Das Haus des Windes

von Louise Erdrich 
4,4 Sterne bei92 Bewertungen
Das Haus des Windes
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Positiv (81):
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Eine sehr erschreckende und unter die Haut gehende Geschichte.

Kritisch (2):
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Hat mich leider nicht gefesselt.Es gibt keine Dialoge,für mich störend.

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Inhaltsangabe zu "Das Haus des Windes"

Ausgezeichnet mit dem National Book Award – Bester Roman des Jahres.

Ein altes Haus, eine ungesühnte Schuld und die Brüste von Tante Sonja – Louise Erdrich führt uns nach North Dakota. Im Zentrum ihres gefeierten Romans steht der 14jährige Joe, der ein brutales Verbrechen an seiner Mutter rächt und dabei zum Mann wird.

Monatelang auf der New-York-Times-Bestsellerliste überhäuft mit Kritiker- und Leserlob: Eine der großen Autorinnen unserer Tage hat ihr brillantestes Buch geschrieben – zart, sehr traurig und sehr lustig.

„Erdrich erzählt mal deftig, mal zum Weinen traurig, mal unglaublich komisch, aber immer so packend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.“ SWR3.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746631509
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:14.01.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Gelindes avatar
    Gelindevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine sehr erschreckende und unter die Haut gehende Geschichte.
    Das Haus des Windes

    Das Haus des Windes, von Louise Erdrich

    Cover:
    Macht mich nachdenklich.

    Inhalt:
    Im Zentrum, steht der 13-jährige Joe.
    Seine Familie wird erschüttert durch ein brutales Verbrechen das an seiner Mutter begangen wird.
    Von einem Tag zum andern ist nichts mehr wie es war.
    Das Verbrechen aufzuklären und zu sühnen erweist sich als schwierig, da anscheinend niemand dafür zuständig ist.
    Joe fasst den Entschluss dies in seine eigenen Hände zu nehmen.
    Eine schwere Bürde, und ohne seinen Freund Cappy kaum zu bewältigen.

    Meine Meinung:
    Eine unglaubliche Geschichte, die vorsichtig, umfangreich und zart geschildert wird.
    Wir leben und erleben die Zeit aus der Sicht von Joe.
    Wir machen alle seine Gefühle mit durch. Wir leben sein Leben, dadurch wird auch sein ganzer Alltag geschildert und dabei erleben wir auch Dinge die sich vom Verbrechen (und dessen Aufklärung) entfernen, was zwar einen guten Einblick in das Leben eines 13-jährigen im Reservat gibt, was aber (zumindest mir beim Lesen) teilweise sehr langatmig und zäh vorkommt.

    Freundschaft und Zusammenhalt wird sehr gut dargestellt.
    Weisheiten und Überlieferungen der Indianer werden sehr geschickt eingeflochten.

    Ganz wichtig bei diesem Buch finde ich, ist das Nachwort.

    Autorin:
    Louise Erdrich, geb. 1954 in Little Falls Minnesota, ist die Tochter einer Indianerin und eines Deutsch-Amerikaners.

    Mein Fazit:
    Eine sehr erschreckende und unter die Haut gehende Geschichte.
    Wenn man dann das Nachwort liest und realisiert wie aktuell das Ganze ist, kommt man noch zusätzlich ins Nachdenken.

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    pardens avatar
    pardenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bisher mein Jahreshighlight - deftig, traurig, komisch, packend, interessant. Hat alles, was ein guter Roman braucht...
    The Round House...

    THE ROUND HOUSE...

    Der englische Titel dieser Rezension ist gleichzeitig der Originaltitel des Buches und hätte mir wohl eher als der schmal gehaltene Klappentext verdeutlicht, dass dieser Roman in einem Indianerreservat spielt. So hat mich die Lektüre anfangs doch überrascht, aber auch schnell hineingezogen in das Geschehen.

    Der 13-jährige Joe Coutts steht im Mittelpunkt der Handlung, und das Geschehen wird allein aus seiner Sicht erzählt. Er lebt mit seinen Eltern in einem Indianerreservat in North Dakota, einem der am dünnsten besiedelten amerikanischen Bundesstaaten, und gehört wie seine Eltern dem Stamm der Ojibwe an. Joes Vater arbeitet als Richter im Reservat, seine Mutter arbeitet im Stammesbüro. In einem Safe, dessen Code nur sie besitzt, bewahrt sie kompliziert verästelte Stammesregister auf. Sie kennt jedermanns Geheimnisse und weiß von Kindern, die durch Inzest, Vergewaltigung oder Ehebruch jenseits oder innerhalb der Grenzen des Reservats gezeugt wurden.

    Eines Tages kommt Geraldine, Joes Mutter, sehr verstört nach Hause. Sie bleibt hinter dem Steuer sitzen und macht die Tür ihres Autos nicht auf. Als Joes Vater die Autotür öffnet, sieht er das Blut auf dem Fahrersitz. Und ihr grün und blau geprügeltes Gesicht. So beginnt ein Kriminalfall, der viel komplizierter und komplexer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Zum einen zieht sich Joes Mutter in ihr Schlafzimmer zurück, verweigert die Aussage und verfällt in ein dumpfes, brütendes Schweigen, das Joe und seinen Vater in Angst und Schrecken versetzt. Zum anderen gehört das Stück Land, auf dem das Verbrechen verübt wurde, weder zum Indianerresrvat noch zum amerikanischen Bundesgebiet - es handelt sich um rechtliches Niemandsland, und obgleich drei Behörden mit den Ermittlungen beginnen, kann letztlich keine Anklage erhoben werden. Auch Joes Vater als Stammesrichter sind die Hände gebunden.


    "Ich stand da und spürte die enorme Stille in unserem kleinen Haus wie die Folge einer gewaltigen Explosion. Alles war zum Stillstand gekommen. Selbst das Ticken der Uhr (...) Ich stand da und starrte auf die alte Uhr, deren Zeiger bedeutungslos auf 11:22 stehengeblieben waren. Sonnenlicht fiel in goldenen Pfützen auf den Küchenboden, aber es war ein unheimliches Leuchten, wie die blendenden Strahlen hinter einer Wolke am westlichen Horizont. Grauen packte mich wie ein Trancezustand, wie der Geschmack von Tod und saurer Milch." (S. 32)


    So beschließt der 13-jährige Joe, den Gewalttäter selbst zu finden. Mit seinen Freunden Cappy, Angus und Zack unternimmt er teils halsbrecherische, teils urkomische Ermittlungsversuche, beginnend bei dem Rundhaus, wo das Verbrechen geschah. Und steht schließlich vor einer schwerwiegenden Entscheidung...

    Was für ein Roman! Er liest sich streckenweise wie ein Krimi, doch die Coming-of-Age-Geschichte des Erzählers dominiert. Joe ist ein Junge, der begeistert Rad fährt, für 'Star Trek – Die nächste Generation' schwärmt (die Erzählung spielt im Jahr 1988) und seinen Kummer ansonsten sehr gut vor der Welt versteckt. Auch entdeckt er die Liebe und seine erwachende Sexualität. Wie Joe mit seinen Freunden der Wahrheit nachspürt, Verwandte besucht und tief in die mythische, übernatürliche Welt seiner indianischen Vorfahren eintaucht, ist wahrhaft anschaulich, der jugendlichen Perspektive entsprechend authentisch und oftmals hochkomisch beschrieben – so, wenn es um die Powwow-Montur von Großvater Randall geht: Die Federn an seinem Kopfputz wurden mit Autoantennen stabilisiert, und die Fußglöckchen hängen an einem mit Hirschleder bedeckten, elastischen Strumpfhalter irgendeiner Tante. Die amerikanische Ureinwohner sind keine hehren Gestalten, und die Alten erscheinen im Gegensatz zum gängigen Klischee nicht als Söhne der Weisheit und des Leidens, sondern als kräftige, zähe, sehr irdische Gestalten, die mit Vorliebe schmutzige Anekdoten erzählen. Die Indianer in diesem (fiktiven) Reservat lieben, sie haben Laster, sie suchen nach dem Sinn des Lebens und verlangen Gerechtigkeit.


    "Ich weiß, dass die Welt über dem Highway 5 und jenseits davon weitergeht, aber wenn man dort entlangfährt - vier Jungs, ein Auto, und alles ist so friedlich und Meile für Meile so leer, und der Radioempfang hört auf, und da sind nur noch Rauschen und der Klang der Stimmen  und der Wind, wenn man den Arm zum Fenster rausstreckt -, dann fühlt man sich, als balancierte man auf dem Rand des Universums." (S. 377)


    'Das Haus des Windes' ist ein großartig erzähltes, realistisches, hochspannendes Buch über den indianischen Alltag im Reservat, über Identität, Traditionen und überlieferte Mythen. Es ist auch eine Coming-of-Age-Erzählung, ein Krimi, sowie eine politische Anklageschrift über die immer noch vorhandene Rechtlosigkeit der Ureinwohner Nordamerikas: Indianernationen haben keinerlei Souveränität über Nichtindianer, die sich in ihren Reservaten aufhalten, und können sie im Falle eines Verbrechens nicht belangen.

    Eine gelungene Mischung, die Louise Erdrich hier präsentiert und zu einer deftig-traurig-komisch-packenden Geschichte verwebt. Tief eingetaucht bin ich in die Erzählung und kann hier nur eine unbedingte Leseempfehlung geben. Dieser Roman, der mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde, gehört in jedem Fall zu meinen Jahreshighlights.


    © Parden

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    SaintGermains avatar
    SaintGermainvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman, der nicht nur über IIndianerkultur und Rechtsprobleme erzählt, sondern auch den alltäglichen Wahnsinn der Pubertät widerspiegelt.
    Indianer und ihre Geschichte in einer bewegenden Story verpackt


    Joe lebt mit seinen Eltern in einem Indianerreservat in North Dakota, als seine Mutter Opfer eines brutalen Verbrechens wird und sich komplett in sich selbst zurückzieht und weder Mann noch Sohn an sich heranlässt. Joe beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge und in ihm reift der Wunsch nach Rache. Mit seinen drei Freunden versucht er, dem Täter auf die Spur zu kommen. Als dieser endlich gefasst wird, gibt es allerdings Schwierigkeiten, denn die Frage nach der Behördenzuständigkeit kann nicht eindeutig geklärt werden. Und in Joe wird der Gedanke an Selbstjustiz immer lauter…

    Das Cover des Buches fiel mir sofort ins Auge - super gemacht.

    Der Schreibstil der Autorin war sehr lebendig und flüssig, man konnte sich gut in die Geschichte, die Orte und die Protagonisten einfühlen. Auch dass die Geschichte aus der Sicht eines Erwachsenen (Joe) erzählt wird fand ich sehr gut gemacht.

    Trotz des dramatischen, schockierenden und traurigen Themas dieses Buches findet man aber auch Stellen, die einem zum Lächeln und Schmunzeln einladen.

    Was mich etwas störte waren die fehlenden Anführungszeichen bei der direkten Rede.

    Ein Roman, der Einblicke in die Indianerkultur, seine Probleme, Rechte und die Pubertät gibt.

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    KerstinnIs avatar
    KerstinnIvor 3 Jahren
    Das Haus des Windes

    ,,Es war schon spät. Mein Vater setzte sich, trank einen Schluck Kaffee und nahm seine Lesebrille ab. Er rieb sich die Augen und war wahrscheinlich zu erschöpft, um noch über seine Worte nachzudenken. Wegen des Rundhauses, sagte er.

     Das Alte Rundhaus? Ist es da passiert?

    Er antwortete nicht. Was mit Mom passiert ist, war das da?

    Wieder keine Antwort.

    Er schob die Papiere beiseite und stand auf. Das Licht fiel auf die Falten in seinem Gesicht und vertiefte sie zu Scharten. Er sah aus, als wäre er tausend Jahre alt." (S.68f)

     

    Joe ist 13 Jahre alt und lebt in einem Indianerreservat in North Dakota. Er und seine Freunde stecken gerade in einem Alter zwischen Kind sein und Mann werden, als Joes Mutter Opfer eines brutalen Verbrechens wird. Trotz aller Mahnungen will Joe diese Tat aufklären und sich rächen.

    Wirklich gelungen sind die vielen Informationen über indianisches Recht in Bezug auf die allgemeingeltenden Gesetze. Da Joes Vater selbst Richter ist werden diese Informationen sehr gut in die Geschichte eingearbeitet und dem Leser glaubhaft vermittelt. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch die Story an sich finde ich gelungen. Der Schreibstil gefällt mir im groben auch gut. Jedoch fehlen mir eindeutig die Satzzeichen in der wörtlichen Rede, das Fehlen hat mir den Lesefluss deutlich erschwert. Zusätzlich stören mich zahlreiche Wiederholungen von unwichtigen Inhalten. Natürlich findet ein 13 Jähriger die großen Brüste seiner jungen Tante Sonja gut- diese Info hat es sogar auf den Klappentext geschafft und musste daher nicht noch gefühlte 100 Mal wiederholt werden. Auch die ständige Erwähnung der Zecken führte in der Geschichte nicht weiter und trug nichts zum Inhalt bei.

    Joes Entwicklung in dem Buch ist gut gelungen, das Lesen an sich machte unter Missachtung der oben genannten Aspekte spaß. Daher gebe ich gern noch 3 Sterne.

     

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    mabuerelevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Abwechslungsreich, spannend, tief berührend - ein Stück unbekanntes Amerika!
    Ein Junge kämpft für seine Familie

    „...Was ich tue, ist auf die Zukunft gerichtet, auch wenn es dir unwichtig, banal oder langweilig erscheint...“

    Wir schreiben das Jahr 1988. In North Dakota lebt der 13jährige Joe mit seiner Mutter, Spezialistin für Stammeszugehörigkeit, und seinem Vater, einen Richter, im Indianerreservat. Die Mutter war nach einem Anruf ins Büro gefahren. Joe und sein Vater wollen sie holen. Doch sie kommt ihnen mit ihrem Wagen entgegen. In dem Moment wissen sie noch nicht, dass ab sofort nichts mehr so ist, wie es war.

    Die Autorin hat einen beeindruckenden und vielschichtigen Gegenwartsroman geschrieben. Das Buch lässt sich gut lesen.

    Joe hat die Geschichte viele Jahre später im Rückblick erzählt. Der Mutter war es gelungen, ihrem Vergewaltiger mit dem Auto zu entfliehen. Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus zieht sie sich in das Schlafzimmer zurück und verweigert jedes Gespräch. Selbst ihre beste Freundin möchte sie nicht sehen.

    Joes Vater versucht, in alten Akten Spuren zu finden, die zum Täter führen. Joe und seine Freunde Zack, Agnus und Cappy gehen einen anderen Weg. Sie versuchen, den Tatort ausfindig zu machen und hoffen, dort auf Hinterlassenschaften des Täters zu stoßen. Dabei gehen sie erstaunlich logisch vor und können Erfolge verbuchen. Joe möchte sein altes Elternhaus zurück. Die gespannte und bedrückende Atmosphäre und den „...eisigen Stillstand der Gefühle...“ kann er nicht aushalten.

    Doch das Geschehen um die Vergewaltigung, die sich später als sehr viel komplexere Tat herausstellt, ist nur eine Seite des Buches. Darin eingebettet sind weitere Lebensläufe. Zwei möchte ich kurz erwähnen. Da ist zum einen Linda. Die junge Frau wurde als Kind wegen einer körperlichen Behinderung von der Mutter abgelehnt und von einer indianischen Familie aufgenommen. Die Liebe ihrer neuen Mutter verringerte nicht nur durch entsprechende Handgriffe die Behinderung, sie erlaubte Linda ein selbstbestimmtes Leben. Zum anderen erfahre ich als Leser die Lebensgeschichte von Sonja, deren große Brüste den pubertierenden Joe mehr interessieren als ihre eher mütterliche Zuneigung zu ihm.

    So vielschichtig wie der Roman, so abwechslungsreich ist der Schriftstil. Man muss das pubertierende Verhalten der Jungen und die dazu passende deftige Sprache nicht mögen, aber beides ist realistisch. Wichtig fand ich die Gespräche von Vater und Sohn. Joe wirft seinem Vater vor, dass er nur für Kleinigkeiten zuständig ist und die wichtigen Verhandlungen nicht in die Hand der Indianer kommen. Obiges Zitat ist die Antwort es Vaters darauf. In sachlichen Stil werde ich über die Rechtsprechung und die damit verbundenen Probleme im Reservat informiert. Diese für Außenstehende fast undurchsichtigen Zuständigkeiten führen dazu, dass der Vergewaltiger erst einmal frei kommt. Sehr differenziert werden die Emotionen der Protagonisten dargestellt. Sonjas Wut, die Angst der Mutter, Cappys erste Liebe sind einige Beispiele dafür.

    Trotz der ernsten Handlung finden sich auch humorvolle Stellen. Andere Abschnitte sind tief berührend. Sehr detailliert beschrieben wird das heutige Leben der Indianer. Die Verhältnisse reichen von tiefer Armut bis zu bescheidenen Wohlstand.

    Das Cover wirkt geheimnisvoll.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hat mir eine fast unbekannte Seite der amerikanischen Lebenswirklichkeit gezeigt.

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    Orishas avatar
    Orishavor 3 Jahren
    Vom Zerbrechen einer Familie

    Als seine Mutter Opfer eines Verbrechens wird, beginnt Joes Welt zu taumeln, zu wanken, zu zerbrechen. Seine Mutter, die nicht mehr Mutter ist. Sein Vater, der nicht mehr Ehemann sein kann. Und ein Sohn, der die Last dieses Verbrechens mittragen muss. Hilflos stehen die beiden Männer vor den Trümmern ihrer Familie, dem Schatten der geliebten Mutter und Ehefrau. Ein Schatten, der sich tief in beide hineingräbt und Joe zu einer dramatischen Entscheidung veranlasst, als das Recht nicht auf der Seite der Familie steht.

    Erdrich führt den Leser durch eine Familientragödie der besonderen Art und durch eine Jugend, die normaler scheint, als sie ist. Mit Joe und seiner Familie sind ihr gute Charaktere gelungen. Geraldine als Opfer sexueller Gewalt – nur noch ein Schatten ihrer selbst. Der Vater, der sich mit aller Kraft für seine Frau einsetzt, als Anwalt das Verbrechen an seiner Frau vor Gericht bringen will und nebenher versucht Joe ein guter Vater zu sein. Und Joe, der einen eigenen Plan fasst, an dem er beinahe zu Grunde geht.

    Dabei gelingt der Autorin eine Gradwanderung, die irgendwie beeindruckend ist. Neben dem Alltäglichen im Erwachsenwerden eines Jugendlichen, bringt sie auch die Probleme indigener Bevölkerungsschichten Amerikas auf den Punkt und erklärt ein Rechtssystem, dass wohl den wenigsten Lesern ein Begriff sein wird. Einziges subjektives Manko ist die Länge des Buches, dass manchmal einige Längen hat, die es nicht haben müsste.

    Fazit: Ein lohnendes Buch für Zwischendurch.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 3 Jahren
    Selbstjustiz

    Ein Indianer-Reservat in North Dakota, 1988: Die Mutter des 13jährigen Joe Coutts wird Opfer eines brutalen Verbrechens, sie wurde vergewaltigt und verletzt. Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, verschließt sie sich, denn sie hat Angst. Sie spricht nicht und isst auch nicht. Alle machen sich Sorgen. Weder ihr Mann noch Joe können sie erreichen. Joes Vater ist Richter am Stammes-Gericht und er versucht, seine Möglichkeiten zu nutzen, um die Sache aufzuklären. Aber auch Joe möchte den Täter ermitteln. Dabei helfen ihm seine Freunde, allen voran Cappy. Der verdächtige Linden wird verhaftet, kommt aber sehr schnell wieder frei aufgrund von Kompetenzproblemen, denn der Tatort liegt genau dort, wo drei Territorien zusammentreffen.

    Wir lernen die Geschichte aus der Sicht von Joe kennen. Sie wird in einem ruhigen Tempo erzählt. Umso mehr gehen einem die beschriebenen Brutalitäten an die Nieren. Es wird ein gutes Bild gezeichnet von den Verhältnissen in den Reservaten. Die Indianer werden diskriminiert und die Gesetzgebung ist auch unzureichend.

    Der pubertierende Joe ist recht behütet aufgewachsen und möchten einmal Anwalt werden. Dann bricht dieser furchtbare Überfall in sein Leben. Er will seiner Mutter und damit der ganzen Familie helfen, indem er versucht, den Täter zu ermitteln. Das Gefühlschaos von Joe ist sehr gut spürbar. Neben den dramatische Teilen gibt es aber auch komische. Dies ist unter anderem Joes Großvater Mooshum zu verdanken, der wirklich sehr skurril ist.

    Das Buch vermittelt einen interessanten Einblick in die Kultur der Indianer und über deren heutige Lebensweise, die immer noch schwierig ist. Die Geschichte ist spannend und das Ende dramatisch.

    "Das Haus des Windes" ist ein berührender und sehr interessanter Roman.

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    Arizonas avatar
    Arizonavor 3 Jahren
    Ein Roman über Recht und Gerechtigkeit

    Der 13jährige Antone Bazil Coutts, genannt Joe, lebt mit seinem Eltern in einem Indianer-Reservat in North Dakota. Es ist das Jahr 1988. Sein Vater ist Richter am Stammes-Gericht, seine Mutter Geraldine arbeitet im Büro für Stammesangelegenheiten. Sein recht behütetes Leben wird jäh zerstört durch einen brutalen Überfall mit Vergewaltigung seiner Mutter. Nachdem sie aus dem Krankenhaus wieder zuhause ist leidet sie sehr an Angstzuständen. Der Vater und Joe beginnen zu ermitteln, wer der Täter war und wieso es zu dem Überfall kam. Dabei helfen Joe auch seine Freunde, vor allem Cappy - und sie haben auch schnell einen Verdächtigen, und zwar Linden, der schon lange einen Hass auf die Indianer aus dem Reservat hat. Linden kommt sogar in Untersuchungshaft, aber aufgrund der Unklarheit, wo die Tat genau begangen wurde - ob auf Stammesland oder auf staatlichem Land - wird er wieder freigelassen. Es gibt also eine Lücke in der Rechtssprechung.

    Nebenbei erleben die pubertierenden Jungs aber auch noch andere Abenteuer, wenn sie allein mit ihren Fahrrädern unterwegs sind und stellen so einigen Unsinn an, z.B. auch die ersten Begegnung mit dem Alkohol. Manche Szenen sind auch recht skurril, so macht der alte Mooshum, der Großvater von Joe, nur verrückte Sachen. So kommen auch ein paar komische Elemente in die sonst recht düstere Handlung.

    Die ganze Geschichte ist als Rückblick von Joe erzählt, der später selbst einmal Anwalt sein wird. Also berichtet er aus seiner Perspektive über diesen Sommer, der sein Leben so entscheidend geprägt hat, ausgehend von dem Überfall auf die Mutter. Diese Coming of age story berichtet von den Bedingungen im Reservat in den 80er Jahren, die Stimmung ist sehr authentisch eingefangen. Die Autorin ist selbst indianischer Abstammung. So ist dieses Buch auch eine Anklage über die Diskriminierung der Ureinwohner, die sich auch in der Rechtsprechung ausdrückt.

    Die Sprache und die Stimmung im Buch gefallen mir sehr, die Story selbst war mir aber doch teilweise recht brutal. Das ist aber sicher bewusst so von der Autorin eingesetzt worden, um auf die Zustände aufmerksam zu machen, dass Vergewaltigungen leider immer noch ein brisantes Thema in Reservaten sind. 

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    Tulpe29vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr interessantes, berührendes Buch über das Leben in einem Reservat in North Dakota Ende des letzten Jahrhunderts.
    Selbstjustiz

    Schockierend, was die Autorin für dieses Buch recherchiert hat. Unzureichende Gesetze für Straftäter, Machtlosigkeit der Polizei und Gerichte, endloses Leid für Opfer und Betroffene, gerade bei Vergewaltigungen von Frauen in Reservaten. Das ist die bittere Realität, und es wird sich bis heute nicht viel geändert haben.
    Dieses Buch zeigt deutlich , dass die Menschen indianischer Abstammung in den USA leider immer noch massiv unterdrückt werden. Daran muß sich schnellstmöglich etwas ändern. Man soll die Hoffnung nie aufgeben. Die Zustände sind beschämend für so ein großes, einflußreiches Land. Gut, dass es solche Bücher gibt, die das Leben der vielen vergessenen  Menschen dort beschreiben.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Heftige Geschichte über das Leben der Ureinwohner Amerikas in den 1980ern

    Zum Inhalt: 1980er Jahre,  in North Dakota, auf dem Stammesland der dortigen Ureinwohner, wird die Frau des Richters vergewaltigt. Ihr Sohn, der dreizehnjährige Joe, versucht, den Täter zu fassen und seine Mutter zu rächen. Doch seine traumatisierte Mutter schweigt zum Vorfall und der Alltag geht weiter. Die Gesetzeslage für die Ureinwohner ist zu dem sehr rückständig und diskriminierend. Nebenher schlägt sich Joe mit pubertären Problemen herum und erkennt nach und nach die Gewalt, die sich auch durch den restlichen Stamm zieht...

    Der Erzählstil war größtenteils in Ordnung. Was mich aber an ihm gestört hat, ist, wenn besonders grausame oder kuriose Details immer und immer wieder erzählt wurden, als Beispiel sei hier die Zeckenplage zu nennen, die die Suche Joes und seiner Freunde nach dem Täter an einem See sehr erschwert oder eine Frau, deren Kopf von Geburt an ungestaltet ist und sie somit während ihres Auftritts im Buch sehr eindringlich immer wieder als hässlich bezeichnet wird. Mir war das als Leserin zuviel. Ich hatte das auch schon beim ersten Lesen verstanden und kam mir leicht dement vor, weil dies so oft wiederholt wurde. Offenbar wollte die Autorin da besonders drauf hinweisen, weil es ihr sehr wichtig erschien (warum auch immer?). Auch für die Brüste von Tante Sonja (die ja sogar im Rückentext erwähnt werden, gilt diese Wiederholungsmanie, die mich wirklich nervte.

    Die Ausarbeitung der Charaktere ist dagegen sehr gut gelungen, das fand ich gut. Besonders die zwiespältigen Gefühle Joes konnte ich gut nachvollziehen.

    Die Geschichte beginnt mit einer Vergewaltigung, so dass mir schon beim Lesen der Leseprobe klar war, dass auch sehr heftige Details genannt werden könnten. Das ganze Ausmaß der Gewalt war mir aber nicht bewusst und da hätte ich einen Hinweis auf dem Rückencover gut gefunden. Dort wird doch sehr verharmlosend vom Inhalt geschrieben. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich hier nur erwähnen, dass das Buch dadurch auf jeden Fall Psychothriller-Elemente aufwies, die mir sehr an die Nieren gingen.

    Die Kultur, die Denkweise und die Probleme der Ureinwohner Amerikas wurden gut dargestellt. Man kann viel Neues erfahren, was auch wirklich interessant war.

    Insgesamt war das Buch unterhaltsam und interessant zu lesen, wenn mich auch halt die Gewalt darin etwas schockiert hat und mir der Erzählstil nicht lag. Daher kann ich das Buch eingeschränkt weiterempfehlen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    Ein altes Haus, eine ungesühnte Schuld und die Brüste von Tante Sonja

    Im Zentrum des Romans "Das Haus des Windes" steht der 14jährige Joe, der ein brutales Verbrechen an seiner Mutter rächt und dabei zum Mann wird.

    Im Sommer 1988 wird die Mutter des 14-jährigen Joe Coutts Opfer eines brutalen Verbrechens. Sie schließt sich in ihrem Zimmer ein und verweigert die Aussage. Vater und Sohn wissen nicht, wie sie sie zurück ins Leben holen können. Da sich der Überfall auf der Nahtstelle dreier Territorien ereignet hat, sind drei Behörden mit den Ermittlungen befasst. Selbst Joes Vater sind als Stammesrichter die Hände gebunden. So beschließt Joe, den Gewalttäter selbst zu finden. Mit seinen Freunden Cappy, Angus und Zack unternimmt er teils halsbrecherische, teils urkomische Ermittlungsversuche. Bei seiner aufreizenden Tante und im Kreis katholischer Pfadfinderinnen begegnet er der Liebe – und in alten Akten dem Schlüssel des Verbrechens.

    Monatelang auf der New-York-Times-Bestsellerliste überhäuft mit Kritiker- und Leserlob: Eine der großen Autorinnen unserer Tage hat ihr brillantestes Buch geschrieben – zart, sehr traurig und sehr lustig.

    „Erdrich erzählt mal deftig, mal zum Weinen traurig, mal unglaublich komisch, aber immer so packend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.“ SWR3

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    Mehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/das-haus-des-windes-3566.html

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    KerstinnIs avatar
    Letzter Beitrag von  KerstinnIvor 3 Jahren
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    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen.

    Unsere Buchtipps:

    1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby
    Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen.

    2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis
    Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören!

    Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight!


    3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert
    Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen!

    4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk
    In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen.
    Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert.


    5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer
    Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt.
    "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden!


    6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver
    Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile.

    Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja.


    7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich
    Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der
    nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen.


    8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons
    Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen!

    9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche
    Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur!

    10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer
    Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt.

    11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner
    Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben …
    Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind.


    Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen.

    Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei:

    Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt?


    Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Na dann wünsche ich dir gaaaanz viel Spaß mit deinen Büchern! :)
    Zur Buchverlosung
    Daniliesings avatar
    Hallo,

    ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese.

    Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!)

    Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben.

    Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben.

    Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen.

    Dankeschön!

    Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:
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