Louis-Ferdinand Celine

 4.2 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Reise ans Ende der Nacht, Voyage Au Bout De La Nuit und weiteren Büchern.

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Reise ans Ende der Nacht

Reise ans Ende der Nacht

 (13)
Erschienen am 01.01.1994
Gespräche mit Professor Y

Gespräche mit Professor Y

 (0)
Erschienen am 01.03.2004
Voyage Au Bout De La Nuit

Voyage Au Bout De La Nuit

 (8)
Erschienen am 01.02.2000
Journey to the End of the Night

Journey to the End of the Night

 (0)
Erschienen am 06.07.2011
Death on Credit

Death on Credit

 (0)
Erschienen am 06.07.2011

Neue Rezensionen zu Louis-Ferdinand Celine

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Rezension zu "Briefe und erste Schriften aus Afrika 1916-1917" von Louis-Ferdinand Celine

Rezension zu "Briefe und erste Schriften aus Afrika 1916-1917" von Louis-Ferdinand Celine
Edmont Dantèsvor 9 Jahren

Höchstwahrscheinlich dient ein solches Buch in erster Linie Literaturwissenschaftlern zur Recherche, wenn man aber ein wenig Zeit übrig hat, ist es auch für jeden anderen interessant.
Es geht hier um die frühen Schriften von Louis-Ferdinand Céline, einem fast in Vergessenheit geratenen französischen Schriftsteller aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die von ihm verfassten Briefe lesen sich mal leicht, mal belehrend und mal niedergeschlagen, aber man erhält einen sehr guten Eindruck davon, was im Mensch in einer solchen Lage vor sich geht. Seine Listen, was man ihm etwa aus Frankreich schicken möge oder auch die erzählten Anekdoten sind wirklich interessant.
Das Buch ist schwer zu bewerten, da man es absolut nicht gelesen haben muss, aber es doch nett zu lesen ist. Für Fans von Céline sicherlich lesenswert.

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Steerpikes avatar

Rezension zu "Voyage Au Bout De La Nuit" von Louis-Ferdinand Celine

Rezension zu "Voyage Au Bout De La Nuit" von Louis-Ferdinand Celine
Steerpikevor 11 Jahren

In diesem ersten großen Roman Célines begleiten wir Ferdinand Bardamu auf einem Teil seines Lebenswegs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Begonnen wird mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Schrecken. Hierhin begibt sich Bardamu aus freien Stücken, überwältigt von patriotischen Gefühlen im Paris des beginnenden Jahrhunderts. Doch schon bevor er auf dem Schlachtfeld ankommt, löst sich das ruhmvolle Trugbild des Krieges in Luft auf. Zurück bleibt ein Operettenkrieg ohne Sinn und Verstand mit Offizieren ohne Idealismus und Gewissen - allerdings ein Krieg voller allzu wirklicher Grausamkeit, aus dem Bardamu glücklicherweise nur leicht verletzt hervorgeht. Zurück in Paris wird er zunächst als Kriegsverwundeter gefeiert, als er jedoch nicht mehr in den Krieg zurück möchte und ihm die anfallsartige Weigerung die Einlieferung in eine Nervenklinik einbringt, deren Ärzte jedoch auch nichts an seiner grundsätzlichen Ablehnung zu ändern vermögen, wenden sich seine Freunde und vor allem seine patriotische Freundin Lola von ihm ab.
Allein gelassen und ohne finanzielle Ressourcen, lässt sich Bardamu auf sein nächstes Abenteuer ein, eine koloniale Episode in Afrika, die er als Repräsentant der Compagnie Pordurière eigentlich vollständig im Fieberwahn verbringt. Als er die Sinnlosigkeit auch der kolonialen Projekte erkennt, macht er sich auf nach Amerika, wo ihm zunächst eine kurze Karriere als Ungezieferstatistiker im Quarantänelager auf Ellis Island beschieden ist. Doch Bardamu zieht es nach New York, wo ihm zum ersten Mal der volle Unterschied zwischen Arm und Reich bewusst wird. Als Armer, so seine Einsicht, hat man auf dieser Welt nichts verloren.
Die Aussicht auf eine Arbeitsstelle bringt Bardamu in die Ford-Werke nach Detroit, wo er vollkommene Entindividualisierung erfährt. Doch auch diese Episode dauert nicht lange, Bardamu kehrt zurück in die Heimat und beendet sein vor dem Krieg begonnenes Medizinstudium. Seine Karriere als Arzt ist jedoch ebenfalls eher erfolglos, sein zu weiches Herz und seine zu unentschlossene Moral hindern ihn daran, Geld zu verdienen, die Tatsache, dass er seine Dienste oft umsonst anbietet, lässt ihn in der öffentlichen Meinung sinken. Bardamu wird so in allerlei unmoralische und halbkriminelle Machenschaften gezogen.
Letzte Station Bardamus, bevor wir ihn wieder verlassen ist eine Irrenanstalt in Vichy, in der die Kranken durch Kinofilmberieselung geheilt werden sollen. Ein Eifersuchtsdrama, in das Bardamu verwickelt wird, setzt dieser Episode und dem Roman schließlich ein nachdenkliches Ende.

Céline (bürgerlicher Name: Louis-Ferdinand Destouches) ist als Person höchst umstritten wegen seiner Kollaboration mit den Nazis. Er gilt nichtsdestoweniger als einer der bedeutendsten Romanciers des 20. Jahrhunderts. Voyage au bout de la nuit legte den Grundstein für diese Berühmtheit: Ein Roman von ausladender Opulenz und ungeschminkter Schnoddrigkeit, geschrieben in einem phasenweise sehr ausgefeilten, phasenweise sehr umgangssprachlichen Französisch, das die Lektüre nicht immer einfach macht. Ein Roman, in dem ständig neue Figuren auftreten, die manchmal im Laufe der Handlung wieder auftauchen, manchmal aber auch nur ein kurzes Intermezzo geben. Ein Roman, der rhythmisch sehr eigenartig angelegt ist, mit irritierenden Tempo- und Themenwechseln.

Eine Figur, die immer wieder auftaucht, ist Léon Robinson. Ihn lernt Bardamu im Krieg kennen und trifft ihn an den einzelnen Stationen seiner Reise immer wieder. Er ist eine Art Alternative zu Bardamu und das Verhältnis der beiden ist im Grunde das Zentrum des Romans. Robinson lässt in dem genannten finalen Eifersuchtsdrama sein Leben, womit es Céline gelingt, die chaotische Episodenhaftigkeit seiner Erzählstränge am Ende doch noch in einen Roman zu verwandeln.

Die titelgebende "Reise ans Ende der Nacht" ist nicht so hoffnungsfroh zu verstehen, wie man das auf den ersten Blick könnte. Am Ende tagt es zwar über einem sinnierenden Bardamu, doch der Ausweg aus der Sinnlosigkeit des Lebens zeichnet sich nirgends ab. Die Nacht, so steht zu befürchten, ist eine Sackgasse.

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