Luca D'Andrea Der Tod so kalt

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Inhaltsangabe zu „Der Tod so kalt“ von Luca D'Andrea

Drei grausame Morde. Ein schweigendes Dorf. Ein Fremder, besessen von der Wahrheit Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst ...

Tolles Buch, spannend mit unverhofften Wendungen, auch ein Familienroman. Was will man mehr?

— hans-bubi
hans-bubi

13 Buchstaben - superspannend. Vereint sowohl klassische Thrillerelemente als auch die eine Krimis und eines Familienromans. Sehr gelungen!

— TochterAlice
TochterAlice

Grausame Morde, Mythen, Märchen, Kälte und die Phantasie eines Regiebuchschreibers, der selbst nicht ganz unschuldig ist. sehr spannend.

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

Sehr spannender Südtirol Krimi

— Petra1984
Petra1984

Gruseliger und mystischer Tirol-Thriller ...

— MissNorge
MissNorge

Ein spannender Thriller mit kalter und schöner Kulisse, tollem Plot und lockerem Schreibstil. Gern mehr von dem Autor!

— rike84
rike84

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mich die kalte Bergwelt dermaßen in seinen Bann zieht, dass ich selbst den Schauplatz besuchen möchte.

— 73california
73california

Ein gelungenes Debüt. Eine gefährliche Erlebnisreise durch Gletscher und Schluchten

— Kerstin_KeJasBlog
Kerstin_KeJasBlog

Viele Themen, eigenwilliger Schreibstil, düstere Krimi. Ein wenig Straffung hätte gut getan. Trotzdem ganz nett und auch ungewöhnlich

— Cambridge
Cambridge

Rezension auf kristineliest.blogspot.de

— Kristine_liest
Kristine_liest

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  • Urgewalten wachen über Leben oder Tod ... Der Mensch gehört dazu

    Der Tod so kalt
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    15. July 2017 um 21:02

    Was für ein Einstieg in einen Thriller! Der Rückentitel lautet wie folgt: Drei grausame Morde in der kargen Bergwelt von Südtirol. Ein Dorf, das dreißig Jahre lang schweigt. Ein Fremder, der besessen davon ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen.Der Krimi von Luca D'Andrea „Der Tod so kalt“ ist in Italien sofort in den Bestsellerlisten gelandet, Übersetzungsrechte wurden bisher in mehr als 30 Länder verkauft. Es ist der erste Roman des Autors, der damit direkt einen Hit gelandet hat, und das zurecht. Dabei ist seine Hauptfigur, der Drehbuchautor Jeremiah Salinger, nun wahrlich nicht immer sympathisch. Das liegt an der Hartnäckigkeit, mit der Salinger seinen Themen nachgeht, ob es nun beim Filmen mit seinem besten Freund Mike ist, oder Geheimnissen auf der Spur ist. Immer verlangt er von sich und seinen Freunden wie vermeintlichen Feinden alles ab. Um was geht es? Jeremiah Salinger lebt in Amerika, hat eine deutsche Mutter, verliebt sich in eine Südtirolerin und macht mit seinem besten Freund Mike äußerst erfolgreich Filme über die Road Crew einer Rockband. Zwischen den abgedrehten Folgen seiner Filme heiraten er und seine Frau aus den Bergen, Anneliese, und bekommen eine Tochter, Clara. Irgendwann ziehen sie in das kleine Heimatdorf seiner Frau, wobei Salinger, so will er genannt werden, auf die Idee kommt, über Bergretter ebenfalls einen Film zu drehen. Dabei passiert ein Unglück, Salinger wird schwer traumatisiert. Seine Familie und sein Freund versuchen alles, damit er auf andere Gedanken kommt. Dabei kommt er mit einer alten Geschichte in Berührung, bei der auch sein Schwiegervater eine große Rolle spielt. Vor fast 30 Jahren kamen während eines schweren Gewitters drei junge Leute in einer unzugänglichen Schlucht ums Leben. Sein Schwiegervater war einer von vier Bergrettern, der die Toten fand. Die zwei Männer und die Frau wurden bestialisch umgebracht. Salinger will nun herausfinden, was da passiert ist. Aber er hat seiner Frau versprochen, ein Jahr zu pausieren, um wieder zu Kräften zu kommen und sein Trauma zu verarbeiten. Die Geschichte aber ist so interessant, dass Salinger nicht loslassen kann, er jeder vermeintlichen Spur nachgeht. So gut wie jedem in dem kleinen Dorf tritt er dabei auf die Füße. Ob das eine ehemalige Freundin eines der Bergretter ist, die die Toten gefunden hatten, oder dem großen Investor der Touristenattraktion im Ort, selbst in der Dorfkneipe ist er schon bald nicht mehr gerne gesehen. Und Anneliese droht damit, ihn zu verlassen, wenn er nicht endlich die Finger von der Geschichte lässt. Doch ohne jeden Zweifel kommt er der Lösung näher, auch wenn es ihn seine Gesundheit, seine Ehe, ja sein Leben kosten soll. Dabei fährt er so manches Geschütz auf, wird aufdringlich und unangenehm, sodass man ihn am liebsten selbst links und rechts ein paar runterhauen möchte. Mindestens aber schütteln und ihm sagen, dass er doch nicht so mit den Menschen umgehen darf, die ihn da bereitwillig als Schwiegersohn eines der wichtigsten Menschen vor Ort aufgenommen haben. Annelieses Vater hat nämlich die Bergrettung im Ort mit aufgebaut. So ist er überhaupt erst auf die Idee gekommen, einen Film über sie zu drehen. Selbst als die Sprache auf ein längst vergessenes Urzeitmonster kommt, wagt man nicht zu widersprechen, ist doch die Theorie gar nicht so abwegig hergeleitet.Eine super spannende Geschichte, die alle paar Seiten eine neue Drehung erfährt und man bis zum Schluss zwar immer jemanden in Verdacht haben kann, doch jedes mal eines Besseren belehrt wird. Es gibt nur winzige Schwächen in der Dramaturgie, die mich eher schmunzeln lassen, mir aber den Lesespaß nicht im Geringsten verderben.

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  • Unfassbar gut!

    Der Tod so kalt
    Annalena2703

    Annalena2703

    21. June 2017 um 19:18

    Allgemeines Titel: "Der Tod so kalt", ISBN: 9783421047595, Autor: Luca D'Andrea, Seitenanzahl: 480 Seiten, Verlag: DVA, Erscheinungsdatum: 06.03.2017 Ein grausiges Unglück bleibt nie alleine - eine Gräueltat die dreißig Jahre zurück liegt. Ein Mann, der in beide Fälle mit reingezogen wird - durch eine Bestie, die sich durch alles frisst. Außenstehende, die versuchen, alles zu verdrängen, was je geschehen ist. Meinung  Mir hat dieser Thriller unheimlich gut gefallen! Normalerweise bin ich nicht die Person, die zuerst zu einem Thriller greift, wenn sie die Wahl hat - doch dieses Mal war es die beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Die Geschichte hatte mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Die Seiten sind förmlich dahingeflogen und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor hat einen sehr schön lesbaren, flüssigen Schreibstil - dieser ermöglicht es einem, vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Wie das Cover bereits vermuten lässt, befinden wir uns in den Bergen - die Atmosphäre, die geschaffen wurde, war einfach toll. Viele Landschaftsbeschreibungen, die keinesfalls zu lang waren, im Gegenteil, genau richtig. Der Protagonist, seine Familie und die Außenstehenden waren immer authentisch und es war sehr schön, mit ihm durch dieses Buch zu reisen. Das Unglück und die Gräueltat haben auch mich mehr als einmal schaudern lassen! Einfach unglaublich faszienierd und gut geschrieben - ich selber hatte mehr als einmal das Gefühl, selbst mitten in die "Ermittlungen" involoviert zu sein. Dennoch bin ich, wie ich zum Schluss gemerkt habe, dem Autoren und auch dem Protagonisten voll auf dem Leim gegangen. Ich hatte mit der Geschichte abgeschlossen und fand das Ende eigentlich sehr angenehm, doch dann BAM! Ich hab voll eine runtergehauen bekommen und gemerkt, wie leichtsinnig ich doch war! Eine unglaubliche Kraft, die hinter diesem Buch steckt und die mich, sicherlich immer wieder, packen wird. Fazit Jeder, ob Thriller-Liebhaber oder nicht, sollte sich dieses Buch mal anschauen. Der Klappentext schmeißt einen ins kalte Wasser, was mir besonders gut gefallen hat - ich möchte auch nicht zu viel verraten, denn dieses Gefühl sollte unbedingt da sein. Wie bereits erwähnt hatte ich mit der Geschichte abgeschlossen und mich auf einen "Ausklang" eingestellt - dem war aber nicht so, im Gegenteil.Alles wurde in ein anderes Licht gerückt und deswegen bekommt dieses Buch auch 5 von 5 Sternen von mir und ist mein Monats-Highlight für den Juni 2017! Vielen Dank an das Bloggerportal und an den DVA-Verlag! Ich habe mich riesig gefreut, dieses Rezensionsexemplar zu lesen :)

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  • So kalt der Tod

    Der Tod so kalt
    Buchmaniac

    Buchmaniac

    19. June 2017 um 16:16

    Rezi – So kalt der Tod!Der gefragte Drehbuchautor Jeremiah Salinger und sein Freund Mike, drehen in den Bergen von Südtirol eine Dokumentarfilm über die Arbeit der Bergrettung in dem Dörfchen Siebenhoch. Zwischen ihnen und den Männern der Bergrettung entsteht mit der Zeit und mit steigender Anzahl der Einsätze eine Art Freundschaft. Die Doku verspricht ein spannender, erfolgreicher Film zu werden, der für viele Einschaltquoten sorgt.Salinger glaubt sich im Dorf integriert zu haben. Er ist mit der Tochter des ehemaligen Chefs der Bergrettung glücklich verheiratet und hat eine aufgeweckte, fünfjährige Tochter. Alles scheint absolut richtig zu laufen. Bis zu jenem letzten Einsatz in der Bletterbachschlucht, bei dem die gesamte Crew, während eines schweren, unberechenbaren Unwetters ums Leben kommt. Obwohl es absurd ist, lasten die Dorfbewohner Salinger dieses Unglück an.Bei den Bemühungen, diese Sache klarzustellen stößt Salinger auf das ˝Massaker vom Bletterbach!˝ Drei junge Leute sind damals in einem heftigen Unwetter, bestialisch umgebracht worden.Salinger beginnt nachzuforschen und stößt im Dorf auf Feindseligkeit und Schweigen. Doch Salinger ist besessen davon diese alten Morde aufzuklären und riskiert dabei seine geistige Gesundheit, sein Leben und das seiner Familie.Fazit:Der Autor Andrea Luca hat hier einen hervorragenden Thriller und Schicksalsroman geschrieben. Er erzählt die Geschichte des Drehbuchautors Salinger und seiner Familie, die Geschichte des Dörfchens Siebenhoch. Er spricht von den mutigen Einsätzen der Bergrettung, dem harten Leben und den Obsessionen der Dorfbewohner. Er lässt das geschlossene Klima aufleben, das in solch kleinen, abgeschlossenen Dörfchen entstehen kann. Unmerklich lässt er dabei in ruhigem Erzähltempo Unbehagen und Spannung entstehen. Eine Geschichte, die nicht zu Ende ist, wenn man glaubt, den Schluss zu kennen. Vom wirklichen Ende bin ich vollkommen überrascht worden. Ein Buch, das einen lockt und schließlich gefangen hält. Ein schrecklich, schönes Buch.Sehr zu empfehlen – Lesealarm!U. M. Juni, 2017.

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  • Die Lawine löschte den Himmel aus

    Der Tod so kalt
    MikkaG

    MikkaG

    10. June 2017 um 14:56

    Bestechend an diesem Buch ist sein ungewöhnliches Setting:1) Ein dreißig Jahre alter Mordfall, der nie aufgeklärt wurde: das "Bletterbach-Massaker" in der Nähe des idyllischen Südtiroler Bergdörfchens Siebenhoch.2) Das Psychogramm einer abgeschiedenen Ortschaft, in der laut verkündet wird, man halte zusammen, während hinter den Kulissen vieles totgeschwiegen wird... 3) Die eindringliche Schilderung einer Natur, die bei aller Schönheit doch eine tödliche Bestie sein kann.Für mich ist dieses Buch kein Thriller, vielleicht noch nicht einmal wirklich ein Krimi. Am ehesten würde ich es als Gegenwartsliteratur mit Spannungselementen bezeichnen. Die Spannung ist eine psychologische, eher langsame, die sich vor allem aus dem interessanten Beziehungsgeflecht entwickelt – und dem Abstieg der Hauptfigur in posttraumatische Belastungsstörung, Obsession und vielleicht sogar Wahnsinn. Dementsprechend ist auch nicht alles rational oder 100%ig logisch, die Geschichte folgt manchmal der fieberhaften (Un)logik eines Albtraums und hat etwas UnabwendbaresSalinger spürt, dass das Bletterbach-Massaker ihn bei lebendigem Leib auffrisst, versucht mehrfach, auszusteigen aus seinen Ermittlungen... Doch dann geschieht immer wieder etwas, das ihn zurückzieht. Die Sogwirkung übertrug sich auch auf mich als Leserin. Das Ende ist fulminant und brachte mich an die Grenzen dessen, was ich noch als glaubhaft empfinden konnte. Es passiert etwas, wo ich erst dachte: 'Ok, das war's, das ruiniert jetzt das ganze Buch!' – aber dann war doch alles ganz anders und machte auf verquere Art und Weise Sinn. Auf jeden Fall bot es noch einmal eine wirklich unerwartete Wendung! Jeremiah Salinger wirkte auf mich zunächst wie ein rundum netter Kerl, ein liebevoller Vater, der mit beiden Beinen fest im Leben steht – aber ein fataler Unfall während der Dreharbeiten zu seiner neuen Doku-Serie über die Männer der Bergrettung verändert alles: traumatisiert sucht er nach einem Ventil für seine nervöse Energie und entscheidet sich dafür, das Bletterbach-Massaker aufzuklären.Nur so, sagt er sich, nur aus Neugierde.Das Massaker entpuppt sich als schleichendes Gift, er vernachlässigt zunehmend Frau und Kind, er verändert sich, zeigt schließlich geradezu skrupelloses Verhalten... Er trifft sagenhaft schlechte Entscheidungen.Auch bei den anderen Charakteren merkt man mehr und mehr, dass seit dem Massaker vor dreißig Jahren hinter der netten Fassade vieles schwelt: Trauer, Wut, Besessenheit, Sucht, selbstzerstörerisches Verhalten... Sie wissen es verständlicherweise nicht zu schätzen, dass ein hergelaufener Ami herumschnüffelt. Salinger erzählt die Geschichte aus seiner Perspektive. Erst ganz locker:  mal flapsig, mal sachlich und nüchtern, mal mit überwältigenden Beschreibungen der Natur. Der Schreibstil verändert sich mit seinem Gemütszustand: manchmal wirr, getrieben und voller albtraumhafter Gedanken: die Natur als Bestie, die ihn verfolgt und bedroht... An den ungewöhnlichen Tonfall muss man sich meines Erachtens erst gewöhnen!Manchmal übertreibt es der Autor einfach: dann gleitet das Ganze ins Pathos ab und man kann die Filmmusik geradezu hören. Aber trotz dieser kleinen Ausrutscher konnte der Stil mich im Großen und Ganzen überzeugen. Fazit:In Siebenbach, einem idyllischen Bergdörfchen in Südtirol, wird seit dreißig Jahren ein bestialischer dreifacher Mord totgeschwiegen. Offiziell weiß keiner etwas, inoffiziell wollen es viele auch gar nicht, während einige davon aufgefressen werden und sich aus ihrer eigenen persönlichen Hölle aus Wut, Entsetzen und Schuldgefühlen nicht mehr befreien können. Jeremiah Salinger kommt als Fremder ins Dorf und rührt in alten Wunden, um sich von seinem eigenen Trauma nach einem fatalen Unfall mit unschuldigen Opfern abzulenken. Die Spannung baut sich langsam auf, der Reiz des Buches lag für mich vor allem in der bestechenden Schilderung der ungesunden Dynamik in diesem kleinen Dörfchen: man beteuert, wie einträchtig und hilfsbereit man doch zusammenlebt, während man zulässt, dass Menschen vor die Hunde gehen... Auch die psychologische Entwicklung der Hauptfigur fand ich sehr interessant und das Porträt einer fast schon diabolischen, wunderschönen Natur bestechend. 

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  • Ein abwechslungsreicher und hochspannender Thriller vor der imposanten Kulisse der Dolomiten

    Der Tod so kalt
    ClaudiasWortwelten

    ClaudiasWortwelten

    23. May 2017 um 16:10

    Inhalt: Der New Yorker Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger fühlt sich nach seinem letzten erfolgreichen Filmprojekt vollkommen ausgebrannt und leer. Er beschließt, sich eine kleine Auszeit zu gönnen und mit seiner Frau Annelise und seiner kleinen Tochter Clara ein paar Monate in Siebenhoch zu verbringen, dem Heimatdorf seiner Frau in den Südtiroler Dolomiten. In dem abgelegenen, idyllischen Bergdorf glaubt er, etwas zur Ruhe zu kommen und viel Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Während er eines Tages fasziniert den Hubschrauber der Bergrettung Dolomiten beobachtet, kommt ihm jedoch die Idee, einen Film über die Arbeit des Bergrettungsteams zu drehen. Als er die Crew bei einem Einsatz auf den Ortler begleitet, ereignet sich bei den Dreharbeiten ein schrecklicher Unfall, den Salinger als Einziger schwerverletzt in einer Gletscherspalte überlebt. Seitdem leidet er unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, hat Panikattacken, Albträume und Wahnvorstellungen, in denen er immer wieder die Stimme der Bestie zu hören glaubt, die er zum ersten Mal in der Gletscherspalte am Ortler vernommen hatte. Er muss seiner Frau versprechen, sich nun zu schonen und mindestens ein Jahr nicht zu arbeiten. Doch dann erfährt er zufällig, dass sich 1985 in der nahegelegenen Bletterbach-Schlucht ein furchtbares Verbrechen zugetragen hat, bei dem drei junge Einheimische bestialisch ermordet wurden. Salingers Schwiegervater und drei weitere Männer aus dem Dorf hatten die grausam zerstückelten Leichen gefunden, nachdem die drei jungen Leute nicht von einer Wanderung zurückgekehrt waren. Obwohl es zahlreiche Verdächtige gab, konnte der Mörder noch immer nicht gefasst werden. Salinger möchte unbedingt die Wahrheit über dieses dreißig Jahre zurückliegende Massaker herausfinden, aber als er beginnt, Fragen zu stellen, stößt er bei den Dorfbewohnern nur auf eine Mauer des Schweigens. Man gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass es besser für ihn wäre, die Vergangenheit ruhen zu lassen, denn man will nicht, dass ein Fremder seine Nase in eine Angelegenheit steckt, die noch immer wie ein Fluch auf der Dorfgemeinschaft lastet. Aber Salinger schlägt alle Warnungen und Drohungen in den Wind. Er ist geradezu besessen davon, den Mörder zu finden und sicher, dass er die Stimme der Bestie nur zum Schweigen bringen kann, wenn es ihm gelingt, das Bletterbach-Massaker aufzuklären, selbst wenn er sich damit in große Gefahr begibt und riskiert, seine Familie zu verlieren. Meine persönliche Meinung: Wenn man an Südtirol denkt, kommen einem zunächst wunderschöne Landschaften, die schneebedeckten Gipfel der Alpen und Dolomiten, ein Meer von Weinbergen und Obstgärten sowie idyllisch gelegene Bergdörfer und blühende Almen in den Sinn. Ich bin eigentlich kein großer Fan von den Bergen, aber dennoch war ich gerade aufgrund des außergewöhnlichen Settings neugierig auf Der Tod so kalt von Luca D’Andrea, denn hinter dieser Postkartenidylle würde man eher einen beschaulichen Heimatroman als einen beklemmenden, zuweilen auch recht gruseligen Thriller vermuten. Die Gegend, in der Luca D’Andrea die Handlung seines Thrillers angesiedelt hat, kenne ich von diversen Urlauben recht gut, denn abgesehen von dem fiktiven Dörfchen Siebenhoch handelt es sich dabei um real existierende Orte. Die Landschaft Südtirols ist zweifellos wirklich traumhaft schön, aber auf mich wirkten die schroffen Berge auch immer ein wenig bedrohlich. Und äußerst bedrohlich ist auch die Atmosphäre in Luca D’Andreas Thriller, nicht nur aufgrund der tückischen Gefahren, die in den Bergen lauern, sondern auch, weil der Autor die Dolomiten zum Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens macht. Die Landschaft spielt in Der Tod so kalt eine sehr große Rolle. D’Andrea stammt selbst aus Bozen, kennt sich in der Gegend also bestens aus, ist auch mit den lokalen Brauchtümern, Legenden und Mythen vertraut und lässt diese immer wieder in die Handlung einfließen. Man merkt deutlich, dass der Autor vieles aus eigener Anschauung kennt, aber auch sehr akribisch recherchiert hat. Mir war die Legende vom Reich der Fanes bislang vollkommen unbekannt, und auch wenn ich ungefähr wusste, was ein Krampus ist, fand ich es sehr interessant, mehr über diese Schreckgestalt und das mit ihr verbundene Brauchtum zu erfahren. Auch die Auswirkungen des stetig zunehmenden Tourismus, der zur größten Einnahmequelle Südtirols geworden ist, sowie die Mentalität und die Eigenheiten der etwas verschrobenen Südtiroler beschreibt der Autor sehr authentisch und zeichnet ein überaus überzeugendes Porträt der verschworenen Dorfgemeinschaft des fiktiven Örtchens Siebenhochs. Es ist für einen Fremden nicht ganz einfach, das Vertrauen der Einheimischen zu gewinnen, was Salinger, der Protagonist in D’Andreas Thriller, immer wieder zu spüren bekommt. Obwohl seine Ehefrau eine Einheimische ist, begegnen ihm die Siebenhochler mit unverhohlenem Misstrauen, nicht nur, weil sie ihn als Eindringling empfinden, sondern weil sie ihm auch die Schuld an dem Unglück am Ortler geben, das Salinger als Einziger überlebt hat. Er selbst leidet seit dem Unfall unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, Wahnvorstellungen und Panikattacken, die er zu überwinden versucht, indem er geradezu besessen alles daran setzt, das dreißig Jahre zurückliegende Bletterbach-Massaker aufzuklären, bei dem drei junge Einheimische auf bestialische Weise ermordet wurden. Doch die Dorfbewohner wollen nicht, dass sich ein Fremder in ihre Angelegenheiten einmischt. Sie versuchen mit allen Mitteln, Salinger einzuschüchtern und greifen ihn auch tätlich an, weil er sich von ihren Drohungen nicht beeindrucken lässt. Auch sein Schwiegervater bittet ihn inständig, seine Recherchen einzustellen, und seine Frau droht, ihn zu verlassen, wenn er sich nicht schont. Doch Salinger lässt sich nicht beirren, denn er ist sicher, dass er die Stimme der Bestie, die er seit dem Unglück zu hören glaubt, nur zum Schweigen bringen kann, wenn es ihm gelingt, die Wahrheit über das Bletterbach-Massaker herauszufinden. Der Autor hat seinen Protagonisten sehr fein gezeichnet und psychologisch glaubwürdig ausgearbeitet. Da das ganze Buch aus der Ich-Perspektive Salingers erzählt wird, man seine Gedanken, Ängste und Gefühlszustände also hautnah miterlebt, konnte ich mich sehr gut in ihn einfühlen. Er ist keineswegs ein mutiger Held, der ein dreißig Jahre zurückliegendes Verbrechen aufklären möchte, um sich zu profilieren, sondern ein gebrochener Charakter, der sich in eine Idee verrannt hat und dabei fast seinen Verstand verliert. Hin und wieder fiel es mir nicht leicht, Salingers Besessenheit für das Bletterbach-Massaker nachzuvollziehen, denn er begibt sich immer wieder in Gefahr, wird massiv bedroht und setzt außerdem auch seine Ehe aufs Spiel. Er liebt seine Familie über alles, und nur die Liebe zu seiner kleinen Tochter Clara bringt ihn hin und wieder zur Vernunft, denn er möchte sie auf keinen Fall verlieren. Doch dann gewinnt die Stimme der Bestie, die er seit dem Unglück am Ortler unaufhörlich zu hören glaubt, wieder die Oberhand. Er weiß, dass er sie nur zum Schweigen bringen kann und zur Ruhe kommen wird, wenn er den Mörder von damals entlarvt und ist ständig hin- und hergerissen zwischen seiner Familie und seiner Obsession. Die Momente mit seiner Tochter waren sehr berührend, denn das kleine Mädchen gibt ihrem Vater auf geradezu rührende Weise immer wieder Halt und Kraft. Nur das Buchstabenzählspiel, das die beiden ständig spielen und als eine Art Geheimsprache zwischen Vater und Tochter fungiert, ging mir irgendwann fürchterlich auf die Nerven, weil es doch sehr überstrapaziert wird. Der Tod so kalt ist äußerst abwechslungsreich komponiert. Das ständige Wechselspiel zwischen sehr ruhigen, einfühlsamen Passagen und überaus rasanten, actionreichen Szenen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz. Der Autor versteht es hervorragend, Spannung aufzubauen und sie das ganze Buch hinweg auf einem sehr hohen Level zu halten. Während man Salinger bei seiner gefährlichen Suche nach dem Mörder begleitet, wird man immer wieder mit neuen Verdächtigen konfrontiert und auf falsche Fährten gelockt. Zwischendurch hatte ich allerdings kurzfristig die Befürchtung, dass die Geschichte ins Phantastische abdriftet, als der Jaekelopterus rhenaniae, ein vor mehr als zweihundertfünfzig Millionen Jahren ausgestorbenes Riesenskorpion, des Mordes verdächtigt wird. Glücklicherweise waren meine Bedenken unbegründet, denn stattdessen gewährt der Autor hier sehr interessante Einblicke in die Geologie, Paläontologie sowie die ökologische Nischentheorie, jedoch ohne in einen wissenschaftlichen Ton zu verfallen. Der wendungsreiche Plot mündet nach einem fulminanten Showdown schließlich in ein durchaus realistisches, logisches und schlüssiges Ende, das mich sehr überrascht hat. Mir hat Der Tod so kalt ausgesprochen gut gefallen und mich aufgrund der imposanten Kulisse, den überzeugenden Charakteren und der abwechslungsreichen und hochspannenden Erzählweise restlos begeistert.

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  • Ungewöhnlicher Stil, spannender Thriller

    Der Tod so kalt
    Jashrin

    Jashrin

    05. May 2017 um 10:01

    Jeremiah Salinger verbringt einige Zeit mit seiner Frau in deren winzigem Heimatort Siebenhoch, mitten in den Bergen von Südtirol. Als er von den Bletterbach-Morden erfährt, lässt ihn der Gedanke an diese Morde nicht mehr los, obwohl sie bereits vor gut dreißig Jahren stattfanden. Damals gab es während eines heftigen Unwetters ein regelrechtes Massaker in der Bletterbachschlucht, der Täter wurde nie gefunden. Kann es wirklich sein, dass niemand im Dorf weiß, was damals geschah? Salinger startet eigene Nachforschungen, auch wenn er seiner Frau hoch und heilig versprochen hat, alles ruhen zu lassen. Doch der Fall wird für ihn immer mehr zu einem Sog und er kann nicht anders, als sich damit zu beschäftigen. Nach und nach wird klar, dass er so nicht nur seine Ehe aufs Spiel setzt. Jeremiah Salinger, eigentlich Dokumentarfilmer statt Ermittler, war für mich zwar keine Identifikationsfigur, dennoch habe ich mich mit in seine Geschichte hineinziehen lassen. Mit jedem Detail, dass er ans Licht bringt, habe auch ich mitgerätselt, wie dieses Stückchen Information einzuordnen ist und lange Zeit hatte ich keinerlei Idee, was sich wirklich in der Schlucht ereignet hat. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und sicher nicht jedermanns Fall. Erzählt wird aus Sicht von Salinger. Dabei ist jedes Kapitel nochmals unterteilt in erstens, zweitens, drittens usw. Daher gleicht die Erzählweise immer wieder einer Aufzählung von Ereignissen, besonders, wenn die durchnummerierten Abschnitte nur ein paar Zeilen umfassen. Doch es gibt ebenso auch längere, mehr erzählendere Abschnitte. Dieser ganz eigene Stil ist gut an den Aufbau des Plots angepasst, so dass trotzdem schnell Spannung und eine leicht bedrohliche Grundstimmung erzeugt wird. Die Atmosphäre in den kargen, lebensfeindlichen Bergen, die ablehnende Haltung der Bevölkerung und auch Salingers innerer Drang das alles wird gut eingefangen. Neben den lange zurückliegenden Morden und Salingers Geschichte, wird auch viel über das Dorf Siebenhoch, seine Geschichte und Brauchtümer erzählt. Dies war für mich nicht immer so interessant, aber sie waren in Teilen wichtig für die Ereignisse und insgesamt herrschte eine ausgewogene Balance zwischen den einzelnen Komponenten. Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich die Auflösung. Eigentlich in sich logisch, doch die Art, wie die Lösung präsentiert wurde, wirkte auf mich überzogen und zu dramatisch. Dennoch konnte mich das Buch bis zum Ende fesseln und hat mir ein paar spannende Lesestunden beschert. Zuletzt noch ein paar Worte zum Einband des Buches, den ich nicht nur von der Optik her gelungen finde. Neben den leicht erhabenen Buchstaben des Titels sind die Illustrationen auf dem Cover und auch auf der Rückseite des Einbandes mit einer rauen Beschichtung überzogen. Sie fühlen sich beinahe so wie die Oberfläche von Steinen oder Felsen an und das Buch ist dadurch auch haptisch ungewöhnlich. Mein Fazit: „Der Tod so kalt“ ist ein spannender Thriller, den der Autor Luca D’Andrea geschickt aufbaut und der auf den Leser leicht eine ähnliche Sogwirkung haben kann, wie die Bletterbach-Morde auf Salinger. Nachdem dies erst der erste Roman des Autors ist, dürfen wir gespannt sein, was er sich als nächstes ausdenkt. Ich würde jedenfalls direkt nochmal zu einem Thriller aus seiner Feder greifen.

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  • Spannender Tirol-Thriller

    Der Tod so kalt
    MissNorge

    MissNorge

    19. April 2017 um 19:53

    Kurz zur GeschichteSüdtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst.Meine MeinungEin Thriller (oder doch eher ein Krimi?) der mich eigentlich sehr gut unterhalten hat, wenn da nur nicht die vielen Namen gewesen wären, mal wird nur der Vorname, dann nur der Nachname erwähnt, zum Glück hatte ich mir schon vorher Notizen gemacht, da ich mich und meinen Namensüberblick kenne. Das hat mich oftmals verwirrt, tat der Story aber keinen Abbruch.Da die Kapitel recht kurz gehalten wurden, flog ich förmlich durch die Geschichte, was auch den eigenwilligen, von mir aber positiv gemeinten, Schreibstil des Autors ausgemacht hat. Gerade als ich das Gefühl hatte, die Geschichte wird etwas ruhiger, zack, hat der Autor wieder an der Spannungsschraube gedreht.Luca D´Andrea hat die Natur so ausdrucksstark und wundervoll beschrieben, das ich direkt Lust bekomme den nächsten Urlaub in den Bergen zu verbringen. Diese Ausführungen haben mir sehr gut gefallen, hinzu kommen noch die Rückblenden, die sich gut eingefügt haben.Durch den ICH-Charakter kommt man dem Hauptprotagonisten Salinger sehr nah und auch die restlichen Personen sind authentisch und sympathisch.Dieses Buch hat von allem irgendwie etwas: ein bisschen Grusel, ein bisschen Mystik, Spannung, verschrobene Dorfbewohner, eine ungewöhnliche Geschichte und ein völlig überraschendes Ende.Auf alle Fälle sehr lesenswert !!!

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  • Ein Südtirol - Thriller mit Spannung, gutem Plot und tollen Figuren

    Der Tod so kalt
    rike84

    rike84

    18. April 2017 um 17:05

    Jeremiah Salinger, ein amerikanischer Drehbuchautor, produziert eine erfolgreiche Fernsehserie. Als er mit seiner Frau in ihr Heimatdorf in Südtirol zieht, ist er dort trotzdem nur ein Fremder. Er gehört nicht zur Dorfgemeinschaft, da er kein Einheimischer ist. Nachdem er eine neue Idee für eine Fernsehserie in Südtirol in die Tat umsetzt, passiert eine schreckliche Tragödie. Davon traumatisiert, schwört er sich und seiner Frau, Urlaub zu nehmen. Aber dann fesselt ihn ein brutaler Mord an drei jungen Leuten, welche 1985 an der Bletterbachschlucht brutal hingerichtet wurden. Nur durch diese Geschichte fühlt er sich wieder lebendig, aber nur durch diese Geschichte schweben er und seine Familie auch in Gefahr. Er kann trotzdem nicht mit der Ermittlung aufhören, bevor er das Rätsel gelöst hat. Und das Schicksal der drei Toten ist auch das Schicksal vieler anderer, die dran zerbrochen sind. Stil, Machart, Meinung Dieser Thriller ist ausschließlich in der Ich – Perspektive erzählt und bekommt so eine sehr persönlichen und realistischen Beigeschmack. Man fühlte sich tatsächlich mittendrin. Es tickt nicht –wie bei den meisten Thrillern - direkt eine Uhr durch die Seiten, es muss kein Täter gefasst werden um weitere Opfer zu retten. Es gibt einfach einen Mann in einem Dorf, der seine Neugier und Faszination nicht zügeln kann und so zu vielen Leuten zu viele Fragen stellt. Ich dachte oft: „Mein Gott Salinger, hör bloß auf, Fragen zu stellen“ und genau so oft „was ist damals bloß passiert?“.  Damit hatte mich der Autor wohl genau dort, wo er mich auch haben wollte. Dieser Thriller ist recht dick und langatmig, aber trotzdem nicht detailüberladen und langweilend. Das Buch ist auch ein wenig Roman, welcher zwei Hauptstränge hat und dadurch viele Nebenhandlungen und Charaktere entwickelt. Einmal der Ich –Erzähler mit Frau, Tochter und Schwiegervater in der Gegenwart und dann die drei ermordeten Leute im Jahre 1985 und deren Leben, Probleme, Feinde sowie die Auswirkungen auf einige Zeitzeugen. Die Schreibweise des Autors ist fluffig und es gibt auch viele lustige und ironische Bemerkungen. Ich hatte vor Jahren mal einen „Krimi“ aus Südtirol gelesen, der mehr einem begeisterten Reiseführer sowie einer Ötzi – Dokumentation glich als einem spannungsgeladenen Krimi. Dieser Thriller hier offenbart auch interessante Details aus dem Leben in Südtirol sowie der Landschaft, jedoch ist es interessant und geschickt in die Geschichte eingebaut. Auch Ötzi kommt kurz wieder vor, ohne Ötzi geht ein in Südtirol spielendes Buch wohl nicht. Aber hier stören mich die interessanten landestypischen, geologischen und historischen Fakten nicht – ganz im Gegenteil: Sie machen die Geschichte sehr realistisch. Der Plot und die einzelnen Charaktere konnten mich überzeugen, auch das Ende war schlüssig und konnte sowohl überraschen als auch Action bieten. Fazit Ich vergebe fast 5 Sterne, sagen wir mal 4,5. Der Thriller hat alles, um mich zu fesseln. Ich habe nichts entdeckt, was mir nicht gefällt und sogar das etwas Langatmige gemocht, weil es interessant war. Für die Höchstpunktzahl fehlt noch das ganz Besondere, das Geniale. Für Thriller- und auch Krimifans ist dieses Buch sicher eine gute Sache. Auch Südtirol – Fans oder Südtiroler dürften ihre Freude an der Geschichte haben, da viele regionale Aspekte gut in die Geschichte eingewoben sind. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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  • Salingers Weg

    Der Tod so kalt
    73california

    73california

    17. April 2017 um 14:07

    Der Tod so kalt, ein Thriller, erschienen beim DVA am 6. März 2017 vom Autoren Luca D´Andrea. Die Geschichte führt uns in die Berge, in das kleine Dorf Siebenhoch und die Bletterbach-Schlucht. Protagonist der Story ist Salinger, ein Drehbuchautor, der in den Bergen mit seiner Frau Annelise und seiner Tochter Clara erst einmal zur Ruhe kommen möchte. Doch kaum angekommen, faszinieren ihn die Berge und die Bergrettung, die den Stoff einer neuen Dokumentation vorhalten. Ganz ungefährlich ist auch die Bergrettung nicht, wie er am eigenen Leib erfahren soll. Als einziger Überlebender eines Einsatzes, bei dem er die Filmarbeiten übernommen hat, beginnt für ihn erst die wahre Geschichte und mehr als einmal steht er zwischen der Entscheidung, seiner Familie zur Seite zu stehen oder weiter zu ermitteln, in einem Fall, der sich 1985 zugetragen hat: das Bletterbach-Massaker. Seine Ermittlungen werden von dem schweigenden Dorf nicht unterstützt und man macht ihm mehr als deutlich, dass er die Geschichte ruhen lassen soll. Auch das Versprechen seiner Frau gegenüber, erst einmal das posttraumatische Erlebnis seines letzten Einsatzes zu überwinden und ein Jahr Pause zu machen, hält ihn nicht von weiteren Recherchen ab. Die Geschichte ist sehr wirkungsvoll in der Ich-Form geschrieben und so erfahren wir alles über den Protagonisten Salinger. Die Erzählweise ist sehr strukturiert und man kann der Geschichte und den Personen gut folgen. Die Gesamthandlung ist in sich schlüssig und die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar dargestellt. Gerade, wenn man meint, jetzt wird es gerade ruhiger, wird der Spannungsbogen gehalten, so dass die Geschichte nie an Tempo verliert. Daher ist das Buch dem Genre Thriller richtig zugeteilt.Das Buch lässt sich gut lesen und ist sprachlich schnörkellos gehalten, so dass man die Geschichte gut verfolgen kann. Ich war noch nie ein Fan der Berge und trotzdem lässt mich das Buch Der Tod so kalt nicht kalt. Ich mag das temporeiche Vorgehen, die Erzählweise des Buches, den Protagonisten Salinger und auch seine Handlungen in der Geschichte, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Auch die anderen Charaktere bleiben in dem Buch nicht leer, sondern haben mit ihren Details einen hohen Wiedererkennungswert, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß. Die Umgebung, in der die Geschichte spielt, ist eindrucksvoll beschrieben, so dass ich Lust bekommen habe, mir die Bletterbach-Schlucht selbst einmal anzusehen. Fazit: Ob Berg-Fan oder nicht, wer temporeich erzählte Geschichten mit vielen Facetten mag, ist mit diesem Buch gut bedient.

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  • 10 Buchstaben - lesenswert

    Der Tod so kalt
    Kerstin_KeJasBlog

    Kerstin_KeJasBlog

    30. March 2017 um 18:11

    „Verschwinde, zischte die Bestie. Verschwinde“ (S. 140) Es war weniger die Geschichte in diesem Buch die mich so faszinierte, sondern die Sprache und der Ausdruck.Es war das Zischen und das Knistern des Eises, das Flüstern der Bergmasse, das Grollen in der Bergschlucht. All dass war die Stimme der Bestie und sie sprach die ganze Zeit mit mir und flüsterte all die Geheimnisse heraus, die sich versteckt hielten, manche seit 30 Jahren, manche erst seit kurzer Zeit und manche so uralt. Siebenhoch, ein Ort in Südtirol, an den es Jeremiah Salinger verschlagen hat, lebt mit und in seinen Erinnerungen. Die Einwohner sind naturverbunden und einer hilft dem anderen, nur Fremden gegenüber offenbaren sie sehr schnell ihr wahres Gesicht. Festgefahren in ihren Bräuchen und Sitten können sie nichts anderes akzeptieren und obwohl seine Frau Annelise eine von ihnen ist, gehört Salinger doch nicht dazu. Als ein tragischer Unfall geschieht, ist es nur Salinger der überlebt und dass kann weder er, noch die Bewohner verzeihen. „Denn ich hatte die schwerste Schuld überhaupt auf mich geladen. Ich hatte überlebt“ (S. 46) Der Einstieg in das Buch ist wie eine beginnende Dokumentation – Salingers Leben in den USA, seine Arbeit, seine Erfolge und Misserfolge und warum es ihn überhaupt nach Siebenhoch zieht.Stellenweise etwas langatmig, so viele Details, bei denen ich nicht sicher war ob ich all das wissen muss und will.Immer wieder kommt es in der Geschichte zu diesen „Entgleisungen“ – Schilderungen zu Personen, Orten und Begebenheiten – und doch hat es mich alles irgendwie gefesselt. Salinger, der alles aus seiner Sicht erzählt und damit sehr viel Raum einnimmt. Ein smpathischer Charakter, der leidet aber nicht in Selbstmitleid zerfließt.Depressionen die ihn über Wochen und Monate verfolgen, bis er eine Aufgabe bekommt – fast so als hätte sie darauf gewartet dass er kommt – zu recherchieren und nachzuforschen, was damals geschehen ist, in der Bletterbach-Schlucht.Dieser Mord an drei jungen Menschen, grausame Dinge die geschehen sind vor 30 Jahren und damit seinen Ehrgeiz wecken und ihn zu einem Bessesenen machen. Seine Familie leidet unter dieser Bessenheit und nur seine kleine Tochter Clara kann ihn immer wiederzurückholen. Sie braucht nicht viel dazu, nur ein paar Buchstaben – ein Spiel das beide immer spielen und in dem Buch fast schon zelebriert wird.4 Buchstaben – PAPA5 Buchstaben – CLARA „Wahnsinn lagert sich ab, und dann frisst sich der Hass in die Seele und gebiert Blutdurst.“ (S. 456) Böse – sehr böse wird es. Denn Salinger ist nicht der einzige Besessene in dieser Geschichte. Es gilt hinabzusteigen in dieses dunkle Gewirr aus Schuld und Unschuld. Wer weiß was? Wer tut nur so? Und wer verschweigt mit die wichtigsten Dinge, die sich zugetragen haben? Salinger folgt allen erdenklichen Spuren, kommt mehr als einmal vom Weg ab und strauchelt, fällt auf die Schnauze und rappelt sich doch wieder auf. Es war diese Bessenheit die mich am Buch hielt und weil ich es unbedingt wissen wollte – alles – über den Mord in der Bletterbach-Schlucht, die Sagen und Legenden um die Höhlen und die Menschen. Salinger ist als Journalist und Dokumentarfilmer ein Geschichtenerzähler. Genau das hat er großartig gemacht (oder besser gesagt der Autor), eine Geschichte erzählt, haarsträubend, spannend und manchmal etwas wirr. Ein tolles Settimg in den Bergen und in der Schlucht. Eine Wanderung durch Naturschauspiele, mit allen damit verbundenen Gefahren.  Die Bestie, was ist es oder wer ist es? Der Gletscher, das Bergmassiv, die Schlucht, der Mensch? Wer oder was lauert dort?Kann etwas nicht von dieser Welt sein und gleichzeitig doch? Wie unvorstellbar ist das Unvorstellbare? Aber was weiß ich schon?So viele Orte auf dieser Welt, die noch ursprünglich sind, fernab aller Zivilisation.Was weiß ich was es dort alles gibt?Vielleicht mit ein bisschen Fantasie Unglaubliches?Etwas das nicht sein kann? Das liebe ich so an Büchern – immer etwas Neues, Besonderes, Anderes – und deswegen so gut, man muss sich nur darauf einlassen. 10 Buchstaben – lesenswert! Rezension verfasst von © Kerstin 

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  • Düsterer Krimi mit leichten Schwächen

    Der Tod so kalt
    Cambridge

    Cambridge

    29. March 2017 um 20:37

     Dieses Buch erzählt mehrere Geschichten. Zuerst natürlich die der lange zurückliegenden Morde an den 3 Freunden in der Bletterbachklamm. Bis heute ungelöst, werden sie für Salinger zu einer fixen Idee. Er macht zusammen mit seinem Freund Mike Dokumentationen. Nach seinem letzten großen Erfolg zieht er sich für eine Weile mit seiner Frau Anneliese und ihrer gemeinsamen Tochter Clara in  Annelieses Heimatdorf in Südtirol zurück. Dort kommt er in Kontakt mit dem örtlichen Bergrettungsteam und will seinen nächsten Film über diese Leute machen. Dann passiert ein tragischer Unfall, der Salinger traumatisiert zurücklässt. Er soll sich ausruhen und nichts tun. Aber das tut ihm noch weniger gut und so verbeißt er sich schon bald in diesen ungelösten Mordfall. In weiten Teilen geht es aber auch um Menschen, die in einem kleinen abgeschiedenen Dorf ihre Eigenheiten entwickelt habe; um altes Brauchtum; um Familie; ums Dokumentarfilmen. Vielen Themen finden Einzug in das Buch und die Geschichte. Das klappt eigentlich erstaunlich gut, nimmt zugleich aber viel Spannung aus der Krimihandlung, um die es ja im Grunde geht. Ich kam auch ein wenig durcheinander mit den vielen Namen. Mal wird der Vorname genannt, mal der Nachnahme, gelegentlich auch mal der Beruf. Manchmal gibt es kleine Cliffhanger, manchmal unheilvolle Andeutungen auf das, was sogleich folgen wird. Luca d’Andrea hat einen eigenwilligen Schreibstil.  Dabei hapert es ein wenig bei der direkten Rede. Gesprächspartner werden zu Stichwortgebern. Das empfand ich als ein wenig irritieren und unnatürlich. Ansonsten klappt der Erzählfluss ganz gut. Ein wenig seltsam ist der Hang zur Gewalt bei vielen der Figuren. Anscheinend ist man in Südtirol besonders rauflustig. Aber auch Salinger selber hat ein paar Anger Issues. Er hat sich oft nicht im Griff und hat allgemein einen Hang zur Dramatik. Seine Frau Anneliese bringt auch beklagenswert wenig Verständnis für seinen Beruf auf und seinen Wunsch, nach diesem schrecklichen Unfall nicht nur untätig im Sessel zu sitzen und mit der Tochter zu spielen sondern auch wieder mit der Arbeit zu beginnen. Natürlich hat er sich ein heikles Thema ausgesucht, das tiefe Wunden bei den Menschen in dem Dorf aufwirft, aber insgesamt fand ich die viele negative Energie, die ihm entgegenschlägt, doch etwas übertrieben.   Trotz meiner Kritik habe ich das Buch aber gerne gelesen. Der Autor kann sehr gut die Gefühle beschreiben, die eine beeindruckende Landschaft auslösen kann. Er zeigt uns sie eher gefühlsmäßig als plastisch. Das hat mir gefallen und sogar den Wunsch geweckt, mal nach Südtirol zu fahren und dies Klamm zu besuchen, obwohl ich mich von hohen Bergen umgeben immer recht unwohl und beklommen fühle. Vielleicht hat dieses Buch bei mir deswegen so viele richtige Knöpfe gedrückt. Es hätte etwas gestraffter sein können und mehr Augenmerk auf die vielschichtige Krimistory, die auch einige unheimliche Facetten hat, legen können. Man sollte sich eher auf ein ruhiges Buch einstellen mit einem etwas eigenwilligen Schreibstil.

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  • ...Südtirol...

    Der Tod so kalt
    Lesebegeisterte

    Lesebegeisterte

    24. March 2017 um 15:28

    Dieser Thriller spielt in Südtirol. In den 80iger Jahren ist eine Gruppe Einheimischer von einer Wanderung nicht mehr heimgekehrt.  Kurze Zeit später fand man die Leichen, alle brutal zugerichtet. Der Fall wurde nie gelöst. Dreißig Jahre später will Jeremiah diesen dubiosen Fall lösen…. Als Leser tüftelt man, wer wohl der Mörder gewesen sein könnte. Das Ende hat mich überrascht. Fand diesen Thriller spannend, düster und etwas beklemmend.

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  • Düster, aber fesselnd :)

    Der Tod so kalt
    Ascari0

    Ascari0

    23. March 2017 um 12:20

    Ich glaube, auf Instagram fiel mir dieses Buch das erste Mal auf. Oder war es Twitter? Wie auch immer: An dem Namen "Bletterbachschlucht" bin ich hängen geblieben, weil ich selbst vor ein paar Jahren schon dort war - und diese Schlucht ist beeindruckend! Wenn man sich für die Bergwelt, Gesteine bzw. Geologie interessiert, ist es eigentlich schon fast ein Pflichtbesuch! Aber okay, ich schweife ab ... Zurück zum Buch :). Zum Inhalt: Jeremiah Salinger, verheiratet mit einer Südtirolerin, kommt mit seiner kleinen Familie in den kleinen Ort Siebenhoch, der ganz in der Nähe der Bletterbachschlucht liegt. Durch Zufall erfährt er, dass dort 1985 drei junge Menschen gewaltsam zu Tode gekommen sind. Wer dafür verantwortlich ist, ist ungeklärt. Als Dokumentarfilmer, der selbst mit einem Trauma auf einem Gletscher fertig werden muss, wird Jeremiah neugierig und beginnt Nachforschungen anzustellen. Obwohl ihm besonders von den Dörflern Widerstand erwächst, verbeißt sich Jeremiah in die Ereignisse und kommt so der Wahrheit immer näher und näher ... Meine Meinung: Anfangs war ich ehrlich gestanden etwas verwirrt, aber das legte sich relativ schnell. Denn der Autor lässt sich Zeit, die Geschichte zu erzählen. Aus diesem Grund erfährt der Leser erst einmal die Vorgeschichte, die zu dem Aufenthalt in Siebenhoch führt. Jeremiah, sein Freund Mike und ihre Arbeit als Dokumentarfilmer werden vorgestellt. Nach und nach haben sie damit Erfolg. Bei einer Filmpräsentation lernt Jeremiah seine spätere Frau Annelise kennen und bekommt mit ihr eine Tochter namens Clara. Als sie auf die Idee kommen, die Arbeit der Bergretter in Südtirol zu einer Dokumentarserie zu machen, geschieht ein Unglück, aus dem allein Jeremiah als Überlebender hervorgeht. Bei ihm wird in Folge PTBS (Post-Traumatische Belastungsstörung) diagnostiziert und er erhält einige Psychopharmaka verschrieben, die er allerdings nicht nimmt. Einige Zeit später reist er mit seiner Familie in den Heimatort seiner Frau, weil er ihr versprochen hat, sich ein Jahr eine Auszeit zu nehmen. Anfangs ist er depressiv, lediglich seine Tochter ist ein Lichtblick in seinem Leben und er macht mit ihr verschiedene Ausflüge, unter anderem auch in die Bletterbachschlucht. Zufällig wird er dann Ohrenzeuge eines Gesprächs, in dem der Ausdruck "Bletterbachschlucht-Massaker" fällt - und er wird neugierig. Sein Schwiegervater erzählt ihm erste Details, die ihn dazu bringen, das Thema noch hartnäckiger zu verfolgen. Da er ahnt, dass dies zu Auseinandersetzungen mit seiner Frau führen wird, hält er dies zunächst einmal geheim. Nach und nach spitzen sich die Ereignisse allerdings zu, sodass Jeremiah mehr als einmal zusammengeschlagen wird und auch einer Ehekrise nicht aus dem Weg gehen kann ... Diese Entwicklungen sorgen dafür, dass die Spannung bei diesem Roman erst nach und nach entsteht. Verschiedene Dörfler und ihre Rolle in der Geschichte werden langsam vorgestellt, sodass man als Leser keine Probleme hat zu folgen. Trotzdem habe ich an manchen Stellen den einen oder anderen Namen verwechselt, weil es eine Weile gebraucht hat, bis ich jedem der Toten die Verwandten, Freunde etc. zuweisen konnte. Was Jeremiah die Arbeit erschwert, ist, dass die Dorfbewohner - besonders die Angehhörigen und Freunde - zum Teil nach der langen Zeit bis zu einem gewissen Maß ebenfalls traumatisiert sind. Jeder hat einen anderen Weg gefunden, damit umzugehen. Dies sorgt dafür, dass trotz des Widerstands doch immer wieder einige Leute mit Salinger sprechen, obwohl er eigentlich als Fremder gilt, als "Zuagroasta", der nicht viel mehr über den Touristen steht. Die Sprache des Romans ist einfach, aber fesselnd. Und der Autor versteht es, das Schicksal und die Gegend recht düster zu zeichnen, da ein Großteil der Geschichte in Schnee und Eis bzw. im Winter spielt. Jedes Kapitel ist noch einmal unterteilt in kleinere Abschnitte, die durchnummeriert sind und die manchmal nur wenige Sätze ausmachen, die kleine Teaser auf das Kommende darstellen. Auch aus diesem Grund entwickelt das Buch trotz der familiären Exkurse mit Frau und Tochter eine gewisse Sogwirkung, der man sich spätestens nach dem ersten Drittel nur mehr schwer entziehen kann. Einen ersten Höhepunkt erreicht die Geschichte etwa 80 Seiten vor dem Ende, sodass ich mich kurz gefragt habe, was denn da jetzt noch kommen sollte. Der Autor beweist damit allerdings recht eindrucksvoll, dass nicht unbedingt wahr sein muss, was sich als Wahrheit darstellt. Und auch wenn gegen Ende mit dem Autor ein wenig die Phantasie durchgegangen ist, liest sich das Buch trotzdem sehr spannend und ich hatte die fast 500 Seiten innerhalb von zwei Tagen an einem Wochenende durch :). Mein Fazit: Auch wenn das Buch die eine oder andere Schwäche aufweist, konnte es mich die meiste Zeit fesseln. Wer sich mit dem Setting in den Bergen und der düsteren Stimmung anfreunden kann, kann mit dem Buch eigentlich nicht viel falsch machen (Ähnlichkeiten zum Film "Das finstere Tal" haben sich bei mir gleich an mehren Stellen aufgedrängt). Auch wenn das Ende ein wenig abgedreht daher kommt, empfehle ich das Buch gerne weiter.

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  • Die Bestie

    Der Tod so kalt
    misswinniepooh

    misswinniepooh

    18. March 2017 um 19:25

    Der amerikanische Dokumentarfilmer Jeremia Salinger ist nach einem Dokugroßprojekt völlig ausgebrannt und so beschließen er und seine Frau nebst Töchterchen Clara für eine Auszeit in Annelieses Südtiroler Heimatdorf Siebenhoch zu reisen. Die Auszeit währte allerdings nur solange, bis Jeremia eines Tages den roten Hubschrauber der Bergrettung Dolomiten am Himmel sieht, und da sein Schwiegervater Mitbegründer der Bergrettung war, ist die Idee für einen Dokumentarfilm über diese Bergretter geboren. Schon bald beginnen Salinger und sein Filmkollege Mike mit den Dreharbeiten zu Mountain Angels. Bis zu dem Tag an dem es während eines Einsatzes zu einem schrecklichen und tragischen Unfall kommt. Seit diesem Tag ist für Salinger nichts mehr wie es war, und er gegen die Bestie in seinen Albträumen kämpfen muss. An weiterarbeiten ist für ihn nicht mehr zu denken. Als er aber von dem Massaker in der Bletterbach Schlucht von 1985 erfährt, wird er neugierig. Drei grausam ermordete junge Leute, deren Tod bis heute ungeklärt geblieben ist. Das ist Dokustoff und allen Widrigkeiten zum Trotz, sowie sämtliche Warnungen in den Wind schlagend beginnt er über das Massaker zu recherchieren, immer mehr davon besessen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Der Autor erzählt diese Geschichte schnörkellos direkt in einem flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil. Auch wenn der Spannungsbogen nicht kontinuierlich hoch bleibt, ist die Geschichte dennoch lesenswert, da es der Autor versteht mit subtilen Mitteln und kleinsten atmosphärisch dichten Andeutungen falsche Fährten bis zum bitteren Ende zu legen. Ein durchweg gelungenes Debüt, das mich sehr gut unterhalten hat.

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  • Ein wirklich empfehlenswerter Thriller

    Der Tod so kalt
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. March 2017 um 09:43

    Der amerikanische Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger, der diesen spannenden Thriller des Südtirolers Luca D`Andrea in der Ich-Form erzählt, lernt in den USA seine aus dem Südtiroler Dorf Siebenhoch stammende Frau Annelise kennen. Eine Tochter Clara kommt zur Welt. Doch bald schon verlässt Salinger mit seiner Familie die USA und zieht nach Siebenhoch, ausgelaugt und ausgebrannt.Dort in Siebenhoch will er neue Kraft auftanken und neue Ideen entwickeln. Doch bald schon beginnt sich der ruhelose Jeremiah für die dortige Bergwacht zu interessieren, plant mit seinem Kompagnon Mike, der aus den USA nach Siebenhoch gekommen ist, eine neue Dokumentarreihe. Bei einem normalen Einsatz der Bergwacht, den Mike filmt, wird die Crew der Bergwacht samt ihrem Hubschrauber von einer Lawine erfasst und alle kommen ums Leben. Salinger, der später aus der Felsschlucht, in die er sich zum dem verunglückten Bergwanderer mit herablassen ließ, geholt werden sollte, überlebt dieses Unglück als Einziger. Er erleidet eine schwere posttraumatische Störung und gibt seine Frau das Versprechen, sich ein ganzes Jahr eine Auszeit zu nehmen. Doch bis zum Ende eines überaus spannenden Buches wird er dieses Versprechen immer wieder brechen.Bei seinen Recherchen erfährt er von einem dreißig Jahre zurückliegenden Verbrechen, dem Bletterbach-Massaker. Damals 1985 waren drei junge Wanderer, die zur Bletterbach-Schlucht aufgebrochen waren, während eines tagelangen gewaltigen Gewitters nicht mehr zurückgelehrt. Als ein Suchtrupp auf ihre grausam entstellte Leichen stößt, vermuten die Helfer schnell einen Töäter im Bekanntenkreis. Doch sehr schnell breitet sich im ganzen Dorf ein eisiges Schweigen darüber aus.Als Salinger auf diese Geschichte stößt, lässt sie ihn nicht mehr los. Er beginnt zu fragen, und bekommt vor allem von seiner Schwiegervater Werner Mair, der die Toten damals gefunden hat, immer wieder den barschen Rat, mit dem Fragen aufzuhören, weil die Konsequenzen nicht abzusehen seien.Salinger indes spornt dies noch mehr an, und er versucht unter Einsatz seines Lebens und die Zukunft seiner Familie aufs Spiel setzend, in den nächsten Monaten dieses Rätsel zu hören, das auf das Engste mit ihm und seiner Familie verbunden zu sein scheint. Viele lokale Bräuche und Sitten, zum Beispiel das Fest des Krampus hat Luca D`Andrea in seinem Buch verarbeitet, viele Mythen (unter anderen von einem urzeitlichen Monster, das in der Schlucht die Zeiten überlebt habe). Er selbst hat vor einiger Zeit mit „Mountain Heroes“ für das italienische Fernsehen die Arbeit der Bergrettung porträtiert.Ich glaube, er hat viel von seiner eigenen Leidenschaft für die Berge und ihre Mythen in seinen Ich-Erzähler Salinger hineingenommen, den er wie besessen einem Geheimnis auf der Spur bleiben lässt, das ein ganzes Dorf über drei Jahrzehnte in den Bann geschlagen hat.Es gelingt ihm hervorragend, seine Leser sofort mit hineinzuziehen in diesen Bann und atemlos in der Lektüre fortzuschreiten, die ihn mit immer neuen ungeahnten Wendungen, völlig gefangen nimmt.Ein wirklich empfehlenswerter Thriller, der für ein Debüt, denn um ein solches handelt es sich, gleich in ungewöhnlichen vielen Ländern in einer Übersetzung erscheint.

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