Luca Di Fulvio Ein Cent für ein Leben

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Inhaltsangabe zu „Ein Cent für ein Leben“ von Luca Di Fulvio

Eine Kurzgeschichte zum Nachdenken.

— coffeetimelady

Wie vielen ist das Leben wirklich nur 1 Cent Wert? Wie weit geht man, um zu überleben? Kurzgeschichte zum nachdenken.

— MamaSandra

Das Schicksal ist unausweichlich, eine nette Kurzgeschichte in New York

— Pat82

Juden, Gangster, Gewerkschaften in der jüdischsten Stadt außerhalb Israels: in New York

— karatekadd

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  • Gangster gegen Streikbrecher

    Ein Cent für ein Leben

    karatekadd

    Was fand ich denn hier? Eine Geschichte des Autors dicker Romane als eBook für 1,49 €? Des gleichen für ein Hörbuch? Während ich die Rezension zu Di Fulvios Roman Das Kind, das Nachts die Sonne fand verfasste, wurde ich stutzig als ich auf dieses eBook stieß, welches mit 41 (!) Seiten angegeben war. Natürlich machte ich diese Geschichte sofort durch einen Download auf meinem Reader sichtbar und las sie in fast einem Ritt durch. "New York in den Zwanzigerjahren. Zwei junge jüdische Männer, Jacob Berkowitz und Sholem Lipsky, lehnen sich gegen das Schicksal ihrer Eltern auf, die vor den Progromen aus Russland geflohen waren und nun in Amerika als Arbeiter ausgebeutet werden. Jacob wird Gangster, der im Sold der Arbeitgeber auf Streikende einprügelt, Sholem Gewerkschaftsmitglied. Während eines hitzigen Gefechts hat Jacob ihm ein Auge ausgeschlagen. Sholem weiß, dass die Arbeiter ihre Forderungen allein mit Streiks nicht durchsetzen können. Deshalb will er die Gangster dazu bringen, an ihrer Seite gegen die Streikbrecher vorzugehen. Dafür bietet er genau einen Cent mehr, als die Bosse zahlen. Doch das ist nur der erste Schritt in Sholem Lipskys Plan. Denn er sinnt auf Rache gegen Jacob..." Eine deratige Kurzgeschichte noch kürzer zu beschreiben, fällt wohl auch renomierten Verlagen und dem Großbuchhandel schwer. Dies gilt wohl auch für die Buchhandelskette, von der ich diese Geschichte letzte Nacht erwarb. Luca Di Fulvio hat schon einmal das New York des beginnenden 20. Jahrhundertsbeschrieben. Die Macht und Rolle der Gangs war ein Thema in Der Junge, der Träume schenkte. Auch hier sind es Gangs, die die Machtverhältnisse maßgeblich beeinflussen, die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die zwischen Fabrikbesitzern und Gewerkschaften. Di Fulvio verbindet das nun mit dem Schicksal von jüdischen Einwanderern aus Russland. Auch ein Thema, welches zumindest ansatzweise im genannten Roman eine Rolle spielt. Die Eltern der beiden jungen Männern haben sich verkrochen. Wie schon im Stetl (jiddisch für das Gettho in osteuropäischen Ländern des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts) halten sie sich zurück und gehen in die Synagoge beten. Ihre Söhne halten sie für "eine Schand", da sie das zurückgezogenen, religiös bestimmte Leben nicht führen, sondern den Traum Amerikas erleben wollen. Wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. * * * Di Fulvio wertet nicht, er erzählt. Von der Getthoisierung in Bownsville, dem Unterschied von Arm und Reich bei Menschen gleicher Abstammung und Religion. (An diesen Umstand unter Christen sind wir gewohnt - bei Juden eher nicht). Von den Grundregeln des Überlebens als Gangster: "Hau du sie in die Pfanne, bevor sie dich in die Pfanne hauen. Wenn du etwas willst, musst du lernen, es dir zu nehmen, Es gehört so lange dir, bis es dir jemand unter dem Hintern wegzieht" (Seite 9) Das Ergebnis zwingt zum Nachdenken. Nach nur 41 Seiten. * * * Die Geschichte der Juden in New York, den historischen Hintergrund dieser Erzählung, findet ihr auf dieser Webseite. Die ist besser als jeder Erklärungsversuch meinerseits. "Die Juden an der "Lower East Side" fanden Arbeit in der Bekleidungsindustrie, und ganze Familien schufteten unter harschen Verhältnissen in den sogenannten "sweatshops". 1895 gab es 6.000 solcher "sweatshops" in Manhattan und 900 weitere in Brooklyn, in denen rund 80.000 Menschen rund um die Uhr arbeiteten. Um 1885 gehörten 234 der 241 Bekleidungsfabriken Juden—97 Prozent von ihnen waren deutsche Juden, die Jahre zuvor ins Land gekommen waren. Zwischen den Arbeitgebern und den osteuropäischen Arbeitern herrschten krasse Klassenunterschiede, die von den Alteingesessenen teilweise schamlos ausgenutzt wurden. Die ersten modernen sozialen Klassenkämpfe in der New Yorker Bekleidungsindustrie waren "jüdische Klassenkämpfe", an denen die christlichen New Yorker nicht teilnahmen." (siehe Webseite) * * * ► Luca Di Fulvio in der DNB ► DNB / eBook / Bastei Entertainment / Febr. 2012 / ISBN: 978-3-8387-1787-6 / 41 Seiten © KaratekaDD

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    Sabine17

    06. September 2015 um 20:51
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