Luca Tortolini

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Der kleine Fuchs und der Pilot

Der kleine Fuchs und der Pilot

 (3)
Erschienen am 19.02.2018

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Rezension zu "Der kleine Fuchs und der Pilot" von Luca Tortolini

Freundschaft, Krieg und eigensinnige Bilder
SeilerSeitevor 3 Monaten

In dieser Geschichte finden sich mehrere große Themen wieder. Zum einen ist da natürlich die Freundschaft zwischen dem ungleichen Paar. Doch auch die Frage nach den eigenen Träumen und deren Verwirklichung wird angesprochen. Im Hintergrund stehen stets die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges. Daneben kommen tiefgreifende Gefühle wie Angst, Trauer und Hoffnung zum Ausdruck. Über all diese Stichworte kann und sollte man sich neben der Lektüre noch mit den Kindern unterhalten.

Natürlich erinnert die Geschichte nicht zufällig an den Autor und Piloten Antoine de Saint-Exupéry, der vor allem für seinen "kleinen Prinzen" bekannt ist. Er war als Aufklärungsflieger im Zweiten Weltkrieg tätig und galt nach einem seiner Flüge als verschollen. Fast scheint es, als würde der Fuchs hier die Rolle des kleinen Prinzen einnehmen.

Der Text ist im Stil eines maschinegeschriebenen Manuskripts gehalten und zunächst wohl besser zum Vorlesen geeignet. Die Bilder erstrecken sich stets über eine ganze Doppelseite und erinnern an Bunt- oder Wachsstiftzeichnungen. Durch eine feine Linienführung sind viele Details erkennbar, vor allem die Emotionen in den betont großen Gesichtern stechen hervor.

Zuweilen scheinen die Illustrationen dem Text jedoch nicht zu entsprechen, sogar zu widersprechen. Beispielsweise beschreibt die Geschichte an einer Stelle die Angst des Fuchses, im Bild sieht man jedoch einen neugierigen und entspannten, ja fröhlichen Fuchs. Zudem werden manche Bilder erst an späterer Stelle im Text aufgegriffen. Unerklärt bleibt auch, warum in den Bildern aus der verbundenen Pfote auf einmal ein verbundener Hals des Fuchses wird.

Doch auch der Text enthält Brüche, die verwirren. So erzählt der Fuchs, er habe noch gezittert, als sie schon wieder am Boden waren. Demnach geht man von einer Landung aus. Doch noch einige Seiten lang werden danach die Flugerlebnisse und die wunderschöne Aussicht beschrieben.

Insgesamt ist der Stil eines solchen Kinderbuches natürlich Geschmackssache. Empfehlenswert ist jedoch auf jeden Fall die gemeinsame Lektüre von Eltern und Kind, allein schon um die Kriegsthematik und das traurige Ende aufzuarbeiten.

Originaltitel: "Le renard et l'aviateur"

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Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Der kleine Fuchs und der Pilot" von Luca Tortolini

Ein wundervolles Bilderbuch für Erwachsene und ältere Kinder
Kinderbuchkistevor 5 Monaten

Ein poetisches Bilderbuch das die

Die Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry aus der Sicht eines Fuchses erzählt

für Kinder ab 6 Jahren  und Erwachsene


Dieses Buch stelle ich hier sehr gerne vor, weil es sehr poetisch erzählt  und von fantastischen Illustrationen, die völlig anders sind als die Illustrationen in Bilderbüchern sonst,  begleitet wird.
Dieses Buch steht exemplarisch für die vielen kunstvoll illustrierten Bilderbücher, die eigentlich nicht so einfach in Kinderhände gehören sondern ihr Heim bei Liebhabern finden sollten, die sich an den wundervollen Illustrationen erfreuen und die Poesie der Geschichte verstehen.
Der Verlag gibt eine Altersempfehlung "ab 5 Jahren" an. Ich möchte hier im Grunde gar keine Alterseinstufung vornehmen, da es in diesem Fall wirklich auf das Kind ankommt, dem man es vorliest.
Die Geschichte endet ohne Happy End. Zwar auch nicht direkt mit dem Tod aber wir interpretieren es so. Nicht alle Kinder können mit diesem Ende umgehen, daher sollte man sehr genau überlegen wie und wann man dieses Bilderbuch mit einem Kind liest.
Da ich aber der Meinung bin, Bilderbücher sind nicht nur für Kinder, sehe ich dieses Bilderbuch mehr in den Händen großer Kinder und Erwachsener, die Freude daran haben sich in die künstlerischen Bilder hineinzuversetzen, sie zu entdecken. 
Die Geschichte selbst erzählt vom Traum  der Fliegerei, von ihrer Faszination und einer besonderen Freundschaft.

"Der Pilot Antoine stürzt mit seinem Flugzeug in den Wald, wo der kleine Fuchs wohnt. Sie helfen sich gegenseitig, und schnell hat der Fuchs alle Scheu verloren. Als Antoine zu seiner Militärbasis zurückfliegt, nimmt er den Fuchs mit, und zusammen erleben sie einen unvergesslichen Flug. Doch als der Fuchs wieder zurück in den Wald fliegen und seinem neuen Freund seine Welt zeigen möchte, wartet er vergeblich auf die Rückkehr Antoines"  (Darstellung des Verlages)

Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs. Diese Tatsache erkennen Erwachsene insbesondere ältere Menschen, die den Krieg noch erlebt haben sofort. Kinder hingegen erfahren es erst zur Mitte der Erzählung in der dann von der Militärbasis und Aufklärungsflügen gesprochen wird.
Dies muss man wissen genauso wie das Ende. Alle Flugzeuge kehren zur Basis zurück nur Antonie kommt nicht wieder. Der Fuchs wartet vergebens. Es scheint ihn nicht zu ängstigen, er malt sich aus was er Antonie macht wenn er zurück kommt. Doch die traurigen runden, großen Kulleraugen des Fuchses lassen erkennen, dass es ihn schon tief berührt.
Liest man diese Geschichte Kindern vor sollte man auf Fragen gefasst sein und Antworten parat haben. Es ist kein Bilderbuch, dass man einfach mal so vorliest. Was nun wirklich nicht heißen soll, dass man es ihnen vorenthalten sollte. Ganz im Gegenteil. 
Wir haben das Buch mit Kindern der 2. Grundschulklasse im Rahmen einer Unterrichtseinheit über das Leben in Kriegszeiten gelesen. Sie fanden das Buch gut aber auch traurig. Gut fanden sie, dass der Fuchs die Geschichte selbst erzählt. Traurig fanden sie das der Fuchs nicht zugeben möchte, dass er nie wieder in seinen Wald zurückkehren können wird aber nach außen hin stark wirken möchte und die Hoffnung nicht aufgibt.
Besonders gut haben ihnen die Illustrationen gefallen in denen der Fuchs zu sehen ist, aber auch die Zeichnungen des Flugzeugs wurden immer wieder angesprochen.
*
Da ich der Meinung bin, dass auch Erwachsene Bilderbücher mögen nehme ich immer wieder welche mit in den Seniorenkreis.
Hier ist das Buch mit Begeisterung aufgenommen worden. Sie fanden leicht den Einstieg, erinnerten sich an viel und zogen auch Vergleiche zur Originalerzählung von  Antoine de Saint-Exupéry. Der Illustrationsstil mit den gedeckten pastelligen Naturtönen sprach sie sehr an und erinnerte sie an vergangene Zeiten und an Darstellungen von alten Fabeln. Immer wieder hörte ich, dass sie bedauerten, dass heute alles so grell bunt sein muss. Das Zeichnungen wie im Buch viel mehr Tiefe und Ausdrucksstärke hätten, nicht so oberflächlich erscheinen.
*
Die Reaktionen der älteren Menschen zeigten genau das, was ich erwartet hatte. 
Es ist ein wundervolles Bilderbuch für Erwachsene aber auch ältere Kinder.


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Buchraettins avatar

Rezension zu "Der kleine Fuchs und der Pilot" von Luca Tortolini

Ein wirklicher Bilderbuchschatz mit Kunstwerken als Zeichnungen
Buchraettinvor 10 Monaten

Was für ein zauberhaftes Bilderbuch.
Ein Fuchs und ein Pilot, das hat mich natürlich an ein anderes Kinderbuch erinnert. In dieser Geschichte stürzt ein Pilot im Wald ab. Dabei wird auch ein Fuchs verletzt und der Pilot kümmert sich um ihn. Sie werden Freunde.
Erzählt wird aus der Sicht von Fuchs. Er überwindet seine Angst vor dem Menschen, den erst spürt, dass er ihm helfen will und sie werden Freunde. Fuchs begleitet ihn sogar in die Menschenwelt und lernt diese kennen. Nun will er auch dem Piloten Antoine seine Welt im Wald zeigen. Doch es kommt anders.
Die Geschichte handelt vom Träumen. Von Toleranz, Freundschaft, Heimat, aber auch Verlust und Trauer und dennoch Hoffnung. Mit ganz wenigen Sätzen und doppelseitigen Zeichnungen, die so intensiv sind, transportieren diese Botschaften des Buches und seiner Geschichte.
Die Zeichnungen sind wirklich Kunstwerke. Die Schattenwurfe, auf den Gesichtern der Figuren, die erwecken die Bilder zum Leben. Die Zeichnungen sind eher in gedeckten Farben gehalten, was ein wenig überwiegen die dunklen Farben. Es sind Bilder, die zum Verweilen einladen, da man auch manchmal erst auf den zweiten Blick den tieferen Grund, die Dinge dahinter entdeckt, das ging mir als erwachsener Betrachter so.
Die Sprache fand ich ein wenig poetisch angehaucht. Die Dialoge regen zum Nachdenken und darüber zu sprechen ein. Jeder darf Träume haben im Leben und das muss auch jeder tolerieren, dass die jeweils auch individuell sind. Aber auch die Freundschaft eines Fuchses und eines Menschen- es gibt Freundschaften, die überwinden Grenzen.
Ein wundervolles Bilderbuch.
Ein wirklicher Bilderbuchschatz mit Kunstwerken als Zeichnungen. Mit einer Botschaft über Freundschaft und Toleranz und einer Geschichte, die einlädt darüber zu sprechen und die auch ein wenig traurig stimmt, aber dennoch wunderschön ist und die Leser begeistern wird- über alle Altersgrenzen hinweg.

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