Lucas Vogelsang Heimaterde

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Inhaltsangabe zu „Heimaterde“ von Lucas Vogelsang

Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind. „Lucas Vogelsang ist ein sensibler Beobachter und ein wuchtiger Erzähler. Seine Geschichten sind mal rau, mal anrührend, aber immer zutiefst menschlich." Benedict Wells   „Lucas Vogelsang könnte über einen Stromkasten in der Uckermark schreiben – es wäre lesenswert.“ Micky Beisenherz

Heimaterde- lesenswertes Buch

— Vampir989
Vampir989

Eine bunte Reise durch Deutschland

— Diana182
Diana182

Eine Weltreise durch Deutschland, die mich nicht ganz überzeugen konnte!

— Bambisusuu
Bambisusuu

Gute Idee, könnte aber besser ausgearbeitet werden

— ilovemalec
ilovemalec

Eine Reise durch ein buntes Deutschland. Interessante Geschichten, die jedoch häufig vom gekünstelten Stil des Autors verdeckt werden.

— leselea
leselea

Sprachliches Jonglieren, das das Erzählte überstrahlt und damit leider zugleich zumüllt.

— wandablue
wandablue

Wunderbare und eindrucksvolle Geschichten, die sprachlich hervorragend auf den Punkt gebracht, absolut den Nerv der Zeit treffen. Großartig!

— JuliB
JuliB

Der Heimatbegriff lässt sich nicht in ein Korsett pressen und das ist auch gut so.

— seschat
seschat

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  • LovelyBooks Challenge Sachbücher und Ratgeber

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    Wedma

    Wedma

       LovelyBooks Challenge 2017 Sachbücher und Ratgeber Liebe Leserinnen und Leser, LovelyBooks lädt im neuen Jahr zu einer neuen, spannenden Challenge ein: „Sachbücher und Ratgeber“. Liest du gerne Sachbücher und Ratgeber? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich auf Lovelybooks darüber auszutauschen! 12    Bücher (6 Sachbücher und 6 Ratgeber) möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen und rezensieren. Es gelten alle Bücher in deutscher oder englischer Sprache, die als Sachbücher oder Ratgeber bezeichnet werden können. Ausschlaggebend sind hier die Angaben der Verlage. Auch andere Formate wie E-books, Hörbücher sind willkommen. Die Regeln: Melde dich mit einem Beitrag hier im Thread an. Hier kannst du aus den aufgeführten Bereichen deine Leseliste festlegen. Diese kannst du jederzeit verändern. Die vordefinierten Bereiche sind lediglich als Gedankenstütze da. Wenn ein Bereich, aus dem du gerne lesen willst, nicht aufgeführt ist, wird er eingepflegt. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Mitmachen, sich austauschen und Spaß dabei haben sind primären Ziele unserer Challenge. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks und verlinke diese in deinem einzigen Sammeleitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag wird unter deinem User-Namen zu der Teilnehmerliste verlinkt und gilt als dein Teilnahmeschein, eine wichtige Grundlage zur Ermittlung der Gewinner. Die Preise, die du gewinnen kannst. Ein Buchpaket von Lovelybooks wird unter allen Teilnehmern, die die Challenge geschafft haben, verlost. Ein weiteres Buchpaket wird an den fleißigsten Leser/ die fleißigste Leserin vergeben, der/die mengenmäßig am meisten an Sachbüchern und Ratgebern in 2017 gelesen hat. Ein tolles Buch, Neuerscheinung 2017, wartet auf den Teilnehmer/die Teilnehmerin, der/die die Challenge geschafft hat und dabei die schönste, i.e. aussagekräftigste Rezension in gutem Stil und nötiger Portion Begeisterung geschrieben hat. Entdeckerpreis (unter Neuerscheinungen 2017) gibt es ebenfalls. Im Anhang findest du die Liste der Neuerscheinungen 2017. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich der Inspiration. Die Bereiche bei Sachbüchern und Ratgebern dienen ebenfalls der Inspiration und können ergänzt werden, wenn Bücher aus noch nicht aufgeführten Bereichen rezensiert werden. Anzahl der Bücher in den Buchpaketen kann erst zum Schluss ermittelt werden. Die oben genannte Zahl der zu verlosenden Bücher ist lediglich ein Richtwert und wird 5 Bücher übersteigen! Nimmst du die Herausforderung an? Ich freue mich auf Eure Anmeldungen!  Teilnehmerliste: aliinaa1309Ambermoon ban-aislingeach Bellis-Perennis Bücherwurm CelinaS Cornelia_Ruoff Digra ech fasersprosse Filzblume Ginevra gst Igelmanu66 kellerbandewordpresscom Kleine8310 Kopf-Kino leucoryx Mabuerele Mattder Mercado peedee Schluesselblume Seschat Sikal StefanieFreigericht Talathiel Tallianna wandablue Wedma widder1987

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    • 01. January 2018 um 23:59
  • ein topaktuelles Buch, durch das man über andere Kulturen aber auch über Deutschland erfährt

    Heimaterde
    irismaria

    irismaria

    21. May 2017 um 19:20

    In „Heimaterde“ unternimmt der Journalist Lucas Vogelsang eine Reise durch Deutschland, die zu einer Weltreise wird, da er Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern trifft und mit ihnen über ihr Leben, ihre Identität und ihren Heimatsbegriff ins Gespräch kommt. So lernt man eine türkische Bloggerin kennen, die von den Eltern liberal erzogen wurde und nun doch die Türkei als Vaterland anerkennen soll, einen Vietnamesen, der 1959 als Kind in die DDR kam und heute bei Asylbewerbern Deutsch unterrichtet, einen Russlanddeutschen und einen Jesiden, die die Ziele der AfD unterstützen, den ersten deutschen Fußballnationalspieler mit schwarzer Hautfarbe und viele mehr. Die einzelnen Geschichten sind abwechslungsreich und für mich waren es Einsichten in fremde Welten. Der Autor spielt gerne mit der Sprache, was teilweise amüsant ist, oft gelungen, aber auf Dauer etwas nervig. Das war aber vor allem in den ersten Geschichten so, danach war der Stil lebendiger und weniger abgehackt.Mein Fazit: ein topaktuelles Buch, durch das man viel über andere Kulturen aber auch viel über Deutschland erfahren kann

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  • Heimaterde- lesenswertes Buch

    Heimaterde
    Vampir989

    Vampir989

    19. May 2017 um 11:29

    Klapptext:Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.In diesem Buch geht es um das Thema "Heimatliebe".Dabei begeben wir uns auf eine Reise quer durch Deutschland.In 11 Geschichten versucht uns der Autor dieses Thema nahe zu bringen.Jede Geschichte hat seine eigene Handlung .Wir treffen auf Menschen unterschiedlichster Art,welche an verschiedenen Orten Deutschlands leben.Sie erzählen uns Ihre Geschichten und was Sie über Heimatliebe denken.So begegnen wir Spotlern,Prominenten,Schauspielern von verschiedenen Nationalitäten.Aber auch ganz normale Einwanderer und Flüchtlinge kommen zu Wort.Was bedeutet "Heimatliebe" überhaupt? Wo fängt Sie an und wann hört Sie auf.Kann man sich eine neue Heimat aufbauen und die alte Heimat vergessen?Der Autor regt uns zum Nachdenken an ohne uns irgend eine Meinung aufzuzwingen.Jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden.Er zeigt uns wie viele Kulturen in Deutschland zusammen leben.Das dies funktionieren kann,aber auch nicht immer sehr einfach ist,sehen wir hier an einigen Beispielen.Vogelsang spricht auch sehr interssante Punkte an.Diese wären Integration,Rassismus,Ausländerhass und Flüchtlingskrise.Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich.Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.Ich finde es ist ein sehr gelungenes Buch.Mir hat es sehr gefallen und ich wurde zum Nachdenken angeregt.Ich kann es sehr empfehlen.

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  • Heimaterde in Deutschland

    Heimaterde
    Diana182

    Diana182

    15. May 2017 um 15:30

    Das Cover zeigt eine deutsche Stadt aus der Luft. Es wirkt eher sorglos und frei und fällt zusammen mit dem Titel direkt ins Auge. Hier hatte ich auf Anhieb an viele Geschichten aus ganz Deutschland gedacht und gehofft, dass vielleicht jedes Bundesland Erwähnung findet. Doch der Klappentext macht schnell deutlich, dass sich eine Vielzahl der Geschichte wohl um Berlin abspielen sollen. Dennoch neugierig geworden wollte ich mehr erfahren. Der Einstieg in die Geschichte gelingt recht schnell und unkompliziert. Zusammen mit dem Autor zieht man in einen Block voller Kulturen und Welten- alle geballt im Berliner Stadtteil Wedding. Durch die schöne detaillierte Sprachweise hatte ich schnell Bilder und Personen vor Augen. Auch wenn ich anfangs ein wenig skeptisch über die Schulter des Autors blickte, als der sich die Geschichten verschiedenster Personen näher bringen ließ, wäre ich zum Ende hin gern mit in den Block gezogen. Alles wirkt so leicht und freundlich und zeugt von einer etwas anderen Kleingartenidylle. Weiterhin begleitet der Autor viele „Migranten“  auf dem Weg zur letztendlichen Integration und lässt sich deren Geschichte sehr genau erklären. Leider gab es aber auch Geschichten, die mich nicht ganz fesseln konnten und ich hier und da nur etwas quer las, da es dann selbst mir etwas zu sehr ins Detail ging. Dennoch lernt man viele neue Dinge über die neuen „Nachbarn“ hinzu. Ich wusste zum Beispiel nur sehr wenig über die muslimischen Bräuche bei einer Beerdigung und wie diese letztendlich ablaufen. Noch weniger wusste ich über die gescheiterte Integration der Vietnamesen in der DDR. All dies wird hier genauestens anhand menschlicher Geschichten erzählt und näher gebracht. Mein Fazit:Eine sehr interessante Sammlung an Geschichten, die zeigt, was „Heimat“ für viele bedeutet. Ein schöner Mix bunter Geschichten, die mich entweder mitrissen und euphorisierten oder  aber auch Erzählungen, welche ich nur Auszugsweise gelesen habe.

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  • Rezension zu "Heimaterde"

    Heimaterde
    Zsadista

    Zsadista

    14. May 2017 um 17:16

    „Heimaterde“ ist ein Buch über die verschiedenen Menschen unserer Zeit. Der Autor Lucas Vogelsang hat in Deutschland verschiedene Personen besucht und sie über ihr Befinden zu dem Wort „Heimat“ gefragt. Die Sprecher sind alle zu gewanderte Menschen oder die Nachfahren der Zuwanderer, die hier in Deutschland eine Heimat gefunden haben. Doch wo liegt die Heimat für diese Menschen wirklich, was ist für sie im Herzen die wahre Heimat?Im Buch werden Geschichten von elf Personen erzählt. Ihre Gefühle, ihr Denken und ihr Verständnis zur neuen Heimat. Liegt ihre Welt völlig hier oder sind sie im Herzen doch in einem anderen Land geblieben. Die Inhaltsangabe verspricht einen lockeren, humorvollen Text quer durch Deutschland. Leider hat mich der Autor mit seinen ersten Kapiteln nicht packen können. Der Schreibstil war für mich wirklich unerträglich. Er erinnerte mich teilweise an den Schreibstil von Grundschülern. Abgehackte Sätze, viele bestehen nur aus zwei Worten, aussagelos aneinandergereihte Worte. Ich quälte mich regelrecht durch die erste Hälfte des Buches. Eigentlich hätte ich es gerne überhaupt nicht fertig gelesen. Die Inhalte der einzelnen Kapitel kamen mir ebenfalls nicht nahe. Teilweise wurde alles nur angekratzt und wurde gleich zur nächsten Person gesprungen ohne die erste fertig erzählt zu haben. Es war wirklich ein Durcheinander, das nicht auszuhalten war. Ich fragte mich zu dem Zeitpunkt wirklich, wie dies ein mit Preisen ausgezeichneter Reporter zu Werke bringen konnte. Erst ab Kapitel 5 mit Berlin – Spandau änderte sich der Schreibstil des Autors. Ab hier wurde der Schreibstil ruhiger und angenehmer zu lesen. Auf die Personen wurde tiefer eingegangen und auch die Sprünge zu verschiedenen Personen hörte insoweit auf. Die Kapitel blieben größten Teils bei einer Person und ihrer Geschichte. Trotzdem überwog der Autor selbst in seinen Erzählungen. Die letzten Kapitel wurden interessanter und besser. Trotzdem kann ich für mich selbst schon die Hälfte des Buches abschreiben, weil sie einfach unlesbar war. Eigentlich schade, dass sich ein Leser erst durch eine Hälfte eines Buches quälen muss, um dann an die interessanteren Stellen zu gelangen. Vor allem gibt es mit Sicherheit nicht viele Leser, die sich so lange bei der Stange halten lassen. Die letzten Kapitel wurden zwar besser, allerdings kann ich das Buch nicht wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen. Bei dem Preis sollte sich der geneigte Leser überlegen, ob er sich wirklich in dieses Abenteuer stürzen möchte. Es ist am Ende sicherlich interessant, Einblicke in die Leben, Gedanken und Gefühle der Leute zu bekommen, allerdings ist der Weg bis zum Ende sehr mühsam zu erarbeiten. Zumindest kann ich von mir sagen, dass die letzten Kapitel eine ein Sterne Rezension immerhin zu einer drei Sterne Rezension gebracht haben. 

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  • Was bedeutet Heimat? Wie entsteht Identität?

    Heimaterde
    camilla1303

    camilla1303

    14. May 2017 um 15:02

    Das Buch „Heimaterde“ von Lucas Vogelsang ist 2017 im Aufbau Verlag mit dem Untertitel „Eine Weltreise durch Deutschland“ erschienen und befasst sich mit dem Heimatbegriff. In elf Episoden nimmt uns Lucas Vogelsang mit auf eine Reise von Berlin-Wedding bis nach Windhoeck und lässt uns immer wieder auf Menschen treffen, die ihre Wurzeln in einem anderen Land haben. Durch diese vielen kleinen Begegnungen versucht er dem Leser zu erklären, was Heimat wirklich bedeutet und wie Identität entsteht. Der Klappentext hat Zufallsbegegnungen angepriesen, gefunden habe ich aber bekannte Persönlichkeiten, die ihre Biografie vermutlich schon mehrere Male erzählt haben und so kein Querschnitt der Migrationsbevölkerung sind, sondern ganz klar der Geschichte des Buches dienen. In den einzelnen Kapiteln kommt an einem Ort jeweils eine Person zu Wort. Die Geschichten sind untereinander nicht vernetzt und können unabhängig voneinander gelesen werden. Hier fehlt es mir manchmal an Tiefe. Die einzelnen Geschichten wirken so, als wäre nur eine Überschrift kurz angerissen oder ein ganzes Buch nur mit wenigen Sätzen nacherzählt worden. Weshalb meine Meinung zum Buch auch zwiegespalten ist, denn den Grundgedanken des Buches finde ich wahnsinnig toll. Jedoch fehlt mir im Buch das gewisse „Etwas“: die einzelnen Nationalitäten beziehungsweise die Herkunftsländer waren für mich eher willkürlich gewählt: Manche wurden ausgeschmückt, andere nicht einmal erwähnt. Der Fokus liegt eindeutig auf Einwanderer aus dem arabischen Raum und/oder mit dunkler Hautfarbe. Auch vom Schreibstil von Lucas Vogelsang habe ich mir mehr erwartet, da ich einige seiner Artikel aus dem Tagesspiegel oder der Welt kenne und der Schreibstil im Buch stilistisch doch sehr davon abweicht. In „Heimaterde“ setzt der Autor auf Wortspiele und die einzelnen Sätze wirken teilweise erzwungen, was meinem Lesefluss geschadet hat. Das Buch ist keinesfalls schlecht und auch brandaktuell und interessant, jedoch habe ich mir etwas ganz anderes erwartet.

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  • Leserunde zu "Heimaterde" von Lucas Vogelsang

    Heimaterde
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    Heimat leuchtet Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.Um mit Ismail Öner zu sprechen, hat sich der Autor beispielsweise auf den Weg nach Berlin-Spandau gemacht: "Um ihn zu treffen, muss man mit dem 137er wieder zurück in Richtung Rathaus Spandau fahren, eine Haltestelle weiter aussteigen, wenn man die große aufblasbare Gitarre des Musikhauses sieht, am Puff vorbei, der blauen Maus, die jeder kennt, der alt genug ist. Dann nach rechts und dann einfach rein, man braucht da keine Anmeldung. Ismail Öner ist da oder eben nicht."In folgender Leseprobe lernt ihr Ismail Öner kennen: http://tiny.cc/heimaterde_oenerMehr zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/heimaterde.htmlÜber Lucas VogelsangLucas Vogelsang zählt zu den erfolgreichsten Reportern seiner Generation. Er hat u.a. für den Tagesspiegel, den Playboy und Die Zeit gearbeitet und ist heute Autor für Die Welt und Welt am Sonntag. 2010 erhielt er den Henri-Nannen-Preis und 2013 den Deutschen Reporterpreis. Für die Reportage über seinen Block im Berliner Wedding wurde er 2015 beim Hansel-Mieth-Preis ausgezeichnet.Jetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Was ist Heimat für euch?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 200
  • Heimat leuchtet

    Heimaterde
    Bambisusuu

    Bambisusuu

    14. May 2017 um 13:27

    In dem Roman nimmt uns der Autor "Lucas Vogelsang" auf eine aufregende Weltreise durch Deutschland mit. Reportagen sind Lucas Vogelsangs Stärke, seine Geschichten faszinieren und rühren.Es beginnt alles in einer kleinen Wohnung in Wedding, einem Bezirk in Berlin. Nachbarn wohnen hier dicht an dicht und haben die unterschiedlichsten Wurzeln. Nach Wedding zieht man nicht einfach so, jeder hat seine Geschichte und trotzdem haben sie alle etwas gemeinsam: Wedding ist ihre Heimat. Lucas Vogelsang startet dort seine Reise und trifft auf viele Menschen innerhalb Deutschlands, die über ihr Leben, ihr Zuhause sprechen. Was ist eigentlich Heimat und welche Identität ist meine? Mit solchen Fragen setzt sich der Autor gezielt auseinander.Das Wort "Heimat" ist jedem bekannt, aber die Definition ist nicht für jeden die selbe. Lucas Vogelsang geht dieser These auf den Grund. Das Thema hat mich auf Anhieb angesprochen. Besonders in unserer heutigen Zeit gibt es kaum ein aktuelleres Diskussionsthema. In den einzelnen Kapitel lernt man jeweils eine Person kennen, ihren Ort und ihre Geschichte. Als Leser hat man deshalb nur einen kurzen Einblick in das Leben der Personen. Die Kapitel an sich haben kaum eine Verbindung zueinander, sodass es sich hierbei nicht um eine klassische Handlung handelt. Viele der Personen sind einem durch die Öffentlichkeit bekannt. Diese Mischung aus bekannten und unbekannten Persönlichkeiten hat mich teilweise irritiert und war nicht ganz mein Geschmack.Die Grundhaltung des Autors hat mir gefallen. Bewusst hat Lucas Vogelsang Menschen aus unserer Bevölkerung ausgewählt, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Von ausländischen Familien mit mehreren Generationen oder die Deutschen in verschiedenen Regionen, jeder hat seine Vorstellung von Heimat. Jedoch hat der Schreibstil die Geschichte nicht vermittelt, wie ich mir erhofft hatte. Die Sätze sind kurz und knapp. Der Inhalt ist häufig verstrickt, sodass man den Anschluss schnell verlieren kann. Außerdem lenkt der  Schreibtil von der eigentlichen Handlung ab und zerstört die Stimmung. Die Geschichten haben keine Gefühle erzeugt. Der Bezug zum Leser hat einfach gefehlt. Auch der Fluss der Geschichte führte nicht in eine bestimmte Richtung. Es gab auch nicht wirklich eine Ende, worauf man hingefiebert hat. Klar, es ging um die Suche nach Heimat und was ist Heimat eigentlich? Trotzdem fehlte mir das Verständnis von dem Hintergedanken des Autors. Die abwechslungsreichen Erlebnisse sind interessant und spannend zu verfolgen. Die Pointe wird jedoch nicht deutlich und ist nur schwammig zu verstehen.Geschichten über das Leben in Deutschland, die Gegenwart, welche uns durch das Buch mit vielen Geschehnissen lenken und andere Perspektiven von Heimat verdeutlichen. Ein Buch, das einen tollen Hintergedanken hat, aber ein Schreibstil, der meine Gefühle nicht mitreißen konnte.

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  • Guter Grundgedanke!

    Heimaterde
    ilovemalec

    ilovemalec

    14. May 2017 um 09:00

    Die Grundidee von Heimaterde ist, dass der Autor durch Deutschland fährt und dort Ausländer trifft und sich mit ihnen unterhält. Somit ist Deutschland wie eine kleine Erde, in der alle Nationalitäten vertreten sind. Durchaus ein interessantes Thema und man kann viel darüber berichten. Allerdings finde ich die Umsetzung nicht so gelungen. Die Menschen, über die berichtet wird, sind fast durchgängig Prominente, Sportler, Schauspieler,... aber eben nicht "normal". Ich bin mir sicher, dass es interessanter gewesen wäre, wenn einfach mal der "Ausländer von nebenan" befragt werden würde, denn dabei kommen sicher viele tolle Geschichten zustande. Somit konnte Ich mich nicht so rechtmit den Personen indentifizieren und es ist eine gewisse Distanz zu spüren gewesen. Den Schreibstil fand ich etwas zu ausgeschmückt. Durch die schwer verständlichen Formulierungen verliert man oft den Faden und kann nicht in der Geschichte abtauchen. Außerdem lenkt es den Fokus weg von den Geschichten an sich.Deshalb war ich etwas enttäuscht von dem Buch, da ich hohe Erwartungen hatte, die aber meist nicht erfüllt wurden.

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  • Was ist Heimat?

    Heimaterde
    leselea

    leselea

    13. May 2017 um 11:49

    „Heimat“ ist in Deutschland ein nicht unumstrittener Begriff: Wie viele auf den ersten Blick harmlos klingende Wörter hat auch „Heimat“ eine unrühmliche Geschichte, wurde er doch (bzw. wird er immer noch) von rechten Gesinnungsgruppen vereinnahmt. Nach dem Krieg versuchte man die braunen Assoziationen mit solch kitschigen und klischeehaften Bildern, wie sie Heimatfilme und Heimatromane zeichneten, zu überlagern – und errichtete um das Wort eine idyllische, ländliche, vereinfachte Welt, die nicht unbedingt etwas mit der Realität der deutschen Bürger zu tun hatte. Nun in Zeiten der Globalisierung, in der die ganze Welt ein Dorf zu werden scheint, die Menschen ihre Wurzeln überall ausschlagen und Biographien sich anhand unterschiedlicher Städte und Länder entwickeln, bekommt die Diskussion um „Heimat“ wieder Konjunktur: Was ist Heimat heute? Was bedeutet das Wort für die, deren Familien schon immer da waren, für Migranten und Flüchtlinge, für Nachfahren der Gastarbeiter-Generation? Die Antworten sind zahlreich und Lucas Vogelsang macht sich in seinem Buch Heimaterde auf den Weg, diese in ganz Deutschland aufzuspüren und in seinem Text festzuhalten. Heimaterde gliedert sich in elf Kapitel, in der jeweils eine Stadt und die Lebensgeschichte einer Person im Vordergrund stehen. Vogelsang erzählt von russlanddeutschen AfD-Wählern im Stuttgart und weißen Breakdance tanzenden Afrikanern in Niedersachsen, von SPD-Direktkandidaten mit palästinensischen Wurzeln in Berlin und von einer Iranerin in einem Strebergarten in Castrop-Rauxel. Im Norden und Süden, im Osten und im Westen fragt er nach der Bedeutung der eigenen Wurzeln, dem Ort, an dem man lebt und dem Spannungsraum, der dazwischen entsteht. Es sind kurze Ausschnitte, die Vogelsang aneinanderreiht, und die nicht immer die Tiefe zulassen, die man sich als Leser bei manch einer Geschichte wünschen würde. Anders als nach dem Klappentext erwartet wird auch weniger von Zufallsbegegnungen erzählt, sondern Vogelsang sucht gezielt Personen auf, die der Message seines Buches dienlich sind. Daher treten in Heimaterde vermehrt „bekannte“ Persönlichkeiten auf, die ihre Biographie erzählen – und das vermutlich schon zum hundertsten Mal: Dadurch werden ihre Geschichten nicht weniger interessant, aber man merkt, dass an ihnen geschliffen wurden, mit ihnen gearbeitet wurde, dass sie dazu dienen, eine Botschaft zu vermitteln. Nichtsdestotrotz halte ich Vogelsangs Heimaterde inhaltlich für ein gelungenes Buch: Es zeigt, wie bunt Deutschland ist, wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen funktioniert, wie Integration gelingt. Vogelsang ist dabei jedoch nicht naiv: Heimaterde erzählt nicht nur Erfolgsgeschichten, sondern auch von Rassismus, Parallelgesellschaften und Integrationsunwillen. Dennoch ist sein Ton und seine Haltung positiv, Heimaterde ist – vor allem im Hinblick darauf, dass es mit der Flüchtlingskrise im Hintergrund geschrieben wurde – ein Beitrag zu „Wir schaffen das!“. Die politische Leitlinie ist damit klar, die anvisierte Leserschaft auch; Menschen, die diese Einstellung prinzipiell und mit Entschiedenheit ablehnen, werden mit diesem Buch daher keine Freude haben. Bei allen anderen wird die Bewertung dieser Reportage – neben der angesprochenen fehlenden Tiefe und der doch manchmal mangelnden Vielschichtigkeit (der Fokus liegt stark auf Migranten aus dem arabischen Raum bzw. auf Migranten mit dunkler Hautfarbe) – stark davon abhängen, was sie von Vogelsangs Schreibstil halten. Dieser ist nämlich durchaus künstlich, beinahe manieriert und damit bisweilen ziemlich anstrengend: Der Autor setzt stark auf Wortspiele, viele Wörter wirken wie reingezwungen, die Syntax ist sehr markiert. Das ist sicherlich Können, muss aber nicht jedem gefallen. Ich persönlich hätte mir für die erzählten Geschichten einen lockereren Schreibstil gewünscht: Zwar schreibt Vogelsang durchaus nicht ohne Witz und Charme, das Buch liest sich aber nicht so „nah“ und schnell weg, wie es sich bei der Erzählweise weglesen könnte. Dadurch leidet immer wieder der Lesefluss und – schlimmer noch – die eigentlichen Geschichten gehen im ganzen Sprachsalat manchmal unter. Insgesamt ist Heimaterde eine kurzweilige, dabei aber nicht banale Darstellung der aktuellen Lage in Deutschland. Damit ist es für mich durchaus ein wichtiges Buch, aus dem Vogelsang nicht alles herausholt, was man herausholen könnte. 4 Sterne.

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    • 2
  • Überambitionierte Sprache überlagert das Erzählte.

    Heimaterde
    wandablue

    wandablue

    05. May 2017 um 19:34

    Überambitionierte Sprache überlagert das Erzählte. Kann man eine neue Heimat gewinnen, wenn man zugewandert ist, d.i. seine ursprüngliche Heimat verlassen hat oder verlassen musste? Haben nur seit Generationen Ansässige Deutschland als Heimat und die „echten Heimatgefühle“? Eine Reise durch Deutschland habe ich anders vorgefunden im Buch als ich es mir vorstellte. Die Reise geht von Berlin aus und sieht immer ein wenig durch die Berliner Brille. Vororte werden per se schlechtgemacht. Sie eignen sich wohl nicht für eine „richtige Heimat“. (Doch, gerade!). Lucas Vogelsang zeigt elf kurze Biografien auf, elf kurze Geschichten von Migration und Integration. Die interessant sind. Durchaus. Aber oft in Kunstsätzen an die Frau gebracht werden. Nun mag Frau ja Kunst. Grundsätzlich. Eigentlich. Aber nicht, wenn die Kunst die Geschichte überlagert. Und so ist die Sprache des Autors auf der einen Seite das Kunstfertige, auch das Moderne am Buch ("Heimat ist auf eine Karte gemalte Hybris"), andererseits aber auch ein Störfaktor, der verhindert, dass der Leser einen gefühlsmäßigen Zugang zu den vorgestellten Personen gewinnt. Soll das so sein? Warum so viel Distanz? Es ist Sprache, die den Lesefluss stört, die keinen geschmeidigen, sondern einen zerhackten Text liefert. Die abgebildeten Personen haben es mehr oder weniger geschafft, haben sich in der zweiten oder dritten Generation integriert und irgendwie ihren individuellen Heimatbegriff definiert. Aber das Gefühl, die kulturelle Rückkopplung fehlt. Natürlich. Natürlich? Noch oder für immer? Sehr interessant fand ich das Kapitel, das sich damit beschäftigte, wo jemand begraben sein möchte, in der neuen oder in der alten Heimat(erde). Die wirklich schwierigen Fragen, wie lange ein mentales Rückfahrtticket in der Tasche behalten wird, wie der Autor es formuliert, werden jedoch nur gestreift. Der Fokus liegt ganz auf der Unterschiedlichkeit der Schicksale. Insoweit ist das ganz in Ordnung. Doch der Trommelwirbel, den der Autor um seine Formulierungskunst macht, erstickt die Geschichten und lässt nur eine Persönlichkeit so richtig aufscheinen: seine. Schade, denn es ist der Ton, der die Musik macht und in dieser Musik ist mir eindeutig zu viel Triangel. Die Lesbarkeit leidet draunter. Der Ton ist zu grell. Die Moral von der Geschicht: Wer zu verliebt in seine Sprachgewandtheit ist, langweilt am Ende! Fazit: Interessante Geschichten, die ich insgesamt ganz gerne mochte, der  überambitionierte Sprachklang hätte mir sogar gefallen, wenn er wesentlich moderater verwandt worden wäre! Kategorie: Kurzbiographien /Sachbuch Aufbauverlag 2017

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    • 2
  • Heimat hat viele Gesichter

    Heimaterde
    seschat

    seschat

    18. April 2017 um 10:45

    Lucas Vogelsang ist Jahrgang 1985 und in Berlin-Spandau aufgewachsen. Für sein Buch „Heimaterde“ ist er einmal quer durch die deutsche Republik gereist und hat Bundesbürger mit Migrationshintergrund nach deren Heimatbegriff befragt.Vogelsangs „Heimatstudie“ besticht durch dessen Vielschichtigkeit und Objektivität. Der Autor lässt seine Interviewpartner sein, wie sie sind, und taucht dabei in verschiedene soziale wie religiöse Milieus ein. Das alles verbindende Moment stellt Deutschland dar, das Land, in dem die Befragten leben und eine neue Heimat gefunden haben. Doch welche Bedeutung hat Heimat, wenn die eigenen Eltern aus dem Ausland (Türkei, Afrika, Vietnam etc.) kommen oder am selbst das Heimatland wegen Krieg oder Verfolgung verlassen musste?Die Antworten, die Vogelsang während seiner Studienreise erhält, könnten unterschiedlicher nicht sein. So gibt es einerseits Musterbeispiele für gelungene Integration, wie die Fußballbrüder Boateng oder den SPD-Angeordneten Raed Saleh, die Deutschland trotz Migrationshintergrund als Heimat bezeichnen und stolz darauf sind. Andererseits hadern vor allem die Älteren mit der Bundesrepublik und erklären das Heimatland ihrer Mütter und Väter zur Heimat bzw. zum Ort der letzten Ruhe. Kurzum, einen einheitlichen Heimatbegriff kann es gar nicht geben, denn das heutige Deutschland ist bunt und lebt von seiner Vielfalt.Wie bereits angedeutet, empfinde ich das neutrale Nebeneinander von Sicht- und Denkweisen als großes Plus von Vogelsangs Studie. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ein AfDler, ein SPDler, ein Ex-Profikicker oder ein Sprachdozent mit Migrationshintergrund interviewt wird, denn Vogelsang verzichtet zugunsten seiner bildreichen wie unverstellten und historisch reizvollen Studie auf den obligatorischen Zeigefinger. Zudem hält der Autor mit seiner eigenen Auffassung von Heimat nicht hinter dem Berg und setzt damit Berlin-Spandau ein Denkmal.FAZITDer Heimatbegriff lässt sich nicht in ein Korsett pressen und das ist auch gut so. Vogelsangs Buch ist eine lesenswerte wie Horizont erweiternde Lektüre, die ich jeden deutschen Bundesbürger ans Herz lege, der einmal über den eigenen Tellerrand hinausschauen und dabei den heutigen, bunten deutschen Staat kennenlernen möchte. 

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    • 3
  • Ein Gefühl von Heimat

    Heimaterde
    Maddinliest

    Maddinliest

    14. April 2017 um 16:26

    Lucas Vogelsang ist derzeit einer der erfolgreichsten Reporter, der bereits mit mehreren Preisen ausgestattet ist. Unter anderem bekam er den Hansel-Mieth-Preis für eine Reportage über seine Heimat, dem Berliner Bezirk Wedding. Genau hier beginnen auch die spannenden Geschichten seiner Nachbarn, deren Wurzeln in der ganzen Welt verteilt sind.Er setzt sich in den Gesprächen mit diesen Nachbarn mit der Frage der Heimat auseinander. Wo ist meine Heimat? Was macht dies zu meiner Heimat? Welche Gefühle löst die Heimat in mir aus? Die große Palette der Interviewten macht das Buch zu einem Erlebnis. So kommt mit Jimmy Hartwig auch jemand zu Wort, der als "Fremder" auch schon im Rampenlicht stand, dabei aber auch negative Erfahrungen machen musste. ("Zehn Schwule und ein Nigger, die Offenbacher Kigger") So kam er trotz der erbrachten sportlichen Voraussetzung nur so seltenen Einsätzen in der Nationalmannschaft, da zu der damaligen Zeit ein Farbiger im Team noch ein wenig befremdlich war. Aber auch unbekannte, aber nicht minder interessante Personen kommen zu Wort, so wie die beiden Brüder Kai und Ericson. Sie wurden durch die neue Liebe ihrer Elternteile zu Brüdern, der eine weiß der andere farbig. Ironischerweise bedienen sie genau die Klischees des anderen, so wurde Ericson als farbiger ein prinzipientreuer und äußerst korrekter Steuerberater und Kai ein begnadeter und anerkannter Breakdancer. Die Politik findet in den Personen des SPD Politikers Raed Salek  und des AfD-Politikers Waldemar Birkle  vielschichtige Berücksichtigung. Beide wissen als Migranten wovon sie sprechen und sind auf ihre Weise erfolgreich. Interessant auch die Sichtweise einiger bereits seit Jahren erfolgreich integrierten Menschen mit ausländischen Wurzeln, welche Angst vor den heutzutage leider weit verbreiteten Pauschalisierungen haben. Sie sehen mit großer Sorge auf die in großer Anzahl eintreffender Flüchtlinge, da sie befürchten durch das Fehlverhalten eines dieser Menschen unter Generalverdacht gestellt zu werden. In einem Land, was sie mittlerweile als ihre Heimat sehen.("Wir wissen nicht, wer all die Fremden sind, die jetzt hier sind. Da geht es uns wie den Deutschen.“ )Heimaterde von Lucas Vogelsang ist ein Buch, welches sich lebensnah und völlig authentisch mit der großen Herausforderung, Tradition und Integration in Einklang zu bringen, auseinandersetzt. Der Leser erfährt von vielen tollen Beispielen , die der Autor in seiner bildreichen und sehr lebendigen Schreibweise greif- und erlebbar macht, das ein Leben miteinander eine absolute Bereicherung sein kann. Ein Buch, das den Leser gerne auch ein wenig nachdenklich zurücklassen wird und einen Beitrag zum friedlichen Austausch miteinander sein kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit fünf von fünf Sternen.

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  • Eine Weltreise, die Bekannte schafft und gegen eine Parallelgesellschaft wirkt

    Heimaterde
    Antek

    Antek

    03. April 2017 um 18:13

    „Bei uns im Viertel, Quartier Pankstraße, Berlin-Wedding, leben etwa 16000 Menschen, der Anteil der Migranten liegt bei 63 Prozent, die Arbeitslosigkeit bei 12,5, fast die Hälfte der Bewohner ist auf Transferleistungen angewiesen. Transfer, im Fußball bedeutet das immer viel Geld. Im Wedding, das auch ein Ort des Fußballs ist, bedeutet es eher weniger Geld“. Genau in diesem Viertel wohnt der Journalist Lucas Vogelsang und sitzt dort bald an einem Tisch mit seinen Nachbarn, die ihre Wurzeln in einem anderen Land haben. In Yasmins „Bäckerei für Integration“, gegenüber seinem Wohnblock, gilt „Mahalle“ (man kümmert sich) und jeder darf nach seiner „Faßong“ leben. Dies ist leider nicht überall so, was der Journalist bei seiner Reise auf der Suche nach Antworten auf die Frage, was denn Heimat ist, sehen muss. In elf Kapiteln bekommt man als Leser einen Bericht von dieser Reise und den vielfältigen Interviews, die er mit  unterschiedlichsten Menschen, die alle von ihrer Herkunft und Identität erzählen, führt.  Dabei kommen bekannte Fußballgrößen, Politiker, deren Namen man kennt, prominente Fernsehschauspieler aber auch Menschen wie du und ich, die man als Nachbar haben könnte, zu Wort. Als Leser darf man den Autor dabei begleiten, wie er, jeweils ausgehend von seinem Berlin Wedding in zehn verschiedene Regionen kreuz und quer durch Deutschland, von Stuttgart bis Inning am Ammersee, von Pforzheim nach Rostock-Lichtenhagen oder in die Kleingärten in Castrop-Rauxel, reist. Sehr gut gefällt mir auch, dass er sich sogar nach Windhoek in der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia begeben hat. So fehlt auch die Perspektive eines Mannes, der Deutschland einst verlassen hat, nicht. Der Schreibstil von Lucas Vogelsang liest sich locker, leicht und ich bin fast durch die Seiten geflogen. Er findet stets die richtigen Worte, egal um welche Art von Interviews es sich handelt.  Alle sind lebendig geschildert und zeugen davon, dass er ganz genau hingehört hat. Teilweise bedarf es wohl auch einfach einer härteren Sprache, wie will man auch Beschimpfungen wie „Kanake“ umschreiben. Ich habe alle Kapitel mit großem Interesse gelesen, hatte großartige Unterhaltung, …. Einige habe ich wissbegierig verschlungen. So bekommt man als Leser z.B. Einblick in Bestattungsrituale und die sich daraus ergebenden Probleme eine Balance zwischen den Wünschen der Familie, religiösen Vorschriften und deutschen Gesetzen zu finden oder man erfährt von der endogamen Heiratsordnung der Jesiden nach innen. Bei einigen habe ich mich richtig darüber gefreut, wie gut Integration gelingen kann. Ein perfektes Vorbild liefert hier der Melting Pott im Ruhrgebiet. Wie toll ist es doch, wenn gemeinsamer Spaß am spießigen Kleingarten zusammenschweißt und man bei Mettbröttchen und Bratwurst einen gemeinsamen Nenner von nahezu 80 verschiedenen Nationen, die inzwischen 75.000 der insgesamt 1 Million bundesweiten Schrebergärten innehaben, finden kann. Manchmal war ich richtig geschockt über Anfeindungen, die hier ertragen werden mussten. Welch ein Glück, dass sich z.B. Jimmy Hartwig damals von Sprüchen wie „Zehn Schwule und ein Nigger, die Offenbacher Kigger“ nicht entmutigen hat lassen, sondern seinen Weg gegangen ist, trotz aller Steine, die ihm in den Weg gelegt worden sind. Nur so konnte er doch vor 30 Jahren als zweiter farbiger Spieler in der Nationalmannschaft zum Weltstar schaffen. Sätze wie „Ich fühle mich Deutsch. Doch ich seh nicht wie ein Deutscher aus.“, haben mich traurig innehalten lassen. Sprachlos haben mich z.B. die Aussagen von Migranten gemacht, dass sie die AfD wählen wollen. Aber auch auf dieses Problem geht der Autor mit der Wahl seiner Gesprächspartner ein. So kommt z.B. Waldemar Birkle von der AfD, 1990 selbst aus dem Kasachstan gekommen, zu Wort.  Sehr gut hat mir dazu auch das Treffen mit SPD Politiker Raed Salek gefallen, der ganz deutlich davor warnt, dass „Hass die Demokratie ersetzt“. Gespräche mit Spätaussiedlern, bei denen es alles andere als eine Willkommenskultur gab oder auch mit in ihrer Heimat verfolgten Jesiten geben einen Einblick, wie es zu einem „Wandel, der aus Verschmähten die Besorgten gemacht hat“ kommen konnte und wie ein „seltsam verschrobenes Recycling der Ressentiments“ entstand. Haben doch viele einfach „Angst davor, dass der Hass der alten Heimat auf dem Weg ist in ihre neue.“ „Wir wissen nicht, wer all die Fremden sind, die jetzt hier sind. Da geht es uns wie den Deutschen.“   Derzeit lauert die Gefahr, dass angesichts der Überforderung aus jedem Zuwanderer gleich ein Selbstmordattentäter wird. Davor wird hier deutlich gewarnt, was ich toll finde. Nicht nur die bereits hier erfolgreich integrierten Migranten müssen leider darunter leiden, das die Freundlichkeit der Bevölkerung ihnen gegenüber deutlich abgenommen hat, sondern, wenn ich ehrlich sein soll, habe auch ich selbst ein wenig Angst vor dieser Tatsache.   Der Journalist hat mit diesem Buch einen tollen Beitrag dazu geleistet, dass diese Gefahr kleiner wird und ich hoffe, dass es möglichst viele Leser finden wird. Er gibt Einblick in Denkweisen, lässt einige unser rund 21% Migranten, die in Deutschland leben, zu Wort kommen und befreit sie damit ein Stück weit aus dem Mantel des „Unbekannten“.

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