Louis-Ferdinand Céline

 4,3 Sterne bei 93 Bewertungen
Autor*in von Reise ans Ende der Nacht, Tod auf Kredit und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Louis-Ferdinand Céline (eigentlich Destouches) wurde 1894 geboren. 1932 erschien sein berühmter Roman «Reise ans Ende der Nacht». Nach einer Reise in die Sowjetunion 1936 veröffentlichte er antisemitische Pamphlete. 1944 floh er aus Frankreich. In Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach der Amnestie kehrte er 1952 zurück und ließ sich als Armenarzt in Meudon nieder. Céline starb 1961.

Alle Bücher von Louis-Ferdinand Céline

Cover des Buches Reise ans Ende der Nacht (ISBN: 9783644023918)

Reise ans Ende der Nacht

 (68)
Erschienen am 01.11.2012
Cover des Buches Tod auf Kredit (ISBN: 9783644024014)

Tod auf Kredit

 (10)
Erschienen am 01.11.2012
Cover des Buches Krieg (ISBN: 9783498003562)

Krieg

 (4)
Erschienen am 12.09.2023
Cover des Buches Von einem Schloss zum andern (ISBN: 9783644033115)

Von einem Schloss zum andern

 (3)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Guignol's Band I (ISBN: 9783644032910)

Guignol's Band I

 (1)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Norden (ISBN: 9783644023116)

Norden

 (1)
Erschienen am 01.06.2013

Neue Rezensionen zu Louis-Ferdinand Céline

Cover des Buches Krieg (ISBN: 9783498003562)
Elle74s avatar

Rezension zu "Krieg" von Louis-Ferdinand Céline

Sehr bewegendes Buch, absoluter Lesetipp!
Elle74vor 9 Monaten

Das Manuskript des Buches galt viele Jahre als verschollen, es tauchte durch Zufall mit anderen wieder auf. Der Autor (1894-1961) war mir bisher nicht bekannt, da ich auch nicht sehr viel französische Literatur lese. Man hat das Manuskript, zu dem die ersten Seiten fehlen nun ins Deutsche übersetzt. Ferdinand, ein junger Mann, meldet sich 1914 freiwillig als Soldat und zieht in den Ersten Weltkrieg. Er wird verwundet und trifft im Lazarett auf alle Schrecken, die der Krieg bieten kann- "Der Krieg hat mich im Kopf erwischt. Er ist in meinem Kopf eingesperrt.", sind zwei der prägnantesten Sätze. Ich möchte nicht zuviel spoilern, aber auf 168 rechnet der Autor (das Manuskript hat biographische Züge) mit der Unmenschlickeit des Krieges ab, wobei die Beschreibungen sterbender oder schwer verstümmelter Soldaten noch das kleinste Übel sind. Es wird auch "füsiliert" nach Strich und Faden, sprich wer sich selbst verwundet, um dem Grauen ins Lazarett zu entfliehen, wird ohne großen Prozeß hingerichtet. Céline bedient sich dabei einer Sprache, die hart und schonungslos ist- er benutzt unter anderem das "Argot", eigentlich eine Sprache der Gauner und Bettler in Frankreich, doch das dient dem ganzen Werk als guter, wenn auch zuweilen sprachlich natürlich unterster Verstärker. Manche mögen dies durchaus so empfinden.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, habe nun richtig Lust auf mehr Bücher des Autoren bekommen, weil mir sein schonungsloser Schreibstil sehr gefällt- natürlich war er zu seiner Zeit sehr umstritten, fast schon ein Skandal, aber ich kann das Buch wirklich sehr empfehlen. Absoluter Geheimtipp!

Einziges Manko an Céline- er war ein überzeugter Antisemit und veröffentlichte in den 40er Jahren einige Pamphlete, die heute auch noch antiquarisch zu bekommen sind- aber diese Tatsache, für die er auch dann Frankreich verlassen musste oder besser verließ, macht mir den Autor an sich etwas madig. Aber sein Schreibstil und darum geht es an sich- schnörkellos und unverblümt.


Cover des Buches Reise ans Ende der Nacht (ISBN: 9783867170581)
Jorokas avatar

Rezension zu "Reise ans Ende der Nacht" von Louis-Ferdinand Céline

Erster Weltkrieg – Afrika – USA und wieder zurück nach Frankreich
Jorokavor einem Jahr

Bardamu, der Ich-Erzähler, wird durch seine Erfahrungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, vor allem geprägt durch einen vernichtenden ersten Weltkrieg, zum Desillusionierten und durch die Weltgeschichte Getriebenen. Es entsteht ein Bild von tiefer Düsternis über der kompletten Weltenlauf und enthumanisierten Menschen an allen Orten. Bardamu kann nirgends wirklich Fuß fassen und sucht in sexuellen Abenteuern seine Erfüllung. Doch die Fähigkeit tiefgehender Liebesempfindungen scheint ihm abhanden gekommen zu sein auf seiner Reise ans Ende der Nacht. Doch wartet auf ihn auch ein neuer Morgen? ..


Der Autor Louis-Ferdinand Céline hat sicherlich autobiografische Erfahrungen in seinem Roman verarbeitet, so nahm er als Freiwilliger am 1. Weltkrieg teil und studierte anschließend Medizin. So ist eine ungemein düstere Zivilisationskritik, man möchte fast sagen Menschenkritik entstanden in seinem berühmtesten Werk.


Das Hörspiel ist sehr aufwändig umgesetzt und gewöhnungsbedürftig. Es handelt sich um die ausschließlich Aneinander-Reihung von wörtlicher Rede unterschiedlicher Personen des Handlungsverlaufes. Ein und dieselbe Person kann dabei im Wechsel durchaus von unterschiedlichen Akteuren gesprochen werden. Insgesamt sind an die 20 Sprecher beteiligt. (Vater und Sohn, Felix und Florian von Manteuffel dabei in den Hauptlese-Rollen.)


Auch die musikalische und geräusch-technische Ausführung ist sehr anspruchsvoll.


Die erste CD habe ich gleich ein zweites Mal anhören müssen, da ich beim Erstversuch nicht in den Handlungsverlauf hinein gefunden habe. Zunächst wirkte alles etwas konfus auf mich. Wem es ähnlich geht, empfehle ich, der Sache eine zweite Chance zu geben, denn der zweite Anlauf war nötig, um Gefallen an dem Hörspiel zu finden.


5 CDs mit über 4,5 Stunden Dauer, sowie ein ausführliches Booklet als gute Einführung und umfangreichen Hintergrundinformationen.


Fazit: Außergewöhnlich aufwändige Hörspielbearbeitung – nicht unbedingt zum Nebenbei-Hören geeignet. Erfordert eine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Hat Potential zu deprimieren.

Cover des Buches Von einem Schloss zum andern (ISBN: 9783499149641)
S

Rezension zu "Von einem Schloss zum andern" von Louis-Ferdinand Céline

brutales Chaos
sKnaerzlevor 3 Jahren

Im ersten Teil jammert Celine über seine Situation, seine Armut, den Druck der Verleger, seine wenigen Patienten und die Verachtung, die ihm als Kollaborateur nach der Befreiung entgegenschlug. Um Mitleid bittet er auch, weil er nach dem Krieg in Schweden in Auslieferungshaft saß und fürchten musste, dass sein Todesurteil in Frankreich vollstreckt würde. Man denkt "Heul doch, in diesem Krieg sind auch wirklich Unschuldige in Massen umgekommen. Aber dann ruft man sich zur Ordnung - niemand sollte von Staatswegen sterben müssen.

Im zweiten Teil schildert er seine Erinnerungen, als die französische Vichyregierung in Sigmaringen im Exil war und mit ihr viele "normale" Franzosen, die nichts Gutes von der Befreiung zu erwarten hatten. Celine schildert dabei eine Zeit, die völlig aus den Fugen geraten ist, der Krieg geht zu Ende, das Deutsche Reich löst sich auf, die Nazis sind noch immer brutal, die Eisenbahn funktioniert nicht, die Versorgung funktioniert nicht, und die Menschen sind Unterwegs. Es sind fast immer Massen, die am Bahnhof hocken, weil es dort Transport gibt und Nahrung, wenn auch nur für vorbeifahrende Truppen. Massen kämpfen um einen Platz an der öffentlichen Toilette, weil alle Franzosen in Sigmaringen wegen des beständigen Rübeneintopfs an Durchfall leiden, es gibt Massen von Flüchtlingen, die aus Straßburg kommen und von angeblichen Gräueltaten der Armee des freien Frankreichs berichten, es gibt Flüchtlinge aus Ostdeutschland, die wie alle um Nahrung und Wärme kämpfen und das Durcheinander noch erhöhen. Celine als Arzt würde gerne helfen, aber ihm fehlt fast alles, vor allem werden ihm keine Medikamente zugeteilt und so bleibt ihm nur, das Chaos zu beobachten und zu beschreiben.

Celine schafft es in einer schnoddrigen und manchmal brutal-realistischen Sprache das alles als einen wirklichen Höllensabatth darzustellen und man vermutet: wahrheitsgemäß! Hier ist ein Autor auf der Höhe eines Stoffes, den nicht jeder angemessen darstellen könnte.


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