Die man nicht sieht

von Lucía Puenzo 
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Die man nicht sieht
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Eine junge Diebesbande und ihr Abenteuer am Rande des Lebens

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Inhaltsangabe zu "Die man nicht sieht"

Ein gekipptes Fenster im Badezimmer, eine erschrockene Katze, leichter Knoblauchgeruch: Mehr Spuren hinterlässt die beste Einbrecherbande von Buenos Aires nicht. Erst Wochen später bemerken die Hausbewohner, dass einzelne Gegenstände fehlen – Kleidung, Schmuck, Geld. Nur der Sicherheitsmann Guida weiß, wer die unsichtbaren Diebe sind: ein Teenagerpärchen und ein Sechsjähriger, die in einem verlassenen Eisenbahnwaggon hausen.
Ismael wäre gerne Schauspieler, La Enana kann als Einzige der drei lesen, und ihr kleiner Bruder Ajo lutscht Knoblauchzehen wie andere Kinder Karamellbonbons. Das Meer haben sie noch nie gesehen, bis sie ein ominöser Auftrag an die mondäne uruguayische Küste führt: Innerhalb kürzester Zeit sollen sie neun Luxusvillen leerräumen – Teil eines Komplotts, in dem die drei nur Randfiguren sind. Denn wer bemerkt schon, wenn Unsichtbare verschwinden?
Temporeich und mit sozialer Tiefenschärfe erzählt Lucía Puenzo in ihrem neuen Roman von drei Außenseitern, die sich nur auf sich selbst verlassen können. Bis zum dramatischen Ende lotet »Die man nicht sieht« die Abgründe der besseren Gesellschaft aus, die ihre Privilegien rücksichtslos verteidigt, die Drecksarbeit aber lieber anderen überlässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783803132970
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Wagenbach, K
Erscheinungsdatum:23.08.2018

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    aus-erlesens avatar
    aus-erlesenvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Eine junge Diebesbande und ihr Abenteuer am Rande des Lebens
    Unübersehbare Klasse

    Kaltes Hühnchen in hauchdünne Scheiben geschnitten, Käse, roher Schinken, Pasta – wenn Ismael, Enana und Ajo arbeiten, gibt’s eigentlich fast immer was Leckeres zu essen. Sie sind freischaffend. Arbeiten im Auftrag von Guida, einem Security-Angestellten in einem der vielen noblen Wohnanlagen von Buenos Aires. Sie sind gut, sie sind die Besten. Sie sind Diebe. Und sie sind Kinder. Ajo ist gerade mal sechs Jahre alt. Seine Schwester, Enana nur ein paar Jahre älter, genauso wie Ismael.
    Nun wartet ein Großauftrag auf das gewiefte Trio. In Uruguay sollen sie lautlos und unbemerkt mehrere Besitzer von Villen auf die bekannte und bewährte Art um ein bisschen ihres Hab und Gutes bringen. Wie immer nur ein wenig, gerade so viel, dass man Kasse machen kann, aber nicht zu viel, das der Diebstahl und vor allem der Einbruch sofort auffallen. Ismael ist misstrauisch. So wie immer. Doch dieses Mal soll er sich nicht täuschen.
    Die Überfahrt nach Uruguay auf dem Schiff ist organisiert. Guidas Cousin, der die Drei ein Stück weit schleust, schüttelt den Kopf. Die sind doch viel zu jung, besonders der Kleine, der permanent Knoblauchzehen lutscht. Und die richtige Kleidung für die Überfahrt auf rauer See haben sie auch nicht. 
    Was die Drei nicht wissen, ist, dass Guida solchen „Auslandseinsätze“ immerfort organisiert. Dreißigtausend Pesos für jeden von ihnen, für einen Monat Arbeit. Er selbst verwaltet das Geld bis das Trio wieder zurück ist. Insgeheim, rechnet Guida aber selbst mit der Kohle. Die kann er dann im Stundenhotel verprassen oder für einen Urlaub. Und versetzen lassen wird er sich auch wieder. Alles wie gehabt.
    Ihr Unterschlupf ist die Frau, die sie „meine Tante“ nennen sollen. Hier verbringen mehrere Kinder die Wartezeit bis zu ihrem Einsatz. Kontakt untereinander ist streng verboten. Wie in einem Internierungslager herrschen strenge Regeln, die bei Verletzung hart bestraft werden. Für die Streifzüge ist alles bestens präpariert: Hackfleisch mit Schlafmittel für die Wachhunde, ein Abwehrspray für alle Eventualitäten, sogar ein Gegengift, falls eine Schlange einem Unvorsichtigen beißen sollte. Besonders Letztes ist für Ismael, Enana und vor allem für Ajo die Lebensversicherung. Denn die Streifzüge werden zu einem Höllenritt…
    Lucía Puenzo liebt ihre Figuren, die sie in einem der Villenviertel an den Stränden Uruguays aussetzt. Es sind nicht einfach nur drei Kinder, die mit Diebstählen ihren Lebensunterhalt verdienen, und sich vor ihren Auftraggebern geschickt ducken, um sich nicht ans Messer zu liefern. Es sind ausgereifte Charaktere mit Stärken und – es sind doch immer noch Kinder! – Schwächen. So erwachsen sie in brenzligen Situationen handeln, so zerbrechlich sind ihre Herzen, wenn sich jemand zwischen sie drängt. Ihnen bleibt keine Zeit Kinder oder Jugendliche zu sein. Ihre Erfahrungen machen sie auf dem steinigsten Pflaster, was es gibt. Mit traumwandlerischer Sicherheit erlaubt ihnen Puenzo sich zu entwickeln, um eines Tages doch das lang ersehnte Glück finden zu können. 

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