Louis Aragon Die elftausend Ruten, Les onze mille Verges

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Inhaltsangabe zu „Die elftausend Ruten, Les onze mille Verges“ von Louis Aragon

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  • Rezension zu "Die elftausend Ruten, Les onze mille Verges" von Louis Aragon

    Die elftausend Ruten, Les onze mille Verges
    KollegeKraftwagen

    KollegeKraftwagen

    03. January 2009 um 23:34

    Apollinaire hat mit den "onze mille v(i)erges", auf deutsch "Elftausend Ruten", den wohl verrücktesten, inspiriertesten, unbekümmertsten und surrealistischsten erotischen Roman aller Zeiten geschrieben hat. Der Hauptdarsteller und Oberrutenträger Moni Vibescu ist eher eine Art James Bond der Pornographie als ein Nachkomme des Marquis de Sade; er ist in jedem Land der Erde zuhause und sich für keinen surrealistischen Spezialeffekt zu schade. Inmitten explodierender Bomben läuft er erst zu Höchstform auf. Das Kamasutra ist dagegen so phantasievoll wie ein Bußgeldkatalog, die "Justine" de Sades philosophiegetränkte Heimatliteratur. Der Surrealismus hatte eine Schwäche für Erotik (bzw. Pornographie), aber nie wurde das Niveau dieses Vorläufers wieder erreicht. Ein wirklich bewußtseinserweiterndes Buch. Weils so unglaublich ist, kommt hier ein kleiner, willkürlich gewählter Auszug: "Die Belagerung von Port-Arthur hatte begonnen. Mony und sein Bursche Cornaboeux waren dort mit den Truppen des tapferen Stoessel eingeschlossen. Während die Japaner versuchten, den mit Stacheldratverhauen befestigten Wall zu sprengen, trösteten sich die Verteidiger über das Kanonenfeuer, das sie jeden Augenblick zu töten drohte, damit hinweg, daß sie fleißig die geöffnet gebliebenen Konzert-Cafés und Bordelle besuchten. [Man speiste (Pferd, Fisch und Ananas)...] Allerdings war man durch den unverhofften Einschlag einer Granate beim Dessert gestört worden. Sie hatte einen Teil des Restaurants weggefegt und einige der Tischgenossen getötet. Mony, von diesem Abenteuer sehr aufgemöbelt, hatte sich an dem Tischtusch, das Feuer gefangen hatte, kaltblütig seine Zigarre angezündet. Dann ging er mit Cornaboeux weg, um ein Konzert-Café zu besuchen..." [Der Rest des Kapitels wird zunehmend pornographisch und geschmacklos und kann deshalb hier nicht wiedergegeben werden]

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