Heimaterde

von Lucas Vogelsang 
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Heimaterde
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Positiv (11):
I

Wie, wo , was und wann ist Heimat ?

Kritisch (1):
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Ich fand es sehr schwer durchzuhalten. Die Idee fand ich toll, aber die sprachliche Umsetzung hat es mir nicht leicht gemacht.

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Inhaltsangabe zu "Heimaterde"

Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.

„Lucas Vogelsang ist ein sensibler Beobachter und ein wuchtiger Erzähler. Seine Geschichten sind mal rau, mal anrührend, aber immer zutiefst menschlich." Benedict Wells

„Lucas Vogelsang könnte über einen Stromkasten in der Uckermark schreiben – es wäre lesenswert.“ Micky Beisenherz

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036713
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:330 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:17.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    carathiss avatar
    carathisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich fand es sehr schwer durchzuhalten. Die Idee fand ich toll, aber die sprachliche Umsetzung hat es mir nicht leicht gemacht.
    Keine leichte Kost, aber der Mühe wert

    Lucas Vogelsang nimmt uns mit auf eine Reise zu den Wurzeln der Menschen, ihrer Heimat, die sehr oft nicht an dem Ort liegt, wo sie leben.

    Der Klappentext hinter dem ungewöhnlichen und unglaublich schönen Cover, verriet mir, dass ich verschiedenen Menschen begegnen werde, die in Deutschland ein Zuhause haben, aber nicht unbedingt eine Heimat. Wie diese Heimaterde aber aussehen kann und ob sie als Gefühl, Stadt, bestimmte Gewohnheit oder als andere Lebewesen daherkommt, wird beschrieben und detailliert auseinander genommen. 

    Dieses Thema erschien mir überaus präsent, in den Medien und dem allgemeinen Umfeld und deswegen freute ich mir auf dieses Buch. Gegliedert ist es in verschiedene Städte bzw. deren "Brennpunkte" wie Castrop-Rauxel oder Rostock-Lichtenhagen. Dort trifft der Autor die Menschen, die teils dramatische Geschichten erlebt haben, aber oft daran gewachsen sind. 
    So trifft man zum Beispiel ein ungleiches Brüderpaar, die als Kinder durch Kontinente getrennt waren und nicht so recht in das jeweilige Land passen wollten. Doch sie fanden irgendwie wieder zusammen, zumindest so halb. Immer wieder treffen sich die Fäden aber wieder in Berlin, wo auch der Autor lebt. Und das merkt man ihm auch an.

    Die Sprache ist sehr direkt, manchmal zu derb und sprunghaft. Das muss man mögen. Es gibt auch Sätze, die man erst beim zweiten oder dritten Mal lesen  so richtig begreift, die Bilder aufnehmen, die mir manchmal die Luft nahmen. 
    "Es sind Orte wie Selbstmörder, sie halten den Zug auf, verlangsamen die Reise." 
    Solche Sätze waren mir zu krass, da wollte ich das Buch gleich weg legen. Aber die Menschen haben mich dann doch interessiert, ich wollte erfahren, was aus ihnen wurde. Und manchmal kann man die Situationen wohl auch nur so richtig darstellen, denn sie sind ab und zu hart. 

    Fazit: Da wir in Deutschland derzeit viele Menschen unterschiedlichster Herkunft aufnehmen, die teilweise hier auch eine Heimat finden möchten, bin ich der Meinung, dass Bücher wie dieses wichtig sind. Sie öffnen die Augen für die Probleme und Hoffnungen der Zugereisten. Ob man mit der Sprache zurecht kommt, muss jeder selbst feststellen, sie ist recht sachlich und direkt. Insgesamt ist es keine leichte Kost, aber die Mühe des Lesens wert. 

    Kommentare: 1
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    S
    Starbucksvor einem Jahr
    Deutschsein, oder?

    Wer selbst schon länger im Ausland war, hatte sicher Gelegenheit, sich Gedanken über 'Heimat' und 'Deutschsein' zu machen. Die Menschen, die nach Deutschland kommen, haben unterschiedliche Gründe, herzukommen, und oft gibt es kein Zurück, sodass sie komplett anders empfinden mögen, doch der Umgang mit dem neuen Land, dass oft für immer die 2. Heimat wird, ist unterschiedlich.

    Zum Inhalt: In „Heimaterde“ hat Lucas Vogelsang in ganz Deutschland unterschiedliche Menschen getroffen, deren Heimat heute Deutschland sein mag, oder eben auch nicht. Es kommen Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Herkunftsländer zu Wort, Menschen, die schon fast ihr ganzes Leben hier verbringen, Menschen, die noch nicht so lange da sind. Lucas Vogelsang hat 11 Geschichten aufgeschrieben, hat Menschen besucht und befragt. Dabei sind sehr unterschiedliche Porträts entstanden von Menschen, die deutscher sind als die Deutschen, Menschen, die die neue Heimat annehmen oder sie eben doch differenzierter sehen.

    Es ist spannend, Vogelsang durch Deutschland zu folgen. Bei seiner „Weltreise durch Deutschland“ hat er spannende Geschichten und überraschende Einsichten zutage gebracht. Dabei stört bei seinen Erzählungen oft seine Sprache, mit der er sich etwas hätte zurücknehmen können, aber der Leser gewöhnt sich auch an das Ungewöhnliche.

    In „Heimaterde“ lernt man durch die Beschäftigung mit den anderen auch viel über sich selbst. Gern mache ich mir auch Gedanken über meine Heimat und was das Deutschsein bedeutet. Dabei finde ich auch viele Eigenschaften, die ich nicht verkörpern will. Doch die deutschesten Deutschen scheinen ja die Zugewanderten zu sein, ein interessantes Phänomen, das man immer wieder beobachten kann!

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    I
    Ivonne_Gerhardvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wie, wo , was und wann ist Heimat ?
    Wie, wo, was und wann ist Heimat ?

    Ein Buch von Lucas Vogelsang der die Leser mitnimmt auf die Erkundung des Begriffs Heimat und was es für verschiedene Menschen bedeutet,... Es ist sehr interessant und auch aufschlussreich ihn auf seiner Reise durch die verschiedenen Regionen der Bundesrepublik mit seinen unterschiedlichen Charakteren zu begleiten und die Geschichten hinter den Menschen zu erfahren. Ihre Schicksale, ihre Einstellungen und ihre Definition von Heimaterde - Heimatorte ;-) Wie, wo , wann und was ist Heimat ? Jeder hat seine Geschichte ;-)

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    tardys avatar
    tardyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Was ist Heimat?
    Heimaterde

    Lucas Vogelsang reist mit uns in elf Episoden durch Deutschland und bringt uns seine Geschichten mit. Geschichten, die von Heimat erzählen. Was der Mensch damit verbindet, was Heimat für ihn bedeutet. Der Autor beschreibt die Kulturen und Mentalitäten, zeigt Menschen verschiedener Nationalitäten, die alle hier in Deutschland leben und alle ausländische Wurzeln haben. Sie alle erzählen uns hier ihre Geschichte, eine Geschichte voller Ängste, voller Sorgen. Von den Problemen mit der Integration und der Anerkennung, von der Ausgrenzung, die sie erfahren oder auch das entstandene Zugehörigkeitsgefühl, wenn man endlich angekommen ist. Es kommen ganz unterschiedliche Menschen zu Wort, da ist der bekannte Fussballer, der Prominente, aber auch der Flüchtling oder der Einwanderer. Jeder beschreibt seine Sichtweise von Heimat. Das  führt leider dazu, dass sich der Lesefluss etwas holprig anfühlt. Man muss die Kapitel erst einmal sacken lassen, bevor es weiter gehen kann. Vielleicht liegt es aber auch an der Fülle an Informationen, die man mit jedem Abschnitt serviert bekommt, da ist manches nicht einfach zu verdauen. Wer sich aber die Mühe macht, wird mit einem besonderen Buch belohnt, denn diese Reise durch Deutschland ist ungewöhnlich. Sie regt zum Nachdenken an und möchte aufrütteln, die ganzen Skeptiker ermahnen und für Verständnis aufrufen. Für andere Kulturen, für andere Religionen, für andere Meinungen, für den Menschen.

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    connelings avatar
    connelingvor einem Jahr
    Heimat

    In dem Buch "Heimaterde" nimmt uns der Autor Lucas Vogelsang auf eine Reise durch verschiedene Kulturen in Deutschland mit. 
    Es beginnt in der kleinen Wohnung des Autors in Berlin, im Bezirk Wedding, wo Nachbarn wohnen mit verschiedener Herkunft. Sie haben ihre Wurzeln in der ganzen Welt, haben in Wedding aber ihre Heimat und sprechen mit dem Autor über ihr Leben hier, geben uns einen Einblick.
    Das Thema Heimat hat mich sofort angesprochen, Heimat bedeutet für jeden etwas anderes und ist momentan ein ganz aktuelles Thema. In jedem Kapitel lernt man eine Person kennen, erfährt die Geschichte dieser Person, hat einen kurzen Einblick in das Leben. Der kurze Einblick hat mir oft nicht gereicht, die Kapitel haben keinen Bezug zueinander, was die Lektüre für mich schwierig gemacht hat, es kam kein Lesefluss zustande. Manche der Personen waren mir bekannt, was es aber trotzdem nicht einfacher gemacht hat zu lesen.
    Die Grundidee des Buches hat mir sehr gut gefallen, allerdings wurde ich nie richtig warm mit dem Buch, da einfach kein Zusammenhang war und bei mir kein Lesefluss durch den Schreibstil zustande gekommen ist. Kurze, knappe Sätze, irgendwie nüchtern, teilweise verstrickt im Inhalt.Die Geschichten der Personen waren interessant zu lesen, jedoch konnte mich das Buch nie so richtig mitnehmen.

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    irismarias avatar
    irismariavor einem Jahr
    ein topaktuelles Buch, durch das man über andere Kulturen aber auch über Deutschland erfährt

    In „Heimaterde“ unternimmt der Journalist Lucas Vogelsang eine Reise durch Deutschland, die zu einer Weltreise wird, da er Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern trifft und mit ihnen über ihr Leben, ihre Identität und ihren Heimatsbegriff ins Gespräch kommt. So lernt man eine türkische Bloggerin kennen, die von den Eltern liberal erzogen wurde und nun doch die Türkei als Vaterland anerkennen soll, einen Vietnamesen, der 1959 als Kind in die DDR kam und heute bei Asylbewerbern Deutsch unterrichtet, einen Russlanddeutschen und einen Jesiden, die die Ziele der AfD unterstützen, den ersten deutschen Fußballnationalspieler mit schwarzer Hautfarbe und viele mehr.
    Die einzelnen Geschichten sind abwechslungsreich und für mich waren es Einsichten in fremde Welten. Der Autor spielt gerne mit der Sprache, was teilweise amüsant ist, oft gelungen, aber auf Dauer etwas nervig. Das war aber vor allem in den ersten Geschichten so, danach war der Stil lebendiger und weniger abgehackt.
    Mein Fazit: ein topaktuelles Buch, durch das man viel über andere Kulturen aber auch viel über Deutschland erfahren kann

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Heimaterde- lesenswertes Buch
    Heimaterde- lesenswertes Buch

    Klapptext:

    Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.

    In diesem Buch geht es um das Thema "Heimatliebe".Dabei begeben wir uns auf eine Reise quer durch Deutschland.
    In 11 Geschichten versucht uns der Autor dieses Thema nahe zu bringen.Jede Geschichte hat seine eigene Handlung .Wir treffen auf Menschen unterschiedlichster Art,welche an verschiedenen Orten Deutschlands leben.Sie erzählen uns Ihre Geschichten und was Sie über Heimatliebe denken.So begegnen wir Spotlern,Prominenten,Schauspielern von verschiedenen Nationalitäten.Aber auch ganz normale Einwanderer und Flüchtlinge kommen zu Wort.
    Was bedeutet "Heimatliebe" überhaupt? Wo fängt Sie an und wann hört Sie auf.Kann man sich eine neue Heimat aufbauen und die alte Heimat vergessen?
    Der Autor regt uns zum Nachdenken an ohne uns irgend eine Meinung aufzuzwingen.Jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden.
    Er zeigt uns wie viele Kulturen in Deutschland zusammen leben.Das dies funktionieren kann,aber auch nicht immer sehr einfach ist,sehen wir hier an einigen Beispielen.Vogelsang spricht auch sehr interssante Punkte an.Diese wären Integration,Rassismus,Ausländerhass und Flüchtlingskrise.
    Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich.Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.


    Ich finde es ist ein sehr gelungenes Buch.Mir hat es sehr gefallen und ich wurde zum Nachdenken angeregt.Ich kann es sehr empfehlen.

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    Diana182s avatar
    Diana182vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine bunte Reise durch Deutschland
    Heimaterde in Deutschland

    Das Cover zeigt eine deutsche Stadt aus der Luft. Es wirkt eher sorglos und frei und fällt zusammen mit dem Titel direkt ins Auge. Hier hatte ich auf Anhieb an viele Geschichten aus ganz Deutschland gedacht und gehofft, dass vielleicht jedes Bundesland Erwähnung findet.


    Doch der Klappentext macht schnell deutlich, dass sich eine Vielzahl der Geschichte wohl um Berlin abspielen sollen. Dennoch neugierig geworden wollte ich mehr erfahren.


    Der Einstieg in die Geschichte gelingt recht schnell und unkompliziert. Zusammen mit dem Autor zieht man in einen Block voller Kulturen und Welten- alle geballt im Berliner Stadtteil Wedding.


    Durch die schöne detaillierte Sprachweise hatte ich schnell Bilder und Personen vor Augen. Auch wenn ich anfangs ein wenig skeptisch über die Schulter des Autors blickte, als der sich die Geschichten verschiedenster Personen näher bringen ließ, wäre ich zum Ende hin gern mit in den Block gezogen. Alles wirkt so leicht und freundlich und zeugt von einer etwas anderen Kleingartenidylle.


    Weiterhin begleitet der Autor viele „Migranten“  auf dem Weg zur letztendlichen Integration und lässt sich deren Geschichte sehr genau erklären.


    Leider gab es aber auch Geschichten, die mich nicht ganz fesseln konnten und ich hier und da nur etwas quer las, da es dann selbst mir etwas zu sehr ins Detail ging.


    Dennoch lernt man viele neue Dinge über die neuen „Nachbarn“ hinzu. Ich wusste zum Beispiel nur sehr wenig über die muslimischen Bräuche bei einer Beerdigung und wie diese letztendlich ablaufen.


    Noch weniger wusste ich über die gescheiterte Integration der Vietnamesen in der DDR. All dies wird hier genauestens anhand menschlicher Geschichten erzählt und näher gebracht.


    Mein Fazit:
    Eine sehr interessante Sammlung an Geschichten, die zeigt, was „Heimat“ für viele bedeutet.


    Ein schöner Mix bunter Geschichten, die mich entweder mitrissen und euphorisierten oder  aber auch Erzählungen, welche ich nur Auszugsweise gelesen habe.

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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor einem Jahr
    Rezension zu "Heimaterde"

    „Heimaterde“ ist ein Buch über die verschiedenen Menschen unserer Zeit. Der Autor Lucas Vogelsang hat in Deutschland verschiedene Personen besucht und sie über ihr Befinden zu dem Wort „Heimat“ gefragt.

    Die Sprecher sind alle zu gewanderte Menschen oder die Nachfahren der Zuwanderer, die hier in Deutschland eine Heimat gefunden haben. Doch wo liegt die Heimat für diese Menschen wirklich, was ist für sie im Herzen die wahre Heimat?

    Im Buch werden Geschichten von elf Personen erzählt. Ihre Gefühle, ihr Denken und ihr Verständnis zur neuen Heimat. Liegt ihre Welt völlig hier oder sind sie im Herzen doch in einem anderen Land geblieben.

    Die Inhaltsangabe verspricht einen lockeren, humorvollen Text quer durch Deutschland.

    Leider hat mich der Autor mit seinen ersten Kapiteln nicht packen können. Der Schreibstil war für mich wirklich unerträglich. Er erinnerte mich teilweise an den Schreibstil von Grundschülern. Abgehackte Sätze, viele bestehen nur aus zwei Worten, aussagelos aneinandergereihte Worte. Ich quälte mich regelrecht durch die erste Hälfte des Buches. Eigentlich hätte ich es gerne überhaupt nicht fertig gelesen.

    Die Inhalte der einzelnen Kapitel kamen mir ebenfalls nicht nahe. Teilweise wurde alles nur angekratzt und wurde gleich zur nächsten Person gesprungen ohne die erste fertig erzählt zu haben. Es war wirklich ein Durcheinander, das nicht auszuhalten war. Ich fragte mich zu dem Zeitpunkt wirklich, wie dies ein mit Preisen ausgezeichneter Reporter zu Werke bringen konnte.

    Erst ab Kapitel 5 mit Berlin – Spandau änderte sich der Schreibstil des Autors. Ab hier wurde der Schreibstil ruhiger und angenehmer zu lesen. Auf die Personen wurde tiefer eingegangen und auch die Sprünge zu verschiedenen Personen hörte insoweit auf. Die Kapitel blieben größten Teils bei einer Person und ihrer Geschichte. Trotzdem überwog der Autor selbst in seinen Erzählungen.

    Die letzten Kapitel wurden interessanter und besser. Trotzdem kann ich für mich selbst schon die Hälfte des Buches abschreiben, weil sie einfach unlesbar war. Eigentlich schade, dass sich ein Leser erst durch eine Hälfte eines Buches quälen muss, um dann an die interessanteren Stellen zu gelangen. Vor allem gibt es mit Sicherheit nicht viele Leser, die sich so lange bei der Stange halten lassen.

    Die letzten Kapitel wurden zwar besser, allerdings kann ich das Buch nicht wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen. Bei dem Preis sollte sich der geneigte Leser überlegen, ob er sich wirklich in dieses Abenteuer stürzen möchte.

    Es ist am Ende sicherlich interessant, Einblicke in die Leben, Gedanken und Gefühle der Leute zu bekommen, allerdings ist der Weg bis zum Ende sehr mühsam zu erarbeiten.

    Zumindest kann ich von mir sagen, dass die letzten Kapitel eine ein Sterne Rezension immerhin zu einer drei Sterne Rezension gebracht haben. 

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor einem Jahr
    Was bedeutet Heimat? Wie entsteht Identität?

    Das Buch „Heimaterde“ von Lucas Vogelsang ist 2017 im Aufbau Verlag mit dem Untertitel „Eine Weltreise durch Deutschland“ erschienen und befasst sich mit dem Heimatbegriff.

    In elf Episoden nimmt uns Lucas Vogelsang mit auf eine Reise von Berlin-Wedding bis nach Windhoeck und lässt uns immer wieder auf Menschen treffen, die ihre Wurzeln in einem anderen Land haben. Durch diese vielen kleinen Begegnungen versucht er dem Leser zu erklären, was Heimat wirklich bedeutet und wie Identität entsteht. Der Klappentext hat Zufallsbegegnungen angepriesen, gefunden habe ich aber bekannte Persönlichkeiten, die ihre Biografie vermutlich schon mehrere Male erzählt haben und so kein Querschnitt der Migrationsbevölkerung sind, sondern ganz klar der Geschichte des Buches dienen.

    In den einzelnen Kapiteln kommt an einem Ort jeweils eine Person zu Wort. Die Geschichten sind untereinander nicht vernetzt und können unabhängig voneinander gelesen werden. Hier fehlt es mir manchmal an Tiefe. Die einzelnen Geschichten wirken so, als wäre nur eine Überschrift kurz angerissen oder ein ganzes Buch nur mit wenigen Sätzen nacherzählt worden. Weshalb meine Meinung zum Buch auch zwiegespalten ist, denn den Grundgedanken des Buches finde ich wahnsinnig toll. Jedoch fehlt mir im Buch das gewisse „Etwas“: die einzelnen Nationalitäten beziehungsweise die Herkunftsländer waren für mich eher willkürlich gewählt: Manche wurden ausgeschmückt, andere nicht einmal erwähnt. Der Fokus liegt eindeutig auf Einwanderer aus dem arabischen Raum und/oder mit dunkler Hautfarbe.

    Auch vom Schreibstil von Lucas Vogelsang habe ich mir mehr erwartet, da ich einige seiner Artikel aus dem Tagesspiegel oder der Welt kenne und der Schreibstil im Buch stilistisch doch sehr davon abweicht. In „Heimaterde“ setzt der Autor auf Wortspiele und die einzelnen Sätze wirken teilweise erzwungen, was meinem Lesefluss geschadet hat. Das Buch ist keinesfalls schlecht und auch brandaktuell und interessant, jedoch habe ich mir etwas ganz anderes erwartet.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    Heimat leuchtet

    Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.



    Um mit Ismail Öner zu sprechen, hat sich der Autor beispielsweise auf den Weg nach Berlin-Spandau gemacht: 
    "Um ihn zu treffen, muss man mit dem 137er wieder zurück in Richtung Rathaus Spandau fahren, eine Haltestelle weiter aussteigen, wenn man die große aufblasbare Gitarre des Musikhauses sieht, am Puff vorbei, der blauen Maus, die jeder kennt, der alt genug ist. Dann nach rechts und dann einfach rein, man braucht da keine Anmeldung. Ismail Öner ist da oder eben nicht."

    In folgender Leseprobe lernt ihr Ismail Öner kennen: http://tiny.cc/heimaterde_oener

    Mehr zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/heimaterde.html


    Über Lucas Vogelsang

    Lucas Vogelsang zählt zu den erfolgreichsten Reportern seiner Generation. Er hat u.a. für den Tagesspiegel, den Playboy und Die Zeit gearbeitet und ist heute Autor für Die Welt und Welt am Sonntag. 2010 erhielt er den Henri-Nannen-Preis und 2013 den Deutschen Reporterpreis. Für die Reportage über seinen Block im Berliner Wedding wurde er 2015 beim Hansel-Mieth-Preis ausgezeichnet.


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