Loung Ung

 4.3 Sterne bei 35 Bewertungen

Alle Bücher von Loung Ung

Der weite Weg der Hoffnung

Der weite Weg der Hoffnung

 (24)
Erschienen am 23.02.2017
First They Killed My Father

First They Killed My Father

 (11)
Erschienen am 01.04.2006
After They Killed Our Father

After They Killed Our Father

 (0)
Erschienen am 06.03.2008
Lucky Child

Lucky Child

 (0)
Erschienen am 01.04.2006
First They Killed My Father

First They Killed My Father

 (0)
Erschienen am 27.06.2011

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Rezension zu "Der weite Weg der Hoffnung" von Loung Ung

Dem Blutrausch der Roten Khmer ausgeliefert
awogflivor einem Monat

Mit diesem Buch habe ich meine A-Z Autorinnenchallenge abgeschlossen und ich habe es nicht bereut. Ursprünglich wollte ich ja ein anders lesen, aber das andere lässt sich auch hervorragend in die 2019er Eu-Autorinnenchallenge einbauen.

Dieses Werk habe ich gewählt, weil ein Lesefreund mich darauf aufmerksam gemacht hat und weil ich am Schauplatz der autobiografischen Geschichte überall im Jahr 2015 war: Killing Fields, Pnom Penh, Die Gefängnisse, Tonle Sap der Norden Kambodschas... Auch durfte ich einem anderen, sehr alten Überlebenden des Foltergefängnisses in Pnom Penh die Hand schütteln und ihm seine Biografie abkaufen.

Doch nun von der Motivation zum Werk selbst. Stilistisch ist es doch etwas verwirrend gestrickt, weil die Autorin Präsens und Ich-Form eines kleinen Mädchens, der Protagonistin, gewählt hat, die dann aber nicht immer authentisch kindgerecht sondern oft wie eine erwachsene Schriftstellerin formuliert. Bei jedem komplexen Wort - teilweise präsentiert die Autorin einen ausnehmend komplexen Sprachschatz - und bei den öfter eingestreuten Konjunktivsatzkonstruktionen hat es mich als Leserin geschüttelt, weil dieser Stil so ambivalent und definitiv verwirrend ist wenn so etws ein 5-9 jähriges Mädchen formuliert.

Trotz dieser zugegebenermaßen ernsteren stilistischen Mängel hat Luong Ung aber etwas Wichtiges zu erzählen. Die Geschichte der Familie ist herzzerreißend, im Wohlstand beginnend und anschließend geprägt von permanenter Flucht, Hunger, Krankheit und Tod, erst stirbt die die Schwester, dann werden Vater und Mutter von den Soldaten abgeholt und erschossen. Anschießend irren drei voneinander getrennte minderjährige Kinder durch die Lager, finden sich zufällig wieder und machen sich auf, ihre restlichen erwachsenen Geschwister zu suchen.

Auch die Beschreibungen der Landschaft, der Leute und der Situationen sind plastisch realistisch und eindrücklich, das kann die Luong Ung sehr gut. Pnom Penh war 2015 genauso, wie die Autorin die Stadt 1975 so anschaulich geschildert hat. Hat sich fast gar nix geändert, bis auf ein paar Hochhäuser als Hotels. Auch ein paar Gedenkstätten als Lager habe ich gesehen und darin natürlich auch die Zeitdokumente der Insassen. Diese stimmen mit meinen Eindrücken deckungsgleich überein.

Das Thema der Kindersoldaten ist zudem ein spannender Aspekt in der Geschichte dieses Krieges der Roten Khmer gegen ihre eigene Bevölkerung. Auch wenn die Protagonistin als junges Mädchen zwar nicht authentisch formuliert, da sie in der Ich-Form von einem kleinen Mädchen gesprochen werden, findet das erwachsene Ich der Autorin aber dennoch sehr weise Worte, die sie kurz und knackig auf den Punkt bringt:
"Seine Regierung hat ein rachgieriges, blutdürstiges Volk geschaffen. Pol Pot hat aus mir ein kleines Mädchen gemacht, das töten will."

Eines sollte noch gesagt werden. Diese Familiengeschichte ist harter Tobak und nichts für zarte Gemüter, dennoch sollten wir auch auf einen solchen grausamen "Krieg" (eigentlich ja nur Konflikt in einem Land) hinschauen.

Fazit: Weil mir persönlich die Geschichte, die erzählt wird, immer wichtiger ist als die formale Struktur, bin ich über die Erzählkonstruktion sehr schnell hinweggekommen, und weil es  zudem an sprachlich ausgereiften Sätzen überhaupt nicht gemangelt hat. Deshalb vergebe ich 3,5+ Sterne, die ich leichten Herzens gerne auf 4 Sterne aufrunden möchte.

P.S.: Die Biografie ist 2017 von Angelina Jolie als Regisseurin verfilmt worden und war 2018 für den Auslandsoscar nomiert. Läuft bei uns in Österreich in den Programmkinos.

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Rezension zu "Der weite Weg der Hoffnung" von Loung Ung

Kindheit in der Diktatur der Roten Khmer
Barbara62vor 3 Jahren

Loung Ung ist gerade 5 Jahre alt, als die kommunistischen Roten Khmer 1975 die Regierung in Kambodscha übernehmen. Ihre behütete Kindheit in einer gutsituierten Mittelstandsfamilie in Phnom Penh endet schlagartig.

Die folgenden 5 Jahre sind geprägt von immer neuer Vertreibung, Todesangst, Hunger und Gewalt. Die Familie wird auseinandergerissen, Vater, Mutter und zwei Schwestern kommen um.

Als die Schreckensherrschaft Pol Pots 1979 zu Ende geht, gelingt Luong Ung die Flucht nach Vietnam und von dort weiter in die USA, wo sie heute als Menschenrechtsaktivistin aktiv ist.

Der weite Weg der Hoffnung ist gleichzeitig die tief berührende Schilderung eines verzweifelten Überlebenskampfes aus der Sicht des Kindes und die Aufarbeitung des erlebten Schreckens der inzwischen erwachsenen Autorin.

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Rezension zu "First They Killed My Father" von Loung Ung

First they killed my father
Fanjevor 5 Jahren

Das Buch von Loung Ung beschreibt ihre Kindheit unter den Roten Khmer. Sie schildert, wie sie mit ihrer Familie aus Phnom Penh vertrieben wurde und auf dem Land unter schlimmsten Bedingungen Reis anbauen musste. Sie beschreibt die Verbrechen der Roten Khmer und erzählt, wie ihre Familie zu dieser Zeit zu Überleben versucht hat.
Das Buch ist sehr ergreifend und absolut lesenswert, um sich mit den Geschehnissen unter dem Regime der Roten Khmer vertraut zu machen.

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