Le città parallele

von Luca Randazzo 
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Le città parallele
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Gesellschaftskritik verpackt in eine Geschichte um zwei Kinder, die mit den Umständen in ihren Städten nicht zufrieden sind

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9788884518156
Sprache:
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Salani
Erscheinungsdatum:01.01.2008

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    annluvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gesellschaftskritik verpackt in eine Geschichte um zwei Kinder, die mit den Umständen in ihren Städten nicht zufrieden sind
    ein Junge und ein Mädchen decken die gesellschaftlichen Probleme zweier Städte auf

    Segui il tuo istinto...

    Seit vor langer Zeit ein fremder Soldat die Menschen von Zora vor einer Invasion gewarnt hat, haben sich einige von ihnen in die Berge zurückgezogen und dort die Stadt Ottavia gegründet. Bestehend aus Felsnischen und Häusern, verbunden über Brücken, Stege und vielen Seilen, gleicht sie einem Spinnennetz zwischen den Felswänden und Abgründen. Seit Jahrzehnten ist der Kontakt zu Zora abgebrochen – einzige der Austausch von Handelswaren über einen Korblift blieb bestehen. Als die hinuntergeschickten Waren aber eines Tages von Zora nicht angenommen werden und das dafür erhoffte Mehl ausbleibt, meldet sich der Junge Schivo um dem auf den Grund zu gehen und macht sich auf den Weg nach Zora.

    Der Beginn begleitet Schivo durch die fantastisch anmutende Stadt Ottavia - die an eine Erzählung von Calvino angelehnt ist. Nicht nur die Seilkonstruktionen und die Akrobatik ihrer Bewohner erschienen ungewöhnlich. Auch die Tatsache, dass die Gesellschaft nicht in Familien unterteilt ist, sondern alle Kinder zusammen aufwachsen bis sie acht Jahre alt sind um dann den Mündigen anzugehören, die allesamt als Mütter und Väter bezeichnet werden, war gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte wurde dabei langsam erzählt, kurze Kapitel zeigten Schivos Alltag und widmeten sich mehr den Beschreibungen seiner Umgebung, als Konversationen oder aktuellen Handlungen. Erst sein Aufbruch änderte dies. Mit seiner Ankunft in Zora nahm einen Teil der Erzählung das Mädchen Petra ein, die die Enkelin des obersten Priesters von Zora ist und so – wenn auch eher unbewusst – zusammen mit Schivos Beobachtungen die Missstände in Zora mit in die Geschichte bringt. Dabei werden diese immer wieder angedeutet, können aber von den Kindern nicht immer richtig interpretiert werden. Vielmehr gilt ihre Aufmerksamkeit ihren Spielkameraden, sodass Schivos Erzählung zu Beginn und Petras danach mehr Einblicke in das Leben der Kinder beider Städte geben, als in die Probleme von Ottavia und Zora.

    Ich musste mich erst einmal an den anspruchsvollen Schreibstil gewöhnen – wobei dabei die kurzen Kapitel hilfreich waren. Auch die Tatsache, dass zu Beginn die Beschreibungen den eigentlichen Handlungen überwiegen, hat mir den Einstieg nicht erleichtert. Dann aber fand ich eine nette Geschichte wieder, die einerseits durch das junge Alter ihrer Charaktere geprägt ist, andererseits aber auch den Raum findet, die Gesellschaften der Partnerstädte zu kritisieren. Mit fortschreitender Geschichte wird die Erzählung ernster um im Scheitern der Gesellschaften zu enden, aus der aber auch wieder Hoffnung entsteht. Daran scheinen auch die Hauptcharaktere zu reifen, sodass sie am Ende nicht mehr die unschuldigen Kinder vom Beginn sind, sondern einen wichtigen Schritt in Richtung erwachsen werden gemacht haben.

    Fazit: Die Geschichte ist trotz der jungen Hauptprotagonisten ein Roman, der eher Erwachsene ansprechen will – wirft sie doch so einiges an Kritik auf, die zwar in die Wahrnehmung von Kindern gekleidet, dadurch aber nicht weniger ernst zu nehmen ist. Gerade dieser Aspekt des Buches hat mir gut gefallen.

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