Eins wollt ich dir noch sagen

von Louisa Young 
4,3 Sterne bei33 Bewertungen
Eins wollt ich dir noch sagen
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Neue Kurzmeinungen

daneegolds avatar

Eine Liebesgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Brutal und eindringlich erzählt und doch auch voller Hoffnung...

Kleines91s avatar

Ich bin zwar erst knapp auf Seite 1oo-Aber es ist wunderbar!

Alle 33 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Eins wollt ich dir noch sagen"

Nadine und Riley lernen sich als Kinder kennen. Sie, Tochter aus reichem Hause, und er ein Kind des Arbeiterviertels. Als sie sich verlieben, hintertreibt ihre Mutter die nicht standesgemäße Beziehung. Verzweifelt meldet sich Riley freiwillig an die Front. Und findet sich wieder im alles zermalmenden Wahnsinn des Krieges. Nur die Briefe von Nadine halten ihn am Leben. Dann wird Riley verwundet, und unter einem Vorwand löst er die Verlobung. Die am Boden zerstörte Nadine lässt sich als Lazarettschwester nach Frankreich versetzen und hofft, Riley dort zu vergessen. Was beide nicht wissen: Jemand ist überzeugt, dass sie eine zweite Chance verdienen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783471350478
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:425 Seiten
Verlag:List, Paul
Erscheinungsdatum:07.10.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    kloiYvis avatar
    kloiYvivor 4 Jahren
    Kriegszeit - verschiedene Schichten - eine berührende Liebesgeschichte

    Inhalt:

    Die Geschichte beginnt im Winter 1907.

    Nadine Waveney und Riley Purefoy lernen sich als Kinder im Park kennen. Riley kommt aus der Arbeiterschicht, Nadine aus wohlhabendem Hause.

    Durch Zufall lernt er im Hause Waveney Sir Alfred kennen, einen Maler. Dieser würde ihn gerne malen. Danach sieht er Potenzial in Riley und nimmt sich seiner, nach dem Einverständnis der Eltern, an. Riley lernt vieles über das Malen und die Kunst. Nadine nimmt Unterricht bei Sir Alfred und so können sie ihre Freundschaft vertiefen und verlieben sich ineinander. Doch Nadines Eltern sind pikiert und ihre Mutter unterbindet die Freundschaft. Daraufhin meldet Riley sich freiwillig zum Dienst und zieht in den Krieg. Einzig Nadines Briefe lassen ihn nicht an ihrer Liebe zu ihm zweifeln.

    Im Krieg erlebt er schlimme Dinge und wird eines Tages schwer verletzt. Mit einem letzten Brief beendet er die Beziehung zu Nadine. 

    Nadine, die nie aufgehört hat Riley zu lieben, lässt sich daraufhin als Lazarettschwester nach Frankreich versetzen. 

    Eines Tages begegnen sich die Beiden wieder...

    Meine Meinung:

    Eine wundervolle. teils tragische Liebesgeschichte.

    Toller, einfach zu lesender Schreibstil. Die Autorin bringt die Sehnsüchte der Protagonisten gut rüber. Und auch die Unterschiede der verschiedenen Schichten sind irgendwie beeindruckend. 

    Ich habe aufjedenfall mit den beiden Charakteren mitgelitten. Vorallem wie es nun mit jedem Einzelnen weitergeht und was zum Schluss mit ihnen passiert.

     

    Empfehlenswert

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    Kleines91s avatar
    Kleines91vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ich bin zwar erst knapp auf Seite 1oo-Aber es ist wunderbar!
    Rezension zu "Eins wollt ich Dir noch sagen"

    Klappentext:
    "Mein lieber Riley,
    ich war so glücklich, von Dir zu hören, so irrsinnig glücklich, dass ich auf der Station gesungen habe, woraufhin die Oberschwester mich streng gemustert und nachgefragt hat, also habe ich ihr erzählt, ich hätte eine gute Nachricht bekommen, dass jemand, den ich für verschollen gehalten hatte, gar nicht verschollen ist - denn auch wenn Du schreibst, dass Du nicht existierst, und ich das respektiere, Riley, so gibt es Dich doch! Und das allein, mein lieber Riley, macht mich so glücklich, dass ich singe ..."

    Meine Meinung:
    Es handelt sich bei Louisa Youngs "Eins wollt ich Dir noch sagen" um ein Schicksal, dass sich im Ersten Weltkrieg so wohl zuhauf zugetragen hat, doch hier anhand zweier Beispiele geschildert wird. So eindrucksvoll und ehrlich, dass man sich sehr gut vorstellen kann, wie es damals gewesen sein muss. Die Autorin beschreibt das Gefühlsleben der verwundeten Soldaten und deren Angehörigen und Ärzte, ebenso der Menschen in Ihrem Umfeld, genauso eindrucksvoll und realistisch, wie auch die Verletzungen eben jener und das Schreckliche, dass sich bei diesem Krieg zutrug.
    Ich hatte mich von Anfang an total auf das Buch gefreut, weil mich die Zeit sehr interessiert, ich eigentlich nur gutes darüber gelesen hatte und ich mich in das Cover verliebt hatte. Doch ich habe mehr bekommen, als ich erwartet hatte. Zwar ist der Schreibstil der Autorin gewöhnungsbedürftig, da sie oft zwischen den Vor- und Zunamen der Charaktere wechselt, sodass man manchmal nicht so genau weiß, um wen es sich handelt. Dies macht es manchmal anstrengend und sehr verwirrend zu lesen, weil man nicht so genau weiß, um wen es sich gerade dreht. Auch die sonstige Art, wie sie schreibt trieb mich des öfteren dazu, einen Satz mehrere Male lesen zu müssen, weil ich ihn einfach nicht verstanden habe. Aber trotzdem ist es ein sehr interessanter und mal ein anderer Schreibstil und er schadet dem Buch nicht wirklich.
    Auch die Rolle der Frau wird an den Charakteren von Nadine, Rose, Julia und Nadines Mutter sehr gut dargestellt. Young zeigt auf, wie es Anfang des 2o. Jahrhunderts um die Frau bestellt war, wie eingeschränkt sie war in dem, was sie tun konnte und durfte und wie extrem das Ständedenken doch die Menschen, gerade die ältere Generation, beeinflusst und dazu treibt, zu intrigieren und zu verhindern.
    Die Liebesgeschichte zwischen Riley und Nadine steht ganz klar im Vordergrund und ist so eindringlich und echt, wie ich es selten bei einem Roman gelesen habe. Diese Beziehung hat nichts mit dem Kitsch zu tun, den man sonst so das ein oder andere Mal zu lesen bekommt. Hier hat der Leser mit Problemen der beiden zu tun und das Problem zu bewältigen, selbst nicht zu verzweifeln und in Tränen auszubrechen, wenn Louisa Young dem jungen Paar wieder einen neuen Stein in den Weg legt.
    Ich habe selten ein so romantisches und doch ehrliches und nicht kitschiges Buch wie dieses gelesen. Wäre dieser doch recht verwirrende Schreibstil manchmal nicht ganz so arg gewesen, gäbe es gute 5 Sterne von mir. Aber nichts desto trotz ist dieses Buch sehr empfehlens- und lesenswert. Egal zu welcher Jahreszeit! Es lohnt sich bestimmt auch ein 2 oder gar 3 mal!

    Kommentare: 2
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    Joseyras avatar
    Joseyravor 5 Jahren
    Eins wollt ich euch noch sagen...

    Es gibt viele Dinge, die gesagt werden sollten, jedoch nie ihren Ausdruck in Worten finden. Viel zu oft erscheint etwas zu groß, zu gewaltig, als dass es die richtige Beschreibung für sie geben könnte. Das Gräuel des Krieges, die Eindrücke und Empfindungen, die bei den Menschen damals entstanden sein mögen, die Verzweiflung und die Todesangst, die sie durch litten haben, all das ist zu mächtig, um es auszusprechen. Dennoch finden wir uns in Louisa Youngs Roman „Eins wollt ich dir noch sagen“ (im Original „My Dear I Wantedt to Tell You“) im Szenario des ersten Weltkrieges wieder. Riley und Nadine kennen sich schon seit Kindertagen. Doch obwohl ihre Verbindung als nicht standesgemäß erachtet wird, verlieben sie sich ineinander. Der Krieg bricht aus und Riley meldet sich wegen eines Zwischenfalls freiwillig, um an der Front zu kämpfen. Dort stößt er auf das Grauen und die Abscheulichkeit des Krieges, die er nur durch eine innerliche Abstumpfung erträgt. Sein Kommandeur Peter Locke hingegen konsumiert Alkohol und wendet sich Prostituierten zu, um das Geschehen auszuhalten. Nadine widmet sich derweil der Arbeit als Krankenschwester, ebenso wie Peters Schwester Rose. Peters Frau Julia flieht sich dagegen aufgrund ihrer Unfähigkeit, irgendwie etwas Sinnvolles zum Krieg beizutragen, in einen Schönheitswahn. Der rege Briefkontakt zwischen Riley und Nadine gibt den Liebenden Mut, bis Riley schwer verwundet wird und den Kontakt abrupt abbricht. Aber auch bei den Lockes gibt es Probleme, denn der Krieg hinterlässt nicht nur äußerlich seine Spuren. Youngs Roman ist so viel mehr als nur ein Kriegs- oder Liebesroman. Vielmehr geht es um Leben und Tod, Überleben und sterben lassen, über Gut und Böse. Schließlich kommt noch das Thema der rekonstruktiven Medizin hinzu. In Anbetracht dessen und der Tatsache, dass hier nicht nur Riley und Nadine, sondern auch Peter, Rose und Julia ganz klar im Vordergrund stehen, wirkt der Klappentext aufgesetzt und falsch. Man erwartet einen Liebesroman vor dem Hintergrund des ersten Weltkrieges, aber was einem geboten wird, weist deutlich mehr Facetten auf. Louisa Youngs Sprache ist dabei wunderbar bildhaft, fließend und feinfühlig. Allerdings kann ihre Perspektive nicht ganz überzeugen. Immer wieder verliert man den Bezug zu den Personen, weil oftmals einfach emotional wertvolle Momente aus der Sicht eines anderen Protagonisten geschildert werden. Wen interessiert es, was Rose denkt oder sieht, wenn Nadine weint? Dabei kann das Warum zwar geklärt sein, aber bei einem Menschen sind so viele Emotionen und Gedanken, die einem durch den Kopf gehen und diese Gedanken fehlen, um mit den Charakteren zu fühlen. Aus irgendeinem Grund scheint die Autorin die Gefühle, die wichtig und von Bedeutung sind, distanziert oder gar nicht auszudrücken, was nicht nur den Protagonisten, sondern gleich dem ganzen Buch Schaden zufügt. Zu häufig wird auch der Eindruck erweckt, dass sie die vier Bücher, die sie zu ihrer Recherche gelesen hat, gleich alle in ihren Roman gesteckt hat, weil sie die Themen als faszinierend empfand. Lieber hätte sie sich einem einzelnen Hauptthema widmen sollen, als sich gleich einem ganzen Haufen zu zuwenden, zu denen selbst in zehn Büchern keine direkte Antwort gefunden werden könnte. Sicherlich kann man durch genaues Nachdenken eine Antwort ergründen, aber es fällt schwer, die ganzen Fragen, die Young aufgreift, zu fassen, weil die Konflikte tiefgründig genug erfasst werden. Es wäre vollkommen erfüllend gewesen, zum Beispiel die Definition von Gut und Böse während eines Krieges oder der Umgang mit einer schweren Verletzung im Gesicht zu behandeln. Stattdessen kommt alles zusammen, aber keines wird Ausführlich und weitreichend erfasst. Und gerade weil jene so komplizierte Probleme darstellen, wirkendie Charaktere matt; der Zugang zu den Figuren wird weiterhin erschwert. Was den Titel betrifft, erscheint dieser immerhin zutreffend, da es in dem Buch zahlreiche Dinge gibt, die sich die Protagonisten sagen müssten, aber nicht in Worten formuliert werden. Schade dabei ist allerdings, dass man die Gedanken und damit die dazugehörigen innerlichen Auseinandersetzungen nicht erfährt. Dadurch bleibt das Wissen um die Empfindungen der Protagonisten bei diesen Fehlkommunikationen leider nur oberflächlich. Alles in allem bin ich der Überzeugung, dass dieses Buch einer guten Idee und vielen schönen Ansätzen entsprungen ist, diese aber nicht präzise umsetzen kann. Es fehlt einfach an kleinen Details, gewissen Perspektiven und Empfindungen, die die Themen und die Protagonisten den Leser näherbringen könnten. Dass die Klappentexte für dieses Buch falsch zugeschnitten sind, erhöht dabei das Problem des Lesers, sich in die Geschichte einzufinden, da dessen Erwartungen sich lediglich auf eine Romanze zwischen Riley und Nadine beschränken. Ich würde das Buch nur Menschen empfehlen, die Ansätze und Anregungen zum Nachdenken suchen, sowie eine schöne Sprache zu schätzen wissen. Denn die Sprache der Autorin ist wirklich etwas, dass dieses Buch besonders macht. 

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    Kleinstadtkatzes avatar
    Kleinstadtkatzevor 6 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    Dieses Büchlein durfte ich mal vor einer Ewigkeit bei vorablesen.de probelesen und die ersten Seiten haben mich sofort begeistert. Deswegen habe ich mich kurzerhand dafür beworben und schwupps... flatterte mir auch schon ein Rezensionsexemplar in den Briefkasten.

    Der gute Ersteindruck bestätigte sich beim Weiterlesen. Man wird detailliert und liebevoll nach London im frühen 20iten Jahrhundert entführt. Duch einen blöden Zufall lernen sich Riley und Nadine, die Hauptfiguren, kennen, zu diesem Zeitpunkt noch im zarten Kindesalter. Nadine stammt aus einer wohlhabenden Familie, während Riley eher aus einem verarmten Arbeiterhaushalt kommt und sichtlich erfreut ist, dass er nun regen Kontakt mit den Adeligen pflegen kann. Aus diesem freundschaftlichen Verhältnis entwickelt sich nach und nach eine zarte Zuneigung, die bei gemeinsamen Kunststunden, die der nicht wenig begabte Riley zusammen mit Nadine erhält, zu einer leidenschaftlichen Liebe entflammt. Es folgen Berührungen und Geständnisse und Riley erhofft sich mehr, als es seinem Stand geziemt. Soweit, so gut.
    Nun war ich gedanklich erstmal diesem Schnulzen - Cliché verfallen... zwei junge Menschen lieben sich, dürfen nicht zusammen sein, weil Standesschranken lala... irgendwie hat sich das mit dem Prolog widersprochen, der einfach nur grausam war und so gar nicht dazu gepasst hat.
    Der Höhepunkt der, ich sag jetzt einfach mal ganz rabiat, Schnulze, war, dass Riley, der seiner geringen Chancen mit Nadine zusammen zu sein bewusst geworden ist, sich verzweifelt freiwillig für den Ersten Weltkrieg meldet. Pluspunkt war in dem Fall, dass es sich mal um Kriegsgeschehnisse außerhalb des Zweiten Weltkriegs handelte, der meiner Meinung nach, einfach nurnoch zu Brei durchgekaut wurde und schon zu Genüge thematisiert worden ist, als das dieses Thema noch irgendwelche Neuerungen hinsichtlich besonderer Erkenntnisse verspricht. Man sollte natürlich dennoch immer dran denken, wie schlimm es war. Ihr wisst schon.
    Und ab da begann das Spannende. Aus der samtig- bitteren Liebesgeschichte wurde ein Survival- Roman mit all seinen Facetten. Louisa Young zeichnet hierbei perfekt den Alltag an der Front. Das Soldatenleben, das Reduziertsein auf das Tierische, Triebhafte und nurnoch sich und die Kameraden... im krassen Gegensatz dazu, der Aufstieg Rileys durch seine Leistungen an der Front... die fast schon pervers gegensätzlichen Verhältnisse eines Offiziers, die Gedanken und Gefühle eines Heimreisenden, eines Menschen, der zwischen zerfetzten Kameraden, onanierenden Soldaten und heulenden Traumatisierten an einem festhält... Nadine, ein paar schmutzigen Briefen und seiner Liebe zu ihr.
    Puh... hier musste ich echt oft schlucken und das Buch erstmal weglegen. Es ist alles einfach zu krass um erlogen zu sein und zu traurig, um wahr zu sein.
    Parallel zu Rileys Überlebenskampf erfährt der Leser auch etwas über Nadine, die in ihrer Lage als vorbildliche Tochter, auf den, ihrer Mutter nach, richtigen Ehemann wartend, verzweifelt. Sie möchte helfen, sie möchte tätig sein und nicht länger warten, denn in ihrem Herzen steht ihr Traummann schon fest. Hach ja... die Liebe in Zeiten des Krieges.
    Der Höhepunkt des Buches, würde ich jetzt laienhaft behaupten, wird erreicht, als Riley bei einem Sturmangriff gegen Frankreich schwer verwundet wird. Beim Rettungsversuch eines Kameraden zerfetzt eine Grante Rileys Gesicht... . Seine Verzweiflung ist so groß, dass er kurzerhand danach das Liebesverhältnis zu Nadine durch eine vorgetäusche Affaire auflöst und das Mädchen, das am Boden zerstört ist, dazu bringt, sich als Lazarettschwester nach Frankreich versetzen zu lassen... wo nurnoch Tod, Elend und Leid herrschen... . Diese ganzen Verwicklungen hindern die Protagonisten dennoch nicht daran, dass eines Tages, Nadine plötzlich vor dem völlig verstümmelten Riley steht... .
    Nebenbei zur Geschichte der beiden Liebenden verlaufen noch ein paar andere Geschichten von Rileys Frontkameraden, dessen Frauen etc., die sich aber am Ende alle zu einer einzigen Geschichte knüpfen und für den Ausgang nicht ganz unwichtig sind. Auf jeden Fall auch hier viel Spannung und Herzblut.

    Insgesamt ist das Buch nicht nur für Geschichtsinteressierte und starke Menschen eine Herausforderung. Louisa Young erweist sich als eine unglaublich gute Schriftstellerin, die munitiös die psychischen Abstürze und Folgen von Kriegserlebnissen und Verwundungen nachzeichnet und die Schwierigkeiten der Rückkehr in die "normale" Welt aufzeigt, in der selbst während des Krieges alles wie immer abzulaufen scheint, parallel zur Morbidität, dass Tausende Männer und Söhne jede Sekunde an der Front sterben.
    Die Sprache wechselt zwischen ebenso morbider Alltagssprache, Flüchen und Beschimpfungen und langen Monologen, die oft sehr detailliert und beinah poetisch verlaufen. Zwei Welten prallen auch hier aufeinander und scheinen sich doch, obwohl unvereinbar, zu einen.

    Für dieses Buch vergebe ich vier von fünf Sternen.

    Details zum Buch:
    ~ List Verlag
    ~ ISBN 978-3-471-35047-8
    ~ Preis: 18 € (D), 18,50€ (A)
    ~ Erscheinungsdatum: 07.10.2011
    ~ 224 Seiten

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    MelEs avatar
    MelEvor 7 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    WAHRE LIEBE KANN AUCH KRIEGE ÜBERSTEHEN, ODER?
    Dieses Buch hat seinen eigenen Charme, obwohl die Handlung sich auf den Krieg bezieht, der wütet, zerstört, verletzt, tötet oder auch verwundet. Da sind Menschen, die versuchen zu verdrängen, die sich in Alkohol flüchten, sich mit Huren vergnügen, weil sie mit ihren Frauen ihre Erlebnisse nicht teilen können. Und dann ist da aber immer noch die tiefe Liebe, die Nadine und Riley verbindet. Eine Liebe, die nicht sein darf, da nicht standesgemäss. Hier wird nichts beschönigt, sondern man wird direkt in das Kriegsgeschehen eingeführt, hört die Granaten, sieht das Blut, hört das Schreien der Männer. Die Stimmung ist teilweise sehr bedrückend und beängstigend, genauso wie der Krieg nun einmal ist. Zerstörerisch und einfach nur schrecklich. Die Autorin hat es sehr, sehr gut verstanden uns mit in das Zeitgeschehen zu nehmen und uns vor Augen zu führen, wie es war. Ich fand es sehr fundiert geschrieben und konnte Rileys Ängste und Hoffnungen komplett mitfühlen. Manchmal zieht es sich allerdings wie Kaugummi, denn man will einfach wissen, wie es weitergeht mit Nadine und Riley. Wird ihre Liebe Bestand haben oder werden sie getrennt? Briefe gehen hin und her und der Kontakt reisst erst ab, als Riley verletzt ist. Wie es weitergeht, dürft ihr gerne selber nachlesen!

    Hier treffen einige Menschen aufeinander, deren Schicksale miteinander verbunden sind, denn sie befinden sich im Krieg und hier beweist es wieder, das im Krieg und in der Liebe alle Menschen gleich sind! Es ist egal, ob du arm oder eich bist, hässlich oder schön. In dem Moment in dem wir uns im Krieg befinden stehen wir plötzlich alle auf einer Stufe.

    Mir fehlte ein klein wenig die erhoffte Spannung, daher mag ich mehr als 4 Sterne für das Buch nicht geben! Eine Empfehlung gibt es aber dennoch!

    Schönen Tag euch allen

    Ganz liebe Grüße,

    Mel

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    Hannalis avatar
    Hannalivor 7 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    Die bewegende Geschichte von Nadine und Riley beginnt bereits in ihren Kindertagen. Riley bricht ins Eis ein und kommt durch diesen Unfall so in das Haus der Waveney`s. Für ihn eine erste kurze Begegnung mit Nadine und einer völlig anderen, ihm unbekannten Welt; entstammt er doch einfachen, eher ärmlichen Verhältnissen. Und genau diese verbieten ihm die nähere Bekanntschaft und Liebe zu Nadine. Noch Jahre später vermittelt ihm ihre Mutter dies ganz unverblümt und unmissverständlich.

    Zu gleicher Zeit nimmt ihn jedoch Alfred, ein Maler bei sich auf. Riley`s Faszination am Malen und der Kunst wächst. Gleichermaßen ermöglicht ihm dies Einblicke in die feinere Gesellschaft. Auch Nadine teilt mit ihm die Freude und Begeisterung für die Kunst. Mit der Zeit wird Riley jedoch immer klarer, dass seine Liebe zu Nadine an gesellschaftlichen Konventionen scheitert. Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsklassen scheinen nicht füreinander bestimmt zu sein. Offene Ablehnung und Verzweiflung treiben ihn dazu, sich freiwillig zum Dienst im ersten Weltkrieg zu melden. Eigentlich will er sich nur eine kurze Zeit zurückziehen und von der Bildoberfläche verschwinden. Doch es beginnen Jahre voller Entbehrungen. Riley sieht viele Kameraden qualvoll sterben, schreckliche Kriegsereignisse, die die Menschen prägen. Zu vergessen scheint ihm nicht zu gelingen, vor allem nicht die Liebe zu Nadine. Eines Tages wird er selbst schwer verwundet. Er muss Nadine aus seinem Leben verbannen, will ihr so nicht mehr begegnen....

    "Eins wollte ich dir noch sagen", ein Buch voller Gefühle vor dem Hintergrund des ersten Weltkrieges. Eine besondere Liebe, die absurde Wege begeht. Menschen, die nicht zueinander finden dürfen, weil es ihre Herkunft verbietet. Die Geschichte zeigt zudem authentisch historische Bilder, die aufwühlend und auch grausam erscheinen. Kriegsszenerien, in denen Menschen schmerzvoll zugrunde gehen. Und mittendrin die Menschen, um deren Leben es geht. Liebe und Leidenschaft sind hier ganz dicht mit Leid und Verlorenheit gepaart. Die Charaktere und Bildnisse der einzelnen Personen sind detailreich und eindrucksvoll gezeichnet. Ein wahrhaft gelungenes Buch, welches die Facetten von wunderschön bis tieftraurig beeindruckend vereint.

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    Buchinas avatar
    Buchinavor 7 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    Auch zu Beginn des 20. Jh. ist die Klassentrennung in England noch deutlich zu spüren. Riley, sohn einer typischen Arbeiterfamilie, durch Zufall lernt er die wohlhabdene Familie Waveney kennen. Sie erkennen seinen Wissensdurst und fördern ihn. Dann entdecken Nadine Waveney und Riley ihre Zuneigung füreinander. Die Mutter Nadines versucht mit allen Mitteln eine Beziehung zu verhindern. Dadurch und wegen seiner eigenen Selbstzweifel meldet sich Riley freiwillig für den Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. Der Kontakt zwischem ihm und Nadine bricht trotzdem nicht ab und sie schreiben sich. Bis durch ein Unglück Riley den jeglichen Kontakt zu ihr abbricht.

    Der Roman ist nicht nur ein Liebesroman, sondern auch ein Antikriegsroman, der die Schrecken und die Sinnlosigkeit durch die Augen des jungen Riley noch einmal deutlich macht. Gleichzeitig zeigt er die Emanzipation der Frauen im Krieg.

    Während ich zu Beginn des Roman einige Probleme mit den Charakteren hatte und die Handlung für mich so dahin plätscherte. Nahm der Roman mit Rileys Eintritt in den Krieg deutlich an Fahrt zu. Nun nahmen auch die Charakter mehr Kontur an.Nicht nur die Kriegsdarstellungen machen den Roman lesenswert, herausragend für mich war viel mehr die Beschreibung der Arbeit der Frauen in den Krankenhäusern oder an der Front und auch die Haltlosigkeit mancher ohne ihren Mann zu Hause auf sich gestellt zu sein.

    "Eins wollte ich dir noch sagen" liefert ein anschauliches Bild des Lebens während dem Ersten Weltkrieg, nicht nur an der Front, sondern auch vom "normalen" Leben in England.

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    wednesdays avatar
    wednesdayvor 7 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    Die Inhaltsangabe ist meiner Meinung nach etwas irreführend. Da könnte man ja fast glauben, dass es sich nur um zwei Verliebte dreht und es nur um die Liebesgeschichte geht. Dem ist allerdings nicht so, denn man erlebt mit den verschiedensten Personen den Krieg.

    Alle haben auf ihre Art mit dem Krieg zu kämpfen haben. Egal ob direkt vor Ort an der Front, ob im Krankenhaus oder ganz zu Hause. Es steht nicht nur die Liebesgeschichte zweier junger Menschen im Mittelpunkt, sondern man erfährt generell was der Krieg aus den Leuten macht, wie sich diese verändern, welche Gedankengänge sie haben.

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    KatesLeselounges avatar
    KatesLeseloungevor 7 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    Nadine, ein Mädchen aus der Oberschicht und Riley, ein Junge aus der Arbeiterschicht. Zwei Menschen, die aus der Sicht der Gesellschaft nicht unterschiedlicher sein können - und doch verlieben sie sich, gegen jede Widrigkeit. Doch es gibt Menschen, die mit allen Mitteln dagegen kämpfen, dass diese gerade erst begonnenen Liebe nicht gelebt werden soll.
    Aus Verzweiflung meldet sich Riley freiwillig als Soldat und zieht in den Krieg. Der Krieg verändert. Menschen sind nicht mehr die, die sie mal waren und doch gibt es etwas, dass die Menschen davon abhält dem Wahnsinn zu verfallen - Liebe. Aus Liebe zu Nadine hält Riley weiter durch und bei einem Urlaub gestehen sich die Beiden gegenseitig ihre Liebe. Eine Zeit des Hoffens und Bangens beginnt. Doch dann wird Riley schwer verwundet und wird in ein Krankenhaus gebracht. Nichts ist so, wie es mal war und Riley trifft eine folgenschwere Entscheidung.

    Was für ein unglaubliches Buch. Schon von der ersten Seite an, war ich gefesselt von dieser Geschichte.
    Louisa Young schafft es so klare Bilder entstehen zu lassen, dass ich mittendrin war. Ich habe mit Riley und Nadine gelitten, geliebt, gelacht und geweint. War mit ihnen zusammen im Krieg, habe die Ängste durch gestanden, die sie durchgestanden haben. Habe ebenfalls den Geruch nach Tod, Schmerz, Angst und Leid gerochen.
    Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, trotz des schwierigem Themas. Louisa Young verschönert nichts und doch verzaubert sie.
    Jeder einzelne Charaktere war liebevoll herausgearbeitet - war voller Farben und Schatten.
    Ich habe schon viele Bücher gelesen, die den Krieg als Schauplatz hatten und doch hat mich dieses Buch sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht. Fast so als hätte ich das aller erste Mal darüber gelesen.

    Ich hatte sehr schöne, bewegende und aufregende Lesestunde und kann das Buch aus vollstem Herzen weiter empfehlen. Ich werde sicherlich noch einige Bücher von Louisa Young lesen!

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    jams avatar
    jamvor 7 Jahren
    Rezension zu "Eins wollt ich dir noch sagen" von Louisa Young

    Aufmachung:

    Das Cover ist in Grautönen gehalten, man sieht eine junge, hübsche Frau im Profil.
    Durch die Kopfbedeckung, das mäßige Make-up und die Farbgebung erscheint es bereits auf den ersten Blick als sehr passend für ein Buch, das in der Zeit des 1. Weltkrieges spielt.

    Wenn man das Buch fertig gelesen hat, erkennt man erst, auf welche vielschichtige Weise diese Profilaufnahme passt.

    Die Geschichte:

    London, 1907: Nadine und Riley lernen sich am Round Pond kennen. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Riley bricht in den zugefrorenen See ein. Nadine, die aus einer betuchten Künstlerfamilie stammt, nimmt ihn mit nach Hause, damit er sich dort aufwärmen kann.
    Riley erkennt seine Chance, er wird in der Familie aufgenommen und kommt so in den Genuss einer Schulbildung und entwickelt romantische Gefühle Nadine gegenüber.
    Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges meldet sich Riley freiwillig, um vor einem begangenen Fehler davonzulaufen. Im Verlauf des Krieges erkennt er, dass er so auch die Chance hat, seiner ärmlichen Herkunft zu entfliehen und im Rang soweit aufzusteigen, dass Nadines Eltern nichts mehr gegen eine Verbindung der beiden haben können.

    SPOILERWARNUNG!

    Nadine und Riley treffen sich, als er Heimaturlaub hat und gestehen sich endlich ihre Liebe ein. Wieder zurück an der Front, schreiben sie sich innige Liebesbriefe.
    Doch Riley wird schwer im Gesicht verwundet, er landet im Krankenhaus Sidecup, wo die ersten plastischen chirurgischen Eingriffe vorgenommen worden. Er verzweifelt an seiner Situation, verliert jeglichen Lebenswillen und beschließt, seine Beziehung zu Nadine zu beenden, um sie vor seinem Anblick zu schützen.
    Er schreibt ihr, dass er eine neue Frau kennengelernt hat und sie nicht mehr sehen will. Nadine meldet sich daraufhin freiwillig für den Einsatz in Frankreich.
    In dem Krankenhaus arbeitet auch Rose, die Schwester von Peter Locke, unter dem Riley im Krieg gedient hat. Sie hält den Kontakt zu Nadine, verrät ihr aber nichts über seinen wirklichen Zustand und den wahren Grund der Trennung.
    Auch Peters Frau Julia leistet in ihren Augen „Kriegsdienst“, sie verrennt sich in der Vorstellung, dass alles, sobald Peter nach Hause kommt, genauso aussehen muss, wie zu dem Zeitpunkt, als er in den Krieg eintrat. Erst pflegt sie Haus und Garten im Übermaß, dann bezieht sie auch ihr Aussehen mit ein. In der Zeit der aufkommenden Schönheitsbehandlungen lässt sie einiges über sich ergehen, um nur ja nicht zu altern und um sich von ihrer Sorge abzulenken.
    Peter kommt mit dem Grauen, dass er miterlebt hat, nicht zu Rande und verfällt dem Alkohol...

    Wie es mir dabei ging:

    Nach der Leseprobe habe ich mit einer mäßigen Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des ersten Weltkrieges gerechnet.
    Mit dem, was dann kam, habe ich nicht gerechnet.
    Ich bin mit Riley im Kopf schlafen gegangen und wach geworden, auch jetzt, Tage nachdem ich das Buch fertig gelesen habe, geistert er mir immer wieder durch den Kopf.
    Mein Wissen über den ersten Weltkrieg beschränkte sich auf 1914 – 1918 und warums losging, alles andere hat mich auch nicht interessiert.
    Dieses Buch hat mir die Realität eines Krieges ins Haus geholt, auf so erschreckende und berührende Weise, direkt genug, um nicht verklärend zu sein und immer gerade soviel, wie noch zu ertragen ist.
    Die Liebesgeschichte tritt recht bald in den Hintergrund und macht Platz für das Leben. Wie es kommt, dass man sich im Krieg behaupten will, womit man sich ablenkt, wie man aufhört zu existieren.
    Mir war nicht klar, dass sich die schlimmsten Verwüstungen eines Krieges nicht mit dem Wiederaufbau der Häuser beseitigen lassen und die Narben am Körper gleich dauerhaft sind, wie die im Kopf.

    Fazit:

    Ein unglaublich berührendes Buch, mit sehr realistischen Charaktere. Man ahnt, wie gut die Geschichte recherchiert ist und gerade das Element, dass mich am meisten berührt hat, ein einfacher Zettel, tatsächlich aus dem Leben gegriffen ist.
    Sicher kein einfacher Stoff, aber unbedingt wert, gelesen zu werden!

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