Der Tod so kalt

von Luca D'Andrea 
4,0 Sterne bei59 Bewertungen
Der Tod so kalt
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Patrizia-Prudenzis avatar

Das Buch hat mich regelrecht fasziniert! Ich habe die italienische Version gelesen und war von der Sprache verzaubert. Spannend!

patrick2804s avatar

Nicht schlecht, aber spannend geht anders

Alle 59 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Tod so kalt"

Drei grausame Morde. Ein schweigendes Dorf. Ein Fremder, besessen von der Wahrheit
Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783421047595
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:DVA
Erscheinungsdatum:06.03.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.02.2018 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Becky_Schneckys avatar
    Becky_Schneckyvor 2 Monaten
    Protagonist ist mehr als dumm.


    Salinger ist ein Depp. 
    Das Ende hätte man weglassen können - die Wendung war unnötig in meinen Augen. 
    Trotzdem war es ein spannendes Buch.
    Aber es gibt 'logischere' Thriller 😅

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man fühlt sich in die Dolomiten hineinversetzt. lebendig beschreibt der Autor nicht nur die Szenen, sondern auch Landschaft und Charaktere
    Thriller der Extraklasse

    Luca D´Andrea, der 1979 in Bozen geborene Autor hat einen Roman geschrieben. Er erreichte mit diesem Debüt sofort Bestsellerrang in Italien. Etwa 35 Länder haben sich die Übersetzungsrecht gesichert.

     

    Wir befinden uns Mitte der 80er Jahre in Südtirol. In der Bletterbachschlucht gewittert es, schon tagelang fällt starker Regen. Junge Menschen waren auf einer Wandertour im Siebenhoch unterwegs. Sie kehren nicht zurück. Die Leichen, die man schließlich findet, sind entstellt. Angeblich weiß niemand etwas, alles schweigen zu dem, was da passiert sein mag. Der Schwiegersohn von dem, der einst vor 30 Jahren die Toten fand, stellt Fragen, ob das gut für ihn ist ??? Wird er seine Neugierde bereuen?

     

    Leseprobe aus dem Kapitel "Der Elfenkönig":

     

    Am 31. Dezember um sechs Uhr morgens ging ich in Claras Zimmer und weckte sie. Verschlafen blinzelte sie mich an. "Papa?"

    "Aufwachen, Murmeltier, wir müssen los."

    "Wohin?"

    "Ins Schloss des Elfenkönigs", verkündete ich strahlend. Sofort blitzten Claras Äuglein vor Neugier. Sie setzte sich auf ...

     

    Man fühlt sich in die Dolomiten hineinversetzt. Sehr lebendig beschreibt der Autor nicht nur die Szenen, sondern auch die Landschaft und die Charaktere. Extrem glaubwürdig, spannend und durchweg mit dichter Handlung versehen. Ein Buch, welches Suchtcharakter hat, ich konnte es nicht aus der Hand legen.

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    Literaturchaoss avatar
    Literaturchaosvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Subtile aber konstante Spannung, Dorfbewohner, die sich in Schweigen hüllen, etwas Bedrohliches da draussen in der Schlucht ... Empfehlung!
    Was geschah wirklich vor 30 Jahren?

    Ungewöhnlich ist nicht nur der komplette Aufbau dieses Thrillers, sondern auch sein Handlungsort. Denn die meisten Spannungsromane spielen ja entweder im Moloch einer Großstadt oder in düsteren, nebligen Gegenden. "Der Tod so kalt" hingegen entführt den Leser nach Südtirol. Südtirol, das man doch immer irgendwie mit Sonne und Bergen und Wandern und niedlichen Murmeltierchen und einem kühlen Radler auf der Almhütte verbindet. Dieses Südtirol ist keineswegs dunkel oder beängstigend - dennoch schlummert hier etwas, vor dem sich die Menschen fürchten.

     

    Der Dokumentarfilmer Salinger wird eher notgedrungen in ein kleines Örtchen in Südtirol versetzt: Bei einem seiner Filmeinsätze ging etwas ganz gewaltig schief, so schief, dass es mehrere Tote gab und ihm als Überlebenden ein gewisser Teil der Schuld zugesprochen wurde. Sowas zerrt an den Nerven und macht psychisch krank, daher beschliesst Salingers Frau Anneliese, mit ihm und der kleinen Tochter Clara auf unbestimmte Zeit in Annelieses Tiroler Heimatdorf zu ziehen.

     

    Und zunächst scheint Annelieses Plan auch aufzugehen, denn Salinger entspannt sich mehr und mehr in dem Bergpanorama, versteht sich blendend mit seinem Schwiegervater und unternimmt Ausflüge mit Clara.

     

    Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als er mit Clara eine Wanderung in der Bletterbachschlucht unternimmt .... und nachher nichts mehr ist wie es war.

     

    Denn in der Bletterbachschlucht ereignete sich vor etwa 30 Jahren ein brutaler Mehrfachmord, der bis dato ungeklärt ist. Salinger wäre nicht Dokumentarfilmer, wenn er sich nicht sofort festbeissen würde in die paar Bröckchen an Informationen, die er aufschnappt. Er beginnt zu forschen und plötzlich dreht sich sein beschauliches Leben in Südtirol um 180 Grad.

     

    Wo vorher Freundschaft war, schlägt ihm nun Feindseligkeit entgegen, er ist nicht mehr willkommen und wird offen bedroht und schlimmer. Seine Ehe droht zu zerbrechen, denn Anneliese fleht ihn mehr als einmal an, sich aus der Sache herauszuhalten, die Geister der Vergangenheit nicht zu wecken.

     

    Stückchenweise erfahren sowohl der Leser als auch Salinger, was damals in der Bletterbachschlucht passierte - und doch kann sich (noch) niemand einen Reim darauf machen.

     

    Dieser Thriller baut eine subtile und stetige Spannung auf, denn einerseits bringt der Autor das heutige, moderne Leben in den Bergen sehr gut herüber, beschreibt andererseits jedoch auch sehr bildlich Traditionen und altes Brauchtum, das trotz unserer technologisierten Welt am Leben gehalten wird. Er malt ein spannendes Bild der Dorfbewohner, die zunächst abwartend und höflich sind, dann aber, als sie Gefahr im Verzug sehen, ihr wahres Gesicht zeigen.

     

    Der Leser lernt einige der Dorfbewohner kennen und fragt sich fast bis zum Schluss bei einigen "Was weiss er/sie über die Morde?", "Hatte er/sie etwas damit zu tun?".

     

    ...und dann ist da noch dieses "Etwas" das seit ewigen Zeiten in der Bletterbachschlucht lebt, wie viele der Dorfbewohner glauben. Dieses "Etwas", das gefährlich ist, weshalb man die Schlucht meiden sollte. - Wer nun denkt, dass der Autor hier ein wenig HokusPokus und Übersinnliches eingebaut hat, der irrt....

     

    Für mich war "Der Tod so kalt" eine durch und durch stimmige und spannende Geschichte, noch dazu in einem sehr eingängigen Stil geschrieben.

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    Buecherspiegels avatar
    Buecherspiegelvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Grausame Morde, Mythen, Märchen, Kälte und die Phantasie eines Regiebuchschreibers, der selbst nicht ganz unschuldig ist. sehr spannend.
    Urgewalten wachen über Leben oder Tod ... Der Mensch gehört dazu

    Was für ein Einstieg in einen Thriller! Der Rückentitel lautet wie folgt: Drei grausame Morde in der kargen Bergwelt von Südtirol. Ein Dorf, das dreißig Jahre lang schweigt. Ein Fremder, der besessen davon ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen.
    Der Krimi von Luca D'Andrea „Der Tod so kalt“ ist in Italien sofort in den Bestsellerlisten gelandet, Übersetzungsrechte wurden bisher in mehr als 30 Länder verkauft. Es ist der erste Roman des Autors, der damit direkt einen Hit gelandet hat, und das zurecht. Dabei ist seine Hauptfigur, der Drehbuchautor Jeremiah Salinger, nun wahrlich nicht immer sympathisch. Das liegt an der Hartnäckigkeit, mit der Salinger seinen Themen nachgeht, ob es nun beim Filmen mit seinem besten Freund Mike ist, oder Geheimnissen auf der Spur ist. Immer verlangt er von sich und seinen Freunden wie vermeintlichen Feinden alles ab.
    Um was geht es? Jeremiah Salinger lebt in Amerika, hat eine deutsche Mutter, verliebt sich in eine Südtirolerin und macht mit seinem besten Freund Mike äußerst erfolgreich Filme über die Road Crew einer Rockband. Zwischen den abgedrehten Folgen seiner Filme heiraten er und seine Frau aus den Bergen, Anneliese, und bekommen eine Tochter, Clara. Irgendwann ziehen sie in das kleine Heimatdorf seiner Frau, wobei Salinger, so will er genannt werden, auf die Idee kommt, über Bergretter ebenfalls einen Film zu drehen. Dabei passiert ein Unglück, Salinger wird schwer traumatisiert. Seine Familie und sein Freund versuchen alles, damit er auf andere Gedanken kommt. Dabei kommt er mit einer alten Geschichte in Berührung, bei der auch sein Schwiegervater eine große Rolle spielt. Vor fast 30 Jahren kamen während eines schweren Gewitters drei junge Leute in einer unzugänglichen Schlucht ums Leben. Sein Schwiegervater war einer von vier Bergrettern, der die Toten fand. Die zwei Männer und die Frau wurden bestialisch umgebracht. Salinger will nun herausfinden, was da passiert ist. Aber er hat seiner Frau versprochen, ein Jahr zu pausieren, um wieder zu Kräften zu kommen und sein Trauma zu verarbeiten. Die Geschichte aber ist so interessant, dass Salinger nicht loslassen kann, er jeder vermeintlichen Spur nachgeht. So gut wie jedem in dem kleinen Dorf tritt er dabei auf die Füße. Ob das eine ehemalige Freundin eines der Bergretter ist, die die Toten gefunden hatten, oder dem großen Investor der Touristenattraktion im Ort, selbst in der Dorfkneipe ist er schon bald nicht mehr gerne gesehen. Und Anneliese droht damit, ihn zu verlassen, wenn er nicht endlich die Finger von der Geschichte lässt. Doch ohne jeden Zweifel kommt er der Lösung näher, auch wenn es ihn seine Gesundheit, seine Ehe, ja sein Leben kosten soll. Dabei fährt er so manches Geschütz auf, wird aufdringlich und unangenehm, sodass man ihn am liebsten selbst links und rechts ein paar runterhauen möchte. Mindestens aber schütteln und ihm sagen, dass er doch nicht so mit den Menschen umgehen darf, die ihn da bereitwillig als Schwiegersohn eines der wichtigsten Menschen vor Ort aufgenommen haben. Annelieses Vater hat nämlich die Bergrettung im Ort mit aufgebaut. So ist er überhaupt erst auf die Idee gekommen, einen Film über sie zu drehen. Selbst als die Sprache auf ein längst vergessenes Urzeitmonster kommt, wagt man nicht zu widersprechen, ist doch die Theorie gar nicht so abwegig hergeleitet.
    Eine super spannende Geschichte, die alle paar Seiten eine neue Drehung erfährt und man bis zum Schluss zwar immer jemanden in Verdacht haben kann, doch jedes mal eines Besseren belehrt wird. Es gibt nur winzige Schwächen in der Dramaturgie, die mich eher schmunzeln lassen, mir aber den Lesespaß nicht im Geringsten verderben.


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    Annalena2703s avatar
    Annalena2703vor einem Jahr
    Unfassbar gut!

    Allgemeines

    Titel: "Der Tod so kalt" ISBN: 9783421047595 Autor: Luca D'Andrea Seitenanzahl: 480 Seiten Verlag: DVA Erscheinungsdatum: 06.03.2017



    Ein grausiges Unglück bleibt nie alleine - eine Gräueltat die dreißig Jahre zurück liegt. Ein Mann, der in beide Fälle mit reingezogen wird - durch eine Bestie, die sich durch alles frisst. Außenstehende, die versuchen, alles zu verdrängen, was je geschehen ist.


    Meinung 

    Mir hat dieser Thriller unheimlich gut gefallen!

    Normalerweise bin ich nicht die Person, die zuerst zu einem Thriller greift, wenn sie die Wahl hat - doch dieses Mal war es die beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Die Geschichte hatte mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Die Seiten sind förmlich dahingeflogen und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor hat einen sehr schön lesbaren, flüssigen Schreibstil - dieser ermöglicht es einem, vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Wie das Cover bereits vermuten lässt, befinden wir uns in den Bergen - die Atmosphäre, die geschaffen wurde, war einfach toll. Viele Landschaftsbeschreibungen, die keinesfalls zu lang waren, im Gegenteil, genau richtig. Der Protagonist, seine Familie und die Außenstehenden waren immer authentisch und es war sehr schön, mit ihm durch dieses Buch zu reisen. Das Unglück und die Gräueltat haben auch mich mehr als einmal schaudern lassen! Einfach unglaublich faszienierd und gut geschrieben - ich selber hatte mehr als einmal das Gefühl, selbst mitten in die "Ermittlungen" involoviert zu sein.

    Dennoch bin ich, wie ich zum Schluss gemerkt habe, dem Autoren und auch dem Protagonisten voll auf dem Leim gegangen. Ich hatte mit der Geschichte abgeschlossen und fand das Ende eigentlich sehr angenehm, doch dann BAM! Ich hab voll eine runtergehauen bekommen und gemerkt, wie leichtsinnig ich doch war! Eine unglaubliche Kraft, die hinter diesem Buch steckt und die mich, sicherlich immer wieder, packen wird.


    Fazit

    Jeder, ob Thriller-Liebhaber oder nicht, sollte sich dieses Buch mal anschauen. Der Klappentext schmeißt einen ins kalte Wasser, was mir besonders gut gefallen hat - ich möchte auch nicht zu viel verraten, denn dieses Gefühl sollte unbedingt da sein. Wie bereits erwähnt hatte ich mit der Geschichte abgeschlossen und mich auf einen "Ausklang" eingestellt - dem war aber nicht so, im Gegenteil.Alles wurde in ein anderes Licht gerückt und deswegen bekommt dieses Buch auch 5 von 5 Sternen von mir und ist mein Monats-Highlight für den Juni 2017!

    Vielen Dank an das Bloggerportal und an den DVA-Verlag! Ich habe mich riesig gefreut, dieses Rezensionsexemplar zu lesen :)

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    Buchmaniacs avatar
    Buchmaniacvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Autor Andrea Luca hat hier einen hervorragenden Thriller und Schicksalsroman geschrieben. Sehr zu empfehlen – Lesealarm!
    So kalt der Tod

    Rezi – So kalt der Tod!

    Der gefragte Drehbuchautor Jeremiah Salinger und sein Freund Mike, drehen in den Bergen von Südtirol eine Dokumentarfilm über die Arbeit der Bergrettung in dem Dörfchen Siebenhoch. Zwischen ihnen und den Männern der Bergrettung entsteht mit der Zeit und mit steigender Anzahl der Einsätze eine Art Freundschaft.
    Die Doku verspricht ein spannender, erfolgreicher Film zu werden, der für viele Einschaltquoten sorgt.
    Salinger glaubt sich im Dorf integriert zu haben. Er ist mit der Tochter des ehemaligen Chefs der Bergrettung glücklich verheiratet und hat eine aufgeweckte, fünfjährige Tochter. Alles scheint absolut richtig zu laufen. Bis zu jenem letzten Einsatz in der Bletterbachschlucht, bei dem die gesamte Crew, während eines schweren, unberechenbaren Unwetters ums Leben kommt. Obwohl es absurd ist, lasten die Dorfbewohner Salinger dieses Unglück an.
    Bei den Bemühungen, diese Sache klarzustellen stößt Salinger auf das ˝Massaker vom Bletterbach!˝ Drei junge Leute sind damals in einem heftigen Unwetter, bestialisch umgebracht worden.
    Salinger beginnt nachzuforschen und stößt im Dorf auf Feindseligkeit und Schweigen. Doch Salinger ist besessen davon diese alten Morde aufzuklären und riskiert dabei seine geistige Gesundheit, sein Leben und das seiner Familie.

    Fazit:
    Der Autor Andrea Luca hat hier einen hervorragenden Thriller und Schicksalsroman geschrieben.
    Er erzählt die Geschichte des Drehbuchautors Salinger und seiner Familie, die Geschichte des Dörfchens Siebenhoch. Er spricht von den mutigen Einsätzen der Bergrettung, dem harten Leben und den Obsessionen der Dorfbewohner. Er lässt das geschlossene Klima aufleben, das in solch kleinen, abgeschlossenen Dörfchen entstehen kann. Unmerklich lässt er dabei in ruhigem Erzähltempo Unbehagen und Spannung entstehen. Eine Geschichte, die nicht zu Ende ist, wenn man glaubt, den Schluss zu kennen. Vom wirklichen Ende bin ich vollkommen überrascht worden. Ein Buch, das einen lockt und schließlich gefangen hält. Ein schrecklich, schönes Buch.
    Sehr zu empfehlen – Lesealarm!
    U. M. Juni, 2017.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor einem Jahr
    Die Lawine löschte den Himmel aus


    Bestechend an diesem Buch ist sein ungewöhnliches Setting:
    1) Ein dreißig Jahre alter Mordfall, der nie aufgeklärt wurde: das "Bletterbach-Massaker" in der Nähe des idyllischen Südtiroler Bergdörfchens Siebenhoch.
    2) Das Psychogramm einer abgeschiedenen Ortschaft, in der laut verkündet wird, man halte zusammen, während hinter den Kulissen vieles totgeschwiegen wird... 


    3) Die eindringliche Schilderung einer Natur, die bei aller Schönheit doch eine tödliche Bestie sein kann.


    Für mich ist dieses Buch kein Thriller, vielleicht noch nicht einmal wirklich ein Krimi. Am ehesten würde ich es als Gegenwartsliteratur mit Spannungselementen bezeichnen. Die Spannung ist eine psychologische, eher langsame, die sich vor allem aus dem interessanten Beziehungsgeflecht entwickelt – und dem Abstieg der Hauptfigur in posttraumatische Belastungsstörung, Obsession und vielleicht sogar Wahnsinn. Dementsprechend ist auch nicht alles rational oder 100%ig logisch, die Geschichte folgt manchmal der fieberhaften (Un)logik eines Albtraums und hat etwas Unabwendbares
    Salinger spürt, dass das Bletterbach-Massaker ihn bei lebendigem Leib auffrisst, versucht mehrfach, auszusteigen aus seinen Ermittlungen... Doch dann geschieht immer wieder etwas, das ihn zurückzieht. Die Sogwirkung übertrug sich auch auf mich als Leserin. 


    Das Ende ist fulminant und brachte mich an die Grenzen dessen, was ich noch als glaubhaft empfinden konnte. Es passiert etwas, wo ich erst dachte: 'Ok, das war's, das ruiniert jetzt das ganze Buch!' – aber dann war doch alles ganz anders und machte auf verquere Art und Weise Sinn. Auf jeden Fall bot es noch einmal eine wirklich unerwartete Wendung! 


    Jeremiah Salinger wirkte auf mich zunächst wie ein rundum netter Kerl, ein liebevoller Vater, der mit beiden Beinen fest im Leben steht – aber ein fataler Unfall während der Dreharbeiten zu seiner neuen Doku-Serie über die Männer der Bergrettung verändert alles: traumatisiert sucht er nach einem Ventil für seine nervöse Energie und entscheidet sich dafür, das Bletterbach-Massaker aufzuklären.
    Nur so, sagt er sich, nur aus Neugierde.


    Das Massaker entpuppt sich als schleichendes Gift, er vernachlässigt zunehmend Frau und Kind, er verändert sich, zeigt schließlich geradezu skrupelloses Verhalten... Er trifft sagenhaft schlechte Entscheidungen.


    Auch bei den anderen Charakteren merkt man mehr und mehr, dass seit dem Massaker vor dreißig Jahren hinter der netten Fassade vieles schwelt: Trauer, Wut, Besessenheit, Sucht, selbstzerstörerisches Verhalten... Sie wissen es verständlicherweise nicht zu schätzen, dass ein hergelaufener Ami herumschnüffelt. 


    Salinger erzählt die Geschichte aus seiner Perspektive. Erst ganz locker:  mal flapsig, mal sachlich und nüchtern, mal mit überwältigenden Beschreibungen der Natur. Der Schreibstil verändert sich mit seinem Gemütszustand: manchmal wirr, getrieben und voller albtraumhafter Gedanken: die Natur als Bestie, die ihn verfolgt und bedroht... An den ungewöhnlichen Tonfall muss man sich meines Erachtens erst gewöhnen!


    Manchmal übertreibt es der Autor einfach: dann gleitet das Ganze ins Pathos ab und man kann die Filmmusik geradezu hören. Aber trotz dieser kleinen Ausrutscher konnte der Stil mich im Großen und Ganzen überzeugen. 


    Fazit:
    In Siebenbach, einem idyllischen Bergdörfchen in Südtirol, wird seit dreißig Jahren ein bestialischer dreifacher Mord totgeschwiegen. Offiziell weiß keiner etwas, inoffiziell wollen es viele auch gar nicht, während einige davon aufgefressen werden und sich aus ihrer eigenen persönlichen Hölle aus Wut, Entsetzen und Schuldgefühlen nicht mehr befreien können. Jeremiah Salinger kommt als Fremder ins Dorf und rührt in alten Wunden, um sich von seinem eigenen Trauma nach einem fatalen Unfall mit unschuldigen Opfern abzulenken. 


    Die Spannung baut sich langsam auf, der Reiz des Buches lag für mich vor allem in der bestechenden Schilderung der ungesunden Dynamik in diesem kleinen Dörfchen: man beteuert, wie einträchtig und hilfsbereit man doch zusammenlebt, während man zulässt, dass Menschen vor die Hunde gehen... 


    Auch die psychologische Entwicklung der Hauptfigur fand ich sehr interessant und das Porträt einer fast schon diabolischen, wunderschönen Natur bestechend. 

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    ClaudiasWortweltenvor einem Jahr
    Ein abwechslungsreicher und hochspannender Thriller vor der imposanten Kulisse der Dolomiten

    Inhalt:

    Der New Yorker Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger fühlt sich nach seinem letzten erfolgreichen Filmprojekt vollkommen ausgebrannt und leer. Er beschließt, sich eine kleine Auszeit zu gönnen und mit seiner Frau Annelise und seiner kleinen Tochter Clara ein paar Monate in Siebenhoch zu verbringen, dem Heimatdorf seiner Frau in den Südtiroler Dolomiten. In dem abgelegenen, idyllischen Bergdorf glaubt er, etwas zur Ruhe zu kommen und viel Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.

    Während er eines Tages fasziniert den Hubschrauber der Bergrettung Dolomiten beobachtet, kommt ihm jedoch die Idee, einen Film über die Arbeit des Bergrettungsteams zu drehen. Als er die Crew bei einem Einsatz auf den Ortler begleitet, ereignet sich bei den Dreharbeiten ein schrecklicher Unfall, den Salinger als Einziger schwerverletzt in einer Gletscherspalte überlebt. Seitdem leidet er unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, hat Panikattacken, Albträume und Wahnvorstellungen, in denen er immer wieder die Stimme der Bestie zu hören glaubt, die er zum ersten Mal in der Gletscherspalte am Ortler vernommen hatte. Er muss seiner Frau versprechen, sich nun zu schonen und mindestens ein Jahr nicht zu arbeiten.
    Doch dann erfährt er zufällig, dass sich 1985 in der nahegelegenen Bletterbach-Schlucht ein furchtbares Verbrechen zugetragen hat, bei dem drei junge Einheimische bestialisch ermordet wurden. Salingers Schwiegervater und drei weitere Männer aus dem Dorf hatten die grausam zerstückelten Leichen gefunden, nachdem die drei jungen Leute nicht von einer Wanderung zurückgekehrt waren. Obwohl es zahlreiche Verdächtige gab, konnte der Mörder noch immer nicht gefasst werden. Salinger möchte unbedingt die Wahrheit über dieses dreißig Jahre zurückliegende Massaker herausfinden, aber als er beginnt, Fragen zu stellen, stößt er bei den Dorfbewohnern nur auf eine Mauer des Schweigens. Man gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass es besser für ihn wäre, die Vergangenheit ruhen zu lassen, denn man will nicht, dass ein Fremder seine Nase in eine Angelegenheit steckt, die noch immer wie ein Fluch auf der Dorfgemeinschaft lastet. Aber Salinger schlägt alle Warnungen und Drohungen in den Wind. Er ist geradezu besessen davon, den Mörder zu finden und sicher, dass er die Stimme der Bestie nur zum Schweigen bringen kann, wenn es ihm gelingt, das Bletterbach-Massaker aufzuklären, selbst wenn er sich damit in große Gefahr begibt und riskiert, seine Familie zu verlieren.

    Meine persönliche Meinung:

    Wenn man an Südtirol denkt, kommen einem zunächst wunderschöne Landschaften, die schneebedeckten Gipfel der Alpen und Dolomiten, ein Meer von Weinbergen und Obstgärten sowie idyllisch gelegene Bergdörfer und blühende Almen in den Sinn. Ich bin eigentlich kein großer Fan von den Bergen, aber dennoch war ich gerade aufgrund des außergewöhnlichen Settings neugierig auf Der Tod so kalt von Luca D’Andrea, denn hinter dieser Postkartenidylle würde man eher einen beschaulichen Heimatroman als einen beklemmenden, zuweilen auch recht gruseligen Thriller vermuten. Die Gegend, in der Luca D’Andrea die Handlung seines Thrillers angesiedelt hat, kenne ich von diversen Urlauben recht gut, denn abgesehen von dem fiktiven Dörfchen Siebenhoch handelt es sich dabei um real existierende Orte. Die Landschaft Südtirols ist zweifellos wirklich traumhaft schön, aber auf mich wirkten die schroffen Berge auch immer ein wenig bedrohlich.
    Und äußerst bedrohlich ist auch die Atmosphäre in Luca D’Andreas Thriller, nicht nur aufgrund der tückischen Gefahren, die in den Bergen lauern, sondern auch, weil der Autor die Dolomiten zum Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens macht. Die Landschaft spielt in Der Tod so kalt eine sehr große Rolle. D’Andrea stammt selbst aus Bozen, kennt sich in der Gegend also bestens aus, ist auch mit den lokalen Brauchtümern, Legenden und Mythen vertraut und lässt diese immer wieder in die Handlung einfließen. Man merkt deutlich, dass der Autor vieles aus eigener Anschauung kennt, aber auch sehr akribisch recherchiert hat. Mir war die Legende vom Reich der Fanes bislang vollkommen unbekannt, und auch wenn ich ungefähr wusste, was ein Krampus ist, fand ich es sehr interessant, mehr über diese Schreckgestalt und das mit ihr verbundene Brauchtum zu erfahren. Auch die Auswirkungen des stetig zunehmenden Tourismus, der zur größten Einnahmequelle Südtirols geworden ist, sowie die Mentalität und die Eigenheiten der etwas verschrobenen Südtiroler beschreibt der Autor sehr authentisch und zeichnet ein überaus überzeugendes Porträt der verschworenen Dorfgemeinschaft des fiktiven Örtchens Siebenhochs.
    Es ist für einen Fremden nicht ganz einfach, das Vertrauen der Einheimischen zu gewinnen, was Salinger, der Protagonist in D’Andreas Thriller, immer wieder zu spüren bekommt. Obwohl seine Ehefrau eine Einheimische ist, begegnen ihm die Siebenhochler mit unverhohlenem Misstrauen, nicht nur, weil sie ihn als Eindringling empfinden, sondern weil sie ihm auch die Schuld an dem Unglück am Ortler geben, das Salinger als Einziger überlebt hat. Er selbst leidet seit dem Unfall unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, Wahnvorstellungen und Panikattacken, die er zu überwinden versucht, indem er geradezu besessen alles daran setzt, das dreißig Jahre zurückliegende Bletterbach-Massaker aufzuklären, bei dem drei junge Einheimische auf bestialische Weise ermordet wurden. Doch die Dorfbewohner wollen nicht, dass sich ein Fremder in ihre Angelegenheiten einmischt. Sie versuchen mit allen Mitteln, Salinger einzuschüchtern und greifen ihn auch tätlich an, weil er sich von ihren Drohungen nicht beeindrucken lässt. Auch sein Schwiegervater bittet ihn inständig, seine Recherchen einzustellen, und seine Frau droht, ihn zu verlassen, wenn er sich nicht schont. Doch Salinger lässt sich nicht beirren, denn er ist sicher, dass er die Stimme der Bestie, die er seit dem Unglück zu hören glaubt, nur zum Schweigen bringen kann, wenn es ihm gelingt, die Wahrheit über das Bletterbach-Massaker herauszufinden.
    Der Autor hat seinen Protagonisten sehr fein gezeichnet und psychologisch glaubwürdig ausgearbeitet. Da das ganze Buch aus der Ich-Perspektive Salingers erzählt wird, man seine Gedanken, Ängste und Gefühlszustände also hautnah miterlebt, konnte ich mich sehr gut in ihn einfühlen. Er ist keineswegs ein mutiger Held, der ein dreißig Jahre zurückliegendes Verbrechen aufklären möchte, um sich zu profilieren, sondern ein gebrochener Charakter, der sich in eine Idee verrannt hat und dabei fast seinen Verstand verliert. Hin und wieder fiel es mir nicht leicht, Salingers Besessenheit für das Bletterbach-Massaker nachzuvollziehen, denn er begibt sich immer wieder in Gefahr, wird massiv bedroht und setzt außerdem auch seine Ehe aufs Spiel. Er liebt seine Familie über alles, und nur die Liebe zu seiner kleinen Tochter Clara bringt ihn hin und wieder zur Vernunft, denn er möchte sie auf keinen Fall verlieren. Doch dann gewinnt die Stimme der Bestie, die er seit dem Unglück am Ortler unaufhörlich zu hören glaubt, wieder die Oberhand. Er weiß, dass er sie nur zum Schweigen bringen kann und zur Ruhe kommen wird, wenn er den Mörder von damals entlarvt und ist ständig hin- und hergerissen zwischen seiner Familie und seiner Obsession. Die Momente mit seiner Tochter waren sehr berührend, denn das kleine Mädchen gibt ihrem Vater auf geradezu rührende Weise immer wieder Halt und Kraft. Nur das Buchstabenzählspiel, das die beiden ständig spielen und als eine Art Geheimsprache zwischen Vater und Tochter fungiert, ging mir irgendwann fürchterlich auf die Nerven, weil es doch sehr überstrapaziert wird.
    Der Tod so kalt ist äußerst abwechslungsreich komponiert. Das ständige Wechselspiel zwischen sehr ruhigen, einfühlsamen Passagen und überaus rasanten, actionreichen Szenen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz. Der Autor versteht es hervorragend, Spannung aufzubauen und sie das ganze Buch hinweg auf einem sehr hohen Level zu halten. Während man Salinger bei seiner gefährlichen Suche nach dem Mörder begleitet, wird man immer wieder mit neuen Verdächtigen konfrontiert und auf falsche Fährten gelockt. Zwischendurch hatte ich allerdings kurzfristig die Befürchtung, dass die Geschichte ins Phantastische abdriftet, als der Jaekelopterus rhenaniae, ein vor mehr als zweihundertfünfzig Millionen Jahren ausgestorbenes Riesenskorpion, des Mordes verdächtigt wird. Glücklicherweise waren meine Bedenken unbegründet, denn stattdessen gewährt der Autor hier sehr interessante Einblicke in die Geologie, Paläontologie sowie die ökologische Nischentheorie, jedoch ohne in einen wissenschaftlichen Ton zu verfallen. Der wendungsreiche Plot mündet nach einem fulminanten Showdown schließlich in ein durchaus realistisches, logisches und schlüssiges Ende, das mich sehr überrascht hat.
    Mir hat Der Tod so kalt ausgesprochen gut gefallen und mich aufgrund der imposanten Kulisse, den überzeugenden Charakteren und der abwechslungsreichen und hochspannenden Erzählweise restlos begeistert.

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    Jashrins avatar
    Jashrinvor einem Jahr
    Ungewöhnlicher Stil, spannender Thriller

    Jeremiah Salinger verbringt einige Zeit mit seiner Frau in deren winzigem Heimatort Siebenhoch, mitten in den Bergen von Südtirol. Als er von den Bletterbach-Morden erfährt, lässt ihn der Gedanke an diese Morde nicht mehr los, obwohl sie bereits vor gut dreißig Jahren stattfanden. Damals gab es während eines heftigen Unwetters ein regelrechtes Massaker in der Bletterbachschlucht, der Täter wurde nie gefunden.

    Kann es wirklich sein, dass niemand im Dorf weiß, was damals geschah? Salinger startet eigene Nachforschungen, auch wenn er seiner Frau hoch und heilig versprochen hat, alles ruhen zu lassen. Doch der Fall wird für ihn immer mehr zu einem Sog und er kann nicht anders, als sich damit zu beschäftigen. Nach und nach wird klar, dass er so nicht nur seine Ehe aufs Spiel setzt.

    Jeremiah Salinger, eigentlich Dokumentarfilmer statt Ermittler, war für mich zwar keine Identifikationsfigur, dennoch habe ich mich mit in seine Geschichte hineinziehen lassen. Mit jedem Detail, dass er ans Licht bringt, habe auch ich mitgerätselt, wie dieses Stückchen Information einzuordnen ist und lange Zeit hatte ich keinerlei Idee, was sich wirklich in der Schlucht ereignet hat.

    Der Schreibstil ist ungewöhnlich und sicher nicht jedermanns Fall. Erzählt wird aus Sicht von Salinger. Dabei ist jedes Kapitel nochmals unterteilt in erstens, zweitens, drittens usw. Daher gleicht die Erzählweise immer wieder einer Aufzählung von Ereignissen, besonders, wenn die durchnummerierten Abschnitte nur ein paar Zeilen umfassen. Doch es gibt ebenso auch längere, mehr erzählendere Abschnitte. Dieser ganz eigene Stil ist gut an den Aufbau des Plots angepasst, so dass trotzdem schnell Spannung und eine leicht bedrohliche Grundstimmung erzeugt wird. Die Atmosphäre in den kargen, lebensfeindlichen Bergen, die ablehnende Haltung der Bevölkerung und auch Salingers innerer Drang das alles wird gut eingefangen.

    Neben den lange zurückliegenden Morden und Salingers Geschichte, wird auch viel über das Dorf Siebenhoch, seine Geschichte und Brauchtümer erzählt. Dies war für mich nicht immer so interessant, aber sie waren in Teilen wichtig für die Ereignisse und insgesamt herrschte eine ausgewogene Balance zwischen den einzelnen Komponenten.

    Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich die Auflösung. Eigentlich in sich logisch, doch die Art, wie die Lösung präsentiert wurde, wirkte auf mich überzogen und zu dramatisch. Dennoch konnte mich das Buch bis zum Ende fesseln und hat mir ein paar spannende Lesestunden beschert.

    Zuletzt noch ein paar Worte zum Einband des Buches, den ich nicht nur von der Optik her gelungen finde. Neben den leicht erhabenen Buchstaben des Titels sind die Illustrationen auf dem Cover und auch auf der Rückseite des Einbandes mit einer rauen Beschichtung überzogen. Sie fühlen sich beinahe so wie die Oberfläche von Steinen oder Felsen an und das Buch ist dadurch auch haptisch ungewöhnlich.

    Mein Fazit: „Der Tod so kalt“ ist ein spannender Thriller, den der Autor Luca D’Andrea geschickt aufbaut und der auf den Leser leicht eine ähnliche Sogwirkung haben kann, wie die Bletterbach-Morde auf Salinger. Nachdem dies erst der erste Roman des Autors ist, dürfen wir gespannt sein, was er sich als nächstes ausdenkt. Ich würde jedenfalls direkt nochmal zu einem Thriller aus seiner Feder greifen.

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    MissNorges avatar
    MissNorgevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gruseliger und mystischer Tirol-Thriller ...
    Spannender Tirol-Thriller


    Kurz zur Geschichte
    Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. 
    Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst.

    Meine Meinung
    Ein Thriller (oder doch eher ein Krimi?) der mich eigentlich sehr gut unterhalten hat, wenn da nur nicht die vielen Namen gewesen wären, mal wird nur der Vorname, dann nur der Nachname erwähnt, zum Glück hatte ich mir schon vorher Notizen gemacht, da ich mich und meinen Namensüberblick kenne. Das hat mich oftmals verwirrt, tat der Story aber keinen Abbruch.Da die Kapitel recht kurz gehalten wurden, flog ich förmlich durch die Geschichte, was auch den eigenwilligen, von mir aber positiv gemeinten, Schreibstil des Autors ausgemacht hat. Gerade als ich das Gefühl hatte, die Geschichte wird etwas ruhiger, zack, hat der Autor wieder an der Spannungsschraube gedreht.Luca D´Andrea hat die Natur so ausdrucksstark und wundervoll beschrieben, das ich direkt Lust bekomme den nächsten Urlaub in den Bergen zu verbringen. Diese Ausführungen haben mir sehr gut gefallen, hinzu kommen noch die Rückblenden, die sich gut eingefügt haben.Durch den ICH-Charakter kommt man dem Hauptprotagonisten Salinger sehr nah und auch die restlichen Personen sind authentisch und sympathisch.Dieses Buch hat von allem irgendwie etwas: ein bisschen Grusel, ein bisschen Mystik, Spannung, verschrobene Dorfbewohner, eine ungewöhnliche Geschichte und ein völlig überraschendes Ende.Auf alle Fälle sehr lesenswert !!!




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