Louisa Reid

 4.2 Sterne bei 118 Bewertungen
Autorin von In deinem Licht und Schatten, Jeden Tag ein bisschen mehr und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Louisa Reid

Louisa Reid ist eine britische Schriftstellerin und glückliche Mutter von zwei Töchtern. Ihr trauriges und mitreißendes Romandebüt "In deinem Licht und Schatten" wurde viel gelobt. Ihr aktuelles Werk "Jeden Tag ein bisschen mehr" erscheint im September 2015 bei Fischer. Reid lebt in der Nähe von Cambridge.

Alle Bücher von Louisa Reid

In deinem Licht und Schatten

In deinem Licht und Schatten

 (66)
Erschienen am 25.09.2014
Jeden Tag ein bisschen mehr

Jeden Tag ein bisschen mehr

 (52)
Erschienen am 24.09.2015
Black Heart Blue

Black Heart Blue

 (0)
Erschienen am 12.06.2012

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vivreavecdeslivress avatar

Rezension zu "Jeden Tag ein bisschen mehr" von Louisa Reid

Jeden Tag ein bisschen mehr | Rezension
vivreavecdeslivresvor 2 Jahren

"Ich bin dreimal gestorben, bevor ich fünf Jahre alt war."

Ich verbinde vier Adjektive ganz stark mit dem Buch, werde wohl immer an diese Worte denken, wenn ich den Buchrücken von 'Jeden Tag ein bisschen mehr' irgendwo entdecke. Deswegen möchte ich sie jetzt zu Anfang ganz einfach mal in den Raum werfen.
gescheit; mitfühlend; aussergewöhnlich; berührend

Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt. Einmal haben wir da Audreys Stimme, zerbrechlich und fantasievoll, und einmal haben wir Leos Stimme, sanft und stark.Beide sind unterschiedlich, aber wunderschön zu lesen und eindringlich, wie das ganze Buch. Audrey und Leo haben solch eine reiche, unermüdliche Gedankenwelt und dadurch bringen auch ihre Abschnitte unendliche Gedanken und Meinungen hervor. Was beide noch gemeinsam haben, aber bestimmt aufs Konto der Autorin geht, sind die lebendig erzählten Details und die Kulisse, hauptsächlich die Landschaft, die sich so prächtig vor meinen Augen aufgebaut hat.

Weiden streckten ihre langen, anmutigen Arme aus, wiegten vergessene Kinder und flüsterten Geschichten von der Vergangenheit. 

Am meisten fasziniert haben mich aber Audreys Kapitel, die in der Überzahl sind. Ihre innere Stimme und ihre äusseren Beobachtungen verschmelzen, ihre Sprache ist aufrichtig, horchend, vergleichend.  

"Donner und Blitz, der Tag ist geritzt", flüsterte ich. So leise, dass niemand es hörte, vor allem nicht meine Haut. 

Sie schreibt kurze Sätze, die einzeln sitzen, aber zusammen ein genaues, einfühlsames Stimmungsbild abgeben. Was und wie sie oder Louisa Reid schreibt wirkte nie bemüht. Und machmal, ganz manchmal, kam es mir vor, als würde ein kleines Kind die Worte zusammensuchen. Dass eine Erwachsene die Stimme so ehrlich, so aufgeregt, so erstaunt, so verrückt und neugierig klingen lassen kann, ohne gewollt zu wirken, ist ein solches Talent, dass ich zwanghaft alles von Louisa Reid lesen muss, was mir in die Finger fällt. Vielleicht, vielleicht nur, ist die Sprache auch so naïv und poetisch wie von einem Kind, und das war der Grund, weshalb ich diesen Vergleich ziehe.

"Iss", flüsterte er. "Schnell - es schmeckt nach Sonne." 

Audreys völlig eigene Wahrnehmung von allem und wie genau sie die wiedergibt macht das Buch ganz besonders.Das Buch (die Geschichte? die Sprache? die Charaktere?) steckt voller Gegensätze. Manche Personen handelten kalt wie Stein, andere waren bei der blossen Nennung des Namen herzerwärmend. Oft war die Stimme leise, aber stellenweise brach es laut, gewaltig, voller Kraft aus den Protagonisten raus. Die eigentliche Schwere und Bitterkeit des Buches war nicht immer präsent, rückte immer wieder in den Hintergrund und geriet manchmal ganz in Vergessen. Und wie in jedem Buch es sollte, sind in 'Jeden Tag ein bisschen mehr' Stellen aller Extreme vorhanden. Grausame, herzzerreissende, manche bittertraurig und dann zum Glück auch die, die pure Glücksgefühle ausstrahlen. Und dennoch darf man nicht glauben, man lässt sich auf ein Buch einer Schwarz-Weiss-Denkenden Autorin ein. Nein, Louisa Reid beherrscht alle Nuancen wie keine andere.

Begriff sie denn nicht dass mein Leben eine spiegelglatte Eisfläche war, über die ich unkontrolliert glitt und schlitterte? 

Es erinnert mich an das Debüt 'In deinem Licht und Schatten' der Autorin, aber dieses Buch hier empfand ich weit besser. Gebrochene oder zerbrechende Familien scheinen Louisa Reids Gedanken zu besetzen. Und seltsame Krankheiten. Die Recherchearbeit ist gut und sorgfältig gemacht worden, man erkennt sie im Buch aber beim Lesen nicht, wie das halt so sein sollte. Zwei Bücher aus der Feder einer Autorin, beide wahnsinnig packend auf eine andere Weise, was sie von der Masse abhebt.Das Buch kommt mit wenig Personen aus, aber all die vorhandenen Charaktere und so wunderbar bis ins kleinste Details ausgearbeitet. Und doch wird nicht zu viel von ihnen verraten.Die Figuren lösten in mir das Gefühl aus, als ob Louisa Reid zu Audrey, Peter, Leo und allen anderen noch eine ganze Menge zu erzählen hätte. Zu Anfang waren die Charaktere für mich Fragezeichen, als ich das Buch zuklappte, war es, als verliesse ich meine Freunde.
Ich war an jede Seite gefesselt, bin völlig abgetaucht. Ich wollte die Geschichte, die Geschichten, die selbst in den Mauern der beschriebenen Gebäuden steckten, um keinen Preis loslassen, dass ich nicht begriff, dass ich das gar nicht tun würde. Während dem Lesen war nicht richtig zu greifen. Jetzt ist es zwar vorüber, aber ein Teil von mir. Wie ein Blinzeln. Ich habe alles miterlebt und werde mich noch lange daran erinnern.Das Buch ist ein ungeschliffener Diamant mit Kanten, wo man sie nicht erwartet. Genau deswegen ist es so ergreifend, und genau deswegen kann ich es so sehr ans Herz legen.   
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2015/10/jeden-tag-ein-bisschen-mehr-rezension.html

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hauntedcupcakes avatar

Rezension zu "In deinem Licht und Schatten" von Louisa Reid

In deinem Licht und Schatten
hauntedcupcakevor 2 Jahren

Inhalt
Die Zwillingsschwestern Rebecca und Hephzibah könnten unterschiedlicher nicht sein: Hephzi ist von engelhafte Schönheit, während Reb mit dem Treacher-Collins-Syndrom geboren ist. Doch was sie Zuhause erleben, schweisst die beiden eng zusammen. Der Vater ein fanatischer, gewalttätiger Pfarrer, die Mutter schwach und ohne Liebe für ihre Kinder. Trotz aller Widrigkeiten sind Hephzi und Reb gemeinsam stark. Doch dann lässt Hephzi ihre Schwester allein ...

Meine Meinung
Es fällt mir äusserst schwierig, zu diesem Buch eine Rezension zu verfassen. Denn es ist dunkel, düster, bedrohlich und bedrückend, lässt einen schaudern und ja, auch ich, die ich sonst nie weine bei Büchern, hatte Tränen in den Augen. Denn die Geschichte von Hephzi und Reb ist mir sehr nahe gegangen. Klar ist es Fiktion, aber es sollte jedem bewusst sein, dass diese Geschichte genau so gut hätte echt sein können - und es wahrscheinlich für viele Kinder auf der Welt auch ist.

Aber von Anfang an:
Die Zwillingsschwestern Hephzibah und Rebecca wachsen als Töchter eines schrecklichen Vaters und einer willensschwachen Mutter auf. Der Vater, ein beliebter aber fanatischer Pfarrer, führt das Zuhause mit eiserner Hand. Gewalt steht jeden Tag an. Die Mutter ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und Liebe ist ein Fremdwort für sie. Die beiden Mädchen wachsen in diesem schrecklichen Umfeld auf, werden Zuhause unterrichtet und vor der Welt ferngehalten. Während der Vater die schöne Hephzibah immer mehr komisch begutachtet, lässt er Rebecca, die mit dem Treacher-Collins-Syndrom geboren ist, jeden Tag wissen, dass er sie für eine Ausgeburt der Hölle hält.

Das Buch behandelt also sehr wichtige, ernste Themen. Zum einen natürlich häusliche Gewalt, respektive Kindsmissbrauch, zum anderen aber auch religiösen Fanatismus und eine Erbkrankheit, die (zumindest in diesem Buch) zu sozialem Ausschluss führt.

Die Geschichte ist kapitelweise in Davor (aus der Sicht von Rebecca) und Danach (aus der Sicht von Hephzi) unterteilt, und fesselt einen von der ersten Seite an. Denn schon zu beginn erfährt der Leser, warum Hephzi ihre Schwester einfach alleine lässt. In den Kapiteln behandelt die Autorin dann den Kampf von Hephzi um ein normales Leben als Teenager wie auch den Versuch von Rebecca mit dem allem klar zu kommen.

Der Schreibstil ist einzigartig und perfekt. Die Autorin ist sehr talentiert darin, dem Leser die richtige Stimmung mitzugeben. Im ganzen Buch herrscht diese Qual, diese Dunkelheit, die Pein, es ist durch und durch schrecklich und ich habe dermassen mit Rebecca und Hephzi gelitten, habe so gehofft, dass das alles bald ein (gutes) Ende nehmen wird. Es widerstrebt mir daher eigentlich, dieses Buch ein "Lieblingsbuch" zu nennen, denn die Themen darin sind schrecklich und ernst, aber ich finde es unglaublich, finde es stark, dass es diese Tabu-Themen anspricht, dass es diese Abgründe aufzeigt, finde, dass es ein Meisterwerk ist, und das will ich gebührend anerkennen.

Setting

"In deinem Licht und Schatten" spielt mehrheitlich im Pfarrhaus, dem Zuhause der Zwillingsmädchen. Die Atmosphäre, die die Autorin hervorruft, ist kaum in Worte zu fassen. Man spürt, was die Mädchen spüren, was sie zu dem vermeintlichen Zuhause fühlen.

Andere Teile spielen in der Schule, in die die beiden nur mit grosser Überzeugungskraft gehen dürfen, und an anderen Orten, doch die will ich hier nicht nennen, ihr müsst das selber entdecken.

Charaktere

Rebecca ist von mir aus gesehen der Mittelpunkt der Geschichte. Da sie unter einem Syndrom leidet, dass ihr die Gesichtsknochen schon im Mutterleib verformt hat, wird sie vom Vater immer besonders hart "bestraft". Sie deckt ihre Schwester, hilft ihr, wo sie nur kann, denn sie hat den Blick des Vaters bemerkt und ihn richtig gedeutet. Rebecca hat kaum Hoffnung auf ein normales Leben, ist aber eine unglaublich starke Protagonistin, die einen Wandel durchmacht, der mich vollkommen überzeugt hat.

Hephzibah, genannt Hephzi, ist die Schönheit in Person. Sie kann dem Vater oder der Mutter eher etwas abluchsen, ist ein Talent in der Manipulation. Phasenweise hatte ich Mühe mit ihr, auch wenn ihre Beweggründe natürlich nur allzu verständlich waren. Ich hatte aber Mühe, dass sie Rebecca teilweise ausnutzte und dass sie manchmal einfach die Augen verschlossen hat, vor dem, was passiert ist.

Die Charaktere sind der Autorin hervorragend gelungen. Man leidet mit den Schwestern, hasst den Vater und die Mutter, und hofft, hofft so sehr, dass das alles nur ein Albtraum ist und bald vorbei sein möge.

Fazit
Erschreckend, heftig, grausam. Und doch ein Meisterwerk, da es Themen anspricht, an die andere nicht mal denken mögen. Ich werde das Buch noch lange in Erinnerung halten und es wird immer und immer wieder Gänsehaut und ein flaues Gefühl im Magen auslösen.

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Lilli33s avatar

Rezension zu "In deinem Licht und Schatten" von Louisa Reid

Ein heftiges Jugenddrama
Lilli33vor 2 Jahren

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER FJB (25. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421524
Originaltitel: Black Heart Blue
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein heftiges Jugenddrama

Inhalt:
Hephzibah und Rebecca wachsen in einem gewalttätigen, eiskalten Elternhaus auf. Als ihnen im Alter von 16 Jahren erstmals erlaubt wird, eine öffentliche Schule zu besuchen, versucht Hephzi aus ihrem tristen Leben auszubrechen. Sie überlebt diesen Versuch nicht. Rebecca muss ohne ihre Schwester weiterleben und ihren eigenen Weg finden.

Meine Meinung:
Von Louisa Reid habe ich bereits „Jeden Tag ein bisschen mehr“ gelesen. Dieser Roman hat mich emotional unheimlich mitgenommen. Auch wenn „In deinem Licht und Schatten“ nicht schlecht ist, kommt es doch an das andere Buch nicht heran. Der Schreibstil wirkt weit weniger emotionsgeladen, obwohl die Geschichte nicht weniger dramatisch ist.

Gleich zu Beginn erfahren wir, dass Hephzi gestorben ist. Wie es dazu kam, wird im Laufe des Romans aufgerollt. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen den Ich-Erzählern Hephzi im „Davor“ (vor ihrem Tod) und Rebecca im „Danach“ (nach Hephzis Tod).

Hephzibah und Rebecca sind Zwillinge und doch so verschieden. Die eine ist hübsch und ein wenig egoistisch, die andere hat ein missgestaltetes Gesicht und opfert sich ständig für die Schwester, rettet diese vor dem Zorn des Vaters und zieht ihn selbst auf sich. Das Leben der beiden Mädchen besteht aus Angst und Schmerz. Gerade Rebecca macht im Verlauf des Romans eine tolle Entwicklung durch. Diese wirkt authentisch und wird von Louisa Reid gut beschrieben.

Die Handlung ist schwerer Tobak. Es geht um häusliche Gewalt, Misshandlung und Missbrauch. Vieles wird nur angedeutet bzw. erst mal angedeutet, um später konkretisiert zu werden. Die Situation der Mädchen ist so schrecklich, dass es wohl keinen Leser kalt lässt. Man fragt sich stets, wie die Eltern damit durchkommen können, warum keiner von außen eingreift. Doch leider erscheint mir genau das als sehr realistisch, kommt so etwas doch auch in Wirklichkeit immer wieder vor. Und der Vater hat so seine Tricks, die ihn nach außen als liebevoll und rechtschaffen  erscheinen lassen.

Auch wenn der Tenor dieses Buches eher düster und bedrückend ist, so kann das Ende doch einigermaßen befriedigen und Mut machen.

Empfehlen würde ich den Roman für Jugendliche ab ca. 14 Jahren sowie für Erwachsene.

★★★★☆


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