Louise Erdrich Spuren

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Inhaltsangabe zu „Spuren“ von Louise Erdrich

Argus, North Dakota zwischen 1912 und 1924. Die Pillagers, Kashpaws, Lazarres, Nachkommen der Chippewa-Indianer, versuchen zu verteidigen, was ihnen an Land noch geblieben ist. Zu lange haben sie zugeschaut, wie die Regierung ihnen den Boden schrittweise unter den Füßen weggezogen hat. Was übrig bleibt sind Spielsucht, Alkohol, Heimatlosigkeit und Tod. „Unser Sterben begann vor dem Schneefall, und wie der Schnee fielen wir immer weiter. Es war erstaunlich, dass noch so viele übrig waren zum Sterben.“ Eine, die es überlebt hat, ist die schöne, zaubermächtige Fleur Pillager, von den Männern geliebt, von den Frauen eifersüchtig verfolgt. Ob ihre Kräfte reichen, um den Wald, Ort der Lebenden und der Toten, vor der Rodung zu bewahren?

Wie schon in "Liebeszauber" und "Die Rübenkönigin": Louise Erdrich entfaltet ein vielstimmiges Generationenporträt und erzählt vom Wandel der Zeit in Argus, North Dakota.

»So kann, so muß es gewesen sein, als eine fremde, magische Welt zugrunde ging.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die interessanteste amerikanische Erzählerin seit langem.« Philip Roth

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  • Rezension zu "Spuren" von Louise Erdrich

    Spuren

    Klusi

    19. February 2010 um 16:27

    In ihrem Roman "Spuren" läßt die Autorin abwechselnd zwei Ich-Erzähler zu Wort kommen. Da ist einmal der alte Nanapush. Er erzählt Lulu die Geschichte ihrer Mutter, Fleur. Damals, als die ganze Familie Pillager von der Schwindsucht dahingerafft wurde, nahm Nanapush Fleur, die einzige Überlebende, bei sich auf. Er hat eine recht eigene Sicht der Dinge, denn der betagte Indianer hat schon vieles erlebt und überlebt. Trotz des Leides, der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit, die immer wieder durchklingt, schildert er die Vergangenheit mit einer gewissen Gleichmut und einem teils bissigen Humor. Seine Geschichte ist gleichzeitig die Geschichte eines ganzen, im doppelten Sinne, entwurzelten Stammes. In Nanapushs Bericht spiegelt sich die uralte Magie und Mystik der Indianerkultur, vermischt mit einem starken Aberglauben der Indianer. Mit den Verführungen der Weißen kommen sie nicht zurecht und erliegen nur allzu oft den Verlockungen durch Alkohol und Glücksspiel, was sie häufig zu Verzweiflungstaten treibt. Auch die geheimnisvolle und starke Indianerin Fleur kann nicht verhindern, dass den Indianern im Reservat immer mehr Land entzogen wird, um die Interessen weißer Unternehmer zu befriedigen. Ihre Zauberei ist machtlos gegen die modernen Einflüsse, die den Indianern die Lebensgrundlage rauben. Der zweite Erzählstrang wird aus der Sicht vom Pauline geschildert. Sie ist eine Halbindianerin, die keine sein möchte. In ihrer Gier nach Anerkennung und dem Wunsch, anders zu sein, tut sie Dinge, die man als wahnsinnig bezeichnen könnte. Sie wirkt von Anfang bis Ende undurchsichtig. Ihren Part im Buch fand ich etwas unglücklich, weil zu übertrieben. Weil mir Pauline durchweg unsympathisch war und ihre Sichtweise sehr viel Raum im Roman einnimmt, gebe ich dem Buch nur 4 von 5 möglichen Sternen.

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