Lucas Vogelsang Heimaterde

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Inhaltsangabe zu „Heimaterde“ von Lucas Vogelsang

Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.

„Lucas Vogelsang ist ein sensibler Beobachter und ein wuchtiger Erzähler. Seine Geschichten sind mal rau, mal anrührend, aber immer zutiefst menschlich." Benedict Wells

„Lucas Vogelsang könnte über einen Stromkasten in der Uckermark schreiben – es wäre lesenswert.“ Micky Beisenherz

Ich fand es sehr schwer durchzuhalten. Die Idee fand ich toll, aber die sprachliche Umsetzung hat es mir nicht leicht gemacht.

— carathis

Wie, wo , was und wann ist Heimat ?

— Ivonne_Gerhard

Was ist Heimat?

— tardy

Heimaterde- lesenswertes Buch

— Vampir989

Eine bunte Reise durch Deutschland

— Diana182

Eine Weltreise durch Deutschland, die mich nicht ganz überzeugen konnte!

— Bambisusuu

Gute Idee, könnte aber besser ausgearbeitet werden

— ilovemalec

Eine Reise durch ein buntes Deutschland. Interessante Geschichten, die jedoch häufig vom gekünstelten Stil des Autors verdeckt werden.

— leselea

Sprachliches Jonglieren, das das Erzählte überstrahlt und damit leider zugleich zumüllt.

— wandablue

Wunderbare und eindrucksvolle Geschichten, die sprachlich hervorragend auf den Punkt gebracht, absolut den Nerv der Zeit treffen. Großartig!

— JuliB

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  • Keine leichte Kost, aber der Mühe wert

    Heimaterde

    carathis

    09. August 2017 um 21:16

    Lucas Vogelsang nimmt uns mit auf eine Reise zu den Wurzeln der Menschen, ihrer Heimat, die sehr oft nicht an dem Ort liegt, wo sie leben.Der Klappentext hinter dem ungewöhnlichen und unglaublich schönen Cover, verriet mir, dass ich verschiedenen Menschen begegnen werde, die in Deutschland ein Zuhause haben, aber nicht unbedingt eine Heimat. Wie diese Heimaterde aber aussehen kann und ob sie als Gefühl, Stadt, bestimmte Gewohnheit oder als andere Lebewesen daherkommt, wird beschrieben und detailliert auseinander genommen. Dieses Thema erschien mir überaus präsent, in den Medien und dem allgemeinen Umfeld und deswegen freute ich mir auf dieses Buch. Gegliedert ist es in verschiedene Städte bzw. deren "Brennpunkte" wie Castrop-Rauxel oder Rostock-Lichtenhagen. Dort trifft der Autor die Menschen, die teils dramatische Geschichten erlebt haben, aber oft daran gewachsen sind. So trifft man zum Beispiel ein ungleiches Brüderpaar, die als Kinder durch Kontinente getrennt waren und nicht so recht in das jeweilige Land passen wollten. Doch sie fanden irgendwie wieder zusammen, zumindest so halb. Immer wieder treffen sich die Fäden aber wieder in Berlin, wo auch der Autor lebt. Und das merkt man ihm auch an.Die Sprache ist sehr direkt, manchmal zu derb und sprunghaft. Das muss man mögen. Es gibt auch Sätze, die man erst beim zweiten oder dritten Mal lesen  so richtig begreift, die Bilder aufnehmen, die mir manchmal die Luft nahmen. "Es sind Orte wie Selbstmörder, sie halten den Zug auf, verlangsamen die Reise." Solche Sätze waren mir zu krass, da wollte ich das Buch gleich weg legen. Aber die Menschen haben mich dann doch interessiert, ich wollte erfahren, was aus ihnen wurde. Und manchmal kann man die Situationen wohl auch nur so richtig darstellen, denn sie sind ab und zu hart. Fazit: Da wir in Deutschland derzeit viele Menschen unterschiedlichster Herkunft aufnehmen, die teilweise hier auch eine Heimat finden möchten, bin ich der Meinung, dass Bücher wie dieses wichtig sind. Sie öffnen die Augen für die Probleme und Hoffnungen der Zugereisten. Ob man mit der Sprache zurecht kommt, muss jeder selbst feststellen, sie ist recht sachlich und direkt. Insgesamt ist es keine leichte Kost, aber die Mühe des Lesens wert. 

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  • Deutschsein, oder?

    Heimaterde

    Starbucks

    21. July 2017 um 22:58

    Wer selbst schon länger im Ausland war, hatte sicher Gelegenheit, sich Gedanken über 'Heimat' und 'Deutschsein' zu machen. Die Menschen, die nach Deutschland kommen, haben unterschiedliche Gründe, herzukommen, und oft gibt es kein Zurück, sodass sie komplett anders empfinden mögen, doch der Umgang mit dem neuen Land, dass oft für immer die 2. Heimat wird, ist unterschiedlich. Zum Inhalt: In „Heimaterde“ hat Lucas Vogelsang in ganz Deutschland unterschiedliche Menschen getroffen, deren Heimat heute Deutschland sein mag, oder eben auch nicht. Es kommen Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Herkunftsländer zu Wort, Menschen, die schon fast ihr ganzes Leben hier verbringen, Menschen, die noch nicht so lange da sind. Lucas Vogelsang hat 11 Geschichten aufgeschrieben, hat Menschen besucht und befragt. Dabei sind sehr unterschiedliche Porträts entstanden von Menschen, die deutscher sind als die Deutschen, Menschen, die die neue Heimat annehmen oder sie eben doch differenzierter sehen. Es ist spannend, Vogelsang durch Deutschland zu folgen. Bei seiner „Weltreise durch Deutschland“ hat er spannende Geschichten und überraschende Einsichten zutage gebracht. Dabei stört bei seinen Erzählungen oft seine Sprache, mit der er sich etwas hätte zurücknehmen können, aber der Leser gewöhnt sich auch an das Ungewöhnliche. In „Heimaterde“ lernt man durch die Beschäftigung mit den anderen auch viel über sich selbst. Gern mache ich mir auch Gedanken über meine Heimat und was das Deutschsein bedeutet. Dabei finde ich auch viele Eigenschaften, die ich nicht verkörpern will. Doch die deutschesten Deutschen scheinen ja die Zugewanderten zu sein, ein interessantes Phänomen, das man immer wieder beobachten kann!

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  • Wie, wo, was und wann ist Heimat ?

    Heimaterde

    Ivonne_Gerhard

    23. June 2017 um 15:28

    Ein Buch von Lucas Vogelsang der die Leser mitnimmt auf die Erkundung des Begriffs Heimat und was es für verschiedene Menschen bedeutet,... Es ist sehr interessant und auch aufschlussreich ihn auf seiner Reise durch die verschiedenen Regionen der Bundesrepublik mit seinen unterschiedlichen Charakteren zu begleiten und die Geschichten hinter den Menschen zu erfahren. Ihre Schicksale, ihre Einstellungen und ihre Definition von Heimaterde - Heimatorte ;-) Wie, wo , wann und was ist Heimat ? Jeder hat seine Geschichte ;-)

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  • Heimaterde

    Heimaterde

    tardy

    22. June 2017 um 10:55

    Lucas Vogelsang reist mit uns in elf Episoden durch Deutschland und bringt uns seine Geschichten mit. Geschichten, die von Heimat erzählen. Was der Mensch damit verbindet, was Heimat für ihn bedeutet. Der Autor beschreibt die Kulturen und Mentalitäten, zeigt Menschen verschiedener Nationalitäten, die alle hier in Deutschland leben und alle ausländische Wurzeln haben. Sie alle erzählen uns hier ihre Geschichte, eine Geschichte voller Ängste, voller Sorgen. Von den Problemen mit der Integration und der Anerkennung, von der Ausgrenzung, die sie erfahren oder auch das entstandene Zugehörigkeitsgefühl, wenn man endlich angekommen ist. Es kommen ganz unterschiedliche Menschen zu Wort, da ist der bekannte Fussballer, der Prominente, aber auch der Flüchtling oder der Einwanderer. Jeder beschreibt seine Sichtweise von Heimat. Das  führt leider dazu, dass sich der Lesefluss etwas holprig anfühlt. Man muss die Kapitel erst einmal sacken lassen, bevor es weiter gehen kann. Vielleicht liegt es aber auch an der Fülle an Informationen, die man mit jedem Abschnitt serviert bekommt, da ist manches nicht einfach zu verdauen. Wer sich aber die Mühe macht, wird mit einem besonderen Buch belohnt, denn diese Reise durch Deutschland ist ungewöhnlich. Sie regt zum Nachdenken an und möchte aufrütteln, die ganzen Skeptiker ermahnen und für Verständnis aufrufen. Für andere Kulturen, für andere Religionen, für andere Meinungen, für den Menschen.

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  • Heimat

    Heimaterde

    conneling

    18. June 2017 um 20:27

    In dem Buch "Heimaterde" nimmt uns der Autor Lucas Vogelsang auf eine Reise durch verschiedene Kulturen in Deutschland mit. Es beginnt in der kleinen Wohnung des Autors in Berlin, im Bezirk Wedding, wo Nachbarn wohnen mit verschiedener Herkunft. Sie haben ihre Wurzeln in der ganzen Welt, haben in Wedding aber ihre Heimat und sprechen mit dem Autor über ihr Leben hier, geben uns einen Einblick.Das Thema Heimat hat mich sofort angesprochen, Heimat bedeutet für jeden etwas anderes und ist momentan ein ganz aktuelles Thema. In jedem Kapitel lernt man eine Person kennen, erfährt die Geschichte dieser Person, hat einen kurzen Einblick in das Leben. Der kurze Einblick hat mir oft nicht gereicht, die Kapitel haben keinen Bezug zueinander, was die Lektüre für mich schwierig gemacht hat, es kam kein Lesefluss zustande. Manche der Personen waren mir bekannt, was es aber trotzdem nicht einfacher gemacht hat zu lesen.Die Grundidee des Buches hat mir sehr gut gefallen, allerdings wurde ich nie richtig warm mit dem Buch, da einfach kein Zusammenhang war und bei mir kein Lesefluss durch den Schreibstil zustande gekommen ist. Kurze, knappe Sätze, irgendwie nüchtern, teilweise verstrickt im Inhalt.Die Geschichten der Personen waren interessant zu lesen, jedoch konnte mich das Buch nie so richtig mitnehmen.

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  • ein topaktuelles Buch, durch das man über andere Kulturen aber auch über Deutschland erfährt

    Heimaterde

    irismaria

    21. May 2017 um 19:20

    In „Heimaterde“ unternimmt der Journalist Lucas Vogelsang eine Reise durch Deutschland, die zu einer Weltreise wird, da er Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern trifft und mit ihnen über ihr Leben, ihre Identität und ihren Heimatsbegriff ins Gespräch kommt. So lernt man eine türkische Bloggerin kennen, die von den Eltern liberal erzogen wurde und nun doch die Türkei als Vaterland anerkennen soll, einen Vietnamesen, der 1959 als Kind in die DDR kam und heute bei Asylbewerbern Deutsch unterrichtet, einen Russlanddeutschen und einen Jesiden, die die Ziele der AfD unterstützen, den ersten deutschen Fußballnationalspieler mit schwarzer Hautfarbe und viele mehr. Die einzelnen Geschichten sind abwechslungsreich und für mich waren es Einsichten in fremde Welten. Der Autor spielt gerne mit der Sprache, was teilweise amüsant ist, oft gelungen, aber auf Dauer etwas nervig. Das war aber vor allem in den ersten Geschichten so, danach war der Stil lebendiger und weniger abgehackt.Mein Fazit: ein topaktuelles Buch, durch das man viel über andere Kulturen aber auch viel über Deutschland erfahren kann

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  • Heimaterde- lesenswertes Buch

    Heimaterde

    Vampir989

    19. May 2017 um 11:29

    Klapptext:Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.In diesem Buch geht es um das Thema "Heimatliebe".Dabei begeben wir uns auf eine Reise quer durch Deutschland.In 11 Geschichten versucht uns der Autor dieses Thema nahe zu bringen.Jede Geschichte hat seine eigene Handlung .Wir treffen auf Menschen unterschiedlichster Art,welche an verschiedenen Orten Deutschlands leben.Sie erzählen uns Ihre Geschichten und was Sie über Heimatliebe denken.So begegnen wir Spotlern,Prominenten,Schauspielern von verschiedenen Nationalitäten.Aber auch ganz normale Einwanderer und Flüchtlinge kommen zu Wort.Was bedeutet "Heimatliebe" überhaupt? Wo fängt Sie an und wann hört Sie auf.Kann man sich eine neue Heimat aufbauen und die alte Heimat vergessen?Der Autor regt uns zum Nachdenken an ohne uns irgend eine Meinung aufzuzwingen.Jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden.Er zeigt uns wie viele Kulturen in Deutschland zusammen leben.Das dies funktionieren kann,aber auch nicht immer sehr einfach ist,sehen wir hier an einigen Beispielen.Vogelsang spricht auch sehr interssante Punkte an.Diese wären Integration,Rassismus,Ausländerhass und Flüchtlingskrise.Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich.Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.Ich finde es ist ein sehr gelungenes Buch.Mir hat es sehr gefallen und ich wurde zum Nachdenken angeregt.Ich kann es sehr empfehlen.

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  • Heimaterde in Deutschland

    Heimaterde

    Diana182

    15. May 2017 um 15:30

    Das Cover zeigt eine deutsche Stadt aus der Luft. Es wirkt eher sorglos und frei und fällt zusammen mit dem Titel direkt ins Auge. Hier hatte ich auf Anhieb an viele Geschichten aus ganz Deutschland gedacht und gehofft, dass vielleicht jedes Bundesland Erwähnung findet. Doch der Klappentext macht schnell deutlich, dass sich eine Vielzahl der Geschichte wohl um Berlin abspielen sollen. Dennoch neugierig geworden wollte ich mehr erfahren. Der Einstieg in die Geschichte gelingt recht schnell und unkompliziert. Zusammen mit dem Autor zieht man in einen Block voller Kulturen und Welten- alle geballt im Berliner Stadtteil Wedding. Durch die schöne detaillierte Sprachweise hatte ich schnell Bilder und Personen vor Augen. Auch wenn ich anfangs ein wenig skeptisch über die Schulter des Autors blickte, als der sich die Geschichten verschiedenster Personen näher bringen ließ, wäre ich zum Ende hin gern mit in den Block gezogen. Alles wirkt so leicht und freundlich und zeugt von einer etwas anderen Kleingartenidylle. Weiterhin begleitet der Autor viele „Migranten“  auf dem Weg zur letztendlichen Integration und lässt sich deren Geschichte sehr genau erklären. Leider gab es aber auch Geschichten, die mich nicht ganz fesseln konnten und ich hier und da nur etwas quer las, da es dann selbst mir etwas zu sehr ins Detail ging. Dennoch lernt man viele neue Dinge über die neuen „Nachbarn“ hinzu. Ich wusste zum Beispiel nur sehr wenig über die muslimischen Bräuche bei einer Beerdigung und wie diese letztendlich ablaufen. Noch weniger wusste ich über die gescheiterte Integration der Vietnamesen in der DDR. All dies wird hier genauestens anhand menschlicher Geschichten erzählt und näher gebracht. Mein Fazit:Eine sehr interessante Sammlung an Geschichten, die zeigt, was „Heimat“ für viele bedeutet. Ein schöner Mix bunter Geschichten, die mich entweder mitrissen und euphorisierten oder  aber auch Erzählungen, welche ich nur Auszugsweise gelesen habe.

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  • Rezension zu "Heimaterde"

    Heimaterde

    Zsadista

    14. May 2017 um 17:16

    „Heimaterde“ ist ein Buch über die verschiedenen Menschen unserer Zeit. Der Autor Lucas Vogelsang hat in Deutschland verschiedene Personen besucht und sie über ihr Befinden zu dem Wort „Heimat“ gefragt. Die Sprecher sind alle zu gewanderte Menschen oder die Nachfahren der Zuwanderer, die hier in Deutschland eine Heimat gefunden haben. Doch wo liegt die Heimat für diese Menschen wirklich, was ist für sie im Herzen die wahre Heimat?Im Buch werden Geschichten von elf Personen erzählt. Ihre Gefühle, ihr Denken und ihr Verständnis zur neuen Heimat. Liegt ihre Welt völlig hier oder sind sie im Herzen doch in einem anderen Land geblieben. Die Inhaltsangabe verspricht einen lockeren, humorvollen Text quer durch Deutschland. Leider hat mich der Autor mit seinen ersten Kapiteln nicht packen können. Der Schreibstil war für mich wirklich unerträglich. Er erinnerte mich teilweise an den Schreibstil von Grundschülern. Abgehackte Sätze, viele bestehen nur aus zwei Worten, aussagelos aneinandergereihte Worte. Ich quälte mich regelrecht durch die erste Hälfte des Buches. Eigentlich hätte ich es gerne überhaupt nicht fertig gelesen. Die Inhalte der einzelnen Kapitel kamen mir ebenfalls nicht nahe. Teilweise wurde alles nur angekratzt und wurde gleich zur nächsten Person gesprungen ohne die erste fertig erzählt zu haben. Es war wirklich ein Durcheinander, das nicht auszuhalten war. Ich fragte mich zu dem Zeitpunkt wirklich, wie dies ein mit Preisen ausgezeichneter Reporter zu Werke bringen konnte. Erst ab Kapitel 5 mit Berlin – Spandau änderte sich der Schreibstil des Autors. Ab hier wurde der Schreibstil ruhiger und angenehmer zu lesen. Auf die Personen wurde tiefer eingegangen und auch die Sprünge zu verschiedenen Personen hörte insoweit auf. Die Kapitel blieben größten Teils bei einer Person und ihrer Geschichte. Trotzdem überwog der Autor selbst in seinen Erzählungen. Die letzten Kapitel wurden interessanter und besser. Trotzdem kann ich für mich selbst schon die Hälfte des Buches abschreiben, weil sie einfach unlesbar war. Eigentlich schade, dass sich ein Leser erst durch eine Hälfte eines Buches quälen muss, um dann an die interessanteren Stellen zu gelangen. Vor allem gibt es mit Sicherheit nicht viele Leser, die sich so lange bei der Stange halten lassen. Die letzten Kapitel wurden zwar besser, allerdings kann ich das Buch nicht wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen. Bei dem Preis sollte sich der geneigte Leser überlegen, ob er sich wirklich in dieses Abenteuer stürzen möchte. Es ist am Ende sicherlich interessant, Einblicke in die Leben, Gedanken und Gefühle der Leute zu bekommen, allerdings ist der Weg bis zum Ende sehr mühsam zu erarbeiten. Zumindest kann ich von mir sagen, dass die letzten Kapitel eine ein Sterne Rezension immerhin zu einer drei Sterne Rezension gebracht haben. 

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  • Was bedeutet Heimat? Wie entsteht Identität?

    Heimaterde

    camilla1303

    14. May 2017 um 15:02

    Das Buch „Heimaterde“ von Lucas Vogelsang ist 2017 im Aufbau Verlag mit dem Untertitel „Eine Weltreise durch Deutschland“ erschienen und befasst sich mit dem Heimatbegriff. In elf Episoden nimmt uns Lucas Vogelsang mit auf eine Reise von Berlin-Wedding bis nach Windhoeck und lässt uns immer wieder auf Menschen treffen, die ihre Wurzeln in einem anderen Land haben. Durch diese vielen kleinen Begegnungen versucht er dem Leser zu erklären, was Heimat wirklich bedeutet und wie Identität entsteht. Der Klappentext hat Zufallsbegegnungen angepriesen, gefunden habe ich aber bekannte Persönlichkeiten, die ihre Biografie vermutlich schon mehrere Male erzählt haben und so kein Querschnitt der Migrationsbevölkerung sind, sondern ganz klar der Geschichte des Buches dienen. In den einzelnen Kapiteln kommt an einem Ort jeweils eine Person zu Wort. Die Geschichten sind untereinander nicht vernetzt und können unabhängig voneinander gelesen werden. Hier fehlt es mir manchmal an Tiefe. Die einzelnen Geschichten wirken so, als wäre nur eine Überschrift kurz angerissen oder ein ganzes Buch nur mit wenigen Sätzen nacherzählt worden. Weshalb meine Meinung zum Buch auch zwiegespalten ist, denn den Grundgedanken des Buches finde ich wahnsinnig toll. Jedoch fehlt mir im Buch das gewisse „Etwas“: die einzelnen Nationalitäten beziehungsweise die Herkunftsländer waren für mich eher willkürlich gewählt: Manche wurden ausgeschmückt, andere nicht einmal erwähnt. Der Fokus liegt eindeutig auf Einwanderer aus dem arabischen Raum und/oder mit dunkler Hautfarbe. Auch vom Schreibstil von Lucas Vogelsang habe ich mir mehr erwartet, da ich einige seiner Artikel aus dem Tagesspiegel oder der Welt kenne und der Schreibstil im Buch stilistisch doch sehr davon abweicht. In „Heimaterde“ setzt der Autor auf Wortspiele und die einzelnen Sätze wirken teilweise erzwungen, was meinem Lesefluss geschadet hat. Das Buch ist keinesfalls schlecht und auch brandaktuell und interessant, jedoch habe ich mir etwas ganz anderes erwartet.

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  • Leserunde zu "Heimaterde" von Lucas Vogelsang

    Heimaterde

    aufbauverlag

    Heimat leuchtet Vietnamesen, die Zuwanderern Deutsch beibringen, Türken, die auf die Mittagsruhe pochen, Iraner, die ihre Gartenzwerge bemalen, oder ein Politiker mit palästinensischen Wurzeln, der dem Stammtisch erklärt, was Deutschsein heute bedeutet. Lucas Vogelsang fährt vom Berliner Wedding aus quer durch die Bundesrepublik und trifft Menschen, die von Herkunft und Identität erzählen. In Pforzheim, Rostock-Lichtenhagen oder Castrop-Rauxel. So reist er hinein in die Gegenwart unseres Landes – „Heimaterde“ stellt sich der großen Frage, wer wir sind.Um mit Ismail Öner zu sprechen, hat sich der Autor beispielsweise auf den Weg nach Berlin-Spandau gemacht: "Um ihn zu treffen, muss man mit dem 137er wieder zurück in Richtung Rathaus Spandau fahren, eine Haltestelle weiter aussteigen, wenn man die große aufblasbare Gitarre des Musikhauses sieht, am Puff vorbei, der blauen Maus, die jeder kennt, der alt genug ist. Dann nach rechts und dann einfach rein, man braucht da keine Anmeldung. Ismail Öner ist da oder eben nicht."In folgender Leseprobe lernt ihr Ismail Öner kennen: http://tiny.cc/heimaterde_oenerMehr zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/heimaterde.htmlÜber Lucas VogelsangLucas Vogelsang zählt zu den erfolgreichsten Reportern seiner Generation. Er hat u.a. für den Tagesspiegel, den Playboy und Die Zeit gearbeitet und ist heute Autor für Die Welt und Welt am Sonntag. 2010 erhielt er den Henri-Nannen-Preis und 2013 den Deutschen Reporterpreis. Für die Reportage über seinen Block im Berliner Wedding wurde er 2015 beim Hansel-Mieth-Preis ausgezeichnet.Jetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Was ist Heimat für euch?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 203
  • Heimat leuchtet

    Heimaterde

    Bambisusuu

    14. May 2017 um 13:27

    In dem Roman nimmt uns der Autor "Lucas Vogelsang" auf eine aufregende Weltreise durch Deutschland mit. Reportagen sind Lucas Vogelsangs Stärke, seine Geschichten faszinieren und rühren.Es beginnt alles in einer kleinen Wohnung in Wedding, einem Bezirk in Berlin. Nachbarn wohnen hier dicht an dicht und haben die unterschiedlichsten Wurzeln. Nach Wedding zieht man nicht einfach so, jeder hat seine Geschichte und trotzdem haben sie alle etwas gemeinsam: Wedding ist ihre Heimat. Lucas Vogelsang startet dort seine Reise und trifft auf viele Menschen innerhalb Deutschlands, die über ihr Leben, ihr Zuhause sprechen. Was ist eigentlich Heimat und welche Identität ist meine? Mit solchen Fragen setzt sich der Autor gezielt auseinander.Das Wort "Heimat" ist jedem bekannt, aber die Definition ist nicht für jeden die selbe. Lucas Vogelsang geht dieser These auf den Grund. Das Thema hat mich auf Anhieb angesprochen. Besonders in unserer heutigen Zeit gibt es kaum ein aktuelleres Diskussionsthema. In den einzelnen Kapitel lernt man jeweils eine Person kennen, ihren Ort und ihre Geschichte. Als Leser hat man deshalb nur einen kurzen Einblick in das Leben der Personen. Die Kapitel an sich haben kaum eine Verbindung zueinander, sodass es sich hierbei nicht um eine klassische Handlung handelt. Viele der Personen sind einem durch die Öffentlichkeit bekannt. Diese Mischung aus bekannten und unbekannten Persönlichkeiten hat mich teilweise irritiert und war nicht ganz mein Geschmack.Die Grundhaltung des Autors hat mir gefallen. Bewusst hat Lucas Vogelsang Menschen aus unserer Bevölkerung ausgewählt, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Von ausländischen Familien mit mehreren Generationen oder die Deutschen in verschiedenen Regionen, jeder hat seine Vorstellung von Heimat. Jedoch hat der Schreibstil die Geschichte nicht vermittelt, wie ich mir erhofft hatte. Die Sätze sind kurz und knapp. Der Inhalt ist häufig verstrickt, sodass man den Anschluss schnell verlieren kann. Außerdem lenkt der  Schreibtil von der eigentlichen Handlung ab und zerstört die Stimmung. Die Geschichten haben keine Gefühle erzeugt. Der Bezug zum Leser hat einfach gefehlt. Auch der Fluss der Geschichte führte nicht in eine bestimmte Richtung. Es gab auch nicht wirklich eine Ende, worauf man hingefiebert hat. Klar, es ging um die Suche nach Heimat und was ist Heimat eigentlich? Trotzdem fehlte mir das Verständnis von dem Hintergedanken des Autors. Die abwechslungsreichen Erlebnisse sind interessant und spannend zu verfolgen. Die Pointe wird jedoch nicht deutlich und ist nur schwammig zu verstehen.Geschichten über das Leben in Deutschland, die Gegenwart, welche uns durch das Buch mit vielen Geschehnissen lenken und andere Perspektiven von Heimat verdeutlichen. Ein Buch, das einen tollen Hintergedanken hat, aber ein Schreibstil, der meine Gefühle nicht mitreißen konnte.

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  • Guter Grundgedanke!

    Heimaterde

    ilovemalec

    14. May 2017 um 09:00

    Die Grundidee von Heimaterde ist, dass der Autor durch Deutschland fährt und dort Ausländer trifft und sich mit ihnen unterhält. Somit ist Deutschland wie eine kleine Erde, in der alle Nationalitäten vertreten sind. Durchaus ein interessantes Thema und man kann viel darüber berichten. Allerdings finde ich die Umsetzung nicht so gelungen. Die Menschen, über die berichtet wird, sind fast durchgängig Prominente, Sportler, Schauspieler,... aber eben nicht "normal". Ich bin mir sicher, dass es interessanter gewesen wäre, wenn einfach mal der "Ausländer von nebenan" befragt werden würde, denn dabei kommen sicher viele tolle Geschichten zustande. Somit konnte Ich mich nicht so rechtmit den Personen indentifizieren und es ist eine gewisse Distanz zu spüren gewesen. Den Schreibstil fand ich etwas zu ausgeschmückt. Durch die schwer verständlichen Formulierungen verliert man oft den Faden und kann nicht in der Geschichte abtauchen. Außerdem lenkt es den Fokus weg von den Geschichten an sich.Deshalb war ich etwas enttäuscht von dem Buch, da ich hohe Erwartungen hatte, die aber meist nicht erfüllt wurden.

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  • Was ist Heimat?

    Heimaterde

    leselea

    13. May 2017 um 11:49

    „Heimat“ ist in Deutschland ein nicht unumstrittener Begriff: Wie viele auf den ersten Blick harmlos klingende Wörter hat auch „Heimat“ eine unrühmliche Geschichte, wurde er doch (bzw. wird er immer noch) von rechten Gesinnungsgruppen vereinnahmt. Nach dem Krieg versuchte man die braunen Assoziationen mit solch kitschigen und klischeehaften Bildern, wie sie Heimatfilme und Heimatromane zeichneten, zu überlagern – und errichtete um das Wort eine idyllische, ländliche, vereinfachte Welt, die nicht unbedingt etwas mit der Realität der deutschen Bürger zu tun hatte. Nun in Zeiten der Globalisierung, in der die ganze Welt ein Dorf zu werden scheint, die Menschen ihre Wurzeln überall ausschlagen und Biographien sich anhand unterschiedlicher Städte und Länder entwickeln, bekommt die Diskussion um „Heimat“ wieder Konjunktur: Was ist Heimat heute? Was bedeutet das Wort für die, deren Familien schon immer da waren, für Migranten und Flüchtlinge, für Nachfahren der Gastarbeiter-Generation? Die Antworten sind zahlreich und Lucas Vogelsang macht sich in seinem Buch Heimaterde auf den Weg, diese in ganz Deutschland aufzuspüren und in seinem Text festzuhalten. Heimaterde gliedert sich in elf Kapitel, in der jeweils eine Stadt und die Lebensgeschichte einer Person im Vordergrund stehen. Vogelsang erzählt von russlanddeutschen AfD-Wählern im Stuttgart und weißen Breakdance tanzenden Afrikanern in Niedersachsen, von SPD-Direktkandidaten mit palästinensischen Wurzeln in Berlin und von einer Iranerin in einem Strebergarten in Castrop-Rauxel. Im Norden und Süden, im Osten und im Westen fragt er nach der Bedeutung der eigenen Wurzeln, dem Ort, an dem man lebt und dem Spannungsraum, der dazwischen entsteht. Es sind kurze Ausschnitte, die Vogelsang aneinanderreiht, und die nicht immer die Tiefe zulassen, die man sich als Leser bei manch einer Geschichte wünschen würde. Anders als nach dem Klappentext erwartet wird auch weniger von Zufallsbegegnungen erzählt, sondern Vogelsang sucht gezielt Personen auf, die der Message seines Buches dienlich sind. Daher treten in Heimaterde vermehrt „bekannte“ Persönlichkeiten auf, die ihre Biographie erzählen – und das vermutlich schon zum hundertsten Mal: Dadurch werden ihre Geschichten nicht weniger interessant, aber man merkt, dass an ihnen geschliffen wurden, mit ihnen gearbeitet wurde, dass sie dazu dienen, eine Botschaft zu vermitteln. Nichtsdestotrotz halte ich Vogelsangs Heimaterde inhaltlich für ein gelungenes Buch: Es zeigt, wie bunt Deutschland ist, wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen funktioniert, wie Integration gelingt. Vogelsang ist dabei jedoch nicht naiv: Heimaterde erzählt nicht nur Erfolgsgeschichten, sondern auch von Rassismus, Parallelgesellschaften und Integrationsunwillen. Dennoch ist sein Ton und seine Haltung positiv, Heimaterde ist – vor allem im Hinblick darauf, dass es mit der Flüchtlingskrise im Hintergrund geschrieben wurde – ein Beitrag zu „Wir schaffen das!“. Die politische Leitlinie ist damit klar, die anvisierte Leserschaft auch; Menschen, die diese Einstellung prinzipiell und mit Entschiedenheit ablehnen, werden mit diesem Buch daher keine Freude haben. Bei allen anderen wird die Bewertung dieser Reportage – neben der angesprochenen fehlenden Tiefe und der doch manchmal mangelnden Vielschichtigkeit (der Fokus liegt stark auf Migranten aus dem arabischen Raum bzw. auf Migranten mit dunkler Hautfarbe) – stark davon abhängen, was sie von Vogelsangs Schreibstil halten. Dieser ist nämlich durchaus künstlich, beinahe manieriert und damit bisweilen ziemlich anstrengend: Der Autor setzt stark auf Wortspiele, viele Wörter wirken wie reingezwungen, die Syntax ist sehr markiert. Das ist sicherlich Können, muss aber nicht jedem gefallen. Ich persönlich hätte mir für die erzählten Geschichten einen lockereren Schreibstil gewünscht: Zwar schreibt Vogelsang durchaus nicht ohne Witz und Charme, das Buch liest sich aber nicht so „nah“ und schnell weg, wie es sich bei der Erzählweise weglesen könnte. Dadurch leidet immer wieder der Lesefluss und – schlimmer noch – die eigentlichen Geschichten gehen im ganzen Sprachsalat manchmal unter. Insgesamt ist Heimaterde eine kurzweilige, dabei aber nicht banale Darstellung der aktuellen Lage in Deutschland. Damit ist es für mich durchaus ein wichtiges Buch, aus dem Vogelsang nicht alles herausholt, was man herausholen könnte. 4 Sterne.

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  • Überambitionierte Sprache überlagert das Erzählte.

    Heimaterde

    wandablue

    05. May 2017 um 19:34

    Überambitionierte Sprache überlagert das Erzählte. Kann man eine neue Heimat gewinnen, wenn man zugewandert ist, d.i. seine ursprüngliche Heimat verlassen hat oder verlassen musste? Haben nur seit Generationen Ansässige Deutschland als Heimat und die „echten Heimatgefühle“? Eine Reise durch Deutschland habe ich anders vorgefunden im Buch als ich es mir vorstellte. Die Reise geht von Berlin aus und sieht immer ein wenig durch die Berliner Brille. Vororte werden per se schlechtgemacht. Sie eignen sich wohl nicht für eine „richtige Heimat“. (Doch, gerade!). Lucas Vogelsang zeigt elf kurze Biografien auf, elf kurze Geschichten von Migration und Integration. Die interessant sind. Durchaus. Aber oft in Kunstsätzen an die Frau gebracht werden. Nun mag Frau ja Kunst. Grundsätzlich. Eigentlich. Aber nicht, wenn die Kunst die Geschichte überlagert. Und so ist die Sprache des Autors auf der einen Seite das Kunstfertige, auch das Moderne am Buch ("Heimat ist auf eine Karte gemalte Hybris"), andererseits aber auch ein Störfaktor, der verhindert, dass der Leser einen gefühlsmäßigen Zugang zu den vorgestellten Personen gewinnt. Soll das so sein? Warum so viel Distanz? Es ist Sprache, die den Lesefluss stört, die keinen geschmeidigen, sondern einen zerhackten Text liefert. Die abgebildeten Personen haben es mehr oder weniger geschafft, haben sich in der zweiten oder dritten Generation integriert und irgendwie ihren individuellen Heimatbegriff definiert. Aber das Gefühl, die kulturelle Rückkopplung fehlt. Natürlich. Natürlich? Noch oder für immer? Sehr interessant fand ich das Kapitel, das sich damit beschäftigte, wo jemand begraben sein möchte, in der neuen oder in der alten Heimat(erde). Die wirklich schwierigen Fragen, wie lange ein mentales Rückfahrtticket in der Tasche behalten wird, wie der Autor es formuliert, werden jedoch nur gestreift. Der Fokus liegt ganz auf der Unterschiedlichkeit der Schicksale. Insoweit ist das ganz in Ordnung. Doch der Trommelwirbel, den der Autor um seine Formulierungskunst macht, erstickt die Geschichten und lässt nur eine Persönlichkeit so richtig aufscheinen: seine. Schade, denn es ist der Ton, der die Musik macht und in dieser Musik ist mir eindeutig zu viel Triangel. Die Lesbarkeit leidet draunter. Der Ton ist zu grell. Die Moral von der Geschicht: Wer zu verliebt in seine Sprachgewandtheit ist, langweilt am Ende! Fazit: Interessante Geschichten, die ich insgesamt ganz gerne mochte, der  überambitionierte Sprachklang hätte mir sogar gefallen, wenn er wesentlich moderater verwandt worden wäre! Kategorie: Kurzbiographien /Sachbuch Aufbauverlag 2017

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