Luca Di Fulvio Der Junge, der Träume schenkte

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Inhaltsangabe zu „Der Junge, der Träume schenkte“ von Luca Di Fulvio

New York, 1909. Aus einem transatlantischen Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie kommen aus dem tiefsten Süden Italiens - mit dem Traum von einem besseren Leben in Amerika. Doch in der von Armut, Elend und Kriminalität gezeichneten Lower East Side gelten die gnadenlosen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten. So wie der junge Natale, dem überdies ein besonderes Charisma zu eigen ist, mit dem er die Menschen zu verzaubern vermag ...

Ich liebe diese Geschichte, aber das Hörbuch ist einfach nur schlecht zusammengestückelt :/ Lest das Print!

— Svenjas_BookChallenges

Die extreme Kürzung nimmt der Geschichte ihre Seele. Zuviele ragen bleiben offen. Schade!

— locke61

Unterhaltsam, tiefgründig, wunderbar erzählt

— Buchina

Bis zur Mitte hat es mir sehr gut gefallen, doch dann zog es sich leider doch in die Länge.

— Evangeline2233

Ein bewegendes Hörbuch, dass einem immer wieder Gänsehaut bescherte.

— Anne4007

Der Geschichte kann man super folgen... Über das Schöne und nicht so Schöne im Leben Ist eins meiner Lieblingshörbücher <3<3

— downwind

die geschichte war für mich leider ne große enttäuschung!

— monerl

Sehr spannende Geschichte , die alles enthält: eine Lebensgeschichte über Armut, Gegensätze, Liebe, Grausamkeit und Erfolg. Toll gelesen!

— black_horse

Höre ich gerade als Hörbuch. Der Sprecher gefällt mir gut!

— Lutra

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  • Eine grandiose Geschichte, die in der Hörbuchfassung leider viel von ihrem Charme verliert

    Der Junge, der Träume schenkte

    Svenjas_BookChallenges

    10. June 2017 um 14:30

    Geschichte und Erzählstil:Vor einigen Jahren war Der Junge, der Träume schenkte von Luca di Fulvio ein spontaner Coverkauf. Und ich habe es nicht bereut, denn die Geschichte hat mir mit all ihren Facetten unglaublich gut gefallen, mich absolut mitgerissen und berührt. An der Jubiläumsausgabe des Hörbuchs konnte ich daher einfach nicht vorbeigehen, denn ich wollte den Roman schon lange noch einmal lesen. Es ist die Lebensgeschichte des jungen Christmas, der nicht nur aufgrund seines merkwürdigen Namens besonders ist. Er hat einen ganz außergewöhnlichen Charakter und so wie ihn die anderen Figuren stets schnell ins Herz schließen, tut es auch der Leser.Es geht also um einen Jungen, der von ganz unten kommt und es bis ganz nach oben schaffen will. Nicht unbedingt ein neues Konzept, aber das Einzigartige ist hier die Umsetzung. Zum einen ist es der Protagonist Christmas, der einen immer wieder erstaunt, zum Lachen bringt und berührt, zum anderen ist es dieses gewisse Mischung aus Zufall und der Lebensumstände im New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die die Geschichte trägt. Vieles, was Christmas passiert und was auch die zwei anderen Hauptcharaktere, aus deren Sicht erzählt wird, erleben, klingt erst einmal unglaublich, aber all das fügt sich auf so geniale Weise ineinander, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen.Denn im Zentrum der Geschichte stehen nicht nur Christmas und sein Bestreben, dem Millieu, aus dem er kommt, endgültig den Rücken zu kehren, sondern auch die junge Ruth, die als 14-Jährige Opfer eines grausamen Verbrechens wird, und ihr Peiniger. Das ist eine außergewöhnliche Konstellation, die es dem Leser/Hörer erlaubt, die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln zu verfolgen, und die die Geschichte gleichzeitig so spannend und vielseitig macht. Es gibt zahlreiche unerwartete Wendungen, teilweise absurde Begegnungen und Begebenheiten und dennoch ergibt das alles am Ende einen Sinn.Ebenso beeindruckend fand ich schon beim ersten Lesen die komplexe Welt, die di Fulvio erschafft. Sein New York der 1920er Jahre ist düster, erbarmungslos und rau auf der einen und mondän, elegant und faszinierend auf der anderen Seite. Im Laufe der Geschichte kollidieren diese beiden völlig verschiedenen Welten miteinander, die Grenzen verschwimmen, indem es Christmas gelingt, sein altes Leben hinter sich zu lassen und für seine Träume zu kämpfen. Auch die anderen Schauplätze, wie zum Beispiel das glamouröse Los Angeles, in das es Ruths Familie verschlägt, sind überzeugend und historisch genau dargestellt und nehmen einen mit auf eine ungewöhnliche und fesselnde Reise in die Vergangenheit.Zu 100 Prozent happy bin ich nach dem Re-Readen (beziehungsweise Hören) eines meiner Lieblingsbücher allerdings nicht. Und das liegt vor allem an der Hörbuchfassung. Natürlich ist mir bewusst, dass man die meisten Bücher kürzen muss, um sie zu vertonen. Bei Der Junge, der Träume schenkte wurde mir aber deutlich zu viel gestrichen. Da fehlen Zusammenhänge, die sich all jenen, die das Buch zum ersten Mal hören, einfach nicht erschließen. Ganze Charaktere, die im Buch eigentlich eine wichtige Rolle spielen, werden auf ein absolutes Minimum reduziert - so zum Beispiel Christmas' Mutter, die im Hörbuch lediglich zwei Mal kurz vorkommt. Und überhaupt wurde derart unglücklich gekürzt und zusammengestückelt, dass die Geschichte teilweise sehr zusammenhangslos und lose wirkt. Ich bin mir sicher, dass di Fulvios Roman mich nicht einmal annähernd so beeindruckt, mitgerissen und fasziniert hätte, wenn ich ihn nur gehört und nicht vorher gelesen hätte. Und das ist doch ziemlich schade, da Hörbuch-Konsumenten so einen völlig falschen Eindruck von der Geschichte bekommen.Sprecher:Der Junge, der Träume schenkte wird von Timmo Niesner gesprochen, der seine Sache wirklich sehr gut macht. Ich mochte seine Stimme und seine Interpretation von Christmas und auch, wenn er weibliche Figuren wie Ruth oder Christmas' Mutter gesprochen hat, war das nicht irritierend oder befremdlich. So geht es mir nämlich manchmal bei männlichen Hörbuchsprechern, die bei Frauen-Interpretation ins lächerlich Piepsige verfallen. Hier war für mich aber alles rund.Mein Fazit:Luca di Fulvios Der Junge, der Träume schenkte ist eines meiner Lieblingsbücher, weil es eine unglaubliche, faszinierende und historische Lebensgeschichte erzählt und mit meisterhaft gezeichneten Charakteren aufwartet. Aber: Es geht in dieser Rezension um die Hörbuchfassung und die war ganz nett - mehr aber auch nicht. Die Tiefe und die Zusammenhänge, die die Print-Version so faszinierend machen, wurden schlichtweg komplett rausgetrichen und was übrig bleibt, sind lieblos aneinandergereihte Szenen, die es einfach nicht schaffen, den Hörer zu fesseln. Mein Rat an euch ist also: Lasst euch von Christmas verzaubern, aber greift hierfür unbedingt zuerst zum Taschenbuch!

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  • Der letzte Rest zur Begeisterung hat gefehlt

    Der Junge, der Träume schenkte

    Steffi1611

    04. November 2016 um 08:20

    Die Geschichte dreht sich zu Beginn um Cetta, welche schon ein grausiges Schicksal über sich ergehen lassen muss. Aber mit ihrem Sohn reist sie nach Amerika und will eine Chance haben. Oder zumindest ihr geliebter Natale. Schon beim Ankommen bekommt der Junge als erstes einen neuen Namen: Christmas. Mit so einem Vornamen, einem italienischen Nachnamen und blonden Haaren hat er es alles andere als leicht in den Straßen von New York. Aber er hat Köpfchen und weiß dieses einzusetzen.Ein ganz anders Leben führt Ruth. Sie ist Tochter einer reichen jüdischen Familie. Nur sie hat schon früh das Pech an den falschen Menschen zu geraten und muss dafür teuer bezahlen.Durch dieses Ereignis und der damit ersten Begegnung von Christmas und Ruth ändert sich das Leben beider.Wer jetzt von einer eher seichten Liebesgeschichte ausgeht, täuscht sich gewaltig. In der hier erzählten Geschichte kommt so ziemlich alles vor, was man sich vorstellen kann. Detaillierte Beschreibungen von Mord, Vergewaltigung, Gangs und deren Geschäften, Schutzgelderpressung usw. Es wird ein Bild der 20 Jahre vermittelt, welches ich mir genauso vorstellen kann. Auf der anderen Seite gibt es ein junges Mädchen in Angst, einen Großvater der es liebt, einen Jungen der aufsteigen will um sein Mädchen zu bekommen und und und… Vom Inhalt her ist dieses Hörbuch sowie die Buchvorlage sehr weit gefächert.Durch die gekürzte Fassung hatte ich zum Ende (CD 5+6) irgendwie das Gefühl etwas verpasst zu haben. Ich war sehr angetan von der Geschichte aber umso weiter sie lief umso weniger gefiel mir. Dies hat auch nichts mit der Brutalität oder Gewalt zu tun. Die war zwar nicht schön zu hören, aber aushaltbar.Bei der Geschichte überlege ich, ob ich nicht noch das Buch lesen sollte um meinen Gesamteindruck abzurunden.Der Sprecher Timmo Niesner hat das Hörbuch sehr gut gesprochen. Nie zu übertrieben und immer an den spannenden Stellen richtig. Von ihm war ich sehr begeistert. Weniger gefallen hat mir die Anfang- und Endmusik. Ich hab diese eher als störend und nervig empfunden. Ein Hinweis auf den Beginn und das Ende einer CD kann ich nachvollziehen, aber bitte nicht so.Mein Fazit fällt trotz der Kritikpunkte positiv aus. Das Hörbuch hat mich unterhalten und an einigen Stellen gefesselt und geschockt. Des Weiteren hat es Gefühl und interessante Charaktere.

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  • Packende Geschichte, spannender Hintergrund - leider zu extrem gekürzt!

    Der Junge, der Träume schenkte

    locke61

    03. September 2016 um 12:42

    1909 kommen Natale und seine Mutter mit dem Schiff in New York an. Er in den Armen seiner Mutter, die sich einen neuen Anfang und ein besseres Leben in Amerika für sich und ihren kleinen Sohn wünscht. Natale, jetzt Christmas genannt, wächst in einem Viertel auf, in dem Elend, Gewalt und Prostitution Normalität sind. Die Gangs regieren die Straßen mit ihren gnadenlosen Regeln. Doch Christmas lernt zu überleben, sich durchzusetzen und mit seinem Charme und Talent den Menschen glaubhaft was vorzumachen. Ruckzuck hat er einen Ruf und die "Diamond Dogs" erfunden.Das die nur aus ihm und seinem Kumpel bestehen, hat keiner mitbekommen. Sein Leben ändert sich als er der 13jährigen Ruth das Leben rettet. Sie wurde brutal vergewaltigt, verstümmelt und wie Müll entsorgt. Er verliebt sich in sie, versucht sie aus ihrem Trauma zu ziehen. Luca Di Fulvio hat einen wunderschönen Schreibstil, er macht es leicht mir die Charakteren vorzustellen, die beschriebenen Gerüche zu riechen und das Viertel genauso düster und schmutzig zu sehen.Die Stimme von Timmo Niesner ist angenehm und betont an den richtigen Stellen.Leider bleiben bei mir am Ende viele Fragen offen. Die extreme Kürzung gibt mir das Gefühl ständig vor verschlossenen Türen zu stehen. Schade, weil auch die Nebenrollen an einer guten Geschichte beteiligt sind.Das "Outfit" des Hörbuches ist klasse. Mal kein Plastik. Die in silber und schwarz gehaltene Verpackung sieht edel aus und entspricht einer Jubiläumsausgabe.Die ich übrigens jedem empfehlen kann, der mal "reinschmecken" will.

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    • 3
  • Trotz der Kürzungen hörenswert

    Der Junge, der Träume schenkte

    Ichbinswieder

    29. August 2016 um 00:10

    Dieses Hörbuch hat mich direkt mitgerissen und abtauchen lassen. Ich wurde sofort von der Geschichte gefangen genommen, anfangs besonders von dem Mut und dem Schicksal von Natales (alias Christmas) Mutter.Erstaunt hat mich nicht nur an dieser Stelle, die immer wieder aufflackernde Brutalität. Die Begebenheiten, die damit zu tun hatten, passten zugegebenermaßen gut in die Zeit und somit auch zur Geschichte, aber eine Nebenhandlung wurde fast gänzlich von ihr bestimmt. Ich fand das o.k., es ist aber bestimmt nicht jedermanns Sache.In der Hauptsache jedoch verfolgt man Natales/Christmas´ Geschichte. Er ist ein Lebenskünstler, gaukelt dabei manchen Leuten auch gerne mal etwas vor und erfindet sich immer wieder neu. Er hat eine besondere Ausstrahlung und im Grunde ein gutes Herz. Letzteres verschenkt er an Ruth, doch die beiden trennen zunächst Welten, dann verlieren sie sich aus verschiedenen Gründen sogar ganz aus den Augen. Von da an sind es beide, Christmas und Ruth, deren Geschichte erzählt wird. Man trifft hier auf die schon erwähnte Brutalität, wie auch auf Traurigkeit, Orientierungslosigkeit, Hoffnung, Humor und anderes mehr. Die Bandbreite der Gefühle ist groß.Wenn man den Titel zu Grunde legt, so mag man sich während des hörens fragen, welche Träume Christmas denn nun schenkt. Das ist allerdings gar nicht so leicht zu beantworten, und es liegt sicher im Auge des Betrachters, was als Traum gelten kann und was nicht. Fest steht für mich, dass es keine nächtlichen, sondern sehr reale Träume sind, und sie handeln von Erfolg, Freundschaft, Liebe etc.. Christmas lässt die Menschen an das Gute glauben, auch wenn sie teilweise einen Preis für diesen und andere Träume zahlen müssen.Das einzige was ich zu bemängeln hätte ist, dass es sich bei der CD-Ausgabe um eine gekürzte Fassung handelt. Dadurch wirkten einige Szenen leider nicht ganz rund. Obwohl ich gekürzte Hörbücher nicht so sehr mag, empfand ich das hier allerdings als nicht ganz so tragisch, weil der Kern der Geschichte trotzdem gut herausgearbeitet war.Zudem hat Timmo Niesner die Geschichte sprecherisch toll umgesetzt. So wird eine überwiegend gleichmäßig ruhige und unaufgeregte Stimmung geschaffen, aber ohne dabei langweilig zu wirken, weil er mit den nötigen Betonungen an den richtigen Stellen geradezu spielerisch umgeht.Diese Hörreise nach Amerika hat mich verzaubert und in eine Welt entführt, die schön und grausam zugleich war. Trotz der Kürzungen ein empfehlenswertes Hörbuch.

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  • Wunderbare Geschichte, leider gekürzt

    Der Junge, der Träume schenkte

    Buchina

    26. August 2016 um 12:40

    Zuerst muss ich sagen meine Rezension bezieht sich auf die Jubiläumsausgabe des Hörbuchs des Lübbe Audios Verlag. Das ist wichtig, da es sich hierbei um eine sehr gekürzte Version des Buches handelt. Der Roman beginnt in Italien mit der dramatischen Zeugung von Natale. Seine Mutter wird vom reichen Gutsbesitzer vergewaltigt. Auch wenn viele meinen sie sollte das Kind nicht behalten, setzt sie sich durch und sucht ihre Zukunft in Amerika. Sie ist eine starke Frau, die alles tut, um ihren Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Was als alleinerziehende Mutter zu Beginn des 20. Jh. nicht einfach ist. Dennoch kommt Natale, der in den USA Christmas genannt wird mit den Banden seines Stadtviertels in Kontakt. Sein Leben ändert sich als er Ruth trifft. Ihre Begegnung ist dramatisch, denn Ruth liegt schwer verletzt am Straßenrand, Christmas rettet sie und bringt sie ins Krankenhaus und damit beginnt ihre Geschichte. Der Roman erzählt die Geschichte von Christmas, der in einem von Kriminalität geprägten Stadtviertel aufwächst. Als er Ruth begegnet öffnet sich ein weiterer Handlungsstrang und auch die Geschichte von Ruth wird erzählt. Und schließlich kommt noch ein dritter Handlungsstrang, der die Geschichte von Bill erzählt, Ruths Vergewaltiger. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen macht den Roman sehr abwechslungsreich, da ich immer in völlig verschiedene Welten abtauchen konnte. Wobei ich gegenüber Bill schon einige Mordgelüste entwickelte. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und sie gingen mir alles sehr nah. Gleichzeitig erschafft der Autor ein realitätsnahes Bild der damaligen Zeit. Mich hat das richtig gefesselt. Auch den Schreibstil fand ich sehr gut. Keine langatmigen Beschreibungen, klare Struktur, sie passt zum Buch, klar authentisch mit wenigen Schnörkeln. Der Sprecher des Hörbuches tut sein Übriges. Die warme Stimme passt sehr gut, er übertreibt auch die Betonungen nicht, es passt einfach. Dazu gibt es immer eine Einstiegsmusik bei jeder CD, die die Spannung nochmals steigen lässt. Das Hörbuch ist sehr gut produziert. Ein Kritikpunkt gibt es für diese Ausgabe. Ich hatte oft das Gefühl, dass manche Geschichten des Romans zu kurz kamen, so fehlten für mich die Beschreibungen des Charismas oder Besonderheit des Protagonisten. Oder auch die Entwicklung von Nebenpersonen kam nur am Rande. Ich glaube ein Hörbuch was ca. 1400 Minuten im Original hat, auf ein Viertel runter zu kürzen ist einfach zu viel. Aber dennoch würde ich das Buch sehr empfehlen, vor allem für Menschen, die eher kürzere Hörbücher mögen und dennoch eine komplexe Geschichte erzählt bekommen wollen.

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  • Großartig erzähltes Hörbuch

    Der Junge, der Träume schenkte

    bookgirl

    25. August 2016 um 10:25

    Inhalt New York in den 1920er Jahren: Christmas wandert mit seiner Mutter als Baby von Italien nach Amerika aus. Er träumt von einer eigenen Gang und zieht mit seinem Freund Santo durch die Straßen der Lower East Side, die von Gewalt und Kriminalität beherrscht wird. Sein Leben verändert sich schlagartig als er der 13jährigen Ruth das Leben rettet …Meinung "Der Junge, der Träume schenkte" ist eine Geschichte in der es um Träume und um Hoffnung geht. Hoffnung auf ein besseres Leben und auch eine bessere Zukunft – trotz der Diskrepanzen zwischen Arm und Reich. Und auch um die Kunst des Geschichtenerzählens, denn keiner weiß sie besser zu erzählen als Natale oder besser gesagt: Christmas. Doch Di Fulvio zeichnet ein anderes Bild, als man vielleicht vermuten würde. Es ist nicht das, was durch den Lebensweg eines Jungen verzaubert, sondern das des Amerika des frühen 20. Jahrhunderts, welches von Gewalt und Armut in New Yorks Lower East Side geprägt ist. In dieser wird geprügelt, gehasst aber auch geliebt. Es geht um Gangs und das Überleben in dieser rauen Gesellschaft. Der Autor erschafft großartige Bilder, die der Sprecher Timmo Niesner mit Bravour umgesetzt hat. Er transportiert Emotionen gekonnt und fesselt an die Geschichte. Einzig das Übermaß an Gewalt und Brutalität und das etwas unrealistische Happy End hätte es für mich nicht gebraucht, weshalb ich einen Punkt abziehe. Fazit "Der Junge, der Träume schenkte" ist ein Hörbuch, welches mir spannende und unterhaltsame Stunden beschert hat. Gerne spreche ich eine Empfehlung aus. Insbesondere, da die Handlung durch Timmo Niesner großartig erzählt wird.

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  • Der Geschichtenerzähler

    Der Junge, der Träume schenkte

    buecherwurm1310

    24. August 2016 um 14:34

    Cetta bringt einen kleinen Junge zur Welt. Er ist das Ergebnis einer Vergewaltigung durch einen Freund des Gutsherren. Dann aber flieht sie vor diesem Leben nach Amerika. Doch schon auf der Überfahrt wird ihr klar, dass sich ihre Träume wohl nicht erfüllen werden. Um ihren geliebten Natale durchzubringen, muss sie sich prosituieren. Wegen Verständigungsproblemen bei der Einwanderungsbehörde wird aus Natale Christmas. Cetta und Christmas leben in einem rauen Viertel New Yorks, in denen die Gangs das Sagen haben. So lernt der Junge schon früh das Gesetz der Straße kennen. Aber er ist intelligent und hat Phantasie und so tut er so, als gehöre er mit seinem Freund Santos zu den „Diamond Dogs“. Dann rettet Christmas das Mädchen Ruth, welches etwas erleben wollte und dabei an den falschen geraten ist. Christmas verliebt sich sofort, aber Ruth stammt aus einem wohlhabendem Elternhaus. Als Ruth dann auch noch mit ihren Eltern wegzieht, ist Christmas ganzes Bestreben Ruth wiederzufinden. Der Sprecher des Hörbuchs gibt die Geschichte gut und lebendig wieder. Es ist eine Geschichte, die vom Traum auf ein besseres Leben und von den harten Realitäten erzählt. Es ist oft sehr bedrückend zu hören, wie Cettas Mutter ihre Tochter vor der Vergewaltigung durch den Gutsherrn bewahren will, wie brutal Ruths Peiniger vorgeht und wie rücksichtslos ein Filmproduzent mit Menschen umgeht des Profits willen. Daneben wirken die Gangster fast schon nett. Cetta ist Realistin und tut, was getan werden muss, um Christmas ein besseres Leben zu ermöglichen. Christmas ist ein sympathischer Junge, der nicht kriminell werden möchte und den die schwierigen Bedingungen fast dazu bringen. Aber er kann Geschichten erzählen und Menschen damit in Bann ziehen. Er trifft Leute, die ihm Möglichkeiten eröffnen und er nutzt sie. Alle Personen sind ihrer Rolle entsprechend sehr gut dargestellt. Man kann mit ihnen fühlen oder sie von Herzen verabscheuen. Es ist ein eindringliche und oft brutale Geschichte.

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  • Das Streben nach Glück

    Der Junge, der Träume schenkte

    Livres

    24. August 2016 um 09:03

    Anfang des 20. Jahrhunderts kommt eine junge Italienerin mit ihrem Baby Natale auf einem Schiff nach New York City. In ihrem jungen Leben musste sie bereits einiges ertragen und hofft in Amerika auf einen Neuanfang für sich und ihren kleinen Sohn, der ab der Einbürgerung auch Christmas genannt wird. Die beiden können sich eine bescheidene Existenz in der von Gangs beherrschten Lower East Side aufbauen, doch der Junge hat ganz andere Pläne mit seinem Leben. Durch seine Art schafft er es, seine Mitmenschen in seinen Bann zu ziehen und für seine Ideen zu begeistern. Er schafft es, sich mit seinem Einfallsreichtum ein paar Dollar hinzuzuverdienen und beschließt, selbst eine Bande zu gründen, die „Diamond Dogs“. Eines Tages finden er und sein Freund Santo ein schwer misshandeltes Mädchen, dass sie ins Krankenhaus bringen. Ab diesem Moment kann Christmas das Mädchen aus gutem Hause, genannt Ruth, nicht mehr vergessen. Er will sich eine eigene Existenz aufbauen und im Radio auftreten, denn er will Ruth und ihre Familie beeindrucken. Doch auch Ruth muss gegen ihre Dämonen ankämpfen, die ihr Leben seit dem schrecklichen Vorfall überschatten. Und so kämpfen die beiden über die Jahre für ihr Glück.Dieser Geschichte habe ich in Form eines gekürzten Hörbuchs in der Jubiläumsausgabe gelauscht. Die Aufmachung des Hörbuchs ist dabei ein echter Hingucker. Das Cover wurde komplett in Silber gehalten ist, mit einem in schwarz gehaltenen Schiff und der New Yorker Freiheitsstatue als Blickfang. Dies symbolisiert sehr treffend den Beginn der Geschichte, nämlich die Auswanderung von Natale und seiner Mutter nach Amerika.Die Stimme des Sprechers Timmo Niesner passt außerordentlich gut zu der Geschichte, da er die Hauptperson des Buches, den jungen Natale, hervorragend interpretiert. Auch alle anderen Charaktere hebt er stimmlich sehr gut hervor und akzentuiert sehr treffend.In der Geschichte werden verschiedene Themen angesprochen: Die Armut und die Gesetze der Straße in dieser Zeit, die Entwicklung der Radio- und Filmindustrie, Freundschaft, Liebe und das Streben nach Glück, jedoch auch brutale Gewalt gegen Frauen, die zum Teil sehr deutlich dargestellt wird.Da es sich um eine gekürzte Fassung des in der Taschenbuchausgabe fast 800seitigen Buches handelt ist zu vermuten, dass Einiges der Streichung zum Opfer gefallen sein muss. Da mir die Geschichte als Hörbuch jedoch sehr gut gefallen hat, weckt dies bei mir das Interesse nach der gedruckten Version, um ggf. doch noch einige weitere bisher ungenannte Aspekte aufzudecken. Wahrlich eine Geschichte, die zeigt, was möglich ist, wenn man an sich glaubt und für seine Träume kämpft.

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  • Harte Zeiten

    Der Junge, der Träume schenkte

    MissStrawberry

    23. August 2016 um 19:47

    Tiefster Süden Italiens. Natale ist das Produkt einer Vergewaltigung, dennoch liebt seine Mutter ihn abgöttisch und nimmt sehr viel auf sich, um ihm ein gutes Leben in Amerika ermöglichen zu können. Doch das ist mit weiterem Leid verbunden und auch in der Lower East Side in New York, wo sie mit Natale, der fortan Christmas genannt wird, landet, herrscht Elend und Kriminalität. Christmas lernt schnell, wie er mit seinem Charisma und einigen Tricks die Leute manipulieren kann. Als er dann die geschändete und verstümmelte Ruth findet, verliebt er sich sofort in sie. Er rettet sie und kämpft darum, sie immer wieder zu sehen. Ihre Familie ist wohlhabend und noch dazu jüdisch – dazu noch die herrische Mutter von Ruth. Schnell wird klar, dass sie fast wie Romeo und Julia sind. Christmas kämpft für seine Träume und vergisst dabei nie seine Ruth, die währenddessen ebenfalls viel an ihn denkt und mit den Dämonen ihrer Vergangenheit kämpft …Dieses Buch steckt voller Schmerz und Traurigkeit, Brutalität (besonders Frauen gegenüber) und Armut, aber dennoch macht es Hoffnung und strahlt eine Menge Liebe aus. Die drei Erzählstränge (Christmas, Ruth, Bill) wechseln sich ab und steuern unaufhaltsam aufeinander zu. Alle drei Leben sind auf ihre Weise hart, alle drei Schicksale nicht einfach. Bill ist dabei die Figur, die man so richtig schön hassen und verachten kann, um alle Sympathie auf Ruth und Christmas zu fokussieren. Christmas weiß zu überzeugen, auch den Leser, der seine Tricks ja erkennt. Trotzdem zieht er magisch an und man möchte ihm bei der Erfüllung seiner Träume so gerne helfen. Ruth berührt das Herz, weil sie auf so starke Weise mit ihrem Leid umgeht, bei dem ihr niemand hilft. Am Ende ahnt man Schlimmes und der Show-Down ist grandios. Das Hörbuch ist eine „bearbeitete Fassung“. Da das Buch 784 Seiten hat und das Hörbuch 397 Minuten, bedeutet dies wohl „gekürzt“. Stellenweise waren die Sprünge auch ein wenig groß, dennoch hatte ich nie das Gefühl, mir fehlt zum Verständnis des Geschehens etwas. Timmo Niesner ist ein bekannter Synchronsprecher, der sich in diesem Hörbuch jedoch völlig anders als gewohnt anhört. Dennoch weiß er perfekt, die Personen mit seiner Stimmfarbe zu zeichnen. Man hört ihm einfach gerne zu. Insgesamt hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen, dennoch ziehe ich einen Stern ab und vergebe somit vier Sterne. Das liegt daran, dass mir die Grundstimmung zu düstere war und ich teilweise echte große Pausen brauchte, um das Gehörte zu verkraften. Beim Lesen wären die Pausen vermutlich noch sehr viel länger geworden.

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  • Leider nicht das was ich erwartet habe!

    Der Junge, der Träume schenkte

    Kuhni77

    23. August 2016 um 09:13

    INHALT: Für mich werden hier 2 Geschichten erzählt. Einmal das Leben von Natale/Christmas und dann das Leben von Ruth. Natale ist der Sohn von Cetta, die in Süditalien aufwuchs und keine schöne Kindheit hatte. Ihrem Sohn, der durch eine Vergewaltigung entstanden ist, möchte sie eine bessere Zukunft ermöglichen. Sie reist mit ihm nach Amerika, wo Natale erst einmal einen anderen Namen bekommt und ab sofort Christmas gerufen wird. Gemeinsam mit seiner Mutter wächst er in Lower East Side auf. Einem Viertel voller Armut, Elend und Kriminalität. Hier erfährt Christmas schnell, dass er nur mit Durchsetzungsvermögen und Robustheit eine Chance hat. Er erfindet eine Gang, die DIMAND DOGS und schon bald erhält er in seinem Viertel Anerkennung. Mit seinen erfunden Geschichten mogelt er sich in die Herzen der Menschen und schafft es dem Elendsviertel zu entfliehen. Die Jüdin Ruth wächst in reichen Verhältnissen auf. Ruth trifft sich eines Tages mit Bill und endlich mal etwas zu erleben. Doch Bill vergewaltigt Ruth und richtet sie ziemlich brutal zu. Christmas findet sie und bringt sie in ein Krankenhaus. Beide spüren eine Anziehung, die Ruth aber nicht zu lässt, kann sie doch ihre schlimme Vergangenheit nicht vergessen. Bill wird ein sehr brutaler Mensch, der viele Frauen vergewaltigt und auch vor dem einen oder anderen Mord nicht zurück schreckt. Trotz seiner Brutalität wird er doch immer wieder von Ruths Geistern heimgesucht. MEINUNG: Ich kenne noch das andere Cover – ein kleiner Junge, der verschmitzt um die Ecke schaut. Auch wenn dieses Hörbuch ein anderes Cover hat, musste ich doch immer wieder an diesen kleinen Jungen denken. Der Klappentext hat mir zwar gezeigt, dass es sich hier um eine düstere Geschichte handelt, die über Elend, Armut und Kriminalität erzählt. Ich wollte aber unbedingt wissen, wie dieser Junge den Menschen Träume schenkt. Leider habe ich aber eine ganz andere Geschichte erzählt bekommen, mit der ich gerechnet habe. Die Story war gut und hat mich unterhalten, das möchte ich gar nicht bestreiten. Aber doch ging es mir hier zu viel über Gangs und Vergewaltigungen. Gerade die ausführlich beschriebenen Szenen von Bill, haben mich doch oft schlucken lassen. Er war einfach nur ein Monster! Natale/ Christmas hat sich von einem armen Jungen, mit seinen erfunden Geschichten hochgearbeitet und hat es dann sogar zum Theater geschafft. Aber seine geschenkten Träume, waren nicht die Träume, die ich erhofft habe. Ich dachte mehr daran, dass er den Menschen Freude und Zuversicht bringt, gerade im Viertel wo er aufgewachsen ist. Sehr schön fand ich die Musik, die den Anfang und das Ende einer CD angekündigt hat. Nicht vergessen möchte ich auch den Sprecher Timmo Niesner, der dieses Hörbuch wirklich sehr toll gesprochen hat. FAZIT: Mein Hörbuch war eine gekürzte Version mit einer Länge von 397 Minuten. Die lange Fassung mag ich gar nicht hören, da mir hier die Gewalt wirklich gereicht hat. Auch wenn ich mir etwas anderes von dem Hörbuch versprochen habe, hat mich die Geschichte unterhalten, oft ziemlich schlucken lassen und sie hat mich gefesselt.

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  • Der Junge, der Träume schenkte

    Der Junge, der Träume schenkte

    Pixibuch

    22. August 2016 um 20:17

    Eine wunderbare Geschichte, die durch die sonore Stimme des Vorlesers erst richtig zur Geltung kam. Am Anfang und am Ende einer jeden CD war eine zu Herzen gehende Begleitmusik zu hören. Auch die in silbern und schwarz gehaltene Hülle der CDs war ein richtiger Eyecatcher. Also war von vorneherein schon für einen Genuß von Augen und Ohren gesorgt. Die Geschichte beginnt im tieften Süden von Italien. Chetta, ein junges, hübsches Mädchen wird von der eigenen Mutter entstellt, damit sie dem Gutsbesitzer nicht zu Willen sein muß. Der Gutsbesitzer läßt sie daraufhin in Ruhe, aber ein Besucher vergewaltigt und schwängert das junge Mädchen, fast noch ein Kind. Chetta bringt einen gesunden Jungen zur Welt, dem sie den Namen Natale gibt. Als derJunge 9 Monte alt ist, verläßt sie Italien und erreicht mit dem Schiff New York. Dort, in einem ärmlichen Viertel, wohnt sie mit dem Jungen und arbeitet als Prostituierte. Im New York gaben die Behörden dem Jungen den Namen Christmas. Christmas wuchs heran. Er war sehr schlau, verdiente sein erstes Geld, indem er bei einem Metzger dessen räudigen Hunde beschützte. Er mogelte sich durch, indem er angab, Anführer der Bande der Diamant Dogs zu sein. Ruth wächst ebenfalls in New York auf, sie ist die Tochter eines reichen jüdischen Stoff-Fabrikanten. Als diese mit dem Gärtner Bill eine Ausfahrt macht, wird sie von diesem vergewaltigt, geschlafen und halb tot liegen gelassen. Chrismas und sein Freund finden das Mädchen in bringen sie ins Krankenhaus. Von da an kann Chrismas das Mädchen nicht mehr verlassen. Als er von dessen Großvater einen Radioapparat geschenkt bekommt, verspricht er Ruth, eines Tages selbst im Radio zu sprechen. Die Jahre vergehen, Ruths Vater verkauft die Fabrik und geht nach Kalifornien ins Filmgeschäft. Chrismas lernt den großen Bandenchef kenne, durch seine Klugheit kommt er voran und gründet selbst eine Radiosender. Ruth hat noch viel zu erleiden, auch Billi verfolgen wir auf seinen weiteren Lebensweg, mit ihm geht es immer mehr bergab. Ruth und Chrismas können sich nicht vergessen. Ein sehr zu Herzen gehendes Thema. Es kommt aber auch sehr viel Brutalität darin vor, Drogen, die Pornoszene und eben die echte große Liebe. Leider ist auf der CD die verkürzte Fassung des Buches zu hören.Jeder, der diese wunderschönen CDs gehört hart, wird auch noch das Buch lesen wollen. Ich bin immer noch ganz gerührt

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  • Da ich die CDs im Auto höre, ist bei diesem Hörbuch jede Fahrt zu schnell zu Ende.

    Der Junge, der Träume schenkte

    Wichmann

    22. August 2016 um 19:51

    Redaktioneller Hinweis: Ich danke für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.Cover und Verpackung:Die Gestaltung, silbern gehalten mit in schwarz dargestellter stilisierter Freiheitsstatue und CD-Hüllen aus Pappe erwecken einen nicht ganz so prickelnden Eindruck. Auf der anderen Seite werden diese Hüllen lang genug halten, die Umwelt dankt es!Inhalt1909, eine interessante Zeit, die hier mit teils gut recherchierten Details ausgeschmückt, erzählt wird. Das Radio braucht seine Zeit, bis es mit den sechs Röhren den ersehnten Ton liefert. Der Fahrer ist Profi, klopft leise gegen die Tür, während der schlechter gestellte Mitbürger schon mal gegen die Tür bummert. Durch diese perfekt eingestreute Hinweise gelingt es dem Autor, die Stimmung der Zeit zu fassen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird menschlich erzählt. So wird nicht abgedroschen das übliche Verhalten wiedergekäut, sondern durch die Nebenfigur des Großvaters eine erwärmende Facette eingebracht, die gleichzeitig durch die Nebenfiguren ins bekannte Licht gerückt werden. Ruth, hin- und hergerissen zwischen den Klassenunterschieden und durch das, was ihr geschah, tastet und kämpft sich in das Leben zurück. Nach dem tollen Einstieg in das Leben auch des Protagonisten Christmas, der im Abrutschen in die Illegalität begriffen ist, folgt eine überraschende Wendung. Plausibel ergibt sich die neue Ausrichtung, folgerichtig das neue Gebaren. Der Hörer hofft auf ein gutes  Ende, wobei wir erst in der Mitte der Geschichte sind!Die Spannung wird  gehalten, ... nein, sie wächst mit jedem Detail, dass erzählt wird und weiterhin ist es dem Hörer, als stünde er selbst in der Werkstatt, in dem Studio oder neben der falschen Uhr. Auch der Weg von Ruth wird weitererzählt, obwohl sie weder Kontakt zu ihrem alten Peiniger, noch zum Protagonisten hat. Der Hörer fiebert mit und  fragt sich, ob sich die Handlungsstränge zum Ende hin etwa gar zu simpel zusammenfinden werden. Nach der Erfahrung der ersten vier CDs steht dies wohl nicht zu befürchten. Fürwahr, auch hier entwickelt sich die Geschichte weiter. Und kaum glaubt man, es läuft in geordneten Bahnen, wird ein durchaus möglicher Baustein hinzugefügt, der gärt, die Szenerie mitreißt und das Szenario schier platzen lassen könnte. Hoffentlich geht das gut aus, denkt sich der Hörer, während sich der Nebenstrang zum Hauptstrang mausert. Ging es insgeheim nicht die ganze Zeit um Ruth? Stand sie nicht die ganze Zeit im Raum, während von Christmas erzählt wurde? Hier zeigt sich wieder die Kunst des Autoren, die der Sprecher mit Akzenten an den richtigen Stellen vermag zu transportieren.Die Geschichte selbst ist stimmig, die Handlung baut aufeinander auf, sodass ein gutes Folgen möglich ist, selbst als der Parallelstrang dazukommt.Die UmsetzungEinstiegsmusik und musikalischer Abspann vermitteln dieses „Es geht los“-Gefühl. Der Vorhang lichtet sich und mit angenehmer Stimme und gut betont (und nicht übertrieben) zieht Herr Niesner den Hörer in das Geschehen. Erst nach einer Weile wurde mir bewusst, dass der Sprecher es versteht vorzutragen, ohne selbst in den Vordergrund zu treten.Fazit:Da ich die CDs im Auto höre, muss ich sagen: Bei diesem Hörbuch ist jedes Fahrtende zu schnell da! Rezension von Wichmann-Reviews.de

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  • Eine brutale Welt

    Der Junge, der Träume schenkte

    allegra

    22. August 2016 um 14:12

    Die junge Cetta, die in Süditalien in armen Verhältnissen groß wird, will ihrem Sohn Natale eine bessere Zukunft ermöglichen. Sie wandert mit ihm nach Amerika aus. Da man mit dem Namen Natale in New York nicht viel anfangen kann, wird er von der Einwanderungsbehörde kurzerhand mit Christmas übersetzt und so heißt der Junge fortan, der mit Cetta im ärmlichen New Yorker East End aufwächst. Cetta muss sich prostituieren, um sich un ihren Jungen zu ernähren. Christmas erlebt viel Schweres und begreift, dass die wahre Macht der Straße in den Gangs liegt. So gründet er seine eigene Gang, die Diamond Dogs und mogelt sich mit an Hochstapelei grenzenden Lügengeschichten durchs Leben. Ein anderer Erzählstrang handelt von der jungen Ruth, die in einer wohlhabenden jüdischen Familie aufwächst. Eines Tages wird sie misshandelt und vergewaltigt, was ihr fortwährendes Leben auf Jahre hinaus überschattet. Ich habe diese Geschichte als Hörbuch in einer gekürzten Lesung gehört. Ich habe anfangs sehr schnell in die Geschichte hineingefunden und Cetta und ihren kleinen Natale liebgewonnen. Dass das Leben Christmas, wie er fortan genannt wird in die brutale Welt der Gangs führt, war vom Klappentext her klar. Dennoch hatte ich etwas zu kämpfen mit den teilweise sehr brutalen Vergewaltigungsszenen. Die warmherzigeren Szenen, die zwischendrin bei Christmas wie bei Ruth eingestreut waren, habe ich sehr genossen. Aber insgesamt konnte mich das Hörbuch nicht so wirklich mitnehmen, wie ich es erwartet hätte. Von Cetta und den Problemen, die sie beim Einleben in Amerika hatten, habe ich kaum was erfahren. Dafür haben mich die Ausflüge in die Gangsterwelt nicht so wirklich interessiert. Interessant fand die mediengeschichtlichen Aspekte, die Entwicklung des Radios und Films zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ich vermute, dass dieses Hörbuch Männern recht gut gefällt, weil es sich nicht mit ellenlangen Beschreibungen und gefühlvollen Schilderungen von Beziehungen aufhält. Möglicherweise wird das Hörbuch infolge der Kürzungen dem Roman nicht wirklich gerecht. Von mir erhält dieses gekürzte Hörbuch 3 Sterne mit einer verhaltenen Empfehlung.

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  • Nicht ganz überzeugende Familiengeschichte in den USA der 1920er Jahre

    Der Junge, der Träume schenkte

    frenx1

    14. August 2016 um 20:22

    Christmas ist die jugendliche Hauptfigur in Luca Di Fulvios Roman „Der Junge, der Träume schenkte“. Als Kleinkind kommt er nach Amerika und wächst an der Lower East Side auf. Di Fulvio versetzt seine Leser und Zuhörer in die 1920er Jahre der Gangster, Kleinganoven und Armut. Christmas schummelt sich so durchs leben. Christmas gehört zu denen, die hoch spekulieren, ohne überhaupt etwas in Händen zu haben, geschweige denn in der Hinterhand. Das macht ihn sympathisch. So wird er zum Leiter einer gefürchteten Gang, ohne sich seine Hände schmutzig zu machen und gründet ein Untergrundradio, das zunächst einmal von den Pseudo-Gangstergeschichten lebt. Parallel zum Gangsterdasein von Christmas wird die Geschichte von Ruth erzählt, der Christmas nach einer Vergewaltigung hilft und in die er sich verliebt. Doch zunächst verliert er sie aus den Augen. Ruth macht hingegen als Fotografin in Los Angeles Karriere… Spätestens ab der Hälfte des Hörbuchs ist die Handlung sehr vorhersehbar. Ich empfand das nicht als sehr schlimm, weil man doch von Christmas‘ Schlitzohrigkeit gut unterhalten wird. Ein starker Kontrast zu den eher humorvollen Anteilen des Dramas bilden die vielen Gewaltszenen, die sehr ausführlich und sehr ekelerregend geschildert sind. Es mag sein, dass die Radikalität der Beschreibung nötig war, um den Kontrast zur ansonsten vorherrschenden Leichtigkeit des Buches herzustellen – mir war es etwas zu viel. Im Vergleich zur ansonsten lockerflockig daherkommenden Geschichte kamen mir diese Gewaltszenen wie ein Fremdkörper vor. Ein wenig irritierend ist die Angabe „bearbeitete Fassung “ auf der Hülle der CDs. Ist es doch nicht bearbeitet, sondern schlichtweg deutlich gekürzt. Das Buch hat fast 800 Seiten, vieles ist also in der Hörbuchfassung weggelassen.

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    • 2
  • Ein großartiges Hörbuch ....

    Der Junge, der Träume schenkte

    engineerwife

    10. September 2014 um 13:56

    Dieses Hörbuch findet durch die tolle Sprechleistung von Timmo Niesner eine wunderbare Umsetzung. Das Buch behandelt die Zustände im New York der letzten Jahrhundertwende sehr offen. Es beleuchtet das Thema der verschiedensten Immigrantengruppen als auch das Thema der Schwarzen (ist das so ausgedrückt noch politisch korrekt?). Die Schere zwischen arm und reich klafft weit auseinander und es ist nicht einfach, in dieser Zeit „vom Tellerwäscher zum Millionär“ auszusteigen. Jedoch ist im Buch auch viel Liebe, Wärme und Freundschaft mit im Spiel, lediglich die brutalen Szenen mit dem „Punisher“ hätten nicht so grafisch dargestellt werden müssen. Hier hätten Andeutungen die schrecklichen Filmszenen auch erklärt.

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