Luc Folliet Nauru, die verwüstete Insel

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Inhaltsangabe zu „Nauru, die verwüstete Insel“ von Luc Folliet

Eine Reise nach Nauru, der kleinsten Republik der Erde: jahrzehntelang Zankapfel der Kolonialmächte, dann mit Vogeldung reich geworden, fiel sie dennoch Anfang des 21. Jahrhunderts in den Status eines Entwicklungslandes zurück.

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  • Der kleinste Staat der Erde

    Nauru, die verwüstete Insel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. April 2013 um 21:10

    "Nauru ist vor allem die Geschichte des Menschen. Ist sein materieller Wohlstand erst einmal gesichert, vernachässigt er seine Kultur, vergisst seine Vergangenheit und pfeift auf seine Umwelt. Ich glaube, in diesem Punkt sind wir alle gleich, egal ob wir aus Nauru, der westlichen Welt oder China kommen" (S. 131) Nauru hat dies alles in nur 20 Jahren geschafft. Aufstieg und Fall. Die Traditionen, Haushaltsführung, Kochen uvm. komplett vergessen.

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  • Rezension zu "Nauru, die verwüstete Insel" von Luc Folliet

    Nauru, die verwüstete Insel

    Eselsohren-Werner

    14. March 2012 um 21:34

    Man kennt das ja: Jemand hat plötzlich viel mehr Geld als bisher zur Verfügung und weiß nicht, was er damit anfangen soll. LottogewinnerInnen zum Beispiel. Dass dieses Phänomen auch bei einem ganzen Staat auftreten kann, beweist diese Reportage von Luc Folliet. Nauru ist eine kleine Insel im Pazifischen Ozean mit 21,3 km² und derzeit (2008) etwa 14.000 EinwohnerInnen. 1888 wurde sie von Deutschland annektiert. Wenige Jahre später wurden riesige Phosphatvorkommen entdeckt, eine grundlegende Basis für die Düngerproduktion. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Nauru an Australien, Großbritannien und Neuseeland, den Einheimischen blieb nur ein geringer Anteil am Ertrag aus der Phosphatgewinnung. 1968 aber erlangte Nauru die Unabhängigkeit und die völkerrechtliche Souveränität als Republik. Ab 1970 baute Nauru die Phosphate selbst ab – und wurde mit einem Mal zum zweitreichsten Staat der Welt (pro Kopf gerechnet). Ein Paradies? – Bis 2001 war die medizinische Behandlung kostenlos, es gab weder Steuern noch Gebühren für öffentliche Dienstleistungen. Die Nauruer besaßen im Schnitt – bei nur 29 Kilometern asphaltierter Straßen – zwei bis drei Autos. Man betrieb eine eigene Fluglinie, mit der man nach Australien flog, um sich mit hochpreisigen Konsumgütern einzudecken. Arbeiten ließ man Gastarbeiter, während man seine Tage vor dem Fernseher oder bei Festen verbrachte. Ungesunde Ernährung führte dazu, dass heute nahezu die Hälfte der Nauruer fettleibig und/oder zuckerkrank ist. Und der Rest vom vielen Geld? – Man investierte in Büro- und Geschäftszentren sowie Hotels, doch war man entweder naiv oder korrupt oder beides. Man investierte auch, weil bekannt war, dass spätestens ab 2000 zu wenig Phosphat zum Abbauen vorhanden sein würde. Schon 1990 war es so weit. Allmählich begann sich Armut auszubreiten. Bald sank Nauru auf den Status eines Entwicklungslandes zurück. Eine Weile half man sich, indem man gegen Bezahlung Flüchtlinge aufnahm, die Australien nicht haben wollte. Schließlich fing man an, das übrig gebliebene, bescheidene Phosphatvorkommen abzubauen. Hoffnung gibt, dass sich der Phosphatpreis 2008 in weniger als zwölf Monaten verdreifacht hat … „Die Erlösung soll aus derselben Quelle kommen, die alleinige Ursache für das leid des Landes ist“, schreibt Folliet. „Das Phosphat brachte Geld, das Geld wiederum verursachte das Müßiggängertum und den Kulturabbau der Bevölkerung. (…) Der Gewaltmarsch in Richtung Reichtum (…) endete mit der physischen Zerstörung des Heimatlandes und einem nur knapp vermiedenen Staatsbankrott. Dieser Staat muss nun sein Territorium verpachten, während sein Volk stirbt, weil es sich gehen lässt.“ Folliert zitiert den Australier Michael: „Nauru ist vor allem die Geschichte des Menschen. Ist sein materieller Wohlstand erst einmal gesichert, vernachlässigt er seine Kultur, vergisst seine Vergangenheit und pfeift auf seine Umwelt. Ich glaube, in diesem Punkt sind wir alle gleich, egal ob wir aus Nauru, der westlichen Welt oder China kommen.“ Und lässt das Schlusswort der Nauruerin Sunshine: „Wer wäre nicht gerne reich?“

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  • Rezension zu "Nauru, die verwüstete Insel" von Luc Folliet

    Nauru, die verwüstete Insel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. September 2011 um 14:27

    Kaum jemand weiß, wo Nauru überhaupt zu finden ist und noch viel weniger wissen, welchen Ablauf Geschichte und Wirtschaft des Landes in den letzten 40 Jahren genommen haben. Der Bodenschatz des Landes, Phosphat, wurde der ehemaligen Kolonie von wechselnden Kolonialmächten entrissen und erst nach der Unabhänigkeit 1968 konnte das kleine Land selbständig über Abbau und Einkünfte verfügen. Allerdings mit verheerenden Folgen. Da Phospaht eine wichtige Düngergrundlage ist, verdiente Nauru riesige Summen, die umgehend planlos ausgegeben wurden. Niemand dachte wirtschaftlich oder an eine Nachhaltigkeit der Finanzen und damit startete Nauru seinen eigenen Untergang. Mein persönliches Fazit: Luc Folliet hat ein sehr lehrreiches Buch über verfehlte Wirtschaftspolitik geschrieben. Ihm gelingt es, auf nur 130 Seiten Aufstieg und Fall einer ganzen Republik darzustellen: Nauru wurde schwerreich, hat diesen Reichtum als ewig andauernd und reproduzierbar angesehen und ist ob dieser Fehleinschätzung innert zwei Generationen zu einer unwichtigen Insel samt apathischem Volk geworden. Ein wenig mehr Bekanntheit wäre für dieses Stück Wirtschaftsgeschichte angebracht, denn Nauru ist ein Paradebeispiel für maßlose Geldgier gepaart mit absolut inkompetentem Umgang damit - was Privatleute Richtung Konkurs steuert, hat auf Staatsebene eine mindestens ebenso verheerende Wirkung. Sicher ist Nauru nicht völlig alleine Schuld, immerhin haben Kolonialmächte das Land jahrelang mit Pennies abgespeist, während sie selbst den Löwenanteil der Gewinne einstrichen. Und die Insellage Naurus hat die Lage gewiss verschärft. Doch viele Fehler, die Nauru machte, sind global vertreten und damit wird Nauru für Folliet zum Vorzeigeobjekt in Sachen Misswirtschaft: Investitionen nur um der Investion Willen - Geld ist in Massen da und die Rentabilität der Objekte gilt als naturgegeben. Vertrauen in die falschen Berater, die sich an Nauru über Jahre hinweg bereicherten und Millionen durch geschickte Transaktionen in die eigene Tasche wirtschafteten. Ein Volk, dass sich so an Reichtum gewöhnt hatte, dass es nichts mehr selber machte, sondern Arbeitskräfte aus aller Welt einfliegen ließ. Folliet stellt viele Beispiele für den unfassbaren Umgang mit Geld vor, darunter dieses von den ausländischen Putzfrauen, die von der Regierung wöchentlich zu den Nauruern geschickt wurde. Nauru steht vor den Scherben seiner Geschichte und hat nach wie vor Probleme, anzupacken - die Nauruer haben, so unglaublich es klingt, schlicht nie gelernt, zu kochen, ein Feld zu bestellen, Autos zu reparieren oder einfach nur einen Haushalt zu schmeißen; für jedes Problem ließ sich eine Problemlösung einfliegen. Folliet sieht einige aktuelle Parallelen zu Nauru Wirtschaftspolitik und so bleiben am Ende des Buchs zwei spannende Fragen offen: Nämlich nicht nur die, ob Nauru die Kurve kriegen wird, sondern auch, ob die Länder, die ihre Petrodollars in wahnwitzige Bauprojekte stecken, rechtzeitig richtig bilanzieren oder ob sie, blind vor Geld, dieselben Fehler machen werden.

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