages Wirklichkeit werden. Der Gedanke, dass dieser Landesteil nicht nur durch technische Maßnahmen, sondern auch durch ideologisch zurechtgestutzte, also konditionierte Menschen, zum Schutzschild wird, ist ebenfalls denkbar. Besonders schrecklich finde ich die Vorstellung, dass die Eliten über eine Art Selektionsverfahren manchen Kindern aus der Armutszone ein Leben in Frieden, Gesundheit und Überfluss in Youbeau-Naxton (dort lebt die Elite) bietet, um so die Armen von einer Revolution abzuhalten. Das habe ich so noch nicht gelesen, und auch den Ansatz, die Sprache der Zukunft in den Text einfließen zu lassen, fand ich spannend. Das Buch ist sicher nichts für Romantiker und Fantasyliebhaber, aber wer mal einen Abstecher in eine mögliche Welt von morgen machen will, kann das mit "Centum Night" tun.

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  • Ausblick oder Vision?

    Centum Night
    AHansen

    AHansen

    14. April 2016 um 17:40

    Der Klappentext verspricht eine orwellsche Vision, also eine Utopie, besser Dystopie, über eine unter staatlicher Totalüberwachung stehende Gesellschaft. Orwells Roman stand noch unter dem Eindruck der heute weitgehend überwundenen stalinistischen Diktaturen. Vor der Geschichte irrte Orwell glücklicherweise; zu seiner Art der totalen Überwachung brachten es die Stalinisten nicht mehr. Folgerichtig erwartet Timisono den letzten Angriff auf die Freiheit nicht durch den Putsch wie auch immer gearteter Ideologen. Den letzten Rest von Freiheit werden vielmehr diejenigen beseitigen, die heute schon herrschen und im letzten Schritt - weil die Zeit reif ist? - nur noch ihre Masken fallen lassen. In "Centum Night" errichten sie ihr immer schon ersehntes Paradies, ausgestattet mit allem, was Wissenschaft und Technik aus heutiger Sicht erwarten lassen und was diese Art von Mensch als Paradies empfindet: unbeschränkter Luxus, körperliche Gesundheit, makellose Jugendlichkeit, und zwar für ewig. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Getto, sich selbst überlassen, und das bedeutet, was es immer bedeutet: Verelendung, Kriminalität, Ausweglosigkeit. Soweit so gut. Aber wurden nicht alle Unterdrückungssysteme irgendwann von den Unterdrückten weggefegt? Dieses Mal nicht, glaubt die neue Elite, und sie hat gute Gründe dafür. Ihr System ist nicht auf einer Ideologie errichtet, sondern auf der genauen Kenntnis des Menschen. Das Refugium der Elite ist durch eine Pufferzone hermetisch von der Elendszone abgeriegelt. In dieser Pufferzone leben Menschen, die absolut unfähig sind, die Herrschenden zu bedrohen. Durch soziale Konditionierung in Verbindung mit perfider Technologie lassen sich diese Menschen freiwillig sexuell dauerbefriedigen und verlieren somit die für eine Gegenwehr erforderliche Aggressivität. Wer den Geschlechtstrieb kontrolliert, kontrolliert die Menschen. Auf der anderen Seite sichert sich die Elite das Stillhalten der Unterdrückten jenseits der Pufferzone durch eine weitere, nicht weniger perfide Methode: Woran halten sich Menschen fest, die für sich keine Zukunft mehr sehen? Am Satz "Meine Kinder sollen es einmal besser haben als ich". Was der Elite dazu eingefallen ist, verbirgt sich hinter dem Titel des Romans und soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Timisono versteht ihr Handwerk. Man spürt die Verunsicherung am eigenen Körper, die einsetzt, wenn gewohnte soziale Verhältnisse gewaltsam durch eine kalte Welt fremder Begriffe ersetzt werden. Eine große Zahl von lebensechten, psychologisch überzeugenden Akteuren treibt die Handlung in kurzen, knackigen Kapiteln voran und beleuchtet die Umstände aus unterschiedlichsten Perspektiven. Das sich dabei entfaltende Menschenbild wirkt verstörend, realistisch ist es allemal. Durch die Gegenüberstellung von sexueller Brutalität bis hin zu geradezu nihilistischer Triebabfuhr bei den einen und einfühlsamer Zärtlichkeit bei einigen wenigen anderen verdeutlicht Timisono die Ursachen der mit kalter Intelligenz ausgelebten Machtgier der Elite. Fazit: Orwell sah noch in der mittlerweile anachronistischen stalinistischen Ideologie die Hauptgefahr für die freie Entwicklung der Menschheit. Timisono geht pragmatischer an das Thema heran und identifiziert die archaischen Urtriebe des Menschen (Mannes?) - Machtgier und Triebhaftigkeit - als "Wegbereiter der Apokalypse".

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  • Einige Schwächen, aber guter Start

    Centum Night
    Malibu

    Malibu

    23. February 2016 um 11:40

    Wenn die Teile der Erde gesplittet wären in Gesellschaftsformen der unterschiedlichsten Art - wie würde das wohl enden? Ein gutes Beispiel hierfür gibt uns Lou Timisono mit dem Dystopieroman "Centum Night". Auch hier gibt es die drei verschiedenen Klassen, die verschiedenen Gesellschaftsschichten angehören. Viele Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt verhilft der dortigen Elite zu mehr Macht und Luxus, während die arme Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Zone leben muss. Zwischen diesen Schichten befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner nicht einmal Gefühle und Freundschaft erfahren dürfen, noch eine Ablenkung in Form von Sex. Hier herrscht die Trockenheit hoch zehn. Die Wünsche nach emotionaler Nähe und sexueller Natur werden auf hohem technologischem Niveau kontrolliert abgebaut. Es gibt daher auch keine Gewalt in Solocity. Dann geschieht etwas, mit dem keiner gerechnet hat - es beginnt eine rätselhafte Mordserie - in Solocity! Der Agen Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, die bis hoch in die Regierung reicht, in die Gegend, in welcher der Luxus herrscht. Die Einführung in den Roman war schnell und gut - man war sofort darin. Man fragt sich natürlich die ganze Zeit, wer hier die Fäden in der Hand hat und wieso man so ein gefühlsloses Land geschaffen hat. Eddie ist ein sympathischer Agent, der unterdrückt noch immer Gefühle hat, so auch sein Gefährte und Freund Blue. Leider dürfen sie diese nicht offen leben und müssen geheim damit umgehen. Sie gehen den komischen Machenschaften nach, welche die Mordserie angerichtet hat. Schnell wird dabei klar, dass es sich um Macht dreht. Die Personen an sich hier im Roman sind wie von weiter Ferne, man kann sich nicht richtig in sie hineinfühlen und ich kann mich ehrlich gesagt mit keinem so recht anfreunden. Vielleicht ist das so gewollt, da ja keinerlei Gefühle und Freundschaft herrschen dürfen und das dem Leser so besser rübergebracht wird - wer weiß? Der Schreibstil an sich ist leicht lesbar und man kommt schnell voran. Eine gewisse Spannung ist auch vorhanden, jedoch steigert diese sich nicht mehr ins Unermessliche und ich hab mich oft über die Zeilen hinweggekämpft und mich gefragt, ob noch etwas großes kommt. Es kommt zwar immer wieder etwas, aber so richtig überraschen tut es einen nicht. Die meisten von uns wären wahrscheinlich bei der verarmten Bevölkerung - in Bonnieville - gelandet. Diese Gesellschaftsschicht ist zwar arm, aber reich an Gefühlen und Freundschaften. Ich selbst würde mich hier auch wohl fühlen anstatt in einer rauen, gefühlslosen kalten Welt. Mir erschließt sich nicht ganz, worauf der Autor hier hinaus wollte und ich kann mich mit dem Roman leider nicht ganz anfreunden. Dennoch hält die Spannung den Leser bei und lässt ihn so ans Ende kommen. Ein Aha-Effekt stellt sich hier aber nicht ganz so ein, wie man es sich evtl. gewünscht hätte. Nichts desto trotz einmal eine andere Art von Thriller und Dystopie, was gelesen werden möchte! Ich kann es nur bedingt weiterempfehlen - es sind einfach einige Schwächen zu finden bzw. Durchhänger, die aber im Prinzip nicht das ganze Lesevergnügen ruinieren, sondern nur beiläufig etwas stören!

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  • Ich wollte dieses Buch mögen, aber ...

    Centum Night
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    19. February 2016 um 09:01

    Meinung Der Klappentext und die Buchbeschreibung machten mich auf dieses Buch neugierig und mal ehrlich, wer mit Orwell wirbt, kann nur gut sein. Oder? Ich bin ehrlich, ich musste zweimal anfangen, denn beim ersten Mal hab ich das Buch äußerst frustriert weggelegt. Ich fand keinen Einstieg, ich kam mit den Charakteren nicht klar und wusste im Grunde überhaupt nicht, wo ich bin und was nun kommt. Natürlich will ich nicht, dass auf der ersten Seite der Info-Dump über mir zusammen bricht, aber wenn ich den Klappentext nicht gelesen hätte, wüsste ich auch nach dem ersten Dritten des Buches nicht, um was es eigentlich geht. Ich wurde einfach ins kalte Wasser geschmissen und stand plötzlich mitten im Geschehen, aber auf so eine Art und Weise, als hätte ich die ersten 10 min eines Films verpasst und muss nun gucken, wie ich klar komme. Der zweite Einstieg war besser. Vielleicht lag es daran, dass ich den Anfang nun schon kannte, oder aber weil ich mich wirklich nur auf das Buch konzentrierte. In der Bahn lesen oder wenn Trubel nebenher war, ging gar nicht. Es musste still sein und ich durfte nicht abgelenkt werden. „Centum Night“ ist äußerste schwere Kost und ich denke, dass das fehlen, jeglicher Erläuterungen einiges vom Lesespaß nimmt. Das soll nicht heißen, dass die Welt blöd war, ganz im Gegenteil. Das komplette Setting hat mir sogar am besten gefallen. Eine dystopische Welt, in der die Menschen in drei Klassen aufgeteilt sind. Und natürlich wird dagegen rebelliert. Aber auch hier muss ich zugeben, dass ich nicht immer ganz verstand, wie die Aufteilung ist und vor allem, warum? Manche konnten sich hocharbeiten, andere nicht. Wieder andere wurden runter gestuft… es war stellenweise mehr als verwirrend. Es war offensichtlich, dass die Autorin ihre Welt im Griff hat, denn es wurde mit Fachbegriffen um sich geworfen, bei denen mit die Ohren wackelten. Leider fehlten mir die Informationen und ich musste mit selbst zusammen reimen, was sie mit den Begriffen meinen könnte. Was die Welt angeht, wäre mehr eindeutig besser gewesen. Mehr Ausbau, mehr Infos, mehr von allem, damit der Leser auch was, was eigentlich Sache ist. Die Charaktere in dem Buch waren allesamt eigenartig. Nicht, dass sie schlecht waren oder ich sie nicht verstand. Ganz im Gegenteil, ich verstand sie sogar sehr gut, am meisten die Figuren, die sich nach körperliche Nähe und Emotionen sehnten, denn all das Zwischenmenschliche war in dieser Welt strengstens verboten. Aber ich kam nicht an sie ran, ich baute keine Verbindung auf und kam oftmals mit den Beschreibungen nicht klar. Die Autorin kann schreiben, aber auf eine sehr eigene, gehobene Art und Weise, die meiner Meinung nach mit der Welt und ihren extrem verwirrenden Begriffen nicht immer ganz kompatibel ist. Selbst bei der Handlung als solcher, war mir nicht ganz klar, um was es nun ging. Ging es um die Morde? Ging es ums Rebellieren? Ging es darum, das rebellierende System zu ermorden? Was war das Ziel? Und wer sollte welches Ziel erreichen? Wo war der verdammte rote Faden, an den ich mich hätte klammern können? Ich versuchte mal dieser Figur, mal jener zu folgen, aber die Autorin haut sehr schnell, sehr viele Handlungsorte raus und baut diese nach und nach zu eigenen Strängen auf, sodass ich nicht mehr wusste, welcher nun der Hauptstrang war und welcher „nur“ Nebensache. Am Ende gehört zwar alles irgendwie zusammen, aber ich denke, dass hätte man auch weniger Gehirnverdrehender hinbekommen können. Auch der Batzen an Gesellschaftskritik, der oftmals wirklich genial eingebaut wurde, and i mean wirklich genial (Insider), geht durch das ganze Chaos auf allen Ebenen leider merciless unter. (Die Verenglischung der deutschen Sprache, falls das nicht rüber kommt.^^) Abschließend lässt sich sagen, dass es in „Centum Night“ von allem zu viel gab: zu viele Figuren und damit einhergehend zu viele Perspektiven; zu viele Fremdwörter, die alle nachgeschlagen werden mussten; zu viele Dinge, die viel zu schnell und viel zu verworren passieren, sodass die Geschichte ein einziges Chaos bleibt und jeder noch so kleine, gute Ansatz sofort untergeht. Und Orwell sucht man hier vergebens… Fazit „Centum Night“ hätte meines Erachtens eine wirklich, wirklich geniale Orwellsche Vision des 21. Jahrhunderts wegen können, wenn die Autorin entweder ihre Ideen für das Setting etwas runter geschraubt, oder aber wenn sie der Welt in ihrer ganzen Komplexität einfach mehr Raum zum Entfalten gelassen hätte. Ich denke, mit letzterem hätte sie auch den Lesern mehr Freude an der Geschichte gegeben. Alles in allem sehr schade. Bewertung Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Sonst hätte ich nicht ein zweites Mal dazu gegriffen. Aber manchmal ändert sich die erste Meinung nicht und es bleibt dabei. Trotz dem Setting, das mir hier wirklich gefiel, kann ich nicht mehr als 1 von 5 Marken geben. Zum Glück ist das alles Ansichtssache und dies hier nur meine Meinung. Ich war wohl die falsche Zielperson für die Geschichte und ich bin mir ziemlich sicher, dass es genug Leser gibt, die das Potenzial der Geschichte erkennen und diesem verfallen werden.

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  • Klingt besser, als es ist

    Centum Night
    SofiaMa

    SofiaMa

    20. January 2016 um 19:21

    Also, das Cover finde ich wirklich sehr gelungen. Man sieht eine Hafenstadt (ein bisschen erinnert sie an Miami oder so) und ein riesiges Feuer, was beides den Inhalt gut widerspiegelt, insbesondere das Ende.  Der Titel ist ebenfalls gelungen, auch wenn sich einem der Sinn erst in der fortlaufenden Handlung eröffnet; den Untertitel hingegen finde ich etwas zu dramatisch. Dramatisch ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis: Das Buch kostet 16,95 €, obwohl es einfach nur ein etwas größeres Taschenbuch ist. Zugegeben, der Einband ist für ein Taschenbuch relativ stabil, aber trotzdem ist das meiner Meinung nach immer noch ein Wucherpreis, wenn man bedenkt, dass man für den Großteil gebundener Bücher genausoviel bezahlt... Die Kapitel sind alle kurz bis mittellang. Ja, also, wie ihr wahrscheinlich alle wisst, stehe ich total auf dieses Dystopien-Sci-Fi-Schlechte-Zukunft-Technik-Weltuntergangs-Zeugs, weshalb ich dieses Buch natürlich auch sofort lesen musste. Allerdings habe ich schon direkt nach den ersten paar Seiten gemerkt, dass es wohl nicht ganz so das ist, was ich mir erhofft hatte... Zum Einen ist der Einstieg in die Geschichte wirklich sehr schwer. Man muss nicht nur mit den vielen unbekannten, technischen Begriffen klarkommen, die zwar erklärt werden, was dann allerdings doch relativ schwierig ist, beizubehalten. Und nach jedem Satz hinten ins Glossar zu schauen, erschien mir dann doch etwas mühselig. Man hat also enorme Verständnisprobleme. Dazu kommt allerdings auch noch, dass es sehr lange dauert, bis sich einigermaßen Spannung aufbaut. Es passiert die ganze Zeit zwar irgendetwas, allerdings packt das Buch nicht wirklich. Ein Grund für die doch eher schleppende Spannung ist aber wahrscheinlich auch, dass das, was passiert, im ersten Moment doch sehr durcheinander scheint, und auch die Figuren verleiten dazu, dass man sie untereinander nur schwer unterscheiden kann. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass die Figuren nicht so leicht zu greifen sind, aber auch, dass sie alle relativ oberflächlich gehalten sind. Man erfährt zwar hin und wieder etwas über sie und ihre Vergangenheit, jedoch hat man als Leser Schwierigkeiten, eine Bindung zu den einzelnen Figuren aufzubauen. Was mich angeht, hatte ich diesbezüglich sogar nicht nur bei einigen Personen Schwierigkeiten, sondern bei allen. Auch die Gedankengänge der Figuren erschließen sich dem Leser nicht unbedingt immer. Vieles wird zwar erklärt, jedoch kann man sich nicht wirklich in die Charaktere und ihre Gefühlswelt hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen, was aber auch höchstwahrscheinlich an der fehlenden Bindung liegt. Zusätzlich dazu hat mich noch gestört, dass die Frauen in dem Buch von nahezu allen Männern (mit einigen wenigen Ausnahmen) als Lustobjekte angesehen werden und nicht als gleichwertige Menschen. Dementsprechend gibt es in "Centum Night" auch viel Gewalt und (damit verbundenen) Sex. Natürlich kann ich verstehen, dass Gewalt und in irgendeiner Weise auch Sex zum Endzeit-Setting dazugehören, allerdings ist das hier meiner Meinung nach eindeutig zu viel und auch eindeutig sexistisch Frauen gegenüber, die nicht nur objektiviert werden sondern auch sehr unscheinbar bzw. dargestellt sind - keine einzige Frau wehrt sich dagegen. Das hat mich sehr gestört.. :/ Na ja, abgesehen davon, dass das Buch wirklich nur vereinzelt etwas spannend ist und ansonsten eher nicht und dass ich mit den Figuren nicht so warmwerden konnte und dass ich folglich froh war, als ich das Buch endlich durchhatte, muss ich trotz allem sagen, dass "Centum Night" auch etwas Positives an sich hat: Einerseits hat mir der Schreibstil relativ gut gefallen, da er (natürlich abgesehen von den ganzen Sci-Fi-Wörtern) gut verständlich und flüssig zu lesen ist.  Außerdem ist der Plot an sich auch nicht schlecht; die Geschichte erinnert ein bisschen an Orwells "1984" ("the Eye"), aber auch an "Brave New World" von Aldous Huxley mit der "künstlichen Herstellung" von Menschen. Die Kombination aus beiden Science-Fiction-Büchern ist interessant und hat mir gut gefallen. Tja, ich hab mir eigentlich einen guten Sci-Fi-Roman erhofft, allerdings hat sich "Centum Night" als ein Roman entpuppt, der meiner Meinung nach vor Sex, Gewalt und Sexismus nur so strotzt und demnach definitiv nichts für mich ist. Ich wurde mit den Figuren einfach nicht warm und auch die Spannung lässt größtenteils zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz hat das Buch auch seine guten Seiten, wie der Schreibstil und die Kombination von zwei sehr großen Science-Fiction-Romanen. Im Allgemeinen ist das Buch also recht speziell; man muss drauf stehen. Deshalb gibt es von mir noch 2/5 Sterne.

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  • Anspruchsvoll, spannend und sehr mitreissend

    Centum Night
    Juju

    Juju

    07. January 2016 um 14:11

    Der Schreibstil ist sehr angenehm, da er besonders durch die durchdachten Formulierungen auffällt. Es handelt sich hier um ein gut geschriebenes Erwachsenenbuch. Flotte Sprüche im Slang gibt es keine, eher geschachtelte Sätze und Andeutungen die verstanden werden wollen. Einziges Manko waren die vielen englischen Begriffe, die nicht schwer waren, aber den Lesefluss leicht störten, da sie im Satz immer herausstachen. Am Anfang fällt dies jedoch mehr auf, als im Rest des Buches, da am Anfang viel erklärt wird.  Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die jeweils anderen Protagonisten gewidmet sind, sodass man ein allumfassendes Bild der Geschichte erhält. Die Geschichte ist durchwegs spannend. Die Charaktere sind authentisch und man schliesst sie zwar, aufgrund ihrer Anzahl, nicht total ins Herz aber man verfolgt sehr gespannt ihren Werdegang. Es sind normale Menschen und genau dadurch wirkt dieses dystopische Werk sehr echt. Die Geschichte ist spannend und mitreissend. Die Gesellschaft wurde aufgeteilt und es gibt Gewinner und Verlierer. Die Gewinner werden durch die arbeitende Mittelschicht von den Verlierern geschützt und dies funktioniert durch Anreize. Das ist ein sehr perfides System und man kann sich gut in die Geschichte und ihre Probleme hineinversetzen. Die Spannung baut sich zu Beginn auf und hält sich durch die gesamte Geschichte bis zum Schluss. Insgesamt ist es ein sehr gut durchdachter dystopischer Thriller, in die sich jeder Leser hineinversetzen können wird. Und ist man erstmal drin, will man wissen wie es endet! Super! Was ich besonders mochte: Die authentischen Charaktere und die spannende Geschichte waren toll, die vielen unnötigen englischen Begriffe jedoch nicht. 

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  • Wow, ein außergewöhnlicher Thriller!

    Centum Night
    Line1984

    Line1984

    06. January 2016 um 11:16

    Auf dieses Buch war ich mehr als gespannt, der Klappentext hat mich sofort überzeugt. Ich kann euch eines schon jetzt sagen ich habe dieses Buch verschlungen. Das Buch beginnt mit einem spannenden Prolog, dadurch wird die Spannung extrem gesteigert. Finanzkrise, Flüchtlingskrise usw. wie geht es mit uns weiter wenn sich nichts ändert? Nun dann landen wir Bonnieville. Das Leben dort ist ein dahin vegetieren, man lebt von Tag zu Tag und versucht irgendwie am leben zu bleiben, die Menschen dort versuchen verzweifelt keinem Verbrechen zum Opfer zu fallen und schlagen sich irgendwie durch. Die anderen die mehr Glück hatten verschlägt es nach Solocity. Dort gibt es zwar keine Gewalt, aber auch keine Liebe oder Freundschaft. Die Leute dort sind Gefühlskalt und dienen den reichen und mächtigen als Schutzschilde. Doch was passiert wenn Machtgier und Angst einen kritischen Punkt erreichen? Dann wird das Tier der Mensch frei gelassen. Es kommt zu Massenpanik, Menschen streben bei dem Versuch endlich frei zu sein. Ich finde es erstaunlich welche Elemente in diesem außergewöhnlichen Thriller enthalten sind. Dieser Thriller beinhaltet Si - Fi, Dystopie und auch Fantasy das finde ich einmalig und habe ich so noch nicht gelesen. Es ist diese Mischung die diesen Thriller so besonders macht, mich konnte dieses Buch wahnsinnig gut unterhalten. Der Schreibstil liest sich locker und flüssig, ich habe dieses Buch geradezu verschlungen. Ich konnte und wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere in diesem Buch sind vielschichtig, realistisch und auch authentisch beschrieben. Auch die ganze Thematik ist überaus vorstellbar. Die Handlung ist unglaublich spannend, selten hat mich ein solcher Thriller an die Seiten gefesselt. Ich bin auch jetzt nach dem lesen noch völlig geflasht und eines ist klar diesen Buch werde ich so schnell nicht vergessen. Natürlich empfehle ich dieses Meisterwerk uneingeschränkt. Als Thriller Leser sollte man dieses Buch einfach gelesen haben!!!! Fazit: Mit Centum Night ist der Autorin ein fesselnder und spannungsgeladener Thriller gelungen der vor allem durch seine Vielfalt und seine geschickten Wendungen überzeugt. Dieses Meisterwerk bekommt von mir 5 Sterne!

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  • interessanter Weltenentwurf, aber die Umsetzung war nichts für mich...

    Centum Night
    steffis-und-heikes-Lesezauber

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    21. December 2015 um 07:57

    Kurzbeschreibung: Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss. Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt. Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht. Meinung: Von dystopischen Romanen kann ich ja einfach nicht genug bekommen und so hat mich „Centum Night: Der freie Fall“ auch gleich angesprochen. Wieder mal ein höchst erschreckender Weltentwurf, der gar nicht so weit hergeholt zu sein scheint. Die Idee der Autorin, dass unsere Sprache schon jetzt immer mehr englische Wörter aufweist und dies in der Zukunft noch schlimmer wird, fand ich eigentlich ganz gut und vor allem realistisch. Doch leider ist es mir bei der Umsetzung extrem schwer gefallen ins Buch zu finden. Von Beginn an gibt es ziemlich viele fremde Begriffe, die in der vorliegenden Welt eine bestimmte Rolle spielen und die der Leser erstmal verinnerlichen muss, um wenigstens einen groben Überblick zu behalten. Dabei hilft zwar das ausführliche Glossar am Ende des Romans, aber es stört den Lesefluss schon extrem bei jedem Begriff erst überlegen und dann bei erneutem Nichtwissen wieder Blättern und Nachlesen zu müssen. Der Anfangsteil ist eher ruhig und einführend. Man lernt die Gegebenheiten dieser Welt kennen und merkt schon bald, was da alles nicht stimmt. Im Mittelteil hatte ich dann endlich ein bisschen ins Buch gefunden und war auch ab und an von erschreckenden Szenen und Entwicklungen mitgerissen, aber so wirklich nah gefühlt habe ich mich den Figuren leider nie. Zum einen liegt das an der großen Fülle an Figuren und Perspektiven. Eigentlich mag ich das echt gerne, weil man durch viele Perspektivenwechsel auch einen guten Gesamtüberblick erhält. Aber hier waren es mir schon etwas zu viele Figuren und vor allem haben die meisten keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Solange es nicht gerade um die Protagonisten ging musste ich immer wieder überlegen wer nun dieser oder jener General ist, welche Position er vertritt und wofür er steht. Aber auch bei den Protagonisten ist es mir schwer gefallen mich auch nur irgendwie mit ihnen zu identifizieren. Sie sind mir alle fern geblieben und ihre Schicksale mehr oder minder unbeteiligt an mir vorbei gegangen. Am schlimmsten wurde es jedoch im Schlussteil, so die letzten 70 Seiten. Die Wendungen und Entwicklungen waren vorher schon eher sprunghaft und wenig beschrieben, aber auf diesen letzten Seiten wurde es nochmal schlimmer. Es passiert so viel und eigentlich werden kaum Worte darüber verloren und es kommt weder richtige Tragik, noch echtes Gefühl dabei auf. Es ist alles verworren und ein großes, undurchsichtiges hin und her. Fazit: „Centum Night: Der freie Fall“ ist eine weitere Dystopie mit einem interessanten Weltenentwurf, jedoch konnte ich mich mit der Umsetzung leider viel zu selten anfreunden. Ich habe schwer in die Geschichte gefunden und es gibt zu viele Perspektiven und Entwicklungen, die alle viel zu oberflächlich beschrieben werden und damit kaum bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich konnte zu keiner Figur irgendeine Bindung aufbauen und am Ende überschlägt sich alles und ist extrem verworren. Ich glaube kaum dass ich die Geschichte im Gedächtnis behalten werde und gute Unterhaltung sieht für mich anders aus. Für die gute Idee und die wenigen beeindruckenden Szenen gibt es noch einen zweiten Stern, aber keine Leseempfehlung.

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  • guter Plott, aber nicht so ganz einfach

    Centum Night
    Binchen84

    Binchen84

    10. December 2015 um 09:23

    Inhalt: Macht ist alles, was zählt. Die tabulose Abrechnung mit einer von unstillbarem Machthunger, ausufernder Gewalt und emotionaler Verkümmerung geprägter Gesellschaft. Eine orwellsche Vision für das 21. Jahrhundert. (Quelle: Lou Timisono.com)  Über die Autorin: Lou Timisono hat Englische Literatur und Philosophie studiert. Sie lebt abwechselnd in Cambridge, England, und Orange, Frankreich.(Quelle: Lou Timisono.com) Meine Meinung: Bei diesem Buch muss ich ehrlich sagen, war es gar nicht so einfach den Faden zu behalten und der Handlung so richtig zu folgen. Es viel mir recht schwer hier den Einstieg zu finden, da es gar nicht einfach ist sich in dieser "Welt" zurecht zu finden. Zudem werden immer wieder englische Begriffe für Orte, Berufe und Gegenstände eingeflochten die für den Lesefluss nicht gerade förderlich sind da man am Anfang nicht weiß, was es damit jetzt auf sich hat. Zwar findet sich am Ende des Buches ein Glossar, aber ich fände es besser wenn dies am Anfang der Handlung ist, damit man sich schon einen kleinen Überblick verschaffen kann und sich anschließend beim Lesen besser zurecht findet. Die Handlung ist trotz der Einstiegsschwierigkeiten gut durchdacht. Diese Vision verknüft mit einem Krimi und verwobener Liebesgeschichte gibt der Story einen gewissen Touch und baut die Spannung weiter auf.  Es finden sich über 50 Kapitel in diesem Buch, die relativ kurz gehalten sind, dennoch genug Aussagekraft besitzen um dem Leser das Wichtigste zu vermitteln.  Lou Timisono beschreibt eine ziemlich gefühllose Welt in der es keine zwischenmenschlichen Beziehungen, Liebe oder auch Freundschaften gibt. Die menschlichen Bedürfnisse, die hier als negative Energie betitelt werden, werden von Maschinen befriedigt und auch die Gestaltung der Stadt ist in regelrechte "Gesellschaftsschichten" gegliedert.  Bei den Protagonisten kamen nach und nach immer wieder neue dazu und ab und an verlor man ein bisschen den Überblick. Sie sind an sich alle gut dargestellt und man lernt, mit Fortschreiten der Handlung ihre Ziele kennen und wer hier letztendlich welche Rolle spielt.  Fazit:  An sich ein guter Plott der allerdings noch etwas besser hätte ausgebaut werden können. Für den Einstieg wäre es besser, das Glossar nach vorne zu bringen, damit das Verständnis während des Lesens besser klappt. 

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  • Es bleibt beim Versuch…

    Centum Night
    buchwanderer

    buchwanderer

    04. December 2015 um 12:01

    „»Die Lüge ist der Wegbereiter der Apokalypse.«“ (S.36) Zum Inhalt: Die nicht nur geografisch strikt aufgeteilte Gesellschaft im 21. Jahrhundert, entstanden nach einem verheerenden Krieg, baut den sorglosen Wohlstand Weniger auf dem Rücken einer perspektivlosen, verarmten Masse von Menschenmaterial, deren brodelndes Ressentiment nur auf einen zündenden Funken zu warten scheint. Diese explosive Mischung macht sich eine im Versteckten operierende kriminelle Organisation zu nutze, deren subversives Netzwerk bis in die höchsten Kreise der führenden Schichten der Techno-Aristokratie reicht. Als Trittbrett dient dabei eine mittlere gesellschaftliche Pufferschicht, deren Mitglieder durch ein ausgeklügeltes System an sozialen Sanktionen und Bonusanreizen bei der Stange gehalten werden, und die in relativem Wohlstand ihr Dasein verbringen. Medizinisch und technisch unterstützter Jugendwahn, eine technisch realisierte totale staatliche Überwachung, ein durch Indoktrinierung ins Maßlose gesteigertes Egomanentum nuancieren und emotional deprivierte Charaktere bevölkern die Bühne der Geschichte, deren Versatzstücke sich aus dem großen Fundus der „üblichen Verdächtigen“ vieler Dystopien rekrutieren: medizinische Lebenselixiere, ein hochentwickeltes militärisches Arsenal, düstere Kriminellenghettos, ein fast allmächtiger Militär- und Polizeiapparat, die ein oder andere meist tragische Liebesbeziehung, körperliche und speziell auch sexuelle Brutalität, garniert mit etwas Kloneforschung auf den letzten Seiten. Dass durchweg spannendste erzählerische Element stellt eine Serie von Mordfällen dar, deren Aufklärung den Leser in die Denkweise, die dunklen Abgründe und die menschlichen Tragödien einer denkbaren soziografisch pervertierten Gesellschaft eindringen lässt. Fazit: Am rückseitigen Umschlag findet sich der Satz: „Eine Orwellsche Vision für das 21. Jahrhundert“, welcher die Latte für das Buch ausgesprochen hoch legt. Und – soviel sei vorweggenommen – sie bleibt unberührt, da weder sprachlich noch inhaltlich die Gefahr besteht, dass der Text auch nur in die Nähe dieses Maßes käme. Zum einen ist es die unsägliche Art einen für die Komplexität des Entwurfes mit 355 Seiten ohnehin nicht sonderlich umfangreichen Text in über 51 (!) Kapitel aufzuteilen. (Dies ist keinesfalls stilistisch sonderlich sinnvoll und schon gar nicht in Hinblick auf den Lesefluss.) Zum anderen kommt noch – und dabei wären wir wieder beim Lesefluss – erschwerend hinzu, dass die Autorin (Kunst-) Begriffe in den Text einfließen lässt, deren Erklärung sich im Glossar ab S.337 – 355 finden. Um über die ersten paar dutzend Seiten zu kommen, ohne dabei gänzlich den Faden zu verlieren, sieht sich der Leser immer wieder genötigt im Glossar nachzuschlagen, was denn nun genau mit dem verwendeten Begriff in diesem Zusammenhang gemeint sei. Inhaltlich bietet der Text für Leser die schon einige dystopische Literatur verinnerlicht haben wenig bis gar nichts neues. Das Versprechen, welches jedoch definitiv eingehalten wird, findet sich auch als Teaser auf der Homepage zum Buch : „Die tabulose Abrechnung mit einer von unstillbarem Machthunger, ausufernder Gewalt und emotionaler Verkümmerung geprägten Gesellschaft.“ Zum Buch: Der über 355seitige Buchblock ist sehr gut verleimt und stabil im den flexiblen Umschlag verarbeitet. Die Titelbildgestaltung ist treffend gewählt, sowohl in Farbgebung als auch inhaltlicher Gestaltung. Die Haptik des Seitenbedruckstoffes hinterlässt einen angenehmen Eindruck und beeindruckend gut wurde die typografische Herausforderung an den Text angenommen, eben diesen unabhängig von der grobtextuellen Einteilung in Kapitel optisch ansprechend zu gliedern. Handwerklich hinterlässt das Buch einen soliden Eindruck und gibt sich auch drucktechnisch keine Blöße.

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