Louis Begley

 3,9 Sterne bei 235 Bewertungen
Autor von Lügen in Zeiten des Krieges, Ehrensachen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Louis Begley (© Verlag Zabert Sandmann)

Lebenslauf

Louis Begley kam am 6.10.1933 unter dem Namen Ludwik Begleiter als Sohn polnischer Juden in einer kleinen Stadt im Osten Polens (heute Ukraine) zur Welt. Als katholische Polen getarnt entkam er gemeinsam mit seiner Mutter dem Holocaust. Auf das Ende des Krieges folgte die Wiedervereinigung der Familie. Nach einem vier Monate währenden Aufenthalt in Paris, wo Vater und Sohn Englisch lernten, wanderte die Familie Begleiter im März 1947 in die USA aus und wurde in Flatbush/Brooklyn sesshaft, wo sie den Namen Begley annahm.1950 erhielt Louis Begley ein Harvard-College-Stipendium und somit die Zulassung zum Harvard College. 1954 absolvierte er sein Examen in Englischer Literatur, an das er von 1956 bis 1959 ein Studium an der Harvard Law School anschloss. Im Anschluss an seinen Uniabschluss war er bis zum Jahr 2004 als Anwalt in der Kanzlei Debevoise & Plimpton tätig. Ende der sechziger Jahre war Louis Begley bei der französischen Niederlassung von Debevoise in Paris angestellt. 1991 veröffentlichte er mit "Wartime Lies" (Lügen in Zeiten des Krieges) sein Romandebüt. Sein Erstlingswerk gilt als ein wichtiges Dokument der literarischen Erinnerung an den Holocaust. Louis Begley lebt in New York.

Alle Bücher von Louis Begley

Cover des Buches Lügen in Zeiten des Krieges (ISBN: 9783518745564)

Lügen in Zeiten des Krieges

 (63)
Erschienen am 11.07.2016
Cover des Buches Ehrensachen (ISBN: 9783518754351)

Ehrensachen

 (31)
Erschienen am 16.09.2013
Cover des Buches Schmidt (ISBN: 9783518395004)

Schmidt

 (21)
Erschienen am 26.04.1999
Cover des Buches Erinnerungen an eine Ehe (ISBN: 9783518465493)

Erinnerungen an eine Ehe

 (15)
Erschienen am 20.10.2014
Cover des Buches Mistlers Abschied (ISBN: 9783518466834)

Mistlers Abschied

 (15)
Erschienen am 13.06.2016
Cover des Buches Schmidts Bewährung (ISBN: 9783518754344)

Schmidts Bewährung

 (11)
Erschienen am 16.09.2013
Cover des Buches Wie Max es sah (ISBN: 9783518391952)

Wie Max es sah

 (12)
Erschienen am 27.04.1997
Cover des Buches Schmidts Einsicht (ISBN: 9783518464151)

Schmidts Einsicht

 (7)
Erschienen am 17.02.2013

Neue Rezensionen zu Louis Begley

Cover des Buches Ehrensachen (ISBN: 9783518754351)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Ehrensachen" von Louis Begley

toll
Tilman_Schneidervor 5 Monaten

Begley ist ein Meister des Erzählens und mit Ehrensachen hat er dies ein weiteres mal bewießen. In den 50er Jahren kommen drei junge Männer nach Harvard und sie werden schon bald Freunde. Henrey ist Jude aus einer reichen Familie und für ihn ist es eine Ehrensache, dies auch zu sagen. Die Leute wollen es immer wissen und obwohl er sich nicht sehr jüdisch fühlt teilt er ihnen doch immer mit, dass er Jude ist. Er ist verwirrt wie wichtig es den Leuten immer noch ist und wieviel Ablehnung er dadurch oft erfährt. Seine Freunde stören sich wenig daran und verbringen mit ihm einige Jahre in Harvard und auch später verlieren sich die drei nie aus den Augen. Wunderbar einfühlsam und dicht erzählt. Ein großer Stoff und liebenswerte Charaktere.


Cover des Buches Lügen in Zeiten des Krieges (ISBN: 9783518745564)
C

Rezension zu "Lügen in Zeiten des Krieges" von Louis Begley

Verlust der Kindheit
Christian_Fisvor einem Jahr

«Lügen in Zeiten des Krieges» ist ein Roman über Einsamkeit und den Verlust der Identität. Die Handlung des Romans wird durch die Augen von Maciek wahrgenommen. Zum Kriegsende war er zwölf Jahre alt. Er muss ständig lernen, sein Verhalten zu ändern, eine Rolle zu spielen, um nicht entdeckt und verhaftet zu werden. In Gesellschaft anderer Leute wird dies zu einer heiklen Aufgabe: «Man hatte da zu erzählen, über Bücher konnte man nicht immer reden, und manchmal musste man bereit sein, über sich selbst zu sprechen. Aber über welches Selbst? Erfindungsgabe und Gedächtnis haben Grenzen, das war das Problem – denn die Lügen mussten konsistent sein – konsistenter als die Wahrheit.» (Kapitel IV)


Am Ende trauert der zum Mann gewordene Junge um den Verlust der Kindheit: «Und wo ist Maciek jetzt? Er wurde allmählich lästig und ist langsam gestorben. An seine Stelle ist nun ein Mann getreten, der einen der Namen trägt, die Maciek gebraucht hat. Ist noch etwas von Maciek in dem Mann? Nein, nichts: Maciek war ein Kind, und unser Mann hat eine Kindheit, die zu erinnern er nicht ertragen kann; er hatte sich eine Kindheit erfinden müssen.» (Schluss Kapitel VIII)


Der Roman ist stark, solange der Junge in schlichter, unpathetischer Sprache spricht. Die Bezüge des erwachsenen Erzählers zur «Aeneis» und der «Divina Commedia» stehen dazu in einem starken Kontrast und wirken arg bildungsbürgerlich.

Cover des Buches Hugo Gardners neues Leben (ISBN: 9783518429846)
Claris avatar

Rezension zu "Hugo Gardners neues Leben" von Louis Begley

Alersperspektiven
Clarivor 3 Jahren

Der neue Roman von Louis Begley führt uns wieder einmal an die Ostküste Amerikas, vornehmlich nach New York und zu den Hamptons. Letztere bieten Erholung und reizvolle Landschaften und Ortschaften, in denen man ein komfortables Leben in den Ferien oder im Alter führen kann. Louis Begley selbst gehört zu den Ostküstenbewohnern, die gebildet und wohlhabend sind. Das war nicht immer so, wie man in seinem ersten Roman“ Lügen in Zeiten des Krieges“ nachlesen kann, in dem er autobiographisch seine Flucht als Jude vor den Nazis beschreibt.

 

Worum geht es hier?

Ein alternder ehemaliger Zeitungskorrespondent und Chefredakteur, der Titelheld Hugo Gardner, erfährt auf wirklich ungewöhnliche Weise von den Scheidungsabsichten seiner Frau. Deren Anwalt wünscht auf Geheiß seiner Mandantin Valerie Gardner Kontakt zu Hugos Anwalt. Hugo ist vollkommen ahnungslos über diese plötzliche Wendung in seiner Ehe. Nach seinem Eindruck führten er und seine Frau seit vierzig Jahren eine gute Ehe. Er ist allerdings zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, schon 84 und seine Frau 61 Jahre alt.

Recht lakonisch und genügsam willigt Hugo in die Scheidung ein.

 

Louis Begley hat die ungewöhnliche Gabe, seinen Figuren Leben einzuhauchen, ohne sie in ihrem Tun und Lassen etwa dramatisierend darzustellen. So lässt sich Hugo auf alles ein und versucht auf seine Weise, sein Leben neu zu formen. Dabei tauchen Freunde und Kollegen auf, er erhält Einladungen, denen er mehr oder weniger gerne Folge leistet. Das Gesellschaftsleben der Ostküstenbewohner mit ihren Allüren wird anschaulich vermittelt. Die Beschreibung der Mentalität seiner Freunde ist leicht ironisch bis mokant. Seine eigenen Kinder sieht er mit großer Distanz und stiller Ironie. Sie kommen immer nur, wenn sie Geld brauchen, das er ihnen großzügig gewährt. Von ihnen erbittet er Auskunft über die Gründe für den Scheidungswunsch seiner Frau, denn er kann ihn sich lange nicht erklären.  Seine Tochter ist ruppig und sehr direkt. Sie spiegelt ein abscheuliches Bild seiner selbst: er sei alt, hässlich und langweilig.

Während Hugo erfolgreich und einflussreich war und noch ist, bleibt sein Sohn als Anwalt beruflich im Mittelmaß stecken. 

 

Die Geschichte ist wie so oft bei Louis Begley voller Ironie und Melancholie. Ein alternder Beau begibt sich auf Spuren in die Vergangenheit. Er begegnet Alters- und Studiengenossen, Weggefährten und vor allem längst vergangenen Liebesaffären. Als ehemaliger Chefredakteur und Korrespondent einer angesehenen New Yorker Zeitung pflegt er vorzügliche Verbindungen in alle Welt. Paris, Wien oder die Schweiz waren seine bevorzugten Wirkungsstätten.

 

Hugo kennt sich aus im guten Leben: er liebt Essen, ausgewählte Weine und harte Drinks, vornehme Wohnsitze und ja, auch in seinem Aller noch, ausgedehnten Sex.

 

Begleys Held beschäftigt sich auf der Reise in die Vergangenheit u.a. mit den letzten Dingen; sie klingen nüchtern, realistisch und bei allem genussvollen Dasein ein wenig traurig. Einsamkeit ist der Schlüssel für dieses Alterswerk des großen Erzählers. 

 

Man liest den Roman schnell, interessiert und neugierig. Einmal mehr erfahren wir, wie Leben verläuft: Aufbruch, Erfüllung in Beruf und Familie, Zweifel am großen Glück, Frustrationen und zuletzt Hinnahme dessen, was nicht zu ändern ist.

  

Der eindrückliche Roman unterhält bestens, und ich kann ihn sehr empfehlen.

 

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Zusätzliche Informationen

Louis Begley wurde am 06. Oktober 1933 in Polen geboren.

Community-Statistik

in 329 Bibliotheken

auf 21 Merkzettel

von 5 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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